Paolo lief nervös im Wohnzimmer her. Die Zeit bis er seine Alessia endlich in den Armen halten durfte ging so langsam dahin. „Verdammt...das dauert alles zu lange..“ beklagte er sich. Mario lachte leise. „Warum ist die Jugend so ungeduldig?“ stöhnte er gespielt. „Papa...ich will nicht mehr warten. Ich will sie sofort haben.....ich brauche Alessia wie Luft zum Atmen..“ erklärte er. „Paolo mein Junge...wenn du hier Löcher in den Boden läufst wird die Zeit auch nicht schneller vergehen. Du wirst dich in Geduld üben. Warte mal bis dein erstes Kind zur Welt kommt. Dann kannst du ausflippen. Es gibt eben Dinge deren Lauf du nicht beschleunigen kannst..“ meinte Mario und hob den Sportteil der Tageszeitung hoch. „Papa...wieso kannst du da so ruhig bleiben? Es sind noch zweieinhalb Wochen bis zum Termin. Ich weiß nicht einmal wie Alessia aussieht, wenn sie im Brautkleid ist..“ klagte Paolo weiter. „Das sollst du auch nicht. Am Altar wirst du es sehen. Aber sie wird umwerfend ausschauen...glaub es mir...“ versprach Mario. „Woher willst du es wissen? Hast du sie schon gesehen? Was für ein Kleid ist es?“ versuchte Paolo herauszufinden. Mario lachte laut auf. „Das werde ich dir sicher nicht verraten...“ versprach er. Es klingelte und wenig später standen Ben Jäger und Semir Gerkan im Wohnzimmer. Mario begrüßte die Beiden und sah Semir prüfend an. „Immer noch nicht verheilt?“ fragte er. „Nein....es ist sehr gut verheilt aber das Laufen klappt noch nicht ohne Krücken.“ erklärte der kleine Kommissar. „Na setzt euch erst mal... ich will nicht Schuld sein, wenn du umkippst Semir...“ grinste Mario und wies den Beiden einen Platz zu. „Mario...wir sind nicht zum Vergnügen hier. Es geht um Francesco Tremante..“ erklärte Semir und ließ sich auf die Couch fallen. „Francesco? Was hat der Taugenichts nun wieder angestellt?“ wollte Mario mit ernster Miene wissen. „Noch nichts. Aber wir vermuten, dass er etwas anstellen könnte, denn Chiara seine Tochter wurde heute entführt und wenig später wieder freigelassen. Nur scheint er genau zu wissen wer es war. Sagt es aber nicht...“ gab Semir seinen Verdacht zum Besten. „Pah...Francesco.....das ist ein winziges Licht. Er hat meine Nichte geschwängert und sie geheiratet. Das ist aber auch schon alles was uns verbindet. Lara war damals ein kleines dummes naives Ding und Francesco hat ihr den Himmel auf Erden versprochen und hat sie fast umgebracht...“ fauchte Mario wütend. „Umgebracht?“ harkte Ben sofort nach.
Francesco hatte sein Geschäft bereits geschlossen und fuhr zum Haus der Schweizer um die Lage zu erkunden. Sicher würde Liane nicht allein draußen spielen sondern eher im Bett dahin vegetieren, wie es sich für so ein Monster gehört...dachte er und wurde eines besseren belehrt, denn das Mädchen wurde gerade von ihrem Vater auf die Straße geschoben. „Was für ein perfektes Timing..“ grinste Francesco. Er kurbelte das Fenster herunter und hörte wie Thomas Schweizer stöhnte. „Ich hab was vergessen...bin gleich bei dir mein Schatz...“ versprach er und verschwand wieder im Haus. Das war die Gelegenheit sich das Kind zu schnappen...dachte Francesco, fuhr dicht an das Kind im Rollstuhl heran, stieg aus und trug das völlig erschrockene Kind in den Wagen. Der Rollstuhl kippte um. Francesco warf das Kind achtlos auf die Ladefläche seines kleinen Transporters und steig ein. Von Thomas Schweizer keine Spur und so raste Francesco mit dem Kind die Straße runter. „was...soll das?“ fragte die zaghafte Stimme des Kindes. „Ich werde deinem Vater zeigen, was es heißt Angst um sein Kind zu haben. Nur keine Sorge...ich werde dich sicher nicht so schnell gehen lassen, wie ihr meine Chiara..“ versprach er höhnisch. „aber....das geht nicht...ich muss ins Krankenhaus...bitte...ich bin krank....“ klagte das Mädchen. „Hör auf zu simulieren! Du bist nicht krank...du bist ein Krüppel...ich hätte dich nach der Geburt schon umbringen sollen...“ fauchte Francesco und raste durch die Straßen. Er musste möglichst schnell ein Versteck finden wo der das Gör unterbringen konnte. Eigentlich blieb da nur der Keller unter seinem Geschäft direkt neben der Kellerei. Ja...da gab es doch diese eine kleine Kabine, von der nur er wusste. Wenn dort jemand um Hilfe rief, würde es keiner hören. Das war perfekt. Er lenkte den Wagen auf sein Grundstück und stieg aus. Er sah sich um und ging in den Keller. Das Mädchen konnte ja eh nicht weglaufen und somit war eine Flucht ausgeschlossen. Er schloss die Tür auf, ging zum Wagen zurück und holte das Mädchen. Doch er trug sie nicht sanft auf den Armen sondern warf sich das Mädchen über die Schulter. „Lassen Sie mich bitte .....gehen...bitte...“ weinte sie. „Gehen? Du kannst es doch gar nicht...und nun sei still oder ich knebele dich!“ fauchte Francesco es an. „bitte...meine Maschine...ich brauch meine Maschine...sonst sterbe ich...bitte....“ ging es bei dem Mädchen weiter. Doch Francesco ließ sich davon nicht beeindrucken. Er schleppte das Mädchen in den Keller und legte es in einer kleinen Kammer auf ein altes stinkendes Bett. Dann verließ er den Raum und verschloss die Tür.