Beiträge von Elvira

    Paolo lief nervös im Wohnzimmer her. Die Zeit bis er seine Alessia endlich in den Armen halten durfte ging so langsam dahin. „Verdammt...das dauert alles zu lange..“ beklagte er sich. Mario lachte leise. „Warum ist die Jugend so ungeduldig?“ stöhnte er gespielt. „Papa...ich will nicht mehr warten. Ich will sie sofort haben.....ich brauche Alessia wie Luft zum Atmen..“ erklärte er. „Paolo mein Junge...wenn du hier Löcher in den Boden läufst wird die Zeit auch nicht schneller vergehen. Du wirst dich in Geduld üben. Warte mal bis dein erstes Kind zur Welt kommt. Dann kannst du ausflippen. Es gibt eben Dinge deren Lauf du nicht beschleunigen kannst..“ meinte Mario und hob den Sportteil der Tageszeitung hoch. „Papa...wieso kannst du da so ruhig bleiben? Es sind noch zweieinhalb Wochen bis zum Termin. Ich weiß nicht einmal wie Alessia aussieht, wenn sie im Brautkleid ist..“ klagte Paolo weiter. „Das sollst du auch nicht. Am Altar wirst du es sehen. Aber sie wird umwerfend ausschauen...glaub es mir...“ versprach Mario. „Woher willst du es wissen? Hast du sie schon gesehen? Was für ein Kleid ist es?“ versuchte Paolo herauszufinden. Mario lachte laut auf. „Das werde ich dir sicher nicht verraten...“ versprach er. Es klingelte und wenig später standen Ben Jäger und Semir Gerkan im Wohnzimmer. Mario begrüßte die Beiden und sah Semir prüfend an. „Immer noch nicht verheilt?“ fragte er. „Nein....es ist sehr gut verheilt aber das Laufen klappt noch nicht ohne Krücken.“ erklärte der kleine Kommissar. „Na setzt euch erst mal... ich will nicht Schuld sein, wenn du umkippst Semir...“ grinste Mario und wies den Beiden einen Platz zu. „Mario...wir sind nicht zum Vergnügen hier. Es geht um Francesco Tremante..“ erklärte Semir und ließ sich auf die Couch fallen. „Francesco? Was hat der Taugenichts nun wieder angestellt?“ wollte Mario mit ernster Miene wissen. „Noch nichts. Aber wir vermuten, dass er etwas anstellen könnte, denn Chiara seine Tochter wurde heute entführt und wenig später wieder freigelassen. Nur scheint er genau zu wissen wer es war. Sagt es aber nicht...“ gab Semir seinen Verdacht zum Besten. „Pah...Francesco.....das ist ein winziges Licht. Er hat meine Nichte geschwängert und sie geheiratet. Das ist aber auch schon alles was uns verbindet. Lara war damals ein kleines dummes naives Ding und Francesco hat ihr den Himmel auf Erden versprochen und hat sie fast umgebracht...“ fauchte Mario wütend. „Umgebracht?“ harkte Ben sofort nach.

    Francesco hatte sein Geschäft bereits geschlossen und fuhr zum Haus der Schweizer um die Lage zu erkunden. Sicher würde Liane nicht allein draußen spielen sondern eher im Bett dahin vegetieren, wie es sich für so ein Monster gehört...dachte er und wurde eines besseren belehrt, denn das Mädchen wurde gerade von ihrem Vater auf die Straße geschoben. „Was für ein perfektes Timing..“ grinste Francesco. Er kurbelte das Fenster herunter und hörte wie Thomas Schweizer stöhnte. „Ich hab was vergessen...bin gleich bei dir mein Schatz...“ versprach er und verschwand wieder im Haus. Das war die Gelegenheit sich das Kind zu schnappen...dachte Francesco, fuhr dicht an das Kind im Rollstuhl heran, stieg aus und trug das völlig erschrockene Kind in den Wagen. Der Rollstuhl kippte um. Francesco warf das Kind achtlos auf die Ladefläche seines kleinen Transporters und steig ein. Von Thomas Schweizer keine Spur und so raste Francesco mit dem Kind die Straße runter. „was...soll das?“ fragte die zaghafte Stimme des Kindes. „Ich werde deinem Vater zeigen, was es heißt Angst um sein Kind zu haben. Nur keine Sorge...ich werde dich sicher nicht so schnell gehen lassen, wie ihr meine Chiara..“ versprach er höhnisch. „aber....das geht nicht...ich muss ins Krankenhaus...bitte...ich bin krank....“ klagte das Mädchen. „Hör auf zu simulieren! Du bist nicht krank...du bist ein Krüppel...ich hätte dich nach der Geburt schon umbringen sollen...“ fauchte Francesco und raste durch die Straßen. Er musste möglichst schnell ein Versteck finden wo der das Gör unterbringen konnte. Eigentlich blieb da nur der Keller unter seinem Geschäft direkt neben der Kellerei. Ja...da gab es doch diese eine kleine Kabine, von der nur er wusste. Wenn dort jemand um Hilfe rief, würde es keiner hören. Das war perfekt. Er lenkte den Wagen auf sein Grundstück und stieg aus. Er sah sich um und ging in den Keller. Das Mädchen konnte ja eh nicht weglaufen und somit war eine Flucht ausgeschlossen. Er schloss die Tür auf, ging zum Wagen zurück und holte das Mädchen. Doch er trug sie nicht sanft auf den Armen sondern warf sich das Mädchen über die Schulter. „Lassen Sie mich bitte .....gehen...bitte...“ weinte sie. „Gehen? Du kannst es doch gar nicht...und nun sei still oder ich knebele dich!“ fauchte Francesco es an. „bitte...meine Maschine...ich brauch meine Maschine...sonst sterbe ich...bitte....“ ging es bei dem Mädchen weiter. Doch Francesco ließ sich davon nicht beeindrucken. Er schleppte das Mädchen in den Keller und legte es in einer kleinen Kammer auf ein altes stinkendes Bett. Dann verließ er den Raum und verschloss die Tür.

    Toni nahm ein Glas Whisky und trank es in einem Zug. „So….nun müssen wir nur noch die kleine Schlampe Josefine einfangen. Die wird dann auch ihren Spaß bekommen. Dann darf sie die Beine breit machen… für alle hier…und ihrem Alten erklären wir dann, dass es ihr Freund war. Damit hätten wir die Sorge auch weg. Kümmere dich um die Adresse von diesem Marco und bringt sie mir… aber das hat bis Morgen zeit.“, knurrte er als Bernd in den Raum kam. „Was machst du mit den Beiden?“, wollte er wissen. „Oh…ich habe mir da ein ganz tolles Spiel ausgedacht…. Wir haben genügend Seile und werden die Bullen zu unseren Marionetten machen…beim Essen wird es anfangen…. Ein Seil an jedes Handgelenk und wenn sie essen wollen…ziehen wir dran. Das wird ein Spaß werden…glaub mir….alle werden ihren Spaß haben…“, grinste Toni. Bernd nickte. „Alle bis auf die Beiden…“, stimmte er mit ein. „Oh ja… und nach dem Essen werden die beiden ihren Job machen…. ganz so wie wir es für richtig halten. Das ist nämlich das schönste wenn man Marionetten hat. Jede Bewegung wird kontrolliert… und mit Ralfi…da werden wir einen ganz besonderen Spaß machen. Dafür bist du dann zuständig. Verschaffe mir das Vergnügen ihn schreien zu hören. Ach ja… und dieser Leon….der wird zusehen. Mal sehen wie stark die Freundschaft ist…. Ich will alles wissen. Alles was sie herausgefunden haben und vor allem wer sie wirklich sind.“, drohte Toni. Bernd grinste breit. „Mit dem größten Vergnügen…“, versprach er.

    Arnaud und der Big Boss preschten in ihrem Wagen den Waldweg entlang. In ihm kochte es. Wie konnten diese Beiden es wagen, ihn so zu verarschen?, dachte er nur. Wenigstens hatte der Deal mit den Franzosen geklappt und schon in den nächsten Tagen würde ein neuer Tiertransport aus seinem Gestüt mit dem „besonderen Futter“ Richtung Frankreich unterwegs sein und keiner würde Verdacht schöpfen. Er ahnte nicht, dass ihm die Polizei, in Form von Kim und den Kollegen der Autobahn, schon dicht im Nacken saß. Immer wieder sah der Big Boss zu Arnaud Mitterand. „Ich hoffe nur, deine Männer haben diese beiden Spitzel nicht entkommen lassen.“, fauchte der alte Mann und sah ihn mit seinen giftigen Augen an. „Keine Sorge, Boss. Meine Männer sind zuverlässig. Denen entkommt niemand.“, stieß Arnaud aus und stemmte sich noch weiter auf das Gaspedal. Mit wenig Mühe erreichten sie dann gegen Abend das Gestüt. Die Bremsen schoben den Kies einige Meter vor und dann stiegen beide Insassen aus. Toni hatte sie schon erwartet und nahm Arnaud und den Big Boss gleich in Empfang. „Okay, wo sind sie?“, wollte Arnaud wissen. „Oben, in ihren Zimmern... an ihre Betten gefesselt.“, erwiderte Toni grinsend. Der Franzose nickte und wollte losgehen, als ihn der Big Boss festhielt. „Ich will sie sehen.“, stieß er aus und sah Arnaud bestimmend an. Dieser wirkte über den Vorschlag ganz erschrocken. „Aber... aber, dich hat bisher niemand gesehen... Nur ich und Toni... lass mich das alleine machen.“, bat Arnaud, doch der Mann war fest entschlossen. „Ich will sie sehen... sie werden das Gestüt sowieso nicht wieder verlassen. Dafür werden wir sorgen. Die alte Linde auf dem Hof bietet einen hervorragenden Galgen.“, lachte er und ging ins Haus. Toni und Arnaud sahen sich mit staunendem Mund an, folgten dann aber ihrem Chef.

    Semir sah auf, als er den Schlüssel im Schloss umdrehen hörte. Die Tür schwang auf und sofort sah er das Gesicht von Arnaud und das von Toni. Instinktiv zuckte er zusammen, doch da war auch noch ein dritter Mann, der sich zwischen den Beiden durchdrängelte und sich dicht an Semirs Bett stellte. Durch das wenige Licht, das vom Flur ins Zimmer fiel, konnte er nicht das Gesicht des Mannes erkennen. „Das sind also die beiden Herren von der Polizei?“, hörte er nur und sah nur die Silhouette des Mannes vor sich. Semir zog und zerrte an den Fesseln und wollte sich aufrichten. Es klappte nicht und immer wieder versuchte der Deutschtürke herauszufinden, wer das vor ihm war. Deutlich konnte er aber einen französischen Akzent in der Stimme erkennen. „Was wollen sie von mir?“, zischte der Deutschtürke dann, wurde aber sofort von einer saftigen Ohrfeige ruhig gestellt. „Schweig... ich rede jetzt.“, fauchte der Mann und sah dann zur Tür. „Ich will von denen alles, aber auch alles wissen.“, stieß er aus und ging wieder aus dem Zimmer. Semir sah nur noch wie sich die Tür schloss und sofort war es wieder dunkel. „Was war das?“, kam es nur von Ben aus dem Dunkeln. „Ich habe keine Ahnung. Aber ich befürchte, die nächsten Tage werden mehr als unangenehm.“, stieß Semir aus und spürte noch immer den Schmerz auf seiner Wange.

    Als Kim Krüger weg war griff Francesco sofort zum Telefon. „Schweizer...“ hörte er kurz nach dem Freizeichen. „Pass genau auf du kleine Kröte….ich weiß das du meine Tochter entführt hast. Ich werte es als eine Geste des schlechten Gewissens, dass du sie wieder frei gelassen hast, aber ich warne dich…solltest du meiner Exfrau oder Chiara auch nur einen Ton sagen, was damals passiert ist, werde ich dich umbringen und mit dir deine Familie…auch Liane wenn es sein muss…also halt dich zurück!“ fauchte Francesco ins Telefon und legte auf ohne eine Antwort zu bekommen. Danach goss er sich ein Glas Wein ein und schüttete es in seinen Hals. „Das hast du nicht umsonst getan…bald wirst du wissen, was es heißt Angst um seine Tochter zu haben….ich werde mir deine Liane holen…schon sehr bald wenn du nicht damit rechnest... du verdammter Schmarotzer…niemand legt sich mit Francesco Tremante an. Niemand…“ fauchte er leise. Doch eh er seine Rachegedanken weiter ausarbeiten konnte kam Kundschaft in den Laden und Francesco bediente die Herrschaften freundlich und zuvorkommend. Als endlich der Feierabend kam, schloss er das Geschäft ab und fuhr zur Adresse von Schweizer. Nur wenige Tage würde er sie beobachten und dann würde er sich Liane holen. Sie sollten mitmachen, was er mitgemacht hatte…selbst wenn das Gör krank ist…vermutlich simuliert sie eh nur. Und wenn nicht…dann sollte es Thomas und Caroline doch sehr gelegen kommen, wenn sie von dieser Last befreit wurden. Wie konnte man ein behindertes Kind denn lieben…..? Das war etwas das Francesco überhaupt nicht verstand. Dabei vergaß er nur, dass Liane eigentlich sein Kind war. Sein Fleisch und Blut. „Abschaum…Dreck…..dieses Kind wäre besser nie auf die Welt gekommen. Warum konnte sie nicht bei dem Unfall sterben? Dann wäre dieser Stress nie aufgekommen. Dieser verdammte Unfall hatte sein und das Leben von Lara zerstört. Es wird Zeit das der Spieß umgedreht wurde.

    Als Kim ins Büro kam wurde sie direkt von Semir angehalten. „Chefin...wir haben die Vermutung das bei der Entführung von Chiara etwas nicht stimmt. Der Wagen mit dem sie entführt wurde, war auf einen gewissen Thomas Schweizer zugelassen und das Mädchen wurde von einer Caroline Schweizer zurück gebracht. Ich habe die Vermutung, dass diese Entführung inszeniert war oder aber die Schweizer, sofern es sich um ein Paar handelt Gewissensbisse bekommen haben und deshalb das Mädchen zurück gebracht haben..“ erklärte er. Kim nickte. „Das hab ich mir schon gedacht, dass da etwas falsch war. Das Mädchen verrät nichts. Sie behauptet lediglich bei der Freundin gewesen zu sein, was natürlich nicht stimmt, da Ben ja die Entführung gesehen hat. Aber sie sagt nichts wo sie war und zwingen können wir das Kind nicht. Die Mutter ist natürlich heilfroh, dass das Mädchen unversehrt zuhause ist. Die Frau die es gebracht hat schien selbst Probleme zu haben wollte sich aber auf kein Gespräch einlassen...“ gab sie nachdenklich von sich. „Das ist ja auch schwer ein behindertes schwerkrankes Kind zu versorgen. Vielleicht hofften sie ja, dass die Mädchen zusammen spielen oder das sie Freunde werden..“ mutmaßte Ben. Semir sah ihn an. „Und dafür eine Entführung in Kauf nehmen?“ fragte er ungläubig. Ben zog die Schultern hoch. „Nur eine Vermutung...“ gab er zurück. „Nein...da steckt mehr dahinter...da gebe ich Semir Recht. Dieser Tremante war auch keine große Hilfe, aber er machte den Eindruck als wisse er genau wo seine Tochter ist bzw. war. Überprüfen Sie ihn bitte. Ich will alles wissen...“ befahl Kim. Semir nickte und schon verschwand er mit Ben im Büro, der sich direkt am PC zu schaffen machte. Nach wenigen Minuten spuckte der PC die Daten über Francesco Tremante aus. „Straffällig ist er nicht geworden unser Francesco...aber er hat einen interessanten Familienzweig...“ murmelte er. Semir sah ihn an. „Ach echt? Gehört er zur Mafia?“ grinste er. „Er nicht, aber seine Frau oder besser Exfrau ist die Tochter von einem gewissen. Romano Tozzi.....und eine Nichte von Mario Tozzi...klingelt es?“ grinste Ben. „Tozzi? Ja sicher...so heißt doch der zukünftige Ehemann von Alessia.“ stieß Semir aus. „Ganz genau....und wenn das so ist, dann wird er sicher ein paar Informationen über Francesco haben, meinst du nicht? Außerdem müssen wir Paolo sowieso mal einen Anstandsbesuch machen..“ schlug Ben vor. Semir nickte und griff seine Jacke. „Dann direkt...“ meinte er nur.

    und wo ist die Action? wird doch langweilig wenn nichts passiert. Jenni los....lass uns doch mal richtig krachen., Wir bauen Ben auf und Semir jagt die Bösen..oder du munterst Ben auf und ich kümmere mich um Semir.... :D

    Ja auch bei den Quoten geht es weiter.....

    die gestriege Folge brachte wieder 5,04Mio Zuschauer in ihren Bann. In der werberelevanten Gruppe waren es noch 2,81 Mio und brachte RTL einen Markanteil von 21,7.

    Diese Staffel scheint alle anderen zu toppen....keine Folge unter 5 Mio....das ist was

    Toni sah die Beiden vor sich. „Okay… wir kreisen sie ein…Wir treiben sie wieder zum Gestüt!“, gab er von sich. „Hey!! Nimmt mich mit!“, hörte er Bernd rufen. Dieser kam gerade aus dem Gebüsch gekrochen. „Seit wann lässt du dir denn dein Pferd klauen?“ wollte Toni fauchend wissen. „Diesen Mistkerl mach ich fertig…der kämpft mit unfairen Mitteln!,“ knurrte Bernd wütend er wurde von Toni aufs Pferd gezogen. „Wir kriegen sie schon noch…“, lachte Toni. Wieder gab er seinem Tier die Sporen. Der Vorsprung der Fliehenden schmolz immer mehr. Als sich das Gebiet lichtete teilten sich die Männer auf und ritten in einem großen Kreis auf die Beiden zu. Der Kreis zog sich immer enger. „Die haben meine Waffe.“, stieß Bernd aus. „Wie viel Schuss?“, wollte Toni wissen. „Sieben waren noch drin….“, kam von Bernd. „Sehr gut… dann dürfte er höchstens noch zwei oder drei Schuss haben. Okay…. Dann werden wir den beiden mal so richtig einheizen.“, lachte Toni. „Aber nicht das Zoran etwas passiert! Er ist für mich unbezahlbar…“, ermahnte Bernd. „Nur keine Sorge…dem Tier passiert nichts…Schießt über ihre Köpfe oder trefft sie in der Schulter…“ befahl Toni. In diesem Augenblick sirrte eine Kugel an seinem Kopf vorbei. „Dieser verdammte Mistkerl!“, stieß er wütend aus. „Los! Packt sie endlich!!“, schrie er seinen Leuten entgegen. Bernd lachte auf. „Warte…die haben wir innerhalb weniger Augenblicke….“, grinste er und legte sich zwei Finger in den Mund. Ein schriller Pfiff entglitt ihm.

    „Ben! Das war der letzte Schuss….“, stieß Semir aus. „Ja sehr toll… hast du wenigstens einen getroffen?“, wollte Ben im Gegenzug wissen. „Nein… du hältst das Pferd ja nicht in der Spur!“, knurrte Semir zurück. „Entschuldige mal…das ist kein Auto….das ist ein Lebewesen und gehorcht nicht auf Druck!“, erklärte Ben. Ein Pfiff ertönte und wie von einer Wand gestoppt blieb das Pferd stehen. „Hey! Ich hab nicht gebremst!!“, knurrte Ben. Ein weiterer Pfiff kam und das Tier richtete sich auf. Semir, der sich eh kaum festhalten konnte, stürzte runter und auch Ben konnte sich nicht halten. Semir schrie leise auf. Er blieb jedoch wach. Bei Ben war es etwas anders. Er stürzte und stieß mit dem Kopf an den Baum. Reglos blieb er liegen. „Ben!!“, schrie Semir, der sofort zu seinem Freund robbte. „BEN!! Lass mich nicht allein!! Ich kann mich nicht gegen alle wehren!! Verdammt…mach die Augen auf!! Ben!!!“, schrie Semir verzweifelt. Doch sein Freund regte sich nicht. Die Verfolger kamen näher und wenig später sah Semir die Beinpaare vor sich stehen. Er sah langsam nach oben. Mehrere Waffen waren auf ihn gerichtet. „Hallo Ralfi….“, verhöhnte Toni ihn. Semir sah ihn an. Toni beugte sich zu ihm runter. Semir zog sich zusammen. „Na…hast du dein Füßchen verletzt?“, lachte er und packte den verbundenen Fuß. Semir schrie auf. Er trat mit dem unverletzten nach Toni und traf. Toni ging zu Boden. Er hielt sich die Nase fest, die Semir getroffen hatte. Voller Genugtuung sah der Hauptkommissar wie das Blut herauslief. Doch sein Triumph dauerte nicht lange, denn nun kam auch Bernd dazu. „Nein...“, stieß Toni aus und hielt Bernd zurück. „Fass ihn nicht an... um den werde ich mich persönlich kümmern.“, lachte er. „Und was machen wir dann mit ihm?“, wollte Bernd wissen.

    Semir sah von einem zum anderen. Er sah das teuflische Grinsen im Gesicht von Toni. „Fessel ihn, die Hände nach vorn. Wir werden ihn und seinen Freund zurück zum Gestüt schleifen.“, lachte er und warf Bernd ein Seil zu. Dieser fing es auf und holte aus. Er schlug Semir mit der geballten Faust ins Gesicht. Benommen fiel der Kommissar auf seinen Rücken und merkte, wie ihm die Hände gefesselt wurden und das Seil am Sattel von Bernds Pferd festgemacht wurde. Auch Ben wurden die Hände gebunden und das Seil an einen der Burschen weitergereicht. Doch Bernd nahm ihm das wieder ab. „Nein, den zieh ich selbst hinterher.“, lachte er gehässig und stieg auf sein Pferd auf. Toni sah Semir mit funkelnden Augen an. „So... jetzt geht’s zurück nach Hause.“, stieß er aus. Semir zog seine Augen zu gehässigen Schlitzen. „Ich warne sie...“, fing er an, doch Toni zog ihn am Seil zu sich und trat mit dem Stiefel nach ihm, sodass Semir nach hinten flog und schmerzhaft auf den Hintern fiel. In diesem Moment wachte Ben wieder auf und kam stöhnend zu sich. „Ohhh... sieh mal an. Der Stallbursche wacht auch wieder auf.“, stieß Bernd verächtlich auf und schwang sich auf sein Pferd. Ben richtete sich langsam und mit wackeligen Beinen versuchte er zu stehen. Bernd sah, dass Ben nicht sicher stand und zog mit einem kräftigen Ruck an dem Seil. Wieder landete der junge Hauptkommissar im Dreck und Bernd ließ sein Pferd antraben. Sofort wurde Ben durch den halben Matsch gezerrt. „Aufhören... lassen sie ihn.“, schrie Semir und zerrte an den Fesseln, doch die saßen fest. Toni hatte gemerkt, dass Semir seinem Partner helfen wollte. Sofort ließ auch er sein Pferd antraben und Semir wurde zu Boden gezogen. „Los... zurück zum Gestüt.“, rief er und ritt an. Semir und Ben wurden regelrecht über den Waldboden gezerrt. Immer wieder hatten beide versucht, aufzustehen, doch die Wunden und das schadenfrohe Ziehen von Toni und Bernd an den jeweiligen Stricken machte das so gut wie unmöglich.

    Thomas Schweizer zuckte zusammen als es klingelte. Er ging zur Tür und sah durch den Spion. Zwei Männer standen vor der Tür. Der Kleinere drehte sich um und sofort sah Thomas die Waffe. „Verdammt die Polizei..“ murmelte er leise. Was sollte er nun tun? „Herr Schweizer? Wir haben gehört, dass Sie da sind...öffnen Sie bitte...“ forderte der Kleinere ihn auf. Thomas atmete tief ein und öffnete die Tür. „Ja bitte?“ fragte er heiser. „Semir Gerkan...Kripo Autobahn. Das ist mein Kollege Ben Jäger. Wir kommen wegen Ihrem Auto welches Sie als Gestohlen gemeldet haben..“ erklärte der Kleinere und hielt Thomas einen Ausweis vor die Nase. „Ja... was ist damit?“ harkte Thomas nach. „Wir haben es gefunden. Es wurde für eine Entführung eines 9jährigen Mädchens benutzt und wird derzeit kriminaltechnisch untersucht. Wir hätten da noch ein paar Fragen an Sie...“ erklärte der Polizist weiter. Thomas nickte. „Kommen Sie doch rein..“ bat er und gab die Tür frei. Er wies in die Richtung in die die Männer gehen sollten und schloss sich an. „Papa....? Wer ist da?“ rief in diesem Augenblick Liane. „Ich komme zu dir mein Schatz...Bitte entschuldigen Sie. Meine Tochter liegt gerade an der Dialyse und ich muss nur kurz zu ihr...“ erklärte er sich. Die Polizisten nickten und setzten sich im Wohnzimmer auf die Couch. Thomas ging zu Liane. „Wer ist das Papa?`“ wiederholte Liane ihre Frage. „Das ist die Polizei....mein Auto ist doch gestohlen worden und jetzt haben sie es wieder gefunden.“ erklärte Thomas und strich seiner Tochter über die Wange. „Wann kommt Chiara wieder?“ wollte Liane als nächstes wissen. Thomas lächelte verzehrt. „Das weiß ich nicht. Ich hoffe sehr bald...“ gab er ehrlich zurück. Er löste die Infusionen und trug Liane in ihr Bett. „Ich denke du solltest jetzt schlafen und wenn du wieder wach bist, dann reden wir...“ schlug er vor. Liane nickte. Sie war sehr müde und schlief auch sehr schnell ein. Thomas küsste sie sanft auf der Stirn. „Schlaf gut mein Engel..“ sagte er und verließ das Zimmer. „Entschuldigen Sie...meine Tochter kann nicht laufen und ist schwer Nierenkrank. Wir befürchten sogar, dass sie bald sterben wird.“ Entschuldigte er sich noch einmal bei den Polizisten. „Das ist sehr traurig. Das erklärt aber schon mal, warum der Wagen zum Behindertenwagen umfunktioniert war.“ kam von Gerkan. „Wann denken Sie denn, kann ich den Wagen wieder zurück bekommen?“ wollte Thomas wissen. „Sie brauchen ihn sicher sehr dringend. Wir werden ihn sicher nicht mehr lange festhalten und Ihnen den Wagen dann bringen..“ versprach Gerkan. „Wie kann der Wagen gestohlen worden sein?“ wollte er wissen. „Ich war mit Liane...das ist meine Tochter... gerade auf dem Weg zum Arzt. Ich hab den Wagen aufgeschlossen und wollte meine Tochter dann holen...und als wir raus kamen...war der Wagen weg..“ log Thomas. Er selbst wunderte sich, dass es so einfach über die Lippen kam.

    Kim fuhr bei Francesco Tremante vor. Sie betrat das kleine Weingeschäft und kurz darauf stand Tremante auch vor ihm. „Frau Krüger nicht wahr?“ begrüßte er sie. „Ja das ist richtig. Herr Tremante...ich wollte Ihnen nur mitteilen, das Ihre Tochter wieder unversehrt zuhause ist. Man hat sie an der Autobahn gefunden....und sie nach Hause gefahren.“ erklärte Kim. „Das ist eine wunderbare Nachricht. Dann kann ich sie ja nach Hause holen..“ strahlte Francesco. „Ich denke es ist besser, wenn Sie sie erst einmal bei Ihrer Exfrau lassen. Das Mädchen hat viel erlebt und vertraut sich der Mutter an. Wir müssen Chiara auch noch vernehmen und versuchen herauszufinden wer der Entführer war. Auch ist der Grund dafür noch nicht geklärt...“ kam vernehmlich von Kim. „Sie wollen mir mein Kind vorenthalten? Sie wird sicher nicht von Ihnen ins Kreuzfeuer genommen. Das Mädchen ist wie Sie schon sagten, traumatisiert und ich lasse es nicht zu, dass Sie sie noch quälen!“ fauchte Francesco. Kim lächelte. „Sie wollen die Ermittlungen doch nicht gefährden oder? Ist Ihnen nichts daran gelegen, die Täter zu fassen? Wollen Sie, dass diese Typen ein anderes Mädchen nehmen?“ harkte Kim nach. „Was die Kerle machen ist mir egal...ich will meine Chiara wiederhaben. Wer hat sie zurück gebracht?“ fragte er forsch nach. Kim sah ihn an. „Eine Frau Caroline Schweizer hat das Mädchen an der A57 gefunden und es zurück gebracht. Francesco sah sie an. „Frau Schweizer.....? Diese Frau hat einen Orden verdient. Sie scheint ja besser auf meine Tochter aufzupassen als meine Exfrau..“ stieß er aus. „Herr Tremante...Ihre Frau konnte nichts tun...warum verstehen Sie das eigentlich nicht?“ wollte Kim wissen. „Weil meine Exfrau nur eins versteht...sich...sie versteht sich auf Geld ausgeben, was ihr nicht gehört...und sie versteht sich sehr gut in den Mittelpunkt zu stellen...“ erklärte er wütend. Kim lächelte. „Und nur weil sie das macht, was Sie nicht können, sind Sie sauer auf sie?“ harkte sie nach. Francesco sah sie an. „was erlauben Sie sich eigentlich? Finden Sie lieber die Täter!“ kam von ihm. Kim sah ihn an, dass der Mann in seiner Ehre verletzt war. „Einen schönen Tag noch..“ lächelte Kim und verschwand. Diesen Typen sollte sie näher betrachten, dachte sie nur und schwor sich die Informationen über Francesco Tremante zusammen zu tragen.

    Oh ich erinnere mich sehr genau an diesen Tag….zwei Grad plus und die Komparsen machen auf mindestens 18-zwanzig….ja ja...was haben die Anderen gefroren. Da halfen selbst die blauen Decken nicht mehr. Was die Düsseldorfer von der Invasion hielten …nun ja... die Gesichter sagten einiges. Ab er nun zur Folge.

    Es war schon befremdend wie Jenni mit Hotte gesprochen hat. Horsti…ja ja…der und seine 43 Dienstjahre….aber es war auch lustig. Jenni ist mir ehrlich gesagt sympathisch gewesen. Und das Kim so explodiert ist…ja ja….das war schon erinnerungsmäßig… wie oft hat er sich wohl über Semir und Ben lustig gemacht, wenn die eines auf den Deckel bekommen. Das es um Doping ging war mir irgendwie klar…in solchen Sportarten ist es ja scheinbar üblich mit illegalen und auch unbekannten Mitteln die Leistung zu puschen…nun ja…

    Gefallen hat mir auch Hartmut wie er die Jungs angegangen ist, sich aus seinem Gebiet zu halten…und die Brille war ja wohl der Brüller…was für große Augen…..kein Wunder das Semir zurück zuckt. Ben hatte überhaupt keinen Blick für die Schöne aus dem Institut…nein…gar nicht…..gut das die Kleidung nicht von Blicken runterfällt. Aber gut…alles in Allem fand ich die Folge recht gut gelungen. Und ob wir Jenni Dorn….( Katrin Hess) noch öfter sehen? Warten wir das mal ab.

    Lara saß schweigend am Tisch. Sie sah Kim an. „Warum melden sie sich nicht?“ fragte sie leise. „Das weiß ich nicht. Viele Entführer versuchen zunächst die Eltern in Ungewissheit zu lassen, um die gefügiger zu machen. Wir können nur warten…“ erklärte Kim sanft. Lara nickte. „Diese Warterei macht mich wahnsinnig...ich will mein Mädchen zurück...ich will es einfach…“ weinte sie leise. „Ich weiß…Frau Tremante…auch wenn es jetzt kalt klingt… wir können nichts anderes tun als warten. In diesem Augenblick klingelte es an der Tür. Lara zuckte zusammen. „soll ich gehen?“ wollte Kim wissen. „Nein…ich…ich mach das schon…“ lächelte Lara nervös und ging zur Tür. „CHIARA!!!“ hörte Kim Lara schreien und ahnte böses…sie rannte zur Tür und erlebte nun eine Überraschung .Eine Frau im Alter von Lara stand vor der Tür und mit ihr stand das verschwundene Mädchen davor. „Mama…warum weinst du denn?“ wollte das Kind wissen. Kim sah sie prüfend an. Es schien ihm nichts zu fehlen. „Kim Krüger, Kripo Autobahn...“stellte sie sich der Frau vor. „Caroline Schweizer…ich…ich hab Chiara an der Autobahn gefunden und…sie hat mir ihre Adresse gesagt und..ich hab sie hergefahren..“ erklärte die Frau stockend. Lara sah sie an. „wo haben Sie sie gefunden?“ wollte sie wissen. „Sie ist in Ordnung….und sehr aufgeweckt..“ lächelte die Frau ohne auf die Frage einzugehen. „Wo haben Sie sie genau gefunden?“ wiederholte Kim nun die Frage. „An der A57….auf einem Rastplatz..“ erklärte Caroline Schweizer. „Chiara…Schatz..bist du in Ordnung...?“ wollte Lara von ihrer Tochter wissen. „Ja…Mama…ich….es tut mir Leid...ich wollte dir keinen Kummer machen...“ kam von dem Mädchen. „Schon gut…ich hab dich wieder…und das ist es was zählt…“ lächelte Lara und trocknete ihre Tränen. Dann wandte sie sich an Caroline. „Danke…wie kann ich es wieder gut machen?“ fragte sie. „Das ist schon okay….ich habe nur meine Pflicht getan. Als Mutter und als Erwachsene…ich habe auch eine Tochter in ihrem Alter. Sie ist gelähmt und…ach was quälte ich sie mit meinen Sorgen.“ lächelte Caroline nervös.

    Semir und Ben saßen in ihrem Büro. „Wir sollten auf jeden Fall mal diesen Autobesitzer verhören. Wie der Wagen gestohlen werden konnte und das er wieder da ist…“ schlug Semir vor. „Machen wir auch….“ kam von Ben. Das Telefon schlug an. „Krüger hier….Chiara ist wieder zuhause. Sie ist auf einem Parkplatz an der A57 ausgesetzt worden…“ hörte Semir die Chefin sagen, als er sich meldete. „Das ist doch eine sehr gute Nachricht…“ stieß Semir aus und stellte auf Lautsprecher. „Geht es Chiara gut? Ist sie verletzt oder kann sie sagen wer die Person war, die sie ins Auto gezerrt hat?“ harkte Semir nach. Ben sah ihn an. „Nein..sie sagt, dass die Augen verbunden waren. Sie ist aber nicht verletzt worden und auch seelisch scheint es ihr gut zu gehen.“ erklärte Kim weiter. „Okay….dann ist das wenigstens ein Lichtpunkt. Sollen wir weiter ermitteln?“ harkte Semir nach. „Ja natürlich..immerhin wurde das Mädchen entführt und das ist ein Straftatbestand. Auch wenn sie freigelassen wurde. Menschenraub bleibt Menschenraub..“ kam von Kim zurück. „gut…wir werden dann den Vater mitteilen, dass das Kind unversehrt ist und danach den Besitzer des Wagens befragen...“ schlug Ben vor. „Das mit dem Vater können Sie mir überlassen…regeln Sie das mit dem Besitzer des Wagens…“ befahl Kim. „Okay Chefin…machen wir..“ gab Semir zurück. Das Gespräch war beendet. „Sonderbar…da entführen die ein Mädchen um es auszusetzen. Das macht keinen Sinn..“ murmelte er nachdenklich. „Da hast du Recht. Aber vielleicht hat der Kerl ja auch kalte Füße bekommen. Wir sollten zunächst mal zur KTU fahren. Vielleicht hat Hartmut ja was in dem Auto gefunden, was uns weiter hilft und dann sprechen wir mit dem Besitzer und gut ist…“ grinste Ben. Semir nickte, erhob sich und griff zu den Krücken. Sie fuhren zu Hartmut der bereits auf sie wartete. „So…ich hab mir den Wagen angesehen. Jede Menge Fingerabdrücke… von denen ich denke die meisten von dem Besitzer sind. Ein paar verschmierte, die eh nicht zu erkennen sind. Das ist alles. Ansonsten ist der Wagen porentief rein…wie frisch gewaschen. Was allerdings aufgefallen ist, sind diese Schienen. Der Wagen lässt sich mit einer Rampe schnell zu einem Fahrzeug umbauen indem man einen Rollstuhl transportieren kann. Aber das ist auch alles. Ach so…der Tank ist fast ganz leer. Vermutlich auch ein Grund weshalb der Wagen stehen gelassen wurde…“ endete der Vortrag. „Danke Hartmut…“ grinste Ben und schon verschwanden die Beamten wieder.

    Je länger Chiara sich bei Caroline und Thomas aufhielt, umso mehr verlor sich ihre Angst. Sie fühlte sich obwohl sie zwangsweise hier war, geborgen. Das Essen war sehr lecker und Chiara wurde nicht eingesperrt. Beim Essen lernte sie Liane kennen. Die Mädchen gaben sich die Hand. Chiara sah Liane an. „Und du kannst echt nicht laufen? Merkst du gar nichts in den Beinen?“ fragte sie das Mädchen. „Nein…gar nichts…da kann man draufschlagen…es passiert nichts. Es tut nicht weh gar nichts…“ erklärte Liane. „Hmmm….das ist wirklich traurig… warum ist das denn passiert? Ich meine du warst doch im Bauch von deiner Mutter….“ harkte Chiara nach. Sie verstand sich gut mit Liane und hatte auch etwas Mitleid mit dem Mädchen. „Nun… es ist schon richtig... ich war im Bauch meiner Mama….der Unfall passierte wohl im sechsten Monat … ich war noch nicht voll entwickelt und das was da war zerbrach…so haben meine Eltern es mir geschildert….nun ja… und es wuchs nicht mehr….ich kam zur Welt….aber ich vermisse das Laufen nicht… denn ich hab es ja nie gekonnt. Ich würde viel lieber ohne diese Maschine leben….“ stieß Liane aus. Sie wies auf ein richtiges Monster was in der Ecke stand. „Was macht die Maschine mit dir?“ harkte Chiara nach. „Meine Niere arbeitet nicht richtig und mit dem Gerät wird mein Blut von den Schadstoffen gereinigt… diese Prozedur dauert sehr lange und danach bin ich immer sehr müde…“ erklärte Liane. „Das ist aber nicht gut… warum kann man dir keine neue Niere einsetzen?“ wollte Chiara wissen. „Meine Mama sagt, dass es nicht so einfach ist….aber warum verstehe ich auch nicht...“ kam von Liane. „Weißt du… wenn ich könnte würde ich dir meine geben….ich hab ja zwei gesunde…“ meinte Chiara nur. Liane sah sie an. „Das ist ein schöner Gedanke…aber ich glaube das geht nicht so einfach….“ kam als Antwort. „Schade….ich würde sehr gern mit dir spielen, aber meine Mama macht sich bestimmt schon Sorgen...und mein Papa ist dann immer sehr böse…ich muss nach Hause…“ erklärte Chiara. „Das geht nicht….“ erklärte in diesem Augenblick Caroline. „Aber warum denn nicht? Ich muss nach Hause…“ kam von Chiara. „Chiara…wir haben dich entführt…ich...ich kann dich doch nicht so einfach gehen lassen...die Polizei sucht sicher schon nach dir...“ erklärte Thomas nun. „Das regel ich schon...ich sag einfach ich habe eine Freundin besucht. Das mache ich schon öfter...und meine Mama glaubt es mir...“ schlug Chiara vor.

    Thomas zog Caroline aus dem Kinderzimmer. „Wenn wir sie gehen lassen, dann werden wir nie die Spenderniere für Liane bekommen...“ stieß er aus. Caroline nickte. „Aber wir können Chiara nicht hier halten. Sie ist ein sehr vernünftiges Mädchen…vielleicht…vielleicht kann sie helfen. Ich weiß...sie ist nicht mit Liane verwandt aber….was wenn die Niere dennoch passt?“ hoffte Caroline. „Selbst dann…wir müssten sie untersuchen lassen…das geht aber nur mit Hilfe der Mutter…also müssen wir mit Lara in Verbindung kommen. Wie stellst du dir das vor? Sie wird uns verraten und…“ kam verzweifelt von Thomas. „Nein…das wird sie nicht…lass es mich machen…ich…ich kann sagen, dass ich Chiara gefunden habe und…sie deswegen nach Hause bringe. So komme ich mit der Mutter ins Gespräch und wenn eine Freundschaft sich entwickelt, dann…dann…“ überlegte sie laut. Thomas dachte kurz nach. „also gut…versuchen wir es…aber wenn es nicht geht, dann…dann müssen wir uns einen anderen Weg ausdenken. Ich will Liane nicht verlieren…ich liebe sie viel zu sehr..“ erklärte er und eine einsame Träne lief die Wange herunter. Caroline nickte. „Chiara…kommst du bitte zu mir…“ rief sie ihre eigentliche Tochter. Das Mädchen folgte dem Ruf und sah sie an. „Chiara…wir…wir haben einen Fehler gemacht. Ich werde dich nach Hause bringen…aber…du musst mir eins versprechen…bitte…“ fing sie an. Chiara nickte. „Was soll ich denn versprechen?“ harkte das 9jährige Mädchen nach. „Wenn ich dich nach Hause bringe, dann darfst du niemanden erzählen wo du warst…das musst du mir versprechen. Denn sonst muss mein Mann ins Gefängnis und ich kann nicht für Liane allein sorgen…versprichst du mir das?“ bettelte Caroline regelrecht. Chiara dachte kurz nach. „Okay….aber ich möchte öfter mit Liane spielen dürfen…“ forderte sie. Caroline lächelte und ging vor dem Mädchen in die Knie. „Du bist verdammt schlau, weißt du das...“ lobte sie das Kind. Nur wenig später ging es zum Wagen und Caroline fuhr Chiara nach Hause. Die Rückfahrt dauerte eine knappe Stunde und während der Fahrt versuchte Caroline vertrauter mit Chiara zu werden. Dieses Mädchen war ihr so ähnlich. Sie sah aus, wie sie früher. Während Chiara und Liane gespielt hatten, sah sie sich Fotos von ihr als Kind an. Chiara war ihr wie aus dem Gesicht geschnitten und genau das tat weh.

    JKim hatte gerade mit dem SEK telefoniert und wollte mit Hotte und Dieter die PASt verlassen, als sich ihnen jemand in den Weg stellte. „Frau Kim Krüger?“, fragte der Unbekannte im dunklen Anzug und dem miesgelaunten Blick. Kim sah ihn nur an. „Was wollen sie? Ich habe es eilig. Wenn sie der Vertreter für Computer- und Bürotechnik sind, auf den ich schon seit heute Morgen vergebens warte, dann muss ich sie bitten, zu gehen.“, zischte sie ihn an. Jetzt aber lächelte der Mann. „Nicht ganz... ich bin vom Innenministerium. Frau Krüger... ich untersage ihnen hiermit einen Einsatz des BKA’s zu gefährden.“, erklärte er und hielt Kim seine Visitenkarte hin. „WAS? Herr ... Findrick... ich... zwei meiner Leute sind auf diesem Gestüt in großer Gefahr und ich werde sie jetzt da rausholen.“, kam es bestimmend von Kim, doch der Mann ließ sie nicht durch. „Tut mir Leid, Frau Kriminalrätin... das lasse ich nicht zu. Dieser Einsatz ist von höchster Stelle unterbunden und sie werden gefälligst das tun, was ihre Pflicht ist.“, fauchte er und sah sie mit funkelnden Augen an. „Meine Pflicht ist es, meine beiden Männer gesund aus dieser beschissenen Lage zu befreien... So, und jetzt gehen sie mir aus dem Weg, ehe ich ihnen noch ihre Kronjuwelen zu Brei trete.“, zischte sie und stieß den Mann aus dem Weg. „Das wird für sie alle Konsequenzen haben... das verspreche ich ihnen.“, schrie er ihr hinterher.

    Toni sah auf, als er den Schrei hörte. „Oh….da sind sie ja…die haben wir gleich.“, meinte er zu Bernd und gab dem Pferd die Sporen. „Los! Ihr da lang! Wir hier…die Anderen kommen von vorn!“, befahl er. Die Männer teilten sich auf. Wenig später standen sie vor einer der alten Fallen. Sie war zugeschnappt. „Wie gut, das die Dinger doch immer funktionieren.“, lachte er. „Toni! Hier ist Blut!“, hörte er von Bernd, der etwas weiter unten war. „Okay…. Einer von ihnen ist verletzt. Sie können also nicht weit sein…“, meinte Toni und sah durch das Fernglas. „Ich sehe sie nicht…sind verdammt schlau, dass sie das Dickicht nutzen, um sich zu verstecken…wo sind die Hunde?“, wollte Toni wissen. „Sind gleich hier…nur keine Sorge… wir bekommen sie… und was hast du dann vor?“, wollte Bernd wissen. „Ich bin mir sicher, dass mir da schon was Tolles einfällt… aber sie werden nicht nur eingesperrt werden… die werden für uns auch arbeiten… Sklaven…..das ist wieder modern.“, lachte Toni. Er malte sich in Gedanken aus, was er mit den Beiden anstellen wird. „Du willst sie für uns arbeiten lassen? Die nutzen die erstbeste Gelegenheit, um wieder abzuhauen!!“, warf Bernd seine Bedenken ein. „Das werden sie sicher tun….und genau das wünsche ich mir… jeder Fluchtversuch wird bestraft…los weiter!“, befahl Toni. Bernd sah ihn kopfschüttelnd nach. Er konnte sich schon denken, wie Toni vorgehen wird. Sie ritten weiter. Das Gelände wurde immer spärlicher was die Bepflanzung anging und so, wie sie die Beiden trieben, konnte es wirklich nicht mehr lange dauern, bis sie die Beiden eingefangen haben. Was war das? Er glaubte etwas im Gebüsch direkt vor ihm gesehen zu haben. Bernd wendete sein Pferd um nachzusehen.

    Ben ließ Semir von der Schulter gleiten. Die Wunde an Semirs Fuß blutete stark. „So finden die uns… Semir… ich muss die Wunde verbinden…“, ließ er völlig außer Atem verlauten. „Ja…ich weiß…verdammt….diese Dinger gibt es wirklich.“, stöhnte Semir. Die Schmerzen waren unerträglich. Semir zog das Hosenbein hoch und stieß ein leises Stöhnen aus. „Ben…geh allein weiter… ohne mich hast du ne bessere Chance…“, kam leise von Semir. „Entweder gehen wir beide oder gar keiner…“, setzte Ben dagegen. Ein leises Lachen erklang was als Ben Semirs Wunde berührte in ein Stöhnen überging. „Die Wunde sieht nicht gut aus…“, meinte er. „Ja schon klar… nur haben wir auch nichts, womit du sie verbinden kannst…“, erklärte Semir. Auch er sah sich die Wunde an. „Vielleicht die andere Socke…“, schlug er dann vor. Ben nickte. „Ja wäre eine Möglichkeit…hält nicht lange aber immerhin…und dann sehen wir zu, dass wir weiter kommen.“, ermahnte Ben. Semir zog sich seinen anderen Schuh aus und streifte die Socke ab. Ben wickelte sie notdürftig um die Wunde seines Partners. Die Ränder der Wunden, in denen die Zähne der Falle geschlagen waren, hatten eine sonderbare Farbe. „Die Falle scheint nicht desinfiziert gewesen zu sein. Du gehörst zum Arzt und zwar schnell.“, ermahnte Ben ihn. Semir nickte nur. „Ja sicher…ruf schon mal ein Taxi…“, versuchte Semir zu scherzen. „Hey…ich höre was.“, raunte Ben ihm zu und sah kurz über den kleinen Busch der vor ihm war. „Verdammt… die sind sehr nah dran…bleib hier liegen…ich versuche unsere Chance zu verbessern…“, ermahnte Ben seinen Partner. Semir nickte und sah ihn an. „Ich kann dir nicht helfen…Denk bitte dran.“, erinnerte er ihn leise. Ben nickte und kroch langsam durch das Gebüsch auf die Person zu. Er erkannte, dass Bernd es war, der ihm dort entgegen kam. Wenn er das Pferd kapern konnte waren seine und Semirs Chancen größer zu entkommen.

    so.....ende der Story....mein Abschlussfeed...

    Schöne Story wie immer von dir. Das nächste Mal hätte ich mehr Action...und mehr Aua für die Helden.....so halb tot gefallen sie mir einfach besser....also Chris..streng dich an....

    Francesco kam bei Lara an und stürmte in die Wohnung. „Verdammt warum hast du nicht aufgepasst!!“ schrie er sofort seine Exfrau an und hob die Hand. Doch zum Schlagen kam er nicht, denn sofort packte ihn einer der dort anwesenden Männer und zog ihm den Arm auf den Rücken „AUA!!! LASSEN SIE MICH LOS!!“ schrie Francesco. „Dann sollten Sie sich benehmen….Jäger…Kripo Autobahn...“ fauchte der Mann, der ihn hielt. „Ben…lass ihn los“ befahl ein Zweiter. Francesco rieb sich den Arm, als er losgelassen wurde. „Herr Tremante nehme ich an..“ kam nun von einer zierlichen Frau. „Ja und wer sind Sie?“ fauchte er sie an. Dieser Mann schien keinen Respekt vor Frauen zu haben. „Kim Krüger…ebenfalls Kripo Autobahn..“ stellte sich die Frau vor. „Herr Tremante….Ihre Tochter wurde vor Augen meines Kollegen hier entführt. Er hat versucht den Wagen zu folgen, wurde jedoch abgedrängt….können Sie sich vorstellen wer Ihre Tochter entführt hat?“ wollte Kim Krüger wissen. „Nein..woher auch! Warum hat Ihr Kollege das denn nicht verhindert? Aber dann hätte er ja was für sein Gehalt tun müssen nicht wahr? Und meine Exfrau hat auch nicht aufgepasst. Sie weiß doch dass es gefährlich ist...ich sage es ihr seit Jahren…“ fauchte Francesco wütend. „Ich konnte nichts machen…die waren zu schnell und ich zu weit weg. Und Ihre Frau war noch im Haus…also hören Sie auf mit diesen Vorwürfen und sagen uns, warum Sie so eine Angst hatten, dass so etwas passiert...“ gab Ben Jäger von sich. „Das…das…man liest so viel in der Zeitung….Mädchen werden entführt und dann tage später irgendwo gefunden….nackt…vergewaltigt und ermordet….das schürt die Angst...“ stieß Francesco aus. Die Sorge schient echt. „Also gut…wir werden das Telefon anzapfen und auf den Anruf des Entführers warten...“ erklärte Kim Krüger weiter. Lara sah sie an. „Können Sie nicht mehr tun?“ fragte sie leise. „Derzeit nicht…“ gab die Kommissarin von sich. „Ich muss wieder in mein Geschäft…wenn die Entführer Geld verlangen, dann muss ich erst was verdienen...“ kam von dem Vater des Kindes. Semir sah zu Ben und schüttelte nur den Kopf. Dieser Kerl war kalt….und schien keine Gefühle zu haben.

    „Nur wenig später fuhren auch Ben und Semir zurück zur PAST während Kim bei der Mutter bleiben wollte. „Also wenn du mich fragst, dann war der Vater ziemlich nervös…aber nicht besorgt.“ knurrte Ben als sie im Auto saßen. „Nee…stimmt. Wenn meine Tochter verschwunden wäre, dann könnte ich nicht ans Geschäft denken… der ist Kalt wie eine Hundeschnauze…“ bestätigte Semir. „Den Typen werde ich gleich überprüfen…ich weiß nicht, aber er scheint genau zu wissen, dass er sich um Chiara keine Sorgen machen müsse. Und was sagt dir das?“ wollte Ben wissen. „Ben…es ist ziemlich weit hergeholt dem Vater zu unterstellen zu wissen wo seine Tochter ist. Aber gut…das Verhalten war wirklich sonderbar. Wir sollten jetzt mal überprüfen was der Fahrzeughalter dazu zu sagen hat..“ schlug Semir vor. „Das kannst du tun..ich werde diesen Francesco überprüfen…“ knurrte Ben. „Kann es sein, dass du ihn nicht magst?“ grinste sein Partner. „Du kannst ruhig grinsen…ja...ich gebe zu Lara ist eine sehr attraktive Frau aber mindestens sechs Jahre älter als ich…“ lachte Ben. „Na und? Das wäre vielleicht ein Grund, aber kein Hindernis…“ gab Semir zurück. „Hast du bemerkt wie er zusammenzuckte als ich ihn fragte wer dahinter stecken könnte? Ich sage dir…der weiß mehr als er sagt….der hat ein Geheimnis…genau wie er Lara behandelt hat…ich meine es ist deren gemeinsame Tochter. Auch wenn man getrennt ist, könnte man etwas Herz zeigen und die Mutter trösten…nee..der Kerl stinkt…und zwar gewaltig…“ erklärte Ben nur. „Was sagt der Doc zu deinem Bein?“ fragte er nach. „Ist sehr gut verheilt….nur noch die Bewegungen wieder trainieren und schon kann ich wieder Autofahren...“ strahlte Semir. „Oh…das wird schnell gehen...und dann bekommst du auch wieder den Anpfiff von der Chefin...“ meinte Ben nur und lenkte den Mercedes auf den Parkplatz der PAST. Als der Wagen stand stieß Semir die Tür auf und hievte sich mit Hilfe der Krücken raus. „Wann denkst du wirst du die Stöcke wegwerfen?“ fragte Ben. „In zwei oder drei Tagen….zumindest eine. Wir wollen ja nicht übertreiben. Ich bin übrigens in drei Wochen bei der Hochzeit von Alessia und Paolo…das ist ein wunderschönes Paar…“ grinste Semir. „Ja….freut mich..ich hab auch ne Einladung bekommen…“ gab Ben bekannt. „Fein…dann fährst du mich ja…“ meinte Semir und humpelte ins Büro.

    So meine lieben....da ich mich ab heute auf eine Schulung befinde, gibt es erst am Mittwoch nachmittag wieder etwas... Aber Feeden dürft ihr trotzdem...;)

    „Das Fahrzeug ist gefunden worden!“ unterbrach Semir das Gespräch zwischen den Frauen. Er stand auf den Krücken abgestützt vor den Beiden die ihn sofort ansahen. „Was ist mit Chiara?“ wollte Lara wissen. „Von dem Kind fehlt jede Spur…“ erklärte Semir leise. Lara fing erneut an zu weinen. „Fahren Sie und Ben hin und schauen sich den Wagen an. Vielleicht findet Hartmut ja etwas...aber Semir! Sie sind Beifahrer!“ befahl Kim. „Aye Aye…Chefin...“ nicke Semir und humpelte zum Wagen. Ben saß bereits am Steuer. „Wo ist der Wagen?“ wollte er wissen. „Rasthof Geismühle an der A 57…“ gab Semir bekannt, schnallte sich an und Ben fuhr los. Sie brauchten knappe zehn Minuten bis sie am Fundort ankamen. Ben zog sich die Handschuhe an und untersuchte den Wagen. Er war sauber. Nichts wies darauf hin, dass hier ein Kind im Wagen war…aber noch besser war, es gab auch kein Blut. Also war Chiara nicht verletzt…zumindest nicht als sie in diesem Wagen saß. Er sah sich die Gegend an. Rundherum standen Büsche und dichte Sträucher. „Habt ihr die Büsche dort schon durchsucht?“ rief er den Leuten der Spurensicherung zu. „Ja….nichts…keine Fußabdrücke oder sonst was…aber hier stand ein zweiter Wagen. Vermutlich wurde der schon vorher hier als Fluchtwagen geparkt...“ erklärte Hartmut, der nun zu ihm kam. „Ah..Hartmut…danke….was ist mit Reifenabdrücken?“ wollte Semir wissen. „Nichts….der Wagen muss auf dem Asphalt gestanden haben…oder aber es lag eine Folie unter den Wagen. Die Tat scheint gut durchgeplant worden zu sein. Semir sah zu Ben. „Kennst du das Mädchen näher?“ wollte er von ihm wissen. „Nein…sie ist halt das Kind der Nachbarin. Wir haben manchmal Musik gemacht Just for Fun…halt. Sie konnte verdammt gut Mundharmonika spielen…aber sie war ein ganz normales Kind...“ gab Ben zurück. „Okay. Hartmut…der Wagen gehört dir!“ rief Semir und setzte sich wieder in den Wagen. „Was machen wir jetzt?“ wollte Ben wissen. „Nun..jetzt werden wir anfangen zu ermitteln. Wir müssen alles über diese Familie Tremante wissen….Ich denke es ist gut möglich, dass ein Verwandter dahinter steckt. Der Wagen ist übrigens gestern als gestohlen gemeldet worden…der Besitzer ist ein gewisser Thomas Schweizer… Gegen den Mann liegt nichts vor…..und die Anzeige ist auch ordnungsgemäß aufgegeben worden...“ erklärte Semir als sie zurück zu Lara Tremante fuhren.

    Caroline sah Thomas an. „Er wird es sich nicht gefallen lassen….er wird uns …“ sagte sie leise. Thomas nahm sie in den Arm. „Es muss sein. Nur so können wir ihn dazu bringen Liane zu helfen…“ antwortete er. „Wo ist Chiara?“ harkte sie nach, den Thomas kam allein ins Wohnzimmer. „Ich habe sie in den Keller gebracht…der kleine Raum….aber sie weint…sie hat Angst vor uns…vor uns ihren Eltern…“ gab er von sich. „Ich will nicht, dass sie weint…ich will sie in den Arm nehmen. Sie ist so schön…..und sie scheint sehr intelligent zu sein.“ Kam von Caroline und sie wollte gehen. Thomas hielt sie fest. „Was willst du ihr sagen? Für sie sind wir nicht die Eltern…sie kennt uns nicht….“ meinte er nur nachdenklich. „Dennoch…sie soll keine Angst haben. Vielleicht schaffen wir es sogar, dass sie auf unserer Seite ist…überlege doch mal..was kann für Francesco schlimmer sein, als das seine Tochter sich gegen ihn stellt.“ sagte sie nachdenklich. „Nun…es wäre ein Versuch wert…und was wenn sie schreit? Wenn sie weglaufen will?“ stellte er die Frage. „Das ist eine Gefahr die wir eingehen müssen. Wir können sie doch nicht einsperren…das geht nicht…sie ist noch ein Kind..“ weinte Caroline. „Aber wenn sie hier ist und Liane sieht…denkst du wirklich das die Mädchen sich verstehen werden? Liane ist so schwach…sie ist erst seit einer Woche wieder daheim..ich will sie nicht verlieren…“ fing er nun an. „Ich will nicht, dass sie Angst hat…hol sie bitte ..ich will sie bei mir haben…“ bat Caroline. Thomas dachte kurz nach. „Also gut…ich hole sie..“ stimmte er nach kurzem Nachdenken zu und verließ kurz den Raum. Es dauerte knappe zehn Minuten bis er mit Chiara ins Wohnzimmer kam. „Hallo Chiara…“ sagte Caroline leise und wischte sich die Träne weg. Sie sah das verängstigte Gesicht ihrer eigentlichen Tochter. „Du bist wunderschön…“ lächelte sie nervös. Chiara sah sie nur an. Sie sagte nichts. „Keine Angst…du musst keine Angst haben… wir erklären dir alles, wenn du willst…“ versprach Thomas. Chiara nickte und sah sich um und entdeckte Liane, die in dem Zimmer am PC saß. Natürlich bemerkte sie auch den Rollstuhl und sah Thomas an. „Wer ist das?“ fragte sie. „Das ist Liane…sie ist sehr krank und nur dein Vater oder deine Mutter können ihr helfen…“ erklärte er mit trauriger Stimme. Würde das Mädchen verstehen, was er damit sagen wollte? „Das versteh ich nicht…was hat sie denn?“ harkte Chiara nach. Caroline bemerkte das dieses Mädchen etwas Besonderes war. „Sie ist seit ihrer Geburt gelähmt..“ fing sie an zu erklären. „Sie konnte noch nie laufen?“ kam die nächste Frage von Chiara. „Nein… und sie wird es nie… bevor sie zur Welt kam, da gab es einen sehr schweren Unfall und leider hat Liane Schaden genommen. Die Ärzte konnten zwar dafür sorgen, dass sie zur Welt kam, aber laufen wird sie nie…und vermutlich wird sie schon sehr bald sterben…“ fing Caroline an zu weinen.

    Toni und Bernd sahen immer wieder auf die Hunde, die ihre Nasen schnüffelnd in den Waldboden vergraben hatten. Von ihren Pferden sahen sie kaum etwas. Die Dunkelheit war zu stark und der Mond versteckte sich hinter einer dichten Wolkenwand. „Toni, lass uns eine Pause machen... Die Jungs und auch die Pferde können nicht mehr und in dieser Dunkelheit finden wir sie doch nie.“, meinte Bernd und fing sich einen strafenden Blick des Angesprochenen ein. „Nein, und wenn du aus dem Sattel kippst. Arnaud möchte die Beiden unbedingt wiederhaben und ich habe keine Lust, ihm erklären zu müssen, dass wir zwei Bullen im Wald verloren haben. Da kann ich mich gleich aufhängen.“, stieß er aus und führte sein Pferd weiter. Die Hunde, immer noch die Nasen auf den Boden gedrückt, fanden jedoch keine Spur der beiden geflohenen Polizisten und so musste die Suche zwangsweise unterbrochen werden, was Toni mehr als fluchend hinnahm. „Aber gleich bei Sonnenaufgang geht es weiter.“, gab er bekannt und schickte einen der Burschen zurück zum Gestüt, damit er ein Kleidungsstück der Beiden holte. So sollten die Hunde die Spur aufnehmen können. Die Verfolger legten sich, wie in einem Westernfilm, um ein schnell gemachtes Feuer zur Ruhe und schliefen ein. Nur Toni hielt Wache und sah in die dunkle Nacht hinaus. „Ich kriege euch schon... und dann gnade euch Gott.“, zischte er.

    Kim ging wütend auf und ab. Axel und Kurt sahen sie nur an. „Ich werde meine beiden Kommissare nicht ihrem Ehrgeiz opfern.“, stieß sie nach einer Weile aus und rief Hotte zu sich ins Büro. Der beleibte Polizist kam zur Tür rein und fragte, womit er helfen konnte. „Herzberger... stellen sie sofort eine Ortung zu Jägers oder Gerkhans Handy her. Ich will wissen, wo die beiden sind. Und dann rufen sie das SEK an. Sie sollen sich in Wartestellung bereit halten und abrufbar sein.“, erklärte sie. Hotte nickte und verschwand wieder. Dann drehte sie den Kopf zu den beiden völlig entsetzt dreinblickenden BKA-Beamten. „Das... das können sie nicht machen, Frau Krüger... das ist immer noch ein BKA-Einsatz und wir haben hier das Sagen.“, fauchte Axel und sprang vor Wut auf. „Im Moment geht es mir um das Leben meiner Männer und mir ist es so ziemlich egal, was sie für Gründe haben, aber ich gefährde eher einen Einsatz, als dass ich Jäger und Gerkhan den sicheren Tod überlasse.“, kam es nur erbost von ihr wieder. „Und jetzt... wenn sie mich nicht unterstützen wollen, bitte ich sie zu gehen.“, fauchte sie und verwies die Beiden des Büros. Mit Wut im Bauch verließen Axel und Kurt die PAST. „Und was jetzt? Diese kleine Kriminalrätin versaut uns noch den ganzen Einsatz, wenn wir da nichts unternehmen.“, stieß Kurt aus, doch Axel schien nachzudenken. „Hey, hast du nicht gehört?“, zischte er nur und Axel nickte. „Ja, hab ich. Du brauchst nicht so zu schreien. Komm, ich habe eine Idee, wie wir Frau Krüger zur Vernunft bringen können. Auf das Ministerium wird sie ja wohl hören müssen.“, lachte er verschwörerisch und wählte eine Nummer an.

    Der Morgen kroch langsam in die Höhle. Semir zog sich zusammen. Er fror, obwohl es eigentlich warm war. Erschrocken richtete er sich auf und orientierte sich. Dann kam die Erinnerung. „Oh verdammt…“, stieß er leise aus. „Hey… was ist?“, kam sofort die Frage von Ben, der scheinbar schon länger wach war. „Morgen….ich hab Hunger…“, kam von Semir. Ben lachte bitter. „Ich auch….aber wir haben nur die Übernachtung gebucht.“, versuchte Ben zu scherzen. Semir merkte den Schmerz wieder in seiner Brust. Es war nicht gerade hell in der Höhle, aber dennoch sah er, dass sich die Wunde entzündete. „Ben…. Wir müssen weiter….“, meinte er nach einer Weile. Ben nickte und erhob sich. Er lugte aus dem Loch und sah sich genau um. Niemand war zu sehen. „Also gut… dann komm Häuptling.“, meinte er nur, zog Semir auf die Beine und gemeinsam verschwanden sie in den Wald. „Wo wollen wir lang?“, fragte Semir als sie draußen standen. „Am besten in die Richtung wo unsere Verfolger nicht sind….“, meinte Ben nur. „Dann da lang!“, entschied Semir und zeigte in eine ziemlich unwegsame Richtung. „Oh….. hast du dein Dschungelmesser dabei?“, grinste Ben nur. Sie gingen los. Es war ziemlich beschwerlich. Brennnesseln wuchsen hoch und Beide hatten kein Shirt mehr an. Das Unkraut war dicht und verbarg auch Gefahren, die am Boden lauerten. So stürzte Ben einmal über eine Wurzel die aus dem Boden kam und schlug lang hin. Er riss sich dabei eine kleine Wunde ins Knie. „Au verdammt…“, fauchte er. Semir sah ihn an. Er lief etwas voraus und lachte leise. „Augen auf, wo du deine Füße hinsetzt…“, ermahnte er ihn und machte ohne genau hinzusehen einen Schritt nach links.