Habe den Film gestern noch im Bett angefangen, weil ich nach "Blutsbande" tatsächlich noch Lust auf einen zweiten Film hatte. Nach etwas über der Hälfte war dann doch die Müdigkeit stärker und der Rest folgte dann heute.
Ich hätte NIE gedacht, dass es mich mal so wenig stören würde, einen nahezu actionfrei erzählten Cobra 11-Spielfilm zu bekommen. Frederike Heß erzählt das Thema respektvoll und ernst, gleichzeitig aber auch mit einer erfrischenden Leichtigkeit und Kurzweile, die "Blutsbande" so nicht hatte. Ich hab bei beiden Filmen ungefähr um Minute 34 herum zum ersten Mal auf die Laufzeit geguckt, bei "Blutsbande" dachte ich "Oh, erst so wenig Zeit rum?", bei "Sterbensschön" hingegen "Woah, das ging jetzt aber schnell". Warum? Weil man sich hier nicht in endlosen Darstellungen von deprimierten Menschen verliert. Man zeigt Gefühle, aber man beweist auch ein Gespür dafür, ab wann sich das zieht. Hier fand ich dann auch die Teamchemie sehr gelungen und Rauhbach und Bärenfänger waren für mich erstmals keine Fremdkörper mehr. Dass über Hotte und Dieter nichts geht, brauchen wir nicht zu diskutieren, aber meiner Meinung nach versuchen die beiden auch nicht mehr, das zu sein.
Der Plot selber ist bei der Cobra jetzt nicht allzu verbraucht und ich fand es etwas schade, dass der Film sich in der zweiten Hälfte dann eher um die Darknet-Sache dreht und die Schönheits-Geschichte insgesamt etwas oberflächlich angefasst wurde. Letztlich war es ja nur der Aufhänger für eine Story, die dem Format auf den Leib geschrieben wurde.
Mir fällt auch auf, dass ich die Filme favorisiere, deren tragende Figuren eher Menschen wie Du und Ich sind und keine superbösen Mafiosi-Kampfhunde mit MP in der Hand. Das gefiel mir auch bei "Hoffnung" so gut. Wenn Figuren spannend sind, der Fall undurchsichtig und wendungsreich, dann sehe ich über die mangelnde Action auch gerne mal hinweg. Und ich fand die Geschichte sehr stringent und nachvollziehbar erzählt.
Natürlich lässt man hier die beiden Extreme zu Wort kommen: Schönheits-OPs nein danke und auf der anderen Seite die Mutter, die ihrer Tochter aufzwingt, ihren Traum zu leben und sie bedingungslos unterstützt - und natürlich bei allem zuerst an den Ruf denkt. Es ist fast erstaunlich, dass man das nicht vertieft und die blonde Schminkkasten-Explosion nicht irgendwann weinend zusammenbricht und gesteht, dass sie eigentlich gar keinen Bock auf den ganzen Kram hat. Find ich aber gar nicht so schlimm, dass nicht komplett in die Schema F-Kiste gegriffen wird.
Deutlich mehr Beachtung findet mit Ulli die Mutter der Toten samt ihren beiden Kindern und diese Momente sind wirklich sehr gelungen, auch die Kinder spielen toll. Auch wenn es irgendwann absehbar war, hab ich bis zuletzt gehofft, dass Gesa nicht schuldig ist und leider ist das Buch diesen Weg dann doch gegangen. Dramaturgisch mag das sicher sinnvoll gewesen sein, aber ich hätte mir echt gewünscht, dass es anders kommt.
Dass es mit der Glaubwürdigkeit öfter mal hapert, ist unübersehbar. Alleine der Darknet-Shop ist dermaßen unrealistisch präsentiert und vor allem das "Gib mal den Namen des Shops ein" - ähh, so funktioniert das Darknet nicht... Auch das Ballern auf einen erstmal vermutlich unbewaffneten Flüchtigen am Anfang und dann dieser ultraschnelle Gedankengang von Semir auf der Autobahn, das hätte man wirklich etwas besser rausarbeiten können, indem man vorher ein Detail einbaut, durch das die Zusammenhänge schlüssiger hergeleitet werden können. Das war schon seeehr abenteuerlich. Und dass die Sicherheitsfirma, die Tag und Nacht in der Aservatenkammer abhängt, einfach mal unbemerkt Sachen vertickt... joa, war mal was Anderes, ein bisschen reißerisch, aber gut, da hat die Cobra in der Vergangenheit sicher schon größere Böcke präsentiert.
Dafür fand ich dann das Finale in der Aservatenkammer sehr stark und hier war ich erleichtert, dass Ulli am Ende nicht schoss, wenngleich sich diese Sequenz natürlich längst abgenutzt hat.
Der Humor war 1A! Vicky, die Semirs Verabschiedung am Telefon auf die Schippe nimmt, dann das wirklich richtig geil rüberkommende Ende mit dem Wagen, der "nur in die Waschstraße muss" und diese fantastische Szene, als die Influencerin einfach unbeirrt ihren Stream weiterdrehen will und dann von Vicky abgewürgt wird. Das hatte man hier wirklich top drauf und ich musste jedes Mal lachen. Hut ab!
Und dann ist da ja natürlich noch der Gastauftritt von Ayda, die entgegen meiner Erwartungen erstmal über eine Stunde durch Abwesenheit glänzt und eben nicht der Kernpunkt der Episode ist - und auch nicht später als Undercover-Agentin herhalten muss. Damit überrascht der Film eigentlich ziemlich positiv - aber gerade, weil es hier jemand ist, den man als zahlreichen vorherigen Folgen kennt, findet ein Teil von mir das auch etwas schade. Mehr als zwei Szenen hat sie nicht und das ist nach der turbulenten Zeit, in der sie und ihre Familie jahrelang nicht zu sehen waren, dann doch ein wenig enttäuschend. Immerhin wird aber Andrea erwähnt. Pauletta Pollmann ist ja mittlerweile sogar schon 25, was man ihr nicht unbedingt ansieht, als 16-Jährige wäre sie hier auch noch durchgegangen. Musste schmunzeln, als man sah, dass sie sogar kleiner ist als ihr Vater. Die Szenen zwischen den beiden waren natürlich astreiner Fanservice. Hier verpasst man erneut einen Verweis, denn das Ganze erinnert natürlich sehr an die Dana-Story, die wird in diesem Kontext aber leider überhaupt nicht erwähnt. Dafür die Drogengeschichte mit Semirs Mutter, die es erst in der Vicky-Ära gab... mir scheint so ein bisschen, dass man sich auch nur noch auf diese Ära beziehen darf, warum auch immer.
Der Max-Plot wurde ebenfalls gut eingebettet, am Ende vielleicht etwas zügig durchgehechelt, aber ich finde, man hat das schön gestaltet, auch dieses Ende auf dem Revier, das sicher nicht ohne Hintergedanken so gedreht wurde. Man sorgt mal wieder vor, falls es dieses Mal wirklich zu Ende ist. Gut gemacht.
Über den Score will ich mich gar nicht mehr groß auslassen. Bin gespannt, ob es in den anderen beiden Filmen wenigstens ein gutes Stück gibt. Ansonsten fällt mir nur der Endfight von "Schutzlos" ein.
Am Ende war das für mich sehr kurzweilige, gute Unterhaltung, die fehlende Action wurde mit einer starken, ohne viele Längen erzählten Geschichte aufgefangen, tatsächlich hab ich die fliegenden Autos hier so gut wie gar nicht vermisst. Thematisch fehlt ein bisschen der Tiefgang und die Logik wird ab und zu ein wenig zu stark strapaziert. Wenn man damit zurechtkommt, wird man mit diesem Ende nach dem Ende nach dem Ende zufrieden sein. Und wenn ihr wirklich noch eine Ehrenrunde drehen wollt, dann fragt verdammt nochmal die alten Hasen dafür an!
8,5/10
Beiträge von Eye
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Bedingungslos und Sterbensschön sind nun auf Disney+ verfügbar. Hab in die ersten Minuten von Bedingungslos reingeschaut und sehe meine Befürchtung bestätigt.
Welche Befürchtung ?
Ps hab noch nicht geschaut.....
Meine Befürchtung war, dass Semir die Kessler im letzten Film heiraten wird. Aber wohl doch eher nicht.
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Woran merkt man, dass man es nicht mehr fühlt?
Richtig: Man lässt zwei nach einer langen Wartezeit erscheinende Cobra-Folgen einen Monat lang links liegen und jagt lieber selber am Computer was in die Luft, anstatt sich anzugucken, was mit den paar Kröten gemacht wurde, die RTL nicht an Stefan Raab gegeben hat (ich kann euch gar nicht sagen, wie schadenfroh ich bin, dass der Deal komplett in die Hose gegangen ist).
Gestern Abend war's dann endlich mal so weit und ich habe mit dem ersten der vier neuen Filme angefangen.
Und ich muss zuallererst mal sagen: Das war eine Folge, die mir unironisch gut gefallen hat und die in der Eventfilmreihe sicherlich mit zu den besten Folgen zählt.
Die Geschichte war beileibe nichts Neues, war aus zig vergangenen Folgen irgendwie zusammengesetzt und hätte auch auf 45 Minuten noch funktioniert. Trotzdem war es nicht verkehrt, sie auf 90 Minuten auszubreiten, die das Drehbuch spürbar nutzte, um die Charakterentwicklungen besser darstellen zu können. Der Anfang war für mich persönlich etwas sperrig, weil ich mit Pias Schockstarre-und-ich-bin-jetzt-apathisch-Schauspiel mittlerweile nichts mehr anfangen kann. Ich war echt froh, als wir mit der ersten Viertelstunde dann durch waren und man sich auf die Ermittlungen konzentrierte, weil es ehrlich gesagt bei diesem Bild, wo Vicky nur teilnahmslos neben ihrem Vater hockt und die Hand auf den Bauch hält, schon fast wieder vorbei war. Auch wenn es später erklärt wurde, das war mir too much.
Das Drehbuch liefert aber auch gut verpackte Kritik an der Serie selbst, als von den Figuren sehr überrascht aufgenommen wird, dass Vicky eine Schwester und sogar einen Vater hat. Gleichzeitig ist das so ein Punkt, den man heutzutage besser drauf haben müsste, dieses "Ich zaubere für eine Folge verschollene Familienmitglieder aus dem Hut, die keiner kannte" war 2003 vielleicht noch okay, zwanzig Jahre später fragt man sich eher, ob Semir Vickys Akte überhaupt mal angelesen hat, wenn man so an den Rassismus-Skandal denkt. Die Folge hätte mich auch noch viel mehr gepackt, wäre der Konflikt nicht neu gewesen, sondern schon mal angeteasert worden.
Was mir wieder so leichte "Kein Kinderspiel"-Vibes gab, war der "Zu alt für die Scheiße"-Semir, der das hier ein Mal zu viel sagen darf. Ein Mal hätte gereicht. Mag sein, dass das bewusst gemacht wurde, um auch dem begriffsstutzigsten Fan klarzumachen, dass es ausläuft, aber ich seh das immer auch mit einem weinenden Auge. Nicht wegen des Serienendes an sich, sondern weil es zeigt, dass es die Figur Semir Gerkhan schon zu lange gibt und sie ihren Zenit überschritten hat. Den Anfangscrash hätte er früher jedenfalls locker weggesteckt.
Das Drehbuch spielte mehrfach auf alte Folgen an, nutzte diese Verweise aber kaum. Referenzen an "Wer Wind sät" (Semir äußert sich zu der moralischen Zwickmühle von Lennart Reisinger), "Auferstehung" (Die Mafiapatin richtet einen ihrer Leute beim Essen hin), "Happy Birthday" (Semirs eigener Familienkonflikt) und "Vaterfreuden" (Semir muss dieses Mal wirklich humpelnd den Dienst fortsetzen) waren vorhanden, aber leider glänzte man dabei nicht mit einer klaren Anspielung, die ich zumindest beim ersten und dritten Punkt erwartet hätte.
Im Gegenteil, Semirs Äußerungen hier zu seinem vermuteten Vorgehen nach einem Fehler seines Partners im Dienst standen im krassen Gegensatz zu dem, was er in Wer Wind sät gesagt hat. Dass Semir in den Actionparts zurückstecken musste, war natürlich realistisch und man kann sagen, dass hier im Vergleich zur früheren Unverwundbarkeit etwas "richtig" gemacht wurde. Aber nach über 380 Folgen, in denen jede Explosion mit ein bisschen Ruß im Gesicht so hingenommen wurde, wirkt das irgendwie eher ein bisschen tragikomisch und fast so, als wolle man damit erklären, warum nicht mehr so viele Autos geschrottet werden dürfen - die Helden sind halt älter geworden.
Dass das Drehbuch die Geschichte von mehreren Seiten aufgemacht hat, hat definitiv geholfen, denn so blieb es lange dabei, dass immer noch hier und da eine Frage offen war und man bis zum Schluss dranbleiben wollte. Am Ende war es dann doch ein Faden zu viel, die Figur der Mafiapatin blieb weit unter ihren Möglichkeiten und dieser harte Cut zwischen der Lennart-Handlung und ihrer Mutterrolle mit anschließendem Hinrichtungs-Kontrast und dann zurück zur Semir und Vicky-Perspektive war irgendwie ein wenig unglücklich platziert. Auch die Szene am Esstisch selbst war mir einfach zu kalkuliert, vom Dialogbuch her schwach geschrieben und sehr aufgesetzt gespielt. Ich bin eine Frau, guckt mal, was ich kann - zack. Da war Auferstehung mit Tonio Arango aber meilenweit drüber.
Abgesehen davon hab ich mich nach den ersten 20 Minuten nicht mehr gelangweilt. Witzig fand ich, dass man gleich zwei Mal das Gebäude vom Zollamt untertiteln musste, damit der Zuschauer auch ja nicht vergisst, wo man sich gerade befindet. Das fiel halt vor allem dadurch auf, dass man das bei anderen Schauplätzen nicht gemacht hat.
Die Dynamik zusammen mit Vickys taffer Schwester gefiel mir sehr, da wirkte viel stimmig herausgearbeitet und das waren auch die Momente, die Pia Stutzenstein sehr gut hinbekommen hat. Diese Charakterentwicklung hin dazu, dass sie ihrem Vater doch noch hinterhertrauert, hätte man in 90 Minuten kaum besser herausarbeiten können. Mich persönlich hat das auch an meine eigene Familiengeschichte erinnert, glücklicherweise nicht bzgl. der Eltern, aber bzgl. der Geschwister meiner Mutter, da hat der Alkohol viel zerstört. Deshalb fand ich auch die Szene, in der Sandra ihren Vater rechtfertigt, unglaublich stark.
Die Verräterin hab ich recht früh enttarnt, das war für mich am Ende keine große Überraschung mehr. Man hat sich so darauf versteift, den Vorgesetzten als potentiellen Verräter darzustellen, dass es verwundert hätte, wäre er es wirklich gewesen. Ich fand es aber gut, dass man den "Ich erschieß dich jetzt, aber vorher laber ich noch die ganze Schose runter"-Moment dieses Mal glaubwürdig inszeniert hat, weil die Beate das ja eigentlich gar nicht wollte. Klar fragt man sich irgendwo, warum sie dann überhaupt die Seiten gewechselt hat, aber geschenkt... Sandra war ja nicht irgendwer für sie.
Ein ganz großer Pluspunkt des Films ist die für heutige Maßstäbe überdurchschnittlich gute Action, die der ausgelutschte Plot auch braucht und die hervorragend in die Geschichte eingebettet wurde, wenngleich das Ende mit den ballernden Libanesen natürlich ein bisschen gewollt und zum genau richtigen Zeitpunkt war, aber Holy Shit, Franco, DAS war ein Finale, das sich optisch sehen lassen konnte! Fast noch besser gefiel mir Pias überragender Bodyfight in der Wohnung, während Semir draußen versucht, die Tür aufzuschießen. Woah, da kamen wieder richtig Gefühle in mir hoch, die ich lange vermisst habe. Die Szene mit dem Feuerlöscher, die Erdogan Atalays Verletzung hervorrief, wirkte in dem Kontext mehr wie fantastische Comedy an einer eigentlich unmöglichen Stelle und weniger wie grottenschlecht vertont, denn ganz ehrlich, so wie der da mit dem Feuerlöscher zaghaft an die Tür anklopft und die sich dann auch noch öffnet, das war extrem komisch, dazu als Kontrast Vicky, die ordentlich Prügel bezieht - ich glaube, ich hab in den bisherigen Eventfilmen noch keine bessere Szene gesehen. Auf so vielen Ebenen grandios und hervorragend abgeschlossen - "Musstest du ihn gleich abknallen?"
Vielleicht irre ich mich, vielleicht liegt's auch daran, dass ich mich heute eher als "Altfan" bezeichnen würde, aber irgendwie war mir Francos Stil in diesem Film oft fremd. Mir fehlten so geile filmische Momente wie die 360-Grad-Treppe in "Unversöhnlich", so Einzelbilder, die richtig hängen bleiben. In den Actionmomenten war er stark wie eh und je, ansonsten hab ich das zB von seinem Kompagnon Christian Paschmann, aber auch von dem von mir oft kritisierten Nico Zavelberg schon besser gesehen.
Es könnte aber auch daran liegen, dass der Score mittlerweile ein schlechter Witz ist. Es gibt noch so viel geile, unveröffentlichte Musik bei der Cobra und dieses Plastikgedudel wird sofort rausgehauen. Wer will sich das denn noch anhören? Da blieb nix hängen. Nik und Jaro müssen mittlerweile echt mies bezahlt werden. Ob das mit Suno erzeugt wird oder ob echte Komponisten das drunter legen, das macht mittlerweile keinen Unterschied mehr.
Nun hab ich zu einem neuen Cobra-Film doch wieder deutlich mehr geschrieben als ich wollte, nun ja, vielleicht hab ich doch noch ein bisschen mehr Herzblut für die Serie übrig, als ich mir selbst weismachen will. Immerhin hatte ich gestern nach "Blutsbande" noch Lust darauf, in "Sterbensschön" reinzugucken und bin dort deutlich weiter gekommen, als ich gedacht hätte. Dazu dann heute Abend mehr
8/10 -
Bedingungslos und Sterbensschön sind nun auf Disney+ verfügbar. Hab in die ersten Minuten von Bedingungslos reingeschaut und sehe meine Befürchtung bestätigt.
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Der Move mit Disney+ kommt sehr überraschend. Vielleicht eine kleine Chance auf eine Fortsetzung?
Das ist meine Hoffnung.....
Aber warum... Ein Abschlussfilm mit ehemaligen Darstellern, okay. Hätt ich Bock drauf. Aber ansonsten ist die Serie tot. Ich weiß, das wurde schon oft gesagt. Aber es war nie wahrer als heute. Als wenn Disney bei den Spritpreisen da genug Kohle für anständige Action reinhaut. Im Leben nicht.
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Beeindruckend, wie er es schafft, alles irgendwie schönzureden und den kritischen Fragen auszuweichen
Die BILD hätte 300 Nachfragen gehabt. -
Muss ja gestehen, dass mir die Auflösung der Stick-Sache nicht wirklich fehlt, weil es dazu keine Gesichter gab. Man hätte später jeden x-beliebigen Kriminalfall erzählen können und dann im Off noch sagen können "Das waren übrigens dieselben, die Andrés Familie getötet haben". Wär auch Thema erledigt gewesen, aber nichts Besonderes draus geworden. Diese Rachefeldzüge hat die Serie in den letzten 30 Jahren ja nun weiß Gott oft genug erzählt. Denkt man sich halt irgendwo ne kleine Randnotiz hin. Und wie wir in "Vendetta" gesehen haben, kann so ne Nummer in Spielfilmlänge auch ganz schnell der letzte Quatsch werden.
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Ist irgendwie merkwürdig, dass die Cobra in ihrem jetzigen Zustand immer noch so viel teurer sein soll als andere Tödlicher Dienst-Tag-Formate. Verschlingt Erdogan die Hälfte des Budgets? So viel fliegt ja nun nicht mehr in die Luft. Ich hatte ja immer eher die Hoffnung, dass die Reduzierung der Folgenanzahl dazu führt, dass man wieder 2, 3 mehr Stunts pro Film bekommt. Immerhin hat man zeitweise 20 Folgen im Jahr rausgehauen und brauchte dafür 20x einen neuen Episodenrollen-Cast und ein Team für 40-50 Stunts. Jetzt brauchte man den Cast in zwei, drei Jahren nur neun Mal. Hat wohl trotzdem nicht gereicht.
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Der Veranstalter behält sich das Recht vor, das Gewinnspiel inklusive aller damit ggf. verbundenen Aktionen jederzeit, auch ohne vorherige Ankündigung und ohne Mitteilung von Gründen zu beenden.
Da mir das in letzter Zeit häufiger über den Weg läuft, möchte ich mal ganz kurz anmerken, dass das rechtlich nicht abgedeckt ist. Ich kann nicht ein Gewinnspiel veranstalten, um meine Reichweite zu steigern und dieses dann einfach vorzeitig ohne Begründung abblasen, ohne Gewinner auszulosen. Das ist in Deutschland nicht zulässig. Bitte also durchziehen oder gleich bleiben lassen.
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Ich seh es ähnlich. Die Vicky-Ära war rückblickend betrachtet ein Fehler. Sie war qualitativ alles andere als schlecht, aber sie war eben nicht mehr die Cobra, die man kannte. Dabei war Vicky als erste Partnerin das kleinste "Problem" - die Chemie war besser als mit Roesner. Aber das bringt halt nichts, wenn der Rest nicht mehr passt. Eine Gizem Emre kann niemals den Verlust des gesamten Haupt- und Nebencasts bis auf Semir auffangen. Dass man hier zum Schluss nochmal neue Kollegen eingeführt hat, die einen auf Dieter und Hotte machen sollten, war blanker Hohn. Die Drehbuchautoren wussten ja gar nicht, wohin mit so was. Warum nicht Schröder oder Mareike wieder aus der Versenkung holen? DAS waren prägende, gute Nebenfiguren! Man hat hier auch zu gewollt versucht, näher an die Amis ranzurücken und dabei übersehen, dass kein Mensch in einem komplett dunklen Büro arbeiten würde, ohne irgendwann depressiv zu werden.
Der alte Cast ist allerdings zumindest im Fall von Katja Woywood gegangen worden, die im Interview auch sehr klar ihre Enttäuschung hervorgebracht hat, weil sie bis zuletzt davon ausgegangen war, Teil des Reboots zu sein.
Ja, man hat den Moment verpasst, wo man es hätte beenden sollen und müssen. Zuerst Ende 2006, dann Ende 2015, dann nochmal Ende 2019.
Ich musste gerade aber ein bisschen lachen, als ich Marcos "Kinnlade auf den Boden fallen" gelesen habe. Hier nehmen einige die Serie ungefähr 100x wichtiger, als RTL es noch tut. Wem ernsthaft noch die Kinnlade runterfällt, weil RTL das Zugpferd, um das man sich seit sechs Jahren (Alter, so lange ist Pia Stutzenstein jetzt schon im Dienst und hat trotzdem gerade mal Chris Ritter eingeholt... merkt ihr selber, nech) nicht mehr kümmert und behandelt wie den letzten Dreck, kommentarlos absetzt, ohne vorher eine riesige Jubiläumsparty zu schmeißen, der ist einfach naiv.
Übrigens hätte man den Prozess selbst dann nicht aufhalten können, wenn Tom Beck über 2013 hinaus als Partner geblieben wäre, denn auch seine späteren Staffeln erreichten die Spitzenwerte nicht mehr. Die Serie hat sich einfach toterzählt. Ja, es war irgendwo mutig, den Vicky-Schritt nochmal zu wagen, aber es war am Ende einer zu viel - man hätte ein Spin-off mit neuem Titel und internationaler Vermarktbarkeit draus machen müssen, dann hätte keiner was gesagt.
Es ist eh ein Wunder, dass die Cobra damals die lange Zeit, die man in den Seilen hing, noch überlebt hat. Man hat von Herbst 2015 bis einschließlich Frühjahr 2018 sechs Sendestaffeln gezeigt, die qualitativ in jeder Hinsicht dem Anspruch der Cobra hinterherliefen. Erst dann kam man wieder in die Spur. Und jetzt nennt mir mal einer eine einzige Serie, bei der du sechs Staffeln lang schludern kannst, ohne dass sie abgesetzt wird. Alleine DAS zeigt für mich, wie krass die Zeit davor war, wie unglaublich die Fanbase der Cobra war, wie geil eine Actionserie in Deutschland über zwei Jahrzehnte funktionieren kann.
Ausgelöst durch den offiziellen YouTube-Kanal der Serie schaue ich momentan wieder öfter alte Folgen an (die Jan-Ära ist so underrated, ganz nebenbei), natürlich bevorzugt in 4:3 ohne abgeschnittene Köpfe und schätze diese Produktionen heute noch mehr als vor zehn Jahren, als ich noch wirklich Fan war. Irgendwie hab ich das damals immer als selbstverständlich und kein großes Ding angesehen, dass in jeder Folge die halbe Autobahn in Schutt und Asche gelegt wurde (jaja, die FTL, aber auch die will präpariert, mit Leben gefüllt und hinterher wieder aufgeräumt werden). Wenn ich mir ansehe, was die Serie heute noch so zustande bringt, dann weiß ich: Es war ein sehr, sehr großes Ding. Ein Ding, das seinen Zenit humortechnisch in der zweiten Tom-Ära, actiontechnisch in der Ben-Ära und erzähltechnisch in der Alex-Ära hatte. Alle diese Ären sind vorbei. Und was daraus folgt, ist: Die Cobra ist vorbei. Eine Firma kann nicht jahrelang auf den nächsten großen Auftrag warten. Wer das glaubt, hat keine Ahnung von Marktwirtschaft.
Ich denke aber, selbst die letzten Hardcore-Fans hatten Zeit genug, das zu realisieren.
Ich hoffe nur irgendwie, dass der Fanclub noch ein paar Jahre erhalten bleibt, auch wenn er sicherlich laufende Kosten verursacht. Vielleicht lässt sich ja sogar eine letzte Aktion im Forum organisieren, bei der jede Woche ein bis drei Folgen chronologisch zusammen geguckt und anschließend in den Meinungsthreads rezensiert werden. Mir fehlen selbst immer noch hier und da ein paar Frank-, André- und Chris-Folgen, die ich nur wenig oder gar nicht kenne. Ich hab immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, die Serie chronologisch durchzuboxen und zu bewerten und wenn nicht jetzt, wann dann... Wenn drei, vier Leute mitmachen würden, würde mir das enorm helfen
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Oh je, wenn ich so die bisherigen Meinungen lese, wird das wohl wieder nichts für mich sein. Ich gehöre ja zu denjenigen, die „Kein Kinderspiel“ komplett verrissen haben und die eigentlich hoffen, dass es nach Ausstrahlung der letzten Filme tatsächlich zu Ende ist, weil man sich wirklich nur noch quält und halt auch kaum noch was zu erzählen hat. Hetzjagd / Die Gejagten reloaded und mal wieder Stress mit Familienmitgliedern, die nie zuvor erwähnt wurden und auch nie wieder eine Rolle spielen werden… ich bin irgendwie müde, hab meinen Fan-Status mittlerweile auch ziemlich eingebüßt, was ich alleine daran gemerkt habe, dass ich’s mit dem Schauen nicht mehr eilig hab. Vielleicht schaff ich einen Film am Wochenende, aber wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Ich hätte zum Abschluss einfach nochmal gerne „Engel des Todes“ reloaded mit Tom Beck, mit Schröder, mit Andrea, Anna Engelhardt, Hartmut, Jenny und Susanne - einfach die, die keinen Serientod gestorben sind.
Dass das ein Wunschtraum bleiben wird, ist mir klar. Ich hab lange genug die Augen verdreht, wenn sich irgendwelche Fangirls Beck mit Herzchensmileys zurückgewünscht haben. Heute wünsche ich ihn mir für den endgültigen Abschluss selbst zurück. Man kann über seine Folgen denken, was man will, aber Ben Jäger war nun mal einer der stärksten Charaktere, die die Cobra je hatte. Daran gibt es für mich auch nichts zu rütteln. -
Als ich im Sendeplaner von fernsehserien.de gesehen habe, dass RTL Crime gerade eine Ära zeigt, die noch in 4:3 gedreht wurde, hab ich mir über Prime mal ein Probeabo geholt, um zu schauen, ob dort auch auf 16:9 skaliert wurde. Ergebnis: Leider ja. Damit hab ich so langsam die Befürchtung, dass RTL selbst die alten Tom-, Jan- und Chris-Folgen gar nicht mehr in 4:3 vorliegen. Bei André und Frank sind die Folgen im Originalformat. Vor einiger Zeit gabs bei RTL+ noch zwei getrennte Cobra-Einträge, einen für RTL, einen für Nitro. Bei einem von beiden waren viele Folgen noch in 4:3 und zudem zumindest teilweise uncut, sodass mir mittlerweile wenigstens etwa die Hälfte aller geschnittenen Folgen ungeschnitten vorliegt. Seit die Einträge zusammengeschmissen wurden, geht das nur noch im André-Bereich und dort glaube ich auch nicht für jede Folge ("Gift" müsste geschnitten sein). Folgen wie "Der Kleine" oder "Gnadenlos" sind zwar uncut, aber eben leider 16:9. Da die vier ungesendeten Filme im RTL-Archiv Staub ansetzen und man sich noch immer vor einem endgültigen Schlussstrich drückt, brauche ich auf eine neue Komplettbox wohl vorerst nicht zu hoffen. Sollte eine etwaige Ankündigung kommen, geht auf jeden Fall ne Mail raus, dass bitte die ungeschnittenen Fassungen verwendet werden sollen und nicht wieder dieser Quatsch mit "Der Inhalt unterscheidet sich nicht von den Einzelveröffentlichungen" fabriziert wird.
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Ach, die RTL-Fassung ist auch immer noch geschnitten? Wie ist denn da die Längendifferenz?
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Ernstgemeinte Frage - glaubt hier noch irgendjemand, dass die Produktion wirklich nochmal aufgenommen wird? Zwei Folgen liefen grottenschlecht, die anderen vier hat man lieber ins Ausland verkauft und verschleudert sie nicht einmal im Streaming. Noch egaler könnte RTL die Serie nun wirklich nicht mehr sein. Ich glaube nicht, dass Atalay, Stutzenstein, Emre und Co. seit Monaten zu Hause neben dem Telefon sitzen und springen, falls RTL doch nochmal pfeift. Das Ding ist durch. Alles, was man noch machen könnte, wär ein Abschluss-Special mit Tom Beck ohne große Action, bei dem der sich mit Erdo in ner Bar trifft und sie über alte Zeiten reden. Vermutlich würde das sogar mehr Quote bringen als die Stutzenstein-Folgen.
Ich finde das irgendwie faszinierend, naiv und beängstigend zugleich, dass es immer noch Fans gibt, die ein totes Pferd ernsthaft weiter über die Weide zu prügeln versuchen.
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Hier sind auch irgendwie fast nur noch Spammer und Bots aktiv, kann das sein? Ist irgendwie ein bisschen schade, wenn man im Archiv rumwühlt und sieht, wie viel Traffic hier in den 2000ern und 2010ern war. Jetzt siehts eher so aus, als würde man eigentlich nur noch auf denjenigen warten, der das Licht ausmacht und die Tür zuschließt. Ist aber auch nicht wirklich verwunderlich…
Wer Christian Oliver nochmal in seiner letzten Rolle vor seinem Unfalltod sehen möchte: Er ist bei den neuen Folgen „X-Factor - Das Unfassbare“ zu sehen.
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„Mord und Totschlag“ ist auf YouTube jetzt umgeschnitten (Endszene ist enthalten)
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Lewn - Dream Girl
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Während Kommentare wie „Größter Scheißdreck im deutschen TV“ stehen bleiben, wird meine Bitte, die Folgen bei RTL+ doch bitte uncut im Original-Seitenverhältnis zur Verfügung zu stellen, wieder gelöscht. Ah ja. Danke, RTL!
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Die Frage ist, was man als Ende definiert. Da war "Das Team 2" für mich am nächsten dran. Was will man denn als Ende sehen? Semir stirbt, quittiert den Dienst, wird Chef, sieht im Koma nochmal alle seine Wegbegleiter wieder? Weiß nicht. Ich finde, die Cobra ist eine Serie, die nie auf ein Ende hingearbeitet hat. Es gab nie die Jagd nach Killer XY, die sich über x Staffeln hingezogen hat. Wenn überhaupt, dann wäre es passend gewesen, wenn Semir 30 Jahre lang derselben Frau hinterherrennt und Andrea dann im Serienfinale endlich mal heiraten darf. Diese Chance hat man schon lange verspielt. Von den liebgewonnenen, langjährigen Figuren sieht man heute niemanden außer Semir mehr bei der Cobra (Dana würde ich jetzt mal nicht zählen). Also egal, wie es ausgeht, ich bin mir sicher, dass man den Sack im Falle eines Falles komplett problemlos wieder öffnen kann (und ich hoffe inständig, dass Semir die Kessler im sechsten Film nicht heiratet, befürchte es aber). "Schutzlos" war auch kein Serienfinale. War es sicher, dass da nochmal sechs Dinger dazukommen? Nö. Ich erwarte da nichts Besonderes. Warum nicht? Weil RTL jede Erwartung in puncto Fanservice in den letzten Jahren nicht erfüllt hat. Warum sollten sie jetzt?
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Tjoa, der Folgentitel klingt da fast ironisch

Ich bin da tatsächlich sehr tiefenentspannt. Man muss einfach mal sehen, dass Serien im linearen Fernsehen allgemein massiv an Zugkraft verloren haben, weil es dort zwei entscheidende Nachteile gibt: Werbepausen und eine feste Zeit. Im TV-Jahresrückblick 2024 hab ich immer wieder gelesen, dass Formate allein aufgrund der Abrufzahlen im Streaming fortgesetzt werden. Insofern messe ich den Quoten der TV-Ausstrahlung nur noch begrenzt Bedeutung zu.
Was nicht heißt, dass ich noch an eine Fortsetzung der Cobra glaube (mittlerweile wünsche ich sie mir eigentlich auch nicht mehr wirklich, wenn ich ehrlich bin). Aber ich gehe fest davon aus, dass wir die letzten vier Folgen noch zu Gesicht bekommen, und sei es nur im Streaming. Insofern ist es mir eigentlich fast schon egal, wie tief die linearen Quoten noch fallen.