Tierische Hilfe

  • Ben und Emily gingen zusammen durch die Altstadt von Köln und Angus trottete hinterher. „Wie schön diese Stadt doch ist...“, lächelte sie und hielt sich bei Ben am Arm fest. „Stimmt...aber sie ist besonders schön, weil du in meiner Nähe bist.“, lächelte er und küsste sie mit voller Leidenschaft auf den Mund. Sie ließ es geschehen und schmiegte sich dicht an ihn. Doch sie merkte dann, wie sie von hinten gestoßen wurde. „Angus, lass das...“, forderte sie und stieß ihren Riesenschnauzer weg. Doch er kam immer wieder und stupste auch Ben an. „Was hat dein Hund denn?“, wollte er wissen, als er sich wieder gelöst hatte und sah Angus nach. Dieser bellte und hüpfte dann in eine kleine Seitengasse. Ben ging hinterher und in die Gasse hinein. „Verflucht...“, stieß er aus. „Was...was ist denn? Oh mein Gott...“, kam es von Emily, als sie ihrem Freund in die Gasse gefolgt war. Ein bleicher Mann lag dort in einen Hauseingang gelehnt, aus seinem Mund lief immer noch Blut. Ben ging sofort zu dem Mann und fühlte den Puls. „Er lebt noch...Emily, ruf bitte einen Arzt...schnell...“, forderte Ben und streichelte dann Angus den Rücken. „Ganz braver Hund...ganz fein gemacht...“, lobte er den Riesenschnauzer. Dieser saß hechelnd neben Ben und ließ sich die Liebkosungen gefallen. Eigentlich gar kein schlechter Mensch, dachte das Tier nur. „Der Krankenwagen ist gleich da...“, stieß Emily nur aus. Ben nickte und untersuchte den Körper des Mannes. Doch nirgends war eine offene Wunde zu erkennen. Woher kam dann aber das Blut?


    „Johannes...du sollst doch nur das Ding hier finden...“, knurrte Semir und war mit dem Basset Johannes auf dem Hundeübungsplatz der Polizei. Unter den Augen von Ronald Kiefer, dem Chef der Hundestaffel beim Zoll, sollte die Hundedame zu einem Spürhund ausgebildet werden. Er hob ein kleines Ding auf, dass mit einem speziellen Duftstoff extra für Trainingszwecke verwendet wurde, und platzierte es wieder in der Tasche. Ronald sah das Ganze mit einem Lächeln und einer gewissen Gelassenheit zu. „Herr Gerkhan, sie müssen dem Hund zeigen, dass sie der Chef sind und wo er suchen muss. Sie müssen ihm schon andeuten, wo er zu schnüffeln hat.“, rief der Ausbilder und lehnte sein Gewicht von einer Seite zur anderen. „Ja, doch...das mache ich ja...“, kam es nur von Semir zurück. Wieso hatte ihn Daniela noch mal dazu überredet? Ach ja, nur weil er mit ihr wetten musste. Eine saublöde Wette, wie er nun dachte. Er hatte doch allen ernstes gewettet, dass Johannes eine Katze jagen könnte, doch dieser Hund schien auch eine Katzenphobie zu haben. Wie konnte er nur darauf wetten? Semir nahm wieder die Tasche und platzierte sie unter einem Stapel von anderen Taschen. Johannes sollte nun die richtige Tasche herausfinden. Er ging dahin zurück, wo Johannes saß. Die Bassettdame sah den Deutschtürken nur mit verliebten Augen an. „Ja, nun los...such, meine Kleine, such.“, rief Semir aus und sofort sprintete das kurzbeinige Hundevieh los.

  • Johannes rannte auf den Taschenhaufen zu und schnüffelte sich durch die Taschen durch. Doch als eine der großen Kleidungsaufbewahrungsbehälter wackelte und nach unten zu fallen drohte, schoss Johannes zurück zu Semir und versteckte sich hinter dessen Beine. „Och man...du sollst ein Zollhund werden und hast vor einer Tasche Angst...man, die tut dir nichts.“, knurrte Semir nur und sah zu dem Hund hinunter. Die Bassettdame sah ihn verliebt an und jaulte kurz. Ronald Kiefer kam auf die beiden zu und stellte sich vor Semir. „Herr Gerkhan...ich glaube kaum, dass das noch etwas wird. Ich meine, die Dame ist doch bestimmt schon 8 Jahre alt...warum sollte ich das arme Vieh noch quälen...lassen sie den Hund seinen Lebensabend genießen.“, kam es verächtlich von dem Ausbilder. Das schien Johannes aber gar nicht zu passen, denn der kleine Hund schoss los und rannte auf die Tasche mit dem präparierten Spielzeug zu. Bellend versuchte sie die Tasche hervorzuziehen. „Ha, sehen sie...sie kann es doch noch...“, grinste Semir triumphierend und verschränkte die Arme. Kiefer verdrehte nur die Augen. „Okay, ich gebe dem Hund und ihnen genau eine Woche...eine Woche...mehr nicht...wenn er dann nicht die Prüfung schafft, ist Schluss.“, meinte der Mann und sah Semir herausfordernd an. „Eine Woche? Das kriege ich hin.“, grinste Semir nur und nahm dann Johannes an die Leine. „Komm Kleine, du hast dir jetzt eine extragroße Wurst verdient.“, lächelte er und ging mit dem Hund zu seinem Wagen zurück. „Nein, nach hinten...geh nach hinten.“, wies Semir das kleine Vieh an. „Wuff...wuff...“, kam es von der Dame und sofort sprang sie über den Beifahrersitz nach hinten. „So ist es brav...“, lächelte er und schlug wieder die Tür zu, stieg dann auf den Fahrersitz und verließ den Ausbildungsplatz.


    „...

  • „Der Junge hat irgendwas in seinem Unterleib...wir müssen ihn sofort operieren, sonst stirbt er.“, stieß der Notarzt aus. Die Sanitäter hoben den Mann an und verfrachteten ihn in den Rettungswagen. Ben sah dem Jungen mit gemischten Gefühlen hinterher. Was war mit ihm passiert? Innerlich wusste Ben, dass es nur eine schmutzige Sache sein konnte. „Ben? Kommst du? Ich will nach Hause...die Sache hat mich zu sehr mitgenommen.“, bat Emily und hatte schon Angus angeleint. Der junge Hauptkommissar nickte nur und ging dann mit seiner Freundin in seine Wohnung zurück. „Wollen wir den Tag dennoch genießen?“, fragte sie gurrend und zog ihren Freund dicht heran. Dieser lachte verliebt auf. Vergessen war für einen Moment dieses Ereignis. „Was hast du mit mir vor?“, wollte er wissen und ließ seine Lippen auf die ihren einige Male niedersausen, zog sie aber immer sofort zurück. „Lass dich überraschen.“, grinste sie nur und stieß ihren Freund Richtung Schlafzimmer. „Oh...aber wollen wir nicht erst das Wetter auf der Terrasse genießen? Ich habe Eis im Kühlschrank und frische Sahne.“, meinte Ben nur. „Da habe ich eine bessere Idee.“, lachte sie und holte Eis und die Sahne und verschwand mit beiden Sachen im Schlafzimmer. Im nächsten Moment kam ein kurzer Schrei aus dem Zimmer, der Angus aufschrecken ließ. Doch dann schwang der Schrei in ein Lachen um und ein Kichern mischte sich hinzu. „Zier dich nicht so...du willst es doch auch...“, lachte eine zierliche, englische Stimme. „Es ist kaaaaaalt.“, schlotterte eine andere Stimme. Angus ließ den Kopf sinken und glitt in einen erschöpften Schlaf weg. Dieses Wetter hatte bei dem Hund seinen Tribut gefordert. Doch im Schlafzimmer ging es heiß her...mit Eis und Sahne.


    Semir öffnete die Tür und fiel fast über Johannes, die durch seine Beine hindurch sofort in das Körbchen rannte. „Na, wie war es?“, wollte Andrea wissen und küsste ihren Helden auf den Mund. „Joa...ich habe eine Woche Zeit, um das Tier so zu trainieren, dass er ein richtiger Zollhund wird.“, lächelte er und umschlang seine Frau mit seinen Armen, zog sie dicht an sich heran. „Wo sind die Kinder?“, wollte er wissen und sah sich um. „Aida und Layla sind im Garten und planschen...“, lächelte sie. „Was? Ohne mich?“, lachte er, küsste sie und ging dann in den Garten. Dort saß Layla in ihrem kleinen Planschbecken und knabberte an ihrem Schwimmflügel herum. Doch, wo war Aida? Aida war nicht da?

  • „Aida?“, rief Semir durch den Garten und drehte sich in jede Richtung. Plötzlich bekam er einen Schwall Wasser in den Nacken und schrie auf. „Ahhhhhhh...“, stieß er aus und riss seine Arme hoch. „Getroffen...getroffen...“, hörte er Aida lachen, die hinter ihm mit einer kleinen Wasserpistole stand. „Na warte...ich krieg dich schon...“, lachte der Vater mit gespieltem Zorn. Das Mädchen quiekte auf und rannte vor ihrem Papa weg, der sich schnell allen Wertgegenständen entledigte und die schwere Jeansjacke im Wohnzimmer aufs Sofa warf. Die Schuhe und Socken flogen in einem hohen Bogen von den Füßen und Semir machte sich einen Spaß daraus, Aida um die einzelnen Sträucher zu jagen, während das Mädchen immer wieder versuchte, ihn mit der Wasserpistole zu treffen. Durch den Lärm angezogen, kam Johannes zur Terrassentür und sah den Treiben mit genauen Augen zu. „Wuff...Wuff...“, machte der Hund nur und im nächsten Moment traf ihn ein Schwall Wasser aus der Pistole des kleinen Mädchens. Jaulend zog sich die Bassettdame mit schnellen Füßen in sein Körbchen zurück. Doch auch jeder Spaß hatte mal sein Ende. „Semir, Aida...kommt rein...und bringt bitte Layla mit.“, rief Andrea nach draußen.


    Svenja Böhsen zog den Rauch ihrer Zigarette tief ein. Sie wartete auf etwas. Ungeduldig trommelte sie mit den Fingern auf dem Tisch herum. Dadurch hüpfte der dort abgelegte Kugelschreiber immer mehr auf den Rand des Möbelstückes zu. Sie leitete eines der lukrativsten Import- und Exportunternehmen der ganzen Region. Ihre Laster fuhren mit Waren aus Deutschland nach Frankreich, in die Niederlande, Belgien, Dänemark und bis nach Portugal hinunter und kamen mit Spezialitäten oder Möbeln oder Gemälden aus diesen Ländern zurück. Zu dem Unternehmen gehörte außerdem eine Frachtmaschine mit einem Fassungsvolumen von 18 Tonnen. „Chefin, eine unserer Bestellungen ist am Flughafen angekommen.“, erklärte Olaf Scholz, als er seinen Kopf zur Tür rein steckte. „Was ist mit dem anderen Paket?“, wollte sie schroff wissen. „Tut mir Leid, davon haben wir noch nichts gehört. Unser Mann meinte nur, es ist sicher gelandet.“, entgegnete er. „Holen sie das nächste Paket persönlich ab und vergewissern sie sich, ob es unbeschädigt ist. Die Kunden warten schließlich auf ihre Ware. Und was das verlorene Paket angeht, suchen sie es...oder sie bezahlen mit ihrem Kopf dafür.“, fauchte sie und schlug auf den Tisch, sodass der Kugelschreiber einen Satz in ihren Schoß machte. „Ja, Chefin...ich werde mich sofort darum kümmern.“, meinte er kleinlaut und verließ das Büro wieder. Dieser Mann war wirklich beschränkt, dachte sie. Er weiß einfach nicht, wie viel Wert hinter diesen Paketen steht und was für ein Gewinn es abwirft, wenn diese Ware pünktlich bei den jeweiligen Kunden angelangt. Wie sollte er auch so was begreifen?


    ...

  • „Komm schon, Junge, bleib mir nicht auf den Tisch.“, zischte der Arzt, als er den jungen Mann auf dem Tisch hatte. Das Herz setzte aus und der Puls raste im Dauerschritt. Die Maschinen spielten verrückt und die Atemmaschine tat ihr übriges. „Verdammt, ich brauche mehr Licht...“, stieß der Mediziner aus, doch es war zu spät. Im nächsten Moment war das schrille, langgezogene und monotone Piepsen zu hören. „Wir haben verloren, Doktor...“, meinte Dr. Hubert und warf resignierend seinen Mundschutz in die Ecke. „Zeitpunkt des Todes...14.32 Uhr. Ich versteh das nicht...wir haben noch nicht einmal angefangen und schon spielen die Geräte verrückt. Ich will eine Autopsie an dem Jungen. Veranlassen sie das nötigste.“, stieß der Arzt aus. Die Schwester nickte nur, füllte das entsprechende Formular aus und ließ dann den armen Kerl abholen. Schon eine Stunde später hatte der Gerichtsmediziner den Mann auf dem Tisch.


    „Mal wieder Arbeit für mich...na dann...“, meinte der Pathologe und zog sich die Handschuhe über, nahm das Diktiergerät hervor und schaltete es ein. „Fall 34-74/III...ein junger Mann, etwa 30 Jahre alt...1,81m groß...blondes, schulterlanges Haar...“, fing er an und legte das Gerät dann in Reichweite, nahm ein Skalpell und fing an, an dem Toten zu arbeiten. Er schnitte dem Mann den Brustkorb auf und zog das scharfe Messer bis hinunter zum Magen. „Na, was haben wir denn da...“, stieß er aus, als ihm einige kleine, weiße Bällchen entgegenfielen und sich auf den Tisch breit machten. „Tja, das dürfte dann wohl die Todesursache sein...Todesursache: geplatzter Beutel einer weißen, pulvrigen Masse...ich tippe auf Heroin. Einer der Beutelfetzen ist in die Lunge und hat dort sein schreckliches Werk verrichtet. Einer der Beutelklammern hat die Speiseröhre aufgeritzt, als es weiterrutschen wollte.“, erklärte er und schaltete dann das Diktiergerät aus. Die Leiche wurde zugenäht und in eines der Kühlfächer gelegt. „Dann mach ich mal Kaffee...“, meinte der Pathologe und nahm das Diktiergerät mit.

  • „Morgen...“, kam es verschlafen von Ben, als er den frischen Kaffeeduft roch, der aus der Küche an sein Bett zog. Emily stand mit einem Tablett vor ihm und lächelte vergnügt. „Oh...Frühstück im Bett? Haben wir denn dafür noch Zeit?“, wollte er lächelnd wissen. „Aber ja...haben wir...Semir kommt nicht vor einer Stunde und bis dahin haben wir eine Menge Zeit.“, lächelte sie, stellte das Tablett auf den Tisch, kroch dann ins Bett und holte das Tablett nach. „Ein Stück Croissant?“, wollte sie wissen und hielt es Ben direkt vor die Nase. Er lächelte nur und biss dann zu. Doch seine Freundin war schneller, zog das Stück weg und lachte. „Hey...was soll das?“, lächelte er. „Komm schon...ein bisschen Spaß zum Frühstück...“, kicherte sie und hielt es ihm wieder hin. Dieses Mal ließ sie ihn essen. Dann fütterte er sie mit einer frischen Erdbeere und sie ihn wieder mit einem Stück Orange. So ging es weiter und die Stunde schwand und schwand, bis es klingelte. „Oh man...das ist Semir...Verdammt, ich muss mich beeilen.“, stieß Ben aus und hüpfte aus dem Bett, riss dabei fast das Tablett mit sich, hätte es Emily nicht festgehalten. „Ich mach ihm schon auf...geh du dich duschen.“, lächelte sie und zog sich eines von Bens Shirts über. Durch die kleine Kamera sah sie den Freund und Kollegen ihres Freundes schon nervös vor der Tür stehen. „Guten Morgen Semir...“, trällerte sie durch die Sprechanlage. „Ben ist gleich soweit. Komm doch einen Moment hoch.“ Schon ertönte der Summer und die Schritte des Deutschtürken waren deutlich auf der Treppe zu hören.


    „Hat er verschlafen?“, wollte der Hauptkommissar sofort wissen, nachdem er Emily einen Kuss rechts und links auf die Wange gegeben hatte. „Nein, er...wir haben im Bett gefrühstückt und die Zeit ein wenig vergessen.“, lächelte sie und zupfte an ihrem Shirt herum. Semir lächelte nur und merkte, wie im jemand um die Beine herumschlich. „Hey, wer bist du denn?“, wollte der Deutschtürke wissen und hielt dem Riesenschnauzer die Hand zum Schnuppern hin. Angus sog den Körperduft des Fremden ein und wedelte heftig mit dem Schwanz. „Na du...ist das deiner? Natürlich st das deiner...Ben hat ja keinen Hund.“, lächelte Semir und schon im nächsten Moment trat ein vollkommen nasser und aufgebrachter Ben in den Raum. „Oh man...entschuldige Semir, ich...ich...“ „Schon in Ordnung...Emily hat mir alles erklärt...aber du solltest dir eine Hose anziehen. So gehe ich nicht mit dir vor die Tür...nur mit einem Handtuch bekleidet.“, grinste Semir nur. „Ja, ich bin ja erst aus der Dusche gehüpft...gib mir fünf Minuten.“, kam es von Ben. „Lass dir Zeit...Hauptsache, die Chefin ist noch nicht da, wenn wir kommen.“


    ...

  • „Chefin, ich habe schlechte Nachrichten...eines unser Pakete ist tot.“, kam es von Scholz, als er wieder ins Büro gestürmt kam. Svenja sah auf. „Verdammt, das hätte nicht passieren dürfen.“, knurrte sie und war aufgesprungen. „Wie konnte das passieren? Wo ist er und wo sind die Drogenbällchen?“, zischte sie und sah den Mann an. „Er wurde in die Pathologie der Uni-Klinik gebracht. Die Beutelchen müssen noch da sein. Der Mann hat es leider nicht geschafft.“, erklärte Scholz. „Finden sie raus, warum. Ich will wissen, was da passiert ist. Und ich will die Ware haben...wie ist mir egal...“, knurrte sie nur und schickte ihren Mann dann raus. „Ja Chefin...“, kam es nur eingeschüchtert von Scholz zurück. Der Mann verschwand und folgte dann seinem Auftrag. Svenja blieb in ihrem Büro zurück. Verdammt, das brachte doch nur Schwierigkeiten mit sich. Nächstes Mal würde sie auf eine andere Methode ausweichen. Das war zu riskant. Die Wiederbeschaffung war einfach zu aufwendig. Nein, da muss es andere Wege geben, dachte sie und fasste dann zum Telefon. „Schröder...ich brauche sie...kommen sie sofort in mein Büro.“, zischte sie nur und legte dann wieder auf. Es musste eine andere Möglichkeit geben und Schröder war genau der Richtige dafür. Es musste einfach gelingen. Diese Lieferung war die Wichtigste in ihrer gesamten Laufbahn. Es durfte einfach nichts fehlen.


    Wenig später waren die beiden Kommissare auf der Autobahn und auf dem Weg zur PASt. „Es schien, du hattest einen schönen freien Tag.“, grinste Semir seinen Partner an, als dieser aus dem Fenster sah. Ben grinste nur. „Joa, aber davon wirst du nix hören.“ „So? Einiges hab ich ja schon vorhin mitbekommen.“, entgegnete der Deutschtürke und sah seinen Partner an. „Sag jetzt nicht, du hast gelauscht...“, knurrte Ben nur gespielt. „Nö, ihr hattet ja die Fenster auf und es war doch etwas...“, grinste Semir nur. Bens Gesicht wurde leicht rot. „Warte mal...fahren wir doch mal kurz auf den Rastplatz.“ Jetzt grinste Ben. „Wirst du alt? Hast schon Blasenschwäche, alter Mann?“, feixte Ben, doch im nächsten Moment hörte er etwas hinter sich bellen. „Was ist das denn?“, stieß der junge Hauptkommissar aus und drehte sich erschrocken um. Ein Basset sah ihn an und wedelte aufgeregt mit dem Schwanz hin und her. „Semir? Was will das Tier hier?“, kam es erschrocken von Ben, der seinen Partner mit fragendem Blick ansah. Der Deutschtürke blickte seinen Partner nur an. „Das...das ist Johannes...eine liebe, nette Bassettdame mit einer Drogenallergie, einer schwachen Blase und Platzangst.“, stellte Semir die Beiden einander vor. „Und was will der hier? Wir sind doch nicht die Hundestaffel.“, knurrte Ben, der sich langsam wieder in normale Position setzte. „Nein, aber ich muss mit der Dame zum Hundetraining und da Andrea nun einmal zwei Kinder beaufsichtigen muss, bin ich halt für den Hund verantwortlich und sie muss ganz dringend mal raus.“, stieß Semir aus, als er das aufgeregte Bellen wahrnahm.

  • Richard Schröder sah auf die beiden, gefesselten Körper vor sich. „So, ihr wolltet mir ja nicht die Schlüssel freiwillig geben. Tut mir Leid.“, lächelte er und schloss die Klotür. Dann ging er zum Wagen hinaus und setzte sich hinter das Steuer des Bestattungswagens. Es war nicht schwer, herauszufinden, wo und wann die Leiche des Jungen zur Einäscherung gebracht werden sollte. „Hey, passen sie doch auf...“, knurrte ihn ein junger Mann an, als er mit ihm im Eingang zusammenstieß. „Schneid du dir erstmal die Haare.“, fauchte Schröder zurück und setzte seinen Weg fort. In den Grünanlagen sah er einen kleineren Mann mit einem Hund spazieren gehen. Mit schnellen Schritten war er beim Wagen angelangt, schloss mit dem Schlüssel auf und schwang sich hinters Steuer. Er wollte gerade die Tür zuziehen, als er jemanden schreien hörte. Und Schröder wusste, dass er gemeint war.


    Ben ging in die Toilette und wollte in die erste Kabine rein, als er plötzlich zwei gefesselte Männer sah. „Oh verdammt...“, stieß er aus und kombinierte sofort. Der Mann, der eben raus war, das musste der Verbrecher sein. Sofort zückte er sein Messer und schnitt die Fesseln der beiden Männer auf. Langsam kehrte das Leben in die beiden Fahrer zurück. „Sind sie in Ordnung?“, wollte der junge Hauptkommissar wissen. Einer der Beiden nickte nur. Sofort erhob sich Ben wieder und raste aus dem Haus hinaus. „Bleiben sie stehen...Polizei...“, schrie er und schoss mit seiner Waffe in die Luft, doch der Mann dachte nicht daran, stehen zu bleiben und fuhr mit dem Leichenwagen davon. Sofort kam Semir mit Johannes angerannt. „Was ist denn? Warum ballerst du hier in der Gegend herum?“, stieß er wütend aus und nahm Johannes unter den Arm. „Der Mann...der hat gerade zwei Männer niedergeschlagen und gefesselt.“, entgegnete Ben nur und sprang in den Wagen. Semir schmiss Johannes regelrecht auf den Rücksitz und war dann auf den Beifahrersitz gesprungen. „Na, worauf wartest du denn noch...gib Gas...“, kam es vom Deutschtürken.


    ...

  • Schröder sah in den Rückspiegel. „Verdammt...“, fauchte er und trat das Gaspedal noch mehr durch. Der lange Wagen machte einen Satz nach vorne und schnellte über die Autobahn. Er musste die Leiche unbedingt in Sicherheit bringen. Die Bullen durften ihm und seiner Chefin nicht auf die Spur kommen. Das Geschäft war zu wichtig. Jetzt musste er erst einmal diese beiden Cops loswerden. Er lenkte den Wagen scharf auf die rechte Spur rüber. Er sah nur, wie der Wagen hinter ihm ausbrach und nach links rüber scherte, in die Leitplanke prallte und ein anderes Fahrzeug in das Wrack reinfuhr. Blech kreischte und Metall splitterte. „So, das war's es dann...“, lächelte Schröder nur und fuhr weiter. Er merkte nicht mehr, was hinter ihm passierte.


    „Vorsicht...weich aus...“, schrie Semir und warf die Arme vors Gesicht. Ben wich dem Auto aus, dass sich quer stellte. Ein anderes flog über das Wrack und zerschellte in einem Möbelwagen. „Man...“, zischte Ben nur und brachte den Wagen zwischen zwei Lkws zum Stehen. „Wow...das war knapp...“, kam es nur von Semir und ein Aufheulen von Johannes ließ ihn aufschrecken. „Oh nein...nicht auf meine Sitze...“, stieß er aus, packte die Bassettdame und rannte mit ihr zum nächsten Baum. Ben grinste ihnen nach und stieg aus. Jetzt war es oberste Pflicht, die Unfallstelle abzusichern und dann zu dem Toilettenhäuschen zurückzufahren. Es musste in Erfahrung gebracht werden, warum man eine Leiche entführen würde. Er besah sich das Chaos. Viel schien nicht passiert zu sein. Das Meiste war Blechschaden, aber bei den Personen schienen nur einzelne Schrammen verzeichnet zu sein. „Okay...sie hat sich noch rechtzeitig erleichtert.“, stieß Semir aus, als er wieder zurückkam und Johannes neben sich laufen ließ. Ben grinste nur. „Gut, dann lass uns zu diesem Toilettenhäuschen zurückfahren.“ „Wenn sie die Fahrt durchhält...“, kam es besorgt von Semir zurück.

  • Schröder fuhr mit dem Bestattungswagen zu dem angegebenen Treffpunkt, parkte den Wagen in einer Halle und stieg aus. „Hatten sie irgendwelche Schwierigkeiten?“, fragte Olaf Scholz und half dem Mann, den Sarg aus dem Kofferraum zu hieven. „Nein, keine...“, entgegnete der Mann und stemmte mit einem Brecheisen den Sargdeckel auf. „Dann wollen wir doch mal sehen, ob die Beutelchen noch an Ort und Stelle sind.“, meinte Scholz, ohne die lange Narbe zu sehen, die den Bauch des leblosen und schon halb grün werdenden Mannes zierte. „Verdammt, er wurde ausgenommen...“, fluchte Schröder und schlug auf die Sargkante. „Bestimmt sind die Bällchen schon bei der Polizei...“ „Und jetzt?“, wollte Olaf Scholz wissen. „Jetzt müssen wir es der Chefin sagen und dann...dann werden wir sie wieder holen. Immerhin ist die Ware schon versprochen.“, knurrte Richard Schröder und griff zu seinem Handy. „Chefin, es tut mir Leid, aber die haben die Leiche schon gefleddert. Ich vermute, die Kugeln liegen noch in der Gerichtsmedizin.“, erklärte Schröder. „Dann wissen sie, was sie zu tun haben. Holen sie mir die Ware zurück. Wie, ist mir egal...verstehen sie?“, knurrte Svenja Böhsen am anderen Ende der Leitung. Schon im nächsten Moment hatte sie aufgelegt und Richard klappte sein Handy wieder ein. „Tja, neuer Auftrag...dann mal los.“, meinte er nur und schnappte sich die Auftragsliste aus dem Handschubfach. Jetzt würde es nicht mehr lange dauern und sie hatten die Bällchen.


    „Haben sie den Mann erkannt?“, fragte Ben die beiden Fahrer, als er und Semir zurück am Toilettenhäuschen waren. „Nein, es ging alles so schnell...Mein Kollege wollte austreten und wurde niedergeschlagen. Als er nach einigen Minuten noch nicht wieder zurück war, bin ich hinterher und bekam ebenfalls einen Schlag auf den Hinterkopf...“, erklärte der ältere Mann und hielt sich einen Eisbeute auf die Stelle. „Okay...können sie den Mann beschreiben?“, fragte Semir. „Groß...braune Haare, braune Haut und brauner Mantel...“, kam es nur vage von dem Fahrer. „Sehr hilfreich...wissen sie wenigstens, wo sie die Leiche aufgenommen haben?“, wollte Ben wissen. „In der Uni-Klinik...sie sollte heute zur Einäscherung gefahren werden...war wohl ein schwerer Fall...“, erklärte der Mann. „Gut danke, wir melden uns wegen dem Protokoll.“ Ben und Semir gingen zu ihrem Wagen zurück. „Wohin jetzt?“ Semir sah seinen Partner an. „Zur Uni-Klinik...ich will wissen, was an dieser Leiche so besonderes ist, dass man sie klauen will.“, kam es von Semir. „Okay...fährst du oder soll ich und du pflegst den Hund da hinten?“, grinste Ben. „Nichts da, ich fahre...“ Semir schnappte sich die Autoschlüssel und stieg auf der Fahrerseite ein. Ben nahm neben ihn Platz und sah immer wieder nach hinten. Johannes saß auf dem Sitz und wollte immer wieder nach vorne kommen und den Nacken der beiden Kommissare mit seiner aufopfernden Liebe überschütten. „Johannes, lass das...“, knurrten Beide gleichzeitig.

  • Etwa eine halbe Stunde dauerte die Fahrt und Semir parkte den Wagen auf dem Besucherparkplatz. „Äh Semir...hier sind Hunde nicht erlaubt, das weißt du hoffentlich?“, wies Ben seinen Partner darauf hin. „Ja, ich weiß...also, Johannes...ganz brav sein, du musst jetzt hier warten...verstanden?“, wollte Semir wissen und machte eine wichtige Miene, hob den Zeigefinger und sah die Hundedame an. Diese blickte zu dem kleinen Mann hinauf und wuffte einmal kurz. „Feiner Hund.“, lächelte Semir nur und ging dann mit Ben in Richtung Klinik. Sie fragten sich in die Pathologie durch und fuhren dann mit dem Fahrstuhl hinunter in die entsprechende Etage. „Hallo...wir suchen Dr. Beckmann...den Pathologen.“, meinte Semir zu der jungen Assistenzärztin, die an einer Untersuchung arbeitete. „Ja, der ist hinten bei den Kühlfächern.“, erklärte sie und wies mit dem Arm den Weg. „Danke...“ Semir und Ben gingen nach hinten und fanden den Mann wirklich bei den Kühlfächern. Der Arzt schrieb gerade etwas auf sein Klemmbrett, als die beiden Hauptkommissare auf ihn zukamen. „Kann ich ihnen helfen?“, wollte er wissen.


    „Wenn sie die Leiche eines jungen Mannes zwischen 28 und 31 untersucht haben, die vor etwa drei Stunden zur Verbrennung gefahren werden sollte, dann ja...“, gab Semir bekannt und grinste den Arzt nur an. „Sie meinen, den jungen Drogenkurier?“, kam es nur vom Arzt. Erstaunt sahen sich Semir und Ben an. „Drogenkurier?“, fragten sie erstaunt. „Allerdings...kommen sie mal mit...“, meinte der Pathologe und ging einige Schritte weiter. Die Kommissare folgten und fanden sich vor einem Tresorschrank wieder. Der Arzt tippte eine Nummer ein, zog die Tür auf und holte eine Glasschale heraus, stellte sie auf den Tisch. Sofort sahen die beiden Hauptkommissare auf die kleinen Bällchen, mit dem weißen Pulver. „Die hatte er alle intus?“, fragte Ben angewidert nach, als er den grünen Schleim an den Bällchen heruntertropfen und laufen sah. „Unvorstellbar oder? Aber das hat ihn auch getötet.“, meinte der Mann und nahm dann eine Pinzette. „Hier...diese Klemme hat ihm die Speiseröhre aufgerissen. Das war auch die Todesursache...“, gestand der Arzt und schmiss das kleine Teil zurück in die jeweilige Schale. „Danke...das reicht...dann war er also ein Drogenkurier.“, murmelte Semir und drehte sich erschrocken um, als er einen spitzen Schrei hörte. „Was macht dieses Monster hier?

  • Johannes saß mit wedelndem Schwanz vor der Assistentin, die vor Schreck auf den Labortisch gehüpft war. „Nehmen sie dieses Vieh weg...“, stieß sie mit zittriger Stimme aus. „Wem gehört der Hund?“, wollte Dr. Beckmann wissen. Ben grinste nur und Semir ging mit beschämenden Blick zu dem Hund, der ihn sofort verliebt ansprang. „Johannes, ich hab dir doch gesagt, du sollst draußen warten...“, zischte er nur und nahm die Leine, wickelte sie um sein Handgelenk und führte die Bassettdame nach oben. „Wieso wollten sie eigentlich wissen, was mit dem Jungen ist?“, fragte Dr. Beckmann dann, als er Semir nachsah. Ben drehte sich zu ihm um. „Die Leiche wurde geklaut...deswegen sind wir hier...“, meinte der junge Hauptkommissar. Der Arzt schluckte. „Schicken sie bitte die Heroinbällchen bitte an unsere KTU.“, wies Ben den Arzt an und ging seinem Partner hinterher. Draußen stand Semir vor seinem Wagen und versuchte, Johannes für sein Verhalten zu schelten. Doch der Hund saß nur da und sah den Deutschtürken mit treudoofen Augen an. „Na, hast du ihm gesagt, dass er das nicht durfte...hat er es denn verstanden?“, stichelte Ben und lehnte sich gegen die Motorhaube des BMWs. „Ich glaube, ich muss ihn morgen zu Hause lassen. So geht das nicht...“, grummelte Semir und öffnete die hintere Tür. Sofort sprang Johannes rein. „Lass uns zurück zur PASt fahren und etwas über das Opfer herausfinden.“ „Hast du denn den Namen?“, wollte Ben wissen. „Oh shit...danach konnte ich nicht mehr fragen.“ Ben grinste nur. „Wie gut, dass du mich hast...hier Helge Peters...“, kam es nur von Ben. „Sehr schön...dann lass uns fahren.“


    Richard Schröder stand in einer kleinen Seitengasse und sah, wie der BMW wegfuhr. So, die Bullen waren also schon schneller...hoffentlich hatten sie die Bällchen noch nicht gefunden. Langsam stieg er aus und ging auf das Krankenhaus zu. Er suchte die Pathologie und fuhr mit dem Fahrstuhl hinunter. „Kann ich etwas für sie tun?“, wollte die junge Frau im Laborkittel wissen, als Schröder aus dem Fahrstuhl stieg. Doch er lächelte sie nur an. Dann ging alles blitzschnell. Er stieß ihr eine Spritze in den Arm und ließ eine klare Flüssigkeit in ihren Blutkreislauf fließen. Schnell und unauffällig zog er den leblosen Körper hinter eine Bank und ging dann weiter in den Raum hinein. Wieder nahm er eine neue Spritze und versteckte sie hinter seinem Rücken. Dr. Beckmann hatte gerade noch den Tresorschrank offen, als er den Mann auf ihn zuschreiten sah. „Was wollen sie...“ Im nächsten Moment sackte er zusammen. Die Spritze fuhr in seinen Hals ein und wurde gleich entleert. Der Körper des Mannes verkrampfte sich und Schröder ließ ihn unsanft zu Boden fallen. „Okay...dann wollen wir doch mal...“, grinste der Mann und räumte Fach für Fach aus, schmiss das, was er nicht brauchte, zu Boden und hielt erst inne, als er die Bällchen hatte. „Na, wer sagt es denn?“, lachte er und ließ alles in eine mitgebrachte Tasche verschwinden. Jetzt hieß es nur noch raus hier, und zwar ungesehen.


    ...

  • „Verdammt, ich hab was vergessen...“, stieß Ben aus und sah Semir an. „Was denn?“, wollte dieser wissen. „Diese ekelhaften Bällchen...immerhin müssen wir sie doch in die KTU bringen.“ „Stimmt...ich finde es klasse, dass dein Kopf angewachsen ist...so verlierst du den wenigstens nicht.“, lächelte Semir und wendete den Wagen. „Ja, ich weiß...“, grinste Ben nur und streckte seinem Freund die Zunge entgegen. „Irgendwann schneide ich sie dir ab.“, kam es nur von dem Deutschtürken. Wenig später waren sie wieder am Krankenhaus, doch just in diesem Moment kam Richard Schröder aus dem Krankenhaus und wollte zu seinem Wagen laufen. Ben blieb abrupt stehen und beide sahen sich in die Augen. „Da...Semir, der Leichendieb...“, stieß der junge Hauptkommissar aus. „Shit, die Chaosbullen...“, fauchte Schröder, stieß Ben von sich und rannte ins Krankenhaus zurück. „Hinterher...“ Semir half seinem Freund auf, ließ Johannes aus dem Wagen und hechtete hinter seinem Freund und Kollegen her. „Wo ist er lang?“, wollte er wissen, als Semir und Ben an einer Kreuzung standen. Doch sie standen vor einem Rätsel. „Okay, wir trennen uns...du da...ich hier...“, stieß Ben nur aus, zog seine Waffe und ging nach rechts, während Semir nach links ging. Johannes sah den Beiden nach und zögerte. Dann ging er aber Semir nach.


    Richard Schröder lief weiter und hatte die Tasche mit den kleinen Bällchen bei sich, fest um das Handgelenk. Er musste einige Minuten verschnaufen, aber sicher waren ihm die Bullen dicht auf den Fersen. Schon hörte er Schritte. Schnell verschwand er auf eine der Toiletten und ließ die Tür einen Spalt auf. Der kurze Polizist rannte an ihm vorbei und bog dann nach links ab. Triumphierend grinste er und verließ dann sein Versteck. Er ging keine zwei Schritte, als er vor sich einen Bassett entdeckte. Vollkommen erschrocken ließ er die Tasche fallen. „Hey, stehen bleiben...“, hörte er hinter sich schon den Polizisten rufen. Ohne lange zu überlegen, flitzte er los, verbaute dem Bullen mit einer Trage noch den Weg, ehe er aus dem Ausgang verschwand, dabei fast von einem Krankenwagen erwischt worden wäre. Mit quietschenden Reifen raste er davon. „Verdammt...“, stieß Semir aus, der nur knapp hinter dem Wagen aus der Tür gerannt kam. „Hast du ihn?“, wollte Ben wissen, der in diesem Moment auch dazu kam. „Leider nein...und ich fürchte, er hat bekommen, was er wollte.“, zischte Semir. Plötzlich bellte es hinter ihnen.

  • „Johannes...was hast du denn da? Gib das mal her...“, forderte Semir und nahm die vollkommen angesabberte Tasche dem Hund aus der Schnauze. „Bäh...“, stieß er nur aus. Ben grinste. „Sehen wir doch mal, was er geklaut hat.“ Semir öffnete und wirklich waren darin die Drogenbällchen versteckt, mit dem daran befindlichen Schleim. „Das war also sein Ziel.“, stieß Ben aus. „Allerdings...nur gut, dass es dir noch eingefallen ist, sonst hätten wir jetzt schlechte Karten bei der Chefin.“, grinste Semir nur. „Hey, ich kann mich wenigstens noch erinnern...du brauchst ja für alles schon einen Erinner-mich-Zettel...“, stichelte der junge Hauptkommissar zurück. „Erinnere mich nicht daran...komm, sehen wir mal in der Pathologie nach dem Rechten...“
    Binnen weniger Minuten waren sie wieder im Kellergeschoss und sahen schon, wie sich die beiden Weißkittel aus ihrem ungewollten Tiefschlaf wieder erholten. „Geht es ihnen gut?“, wollte Semir von Dr. Beckmann wissen, während Ben sich um die junge Assistentin kümmerte. „Ja...geht schon...allerdings werde ich mich untersuchen lassen müssen. Und das, wo ich Ärzte nicht leiden kann...“, lächelte er und rieb sich die Einstichstelle. „Haben sie den Typen wenigstens erwischt?“ „Leider nein, aber er hat verloren, was er hier gesucht hat. Wir werden nun die Drogenbällchen persönlich in die KTU bringen.“, meinte Semir. „Das hätten sie vorher auch schon machen sollen, dann wäre...“, doch dann verstummte der Arzte einfach. Wer weiß, was der Typ dann angestellt hatte. „Sie müssten mit ihrer Assistentin auf die Dienststelle kommen und eine Beschreibung des Täters abgeben. Sollen wir sie gleich mitnehmen?“, bot Semir an. Der Arzt nickte. Für heute hatte er genug von seinen Kellerräumen.


    Richard fuhr schnell. Er musste unbedingt von hier weg. Sicher würden ihn diese Bullen zur Fahndung ausschreiben. Was viel schlimmer war, er hatte die Chefin enttäuscht. Das war eine Kerbe in seiner Erfolgsquote, die nicht hätte sein dürfen. Wie aufs Stichwort klingelte sein Handy. „Oh man...wenn man vom Teufel spricht...“, knurrte er nur und betätigte den grünen Knopf. „Schröder...“, meldete er sich. „Haben sie den Stoff bekommen, Schröder?“, wollte Svenja Böhsen am anderen Ende wissen. Es blieb einige Moment still im Auto. „Leider nicht, die Bullen sind mir zuvor gekommen.“, erklärte Schröder. „Dann holen sie mir die Dinger zurück. Sicher werden sie in der KTU landen.“ „Aber ist es klug, die Polizei herauszufordern? Ich meine, es sind nicht irgendwelche Sicherheitsfuzzies, die in einem Warenhaus Wache stehen.“, erklärte er. „Dann lassen sie sich etwas einfallen...die Ware muss bis in spätestens drei Tagen beim Kunden sein. Alle anderen Pakete haben wir erhalten.“, knurrte sie nur und legte dann auf. „Ja Chefin...“, zischte Schröder und drückte sie weg. Verdammt, das war dieses Mal ein sehr kniffeliger Job, aber schließlich wurde er gut dafür bezahlt und er hatte noch nie einen Auftrag abgelehnt. So würde es dieses Mal auch nicht sein. Und er hatte auch schon eine Idee, wie er es anstellte. Dafür musste er nur etwas herausfinden, doch das würde ja nicht so schwer sein, dachte er.

  • „Darf ich dir noch einen Kaffee einschenken?“, lächelte er sie an. „Sehr gerne...“, erwiderte sie und sah dabei zu, wie sich die braune Flüssigkeit in die Tasse ergoss. Bei dem Versuch, nach der Tasse zu greifen, berührte sie seine Hand und sofort durchzog ein Blitz ihren ganzen Körper. Überall kribbelte es und es fühlte sich herrlich an. „Entschuldige bitte...“, meinte er sofort und zog seine Hand zurück. „Nein, nicht...“, kam es sofort erschrocken von ihr. Er grinste sie mit seinen Sommersprossen im Gesicht an. Diese blauen Augen, dachte sie nur. Langsam schob er seine Hand zurück und berührte wieder die ihre. Wieder durchzog der gleiche Blitz mit einer größeren Intensität ihre Hand und den ganzen Körper. „Hast du vielleicht Lust...ich meine, ich kenne...ich kenne da ein gutes Restaurant und wenn du nachher noch nichts vorhast, dann...dann...dann...“, stammelte er und nahm im Gesicht die Farbe eines gut durchgekochten Hummers an. „Ja, liebend gerne gehe ich mit dir essen.“, lächelte sie zurück. Jetzt, da er eine feste Verabredung hatte, wurde das Gesicht noch röter, als es schon war.


    „Wo ist er denn nur wieder?“, knurrte Semir, als er sah, dass die KTU verlassen war. „HARTMUT?“, schrieen beide Hauptkommissare durch die Hallen. Wie aufs Stichwort kam von hinten ein Poltern und der Angeschrieene kam mit hastigen Schritten nach vorne. „Was schreit ihr denn so? Denkt ihr etwa, wir würden uns hier verstecken?“, knurrte der Rotschopf nur und sah sich dann um, als Jovanka dazukam. „Wer ist die Schönheit denn?“, wollte Ben sofort wissen und lächelte die junge Frau im Laborkittel an. „Das ist Jovanka Fähnlein...sie ist meine neue Laborantin.“, erklärte der Techniker etwas verlegen. Jeder, der Augen im Kopf hatte, sah, dass Hartmut vollkommen verliebt in die Kleine war. „Nur das?“, stichelte Ben grinsend. „Was wollt ihr denn eigentlich hier?“, knurrte Hartmut nur und lenkte vom Thema ab. „Hier, analysier uns doch mal bitte den Inhalt dieser Beutel. Und das ein bisschen schnell.“, erklärte Semir und reichte die kleinen Beutelchen an Jovanka weiter. „Das kann ich gleich machen.“, meinte sie mit ihrer hellen, fröhlichen Stimme. „Worum geht es denn?“, wollte Hartmut wissen. „Ein Mann hat heute früh eine Leiche bei der Überführung ins Krematorium gestohlen. Sein eigentliches Ziel war allerdings das da. Er hat im Krankenhaus den Pathologen und dessen Assistentin angegriffen um das da zu bekommen.“, erklärte Semir nur. Jovanka und Hartmut nickte nur, warfen sich dann wieder verliebte Blicke zu. „Hallo, hier spielt die Musik.“, meinte Ben und schnipste mit den Fingern vor Hartmut herum. „Ja doch...und ihr wollt also wissen, wie viel das Zeug wert ist und wie hoch der Streckwert und so weiter ist.“, bestätigte Hartmut. Semir nickte nur. „Und das Ganze sehr schnell, wenn’s geht.“ Jovanka lächelte nur. „Ich geb mein Bestes...“, versprach sie. „Okay, wir sind auf dem Revier zu finden.“, verabschiedete sich Semir und ging mit Ben zum Wagen zurück.

  • Richard Schröder hatte sich vor die KTU gestellt und lehnte sich weit nach unten, als er die beiden Bullen anrücken sah. „Oh man, wo die auftauchen, kommt Ärger auf.“, knurrte er nur und verschwand tief in seinem Sitz. Doch dann sah er etwas interessanteres. Als die Bullen weg waren, kam ein Rotschopf aus der Werkstatt. Aber das Wesen dahinter war wesentlich interessanter. „Na sieh mal einer an.“, stieß Richard aus und holte sein Fernglas hervor. „Da haben wir ja ein goldiges Pärchen...vielleicht seid ihr mir ganz nützlich.“, grinste Richard nur und holte seine Handykamera hervor. Er musste herausfinden, wer das war und vor allem, wo sie wohnten. Vielleicht ließe sich mit beiden etwas anfangen, was Richard die Drogen wiederbeschaffte. Aber erstmal ohne die Beiden. Vielleicht war es besser, nach Feierabend hier einzudringen un die Bällchen zu klauen. Ja, das war viel besser. Er musste nur einige Stunden warten. Schröder startete den Wagen und fuhr los. Erstmal musste er die Chefin informieren. Mit ihr musste er schließlich alles absprechen. Immerhin bezahlte sie ihn gut dafür.


    Svenja sah auf, als die Tür aufging. Richard trat herein. „Ich hoffe, sie haben gute Nachrichten, Schröder, oder ich drehe ihnen den Hals um.“, fauchte Böhsen nur und sah auf. Richard grinste nur und stemmte sich auf den Tisch. „Die KTU bewahrt die Drogen auf. Ich werde sie heute Abend stehlen. Allerdings brauche ich dafür einen ihrer Männer. Aber einen, der entbehrbar ist.“, meinte er teuflisch grinsend. Svenja sah ihn an. „Okay, was haben sie vor?“, wollte sie wissen. „Tut mir Leid, besser, sie wissen es nicht. Es ist wirklich besser.“, meinte Richard Schröder und lächelte Svenja an. „Okay, ich schicke ihnen Jan Breuer mit. Der ist sowieso ein Dorn in meinem Fleisch.“ Sofort wählte sie eine Nummer und setzte sich mit den entsprechenden Leuten in Verbindung. „Wann soll er ihnen zur Verfügung stehen?“, wollte Svenja wissen. „Um Mitternacht hol ich ihn hier ab.“, erklärte Schröder nur. Böhsen gab es an den Mann weiter und dann legte sie wieder auf. „Dann hoffe ich für sie, dass die Lieferung morgen zum Frühstück komplett ist.“, knurrte sie nur. „Keine Sorge Chefin, das wird sie sein.“, entgegnete Schröder und verschwand dann aus dem Büro.


    ...

  • Ben streckte sich, als er sich vom Schreibtisch erholte. „Also mir reicht es für heute.“, keuchte er. „In der Wohnung des Toten haben wir nichts außer dieser Flugtickethülle zu den Bahamas gefunden.“ „Ist doch immerhin etwas.“, entgegnete Semir nur. „Jetzt müssen wir nur noch rausfinden, warum er dort war. Ich meine, die Wohnung sah nicht gerade nach massig viel Geld aus, oder?“ Semir nickte. „Weswegen er da war, wissen wir. Er hat anscheinend einen Urlaub gemacht und sich da dann mit Drogen gefüttert. Diese wollte er hier auf natürlichem Wege wieder verlieren und dann verhökern. Das ist leider schief gegangen.“, zählte der Deutschtürke auf. „Ja, ist ja gut...lass uns das morgen weiter erkunden.“ „Okay, machen wir Feierabend.“, grinste Semir und ging mit Ben gemeinsam auf den Parkplatz hinaus. „Sag mal, die kleine Labormaus und Hartmut, meinst du, da läuft was?“, wollte Ben grinsend wissen. „So, wie die sich angeguckt haben, mit Sicherheit. Aber ich gönn es ihm. Seid ihn seine Cybermaus verlassen hat, ist er ja kaum zu ertragen gewesen.“, kommentierte Semir das Ganze nur. „Unser Cyborg. Ich werde jetzt Emily vom Theater abholen. Sicher wartet sie schon.“, grinste Ben nur und sah dann auf die Uhr. „Wann ist Premiere?“, wollte Semir wissen. „In drei Wochen. Sie ist schon ganz aufgeregt. Sie hat uns allen Karten gekauft. Also, wehe du kneifst.“, drohte Ben mit erhobener Hand. „Ich? Niemals. Andrea wird sich freuen, mal wieder ins Theater zu gehen.“ „Wieder würde bedeuten, ihr ward schon mal da. Das kann ich mir bei dir nicht vorstellen.“, stichelte Ben nur und machte einen Satz zur Seite. „Sei ja vorsichtig, ich bin immer noch dein Chef.“, knurrte Semir. „Jawohl, Herr Hauptkommissar.“, ging es weiter. „Mach, dass du nach Hause kommst und grüß mir Emily schön.“, lachte Semir nur. „Und du mein Patenkind und Ayda und Andrea.“ In entgegengesetzte Richtungen fuhren die Wagen vom Parkplatz und machten sich auf den jeweiligen Weg.


    Ben lenkte den Wagen zum Theater, stieg aus und wollte gerade hinein gehen, als er davor einen kleinen Vietnamesen mit einem Blumenstand sah. Warum eigentlich nicht, dachte er und ging die Vasen durch. „Darf ich helfen?“, fragte der kleine Mann und lächelte freundlich. „Es soll für meine Freundin sein. Was können sie da empfehlen?“, fragte Ben und sah den Mann nur an. „Dann nehmen sie diesen Strauß hier...“, meinte er und reichte Ben einen Strauß mit fünf roten Rosen und in der Mitte eine weiße. „Ja, der ist sehr schön...wie viel?“ „10 Euro bitte.“, lächelte der Mann und nahm Ben dann den Schein ab. „Danke...“, lächelte der Vietnamese und Ben verschwand dann mit dem Strauß ins Theater. Suchend sah er sich um, als er den Bühnenraum betrat. „Ah hallo...die anderen sind alle schon hinten.“, erklärte der Regisseur und deutete auf den Schauspielraum. „Danke sehr...“, meinte Ben nur und ging weiter.

  • Emily saß hinten am Spiegel und schminkte sich ab. Plötzlich bekam sie einen Blumenstrauß ins Gesicht behalten. „Hallo, schöne Frau.“, hörte sie die vollkommen liebliche Stimme ihres Freundes. „Oh Ben, die Blumen sind wundervoll.“, lächelte sie ihn an und fiel ihm um die Arme. Leidenschaftlich küssten sie sich. „Also, wo wollen wir heute Abend hin?“, fragte er und grinste sie an. „Wie wäre es mit Vietnamesisch? Ich habe heute vor dem Theater einen netten Vietnamesen gesehen.“, erklärte sie. „Wirklich? Bei dem habe ich gerade die Blumen gekauft.“, grinste er. „Oh wirklich...gleich hier, nur zwei Straßen weiter, ist ein kleines vietnamesisches Restaurant.“, erklärte Emily und küsste ihn wieder. Ben nahm den Kuss gerne an. Wenige Minuten später waren sie auf den Weg zu dem Vietnamesen und genossen den Abend.


    Semir war damit beschäftigt, seine Ayda einzufangen. „Ich krieg dich...ich krieg dich...“, lachte er nur und jagte das fünfjährige Mädchen um den Couchtisch und den großen Ohrensessel herum. „Tust du nicht...tust du nicht...“, quiekte sie nur und rannte weiter. Layla saß auf dem Sofa und kaute auf ihrem Daumen herum. Andrea werkelte in der Küche und hörte dann, wie Ayda aufschrie. „Ich hab dich...“, lachte Semir und hob seine Tochter in die Luft. „Lass das...“, lachte sie, als ihr Papa seine Nase auf die ihre drückte. „Hey, das mochtest du doch immer.“, grinste Semir nur. „Kommt schon, das Essen ist fertig.“, rief Andrea ins Wohnzimmer. Sofort kamen Ayda und Semir mit Layla ins Esszimmer und setzten sich um den Tisch herum. „Ihr seid schon eine Chaostruppe.“, lachte Andrea nur, als sie Vater und Tochter sah, wie sie mit den Fleischbällchen spielten. Doch dann wurde normal und gesittet gegessen. Die Familie aß und trank friedlich und so war es für die beiden Mädchen alsbald Zeit für das Bettchen.
    „Sind sie schnell eingeschlafen?“, wollte Andrea wissen, als Semir wieder im Wohnzimmer war. „Wie zwei Bären halten sie oben ihren Winterschlaf grinste er nur und ließ sich neben seiner Frau auf der Couch nieder. „Und was machen wir jetzt?“, grinste er nur und nahm Andrea ihr Buch weg. „Hey...Wie wäre es, wenn wir ein bisschen türkisch kuscheln? Ich mache uns ein Feuer im Kamin und wir legen uns mit der großen Decke davor.“, schlug sie vor. Sofort ging Semir nach nebenan, holte die Decke und ein paar Holzscheite. Schnell war das Feuer entzündet und die beiden Eheleute hatten sich die Decke über den Kopf geworfen, liebten und küssten sich unter der Decke.


    ...

  • Richard Schröder und Jan Breuer kamen am Geländer der KTU an. „Okay...ich sag dir, was du zu tun hast. Mehr hast du nichts zu tun, Junge...verstanden?“, wollte Richard wissen. Jan nickte nur. „Gut, dann mal los...als erstes wirst du zum Schaltkasten und die Stromversorgung kappen.“, wies Richard den Mann an. Der junge Mann tat, was Schröder verlangte. Nur wenig später war das Licht rund um das Gelände aus und mit einem Trennschneider ausgerüstet, durchschnitten sie die Zaunanlage. Die Kameras waren nutzlos, da ihnen der Strom fehlte und so kamen die beiden Gangster unbehelligt ins Innere des Labors. Nun mussten sie nur noch nach der von ihnen so erpichten Ware suchen. Und sie wurden auch fündig. Jedoch lag diese in einer abgeschlossenen und gesicherten Glasvitrine.
    „Und, wie kriegen wir die jetzt nur auf?“, wollte Jan wissen und sah Richard an. Dieser blickte nur zur Seite. „Damit...“, knurrte er, nahm einen Hammer und schlug die Glasvitrine ein. Sofort schrillte ein heller Alarm los. „Verdammt...“, stieß Jan aus und sah sich dann um. Richard nahm die mit Beschriftung versehenen Drogen heraus und packte sie ein, legte dafür dann andere Beutel hinein und sah Jan an. „Und nun?“, wollte der junge Mann wissen. „Jetzt...jetzt werden wir der Polizei einen Täter liefern.“, grinste Richard nur und packte den jungen Mann, schleuderte ihn in die Glasvitrine. Jan blieb benommen liegen und sah nur noch verschwommen, wie der Mann die Vitrine auf ihn fallen ließ. Krachend und berstend klirrte die Vitrine und brach jeglichen Knochen des jungen Mannes. „So, mein Freund, jetzt bist du leider ein Opfer deiner Gier geworden. Du kleiner Junkie bist hier eingestiegen und wolltest die Drogen klauen, aber leider war der Schrank nicht fest genug und hat dich unter sich begraben.“, lachte Richard nur und verschwand aus der KTU.


    „Möchtest du noch eine Erdbeere mit Sahne, mein Sahneengel?“, wollte Hartmut wissen, nachdem sie bei Hartmut in der Wohnung waren und eine Schale mit Erdbeeren verputzten. „Oh ja, bitte...“, lächelte sie und biss Hartmut dabei fast in den Finger. „Hey, Vorsicht...“, lachte er und zog seinen Finger noch rechtzeitig weg. Jovanka lachte auf und leckte sich die Sahne vom Mundwinkel ab. Hartmut wischte ihr den Rest ab. „Hast du Lust? Wollen wir für heute...ich meine...“, kam es von Hartmut und wieder wurde er rot im Gesicht. Jovanka lachte auf und zog ihren Freund von der Couch. Gemeinsam näherten sie sich dem Schlafzimmer und gegenseitig zogen sie sich schon aus. Doch aus dem gemeinsamen Bettsport sollte nichts werden.

  • Wie mit tönenden Alarmglocken schrillte das Telefon auf der Anrichte. „Lass es klingeln...bitte, lass es klingeln.“, flehte Jovanka und küsste Hartmut von oben bis unten ab. Dieser sah immer wieder zum Telefon, doch auch er wollte das jetzt nicht abbrechen. Also ließ er den Anrufbeantworter rangehen. „Hier spricht Hartmut Freund...ich bin nicht erreichbar...hinterlassen sie bitte eine Nachricht.“, tönte die selbst aufgenommene Ansage vom Band. „Hey Hartmut...hier ist Siggi...Junge, du musst sofort kommen...in die KTU ist eingebrochen worden.“, tönte die rheinische Stimme aus dem Gerät. Sofort ruckten Jovanka und Hartmut herum, sahen sich an. „Tja, das war's dann mit der gemeinsamen Nacht.“, grummelte er. „Tja leider...Komm, lass uns fahren.“, meinte sie und küsste ihn leidenschaftlich auf den Mund. Beide zogen sich wieder an und gingen zu Lucy hinunter. „Dann wollen wir mal...ich rufe Ben und Semir an.“, meinte er nur. „Lass mich das machen, du musst fahren.“, grinste Jovanka nur und nahm ihm das Handy ab.


    „Man, nicht mal am Abend hat man seine Ruhe...“, stieß Ben aus und griff nach dem Telefon. „Ja, was gibt es?“, knurrte er und sah dann auf seine schlafende Schöne im Bett. „Herr Jäger...hier ist Jovanka...ins KTU-Labor ist eingebrochen worden. Hartmut meinte, sie sollten sofort kommen. Herrn Gerkhan hab ich auch schon angerufen.“, meinte die junge Laborantin am anderen Ende. „Ist gut...ich bin schon auf dem Weg.“, meinte Ben niedergeschlagen und legte dann auf. Schnell zog er sich Hose und Shirt an, warf sich eine Jacke über und schlüpfte in seine Schuhe. Noch einmal drehte er sich zu Emily um, doch die schlief tief und fest. Schnell schrieb er ihr einen Zettel und fuhr dann los. Semir und er trafen zeitgleich an der KTU ein. „Na, bist du auch gestört worden?“, wollte der Deutschtürke wissen und grinste. „Man, wegen einem Einbruch...das hätten auch die Kollegen erledigen können.“, stieß Ben nur aus. „Nicht, wenn da drin eine Leiche liegt.“, meinte Dieter nur und ging dann ins Labor zurück. „Was war das?“, wollte Semir nur wissen und folgte ihm, Ben trottete müde hinterher. Bald standen sie im hinteren Teil des Labors und dort lag jemand unter einem Schrank, zerquetscht. „Dem wurde seine Gier wohl zum Verhängnis.“, erklärte Dieter nur. Semir beugte sich zu dem Mann hinunter und sah sich dann die Wand an. „Der Schrank war nicht festgemacht?“ Der lange Polizist schüttelte den Kopf. „Der Boden hat weder Unebenheiten noch gibt es hier irgendwelche Erdbeben. Preisfrage, wie ist der Schrank dann auf den Mann gefallen?“, stellte Ben in den Raum.


    ...

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