Verlorene Erinnerung

  • Also ich hab auch mal eine Story geschrieben, ist aber nicht wie Cobra11 halt so ist. Mir gefällt sie troztdem und hoffe sie gefällt euch auch^^


    Kurz Inhalt: Es geht um einen Jungen der seine Erinnerung verloren hat und angeblich sich umbringen wollte. Mal sehen wie die Story ihren Lauf nimmt^^



    Ihr Revier ist die Autobahn.
    Ihr Tempo ist mörderisch.
    Ihre Gegner: Autoschieber, Mörder und Erpresser.
    Einsatz rund um die Uhr
    Für die Männer von Cobra 11


    Unsere Sicherheit ist ihr Job!




    Nichts als ein grelles Licht war zu sehen. Immer wenn er die Augen öffnen wollte, wurden seine Augenglieder schwer und fielen wieder zu. Ein ständiges Piepen hörte er, doch einordnen konnte er es nicht.
    „ Wo bin ich?“, rief er immer wieder, doch keine konnte ihn hören, denn sein Mund bewegte sich nicht.
    Es war hoffnungslos und er schien verloren zu sein.
    Plötzlich wurde aus dem ständigen wiederauftauchenden Piepen ein durchgehendes.
    „ Er muss bei uns bleiben!“, rief eine Stimme.

  • Langsam machte er die Augen auf. Er war noch benebelt und fühlte sich sehr schwach. Das erste was er sah war ein kleinerer ausländischer Mann, der dunkles kurzes Haar und braune Augen hatte. Der Henriquatren Bart kam ihn bekannt vor.
    „ Er ist auf gewacht! Schnell! Ruft einen Arzt!“, rief diese Person.
    Allmählich ließ der weiße Schleier nach und er konnte seine Umgebung vollkommen erkennen. Es war ein Krankenzimmer.
    „ Wo…bin ich?“, fragte er.
    „ Alles ist gut. Du bist im Krankenhaus. Du wirst wieder gesund!“, antwortete der Mann, der die Hand des Kranken nahm.
    „ Krankenhaus? Ich verstehe nicht. Was war los?“, fragte er.
    „ Du hattest einen Unfall.“, erklärte der Mann.
    Nachdem er das gesagt hatte, kamen ein Arzt und eine Frau hinein.
    „ Mein Schatz! Du bist aufgewacht! Ich bin so froh, dass es dir gut geht!“, sprach die Frau, die Mitte vierzig war und erleichtert schien, doch vor Erleichterung, liefen ihr Tränen über ihr Gesicht.
    Sie umarmte ihn und küsste seine Stirn.
    „ Was ist geschehen?“, fragte der noch sehr junge Mann, der gerade erst sechzehn Jahre alt war.
    Er fasste sich an seine Stirn.
    „ Darf ich euch etwas fragen?“, fragte er, als der Doktor ihn untersuchte.
    „ Ja natürlich mein Schatz, alles was du willst.“, antwortete die Frau.
    „ Wer seid ihr… noch dringender würde ich wissen wollen, wer ich bin?“, fragte der Junge.
    Der Mann und die Frau schauten zunächst geschockt auf den Jungen, dann warfen sie sich einen Blick zu und zum Schluss sahen sie den Arzt an.


    „ Was soll das bedeuten?“, fragte die Frau verzweifelt.
    „ Das ist ganz normal. Ihr Sohn leidet an Amnesie, wahrscheinlich wurde es durch den Unfall ausgelöst, doch in den meisten Fällen erinnern sich die Patienten nach einer Zeit wieder an alles.“, erklärte der Arzt.
    „ Normalerweise?“, fragte die Frau nun noch verzweifelter.
    „ Wie lange dauert so eine Amnesie normalerweise?“, fragte der kleine Mann, der sogar kleiner war als die Frau.
    „ Das liegt am Patienten Herr Hauptkommissar Gerkhan!“, versuchte der Doktor zu erklären.
    Die Frau konnte ihre Tränen nicht verbergen und schon lies sie ihre Gefühle heraus.
    „ Ich verstehe nicht, warum Alex sich selbst umbringen wollte. Das passt nicht zu ihm!“, schluchzte sie und der Kommissar nahm sie in den Arm.
    „ Es war kein versuchter Selbstmord Sabine! Dafür kenne ich Alexander viel zu gut!“, antwortete Gerkhan.
    „ Semir. Ich…. Du wirst die Wahrheit herausfinden, nicht wahr?“
    „ Das verspreche ich dir!“, antwortete Semir Gerkhan.

  • Semir verließ das Krankenhaus und lief zu seinen silbernen BMW. Als er saß, holte er sein Handy aus der Hosentasche und wählte eine Nummer.
    „ Tom. Ich bin’s Semir.“
    „ Semir! Gibt es was Neues?“, fragte die Stimme am Telefon.
    „ Er ist aufgewacht.“
    „ Gott sei dank! Geht es ihm gut?“,
    „ Den Umständen entsprechend. Er kann sich an nichts erinnern! Die Ärzte meinen, er leidet an Amnesie und vielleicht wird er sein Gedächtnis wieder bekommen….“, meinte Semir, doch er wurde unterbrochen.
    „ Semir! Es ändert sich nichts. Er hat versucht sich umzubringen! Sieh der Tatsache ins Auge.“, erklärte ihm Tom Kranich, sein Partner und bester Freund.
    „ Nein Tom. Du verstehst das nicht. Ich kenne ihn besser und er wäre die letzte Person, von der man ausgehen könnte, dass sie Selbstmord begehen würde!“
    „ Hast du wenigstens eine Spur?“, fragte ihn sein Partner.
    Semir wartete eine Sekunde bis er antwortete.
    „ Nein. Noch nicht. Ich komme erst einmal ins Büro. Dort treffen wir uns!“, sprach er und legte danach auf.


    Sabine schaute aus dem Fenster und sah, wie Semir los fuhr.
    „ Was ist mit mir geschehen?“, fragte der kranke Junge.
    „ Weißt du Alex. Das wissen wir nicht genau. Doch Semir wird sich darum kümmern!“, antwortete sie.
    Alex drehte seinen Kopf nach rechts und schaute ebenfalls aus dem Fenster.


    Als Semir auf seinen Parkplatz geparkt hatte, stieg er aus dem Wagen, verschloss es durch einen Knopfdruck und ging in das Gebäude hinein.
    „ Gibt es etwas Neues?“, fragte er seinen Partner und ging zu seinen Platz.
    „ Nein. Sein Blut und keine Spuren von einer weiteren Person.“, antwortete Tom.
    „ Da ist etwas faul, das spüre ich!“, meinte Semir nachdenklich.
    „ Ist das wieder eine Ahnung wie mit meiner Sonnenbrille?“, fragte Tom und grinste Semir an.
    „ Ha ha, sehr lustig. Aber im ernst. Warum springt ein sechzehn Jahre alter Junge einfach von einer Brücke direkt auf die Autobahn? Dafür muss es doch einen Grund geben.“, sprach Semir und tippte mit seinen Fingern auf dem Tisch.
    „ Dafür gibt es auch einen Grund!“, antwortete Tom.
    „ Ja. Und wir werden diesen Grund finden!“
    Die beiden saßen am Schreibtisch und dachten nach.
    „ Als wir ihm zum ersten Mal begegneten, war sein Vater gerade ermordet und er wurde später entführt.“, begann Semir.
    „ Ja. Damals haben wir nicht geglaubt, als er uns versucht hatte zu erklären wer der Mörder war.“
    „ Das war die Zeit, wo Alex richtig fertig war, aber er hat gekämpft und danach war er ein neuer Mensch. Von dem Augenblick war er optimistisch gegenüber allem.“
    „ Wenn er nicht selbst gesprungen ist, musste ihn doch Jemand hinunter geschubst haben.“, meinte Tom.
    „ Und wenn das der Fall ist, muss es auch irgendwo Spuren oder Hinweise darauf geben.“, ergänzte Semir.
    „ Gut. Es ist schon spät. Ich werde mich morgen noch mal bei der Brücke umsehen und du wirst ins Krankenhaus fahren. Vielleicht erinnert er sich an irgendetwas.“
    „ In Ordnung.“


    Semir lag im Bett, doch schlafen konnte er nicht. Er wollte unbedingt die Wahrheit über Alexanders Geschehen erfahren.

  • Die Sonne ging über Köln auf und Tom fuhr zur Brücke auf der A4. Es war eine recht hohe Brücke. Wenn der Sturz einen nicht umgebracht hatte, dann waren es sicherlich die rasenden Autos, die unter der Brücke flitzten.
    Tom stellte seinen Wagen ab und ging auf die Brücke, um dort Spuren zu suchen. An dem Brückenrand war eine Baustelle.
    „ Fangen wir mal an zu suchen.“


    In der Zwischenzeit war Semir ins St. Elisabeth Krankenhaus im Stadtteil Lindenthal.
    Alexander war schon wach lag jedoch im Bett. Sein linker Arm war gebrochen und er hatte viele Prellungen und Schürfwunden.
    „ Hallo Alex.“, begrüßte ihn Semir.
    „ Hallo, Herr Gerkhan.“
    „ Nenn mich ruhig Semir, wie früher.“
    „ Gut. Semir….“
    Alexander richtete sich auf und machte Semir platz. Semir setzte sich an den Bettrand und schaute Alexanders Wunden an.
    „ Der Arzt sagt, du kannst schon bald aus dem Krankenhaus entlassen werden.“
    Alex schaute Semir an.
    „ Was ist mit mir geschehen? Warum kann ich mich nicht erinnern?“
    Semir atmete einmal tief durch.
    „ Die Polizei geht davon aus, dass du dich umbringen wolltest.“, fing er an zu erklären.
    „ Was? Mich umbringen? Aber warum sollte ich so was tun?“, fragte Alexander geschockt.
    „ Das wissen wir nicht und ehrlich gesagt…“
    „ Ich kann mich zwar nicht erinnern, aber ich glaube nicht, dass ich mich umbringen wollte! Das musst du mir glauben!“, erklärte Alexander.
    „ Ich weiß. Ich glaube nicht, dass du dich umbringen wolltest, genauso wie deine Mutter.“
    „ Meine Mutter?“
    „ Ja. Sie glaubt ganz fest an dich.“
    „ Weißt du wie es sich anfühlt alles vergessen zu haben?“, fragte Alexander.
    „ Nicht alles…“
    „ Wie?“
    „ Ich konnte mich einmal nicht an einen Abend erinnern, da ich unter Drogen stand.“
    „ Aber du kanntest dich selber noch…. Ich nicht.“
    „ Wo ist eigentlich deine Mutter?“, fragte Semir, um das Thema zu wechseln.
    „ Sie ist nach Hause gefahren, um paar meiner Klamotten und Fotoalben zu holen.“
    „ Fotoalben?“
    „ Ja. Sie meint, dass ich so vielleicht wieder meine Erinnerungen bekomme.“, meinte Alexander.
    „ Einen Versuch ist es Wert.“

  • Tom untersuchte die Brücke gründlich. Am Gelände waren viel zu viele Fingerabdrücke. Kein Wunder, hier liefen tausende von Menschen endlang, doch keine der Menschen konnte sehen, wie Alexander von der Brücke sprang.
    „ Hier finde ich nie etwas!“, stöhnte er.
    Plötzlich klingelte sein Handy und er hoffte, es wäre Semir mit einer guten Nachricht.
    „ Tom Kranich. Ja…. Verstehe…. Danke für den Anruf.“


    Während Sabine versuchte Alexanders Erinnerungen mit Bildern wieder zu erlangen, sprach Semir mit dem Arzt.
    „ Können Sie mir sagen, wie ich helfen kann seine Erinnerung wieder zu gewinnen?“, fragte er den Arzt.
    „ Nun ja. Es gibt Etwas, dass eventuell helfen könnte.“
    „ Und das wäre?“
    „ Er sollte mit Ihnen mitgehen.“
    „ Wie? Was meinen Sie damit?“, fragte Semir.
    „ Sie können ihm helfen die Erinnerung wieder zu gelangen, indem Sie mit ihm zu Orten fahren, die für ihn emotional von Bedeutung sind.“, erklärte der Arzt.
    „ Verstehe. Aber geht es denn Alexander schon so gut, dass er das Krankenhaus verlassen kann?“, fragte Semir.
    „ Wenn er sich schont, ist es in Ordnung.“
    Semir nickte.
    „ Gut. Ich werde mit seiner Mutter reden.“


    Semir hatte Sabine gebeten mit ihm auf den Flur zu gehen. Dort erzählte er ihr, was der Doktor ihm gesagt hatte.
    Sabine stimmte ihm zu und ging zu Alexander zurück.
    Semir stand vor dem Zimmer, als das Handy klingelte.
    „ Ja Semir hier.“
    „ Semir. Ich bin es Tom. Habe Neuigkeiten. Die KTU hat nur zwei Kilometer von der Brücke eine männliche Leiche gefunden.“, erklärte Tom.
    „ Ja…aber was hat das mit Alex zu tun?“, fragte Semir etwas verwirrt.
    „ Auf der Leiche wurden Spuren von Alexander gefunden.“, antwortete Tom und wartete auf die Reaktion von seinem Partner.
    „ Was? Aber wie das?“
    Tom gab jedoch keine Antwort.
    „ Ich bin gleich da.“
    Als Semir aufgelegt hatte, ging er in Alexanders Zimmer.
    „ Ich hol dich gleich ab, aber ich muss kurz weg.“
    Sabine und Alexander verstanden nicht, was Semir vorhatte, doch sie mussten ihm vertrauen.


    Er fuhr so schnell wie möglich. Nach nur einer viertel Stunde war er am Tatort.
    „ Tom!“, rief Semir, als er aus dem Wagen stieg.
    Er lief zu Tom, der ihm die Leiche zeigte.
    Ein Mann, Mitte dreißig lag im Gebüsch, direkt neben der Autobahn. An seiner Schläfe war ein kleines Loch, welches wie ein Einschussloch aussah.
    „ Kopfschuss!“, meinte Tom.
    „ Ich verstehe nicht, was Alexander damit zu tun hat.“
    „ Der Mann hat Alexanders Portmonee und wir haben Fingerabdrücke gefunden und ein braunes kurzes Haar. Natürlich können wir noch nicht genau sagen, ob es Alexanders Haar
    und seine Fingerabdrücke sind, aber wir denken schon.“, erklärte Tom.
    „ Aber warum? Meinst du etwa Alex hat ihn umgebracht?“, fragte Semir schockiert.

  • „ Das würde sein Selbstmordversuch erklären.“
    „ Was? Tom! Du kennst ihn doch! Er würde niemals einen Menschen umbringen!“, versuchte Semir Alex zu verteidigen.
    „ Und was wenn es Notwehr war?“, fragte Tom.
    „ Nein. Das ist alles gestellt. Jemand will, dass es so aussieht als ob Alex es getan hätte!“, schrie Semir Tom an.
    „ Erstmal sehen, was uns die Spurensicherung sagen wird.“


    Semir fuhr zu Alex ins Krankenhaus, um ihn abzuholen.
    „ Bereit?“, fragte er ihn, als er in das Zimmer kam.
    „ Ich denke schon.“


    Die beiden fuhren über die Autobahn zu Alexanders Wohnung.
    „ Willkommen zu Hause.“, meinte Semir zu ihm.
    Alex lies seinen Rucksack fallen und lief den Flur entlang. Er schaute sich die Bilder an, die an der Wand hingen.
    Es waren die Fotos mit der gesamten Familie. Seine Mutter, er und sein Vater. Er zögerte kurz, doch dann berührte Alexander das Foto.
    Semir schaute ihn an, doch plötzlich zuckte Alexander zusammen. Er bekam starke Kopfschmerzen und fiel auf die Knie. Seine Hände hielten seinen Kopf, so als würde er lose auf dem Hals liegen.
    „ Alex! Was ist los?“, fragte Semir geschockt und lief zu ihm, doch als er ihn gerade an die Schulter fasste, war alles vorbei.
    „ Mir geht’s wieder gut.“
    „ Was ist geschehen?“, fragte er Alexander.
    „ Ich habe mich nur erinnert, wie wir das Foto gemacht haben.“, antwortete Alexander.
    „ Du hast dich erinnert?“, fragte Semir erstaunt.
    „ Ja. Für einen kurzen Moment habe ich das alles noch einmal erlebt.“
    „ Das freut mich. Nach und nach wirst du dich wieder an alles erinnern.“, erklärte Semir.
    „ Was ist…mit meinem Vater? Wo ist er?“, fragte Alexander und schaute direkt in Semirs Augen.
    „ Nun ja. Ich glaub, dass sollte dir deine Mutter lieber sagen.“, antwortete Semir.
    „ Nein. Ich will das von dir hören. Ich spüre, dass du etwas damit zu tun hattest.“
    Semir schluckte seinen Klos im Hals und fing an.
    „ Dein Vater ist vor vier Jahren gestorben. Und ich habe dir geholfen, den Mörder zu suchen.“
    „ Er ist tot…. Und irgendwie fühle ich mich schuldig.“, sprach Alexander.
    „ Du brauchst dich nicht schuldig fühlen. Du hast uns geholfen den Mörder zu fassen.“
    „ Was ist mit dem Mörder geschehen?“, fragte Alexander.
    „ Er….“, fing Semir an, doch irgendwie konnte er nicht weiter sprechen.
    „ Er ist auch tot, nicht wahr?“
    „ Ja, das stimmt.“, bejahte Semir, mit einem Nicken.
    „ Ich habe ihn umgebracht.“, sagte Alexander emotionslos.
    „ Du erinnerst dich?“
    „ Eine Person lag auf dem Boden und er wollte sie erschießen.“, erklärte Alexander.
    „ Du hast aus Notwehr gehandelt!“, meinte Semir.
    „ Könnten wir bitte gehen?“, fragte Alexander.
    „ Gehen?“
    „ Einen anderen Ort anschauen, wo ich mich vielleicht erinnern kann.“
    „ Gehen wir zu mir.“, meinte Semir.


    Gleich darauf fuhren sie weiter zu Semirs Haus. Semir hatte seine Frau Andrea während der Fahrt angerufen.

  • Als Andrea dann das Auto gehört hatte, lief sie zur Tür und erwartete sie dort.
    „ Alex.“, rief sie und umarte ihn.
    „ Sehr erfreut Frau Gerkhan.“, begrüßte er sie.
    Andrea schaute Semir kurz an und begriff es.
    „ Du kannst dich nicht an mich erinnern.“
    „ Es…tut mir leid.“, sprach Alexander und schaute zu Boden.
    „ Hey. Du kannst ja nichts dafür. Gehen wir erst einmal hinein.“


    Alexander lief durch das Wohnzimmer und schaute sich die Fotos von Semirs und Andreas Hochzeit an. Plötzlich spürte er wieder die Schmerzen in seinem Kopf.
    „ Was geschieht mit ihm?“, fragte Andrea erschrocken.
    „ Er erinnert sich wieder an etwas.“, antwortete Semir.
    Als die Schmerzen aufgehört hatten, stand Alexander wieder auf und sah Andrea an.
    „ Wie geht es Ayda?“, fragte er auf einmal.
    „ Du erinnerst dich an sie?“, fragte Semir, der sich freute.
    „ Sie schläft gerade.“, antwortete Andrea, die ebenfalls froh war.
    „ Es tut mir leid Andrea, dass ich mich nicht sofort an dich erinnern konnte.“
    „ Ich bin so froh, dass du dich wieder an mich erinnern kannst.“


    Es war schon Abend und nach dem Essen telefonierte Alexander mit seiner Mutter.
    „ Mir geht es gut. Ich erinnere mich wieder an einige Erlebnisse. Ich wollte dir sagen, dass ich heute bei Semir schlafe und morgen geht die Suche nach meinen Erinnerungen weiter! ... Gute Nacht Mom.“
    Als er auflegte, kam Andrea zu ihm.
    „ Dein Bett ist gemacht.“
    „ Ich wollte nur noch mal Danke sagen, dass ihr das alles für mich tut.“
    „ Das ist doch selbst verständlich.“


    Alexander lag schon im Bett und dachte nach. Semir war noch im Wohnzimmer und redete mit seiner Frau, als sein Handy klingelte.
    „ Ja, Semir.“
    „ Ich bin’s Tom.“
    „ Ah, Tom du bist’s. Was gibt’s?“
    „ Die Fingerabdrücke und das Haar sind von Alexander.“, erklärte Tom.
    „ Was? Ich versteh nicht wie….“
    „ Wir müssen morgen mit ihm reden.“
    „ Ich…habe verstanden. Danke Tom.“
    Semir legte auf, doch Andrea konnte es an seinem Gesichtsausdruck sehen. Irgendetwas stimmte nicht.
    „ Was ist los? Geht’s um Alex?“, fragte sie ihn.
    „ An der Leiche, die wir heute gefunden haben, waren Fingerabdrücke und ein Haar von ihm.“, antwortete Semir noch immer geschockt.
    „ Aber…. Du glaubst doch nicht, dass er ihn….“
    „ Nein. Natürlich nicht! Ich muss den wahren Mörder finden! Das habe ich Sabine versprochen.“
    Andrea legte ihre Arme um ihren Mann und küsste ihn.
    „ Gehen wir auch schlafen. Morgen muss ich weiter suchen.“


    Am nächsten Morgen ging die Suche nach den verloren gegangenen Erinnerungen von Alexander weiter.
    Sie fuhren durch die Innenstadt, an seiner Schule vorbei und ab und zu erinnerte sich Alexander an Kleinigkeiten, doch an nichts, was hätte weiter helfen können.

  • Nachdem sie über die Severinsbrücke gefahren waren und Alexander den Kölner Dom betrachtete, ging es zum Revier.
    „ Wie wollte ich mich umbringen?“, fragte er plötzlich.
    Semir erschrak kurz, fuhr jedoch ohne Veränderung weiter.
    „ Du bist von einer Brücke gesprungen, direkt auf die Autobahn.“, erklärte er ihn dann.
    „ Auf die Autobahn?“
    „ Ja….“
    „ Könnte ich die Stelle sehen? Vielleicht fällt mir dann etwas ein.“, meinte Alexander.
    Semir zögerte.
    „ Bist du dir Sicher?“
    „ Ja, Todsicher.“
    „ In Ordnung.“
    Er nahm die Sprechanlage.
    „ Cobra 11 an Zentrale. Fahre mit dem Opfer zum Tatort. Kommen danach direkt zum Revier. Cobra 11 ende.“
    „ Zentral hat verstanden.“


    Nach zwanzig Minuten blieb der silberne BMW stehen und Alexander konnte die Brücke sehen.
    Sein Blick umfasste die gesamte Brücke und in Gedanken war er schon dort oben. Er öffnete die Tür, stieg aus dem Wagen und machte kleine Schritte zur Brücke.
    „ Alex, warte!“, rief ihm Semir zu.
    Nun stand er da. Da, wo er hinunter gestürzt war. Alexander hielt sich am Gelände fest und schaute hinunter. Er konnte seine Blutlache auf dem Boden sehen.
    „ Ziemlich hoch hier.“, sprach er dann zu Semir.
    „ Ja. Es war ein Wunder, dass du es überlebt hast und dann noch mit dem gebrochenen Arm, ein paar Prellungen und den Schürfwunden…. Warte mal.“, antwortete Semir, der plötzlich überlegte und dabei Alexander anschaute.
    „ Du bist diese Brücke hinunter gestürzt, hast aber keine Verletzungen, die darauf hindeuten…“, erklärte er Alexander.
    Alexander schaute noch einmal hinunter.
    Auf einmal spürte er wieder die Schmerzen im Kopf.
    „ Was ist mit dir? Erinnerst du dich wieder an etwas?“, fragte Semir aufgeregt.


    Alexander rannte von Etwas davon. Irgendjemand hatte ihn verfolgt. Voller Panik rannte er zur Brücke, doch dort wurde er von dem Mann, der ihn verfolgt hatte, eingeholt.
    Alexander konnte alles gut erkennen, nur sein Gesicht war schwarz. Schwarz, wie die Dunkelheit, die zu dem Zeitpunkt herrschte.


    „ Geht’s dir gut? Was hast du gesehen?“, fragte Semir Alexander, der auf dem Boden lag.
    „ Ich bin nicht gesprungen.“
    „ Was?“
    „ Ich bin gerannt. Wahrscheinlich um mein Leben…. Da war Jemand, der mir hinterher gerannt ist und genau hier auf der Brücke, hat er mich eingeholt.“, erklärte Alexander.
    „ Weißt du wer es war? Hast du das Gesicht gesehen?“, fragte ihn Semir.
    „ Nein. Ich konnte alles genau erkennen, nur das Gesicht nicht. Das war schwarz.“, erklärte Alexander.
    „ Wir fahren zum Revier. Das müssen wir ins Protokoll aufnehmen! Komm mit!“


    Semir fuhr so schnell es ging ins Revier, dort wo seine Chefin Anna Engelhard und sein Partner Tom Kranich auf ihn schon warteten.
    „ Gerkhan! In mein Büro, Kranich, Sie auch“, befahl die Chefin.

  • Im Büro bat Frau Engelhard die beiden sich zunächst hinzusetzten.
    „ Und erinnert er sich an etwas?“, fragte die Chefin.
    „ In der Tat!“, antwortete Semir und grinste die beiden mit einem triumphierenden Lächeln an.
    „ Und woran erinnert er sich?“, fragte Tom neugierig.
    „ Alex kann sich erinnern, wie er vor einer Person davon lief, bis zur Brücke, da holte sie ihn ein.“, erklärte er den beiden.
    „ Und? Wie sieht die Person aus? Hat er das Gesicht gesehen?“, fragte Anna Engelhard.
    „ Hat er auch gesehen, wie er fiel?“, ergänzte Tom.
    „ Nein und nein.“
    „ Wie?“
    „ Nun ja. Er hat die Person schon gesehen. Es war ein Mann, doch an das Gesicht kann er sich nicht erinnern.“, antwortete Semir.
    „ Also wurde er mit Absicht hinunter gestoßen.“, meinte die Chefin.
    „ So sieht es aus, Chefin.“, sprach Semir.
    „ Und der Täter läuft noch herum?“, fragte die Chefin.
    „ Musst nicht sein.“, antwortete Tom.
    Die Chefin und Semir schauten Tom an.
    „ Wie meinen Sie das?“
    „ Vielleicht war der Täter die Leiche, die wir nur einige Kilometer von der Brücke gefunden haben.“, erklärte Tom.
    „ Du meinst, wir sollten Alex die Leiche identifizieren lassen?“, fragte Semir, als ob er schon ahnte, was Tom vorhatte.
    „ So können wir ausschließen, dass Alex den Mann umgebracht hat.“
    „ Ich rede mit ihm.“, meinte Semir und verließ das Büro.


    Alexander war in der Zwischenzeit in Semirs und Toms Raum gegangen und schaute sich dort ein wenig um. Er suchte vor allem Bilder, die er vielleicht schon gesehen hatte, doch es half nicht.
    Semir kam in sein Büro.
    „ Hier steckst du.“
    „ Schuldigung, doch ich dachte, vielleicht erinnere ich mich an etwas wenn ich hier in das Zimmer gehe.“
    „ Ich muss mit dir reden.“, meinte Semir und verschloss die Tür.
    „ Worum geht’s?“, fragte Alexander, als ob er nicht wüsste worum es ging.
    „ Um den Täter. Wir haben vielleicht den Mann, der dich umbringen wollte.“, erklärte Semir.
    „ Habt ihr ihn verhaftet?“, fragte Alexander neugierig.
    Semir schüttelte den Kopf.
    „ Der Mann ist tot.“
    Alexander schaute Semir geschockt an.
    „ Doch wir können nichts genaueres sagen.“
    „ Ihr wollte, dass ich ihn identifiziere.“
    „ Ja. Aber ich verstehe, wenn du es nicht tun willst…“
    „ Ich mach’s!“, antwortete Alexander und schaute Semir mit Flammen in seinen Augen an.


    Semir und Tom begleiteten Alexander in die Pathologie, um dort die Leiche des gefundenen Mannes zu identifizieren.
    Ein relativ junger Mann brachte die Drei zum leblosen Körper, der von einem Tuch bedeckt war.
    „ Sind Sie bereit?“, fragte er Alexander.
    Alexander schaute auf die die immer noch bedeckte Leiche und nickte einmal mit seinem Kopf.
    Der Pathologe nahm das Tuch und ließ den Kopf der Leiche heraus schauen.

  • Alex starrte der Mann an und sah das Einschussloch, doch plötzlich gingen ihm tausend Gedanken durch den Kopf. Er schloss die Augen und sah ein Bild.


    Es war dunkel und Alexander war auf dem nach Hause Weg. Um den Weg zu verkürzen, nahm Alexander eine Abkürzung durch den Wald neben der A4.
    Mitten im Wald hörte er plötzlich einen Mann schreien und um sein Leben winseln.
    „ Das hättest du nicht tun dürfen.“, sprach ein anderer Mann.
    Alexander folgte der stimme und schlich sich leise an das Szenario. Hinter einen Baum versteckte er sich und schaute neugierig zu.
    „ Ich flehe dich an. Verschone mich. Ich verspreche dir, dass das nicht wieder vorkommt.“, flehte der Mann, der auf dem Boden lag.
    Zwei weitere Männer standen vor ihm. Einer der beiden hielt eine Pistole direkt auf die Schläfe des Mannes auf dem Boden.
    Alexander konnte es nicht glauben. Er sah ein Verbrechen.
    Als der Mann dann erschossen wurde, schrie Alexander kurz auf und der etwas kleinere Mann, der anscheinend der Chef war, hatte ihn entdeckt.
    „ Oh scheiße!“, rief der Chef und Alexander dachte sich den Spruch nur.
    Er rannte sofort los.
    „ Hinter her!“
    Doch Alexander wurde geschnappt. Er wurde auf die Leiche geschmissen und der größere Mann sollte ihn erschießen, doch dies konnte er nicht. Als die Beiden sich stritten, ergriff Alexander die Flucht
    Angstschweiß lief an seiner Stirn endlang. Alexander konnte nicht mehr, doch er wusste es, er würde es nicht überleben, wenn er stehen bleiben würde.
    Alexander rannte um sein Leben. Endlich sah er Licht. Die beleuchtete Brücke. Doch als Alexander über die Brücke rannte, wurde er von dem größeren Mann eingeholt.


    „ Alex? Was hast du gesehen?“, fragte Semir.
    „ Das ist nicht der Täter.“
    „ Was? Wer ist das dann?“, fragte Tom verwundert.
    „ Er ist das Opfer. Ich bin Zeuge eines Mordes gewesen.“, erklärte Alexander den beiden Kommissaren, schaute jedoch die Leiche an.
    „ Hast du gesehen wer es war?“, fragte Semir ihn.
    „ Es waren zwei Männer, doch die Gesichter konnte ich nicht erkennen.“


    Alexander erzählte Semir und Tom in ihrem Büro, was er gesehen hatte.
    Tom.
    „ Ich verstehe nicht, warum ich die Gesichter nie sehe.“, sprach Alexander verzweifelt.
    „ Vielleicht ist es besser so.“, antwortete Semir.
    Die Drei unterhielten sich noch ein wenig über die Erinnerung, die Alexander hatte, bis Anna Engelhard in ihr Büro kam.
    „ Semir. Könnte ich einen Moment mit ihnen reden?“
    Semir nickte, stand auf und folgte seiner Chefin in ihr Büro.


    „ Was gibt’s?“, fragte er sie.
    „ Erzählen Sie mir, was in der Pathologie geschehen ist.“
    Semir erzählte seiner Chefin, was Alexander gesehen hatte.
    „ Wenn das nicht der Täter war, dann läuft er noch frei herum, und wenn die Beiden herausfinden, dass Alex noch lebt, sehe ich schwarz für ihn.“, erklärte Frau Engelhard.


    Semir ging wieder zurück in sein Büro und holte Alexander ab.
    „ Das reicht erstmal für heute. Ich werde dich nach Hause fahren.“

  • Alexander saß auf dem Beifahrersitz und schaute aus dem Fenster. Sie fuhren durch Köln.
    „ Geht es dir gut?“, fragte Semir.
    „ Ja. Ich komm damit klar.“
    „ Wenn dich etwas bedrückt, dann sag es uns. Tom und ich haben immer ein Ohr für dich.“
    „ Danke.“
    Die Ampel schaltete auf Rot und Semir hielt an. Während er die Ampel beobachte, schaute Alexander auf den Fußgängerweg und sah es.
    Der Mann aus seiner Erinnerung. Der Mann, der ihn auf der Brücke eingeholt hatte. Alexander schaute ihn an und der Mann erwiderte den Blick. Er erschrak, als der Mann Alexander sah.
    „ Das ist er!“
    „ Wer?“, fragte Semir verwirrt.
    Alexander löste seinen Sicherheitsgurt, öffnete die Tür und rannte los.
    „ Alex! Warte!“
    „ Cobra 11 an Zentral. Ich brauche Verstärkung. Bin auf der Ludwigstraße.“
    Semir fuhr Alexander und dem Mann hinter her.
    „ Belieben Sie stehen!“, rief Alexander ihm zu, doch der Mann rannte weiter.
    Als er ein haltendes Auto sah, öffnete er die Fahrertür, schmiss er den Fahrer heraus und fuhr los.
    „ Stehen bleiben!“, rief ihm Alexander noch hinter her.
    „ Denkste er wird auf dich hören?“, meinte Semir, der gerade angefahren kam.
    „ Semir!“
    „ Steig ein schon ein!“


    Der Mann raste durch die Straßen in Köln. Dicht an ihm war Semir.
    „ Spinnst du eigentlich? Einfach aussteigen! Stell dir vor, er hätte dich entführt. Aber schlimmer ist, dass er dich gesehen hat!“, schrie Semir Alexander an.
    „ Ich wollte nur die Wahrheit erfahren.“, antwortete er.
    „ Die Wahrheit? Du erinnerst dich doch was dort geschah!“
    „ Ja, aber ich erinnere mich noch nicht, wie er mich herunter schmiss.“
    Die Verfolgungsjagd ging weiter. Der Gejagte bog auf die Autobahn ab und Semir blieb an ihm dran.
    „ Wir brauchen Verstärkung!“
    „ Semir! Ich bin jetzt auf der Autobahn.“, sprach Tom über den Funk.
    „ Ah Tom, du bist’s. Wird auch langsam Zeit!“


    Der Mann wich den langsam fahrenden Autos aus. Immer wieder kam Semir ein Auto in die Quere, doch er wich gekonnt aus.
    Endlich kam die Verstärkung.
    Tom mit seinem Mercedes fuhr neben Semir, beschleunigte jedoch und überholte den Flüchtigen.
    „ Bremsen wir ihn aus!“, meinte er.
    Tom wurde langsamer und das gestohlene Auto stieß gegen den Mercedes. Der Mann versuchte zu bremsen und dann links aus zuweichen, doch hinter ihn war Semir. Er hatte keine Chance. Doch er musste es versuchen. Also zog er das Lenkrad nach links und prallte gegen einen Zivilisten, der dann sein Wagen ebenfalls nach links zog und somit einen Unfall verursachte.
    Immer mehrere Autos krachten in die vorderen und aus einem kleinen Unfall wurde schnell eine Massenkarambolage.

  • Alexander und Semir schauten erschrocken den riesigen Unfall an und der Mann versuchte in der Zwischenzeit zu entkommen. Doch daraus wurde nichts, denn Tom kam ihn zuvor und nahm ihn fest.
    „ Weg laufen geht nicht!“


    Am Revier angekommen, wurde der Mann verhört.
    „ Werner Hoffmann. Vorbestraft wegen Drogenhandels.“, sprach Frau Engelhard mit Tom und Semir.
    Die Beiden gingen in den Verhörraum.
    „ Mach dich auf ein langes Verhör gefasst.“, meinte Semir zu Tom.


    Alexander stand im Nebenraum und schaute durch das Fenster hinein.
    „ Keine Sorge. Er wird dir nichts mehr tun.“, versuchte Anna Engelhard ihn auf zu muntern.
    „ Hier stimmt etwas nicht.“, sagte Alexander dann, schaute aber immer noch Werner Hoffmann an.
    „ Was meinst du?“, fragte Engelhard.
    Plötzlich spürte Alexander wieder Schmerzen in seinem Kopf.
    „ Alex? Geht es dir gut?“


    Er stand an der Brücke und wurde von Werner Hoffmann festgehalten.
    „ Lassen Sie mich los!“, schrie er Hoffmann an.
    Während Alexander versucht hatte sich zu befreien, fiel sein Portmonee heraus.
    Werner schaute sich um und bemerkte die Baustelle. Mit Alexander lief er dort hin und nahm das Drahtseil und ein paar Handschuhe.
    „ Zieh die an und halte dich fest!“, befahl Werner ihm.
    Alexander hatte Angst, doch er tat dies, was Hoffmann ihm befahl.
    „ Nicht loslassen!“
    Auf der Autobahn war kaum Verkehr und Werner Hoffmann nutzte dies aus. Er stieß Alexander von der Brücke, doch Alexander stürzte nicht. Werner ließ ihn langsam herunter, bis sein Chef kam.
    Er Zog seine Pistole und schoss auf das Drahtseil, welches riss.
    Alexander stürzte die letzten Meter auf den harten Asphalt herab, stand jedoch wieder auf und zog sich die Handschuhe aus und wollte davon rennen. Das einzige, was er hören konnte war die hupe eines Autos. Ihn wurde Schwarz vor Augen.


    „ Alex?“, rief Engelhard.
    Alexander kam wieder zu sich.
    „ Er war es nicht!“
    „ Wie? Du hast ihn doch dort gesehen!“
    „ Ja. Er hat auch was damit zu tun, aber er wollte mich nicht töten!“


    Semir und Tom lehnten sich an die Kommode und hörten sich Alexanders Geschichte an.
    „ Wenn er es nicht war, dann müssen wir den anderen finden.“, meinte Tom.
    „ Und wie?“, fragt Semir.
    „ Wir lassen Werner Hoffmann laufen und hoffen, dass er uns zum Boss führt.“, erklärte Tom.
    „ Das ist doch viel zu gefährlich!“, sprach Semir fassungslos.
    „ Es ist unsere einzige Wahl, die wir haben.“, meinte Alexander.


    Es war Abend und Semir und Tom hatten Werner verfolgt, bis plötzlich Semirs Handy vibrierte.
    „ Ja. Semir hier?“

  • „ Semir. Ich bin’s Sabine. Ist Alexander vielleicht bei dir?“, fragte Sabine voller Sorge um ihr Kind.
    „ Er ist nicht nach Hause gekommen? Aber ich habe ihn nach Hause gefahren. Ich melde mich, wenn ich ihn gefunden habe! Ciao, ciao!“
    ! Was ist los?“, fragte Tom.
    „ Alex ist verschwunden!“, antwortete Semir erschrocken.
    „ Du gehst ihn suchen. Ich bleibe hier und beschatte Hoffmann weiter.“
    Semir nickte und stieg aus dem Wagen.


    Er suchte überall, wo Alexander sein könnte doch ohne Erfolg. Bis ihm ein Platz einfiel, wo er noch nicht gesucht hatte.


    Alexander saß an der Hohenzollernbrücke und schaute sich die Altstadt mit dem Kölner Dom an.
    „ Wusste ich’s doch, dass ich dich hier finde.“, sprach Semir.
    Alexander drehte sich um und schaute Semir an.
    „ Ich weiß nicht wieso, aber ich fühle mich hier geborgen. Das ist für mich ein wichtiger Ort gewesen, nicht wahr?“
    „ Das ist dein Lieblingsplatz.“, erklärte Semir.
    „ Das habe ich mir irgendwie gedacht.“
    Die Beiden saßen dort und schauten in den Himmel.
    „ Als mein Vater starb, war ich alleine. Ich hatte keine Chance den Mörder zu finden, jedenfalls nicht alleine.“, fing plötzlich Alexander an.
    „ Wir haben gern geholfen. Aber…es tut mir leid, dass wir dir nicht von Anfang an geglaubt haben.“
    „ Das macht nichts. Ihr habt mir geholfen. Danke.“
    „ Wofür?“
    „ Das ihr zu mir hält! Du weißt, dass ich in der Lage bin, jemanden umzubringen und trotzdem glaubst du mir.“
    „ Ich…weißt du…“
    „ Du warst die Person, die vor vier Jahren auf dem Boden lag.“, sprach Alexander.
    „ Ja….“
    „ Ich habe den Mann umgebracht, um dich zu retten.“
    „ Es war Notwehr, dass hat auch der Richter gesagt!“
    „ Das ändert aber nichts, dass ich einen Menschen umgebracht habe.“
    „ Das stimmt, aber du hast mich gerettet! Wenn du nicht geschossen hättest, wäre ich und du tot!“
    „ Du hast recht…“
    Die Beiden saßen dort noch eine Weile, doch Semirs Handy klingelte wieder.
    Es war Tom. Er berichtete, dass Werner Hoffmann auf dem Weg zu einer alten Fabrik war.
    „ Jetzt schnappen wir uns die Beiden!“, meinte Semir zu Alexander.


    Als Semir Alexander nach Hause gebracht hatte, nahm er seinen Wagen und fuhr zum Treffpunkt den Tom ihn genannt hatte.
    Semir und Tom schlichen sich langsam in das alte Fabrikgebäude und lauschten zu nächst.
    „ Siehst du, was du angerichtet hast? Du hättest den Jungen vorher umbringen sollen!“, schrie der Chef Werner an.
    „ Es tut mir leid.“
    „ Hast du der Polizei etwas gesagt?“, fragte er.
    „ Nein.“
    „ Gut. Das wird auch so bleiben!“, meinte der ältere Mann und erschoss Werner Hoffmann.
    Semir und Tom schauten geschockt zu.

  • „ Halt Polizei!“, riefen sie danach und hielten ihre Waffen in Richtung des alten Mannes.
    Der Mann schaute sie an und begann zu grinsen.
    „ Waffen runter!“, rief Semir.
    Es schien, als würde er auf die Beiden hören, doch unerwartet schoss er und Tom und Semir zuckten zusammen.
    Dies war seine Gelegenheit um zu flüchten.
    „ Halt! Stehen bleiben!“, rief Tom ihn hinter her, doch das hatte kein Zweck.
    „ Komm Tom!“
    Nun rannten sie hinter den Mann hinter her, doch dieser stieg in seinen Wagen hinein und fuhr los.
    „ Ab zum Wagen!“, meinte Tom.
    Als sie endlich im Auto saßen, begann die Verfolgungsjagd.
    Der Mann, der einen schwarzen Mercedes fuhr, versuchte die Polizisten zu entkommen, doch Tom und Semir blieben an ihm dran.
    Tom konzentrierte sich auf das Fahren und Semir bat nach Verstärkung.
    Der schwarze Mercedes bog links ab und fuhr direkt in die leere Fabrikhalle hinein.
    „ Er ist links rein!“
    „ Ach was? Wirklich?“, fragte Tom ironisch.
    Durch einen Drift bog der blaue Mercedes ebenfalls links ab und war dem schwarzen Wagen dicht auf den Versen.
    „ Noch ein wenig schneller Tom!“
    „ Willst du fahren?“, fragte Tom langsam wütend.
    „ Du machst das schon gut!“
    Der Mann schoss durch die Garageneinfahrt heraus und versuchte zu entkommen, doch andere Polizeiwagen hatten schon eine Barriere gebildet.
    Er erschrak und riss das Steuer nach rechts, doch durch die hohe Geschwindigkeit überschlug sich der Mercedes mehrfach. Als der Wagen sich dann endlich demoliert stehen geblieben war, explodierte der Wagen in tausend Stücke. Sogar Tom und Semir wurden davon geschleudert, als sie versucht hatten zum Wagen zu rennen.
    „ Ich glaube der macht keinen Ärger mehr.“



    Am nächsten Morgen, als Alexander aufstand, kamen Tom und Semir zu Besuch.
    Sabine machte Kaffe und die Beiden erzählten Alexander, was gestern Nacht geschehen war.
    „ Das heißt, es ist vorbei?“, fragte Alexander voller Freude.
    „ Ja. Das ist es.“, antwortete Semit ihn.


    Am gleichen Tag stand Alexander am Grab seines Vaters. Er legte weiße Blumen auf das Grab und betete.
    „ Ich vermisse dich sehr. Du fehlst mir und Mom, aber ich wollte dir sagen, dass es uns gut geht. Das Leben geht weiter und ich wollte dir nur sagen, dass wir stark sind.“
    Alles verschwamm und er konnte seine tränen nicht mehr verbergen.
    „ Ich werde dich nie mehr vergessen! Das verspreche ich dir!“




    Ende

  • So das war sie^^
    würde mich freuen wenn ihr mir zrück schreiben würden, wie sie euch gefallen hat