Alpträume schlafen nicht...

  • Hey
    Leuts!
    Juliii94 und ich haben uns mal hingesetzt und was für euch
    gezaubert!
    Es wird traurig, überraschend, herzzereißend und
    romantisch, lasst euch einfach überraschen!
    Das ist unsere erste
    Fanfic und wir hoffen sie gefällt euch.
    :P


    Also, genug gelabert! Viel Spaß und lasst uns viele ehrliche
    Feeds da
    ;)


    Liebe Grüße
    Juliii94 und Alexandra!
    :P



    Alpträume
    schlafen nicht...





    Kapitel 1



    Schweißperlen liefen an ihrer Stirn hinunter. Ihr Puls raste und
    am liebsten hätte sie sich einfach nur noch vor lauter Erschöpfung
    auf den Boden fallen lassen. Aber sie konnte nicht, wenn sie jetzt
    aufgab, war sie verloren und sie wollte nicht sterben, war sie doch
    froh, nun endlich wieder ein halbwegs normales Leben führen zu
    können. Aber er war wieder da, er wollte ihr Leben ein zweites Mal
    zerstören und diesmal scheinbar für immer. Ihr Atem ging stoßweise,
    sie war vollkommen erschöpft und auch in ihrem Kopf schien sich
    alles nur noch zu drehen. So schnell sie konnte versuchte sie trotz
    allem zu fliehen. Ihr Überlebenswille war im Moment stärker als
    alles andere und dies hier war die einzige Chance.
    Unsicher drehte
    sie sich noch einmal um während sie lief. Sie hatte ihn nicht
    abhängen können, im Gegenteil, er kam ihr immer näher.


    Ihr Körper
    streikte. Ob sie nun wollte oder nicht, sie musste ihr Tempo
    verlangsamen und sie hörte ihn immer näher kommen. Jetzt wurde ihr
    klar, dass sie keine Chance mehr hatte, es war vorbei. Vollkommen
    erschöpft brach sie zusammen und schloss ihre Augen. Sie nahm nichts
    um sich herum mehr wahr,
    ihr ganzes Leben lief vor ihrem inneren Auge noch einmal ab. War sie
    doch endlich froh gewesen, wieder normal leben zu können, so war nun
    doch alles vorbei. Sie hatte vorher nie wirklich an Gott geglaubt,
    jetzt spürte sie ihn nun doch nahe bei sich. Sie spürte den Tod
    immer näher kommen und schloss schließlich ihr Leben ab. Sie war
    verloren. Mit einer vollkommenen Leere in ihr, ließ sie alles über
    sich ergehen, zu schwach, um sich noch irgendwie zu wehren.


    Ihr letzter Gedanke galt ihm, sie wusste das es ein Rachefeldzug gegen
    ihn war, sie war nur Mittel zum Zweck, ein Mittel um ihn zu quälen.
    Sie hoffte das er es schaffen würde, hoffte das er ihn bekommen
    würde, bevor noch mehr unschuldige sterben mussten, bevor er sterben
    musste. Schließlich schloss sie für immer die Augen...

    Edited 2 times, last by Alexandra ().

  • Da wir beide mit so vielen positiven Feeds gar nicht gerechnet haben :love: , gibts als kleines Dankeschön hier die Fortsetzung! Viel Spaß!






    Zum ungefähr fünften Mal drückte Semir auf die Klingel, als er endlich
    schlürfende Schritte vernahm.



    „Ich komm ja schon!“, rief eine verschlafene Stimme.



    Dann wurde endlich die Tür geöffnet und Ben stand in Boxershorts und T-Shirt
    vor ihm. „Semir? Was willst du denn hier?“, fragte er und strich sich die
    zerzausten Haare aus dem Gesicht. Dann warf er einen Blick auf seine
    Armbanduhr, „Es ist halb sechs! Du musst einen verdammt guten Grund haben mich
    jetzt zu wecken, sonst Gnade dir Gott!“, meinte der junge Mann und ging wieder
    in seine Wohnung.



    Dort ließ er sich aufs Sofa fallen und Semir setzte sich ihm gegenüber. „Ich
    hab einen guten Grund, glaub mir...“, murmelte Semir und Ben bemerkte das er es
    entschieden vermied ihm in die Augen zu sehen. „Was ist los Semir?“, fragte er
    und setzte sich etwas gerader hin; er spürte das hier etwas nicht stimmte und
    innere Unruhe machte sich in ihm breit. „Jetzt sag schon, was ist los?“„Weißt
    du... Wir... Die Kollegen haben eine weibliche Leiche gefunden, am Rastplatz
    Eifeltor...“, begann er. Er hatte Angst vor Bens Reaktion, er hatte mit ihm nie
    darüber geredet und so hatte er keine Ahnung, wie sein heißsporniger Partner
    darauf reagieren würde.



    „Oh, das ist ja mal was ganz neues! Und deshalb klingelst du mich mitten in
    der Nacht aus meinen schönsten Träumen?!“, fauchte Ben um seine Unsicherheit zu
    überspielen. „Ja... Sie... sie war noch recht jung. 25. Und sie hatte einen
    Personalausweis dabei...“, stotterte er zusammen. Jemand anderem eine solche
    Nachricht zu überbringen war eindeutig etwas anderes als seinem besten Freund,
    musste Semir feststellen.






    „Und? Wer war sie?“, jetzt konnte Ben nicht mehr verstecken das er spürte
    das etwas passiert war. Sein Atem ging unwesentlich schneller, er begann seine
    Hände zu kneten und mit dem Fuß zu wippen.



    Semir holte tief Luft, sah zu Boden und murmelte: „Jacqueline Jäger...“



    Jeglicher Ausdruck wich aus seinem Gesicht und seine Hände begannen
    unkontrolliert zu zittern. Er schien es nicht einmal zu merken. Er fühlte
    nichts mehr. Es war als hatte sich eine eiserne, eiskalte Faust um sein Herz
    geschlossen, er konnte nicht glauben was er da gehört hatte, er musste sich
    einfach verhört haben! Das musste ein Irrtum sein! „Ben?“, fragte Semir
    vorsichtig. Dieser kam langsam wieder in die Realität zurück und sah Semir an.
    Er konnte seinen Gesichtsausdruck nicht deuten, irgendetwas zwischen Angst, Ungläubigkeit
    und Schmerz.„Hast du ein Foto?“, fragte er kaum vernehmbar, seine Stimme war
    brüchig und schwach.



    „Ich weiß nicht ob das eine so gute Idee...“, begann Semir, doch Ben
    unterbrach ihn. „Wie soll ich wissen ob es meine Schwester ist, wenn du mir
    kein Bild zeigst?“, fauchte er leise. Doch eigentlich war das gar nicht nötig,
    Ben spürte das sie es war, wieso, das konnte er selbst nicht begreifen. Sein
    Herz sagte ihm es ihm einfach, auch wenn sein Kopf es noch nicht wahr haben
    wollte.


    Langsam zog Semir ein Foto aus seiner Jackentasche und gab es Ben. Er nahm es
    entgegen und sah es an. Jede Zelle seines Körpers wollte schreien, als er sie
    erkannte. Äußerlich wirkte sie bis auf ein paar Schnittwunden unversehrt. Aus
    ihrem Mundwinkel war ein dünnes Rinnsal Blut gelaufen und ihre braunen Augen,
    die seinen bis ins kleinste Detail glichen, starrten leblos in den Himmel. Als
    er ein paar Sekunden auf das Foto seiner toten Schwester gestarrt hatte warf er
    es zu Boden, drehte Semir den Rücken zu und sah aus dem Fenster um seine Tränen
    zu verstecken. „Wie ist sie gestorben?“, wollte er wissen und Semir hörte seine
    Tränen. „Sie hat sich den goldenen Schuss gesetzt. Eine Überdosis...“, Ben
    wirbelte herum und sah ihn mit tödlichem Blick an. „Du lügst!“, rief er.



    „Was?!“, Semir war geschockt, was sollte das denn jetzt? Sein Blick war so
    stechend und vorwurfsvoll, dass er Angst vor ihm gehabt hätte, wenn sie nicht
    schon so lange Freunde gewesen währen. „Jacqueline war seit Jahren clean!“, stieß
    er hervor und wischte sich die Tränen aus den Augen...

  • Kapitel 2



    „Also doch...“, murmelte Semir und Ben sah ihn verständnislos an. „Wir waren
    uns nicht sicher ob... Sie sich den Schuss selbst gesetzt hat, oder ob sie
    ermordet wurde. Damit wäre das ja jetzt auch geklärt...“ „Du glaubst mir?“,
    fragte Ben ungläubig.



    „Natürlich...Wenn du dir absolut sicher bist, dass sie das nicht getan hat,
    warum sollte ich dir dann nicht glauben? “, er stand auf und umarmte Ben, so
    gut es bei dem Größenunterschied eben ging, „Es tut mir so Leid.“ Ben brachte
    nur ein Nicken zustande. Obwohl er nicht den engsten Kontakt zu Jacqueline
    gehegt hatte, hatte er sie sehr geliebt, so sehr wie ein Bruder seine kleine
    Schwester eben lieben konnte. Ben löste die Umarmung wieder und sah erneut aus
    dem Fenster. Er wusste nicht recht was er fühlen sollte, er hatte es noch gar
    nicht realisiert das sie tot war, also beschloss er, dass er dafür sorgen
    musste, dass er es realisierte. „Semir, ich will sie sehen.“, flüsterte er.
    „Bist du sicher? Ich meine...“, fragte er vorsichtig.



    „Ja, ich bin mir sicher. Ich muss realisieren das sie nicht mehr ist und
    dann muss ich ihren Mörder finden!“, verkündete er und ging in sein
    Schlafzimmer um sich anzuziehen. Semir hatte es geahnt. Am liebsten hätte er
    den Fall ja abgegeben, aber das würde Ben niemals zulassen; durchaus
    verständlich, wenn jemand seine Schwester ermorden würde, würde er auch nicht
    eher ruhen, bis er den Typen erwischt hätte.



    Etwa fünf Minuten später saßen die beiden Kommissare in Semirs Wagen und
    fuhren in die Gerichtsmedizin. Dort angekommen lief Ben schnurstracks in das
    Gebäude, Semir hatte sogar Mühe mit zu halten, Ben hatte eben doch um einiges
    längere Beine als er selbst. Ohne sich vorher zu melden stürmte er den Raum,
    der Doc sah überrascht von seinen Akten auf. „Ben, was machst du denn hier? Ich
    dachte ihr habt heute frei?“, fragte er überrascht. „Das dachte ich auch... Wir
    haben einen neuen Fall übernommen.“, erklärte er völlig aufgewühlt, als Semir
    auch endlich keuchend den Raum betrat.



    „Danke für´s warten, Partner!“, beschwerte er sich, doch Ben ging gar nicht
    darauf ein. „Ich brauche die Ergebnisse von Jacqueline Jäger.“, meinte er zum
    Doc. „Jacqueline Jäger? War sie mit dir verwandt?“, fragte er, während er
    aufstand und auf eine der Leichen zu ging. Ben folgte ihm, sagte jedoch nichts.
    Semir hielt sich im Hintergrund. „Hier ist sie, wohl eine der grausamsten Arten
    zu sterben... Die Kleine muss schrecklich gelitten haben... Halluzinationen,
    Wahnvorstellungen und schlimmeres.“, begann er und schlug das weiße Tuch
    zurück. Sofort stiegen Ben die Tränen in die Augen und etwas schien ihm die
    Luft ab zu schnüren, da war der Beweis: Sie war tot!

  • Danke für die lieben Feeds! Wir sind echt total überwältigt wie toll ihr unsere Geschichte findet! :D :love:
    Bitte die Feeds weiterhin nicht vergessen! ;) :thumbsup:
    Ganz liebe Grüße an euch alle! :P






    „Schlimmeres?“, fragte Semir leise und stellte sich neben den
    Doc, Ben sah sie immer noch nur an, immer noch hielt die Eiserne
    Faust sein Herz umschlossen. Er nickte, „Ja. Also, so wie ich das
    sehe ist es so abgelaufen: Sie flüchtet, wahrscheinlich vor ihrem
    Mörder und wahrscheinlich durch einen Wald. Daher die Schnittwunden,
    außerdem habe ich Erde an ihrer Kleidung und unter ihren
    Fingernägeln und kleine Äste und Blätter in ihrem Haar gefunden.
    Sie läuft weg, hat da wahrscheinlich schon einen geringen Teil der
    Drogen im Blut, die sie sich übrigens nicht selbst gespritzt hat,
    das konnte ich anhand des Einstichwinkels feststellen.



    Aber sie ist nicht schnell genug, ihr Verfolger bekommt sie zu
    fassen, schleift sie ein ganzes Stück durch den Wald und
    vergewaltigt sie. Und zwar auf die grausamste Art und Weise die man
    sich vorstellen kann. So etwas habe ich selten gesehen, die arme muss
    unfassbares durchgestanden haben. Ja... Wie ich das sehe hat er ihr
    dann den Schuss gesetzt, während sie vor Schmerzen ganz benebelt war
    und sich nicht wehren konnte. Anschließend hat er sie auf den
    Rastplatz gebracht und wollte es wahrscheinlich so aussehen lassen,
    als ob sie eine gewöhnliche Drogenbraut war, die ihre Dosis nicht
    einschätzen kann.“



    Der Doc beendete seinen Vortrag abrupt, als er bemerkte das stumme
    Tränen Bens Wangen entlang flossen und er der toten mit zitternden
    Fingern durch die braunen Haare strich. „Ben?“, fragte er
    vorsichtig, doch Semir bedeutete ihm still zu sein und ging auf
    seinen besten Freund zu. „Ben! Du musst hier raus!“, sagte er
    sanft. Doch er schüttelte den Kopf, er konnte jetzt nicht gehen, er
    konnte den Blick nicht abwenden und er konnte nicht verhindern das
    die Worte des Docs sich in sein Gehirn brannten, so, das er sie
    niemals wieder vergessen würde.



    ...

  • Tausend, tausend Dank an unsere liebe Leni! :thumbsup:
    Sie hat uns den tollen Banner oben entworfen! :D :thumbsup: :thumbsup:
    Du bist die größte! :love: :thumbsup:
    P.S.: Es gibt da offenbar Probleme mit Firefox... Wer ihn sich ansehen möchte muss die Seite mit dem Internet Explorer aufrufen! Ich versuche dem aber auf den Grund zu gehen und es zu beheben! ;)
    LG!
    Alex

  • Es geht weiter! ;) Und die Feeds bitte nicht vergessen! :D







    Kapitel 3



    „Hast du sonst noch was gefunden, Doc?“, fragte er leise und mit brüchiger
    Stimme, sprechen schien im Moment Hochleistungssport zu sein.



    „Nun ja... Ihr Mörder hat eine Nachricht hinterlassen. Ich hab den Zettel
    untersuchen lassen, nichts. Er steckte in ihrem BH.“, antwortete er, ging zu
    seinem Schreibtisch und kam mit einer Plastiktüte zurück. Ben nahm sie entgegen
    und las die Worte:



    Sie ist die erste.



    Alle die dir auch nur entfernt etwas bedeuten könnten werden folgen!



    Ich weiß, dass du es lesen wirst und ich weiß, dass du mich suchen wirst.
    Leider vergebens.



    Du wirst mich niemals finden, aber ich werde dich bekommen!



    Du wirst alle deine lieben tot sehen und sie alle werden auf grausamste
    Art und Weise sterben, deine Schwester war nur der Anfang.



    Ich bin wieder da, ich habe dir doch versprochen, dass du Leiden wirst!



    Willkommen in deinem persönlichen Alptraum!



    TJ






    Mit leerem Blick hielt der junge Mann seinem Partner die Tüte entgegen.
    Semir las und sah Ben entsetzt an. „Wer ist TJ, Ben?“, fragte er leise. Er
    hatte nun wirklich ein ungutes Gefühl, diese Nachricht war eindeutig an Ben
    gerichtet, doch wer wollte sich an ihm Rächen?„Ein alter Schulfreund...“,
    murmelte Ben nur, Semir spürte das Ben darüber reden würde wenn er dafür bereit
    war, also sagte er nichts weiter, dann fuhren die beiden zurück zur PAST.



    Ben versuchte die Blicke, die er auf sich zog, als sie die PAST betraten, zu
    ignorieren. Mittlerweile wussten natürlich alle was geschehen war. „Hey, Ben,
    warte bitte mal.“, bat Susanne, als er sein Büro betreten wollte, damit niemand
    seine roten Augen bemerkte.



    Ben blieb stehen und sah sie an. „Mein Beileid.“, sie strich Ben sanft über
    den Arm, „ Die Chefin will euch sprechen.“, sagte sie und deutete auf das Büro.
    Ben nickte und er und Semir gingen in Annas Büro. Eigentlich wäre er jetzt
    gerne allein, wollte sich seiner Trauer hingeben, alte Fotos ansehen und sich
    an die schöne Zeit mit ihr erinnern, doch es ging jetzt vor TJ zu finden. Die
    Chefin saß hinter ihrem Schreibtisch und las in einer Akte, am Fenster stand
    eine Frau, sie sah hinaus und die Männer beachteten sie nicht weiter.

  • Ok, ok... Bevor ihr alle vor neugierde sterbt gibts noch einen neuen Teil. ;)
    Sorry das es so spät geworden ist, aber das Wetter lässt einen doch einfach nicht in der Bude Hocken... :D
    Jetzt gehts aber wirklich weiter und immer schön brav Feeden! :P





    „Sie wollten uns sprechen, Chefin?“, fragte Semir. Sie sah auf
    und betrachtete ihre beiden besten Männer mit ernstem Blick. „Zuerst
    mal mein Beileid, Ben. Und dann möchte ich ihnen jemanden
    vorstellen. Es ist eigentlich ihr Fall, sie hat sie gefunden, aber
    sie währe bereit mit ihnen zusammen zu arbeiten.“


    Ben sah zu der Frau am Fenster, in dem Moment in dem sie sich
    umdrehte. Er war wie vom Blitz getroffen, sein Herz raste und
    Erinnerungen überfluteten ihn...


    Das konnte nicht sein!



    „Nessy?“, fragte er leise.



    „Ben!“, sie war etwa 1.65 groß, schlank, hatte braune, Kinn
    lange Locken und Eis blaue Augen. Langsam gingen sie aufeinander zu
    und blieben dich voreinander stehen.



    „Die tote...?“, begann sie.



    Er nickte, „War meine Schwester.“


    „Gott... das tut mir so Leid!“, flüsterte sie.


    Er nickte wieder, „Oh Süße, ich hab dich so vermisst!“,
    sagte er und ehe Semir und Anna einen verwirrten Blick wechseln
    konnten lagen die beiden sich in den Armen.



    „Ich hab dich auch sehr vermisst.“, murmelte sie und man
    konnte hören das sie den Tränen nahe war als sie sich an ihn
    schmiegte. Hätte Semir es nicht besser gewusst, hätte er geschworen
    die beiden seien ein Liebespaar. „Sorry, aber würdest du mich
    vielleicht mal aufklären, Ben?“, fragte er säuerlich. Er spürte
    eine leichte Eifersucht in sich aufsteigen, er war es einfach nicht
    gewohnt das jemand außer ihm so Vertraut mit Ben war. „Jetzt bin
    ich aber mal gespannt!“, meinte die Chefin und lehnte sich in ihrem
    Sessel zurück. Sanft lösten die beiden die Umarmung. „Klar...
    Sorry. Also, darf ich euch vorstellen?“


    ...

  • Ok, ich weiß, ihr wisst nicht wer sie ist, aber das wird sich jetzt ändern. ;)
    Bevor ich ins Wochenende starte gibts nen neuen, diesmal etwas längeren Teil, heute Abend meldet sich Juli dann wieder! :P
    Und schön fleißig Feeds schreiben!





    Kapitel 4



    „Nessy, das ist Semir Gerkhan, er ist jetzt mein Partner. Semir,
    das ist meine kleine Nessy. Vanessa Höffer. Wir haben uns mit
    siebzehn kennen gelernt als sie nach Köln kam und auf das Internat,
    an dem ich war, geschickt wurde. Wir haben zusammen Studiert,
    zusammen die Ausbildung gemacht und waren fünf Jahre lang gemeinsam
    beim LKA. Wir waren
    Partner. Ich wurde dann zum MEK geschickt und wir haben uns aus den
    Augen verloren. Erzähl doch mal, wo bist du jetzt? Was hast du so
    getrieben? “, redete er drauf los. Er freute sich so wahnsinnig sie
    wieder zu sehen, das sogar für einen Moment der schreckliche Bericht
    der Gerichtsmediziners aus seinem Kopf und die lähmende Kälte
    verschwand.



    „Nachdem du weg warst bin ich noch etwa ein halbes Jahr beim LKA
    geblieben. Aber dann wurde es mir
    da zu langweilig.“„Langweilig, beim LKA?!“, warf die
    Chefin erstaunt ein. „Ja, ich wollte raus, ich wollte Action. Ich
    bin nicht für den Schreibtisch gemacht. Also hab ich mich fürs SEK
    umschulen lassen.“, erklärte sie geduldig. „Du bist...
    Verzeihung, Sie sind beim SEK?“, fragte Semir und warf ihr einen
    abschätzigen Blick zu.



    „Das mit dem du ist schon ok. Und nein, ich bin nicht mehr beim
    SEK. Seit... Einem.... Unfall bin ich Körperlich nicht mehr
    belastbar genug für unsere Elite. Jetzt bin ich beim BKA.“ Ben
    spürte wie schwer es ihr fiel darüber zu sprechen. Und als sie den
    Unfall erwähnte bemerkte er als einziger das sie sich kurz
    verkrampfte.



    „Aber wir sind nicht hier um alte Zeiten zu bequatschen. Frau
    Engelhardt sagte mir das ihr beim Doc wart, was hat er gesagt?“,
    fragte sie um zum eigentlichen Thema zurück zu kehren. Als Ben das
    Wort Doc hörte, kamen alle die Worte wieder hoch und ihm wurde übel.
    „Entschuldigt mich...“, murmelte er und verließ fluchtartig das
    Büro, er brauchte dringend frische Luft um nicht zu ersticken.
    Vanessa wollte ihm folgen, doch Semir hielt sie zurück:



    „Lass ihn, ich glaube er braucht ein bisschen Zeit für sich.
    Nachdem was der Doc uns erzählt hat, ist es ein achtes Weltwunder
    das er nicht zusammen gebrochen ist...“, und er berichtete den
    beiden Frauen was sie erfahren hatten.



    „Der Arme... Sie drei haben meine volle Unterstützung, egal was
    sie vor haben. Finden sie dieses Schwein!“, mit diesen Worten
    schickte die Chefin sie aus dem Büro.



    „Weißt du vielleicht ein günstiges Hotel wo ich unter kommen
    kann?“, fragte Vanessa Semir. Er haperte einen Moment mit sich. Es
    währe das beste für alle, doch es kostete ihn Überwindung diesen
    Vorschlag zu machen. „Weißt du, vielleicht kannst du ja Ben
    fragen. Er hat eine große Wohnung und mir währe ehrlich gesagt
    wohler wenn er nicht alleine währe. Ich kann mich schlecht bei ihm
    einquartieren, das würde er nie annehmen und meine Frau und meine
    Tochter währen sicher auch nicht begeistert.“



    Sie nickte, „Das ist vielleicht keine so schlechte Idee...“,
    murmelte sie, doch sicher war sie sich da nicht. Ihr Herz hatte
    wieder angefangen zu rasen als sie ihm gegenüber gestanden hatte,
    genau wie damals. Und sie konnte sich noch genau daran erinnern was
    damals dabei herausgekommen war. Aber jetzt waren sie älter,
    vernünftiger und außerdem wusste sie ja nicht mal ob er eine
    Freundin hatte. „Und wie fangen wir an. Besser gesagt, wo?“,
    fragte sie, als sie Bens und sein Büro betreten hatten. Sie musste
    sich schnellstens ablenken um die Bilder ihres letzten SEK –
    Einsatzes zu vergessen. Semir gab ihr den Kopierten Zettel. „Wer
    ist TJ?“, fragte sie, als sie die Nachricht gelesen hatte. „Ich
    weiß es nicht. Aber Ben weiß es, deshalb sollten wir zu ihm gehen.“
    „Weißt du denn wo er ist?“, wollte sie wissen und strich sich
    ein paar Haare aus dem Gesicht. „Da wo er immer ist, da, wo wir
    immer alle sind, wenn wir nachdenken müssen.“, lächelte Semir
    wissend.



    ...

  • So, der letzte Teil für heute! :)






    Kapitel 5



    Die beiden erklommen die Leiter und kletterten dann aus der Luke. Ben saß
    auf einem der Metallkisten auf dem Dach der Wache und rauchte. Die beiden
    setzten sich rechts und links neben ihn. „Ben, du rauchst nicht mehr seit du 23
    bist.“, erinnerte Vanessa ihn, nahm ihm sanft die Zigarette aus der Hand und
    drückte sie aus.



    „Ich weiß...“, seufzte er und massierte sich die Schläfen. Eine Weile
    schwiegen sie, dann fragte Vanessa: „Ben, wer ist TJ?“, Semir hielt sich
    zurück. Er war der Meinung, dass diese Frau im Moment den besseren Draht zu Ben
    hatte.



    Er holte tief Luft, dann begann er: „Es war etwa ein Jahr bevor du zu uns
    aufs Internat gekommen bist. TJ war mein bester Freund. Wir kamen alle aus
    höheren Kreisen“, meinte er zu Semir, „Er hat angefangen Drogen zu nehmen und
    damit zu dealen. Ich hab die Klappe gehalten. Ich war jung und wollte kein
    Spielverderber sein. Das Zeug habe ich allerdings nicht angerührt. Tja,
    irgendwann hat er dann aber das Fass zum Überlaufen gebracht; er hat Jacky an
    die Nadel gebracht.“, seine Hände begannen wieder zu zittern, als er an damals
    denken musste und er verschränkte sie schnell ineinander um es zu verbergen.



    „Was?! Dein bester Freund hat deine kleine Schwester an die Nadel
    gebracht?!“, fragte Semir entsetzt. Ben nickte. „Ich hab die Polizei
    informiert. Es stellte sich heraus das sein Lieferant ein ganz großer Fisch
    war, den sie schon lange suchten. Also hab ich ihnen das Datum der nächsten
    Übergabe gesagt und sie sind gleich mit dem SEK angerückt. Unglücklicher Weise
    ist alles schief gelaufen, er hatte seine Freundin mitgenommen, ich war auch
    gut mit ihr befreundet. Als das SEK die Halle stürmte nahm der Lieferant Sophie
    als Geisel, sie wurde von einem Querschläger getötet. TJ hat mir Rache
    geschworen, geschworen ich werde dafür büßen und mir vorgeworfen ich habe
    Sophie auf dem Gewissen, als er zehn Jahre bekommen hat. Wegen seinen Drogen
    sind nämlich fünf Menschen gestorben. Ich hätte nie gedacht das er es wahr
    macht.“

  • Einen wundervollen Samstag Morgen aus dem wunderschönen Sprockhövel! Die sonne scheint, der Schnee glitzert und keine einzige Wolcke bedeckt den Himmel! Wir haben kühle -8°C und aus diesem Anlass gibt es eine neues Stückchen! ;)
    Ein paar mehr Feeds währen nicht schlecht, dann ist der Tag gerettet!
    :D
    Ganz liebe Grüße an alle unsere Leser und natürlich auch an meine Mitstreiterin Juli! :P




    „Moment, ich komm da nicht ganz mit. Er will dir das Leben zur
    Hölle machen, weil ein Querschläger des SEKs seine Jugendliebe
    getroffen hat?“, fragte Vanessa ungläubig. „Als sie starb war
    sie schwanger von ihm. Was er nicht wusste... Sie wollte das Baby
    abtreiben lassen und sich von ihm trennen, sie war einfach nicht
    bereit so früh Mutter zu werden.“


    „Du... Du hast nie was davon erzählt.“, stellte die junge
    Frau fest.



    „Das einzige was mir an der ganzen Geschichte Leid getan hat und
    immer noch Leid tut, ist, das eine sehr gute Freundin von mir schon
    mit 16 sterben musste. Und das die Jugend meiner kleinen Schwester
    zerstört war. Sie hat erst mit 20 den Absprung geschafft, ein Wunder
    das sie da noch am Leben war...“



    „Wie ist sein richtiger Name? Vielleicht kann man ja etwas über
    ihn herausfinden?“, wollte Semir wissen. „Theodor John May.“
    „Dann werde ich Susanne mal bitten ein bisschen zu recherchieren.
    Ihr kommt dann gleich nach?“, fragte er und warf Vanessa einen
    bedeutungsvollen Blick zu. Die beiden nickten und sahen Semir nach,
    als er vom Dach sprang.



    „Ähm... ich... Ich suche noch ne Unterkunft. Weißt du
    vielleicht wo ich bleiben kann?“, fragte sie nach einer Weile. „Du
    schläfst natürlich bei mir. Ich meine, in meinem Gästezimmer.“,
    korrigierte er sich schnell.„Nicht das wir das schon mal gehabt
    hätten...“, grinste sie. „Ach komm, wir waren damals 18!“, er
    konnte nicht anders als ebenfalls zu lächeln, trotz der ernsten
    Situation. „Und es ist sechs Jahre so weiter gegangen. Manchmal
    frage ich mich ob das nicht doch so etwas wie eine Beziehung war, was
    wir da hatten...“„Ich glaube so etwas kann man keine Beziehung
    nennen. Wir waren beste Freunde und haben ab und zu miteinander
    geschlafen.“, er machte eine kurze Pause, „Es war damals sehr
    schön.“, fügte er hinzu und sah sie an.



    „Ja das war es.“, murmelte sie und sah ihm tief in die Augen.



    Langsam kamen sie sich näher. Da war ein wunderschönes Kribbeln
    im Bauch, sie waren sich immer noch so vertraut, auch nach den Jahren
    der Trennung. Bens Herz schlug heftig gegen seine Rippen, doch kurz
    bevor sich ihre Lippen berührten drehte er den Kopf weg. „Tut mir
    Leid...“, murmelte er schnell und stand ruckartig auf. Er hätte
    sie unglaublich gerne geküsst, wirklich! Aber für so etwas hatte er
    nun wirklich im Moment keinen Kopf. „Nein, mir tut´s Leid. Alles
    ein bisschen verwirrend, dich so unerwartet wieder zu sehen...Komm,
    lass uns mal schauen ob Semir und Susanne schon was raus bekommen
    haben.“, schlug sie vor, tat es Semir gleich und sprang vom nicht
    allzu hohen Dach.



    „Und sie läuft immer noch vor allem davon...“, murmelte er
    lächelnd zu sich selbst und sprang ihr hinterher. Er fühlte sich,
    als ob man die Zeit um zehn Jahre zurück gedreht hätte.



    ...

  • Von mir natürlich auch ganz liebe Grüße an euch alle und besonders an meine liebe Alex! :P Und da wir ja Wochenende haben, dachte ich mir, stell ich doch jetzt schonmal ein Stückchen ein, wenn ihr lieb feedet, lässt Alex sich ja vielleicht dazu überreden, heute noch einen Teil einzustellen!







    Kapitel 6






    Semir und Susanne hatten natürlich noch nichts gefunden, dafür aber alle
    Akten über ihn angefordert. Susanne durchforstete das Internet, Semir checkte
    welche Verbindungen er eventuell im Knast geknüpft haben könnte und Ben
    erstellte mit ihrem Spezialisten zusammen ein Phantombild und leitete
    anschließend die Fahndung ein. Vanessa nahm Kontakt mit ihrem Vorgesetzten in
    Berlin auf, um mit ihm weitere Schritte zu besprechen. „Willst du nicht lieber
    nach Hause fahren?“, fragte Semir, nachdem Ben zu ihm gekommen war um ihm zu
    helfen und er ihn einen Moment beobachtet hatte. Doch dieser schüttelte den
    Kopf, „Ne, lass mal.“



    „Sie war deine Schwester! Wir alle verstehen es wenn du ein bisschen Zeit
    für dich brauchst! Außerdem ist Vanessa ja auch noch da, sie kann mir doch
    helfen“, versuchte er es noch einmal. „Semir, ich glaube du verstehst hier
    etwas nicht! Es geht hier nicht darum, wie es mir geht. Es geht hier darum das
    jemand versucht mein Leben und das Leben aller Menschen, die mir wichtig sind
    zu zerstören. Ich glaube nicht das ich mir um meine Kumpels aus der Band Sorgen
    machen muss, meine Eltern sowieso nicht. Aber du und Andrea, Aida vielleicht
    sogar Susanne... Ich habe Angst, dass ihr die nächsten seid! Ich kann nicht
    einfach nach Hause fahren und so tun als wäre nichts!“, erwiderte er heftig und
    machte sich dann wieder daran die Insassen der JVA zu durchforsten. Er hatte gewusst
    das Ben so reagieren würde, aber einen Versuch war es wert gewesen. Nach einer
    halben Stunde gesellte sich Vanessa wortlos zu ihnen und machte sich an ihrem
    Laptop zu schaffen. Keiner redete ein Wort, alle waren in ihre Arbeit vertieft.
    Plötzlich stand Susanne im Türrahmen, sie sah ungewohnt ernst drein.


    „Was ist los?“, fragte Ben beunruhigt. „Hartmut liegt im Krankenhaus. Er wurde angeschossen
    und hat verdammtes Glück gehabt, fünf Zentimeter weiter links und er hätte es nicht überlebt,
    aber es ist halb so schlimm!“ Ben legte eine zitternde Hand über die Augen; Hartmut?!
    Hartmut war ein netter Kollege, mit dem er sich gut verstand! Ben bekam Angst,
    um wen musste er sich denn noch sorgen?!

  • Ok, ihr habt schön Fleißig gefeedet, bin Stolz auf euch! :D
    Zur Belohnung gibts heute den dritten, kurzen Gute-Nacht-Teil, für alle die früh ins Bett gehen, aber das ist echt der letzte und ich will keine Klagen hören, ihr hab es so gewollt! ;)
    Morgen früh gehts dann auch weiter!
    Fleißig Feeden, nicht vergessen! :P
    LG!
    8)





    „Wie geht’s ihm?“, fragte Semir.
    „Den Umständen entsprechend gut, aber ihr könnt noch nicht mit
    ihm sprechen.“ „Gibt es irgendwelche Hinweise auf den
    Täter..Oder...“, er warf Ben einen Blick zu, „Irgendwelche
    Nachrichten?“


    „Ja... Hartmut hat gesagt, das es ein Mann war, der auf ihn
    geschossen hat. Er hat gesagt, schöne grüße von TJ an Jäger, er
    soll gut auf seinen kleinen Engel aufpassen.“, sagte sie
    vorsichtig. Ben sah auf, „Aida! Scheiße! Susanne, bitte veranlasse
    sofort Personenschutz für Andrea und Aida und wenn die bocken, stell
    sie durch!“, Susanne nickte, ging zu ihrem Schreibtisch und
    telefonierte. „Wer sind die beiden?“, wollte Vanessa wissen.
    „Meine Familie..“, murmelte Semir geschockt. „Aida ist so was
    ähnliches wie meine Patentochter... Er kann mit „kleinem Engel“
    niemanden anderen gemeint haben! Ich nenne sie immer so...“,
    flüsterte er. Vanessa war verzweifelt, die Hoffnungslosigkeit, die
    die beiden ausstrahlten drohte auch sie zu ergreifen.



    „Leute, wir dürfen den Kopf jetzt nicht hängen lassen, wir
    müssen diesen Wahnsinn stoppen!“, sagte sie energisch und so
    machten sie sich wieder an die Arbeit. Nach wenigen Minuten kam
    Susanne wieder zu ihnen, brachte die bestellten Akten mit und
    erzählte das Semirs Familie nun unter Schutz stand. „Semir, fahr
    nach hause!“, meinte Ben zu seinem Partner, als sie wieder weg war.
    Er wusste das Semir auf heißen Kohlen saß und sich furchtbare
    Sorgen machte. „Quatsch, ich lass dich doch jetzt nicht allein! Ich
    vertraue den Kollegen vom Personenschutz, du brauchst mich mehr.“



    „Danke...“


    „Jungs, genug der Vertrauensbeweise! Ich hab hier was!“,
    mischte Vanessa sich ein.


    ...

  • Und weiter gehts! ;)



    Kapitel 7



    Sofort ließen sich Ben und Semir neben ihr auf den Boden fallen und starrten
    auf den Bildschirm ihres Laptops. Sie hatte eine dieser Seiten aufgerufen, auf
    der Leute für´s Klassentreffen gesucht wurden. Man sah ein Jugendfoto von Ben,
    darunter:



    Suche dringend meinen ehemaligen besten Freund, Ben Jäger für unser
    Klassentreffen!



    Es ist mir sehr wichtig das er dabei ist, daher setzte ich für
    sachdienliche Hinweise eine Belohnung von 5000€ aus.



    Bei Hinweisen melden sie sich bitte unter der Nummer 0126/6743985



    „Dieses Arsch!“, stieß Ben hervor und griff zum Telefon, doch Vanessa nahm
    ihm den Hörer aus der Hand. „Lass mich das lieber machen, er wird deine Stimme
    sicher wieder erkennen.“ Ben nickte und wählte die Nummer für sie. Doch schon
    nach ein paar Sekunden später schüttelte sie resigniert den Kopf, „Die Nummer
    wurde gekündigt.“ Semir setzte sich wieder an seinen Schreibtisch. „Mist! Na
    ja, was ich hab kann man nicht wirklich Hinweis nennen. Er hat sich mit keinem
    seiner Knastbrüder irgendwie verstanden, bis auf einen, der eine Woche bei ihm
    zwischengelagert wurde, bevor er seine Strafe abgesessen hatte. Markus Weber,
    saß fünf Jahre wegen Diebstahl und schwerer Körperverletzung.“ „Dann statten
    wir dem Herren doch mal einen Besuch ab. Wir haben doch eine Adresse, oder?“,
    meinte Ben und griff schon nach seiner Jacke. „Ja, die haben wir.“, bestätigte
    Semir und nahm sich auch seine Jacke. „Schafft ihr das auch alleine?
    Irgendjemand muss sich ja weiterhin um die Akten kümmern und hier die Stellung
    halten.“, zwinkerte Vanessa.



    „Klar.“, lächelte Ben und versuchte zu verbergen wie nervös er wurde, als
    sein Blick ihrem begegnete. Semir entging es natürlich nicht und grinsend
    meinte er: „Na komm, kleiner! Schau´n wir mal was Weber uns sagen kann.“,
    meinte er und zog Ben am Ärmel hinaus, während Vanessa ihnen lachend hinterher
    sah. Die beiden waren wirklich wie ein altes Ehepaar!



    Semir warf Ben während der Fahrt immer wieder besorgte Blicke zu. Er hatte
    den Kopf an die Scheibe gelehnt und sah in Gedanken versunken auf die Straße.
    „Du magst sie wirklich, oder?“, versuchte er das Eis zu brechen. „Ja. Sie hat
    mir damals sehr viel bedeutet. So etwas vergisst man nicht.“, murmelte er. „Ich
    meinte eigentlich anders mögen.“, betonte er und warf ihm einen
    Bedeutungsvollen Blick zu. „Semir, bitte, können wir das ausdiskutieren wenn
    ich diesen Alptraum hinter mir habe? Für so was hab ich jetzt wirklich keinen
    Kopf.“ „Klar, Sorry.“, er hatte nur versucht ihn ein wenig aufzuheitern, aber
    Ben hatte recht, das war wirklich nicht der richtige Zeitpunkt für Scherze.

  • Soooooooooo! Ein letzter Teil für heute! :P
    Viel Spaß und bitte, bitte, mehr Feeds! :D Ihr seid im Moment echt ein bisschen faul, was ist los? :S
    LG! 8)





    Nach zehn Minuten drückendem Schweigen brachte Semir den Wagen
    vor einem ziemlich heruntergekommenem Altbau zum stehen. „Also,
    hier möchte ich aber auch nicht leben... Düstere Gegend.“, meinte
    Ben, als sie in die oberste Etage stiegen und sich finstere Blicke
    von den Nachbarn ein fingen. „Allerdings...“, stimmte Semir ihm
    zu und drückte auf die halb zerbrochene Klingel, auf der man mit
    viel Phantasie den Namen Weber erkennen konnte.



    Kurz darauf wurde die Tür geöffnet und ein etwa 40-jähriger
    Mann stand vor ihnen. „Ja bitte?“, fragte er freundlich.
    „Gerkhan, Kripo Autobahn. Mein Kollege, Herr Jäger. Haben sie kurz
    Zeit für uns?“, fragte er und beide zeigten ihm ihre
    Dienstausweise. „Klar, kommen Sie doch bitte rein. Kripo? Ist was
    passiert?“, fragte er besorgt. Doch Ben spürte sofort das das
    alles nur gespielt war, er wusste sehr genau wer sie waren und er
    wusste was passiert war! Er musste sich ruhig verhalten und Semir die
    ganze Sache überlassen, sonst würde er wieder ausrasten. „Herr
    Weber, kurz bevor sie entlassen wurden, wurden sie in einer anderen
    JVA untergebracht und trafen dort auf Theodor May. Wie man sich
    erzählt haben sie damals Freundschaft geschlossen.“



    „Ich habe mich ganz gut mit ihm verstanden, ja. Wieso wollen sie
    das wissen?“ „Haben sie noch Kontakt mit ihm?“, überging Semir
    seine Frage. „Nein. Ich habe ihn seit damals nicht mehr gesehen.“
    „Sie haben doch sicher von dem Tod der jungen Jacqueline Jäger
    gehört, oder?“„Natürlich, das arme Ding... Gibt es eine Spur
    von ihrem Mörder?“ „Es handelt sich mit aller größter
    Wahrscheinlichkeit um Herrn May. Sie sind sich also sicher das sie
    keinen Kontakt mehr mit ihm haben?“ „Absolut.“, Ben beobachtete
    ihn genau und stellte fest das er auffällig oft einen Blick zum
    Telefon warf, „Ich habe nichts mit Mördern zu tun.“


    „Dann wissen sie also auch nicht wo er sich aufhalten könnte?“


    „Nein.“ „Dann danke ich ihnen für ihre Zeit. Wir melden
    uns, falls wir noch Fragen haben.“, verabschiedete sich Semir. Ben
    sah ihn fassungslos an, doch Semir bedeutete ihm still zu sein, er
    würde ihm draußen alles erklären. Widerwillig folgte er seinem
    Partner und wartete bis sie im Wagen waren, bevor er loslegte:



    „Bist du bescheuert?! Es ist doch offensichtlich das er da mit
    drin hängt! Wir hätten ihn ausquetschen müssen! Dann hätte er
    geredet, ich...“, doch Semir unterbrach ihn.


    „Wir haben keine Beweise und wenn wir ihn ausgequetscht hätten
    hätte er seine Aussage später zurückgezogen! Beruhige dich! Wir
    werden einfach mal ein bisschen Mäuschen spielen...“, grinste er
    und griff zum Fernglas auf dem Rücksitz. Die beiden beobachteten ihn
    eine Weile, er telefonierte und diskutierte dabei wild. Schließlich
    verschwand er aus ihrem Blickfeld, tauchte aber nur kurze Zeit später
    an der Haustüre auf, stieg in einen schwarzen Opel und fuhr los.



    Semir hängte sich unauffällig an...

  • Nach einem harten Schultag ;) erst jetzt der neue Teil! Heute Abend macht dann wieder Alex weiter!
    Danke für den Tipp Elvira, wird sofort in die Tat umgesetzt!


    Kapitel 8


    Mit dem nötigen Abstand, um nicht entdeckt zu werden, folgten sie dem Opel, der zügig, jedoch noch gesittet, durch die Stadt fuhr.
    Ben, der sich diesen Kerl auf keinen Fall durch die Finger gehen lassen wollte, wippte immer wieder ungeduldig mit dem Fuß, wenn die beiden mal wieder an einer Ampel für kurze Zeit abgehängt wurden. Er hätte sich am liebsten das Blaulicht gepackt und Weber damit zum Anhalten gezwungen, doch er wusste, dass Semir Recht hatte und das zu nichts führen würde.
    Dank dem nur zähflüssigen Verkehr an diesem Mittwochnachmittag, konnte Semir schließlich aber doch immer wieder aufschließen.
    „Wo will der denn jetzt hin?“, fragte Semir mehr sich selbst als Ben, als Weber den Innenstadtbereich verließ und in einen abgelegeneren Stadtteil kam.
    Doch genau das wurde den beiden Verfolgern zum Verhängnis, Weber entdeckte seine Anhänger und legte rasch einen Zahn zu.
    „Verdammt, ich glaub der hat uns entdeckt!“ Ben war außer sich vor Wut. „Na super! Dann halt eben doch so!“, fauchte er und schaltete das Blaulicht ein.
    Auch Semir trat nun das Gaspedal ganz durch, um wieder aufschließen zu können.
    „Na los, gib Gas, ich will nicht das der uns durch die Lappen geht!“ Ben setzte sich, vollkommen angespannt, etwas gerader hin.
    „Ja, ich bin ja schon dabei!“, gab Semir nur leicht genervt zurück.
    „Mist, was machen die zwei denn jetzt hinter mir?“, fauchte Markus als er den silbernen BMW hinter sich mehr durch Glück als durch Verstand entdeckte. Schnell erhöhte er sein Tempo und raste einen Feldweg entlang, doch er bemerkte, das der BMW hinter ihm bedrohlich näher kam. Er musste sich schnell etwas einfallen lassen. Schließlich bog er mit quietschenden Reifen wieder auf eine viel befahrene Straße ab. Nur mühsam kam er mit riskanten Überholmanövern an den vielen laut hupenden Autos vorbei. Als er hinter einer Kurve den Verfolger nicht mehr im Rückspiegel entdecken konnte, nutzte er die Gelegenheit und bog auf einen kleinen Schotterweg ab, der in einen Wald hineinführte. Versteckt hinter einigen Bäumen blieb er stehen und schaute mit einem hinterlistigen Grinsen durch das Gebüsch auf die Straße. Nur wer sich wirklich gut in dieser Gegend auskannte konnte den Weg hier hinein finden.
    Auf die Straße abgebogen, schauten die beiden Autobahnpolizisten sich suchend um. Doch der Opel war nirgends zu entdecken. Ben stand die Wut ins Gesicht geschrieben. „Das gibt’s doch nicht! Wo um Himmels Willen ist der hin?“ „Der kann sich doch nicht einfach so in Luft aufgelöst haben?!“ Auch Semir war verärgert ihn verloren zu haben.
    Die beiden fuhren noch ein gutes Stück weiter bis schließlich beide einsahen, dass es nichts mehr brachte. Also fuhren sie zurück zur PAST.

  • Ok, auch ich hab die Schule hinter mich gebracht, bin ein paar stunden durch die Stadt gelatscht, war beim Frisör... Aber egal, jetzt geht es für alle fleißigen und begeisterten Leserinnen und Leser weiter ;) Wir machen es heute abend ein bisschen Romantisch-Spannend, was da so passiert, oder auch nicht lest ihr dann mogen früh :D:D
    Und Die Feeds nicht vergessen! :!::!::D
    LG! 8)


    Weber, währenddessen setzte ein fieses Grinsen auf, als er den BMW vorbeirauschen sah. Er wartete noch einige Minuten und fuhr schließlich zurück zur Straße. Von dort aus machte sich wieder auf den Weg zu seinem eigentlichen Ziel.
    Als die beiden die PAST betraten richteten sich schnell alle Blicke auf sie. Bens Wut war ihm deutlich anzusehen und mit lauter Stimme zeterte er, „Na, du und dein ganz toller Fahrstil, echt super! Man…fast hätten wir ihn gehabt, aber nein…“
    Ben wäre gerne fortgefahren, doch er wurde von Semir unterbrochen. Nun platzte ihm doch der Kragen, die ganze Fahrt hatte er sich zurückgehalten, aber jetzt reichte es ihm. Mit ruhigem, aber trotzdem bestimmendem Ton legte er los, „So, jetzt hörst du mir mal zu! Es reicht! Ich weiß, dass das alles hier verdammt schwer für dich sein muss, aber entweder wir arbeiten normal weiter oder du fährst jetzt nach Hause!“
    Ben musste schlucken. Semir hatte recht... Er merkte, dass er zu weit gegangen war und blickte in Semirs funkelnde Augen.
    Inzwischen hatten alle Kollegen mitbekommen, was gerade vor sich ging und auch die Chefin blickte besorgt aus ihrem Büro und beobachtete die Beiden.
    Ben sah betreten zu Boden. „Du hast ja Recht… Es tut mir Leid, ich bin wohl völlig durch den Wind im Moment…“ Mit entschuldigender Miene blickte er seinen Partner an.
    „Schon gut, komm lass uns schauen, ob Vanessa was rausgefunden hat.“, Semirs Stimme war nun wieder sanfter geworden und beide gingen ins Büro. Nach einem kurzen Moment der Ruhe, setzten die Kollegen ihre Arbeit wieder fort. Auch die Chefin machte sich leicht lächelnd wieder an die vor ihr liegenden Akten.
    Vanessa hatte natürlich auch mitbekommen, was passiert war, doch sie entschied sich, nicht darauf einzugehen, das würden die Beiden schon untereinander klären, das war ihre Angelegenheit und sie spürte das sie sich da nicht einmischen sollte.
    Ben und Semir erzählten sie von dem mysteriösen Anruf den Weber getätigt hatte und der misslungenen Verfolgung.
    Vanessa nickte und meinte dann zu den beiden, „In der Zwischenzeit hab ich mir mal die Akten von diesem Weber bringen lassen.“ Erklärend deutete sie auf den vor ihr liegenden Stapel. „Na dann mal nichts wie ran an die Arbeit.“, kam es von Ben und er schnappte sich, voller Tatendrang, einen Teil der Blätter. Vanessa und Semir taten das Selbe und schon kurze Zeit später waren alle vertieft in das Lesen der Akten, darauf hoffend, einen Hinweis zu finden.
    Die Zeit schien ungewöhnlich schnell zu laufen, es war weit nach Feierabend und bis auf wenige Kollegen waren sie alleine in der PAST zurückgeblieben. Aber keiner von den Dreien dachte im Moment auch nur daran jetzt aufzuhören. Doch sie wurden müde, es war ein Dauergähnen aus dem Büro zu vernehmen und schließlich schliefen sie einer nach dem anderen ein.
    Bens Schlaf war jedoch sehr unruhig, ständig sah er Jacky vor seinen Augen und im Hintergrund hörte er immer wieder die Stimme des Docs „…eine der grausamsten Arten zu sterben... Die Kleine muss schrecklich gelitten haben...“ Die Worte wollten nicht mehr aus seinem Kopf, immer und immer wieder hörte er sie und wollte einfach nur noch weg. Alleine sein, doch er konnte nicht, denn plötzlich sah er TJ mit einem grinsenden Gesicht vor sich stehen „Hallo Ben!“
    Da schreckte er hoch. Erst langsam begriff er, dass er nur geträumt hatte. Er sah, dass Semir und Vanessa noch schliefen. Ein Blick auf seine Uhr verriet ihm, dass es Fünf war. Er rieb sich die Augen und stand schließlich leise auf, um sich einen Kaffee zu holen.
    Nach wenigen Minuten wachte auch Vanessa auf, irgendwie war sie unruhig. Sie sah Bens leeren Schreibtischplatz und schaute sich nervös um. Da entdeckte sie ihn durch eines der großen Glasfenster ihn in der Küche stehend, mit dem Rücken an die Wand gelehnt und geschlossenen Augen, schien er auf die laufende Kaffeemaschine zu warten. Auch sie stand leise auf und ging zu ihm. Als er sie bemerkte öffnete er die Augen und lächelte. Ebenfalls lächelnd tat sie es Ben gleich und lehnte sich genau wie er an die Wand. Ihren Kopf legte sie an seine Schulter, woraufhin er ihr sanft mit seiner Hand durch ihre lockigen Haare strich.
    Die Kaffeemaschine war längst fertig, doch beide genossen das enge Beisammensein und blieben einige Zeit so stehen. Vanessa tat Ben einfach gut. Durch ihre pure Anwesenheit war er ruhiger, hatte nicht mehr so große Angst und die Schuldgefühle, die ihn wegen Jacky, Hartmut und allen, die durch ihn in Gefahr gebracht wurden, plagten verschwanden fast gänzlich. Beide spürten, dass sie doch mehr füreinander empfanden als sie es noch vor einigen Stunden für möglich gehalten hätten...

  • Wunderschönen guten Morgen!
    Ich mach mich gleich auf den Weg zur Schule, während Juli schon in der Klasse sitzt und fleißig büffelt :D:D
    Von ihr kommt dann heute abend der nächste Teil! :P
    Einen schönen Tag euch allen! 8)8)
    Lg!


    Kapitel 9
    „Nessy... Ich...“, begann Ben leise, doch bevor er weiter sprechen konnte legte sie ihm einen Finger auf die Lippen.
    „Jetzt hör doch endlich mal auf alles erklären zu wollen, du Sturkopf!“, schimpfte sie und zog ihn näher an sich. Da hörten sie hinter ein verschlafenes „Morgen“ und schreckten auseinander. Semir nahm sich einen Kaffee und setzte sich an den Tisch, die beiden folgten ihm mit bösen Blicken. Es schien ihm gar nicht aufzufallen wo er da gerade hereingeplatzt war, oder das er schon längst unter der Erde währe, wenn Blicke töten könnten.
    Schließlich entschieden sie sich aber dafür nichts zu sagen, nahmen sich ebenfalls einen Kaffee und setzten sich zu ihm. „Gott, es kann doch gar nicht sein das wir nichts gefunden haben! Irgendeine Spur muss es doch geben!“, fluchte der älteste leise, „Hat die Fahndung schon was ergeben?“
    Ben schüttelte resigniert den Kopf, „Nichts. Es kann doch wirklich nicht sein das wir nichts finden!“, murmelte er verzweifelt. Vanessa stellte ihren Kaffee ab und nahm Semirs Hand in ihre linke und Bens in ihre rechte, „Wir dürfen nicht aufgeben! Und wir dürfen uns nicht runter machen lassen! Wir kriegen diesen Kerl, das schwöre ich euch. Wir schauen jetzt erst mal die restlichen Akten durch, das sind ja nicht mehr all zu viele. Und dann können wir nur noch abwarten und hoffen das die Fahndung nach Markus und TJ etwas ergibt.“
    „Dein Optimismus kennt wohl überhaupt keine Grenzen, oder?“, fragte Semir lachend. Sie lächelte Traurig. „Nur wer aufgibt hat verloren. Das hat meine Mutter immer zu mir gesagt...“
    Damit nahm sie ihren Kaffee und ging wieder ins Büro. „Sie ist echt ne tolle Frau.“, meinte Semir und stand gleichzeitig mit Ben auf. „Du...“, meinte Ben und zeigte wie immer auf seinen rechten Ringfinger. Trotz der gedrückten Stimmung mussten die beiden grinsen.
    Eine halbe Stunde später hatten sie auch die letzten Akten bis aufs kleinste Detail ausgequetscht und die Kollegen traten ihren Dienst an. „Sie haben doch nicht etwa durchgemacht, oder?“, wollte die Chefin wissen, nachdem sie in Bens und Semirs Büro gekommen war. „Na ja, so halb. Aber wir haben nichts gefunden. Es gibt keine Spur, keinen Hinweis, nichts! Die Fahndung läuft, Bild und Phantombild sind draußen.“, erklärte Vanessa, rieb sich die Augen und lies sich ohne Warnung auf Bens Schoß plumpsen. Dieser war in einem Zustand irgendwo zwischen dösen und intensivem Nachdenken gewesen und schreckte überrascht hoch. „Kannst du einen nicht Vorwarnen?“, grummelte und legte seinen Kopf an ihren Rücken. „Nächstes mal...“, meinte sie leise. „Oh Gott. Sie drei sind ja völlig übermüdet!“, lachte Anna, „Fahren sie nach hause. Legen sie sich ein paar Stunden hin. Sie haben alles mögliche getan und haben sich eine kleine Pause wirklich verdient! Keine Widerrede! Ich werde sie sofort anrufen, falls etwas passieren sollte.“
    „Aber...“, meinten alle drei gleichzeitig, doch die Chefin fuhr ihnen über den Mund. „Kein Aber. Ab nach hause!“, dann drehte sie sich um und ging in ihr Büro. „Na, dann...“, sagte Semir, nahm sich seine Jacke und zog sie über.
    „Drück Aida ganz fest und sag Andrea das mir das alles unglaublich Leid tut...“, bat Ben. „Da gibt’s nichts Leid zu tun, Ben. Du bedrohst uns ja nicht. Ich würde sagen wir sehen uns in spätestens 24 Stunden wieder hier. Passt gut auf euch auf!“, damit verließ er müde das Büro.
    „Du auch auf dich!“, riefen Ben und Vanessa gleichzeitig; dann erhob sie sich Schwerfällig von seinem Schoß und griff nach ihrer Jacke und ihrem Schal. „Wo sind denn deine Sachen? Oder bist du ohne Gepäck in Köln unterwegs?“, fragte er. „Nein. Meine Tasche ist im Auto. Fahren wir zusammen?“ „Klar.“
    Sie holten Vanessa´s Reisetasche aus ihrem schwarzen Mercedes und fuhren dann zu Bens Wohnung.

  • Und der nächste Teil für heute! :D Hoffentlich gefällt er euch! Bitte Feeds da lassen! :)


    „Nicht schlecht.“, staunte Vanessa, warf die Tasche auf den Boden und ihre Jacke über die Garderobe. „Danke. Ich bin nicht besonders stolz drauf, mein Vater hat sie mir geschenkt. Wir sind immer noch zerstritten. Willst du zuerst ins Bad?“, sie ging nicht auf seinen Vater ein und nickte.
    Er döste wenig später vor sich hin, als das klingeln eines Handys ihn aufschrecken ließ. Es war Vanessa´s, er stand auf, schnappte es sich und ging zum Bad. „Nessy? Dein Handy klingelt!“ Sofort wurde die Tür geöffnet, sie stand in Jeans und BH vor ihm und schnappte ihm ihr Handy aus der Hand. „Ja? Ach Papa, du bist´s! Ja, mir geht’s gut, mach dir keine Sorgen, Köln ist ne tolle Stadt, rate mal wen ich hier getroffen hab!“, Ben nahm nicht mehr wahr das sie redete, er sah nur noch ihren Körper, hörte ihr lachen... Doch als sie sich umdrehte, um nach ihrem Pulli zu greifen fiel er aus allen Wolken:


    Über ihren gesamten Rücken zog sich eine lange Narbe, als wäre ihr der Rücken aufgeschlitzt worden. Damals hatte sie sie noch nicht gehabt. Sie redete gestikulierend auf ihren Vater ein, während er sich hinter sie stellte und mit zitternden Fingern über die Narbe strich; sie war eiskalt und bei dem Gedanken, welche Schmerzen sie ihr einmal bereitet haben musste, lief ein Schauder durch seinen Körper. „Papa, ich muss Schluss machen, ich melde mich später nochmal!“, hörte er sie sagen, dann drehte sie sich um und sah ihm in die Augen. Er glaubte Schmerz in dem eisigen blau lesen zu können, aber auch Angst.
    „Wo ist die her?“, fragte er, doch sie wendete sich rasch ab und zog ihren Pullover an. „Vanessa, wo hast du die her?“, fragte er scharf und zwang sie ihn anzusehen, „Der SEK-Einsatz...“, fiel ihm plötzlich ein. „Bitte... Ben... Reiß die alten Wunden nicht auf. Es tut jetzt schon so weh...“, flehte sie leise. Er wollte gerade etwas erwidern, als sein Handy klingelte. Zuerst wollte er gar nicht ran gehen, doch dann fiel ihm ein das es die Chefin sein könnte.


    „Ja? ... Was?! ... Wie geht’s ihr? ... Gott sei dank! Wir kommen sofort!“, damit legte er wieder auf und wandte sich an Vanessa: „Wir müssen sofort zurück! Susanne wurde von der Autobahn abgedrängt!“



    „Verdammte scheiße, Markus, ich dachte ich kann mich auf dich verlassen!“, schrie er. „Man, TJ, die alte konnte verdammt gut Auto fahren und außerdem waren die Bullen schneller da, als ich gedacht habe! Das war einfach nur Pech!“, verteidigte er sich.
    „Nun gut... Ich glaube es wird langsam Zeit in die finale Phase über zu gehen. Ich habe keine Lust mehr nur an der Oberfläche zu kratzen und dann geht doch alles schief. Diesmal muss alles passen! Es darf absolut nichts schief gehen. Wir werden Ben ein kleines Präsent zukommen lassen, das ihm zeigt worauf er aufpassen sollte.“
    „Aber, wäre es nicht dumm ihn zu warnen?“, fragte Markus verwirrt. „Genau das ist der Trick! Ich kenne Ben. Er wird alles tun, um sie in Sicherheit zu bringen und er wird meinen, das es am sichersten ist sie aus der Stadt zu schaffen, das ist unsere Chance, dann müssen wir zuschlagen. Er wird nicht wissen wie ihm geschieht und er wird sie leiden sehen! Es tut mir fast Leid das arme Mädchen zu quälen, aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Ben leiden zu sehen ist es mir wert.“, sein dreckiges Lachen hallte durch die alte Fabrik und es jagte selbst Markus einen eiskalten Schauer über den Rücken...

  • Während Alex sich noch in der Schule rumquält, gibts von mir schonmal den nächsten Teil :D Viel Spaß beim Lesen und vielen, vielen Dank für die Feeds! Alex und Ich sind richtig geschmeichelt, dass euch unsere Story so gut zu gefallen scheint! :love:


    Kapitel 10



    Ben steuerte seinen Wagen zügig in Richtung PAST. Er und Vanessa machten sich beide große Sorgen, denn sie wussten nicht, was genau passiert war und wie es Susanne ging. Sie hingen ihren eigenen Gedanken nach, somit verlief die ganze Fahrt still.
    Als sie ankamen, sahen sie bereits Semirs BMW auf dem Parkplatz stehen, mit schnellen Schritten machten sie sich auf den Weg ins Innere des Dienstgebäudes.


    Dort saßen Semir, Anna und Susanne.
    „Oh Gott… Susanne, wie geht’s dir?“, Ben schaute besorgt in ihr Gesicht. Sie trug eine Halskrause, schien aber bis auf ein paar Kratzer im Gesicht unversehrt.
    Mühsam rang sie sich ein Lächeln ab. „Mach dir keine Sorgen, halb so wild.“
    Erleichtert ließ der Angesprochene sich auf den Stuhl fallen, „Was soll denn noch alles passieren? Erst meine Schwester, dann Hartmut.. jetzt auch noch Susanne…“ Sein Blick senkte sich zum Boden, Vanessa bemerkte, dass er leicht zitterte, ging auf ihn zu und legte stärkend ihre Hand auf seine Schulter.


    Für einen Moment herrschte eine bedrückende Stille im Raum, die schließlich von Susanne beendet wurde, „Also eine gute Nachricht habe ich ja für euch… Der Wagen eben auf der Autobahn… das war ein schwarzer Opel.“
    Bens Kopf zuckte ruckartig hoch und sah in Semirs erstauntes Gesicht. Fast zeitgleich riefen sie, „Markus Weber!“ „Also doch… war doch klar, dass der mit drin hängt!“, kam es von Semir überzeugt.
    Beide sahen sich an. „Na, dann lass uns dem mal einen Besuch abstatten!“ Gerade wollten sie aufstehen und sich auf den Weg nach draußen machen, da hörten sie eine empörte Stimme hinter sich, „Hey? Und was ist mit mir?“ Vanessa machte gespielt auf Beleidigt. Als Ben ihre Stimme hörte, sah er plötzlich wieder die riesige Narbe auf ihrem Rücken. „Fahr doch schon mal zu mir und schlaf dich aus.“, Ben sah ihr an, wie müde sie war, doch er kannte ihre Antwort schon. „Das würde euch so passen, ich komm mit! Das ist immerhin mein Fall!“ Und damit schnappte sie sich ihre Jacke und ging voraus. Semir und Ben konnten sich ein leichtes Lachen nicht unterdrücken. Kopfschüttelnd folgten sie ihr.


    Und tatsächlich, der schwarze Opel stand vor der Wohnung von Markus Weber. Gerade wollten Ben und Semir aus dem Wagen steigen und sich auf den Weg zu ihm machen, da war es wieder Vanessa, die die beiden bremste, „Wartet mal… Ist das wirklich so sinnvoll, da jetzt rein zu gehen?“ „Wieso nicht?“, Ben wusste nicht, worauf sie hinauswollte. „Na, überlegt doch mal, wenn wir dem jetzt einen Besuch abstatten, ist er doch direkt gewarnt.“ Semir nickte mit dem Kopf erwiderte jedoch, „Ja, aber Susannes Aussage und der beschädigte Opel dürften reichen, an dem Wagen müssen doch Lackspuren sein.“ Doch Vanessa versuchte ihnen etwas anderes klar zu machen, „Klar, Weber kriegen wir, aber wir wollen doch an T.J. rankommen.“ „Was schlägst du vor?“ „Ich wäre dafür, dass wir ihn beschatten lassen, dann fühlt er sich sicher, wenn er von uns keinen Besuch bekommt und wird uns hoffentlich zu T.J. führen. Irgendwann müssen die beiden ja noch einmal Kontakt zu einander aufnehmen.“ Semir war beeindruckt, „Das könnte funktionieren. Ich sag den Kollegen bescheid, die sollen sich an ihn ranklemmen und uns über jeden Schritt informieren.“


    Die drei warteten noch, bis die Kollegen in ziviler Kleidung auftauchten und machten sich dann auf den Weg zurück zur PAST. Gerade wollten sie das Gebäude betreten, da hielt Vanessa Ben zurück. Fragend schaute er sie an, doch sie wartete noch darauf, bis Semir im Inneren des Hauses verschwunden war.

  • Sooooo....
    Bevor ich entschwinde lass ich euch ein bisschen was zum lesen da. :D:D
    Hoffe wir konnten es mal wieder spannend machen. So langsam wird es ernst für unsere Helden :S
    Viel Spaß und bitte Fleißig Feeden nicht vergessen!!!!! :D8):P:P8):D
    LG!


    Jetzt verstand auch Ben, lachend sagte er, „Jetzt kommt aber nichts mehr dazwischen!“, und wurde schließlich wieder ernst. Beide schauten sich tief in die Augen und kamen sich schließlich näher. Und dann geschah es endlich, hatten sie es doch beide jetzt so lange ersehnt. Küssend lagen sie sich in den Armen und schienen alles um sich herum zu vergessen. Eine wunderschöne Gefühlswelle überschwemmte Vanessa, so dass sie sogar die schmerzvollen Gedanken an den Unfall damals vergaß, an den sie jeden Morgen mit dem ersten Blick in den Spiegel erinnert wurde.
    Scheinbar eine Ewigkeit blieben sie so stehen, doch auch der schönste Kuss geht einmal zu Ende. Mit strahlenden Gesichtern und eng aneinander gelehnt betraten sie schließlich die PAST. Als Semir die beiden erblickte, konnte er sich ein heimliches Grinsen nicht verkneifen, „Na, endlich…“, dachte er bei sich und konnte sich vorstellen, was draußen geschehen war.
    „Semir?“
    „Ähm was?“, erst jetzt bemerkte er wieder, dass er ja im Büro der Chefin stand. Anna war die ganze Szene im Vorraum natürlich auch nicht verborgen geblieben. Lächelnd fuhr sie fort und Semir konzentrierte sich wieder auf das Gespräch.
    Plötzlich klingelte Vanessas Handy. Ben entging nicht, wie sich ihr Gesichtsausdruck von dem frohen Lachen in einen leicht genervten verwandelte. Er musste grinsen, „Wieder dein Vater?“ Da musste sie auch auflachen, „Schön wär’s, schlimmer, mein Chef…“, erklärte sie und verdrehte die Augen. Damit hatte sie auch schon abgehoben und ging in Richtung Ausgang um in Ruhe sprechen zu können.
    Ben machte sich mit einem seligem Lächeln auf den Lippen auf den Weg in sein Büro, als Hotte ihn ansprach, „Ben? Da ist ein Briefumschlag für dich gekommen, liegt auf deinem Schreibtisch.“
    „Ja, danke Hotte, ich schau gleich mal nach…“, und schon war er im Büro und hatte den Umschlag in der Hand. „Kein Absender… komisch…“, dachte er sich und öffnete ihn.
    Er zog den Inhalt heraus und musste schlucken. Sein Herz schlug schneller. Nein, das durfte nicht sein, nicht sie! Wie konnte er davon wissen? Zitternd hielt er Fotos von sich und Vanessa in der Hand und bemerkte erst jetzt den beiliegenden Zettel...