Happy Hour

  • so, nachdem ja Auf Leben und Tod und die Fortsetzung etwas trauriger Natur waren, dachten Dagmar und ich: jetzt mal was zum lachen und mit Witz. Also viel Spaß:



    Happy Hour



    In der Bar herrschte Hochbetrieb.
    Frankie hatte alle Hände voll zu tun und wäre froh gewesen, wenn er wie geplant nun eine Aushilfe hätte. Doch der Cocktail-Mixer hatte kurzerhand abgesagt und somit stand er nun selbst am Tresen und war mit mixen und zapfen beschäftigt.


    Vor ihm saßen schon seit geraumer zeit 2 finstere Typen, die ihm beim Betreten der Bar bereits aufgefallen waren.
    Ungewollt schnappte er Wortfetzen auf
    „ Die Lieferung kommt übermorgen. Über die A4. Seht zu, dass alles klar geht.“
    „“ Waffen... Geld.......aufpassen mit Bullen.......“


    Frankie sah die beiden von der Seite an und prägte sich die Gesichter gut ein. Irgend etwas war da faul ....
    Die beiden Männer bezahlten mit Bargeld und hatten beide komische „Ausbuchtungen“ unter ihren Armen, was auf eine Waffe schliessen ließ. Da kannte Frankie sich aus.



    „Sag mal, bist du irre, hast du mal auf die Uhr gesehen...was rufst du mich mitten in der Nacht an?“ Tom sah mit müden Augen auf das Zifferblatt seiner Uhr und gähnte.
    Die blonde junge Frau neben ihm drehte sich nur verwundert zur Seite.
    Tom setzte sich langsam im Bett auf , schaute sie lächelnd an und hörte Frankie nur mit halbem Ohr zu.
    „Okay Vater….was ist denn, was nicht warten kann?“
    „Junge, ich hatte bis vor ein paar Minuten höchst merkwürdige Gäste. Die erzählten irgendwas von Waffengeschäften auf der A4….Tom?“
    „…Wie? Ja, ich hör dir zu…Hatten die was getrunken? Oder hast du was getrunken?“ Tom gähnte erneut, legte sich wieder hin und sah immer noch ,auf der Seite liegend, zu der jungen Frau neben ihm.
    „Tom, glaubst du mir nicht, oder was?“
    „Doch, doch, Vater,sicher….Du, laß uns morgen darüber reden. Ich hab jetzt keine Zeit.“
    „Keine Zeit? Wieso, keine Zeit? Es ist drei Uhr Nachts…Ach, stör ich ?“
    Tom verdrehte die Augen, murmelte noch ein kurzes Tschüss und legte auf.
    Die Blondine öffnete die Augen und lächelte ihm zu.
    „Klingelts bei dir nachts öfter?“
    „Selbstverständlich nicht“, sagte er grinsend und hatte seinen Vater bereits drei Sekunden später wieder vergessen.




    „Was ist das denn für ein Geräusch....... „ Tom schlug langsam die Augen auf, versuchte sich müde zu orientieren. Neben ihm bewegte es sich langsam unter der Decke. Da war es wieder.. „OH Gott, ich hab verschlafen, das ist Semir“ Tom schreckte hoch. Nahm sich schnell ein Handtuch um die Hüfte und polterte die Treppe runter.
    „Ach? Auch schon wach?“ Semir stand grinsend im Türrahmen.
    „Komm rein“ brummelte Tom nur knapp und verschwand im Bad.
    Semir ging in die Küche und bediente sich.
    „ Bei dir geht es ja zu wie im Taubenschlag“ ertönte plötzlich von hinten eine sanfte weibliche Stimme.
    Semir zuckte zusammen und hätte vor Schreck fast das Kaffeewasser neben die Tasse gekippt.
    „Äh.... Guten Morgen, ich.. also...ich bin Semir, Toms Kollege....“
    „ Hallo Semir, ich bin Madeleine“ Sie nahm ihm den fertigen Kaffee aus der Hand und ging Richtung Bad.

  • Als die beiden 10 Minuten später bei Semir im BMW saßen, sah er Tom neugierig von der Seite an.
    „ Hab ich was verpasst? Wo hast du denn die aufgerissen?“
    Tom gähnte, lächelte und summte vor sich hin.“ Tja, das wüsstest du jetzt gern, was?
    „ Na ja, nach ner Kneipen und Barmaus sieht die nicht aus... so dürr und ...“
    „ Sie ist Tänzerin beim Ballett und erst seit kurzem in der Stadt.....“
    Semir prustete los.“ Du gehst ins Ballett? Sollte ich da was wissen?“ Er grinste
    „ Ja, ja..mach dich nur lustig, aber so wars nicht, sie hat mich nach dem Weg gefragt.“
    „Und da hast du ihr gleich den Weg in dein Schlafzimmer erklärt, hm...“
    „Wie witzig, ach Semir, davon verstehst du nix.“ Tom sah verklärt aus dem Fenster.
    „ Ich will dich ja ungern stören, aber wir sind vor der PAST, du kannst aussteigen“ Semir knallte die Wagentüre zu.
    Tom dagegen blieb im Wagen sitzen und klopfte sich plötzlich gegen die Stirn.
    „Mensch, jetzt hab ich Frankie vergessen….Komm, steig nochmal ein, Semir:“
    Semir öffnete die Tür wieder und sah ihn an.
    „Was ist los?“
    „Ich muss mal eben bei meinem Vater vorbei.“
    „Wieso das denn? Tom, es ist acht Unr morgens. Falls ich dich mal daran erinnern darf, dass dein Vater eine Bar besitzt und jetzt sicher noch schläft.“
    „Eben drum ,Semir, eben drum.“ Tom grinste.
    Semir sah ihn verständnislos an und setzte sich wieder hinters Steuer.
    „Das heisst, ich muss mal wieder ohne Kaffee, ohne alles, dann gleich auf unsere Runde, ja?“
    „Kaffee kriegst du bei Frankie und jetzt fahr. Ich bin müde.“
    „Ja…das kann ich mir vorstellen.“



    Kurz darauf klingelte Tom bei seinem Vater Sturm und es dauerte eine Weile, bis Frankie kopfschüttelnd und verschlafen die Tür öffnete. Tom grinste.
    „Morgen Vater, ach, hast du noch geschlafen?“
    Frankie antwortete nicht, warf seinem Sohn nur einen kurzen Blick zu und gab die Tür frei.
    Semir folgte Tom in die Wohnung und zuckte nur verständnislos die Achseln.
    „…Wollt ihr nen Kaffee?...Ja, sicher wollt ihr den….Moment.“
    Er schlurfte Richtung offene Küche und drückte den Schalter des Kaffeeautomaten. Tom saß bereits auf einem der Sessel und grinste immer noch. Semir stiess ihn an.
    „Sag mal, was soll denn das? Seit wann müssen wir morgens um diese Zeit zu deinem Vater?“
    „Seit ich mir nachts um drei am Telefon anhören muss, dass in seiner Bar Waffendeals geplant werden….also angeblich.“
    „Bitte?“
    Tom nickte nur nahm sein gerade klingelndes Handy aus der Tasche.
    „Na, hast du alles gefunden, was du brauchtest….ja, heute Abend…ich hol dich ab….ha,ha, nein, sicher nicht….ich verspreche dir eine störungsfreie Nacht….bis dann!“
    Er legte auf, lehnte sich zurück und lächelte Semir nur zu. Dieser verdrehte die Augen und nahm Frankie den ersten Kaffee aus der Hand.

  • „Jetzt erzähl mal, was du meinst heut nacht gehört zu haben.“ Tom sah seinen Vater neugierig an, nahm ihm den 2. Kaffee aus der Hand.
    „ Ich meine nicht, ich HABE.... „ er erklärte den beiden kurz , was die Typen gesagt hatten und wie sie ausgesehen haben.“ Die hatten beide Waffen unter dem Arm, und der eine, der bezahlt hat, hat ein dickes zusammengerolltes Geldbündel aus der Tasche geholt dabei, hat gesagt bis morgen Ich meine mutbekommen zu haben, dass sie sich heute um 9 wieder treffen wollten.“
    Frankie gähnte und setzte sich aufs Sofa.


    Tom nickte, fuhr sich mit der Hand durchs Haar“ Tja, dann hast du heute Abend ne Aushilfe am Tresen, würd ich sagen. Ich kann dann ja meine Ohren auch mal aufhalten, oder?“
    „Du? An meinem Tresen? Mit 2 linken Händen, das geht nie gut.“ Frankie lachte.
    „Warum? So ein wenig schütteln und rühren kann ja jeder, mehr muss ich ja nicht tun. „
    Semir sah Tom an und lachte“ Da wird Madeleine aber traurig sein, wenn du sie allein lässt“



    „ Na, die kommt mit, kann ja an der Bar sitzen und sich so lange mit mir unterhalten, Ewig wird das ja nicht dauern.“ Tom sah auf die Uhr. “Wir müssen. Also bis heut Abend ,Vater du schlaf noch ne Runde, du siehst müde aus.“
    Frankie nahm Tom den halbleeren Kaffeebecher aus der Hand und sah den Beiden wortlos nach.



    Die Bar war noch relativ leer, als Tom kurz nach acht zu seinem Vater hinter den Tresen trat. Dieser sah ihn von oben bis unten an und schüttelte den Kopf.
    „Ne mein Junge, so erkennt jeder, dass du kein Mixer bist. Komm mit nach hinten, da liegen noch richtige Klamotten für dich rum. Sonst fällst du schon auf, bevor du den ersten Cocktail schüttelst.“
    Tom sah ebenfalls an sich hinunter und folgte Frankie achselzuckend in sein Büro. Die Sache begann schon jetzt ihn zu nerven.
    „Hör mal Vater, hast du hier irgendwo ne Liste rumliegen, was da in die ganzen Cocktails gehört?“
    „Du glaubst doch nicht im Ernst, das du hier einen einzigen Drink mixt, Tom. Da laufen mir ja die Gäste weg. Ne, ne, du kannst die Gläser spülen und…na, wir finden schon was.“
    Dabei hielt er Tom die Anziehsachen entgegen und grinste.
    „Hier…wird dir gut stehen.“

  • Tom besah sich die Hose, das geblümte Hemd und schüttelte den Kopf.
    „Das ist nicht dein Ernst, oder?“
    „Du wolltest unbedingt hinter meinen Tresen, oder? Also los, Beeilung, ich muss dir noch einiges erklären und ab neun wird’s voll.“
    Tom seufzte leise und begann sich umzuziehen. Hoffentlich kam Semir nicht auf die Idee hier aufzutauchen, dachte er kopfschüttelnd.


    „Hier, die Schürze noch umbinden und dann schau zu. „ Frankie zog Tom an den Tresen.
    „ich mixe und du stellst dann die Gläser vor die Leute, Serviette drunter, Nüsse müssen regelmäßig aufgefüllt werden. Siehst du ja. Und ich warne dich, wehe du flirtest mit den weiblichen Gästen.“ Frankie warf seinem Sohn einen ernsten Blick zu.


    „Vater, ich bin hier nicht zum arbeiten für dich, sondern um die Typen auszuhorchen, die du gesehen hast.... also lass den Quatsch.“
    1 Stunde später war die Bar gerammelt voll und Tom hatte alle Hände voll zu tun mit den Gläsern die sein Vater ihm ständig hinstellte.
    „ Geht’s auch schneller? „ meinte plötzlich jemand vor ihm
    „Och nö, das war ja klar. „ Tom warf Semir einen bösen Blick zu.
    „Schick siehst du aus.... muss ich glatt mal ein Foto machen.“ Semir zückte sein Handy.
    Doch Tom hatte in dem Moment nur noch Augen für Madeleine, die in einem atemberaubenden Outfit die Bar betrat.
    „Hallo Schatz, was darf ich dir mixen?“ Tom gab ihr einen Kuss über die Theke.
    „Ich nehme Sex on the Beach“ hauchte sie.
    „Ich glaube ,das verschieben wir dann auf später“ lachte Tom und flüsterte ihr was ins Ohr.


    „ Hey, Arbeit ruft... und falls du deine Augen mal nach Links wenden könntest, da kommen die Typen.“ Sein Vater stieß ihn an.
    „Meine Nüsse sind alle!“, kam von Semir und er wendete sich lächelnd Madeleine zu. Sofort warf Tom ihm einen warnenden Blick zu und sah dann Richtung Tür.
    Die beiden Männer sahen bereits auf den ersten Blick nicht sonderlich vertrauenswürdig aus und Tom merkte direkt die in ihm aufsteigende Unruhe. Die Kerle kamen an die Bar und liessen sich direkt links neben Madeleine auf die Hocker sinken.

  • Noch was zum Abend! ;)


    „Hey Mixer! Zweimal was Starkes! Und…“ Einer der Beiden grinste zu Madeleine, „…Was möchte unsere Süsse hier?“
    Madeleine sah ihn an, als Semir bereits antwortete.
    „Die Dame hat schon bestellt, danke.“
    „Ach, wer redet denn mit dir?“ Sie lachten und schlugen sich gegenseitig auf die Schulter.
    Tom beobachtete es schweigend und hatte Mühe sich zu beherrschen. Frankie stellte den beiden eilig einen Drink vor die Nase und sah Tom eindringlich an. Doch dieser blickte bereits wieder zu dem Kerl, der neben Madeleine saß und sie gerade am Oberarm berührte.
    „Hast du Lust, was zu erleben, Baby?“
    „Ja, aber nicht mit ihnen! Danke.“ Sie wendete sich ab, doch wieder griff er nach ihrem Arm.
    „Stell dich doch nicht so an, Süsse….“
    In diesem Moment packte Tom ihn bereits ebenfalls über den Tresen hinüber am Arm und sah ihn fest an.
    „Haben sie es nicht mitgekriegt? Sie kommen nicht so gut an!“
    „Hat dir jemand erlaubt mich anzupacken?“ Er schlug Toms Hand von seinem Arm.
    „Nein, aber die Dame hat sie auch nicht aufgefordert, oder?“ Tom zischte ihn wütend an.


    Madeleine stand nun mit ihrem Glas auf, zog Semir zur Seite und ging mit ihm zu einem Tisch.


    Die beiden Typen wandten sich ihren Gläsern zu und steckten die Köpfe zusammen.
    Tom stellte sich unauffällig vor sie und wischte Gläser aus, räumte Nüsse in Schälchen und versuchte etwas zu hören.
    Sein Vater schien Recht zu haben, denn er konnte eindeutig vernehmen, dass man sich treffen würde an einem Rastplatz an der A4. Um was es genau ging, konnte er nicht hören, aber es musste eine große Sache sein, so viel stand fest.
    Ab und an warf er Madeleine und Semir Blicke zu, doch die waren ins Gespräch vertieft und lachten laut. „Na bravo, macht sich einen schönen Abend und flirtet mit meiner Freundin“ dachte Tom eifersüchtig.
    Er nahm 2 Gläser und ging an ihren Tisch
    „Falls du mal Zeit hast, er wäre klug, wenn du dich an die beiden heftest, wenn sie gehen, mein Vater hatte Recht. Und hier ist was ohne Alkohol für dich.“ Tom grinste Semir an.
    „Ach, und noch was…du bist verheiratet!“
    Semir sah auf, grinste nur und lächelte wieder zu Madeleine.
    Tom ging wortlos zurück hinter die Bar,wo die zwei Männer gerade neue Drinks bestellten.
    „…Okay, die letzte Runde und dann lass uns gehen. In einer Stunde treffen wir Pablo wegen dem Transporter….“
    Der zweite nickte, kippte sein Glas hinunter und zog ein Bündel Geldscheine hervor.
    „Zahlen, du bunter Vogel ! Was macht das?!“
    Tom sah ihn an, ging zur Kasse und schob ihm schließlich die Rechnung rüber.
    Der Kerl warf nur einen flüchtigen Blick drauf, legte einen Fünfziger auf den Tresen und schon verliessen beide die Bar.
    Tom blickte zu Semir, doch der strahlte Madeleine an und bekam anscheinend gar nichts mehr um sich herum mit. Tom eilte erneut zu ihm und boxte ihn in die Seite.
    „Mensch, jetzt paß doch mal auf hier! Arbeit! Die Bösen! Da lang!“
    Er zog Semir vom Stuhl hoch und schubste ihn Richtung Tür.
    „Ja, ja, ist ja gut…Bin schon weg.“
    „Und ruf mich an. Und sei vorsichtig!“

  • Eure Geschichte ist süß, niedlich. Sie ist toll wie die anderen auch. Danke und weiter so.

  • Nicht schlimm, Soul, kann passieren ;)


    Und jetzt geht die Story weiter! :]


    Madeleine setzte sich wieder zu Tom an die Bar, der noch etwas aufräumen wollte und dann gehen. Sein Einsatz war ja für heute erledigt.
    „Tom? Sie? Können sie mir sagen, was sie hier machen?“ kam plötzlich eine ihm vertraute Stimme von schräg seitlich.
    „Äh. Chefin...also... ja...“ Tom stotterte
    „Mein Sohn war so nett und ist eingesprungen Anna. Nur heute.“
    „Ach, als was? Als Küchenhilfe...“Sie lachte......
    „ Bin auch schon weg... wenn du nix dagegen hast Vater.“
    Frankie nickte und wandte sich wieder Anna zu.
    Tom und Madeleine verliessen Arm in Arm die Bar und machten sich auf den Heimweg.



    Semir fuhr mit dem BMW in sicherem Abstand hinter den 2 Kerlen her.
    Sie fuhren etwas stadtauswärts zum Rhein und trafen sich dann am alten Bootshaus.mit mehreren Männern.
    Semir stieg aus und schlich sich im Schutz der Dunkelheit weiter an das Gebäude ran.
    „ Paßt auf, ich will, dass alles glatt über die Bühne läuft. Verstanden? „
    Die anderen nickten.
    Semir hielt sich im Schatten des Bootshauses versteckt und verstand jedes Wort.
    „Morgen Abend sind wir gemachte Leute! Pablo, mit dem Wagen alles klar?“
    „Ja, natürlich, alles vorbereitet. Wir haben den Transporter und laden die Waffen morgen Mittag um.“
    „Gut. Unsere Käufer sind auf dem Weg aus Amsterdam. Wir treffen uns wie verabredet. Es darf nichts schiefgehen….Also, zwölf Uhr auf dem alten Sportgelände. Dort holen wir die Waffen aus der Halle und laden sie um. Der Transporter startet dann um sieben Richtung A4. Den genauen Übergabeort erfahren wir erst dann.“
    Semir hockte immer noch im Schutz des Bootshauses und speicherte jede Information. Frankie hatte wirklich Recht gehabt. Hier wurde ein grosser Deal geplant!



    Madeleine kam aus dem Bad und sofort stand Tom neben ihr, nahm sie in den Arm.
    Sie lächelte ihm zu.
    „Dein Telefon hat ja noch gar nicht geklingelt….“
    „Das wird es auch nicht….keine Sorge.“
    „Bist du sicher….?“
    Er nickte. „Absolut sicher!“
    Er zog sie an sich und im gleichen Moment hörte man das Klingeln des Handys.
    Madeleine sah ihn an, lächelte und schüttelte gleichzeitig den Kopf. Tom sprang eilig auf den Apparat zu, sah auf das Display und ging ran.
    „Verdammt Semir, das ist gerade ein Scheiss Zeitpunkt! Was ist denn?“
    „Ja, sorry….aber ich dachte, es interessiert dich, was hier gerade abgeht.“
    „Ja….was denn?“
    „Es gibt tatsächlich einen grossen Waffendeal, morgen Abend.“
    „Ja, und? Weiter? Können wir das nicht morgen früh…“
    „Ach, ist es gerade ungünstig, ja?“
    „Semir!“
    Tom fluchte leise, während Madeleine lächelnd nach ihren Sachen suchte und nur wenige Augenblicke später aus der Wohnung verschwand. Tom sah die Tür ins Schloss fallen und liess sich seufzend auf einen seiner Stühle sinken.
    „Danke, Semir….vielen Dank!“
    „Ist sie gegangen? Mensch, das tut mir leid….Treffen wir uns auf der PAST?“
    „…Ja….sicher. Bis gleich!“

  • Tom zog sich Jeans und Shirt an, steckte die Waffe ins Holster und fuhr in die PAST:
    „Na, so siehst du schon besser aus. Also das Hemd...“ Semir lachte immer noch
    „Komm, gib Ruhe, mir hats den Abend doppelt versaut, danke. Ich hoffe dass ist jetzt wirklich wichtig, was du mir sagen willst.“ Tom nahm sich einen Kaffee und ging ins Büro.
    „ Ist es, mein Lieber „ Er legte einen großen Plan auf den Tisch und erklärte Tom in allen Einzelheiten, was er gehört hatte.
    „So und im Rechner hab ich auch gesucht, aber bislang kein Bild der Typen gefunden. Wir machen am besten gleich Phantombilder, was meinst du?“
    „ Hm, ja. Und dann? Wir müssen der Chefin Bescheid geben. Die sitzt sicher noch bei meinem Vater in der Bar. Wart mal.“ Er nahm sein Handy und rief bei Frankie an.
    „Ja, Vater... ich. Also du hattest recht, danke. Sag ist die Chefin noch da? Gut, ..... danke...“
    Er legte auf und ging zu Semir der bereits bei Siggi für das Phantombild saß.
    „Sie kommt.“


    Als Anna 30 Minuten später in die PAST kam, hatten die beiden bereits 2 Phantombilder fertig, aber noch keinen Anhaltspunkt um wen es sich handeln könnte. Beim dritten waren sie sich sicher, das Gesicht zu kennen, welches Semir im Bootshaus gesehen hatte.
    Anna sah die beiden fragend an und hob die Augenbrauen.
    „Könnte mir einer der Herren vielleicht erklären, was vor sich geht?“
    „Ja also Chefin, es ist folgendermaßen…“ Tom begann ihr zu erzählen, worum es ging und Anna setzte sich mit den Bildern in der Hand an ihren Schreibtisch. Kurz darauf, Tom war noch nicht ganz mit seinem Bericht am Ende, deutete sie auf einen der Männer.
    „Das ist Johann Gruber.“
    Tom und Semir sahen sich verblüfft an, blickten dann zur Chefin. Diese lächelte leicht.
    „Ich mache mir Sorgen um sie beide….haben sie denn überhaupt kein Erinnerungsvermögen? Naja, dann werde ich ihnen mal zugute halten, dass wir es ein Uhr nachts haben….Johann Gruber, den haben wir vor etwa drei Jahren mal verhaftet. Erstaunlich, dass der schon wieder draussen ist…besorgen sie die Akte.“
    Tom und Semir sahen sich immer noch erstaunt an und Anna deutete zur Tür.
    „Ja, Tempo die Herren! Und mit der Akte können sie sich dann vielleicht auch wieder erinnern, wen sie da damals verhaftet haben…“
    Sie nickten und eilten hinüber in ihr eigenes Büro.
    „…Gruber…Sei ehrlich, kannst du dich an den erinnern?“
    „Klar! Ist mir im gleichen Moment eingefallen, wie die Chefin…“
    „Angeber! Ich glaub dir kein Wort….Wieso kann die sich so gut erinnern?“
    Tom zuckte die Achseln und schaltete seinen PC ein..
    „Gruber, hier. „Semir kam mit der Akte und setzte sich, las vor.
    „Ach, jetzt dämmert es. Der war doch eiskalt damals, wie kann man den auf Bewährung rauslassenß“ Tom lehnte sich im Stuhl zurück.
    „ Na meine Herren? Wissen sie jetzt wer Gruber ist?“
    Anna stand im Türrahmen .
    “Wie können sie vergessen, was der damals mit ihnen angestellt hat? Aber na ja, jetzt wissen wir zumindest, dass wir aufpassen müssen, wenn der seine Finger mit im Spiel hat.“
    „Hm.. dann sollten wir am besten jetzt mal zu diesem Sportplatz fahren und uns das Gelände etwas ansehen, damit wir nachher gut vorbereitet sind.“
    Tom sah Anna an und dann Semir.
    „Ja und dann lassen wir uns bei Gruber vor der Haustüre nieder. Der hat doch ne Adresse bei seinem Bewährungshelfer angegeben, oder?“
    Tom blätterte in der Akte
    „Ja, ganz in der Nähe.....“

  • Sie standen auf und schnappten sich ihre Jacken.
    „ Stop. Ich möchte sie daran erinnern, dass ich keine Alleingänge wünsche, klar? Also ehe sie etwas unternehmen, an den Funk. Ich bleibe hier auf der Dienststelle.“ Anna sah die beiden ernst an.


    Sie nickten und machten sich auf den Weg.




    Auf dem Sportgelände gab es außer einem heruntergekommenen Fussballplatz noch eine Halle, die ebenfalls schon recht verfallen aussah. Sie holten sich Taschenlampen aus dem Wagen und Semir sah sich um und zuckte die Achseln.
    „Hier kommt sicher niemand sonst vorbei….gutes Versteck, würd ich sagen.“
    Tom nickte nur.
    „Komm, laß uns mal sehen, ob wir da irgendwie reinkommen.“
    Sie liefen um die Halle herum. Sämliche Fenster nach draussen waren mit alten Brettern zugenagelt und die Türen mit Vorhängeschlössern gesichert.
    „Das Schloss hier sieht aber reichlich neu aus im Vergleich zu den anderen….“
    Semir nickte, sah nach oben.
    „Hilf mir mal da hoch, vielleicht gibt’s da auf dem Flachdach noch irgendwo Luken.“
    Schon stieg er auf Toms Hände und zog sich schliesslich an der Mauer hoch.
    „Und? Wie ist die Luft da oben?“
    „Ich seh irgendwie nichts…schmeiss mal ne Lampe hoch.“
    „Pass bloss auf, dass du nicht irgendwo reinfällst. Da ist es bestimmt total verstaubt und ich hab keine Lust dich da raus zu holen!“


    Er warf Semir die Lampe hoch und hörte ihn auf dem dach rumlaufen.
    5 Minuten später kam er wieder .“Also da ist ne offene Luke und unten stehen jede menge Kisten. Ich denke wir machen uns jetzt vom Acker hier.“ Er hatte den Satz noch nicht gant beendet, da kam Scheinwerferlicht auf die halle zu und binnen Sekunden stand Tom im hellen Licht eines Geländewagens
    „Scheiße...“ hörte er ihn brüllen und gleichzeitig duckte Semir sich. Sah Tom in ein Gebüsch huschen.
    Aus dem Wagen stiegen 3 Männer aus, brüllten sich gegenseitig etwas zu.“ Was war das? Da war doch einer, ist hier in die Büsche. Los, hinterher. Einer von Links, einer von Rechts. Den schnappen wir uns.“ Semir sah über den Rand des Halle, wie sie Waffen zogen.
    „Verdammt, was mach ich jetzt? „ ging durch seinen Kopf.


    Von unten waren jetzt die aufgeregten Stimmen der Männer zu hören, wie sie suchend durchs Gebüsch liefen. Zweige und Äste knackten und immer wieder laute Stimmen.
    Semir huschte zur anderen Seite des Daches und liess sich dort leise fluchend an einer Dachrinne nach unten gleiten. Es war stockfinster, doch er wagte es nicht, die Taschenlampe zu benutzen. Vorsichtig schlich er um die Halle herum in Richtung der Stimmen.
    „Habt ihr ihn?!“
    „Nee, hier ist nix! Vielleicht nur irgendein Penner!“
    „Ja, trotzdem! Das gefällt mir nicht! Wir können jetzt keine Pannen gebrauchen! Sucht alles ab!“
    Semir sah einen Mann vor den Sträuchern stehen und mit einer Taschenlampe umherleuchten. Die beiden anderen mussten irgendwo im Gebüsch sein. Dann fiel der Schein der Lampe ins Gesicht des Mannes. Gruber! Semir überlegte fieberhaft, was er tun sollte. Wo war Tom geblieben?

  • Plötzlich legte ihm jemand eine Hand auf die Schulter und er zuckte zusammen, fuhr herum.
    Dann sah er im Dunkeln in Toms leicht grinsendes Gesicht.
    „…Wie bist du denn vom Dach gekommen….komm, weg hier.“
    „Mann, bist du irre mich so zu erschrecken….Ja, los, Abflug!“
    Die beiden eilten zurück auf die andere Seite der Halle, sprangen in ihren Wagen und fuhren langsam und ohne Scheinwerfer zurück zur Strasse. Dort hielten sie , sahen sich kopfschüttelnd an.
    „Okay?“
    „Ja, sicher. Du auch?“
    Semir nickte nur. „Einer von denen war Gruber.“
    „Bist du sicher?“
    „Natürlich bin ich sicher, was glaubst du denn. „
    „Dann waren die anderen beiden vielleicht die aus der Bar.“
    „Ja, wahrscheinlich. Was meinst du, was da in den ganzen Kisten ist?“
    „Keine Ahnung. Laß uns doch noch mal zurückfahren und fragen.“
    „Gute Idee….ne, im Ernst, wir müssen den Deal abpassen, sonst können wir nichts beweisen.“
    „Na, du bist ja ein ganz Schlauer, Semir!“


    Gruber ging mit seinen Kumpels wieder zur halle.
    „i ich bin mir nicht sicher, aber ich meine, das wäre der Kerl aus der bar gewesen. Der mit dem Blümchenhemd. Nicht, dass der was mitbekommen hat?“
    Gruber sah ihn an.
    „Was ? das ist jetzt nicht dein Ernst...oder?“
    „ja was weiß ich, wenn der was gehört hat? Kann doch sein, dass er neugierig war....“
    „Dan seht zu, dass er das nicht mehr ist. Ich muss mich um andere Dinge kümmern“ Gruber steckte seine Waffe ein.
    Die beiden nickten und machten sich auf den Weg zu Frankies Bar.
    Der besitzer war allein anwesend und räumte die letzten Gläser weg.
    „Wir haben geschlossen, sorry.“ Sagte Frankie und im gleichen Moment sah er in den lauf einer Waffe.


    „Was soll das? Die Tageseinnahmen sind längst abgeholt, hier gibt’s nichts zu holen!“
    Einer der beiden grinste nur und schubste ihn mit vorgehaltener Waffe an die Wand.
    „Vielleicht doch! Wir suchen jemanden!“
    Frankie sah ihnen fest entgegen.
    „So? Wen denn?“
    „Deinen Papagei von heute Abend! Der hinter der Bar!“
    Frankie atmete unbemerkt tief durch. Hier lief anscheinend irgendwas schief. Hatten die kerle vorhin etwas bemerkt? Oder war inzwischen etwas anderes vorgefallen? Frankie überlegte fieberhaft, was er antworten sollte. Und schon traf ihn die erste Faust in den Magen.
    „Los, red schon! Oder wir machen dich fertig, klar?! Wie heisst dein Mixer und wo finden wir ihn?!“
    Frankie ,der stöhnend in die Knie gegangen war, rappelte sich langsam wieder auf.
    „…Ich weiss nur seinen Vornamen…Tom…,ist eine Aushilfe….“
    „Blödsinn! Verkauf uns nicht für dumm!“
    „Ist aber so. Ich hab jeden Tag verschiedene Leute hier….die machen das alle nebenbei.“
    Wieder trafen ihn mehrere Faustschläge. Frankie ging zu Boden und sofort bekam er auch noch einen Fußtritt in die Rippen.

  • Sie zogen ihn nach hinten in sein Arbeitszimmer, damit durch die Scheiben von aussen nicht jeder zusehen konnte.
    „Ruf Gruber an, er soll kommen. „


    20 Minuten später klopfte es aussen an der Hintertür und Gruber war da.
    „Könnt ihr nix alleine oder was? Muss ich euch jetzt noch zeigen, wie man Infos aus anderen Leuten bekommt? Wo ist der Kerl?“ Er marschierte hinter Ewald in Frankies Arbeitszimmer.


    Frankie saß gefesselt auf dem Stuhl am Schreibtisch. Gruber sah ihn ernst an.
    „Du willst also nicht quatschen, ja?“ Schon landete die Faust in Frankies Gesicht.
    Gruber stand neben dem Tisch und sein Blick wanderte über die Wand und blieb auf einem Bild hängen. Er stockte.
    Sah Frankie an, das Bild...
    „Scheiße.... Ewald. Jetzt sag mir bitte nicht, dass diese Aushilfe mit dem Namen Tom der Mann da auf dem Bild war.“ Er zeigte auf das Foto an der Wand.
    „Doch, genau, der wars.“ Ewald nickte.
    „ Super. Welch Zufall. Tom Kranich, dieser Mistkerl von den Autobahnbullen......der mich in den Knast gebracht hat! Dein Sohn was? Sieht zumindest danach aus.....“
    Frankie schloß die Augen . Verdammt, was sollte er jetzt tun?
    „ Du rufst jetzt den Papagei an , „ Gruber hielt ihm das Handy ans Ohr.



    Tom hatte sich gerade hingelegt um vor dem anstrengenden Morgen noch 2 Stunden zu schlafen, da klingelte sein Telefon. Auf dem Display war die Nummer seines Vaters zu sehen.
    „Was? !Schon wieder Kunden, die was planen, Vater?“


    Dann jedoch stockte ihm der Atem, als er die Stimme am anderen Ende hörte.
    „…Tom, hör zu, es gibt leider ein Problem…ich….“
    “Kranich, wir haben ihren Alten! Kommen sie her, allein ! Wenn ich nur einen einzigen anderen Bullen sehe, ist ihr Vater tot!“
    Dann war die Verbindung auch schon unterbrochen.
    Tom starrte sein Handy an und schloss einen Moment lang die Augen. Dann nahm er seine Waffe, die Jacke und rannte aus dem Haus.



    Als er vor der Bar hielt, griff er zum Handy und wählte Semirs Nummer. Andrea´s verschlafene Stimme meldete sich.
    „Andrea, sorry, gib mir Semir.“
    Kurz darauf war sein Partner am Telefon.
    „….Mann Tom, du musst echt deinen Lebenswandel ändern und….“
    „Semir, keine Zeit. Ich bin bei Frankie vor der Bar! Gruber ist da drinnen, ich hab die Stimme erkannt! Er hat meinen Vater!“
    „Tom! Tom, hörst du?! Du wartest auf mich! Geh da nicht alleine….“
    „Ich hab keine Zeit, Semir! Außerdem sollte ich alleine kommen!„ Dann legte er auf und stieg aus dem Wagen. Langsam ging er auf den Eingang der Bar zu.


    Semir sprang aus dem Bett, griff nach Hose, T-shirt und Waffe und war sekundenspäter aus der Tür. Andrea sah ihm besorgt nach.

  • Gruber sah Tom auf die Tür zukommen und grinste zufrieden.
    Er betrat die Bar und sofort sprangen Grubers Männer neben der Tür vor . Sie hielten ihn fest, einer zog ihm die Waffe aus dem Halfter.
    „Hauptkommissar Kranich, wie nett! Wie lange ist das her, drei Jahre?“
    „Nicht lange genug, Gruber! Wo ist mein Vater?!“
    „Dem geht es gut, keine Sorge. Ich werde es kurz machen, ich bin etwas in Eile…Also, was wissen sie?!“
    Tom sah ihn fest an. „Ich habe keine Ahnung, wovon sie reden, Gruber. Aber anscheinend hat die Zeit im Knast nicht ausgereicht…“
    „Immer noch der alte Witzbold, was, Kranich?!“
    „Wo ist mein Vater?!“


    „haben sie was an den Ohren? Ich sagte es geht ihm gut“ er rammte seine faust in Toms Magen.“ . Sie sind an der Reihe mir etwas zu erzählen. Wir man als Hauptkommissar jetzt so schlecht bezahlt, dass man bei seinem Vater an der Theke aushelfen muss?“


    Tom verzog das Gesicht und sah Gruber ernst an.“ Das geht sie einen feuchten Dreck an Gruber.“


    Semir stellte den BMW um die Ecke ab. Er wollte kein Risiko eingehen entdeckt zu werden. Frankies Bar hatte 2 Eingänge und über die Wohnung nebenan noch einen Kellerdurchgang. Da würde er ins Haus kommen. Im Nu hatte er die Haustüre offen und ging durch die angrenzenden Keller rüber in die Bar. Dort bleib er stehen, als er Stimmen hörte.

    „Zum letzten mal. Was wissen sie? Ihr Vater ist nicht mehr hier und ich werde einen Teufel tun ihnen zu sagen wo er ist.. also los. Das waren doch sie vorhin an der Halle, oder?”
    Tom sah ihn nicht an, sein Blick wanderte ins Leere.
    Gruber nickte seinen Kumpels „ erteilt ihm eine Lektion, ich kümmere mich um die Ware. Und Kranich, eins sollten sie wissen, tun sie nichts unüberlegtes, wenn meine Leute mit ihnen fertig sind, ihr Vater wird es ihnen danken.“ Gruber verschwand durch den Vordereingang, stieg in seinen Wagen. Frankie lag geknebelt und gefesselt in dessen Kofferraum.


    Tom wurde von Ewald in die Mangel genommen, während Pablo ihn von hinten festhielt.
    Semir schloß die Augen bei jedem erneuten Aufstöhnen seines Partners. Würde er jetzt eingreifen, wäre Frankie so gut wie tot, das wusste er. Leise schlich er sich aus dem Keller, rannte zum Hintereingang der Bar und klopfte an die verschlossene Türe.


    „Hey, wo bleibt mein Bier Frankie... du bist spät......“ rief er in der Hoffnung die beiden Schläger würden sich dadurch vertreiben lassen. Und er hatte recht. 1 Minute später hörte er vorne einen Wagen mit quitschenden Reifen abfahren.

  • :baby: vielen Dank füre eure Feeds :] und weiter gehts :



    Mit einem Tritt hatte er die Tür offen und rannte in die Bar.
    „Tom! Tom?!“
    Ein leises Stöhnen antwortete aus dem Hinterzimmer. Semir war direkt bei ihm .
    „Tom?! Bist du in Ordnung?!“
    Vorsichtig half er ihm, sich aufzurichten und verfrachtete ihn erstmal auf Frankies Bürostuhl.
    Besorgt musterte er seinen Partner und zog ein Taschentuch hervor.
    Tom nahm es, hielt es sich unter die blutende Nase und presste die andere Hand an die Rippengegend. Semir holte ihm ein Glas Wasser und schüttelte den Kopf.
    „Kannst du mir sagen, was das sollte?! Allein hierher zu fahren?! Bist du übergeschnappt! Ich hab gesagt, du sollst warten!“
    Tom trank einen Schluck aus dem Glas und war immer noch damit beschäftigt wieder einigermaßen Luft zu bekommen. Schliesslich sah er Semir an.
    „…Die haben ihn mitgenommen…Verdammt, wir müssen rausfinden, wohin.“
    „War Gruber dabei?“
    Tom nickte, trank wieder einen Schluck Wasser , stand vorsichtig auf und verzog sofort das Gesicht. Semir sah es genau.
    „Okay, wir fahren erstmal in die Klinik mit dir.“
    „Wir fahren ins Büro, Semir. Komm schon, mir geht’s gut. Wir müssen mit der Engelhardt reden…Ich muss Frankie da rausholen….“
    Langsam ging er zur Tür und Semir folgte ihm zweifelnd.
    „Ich ruf noch die Spusi hierher. Vielleicht finden die ja irgendwas Brauchbares.“
    Tom nickte nur und ließ sich wie in Zeitlupe ins Auto sinken.
    Semir hatte die Spusi gerufen und eine Streife des nächsten Reviers war bereits eingetroffen und würde so lange bis Hartmut vor Ort war auf die Bar aufpassen.


    Tom atmete hörbar flach auf dem Weg zur Past, als Semir mit dem BMW in die Kurven ging und verzog das Gesicht.
    „ Mensch Semir, wieso mein Vater? Wie sind die da drauf gekommen? „ Tom machte sich Sorgen.
    „Kann ich dir nicht sagen, aber wir bekommen ihn da schon heil raus. Jetzt mach dir keine Sorgen.“

  • Anna erwartete die Beiden bereits.
    „ Hartmut hat angerufen, bislang gibt es keine Spuren und sie erklären mir jetzt bitte was da passiert ist. Und warum laufen sie hier noch rum Tom? So wie sie aussehen, warum haben sie ihn nicht ins Krankenhaus gefahren ?“ Sie sah Semir böse an.
    Anna schob Tom einen Stuhl hin und reichte Semir den Erste Hilfe Kasten.
    „Bonrath, ein Coolpack bitte“
    “ Mir gehts gut, die paar Schrammen. Ich will meinen Vater da raus haben.„ Tom hielt sich beim Reden den Oberkörper.
    „Sehen sie, ihm geht’s gut, meckert doch noch... dann kann es so schlimm nicht sein.“ Semir pappte das nächste Pflaster auf Toms Stirn.
    „ ja, das sehe ich. Was sollte dieser Alleingang. Jetzt steckt Frank da mit drin und Himmel weiß warum. Gruber hat sicher was bemerkt und jetzt?“
    „Chefin, die haben sicher vor in der Halle diese Kisten abzugreifen jetzt. Ich würde da gern sofort hinfahren. Mein Vater muss da sein, Gruber hatte nicht viel zeit nach seinem Anruf bei mir Frankie wegzuschaffen.“ Tom stand bereits auf.
    Anna drückte ihn wieder auf den Stuhl.
    „ Sie bleiben hier oder lassen sich nach Hause fahren. Ich werde dort mit Semir jetzt nachschauen. „ Sie nahm ihre Waffe aus dem Tresor und lud sie durch.
    „Bonrath, sie kommen auch mit…und zwei Streifenwagen vom Nachtdienst. Auf geht’s!“
    Tom stand erneut auf und schüttelte leicht den Kopf.
    „Chefin, bitte….wenn da die Polizei auftaucht, ist Frankie tot. Ich traue Gruber alles zu.“
    Er sah sie bittend an und Semir kam ihm zu Hilfe.
    „Tom hat Recht, Chefin. Wir müssen uns was anderes ausdenken.“
    Anna schien nachzudenken, nickte schließlich.
    „Gut. Sie haben einen Plan?“
    Dabei sah sie zu Semir, der nur mit den Schultern zuckte. Tom verdrehte die Augen und ging langsam Richtung Tür.
    „Ich fahre da hin und ….“
    „Auf keinen Fall!...Also, gut, wir machen es folgendermaßen“, Anna sah von einem zum Anderen. „Semir, sie sehen sich dort um, aber vorsichtig. Wir bleiben im Hintergrund. Nehmen sie Bonrath mit. Ich informiere ein SEK auf Bereitschaft.“
    Tom sah sie an.
    „Ja, und ich?“
    „ Sie fahren mit mir. Da hab ich sie wenigstens unter Kontrolle.“
    Tom nickte widerwillig und ging mit Anna zum Wagen, während Semir bereits mit Bonrath abgedampft war.
    „ Sie brauchen gar nicht so das Gesicht verziehen, ich habs bemerkt.“ Anna sah Tom ernst an.
    Sie wusste , dass er nie zugeben würde, dass er besser liegend irgendwo aufgehoben war.
    Anna fuhr bis nah an das Gelände der Halle und schaltete das Licht aus. “Wir bleiben erst mal hier und warten auf Nachricht von Semir. Alles klar soweit mit ihnen Tom?“
    „ Klar...ja... ich mache mir Sorgen um meinen Vater. Sie kennen ihn, er nimmt kein Blatt vor den Mund....“
    „ Ja, so einen von der Sorte kenne ich noch...“ Sie lächelte ihn an.....

  • Semir und Bonrath hatten sich zu Fuß näher an die Halle geschlichen und konnten einen Wagen dort ausmachen. Es war ein großer Lieferwagen. Plötzlich bog ein LKW auf das Gelände ein und 4 Männer stiegen aus.
    Gruber kam aus der Halle.
    „Los, die Kisten einladen und weg.„ er deutete in die Halle.
    Die Männer nickten nur und machten sich an die Arbeit. Dann wieder Grubers Stimme.
    „Pablo, pack mal mit an! Wir müssen den Alten von Kranich aus dem Kofferraum schaffen!“
    „Und dann, Boss? Was machen wir mit dem?“
    „Was weiss ich….fessel ihn irgendwo an ein Rohr oder sonst wo! Sobald die Waffen umgeladen sind, hauen wir ab! Wir brauchen ein neues Versteck! Früher oder später werden die Bullen hier auftauchen!“
    Die sind schon da, dachte Semir stumm und wandte sich flüsternd an Bonrath.
    „Dieter, geh zurück und informiere die Chefin. Ich versuche Frankie da rauszuholen…“
    „Aber Semir, ich glaub nicht, das die Engelhardt das….“
    „Papperlapapp….die rechnen nicht damit, das wir schon hier sind. Das ist die beste Chance…Also los, mach schon.“
    Dieter nickte schliesslich und verschwand. Semir zog die Waffe aus dem Halfter und schlich sich weiter an die Halle heran. Gerade konnte er sehen, wie sie Frankie aus dem Kofferraum nach drinnen trugen. Soweit Semir erkennen knnte, schien er einigermassen okay zu sein.



    Bonrath erreichte den Wagen und Anna liess die Scheibe herunter.
    „Und, Bonrath? Wo ist Semir?“
    „Ja also Chefin….ich soll ihnen sagen, dass….“
    Weiter kam er nicht mehr, den Tom war bereits aus dem Wagen und zog seine Waffe hervor.
    „Dieter, wo lang?“ Er sah ihn eindringlich an.
    „Ja, da vorne direkt am Eingang. Semir wollte versuchen Frankie da rauszuholen, der war im Kofferraum von diesem Gruber und….“
    Nun war auch Anna aus dem Wagen.
    „Verdammt nochmal, warum kann Gerkhan nicht einmal machen, was man ihm sagt!...Tom! Sie bleiben hier! Sie sind nicht in der Verfassung um…“
    Doch Tom war bereits in der Dunkelheit verschwunden.


    Sein Vater war da drin und er würde nichts unversucht lassen ihn da jetzt heil herauszuholen, egal ob er in der Verfassung dafür war oder nicht.
    Anna schüttelte den Kopf und nahm mit Bonrath ebenfalls leise den Weg zur Halle in Angriff.

  • Tom konnte Semir nicht sehen und nah an, dass er bereits hinten um die Halle rum war. Er bis die Zähne aufeinander und kletterte seitlich auf das Dach der Halle. Durch eine der Luken konnte er weiter hinten seinen Vater gefesselt und regungslos am Boden liegen sehen.


    Tom zog seine Waffe und suchte mit den Augen vom Rand des Daches das Gelände ab. Da unten am hinteren Ausgang der Halle sah er Semir. Er zischte ihm zu , ihre Blicke trafen sich.


    „Verdammt, was macht der da oben? Spinnt der?“ dachte sich Semir, doch er wusste genau, was jetzt in Tom vorgehen musste.
    Er nickte ihm zu und hielt 3 Finger hoch.


    Auf 3 sprang Tom durch eine der Dachluken und landete unsanft auf dem harten Boden der Halle. Die Schmerzen in der Rippengegend nahmen ihm den Atem.
    Zur gleichen Zeit eröffnete Semir das Feuer und lief hinter eine der Säulen im hinteren Bereich der Halle.


    Tom rappelte sich mühsam auf und wollte zu seinem Vater rennen. Einer der Männer, die noch nah bei ihm waren, hatte die Situation sofort erkannt und zog Frankie hoch, der halb bei Bewußtsein war.
    „Lassen sie ihn runter, sie kommen hier nicht mehr raus. „Tom brüllte und zielte auf den Mann.
    Semir hatte 2 der anderen im Auge und feuerte auf sie. Die Männer waren schon draussen an der Halle und der Motor des LKW jaulte auf. Das musste Gruber sein.
    .
    Einer der Männer drehte sich um und gab im Laufen mit der MP mehrere Schüsse ab.
    Semir sprang hinter den Stapel Holzkisten in Deckung und wusste bereits in der gleichen Sekunde, dass das wohl keine gute Idee gewesen war. Wieder ratterte die MP und die Kugeln schlugen funkensprühend in die Kisten ein.
    Tom stand immer noch mit gezogener Waffe vor dem Mann bei Frankie, der jetzt ebenfalls eine Pistole in der Hand hielt und auf Frankie richtete. Gleichzeitig ging Toms Blick zu Semir hinüber, der hinter den Kisten in Deckung lag. Immer noch schlugen die Salven der MP dort ein.
    „Scheisse Semir, hau ab! Da fliegt gleich alles in die Luft!“
    Dann sah Tom wieder zu dem Kerl, der Frankie wie ein Schutzschild vor sich hielt.
    „Geben sie auf! Wir müssen weg hier!!“
    Der Mann mit der MP hatte inzwischen den Wagen erreicht, sprang zu den beiden anderen hinein und mit quitschenden Reifen schoss der Wagen auf die Strasse.
    Im gleichen Moment explodierte mit einem lauten Knall die erste der kleineren Kisten und Feuer und dichte Rauchschwaden erfüllten die Halle.
    Tom nutzte den Überraschungsmoment und sprang auf den völlig geschockten Gangster zu , trat ihm die Waffe aus der Hand und beförderte ihn mit einem gezielten Faustschlag zu Boden. Dann war er neben seinem Vater, der jetzt wieder einigermassen wach war.
    „Vater! Weg hier! Kannst du laufen?!“
    „….Ja…sicher, Junge…Wo?“
    „Raus der Halle hier! Da hinten raus! Schnell!“
    Frankie rappelte sich auf und Tom schubste ihn Richtung hinterem Ausgang. Dann sah er sich gehetzt um.

  • na dann will ich mal nicht so sein :P


    „Semir! Semir!“
    Man konnte mittlerweile kaum noch etwas sehen und gleichzeitig explodierte eine weitere Kiste. Tom hustete und ging erneut hinter einem Mauervorsprung in Deckung.
    „Semir!“
    Dann endlich hörte er das laute Husten seines Partners, der jetzt aus einer angrenzenden kleinen Kammer kam. Anscheinend hatte er sich im letzten Augenblick dort in Sicherheit bringen können. Erleichtert war Tom bei ihm.
    „Raus hier! Bist du okay?!“
    „…Ja, ja….!“
    „Dann los! Wenn die Kisten hier alle in die Luft fliegen….Wir müssen den Kerl hier mitnehmen!“
    Sofort waren sie neben dem bewusstlosen Gangster, packten ihn unter den Armen und schleiften ihn mit Richtung Ausgang. Tom blieb mittlerweile vor Schmerzen in den Rippen fast die Luft weg, doch er versuchte es zu irgendwie ignorieren.
    Hinter ihnen brach jetzt die Hölle los. Eine grössere Explosion liess alle möglichen Gegenstände, Bretter und Steine durch die Luft fliegen und Semir schrie kurz auf, als ihn irgendwas Hartes am Rücken traf. Dann endlich waren sie am Ausgang. Sofort waren mehrere Hände da und nahmen den Beiden den immer noch bewusstlosen Gangster ab. Sie rannten immer noch weiter weg von der Halle und erkannten schliesslich im weniger werdenden Rauch Bonrath und Frankie, die jetzt den Kerl mit sich zogen.
    Dann irgendwann liessen sie sich ins Gras fallen und waren erstmal minutenlang mit Husten beschäftigt. Die Stimme der Chefin klang an ihr Ohr und immer mehr Sirenen von Einsatzfahrzeugen waren zu hören.


    „Semir? Tom ? Frank? Alles ok ? „Anna beugte sich zu ihnen runter. Die Männer lagen immer noch hustend am Boden und sahen alle übel mitgenommen aus.
    Tom schüttelte den Kopf, hielt sich die Rippen und sah besorgt zu seinem Vater. Frankie lag fast regungslos am Boden und blutete aus einer Kopfwunde. „Vater? Hey..... sag was.....“ er setzte sich auf und kniete sich neben Frankie, der müde lächelte. Und dann wieder die Augen schloß.

  • Die eingetroffenen Sanitäter schoben ihn zur Seite und kümmerten sich nun um alle.


    Semir war aufgestanden und besah sich das Chaos.“ Sind die Kollegen an Gruber dran? „ wieder musste er husten.
    „ Ja, das heisst die Fahndung ist raus. Semir, warum um alles in der Welt konnten sie nicht warten? Sehen sie sich das Chaos hier an. Das SEK wäre 10 Minuten später hier gewesen. „ Anna war auf 180, sah besorgt zu Tom, der im RTW neben seinem Vater stand und sich selbst kaum auf den Beinen halten konnte.
    Sekunden später gingen die Türen zu und der Wagen setzte sich mit Blaulicht in Bewegung.
    „Fahren sie mit, lassen sie sich durchchecken und achten darauf, dass Tom sich auch versorgen lässt. „
    „Und Gruber? Ich meine...“ Semir sah sie an doch sie fuhr ihm ins Wort.
    „ Darum kümmere ich mich. Sie tun jetzt 1x das, was ich sage“ Anna ließ ihn stehen und ging an den Funk.



    Tom saß auf der Liege in der Notaufnahme als Semir ankam. und war am Diskutieren.
    „ Sie bleiben jetzt hier, bis ich fertig bin, dann können sie nach nebenan. Fertig. Ende der Durchsage.“
    Ein Arzt verband ihm gerade die Rippen.
    „ So, jetzt bleiben sie hier liegen und ich schaue drüben nach, wie weit mein Kollege ist.“
    Tom wollte aufstehen, doch der Arzt drückte ihn runter.
    “ Liegen bleiben. Klar?“


    „ Tom, ? Alles ok?“ Semir setzte sich auf den Rand der Liege.
    „Ach Scheiße ..Semir... . Mein Vater liegt da drüben, dank mir, nichts ist ok! Wie konnte ich ihn da nur reinziehen.„
    Er stand auf, ging ruhelos im Zimmer hin und her. Semir schüttelte den Kopf.
    „Red doch kein Blödsinn, Tom. Du hast niemanden irgendwo mit reingezogen. Wer konnte das denn ahnen….hatte der Doc nicht gerade was von liegenbleiben gesagt?“
    Tom winkte nur ab, sah aus dem Fenster. Semir fasste sich unbemerkt unter seiner zerrissenen Jeansjacke an den Rücken und hatte sofort die Hand voller Blut. In dem Moment drehte sich Tom vom Fenster wieder um und sah gerade noch wie Semir zum Waschbecken ging und den Hahn aufdrehte.
    Sofort war er neben ihm.
    „…Was ist das denn?“
    „Ach, das ist nix…kleiner Kratzer am Rücken.Ist mir irgendwas ins Kreuz geflogen…“
    Bevor Tom noch etwas erwidern konnte, kam der Arzt zurück, sah Tom bei Semir stehen und schüttelte den Kopf.
    „So langsam hab ich echt genug von ihnen, Herr Kranich! Ich weiss nicht, was sie unter liegenbleiben verstehen, aber….“
    Tom unterbrach ihn.
    „Was ist mit meinem Vater?“
    „Ihrem Vater geht es so einigermassen, keine Sorge. Er hat eine schwere Gehirnerschütterung, jede Menge Prellungen und einen Schlüsselbeinbruch. Aber nichts, was Anlass zur Besorgnis geben würde. Ich denke, das er in ein paar Tagen das Krankenhaus wieder verlassen kann.“
    Tom atmete erleichtert aus und deutete gleichzeitig auf Semir.
    „Können sie sich bitte hier noch meinen Kollegen ansehen, Doktor. Der hat irgendwas am Rücken.“
    Semir warf ihm einen bösen Blick zu , während der Arzt bereits auf Semir zuging.
    „Sie auch noch? Meine Güte, was war denn da bloss los? Ziehen sie mal die Jacke aus…und das Hemd….Ach, sie können dann zu ihrem Vater, Herr Kranich. Aber bitte, bewegen sie sich vorsichtig. Sonst behalte ich sie auch hier……“ Dabei besah er sich bereits die Wunde an Semirs Rücken, „Na, das sieht ja aus! Was ist ihnen denn da gegen geflogen? Okay, legen sie sich mal auf den Bauch. Das muss ich mir genauer ansehen….Mannoman. Was haben sie da nur für einen Beruf?!“

  • Guten Morgen :baby:


    Tom stiess im Gang fast direkt mit der Chefin zusammen, die gerade aus der Tür des Fahrstuhls kam. Fragend sah sie ihn an.
    „ Und? Was ist mit Frank?“
    „Ich will gerade zu ihm…Soweit alles in Ordnung, nichts Schlimmes. Aber er soll ein paar Tage hierbleiben.“
    „Gut. Was ist mit ihnen?! „
    „Mir geht’s gut.“
    Schon lief er mühsam weiter Richtung des Zimmers, welches der Arzt ihm genannt hatte. Anna folgte ihm.
    „Wo ist Gerkhan?“
    „Noch in der Notaufnahme….kriegt seinen Rücken verpflastert. Wahrscheinlich ist er schon umgefallen….“
    Tom grinste und auch Anna musste schmunzeln.
    „Dann gehen sie mal zu ihrem Vater, ich sehe nach Gerkhan. Danach fahren wir auf die PAST und kümmern uns um das Verhör. „ Anna verschwand in Richtung Notaufnahme.


    Tom klopfte leise an und betrat Fankies Zimmer.
    Sein Vater lag mit einem dicken Kopfverband im Bett und lächelte ihm gequält entgegen.
    „ Na mein Sohn? „
    „ Vater? Wie geht es dir?“ er zog sich einen Stuhl ans Bett und ließ sich müde nieder.
    „ Wie soll es deinem alten Herren schon gehen, wenn er zum Spielball wird? Ne, Spaß beiseite, geht schon. Gib mir mal meine Sachen, ich will mich anziehen.“
    „ Spinnst du ? Der Arzt hat gesagt du musst mindestens ein paar Tage hier bleiben. Du gehst nirgendwo hin.“
    „Ach? Das aus deinem Munde? Tom, das geht nicht, ich muss mich um die Bar kümmern. Lieferungen annehmen und das alles. Ich kann nicht einfach hier liegen.“
    „Oh ja, das kannst du. Keine Sorge, ich regel das schon.“
    „ DU? Soll ich jetzt lachen oder eher Angst haben um mein Geschäft? Du hast doch Null Ahnung von den Dingen, ne , also da lass lieber die Finger von. Dann häng bitte ein Schild an die Türe: geschlossen wegen Krankheit.“ Frank schloß müde die Augen und verzog das Gesicht.
    „ Ich lass dich jetzt mal schlafen, ok? Hab noch zu tun und komme dir dann morgen früh ein paar Sachen bringen.“ Tom stand auf, hielt sich die Rippen.
    „Junge? ... paß auf dich auf, bitte.“
    Tom nickte., drückte seinem Vater zum Abschied die Hand.



    Anna saß auf dem Stuhl vor der Notaufnahme und wartete auf Tom.
    „Können wir? Wo ist Semir?“ Tom setzte sich neben sie.
    „ Ihr Kollege liegt noch da drinnen. Dauert wohl noch etwas.“ Sie schmunzelte. Tom stand auf und ging ins Zimmer.
    Da lag Semir, am Tropf, etwas weiß im Gesicht und der Arzt räumte gerade seine Instrumente weg.
    „Hattest du nicht einen Kratzer auf dem Rücken?“ Tom sah ihn verwundert an.
    „ Sag nichts, bitte......“ Semir schüttelte leicht den Kopf.
    „ Jetzt sag nicht du bist umgekippt.“ Tom verkniff sich ein lautes lachen.
    „Sie hätten mir ruhig sagen können, dass ihr Kollege kein Blut sehen kann. So schnell wie der Kreislauf im Keller war, konnte man kaum schauen... und das bei ihrem Job, also wirklich..“ der Arzt schüttelte den Kopf, sah nach der Infusion und nickte zufrieden .“Wenn die durch ist können sie gehen,

  • “Wenn die durch ist ,können sie ihn mitnehmen…Aber für sie beide gilt, bisschen Erholung, klar?“
    Tom nickte nur und grinste immer noch Semir an, der sich jetzt langsam aufsetzte.
    „Na, geht’s?“
    „Halt du bloß die Klappe….das musste genäht werden! Weißt du, wie viele Spritzen der mir da in den Rücken….Wie geht’s Frankie?“
    „Der macht Theater wegen seiner Bar. Muss ich mir was überlegen, sonst haut der hier ab.“
    Semir antwortete nicht , sah auf die Braunüle in seinem Handrücken und dann zu Tom.
    „Hol mal jemanden ,der mir das Ding hier raus macht, damit wir hier weg können.“
    „Ne, ne, wir warten bis du das ganze Zeug intus hast! Nicht, dass du mir auf dem Parkplatz umfällst. Ich kann dich nicht auffangen….Mensch, wie mach ich das mit der Bar?“
    „Ja, was weiss ich…Frag doch Hotte und Bonrath. Hast du was von dem Festgenommenen gehört?“
    „Ne, aber die Chefin wartet schon draussen….Dieter und Hotte, meinst du? Ob das klappt?“
    „Klar doch! Und deine Süsse, diese Ballerina. Die kann doch servieren.“ Semir lachte und Tom schüttelte nur den Kopf.
    Semir stand inzwischen bereits vor der Liege und Tom sah ihn zweifelnd an.
    „Du bist ganz weiss im Gesicht.“„Ich hab gesagt, halt die Klappe. Was ist eigentlich mit deinen Rippen?“„Mhm….geprellt und eine angebrochen. Okay, ich ruf mal eine Schwester. Musst du noch was unterschreiben?“
    „Ne….ich muss nur hier weg.“
    Anna sah beide zweifelnd an, als sie nach draussen auf den Flur traten.
    „ ok, das Verhör mache ich alleine. Sie fahren jetzt nach Hause. Ist ja nicht mit anzusehen, wie sie ausschauen.“
    Tom und Semir schüttelten die Köpfe.“ Chefin, nicht nötig. Das geht schon.. Ich werde mit dem Kerl ein ernstes Wörtchen reden, mein Vater hat mit der Sache nichts zu tun....“ Tom war auf 180.
    „ Gar nichts werden sie. Sie fahren jetzt nach Hause und ruhen sich aus, wie der Arzt es angeordnet hat.
    Semir zog Tom mit sich, der nervös mit den Fingern und seinem Autoschlüssel am spielen war.
    „Komm, sie hat recht, ausserdem wolltest du für deinen Vater das mit der Bar regeln. Gib mir den Schlüssel, ich fahre. Erstens kannst du dich kaum bewegen und so wütend wie du bist, landen wir nachher noch an einem Baum“ schon hatte Semir seinem Partner den Schlüssel aus der hand gerissen.


    „Ok hast ja Recht. Also fahr mal gleich in die Bar. Ich muss da schauen, was zu tun ist.“
    Die beiden machten sich auf den Weg.