Um Haaresbreite

  • So, es ist soweit....hat ja ein bißchen gedauert, aber jetzt kommt mal wieder eine Story von mir. :baby:
    Ich hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen!



    Tom sah Semir lächelnd an und blickte zur Uhr.
    „Weißt du was, ich bring den Kram hier schnell noch alleine zur KTU rüber. Ich seh doch, das du Ärger mit Andrea hast.“
    „…Was?“
    „Ja, tu doch nicht so. Also fahr bloß nach Hause und klär das. Noch so einen Tag verkrafte ich nicht.“
    Semir sah Tom entgegen und musste lachen. Dann stand er auf und griff nach seiner Jacke.
    „Okay, zu Befehl….danke, Partner.“ Schon war er draußen und Tom sah ihm grinsend nach. Petra kam herein und deutete fragend hinter Semir her.
    „Und?“
    „Keine Ahnung, mal wieder Stress.“ Er nahm sie in den Arm , küsste sie .“Können ja nicht alle so glücklich sein wie wir!“
    Sie erwiderte sein Lächeln. „Willst du dich bei mir einschleimen….?“
    „Hab ich doch gar nicht nötig, mein Schatz. Lass uns noch essen gehen, ja? Ich muss nur eben die ganzen Pillen hier noch zur KTU rüber fahren.“
    Petra nickte. „Okay, dann warte ich hier auf dich. War das alles in dem Kofferraum?“
    „Ja, das hat sich gelohnt. Alles Mögliche, was es so auf dem Markt gibt. Aber die Kerle schnappen wir uns noch.“
    Tom griff nach dem Koffer und ging hinaus zum Wagen. Petra sah ihm vom Fenster aus nach und wie immer sah er noch mal zu ihr nach oben, bevor er lächelnd ins Auto stieg.



    Die beiden Männer saßen im Wagen vor dem Gebäude der KTU. Um diese Zeit waren die meisten der Beamten bereits im Feierabend und es war kaum noch etwas los vor dem Eingang.
    Die Männer sahen den blauen CLK auf der anderen Straßenseite halten und stiegen gleichzeitig aus ihrem Wagen. Sie redeten nicht und gingen eilig über die Strasse. Innerhalb von Sekunden hielten sie Waffen in den Händen und spannten die Abzüge.



    Tom stieg aus, ging um seinen Wagen herum und holte den Koffer von der Beifahrerseite heraus. Dann schlug er die Tür zu und wollte über die Strasse zur KTU rüber gehen.
    Plötzlich bemerkte er die beiden Männer, die eilig auf ihn zukamen. Sofort wusste er, was sie wollten und im gleichen Augenblick wollte er zu seiner Waffe greifen, als schon der erste Schuss fiel! Tom spürte den Einschlag der Kugel im linken Oberarm und sofort merkte er ,wie das Blut den Arm hinunterlief und zu Boden tropfte. Gleichzeitig sprang er hinter seinen Wagen, zog mit der anderen Hand die Dienstwaffe. Weitere Schüsse fielen und auch Tom erwiderte jetzt das Feuer.
    Die Männer waren nun ebenfalls in Deckung gegangen und Tom gab zwei weitere Schüsse ab. Mühsam öffnete er mit dem verletzten Arm die Beifahrertür und griff nach dem Mikro des Funkgerätes.
    „Cobra 11 an alle …brauche dringend Hilfe vor der KTU…Schusswechsel!“



    Semir hörte den Funkspruch, gerade als er vor seinem Haus aus dem Wagen steigen wollte. Wie gelähmt starrte er auf den Lautsprecher, hörte Toms Stimme, startete den Motor und raste rückwärts wieder aus der Einfahrt hinaus. Andrea, die gerade die Haustür geöffnet hatte, sah ihm nur kopfschüttelnd nach.

  • Tom lehnte am Boden sitzend hinter dem CLK und gab immer wieder Schüsse zur anderen Straßenseite ab. Dann endlich hörte man die herannahenden Sirenen der Kollegen. Gleichzeitig quitschende Reifen und ein sich schnell entfernendes Fahrzeug. Nun kamen auch Beamte aus dem KTU Gebäude heraus, allen voran Hartmut, der natürlich den CLK erkannt hatte.
    „Tom?! Bist du verletzt?! Waren das Schüsse?!“
    Tom ließ die Waffe sinken, schloss die Augen und musste in diesem Moment sogar lächeln.
    „Ja Hartmut…das waren Schüsse, stell dir vor.“
    Hartmut sah Tom unsicher an, schaute auf den stark blutenden Arm und wusste nicht, was er tun sollte.
    „Ja, was….kann ich dir helfen, irgendwie…“
    „Fürs Erste würde es mir reichen….wenn du dich dieses Koffers da annehmen und gut drauf aufpassen würdest „
    Tom deutete auf den braunen Lederkoffer neben sich und Hartmut nickte.
    „Okay….mach ich! Wolltest du verreisen?“
    „Mensch Hartmut!...Damit wollte ich zu dir…ich will wissen, was das ist. Tausende von Pillen. Irgendwelche Drogen, Betäubungsmittel, was weiss ich….“ Tom schloss wieder die Augen und versuchte die stärker werdenden Schmerzen zu ignorieren. Ein Kollege war jetzt mit einem Erste- Hilfe Kasten neben ihm, doch er schüttelte nur den Kopf.
    „Danke…geht schon….“
    „RTW ist gleich hier, Tom.“
    Er nickte nur, während Hartmut den Koffer an sich nahm.
    „Ich kümmere mich gleich darum, Tom.“
    „Gut….Und pass gut drauf auf….Anscheinend wollten die Kerle das Ding gerade zurück….aah! Mist, verdammter!“ Er wollte versuchen aufzustehen, ließ es aber direkt wieder bleiben.



    Semir bremste den BMW direkt vor der KTU und den Streifenwagen scharf ab und sprang aus dem Wagen. Dieter kam direkt auf ihn zu.
    „Wo ist Tom?!“ Semirs Stimme überschlug sich fast und Dieter hob beruhigend die Hände.
    „Da vorne im RTW….Semir, ich soll dir sagen, es ist nicht so schlimm und du kannst dich beruhigen….“ Doch das hörte Semir schon nicht mehr und rannte bereits Richtung RTW.

  • So, noch etwas zur guten Nacht.... :]


    Tom lag halb sitzend auf der Trage im Krankenwagen und diskutierte mit dem Notarzt. Der verband gerade notdürftig den linken Oberarm und schüttelte den Kopf.
    „Ich werde sie auf jeden Fall jetzt direkt mitnehmen, Herr Kranich….oder wann dachten sie die Kugel entfernen zu lassen ? Ende nächste Woche?“
    „…Ich habe ja nur gemeint, das ich vorher noch was zu erledigen habe, Doc…Und dann kann ich ja später…“
    Semir stieg hinten mit in den Krankenwagen, sah Tom an und dann den Arzt.
    „Was hat er denn, Doktor?“
    Der Arzt zuckte die Achseln. „Auf jeden Fall nicht mehr alle beisammen, wenn sie mich fragen. Und ansonsten einen Steckschuss im Oberarm. Sind sie ein Kollege?“
    Semir nickte nur.
    „Dann machen sie ihm klar, dass er jetzt mit in die Klinik fährt.“ Der Arzt stellte noch etwas an der Infusion in Toms Handrücken ein und wandte sich dann vorne an den Sanitäter am Steuer.
    Tom sah kopfschüttelnd zu Semir. „Dieser Arzt versteht mich nicht. Hör zu, wir müssen so schnell wie möglich wissen, was das für Zeugs in dem Koffer ist! Hartmut hat ihn jetzt und zwei Kerle haben gerade….“
    „Ja, ja, nun beruhige dich mal. Wie geht’s dir?“
    „Ja, gut! Pass auf, wir müssen….“
    „Ne, ne, du musst jetzt erstmal in die Klinik. Und ich kümmere mich um den Koffer.“
    Tom ließ sich zurücksinken, schloss die Augen und schüttelte nur den Kopf. Der Arzt sah zu Semir.
    „So, können wir endlich?“
    „Ja, Doktor….Tom, mach dir keine Sorgen ,ich geh gleich hoch zu Hartmut und mach da Dampf, okay? Und ich sag Petra Bescheid, das du….“
    „Nein! Bloß nicht!...Ach, Moment…doch, sie wartet auf mich….“
    „Okay, okay, ich mach das schon. Erst Hartmut, dann hol ich Petra und wir kommen dich abholen.“
    Vom Arzt kam ein Lachen. „Das können sie direkt vergessen. OP, Narkose, vor morgen Mittag wird das nichts. Und wenn noch irgendwelche Gefäße verletzt sind, eher übermorgen.“
    Schon wollte Tom bereits wieder mit protestieren anfangen und versuchte eilig aufzustehen. Semir hielt ihn mühsam zurück.
    „Du bleibst jetzt hier drinnen und fährst mit ins Krankenhaus!...Mensch, bin ich froh, dass dir nichts Schlimmeres passiert ist.“ Er sah ihn an und Tom musste lächeln.
    „Hast du dir Sorgen gemacht?“
    „Ja, stell dir vor, hab ich! Ich meine, eigentlich hätte ich dich ja gar nicht hier alleine…“
    „Nun hör aber auf! Das konnte niemand wissen, Semir….Was ist denn jetzt mit Andrea?“
    Der Arzt unterbrach ihr Gespräch. „So, ich würde dann jetzt gerne!“
    Semir nickte, stieg aus dem Rettungswagen. „Wir kommen dann gleich ins Krankenhaus!“

  • Weiter geht es.... :baby:


    Hartmut war bereits mit dem Inhalt des Koffers beschäftigt, als Semir hereinkam.
    „Und?! Was ist das alles?!“
    „Hallo Semir. Was ist mit Tom?“
    „Auf dem Weg in die Klinik…Hast du schon was rausgefunden?!“
    „Du, sorry, aber ich hab das Zeug jetzt gerade mal dreißig Minuten. Ich beeil mich ja, aber hexen kann ich nicht.“
    „Hartmut, ich weiss. Es ist nur…hast du schon eine Vermutung?“
    „So was wie Extasy wahrscheinlich….aber auf die billigste Art und Weise. Gefährlich, wenn das auf den Markt kommt.“
    „Was hat das alles für einen Wert?“
    „Na auf jeden Fall viel weniger, als die Summe, für die die das Zeug verkaufen werden….“
    „Wie meinst du denn das, Hartmut?“
    „Das ist absolut minderwertige Qualität, aber für Laien nicht von richtigem Extasy zu unterscheiden. Also, daran verdienen die sich dumm und dämlich. Und für den Konsumenten ist es hochgradig gefährlich….“
    Semir nickte nur. Gut, dass die Kerle es nicht wiederbekommen hatten, dachte er stumm.
    „Gut Hartmut, klemm dich dahinter! Ich bin zur Klinik. Ruf mich an, wenn du mehr weißt!“
    „Alles klar, Semir. Und grüß Tom von mir.“



    Petra und Semir eilten durch den Gang der Station des Marien Krankenhauses. Petra hatte sich immer noch nicht wieder beruhigen können, obwohl Semir ihr auf der Fahrt hierher mehrfach versichert hatte, dass Tom okay war.
    „…Wenn er okay wäre, dann wäre er ja wohl nicht hier, Semir….Ach, da vorne ist ein Arzt!“ Schon eilte sie dem Doktor entgegen.
    „Herr Doktor! Petra Schubert ist mein Name, wir möchten zu Herrn Kranich! Wie…wie geht es ihm denn?!“
    Der Arzt blieb stehen, nickte ihr zu. „Ich bin Doktor Berger…Sie sind Angehörige?“ Petra nickte und Semir zog noch kurz seinen Ausweis. Berger deutete zwei Türen weiter.
    „Da drüben, Zimmer 21. Wir haben die Kugel entfernt und es waren glücklicherweise keine Gefäße oder ähnliches verletzt.“
    Petra atmete auf. „Danke , Doktor Berger. Können wir …?“
    „Ja, gehen sie ruhig rein….Die Schwestern beschweren sich schon. Scheint ein recht schwieriger Patient zu sein…“ Berger lächelte und verschwand im Fahrstuhl.



    Tom drehte sofort den Kopf zur Tür , als sie hereinkamen und versuchte eilig sich aufzurichten. So richtig wach schien er jedoch noch nicht zu sein. Petra setzte sich sofort zu ihm, griff nach seiner Hand.
    „Na, wie geht’s dir denn?“
    „Ganz gut….Verdammte Narkose, mir ist schlecht.“
    „Am besten bleibst du einfach liegen und schläfst noch etwas.“
    Tom antwortete nicht und sah fragend zu Semir. „Und? Was ist das für ein Zeug?“
    „Gepanschtes Extasy oder was in der Richtung .Hartmut ist dran.“
    „Okay….morgen machen wir dann gleich ein Phantombild von den beiden Kerlen…Ach, Moment, wenn du mir den Zeichner herschickst, können wir das auch heute noch…“
    „Ne, ne, sicher nicht. Du kümmerst dich heute nur um dich selbst, mein Lieber.“
    Erstaunlicher Weise kam von Tom kein großartiger Protest und Semir sah zu Petra. Die nickte sofort. „Ich bleib hier und pass auf ihn auf.“
    „Auf mich braucht keiner aufzupassen….Mann, ist mir schlecht.“
    Semir grinste leicht. „Na dann geh ich mal lieber, bevor du hier noch….sonst wird mir auch noch schlecht.“
    „…Ja, danke Semir…bist ein echter Freund. Und einer von euch holt mich gleich morgen früh hier raus.“
    „Ja, sicher….das sehen wir dann morgen. Bis dann, Partner.“

  • Anna kam direkt auf Semir zu, als dieser die PAST betrat.
    „Was ist mit Kranich?“
    „Steckschuss am Oberarm, meckert aber ziemlich und will nach Hause, Chefin.“
    „Gut, dann kann es ja nicht so schlimm sein. Ist Petra bei ihm?“
    „Ja.“
    Anna nickte. „Dann erzählen sie mir, wie das passiert ist, Semir!“
    „Ja, es gab eine Schiesserei vor der KTU, Chefin. Tom wollte den Koffer, von dem wir inzwischen wissen, das dort gepanschtes Extasy enthalten ist, zu Hartmut bringen.“
    „Verunreinigtes Extasy! Das will ich hier nicht auf den Strassen haben! Wo kam dieser Koffer her?“
    „Den haben wir heute morgen nach einem Unfall im Kofferraum eines beteiligten Unfallwagens sichergestellt. Der Fahrer dieses Wagens starb noch am Unfallort.“
    Die Chefin nickte nachdenklich. „Dann finden sie heraus, wer den Koffer wiederhaben wollte, Semir. Und zwar schnell. Wie gesagt, ich will diese Drogen nicht auf der Strasse haben!“
    „Geht klar, Chefin.“
    Semir ging in sein Büro, schaltete den PC ein. Mal sehen, was alles über den toten Fahrer des Wagens zu finden war. Vielleicht gäbe es da irgendetwas, wo er ansetzen könnte.



    Tom saß bereits fertig angezogen auf der Bettkante, als Petra am nächsten Morgen hereinkam.
    Zufrieden stand er auf, ging ihr entgegen.
    „Da bist du ja…ich wart schon.“
    „Hallo Schatz, wie geht’s dir?“
    Er küsste sie. „Bestens…ich bin froh, wenn ich hier raus bin. Komm, lass uns verschwinden.“
    Schon war er an der Tür. Petra schüttelte lächelnd den Kopf.
    „Ja, brauchst du nicht noch irgendwelche Papiere oder….“
    „Hab ich alles hier in der Jacke. Komm.“ Tom griff mit dem gesunden Arm nach ihrer Hand und zog sie nach draußen.
    „Und dein Arm? Solltest du den nicht wenigstens noch in der Schlinge tragen , die du gestern…“
    „Ach, Unsinn….“
    Kurz darauf saßen sie in Petras Wagen und sie sah ihn an. „Ich nehme an, es bringt nichts, wenn ich dir jetzt sage, dass du dich zuhause hinlegen solltest?“
    „Stimmt, das bringt nichts. Fahren wir ins Büro. Ich will wissen, was es Neues gibt.“
    Sie nickte nur und fuhr lächelnd los.



    Semir saß bereits bei der Chefin im Büro, als Tom hereinkam und beide sahen ihm fragend entgegen. Anna schüttelte den Kopf.
    „Das dacht ich mir, das sie hier auftauchen, Tom. Wie geht es ihnen?“
    „Danke, gut.“ Schon setzte er sich neben Semir, griff sofort nach der Akte in seiner Hand. „Wer ist das ? Der Tote aus dem Unfallwagen?“
    „Ja…Bist du sicher, das du okay bist?“
    „Ja. Bin ich. Wie heißt der Kerl?“
    „Tarek Wagner. Neununddreißig Jahre alt, ledig, keine Angehörigen.“
    Tom nickte nur, blätterte in der Akte und schien nachzudenken.
    „…Tarek Wagner….der Name kommt mir bekannt vor….Wieso hat der ne Akte?“
    „Nichts Besonderes, drei kleine Rauschgiftdelikte in den letzten Jahren und eine ganz alte Kamelle, die ist fast zwanzig Jahre her. Da hat man ihn mal mit Hasch erwischt und er hat ne Schlägerei mit zwei Polizisten angefangen.“
    Tom antwortete nicht, sah auf das Foto und schüttelte dann leicht lächelnd den Kopf.
    „Mann, ist das schon so lange her….“
    „Bitte?“ Semir sah ihn verständnislos an und auch die Chefin guckte fragend in seine Richtung. Tom sah auf und legte die Akte auf den Tisch.
    „Tarek und ich …naja, wir kannten uns mal.“

  • „Ach? Und?“
    „Ja, nix und. Ich sag doch, ist ne Ewigkeit her….bin nur grad über den Namen gestolpert. Wir sind zusammen zur Schule gegangen.“ Wieder zog ein kurzes Lächeln über Toms Gesicht und er sprach weiter. „Ja, und diese Schlägerei hier aus der Akte, da war ich auch dabei….Hatten gerade alle unseren Schulabschluss und waren , jetzt lach nicht, als Band unterwegs. Mensch, war das eine verrückte Zeit.“
    Semir prustete los und auch Anna konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
    „Ne Band, ja? Was hast du denn gespielt? Flöte?“ Wieder brach er in Lachen aus und Tom schüttelte nur grinsend den Kopf.
    „Ob du es glaubst oder nicht, ich konnte mal ganz gut Schlagzeug spielen. Naja, jedenfalls dacht ich das….Ist ja auch egal jetzt. Also, wir waren zu fünft , haben in so kleinen Bars gespielt und uns ein bisschen Geld verdient. Keiner wusste so recht, was er tun sollte nach der Schule. Eines Abends waren wir alle ziemlich blau und Tarek hat sich dann mit zwei Zivilpolizisten angelegt….Wie gesagt, ist eine verrückte Zeit gewesen. Tja, kurz darauf sind dann alle ihren eigenen Weg gegangen. Hab Tarek dann noch zwei, drei Jahre lang immer mal sporadisch gesehen, aber irgendwann ist der Kontakt dann ganz abgebrochen….Ja, und jetzt ist er tot.„ Tom hing einen Moment lang seinen Gedanken nach und griff dann nochmals nach der Akte.
    „Wo war er zuletzt gemeldet?“
    Semir schlug die zweite Seite auf. „Hier….Fürther Strasse in Köln. Bei einer…Daniela Kerner.“
    „…Das gibt’s ja nicht!“
    „Was? Kennst du die auch?“
    Tom nickte. „Ja…das war unsere Sängerin. Komm!“ Schon stand er auf und Semir folgte ihm eilig. Anna sah ihnen stumm hinterher.
    Als sie im Wagen saßen blickte Semir grinsend zu Tom auf den Beifahrersitz.
    „Ich glaub´s immer noch nicht….Du als Schlagzeuger!“
    „Ja, hätt ich das bloß nicht erzählt. Das muss ich mir jetzt wahrscheinlich die nächsten Jahre anhören.“
    „Aber du spielst doch mal was für mich, oder? Ich meine, wenn ich jetzt schon einen Musikanten in der Familie habe, dann…“
    „Semir, vergiss es!“
    Semir lachte und drehte die Musik im Radio laut. Dazu machte er jetzt Trommelgeräusche und Tom verdrehte die Augen. Eilig schaltete er das Radio ab.
    „Nun ist gut, Semir…“
    „Ja, ja. Sag mal, diese Daniela und Tarek, sind die, bzw. waren die ein Paar?“
    „Was weiss ich. Damals waren sie es. Aber wie gesagt, das ist zwanzig Jahre her und irgendwie waren wir alle mal mit Daniela ein Paar…“ Tom grinste und Semir schüttelte den Kopf.
    „Also wirklich…“
    „Ja, was denn? Ich sag doch, es war eine verrü…“
    „Ja, ja“, Semir nickte, „Ich weiß, eine verrückte Zeit….Aber ist ja dann doch noch was aus dir geworden. Kaum zu glauben.“

  • Es geht weiter! :]


    Sie hielten in der Fürther Strasse. Es war eine typische Kölner Innenstadtgegend und Tom suchte bereits nach dem Klingelschild.
    „Hier…dritte Etage. Sag mal, weiß sie eigentlich schon, das Tarek tot ist?“
    Sie sahen sich an. Semir nickte. „Sicher…waren ja bestimmt Kollegen von der Wache hier…Wenn er hier gemeldet ist.“
    Wortlos gingen sie nach oben und Tom drückte auf die Klingel. Gespannt wartete er und schließlich wurde die Tür geöffnet.
    „Ja, bitte?“ Daniela Kerner stand im Türrahmen, hatte verweinte Augen und sah ihnen entgegen. Dann stutzte sie plötzlich und ihr Blick blieb an Tom hängen.
    „….Tom?“ Fast erschrocken sah sie ihn an, schüttelte den Kopf. Er nickte nur.
    „Hallo Dani….“
    Immer noch musterte sie ihn von oben bis unten, lächelte schließlich und umarmte ihn fest.
    „Tom….ich glaub´s nicht!“ Dann zog sie ihn in die Wohnung und Semir folgte den beiden wortlos, schloss die Tür. Die Wohnung war in einem Zustand, wie man sie bei Leuten vorfindet die offensichtlich etwas besseres zu tun hatten als hin und wieder mal aufzuräumen. Semir sah sich um, grinste in Toms Richtung , doch der schien nicht weiter überrascht zu sein.
    Daniela zog ihn weiter in die Küche, sah ihn immer noch erstaunt an.
    „Was tust du hier, Tom?...Und entschuldige, wie ich aussehe, aber….naja, es ist was passiert und…“
    Er nickte. „Ich weiß.“
    „Du weißt? Was weißt du?“ Ihr Blick hatte sich verändert und sie sah ihn fragend an.
    „Daniela, ich bin Polizeibeamter. Und das hier ist ein Kollege….“
    „Du bist was? Nein, das glaub ich nicht….Dann kommst du wegen Tarek?“
    Wieder nickte er. Daniela setzte sich an den Küchentisch, schob alles mögliche Zeug an die Seite und stützte den Kopf auf die Hände.
    „…Es war klar, das so was passiert, Tom….irgendwann musste es ja so kommen.“
    „Was meinst du damit?“
    „Ach Tom“, Sie sah ihn wieder an, „ Gut siehst du aus, wirklich. Hast dich verändert. Ja, und Tarek…. Er ist immer der Gleiche geblieben, weißt du. Wollt ihr einen Kaffee?“
    „Gerne.“
    Sie nickte, stand auf, stellte die kleine Espressokanne auf den Herd.
    „Waren sie und Tarek Wagner ein Paar, Frau Kerner?“ Semir, der in der Küchentür stand, sah sie fragend an und Daniela schüttelte lächelnd den Kopf.
    „Nein….das ist viele Jahre vorbei. Tarek hat in der letzten Zeit hier gewohnt, aber eigentlich hatte er kein richtiges Zuhause. Er war überall und nirgends. Und er hat sich mit den falschen Leuten rumgetrieben, das wurde in den letzten Monaten immer schlimmer….“
    „Sie wissen, dass er bei einem Verkehrsunfall starb?“
    „Ja. Das haben mir ihre Kollegen gestern gesagt….“ Wieder stiegen ihr Tränen in die Augen und sie sah zu Tom. „Aber was wollt ihr dann bei mir?“
    „Dani, wir haben bei Tarek im Wagen Drogen gefunden. Nicht wenig.“
    „Ja…die werdet ihr wahrscheinlich auch in seinem Körper finden. Sicher war er wieder zugedröhnt…“
    „Das wird die Gerichtsmedizin raus finden. Aber das meine ich nicht. Dani, im Kofferraum waren Drogen, mit denen man ein ganzes Stadtviertel versorgen kann, verstehst du?“
    Entgeistert blickte sie ihn jetzt an. “Was?!“
    Tom nickte und Semir deutete Richtung Flur.
    „Hatte er bei ihnen ein Zimmer? Können wir uns das mal ansehen?“
    „…Ja…sicher…erste Tür links.“
    Semir verließ die Küche und betrat Tareks Zimmer.
    Tom sah weiter zu Daniela, die offensichtlich immer noch fassungslos war.
    „Hat Tarek mit Drogen gedealt, Dani?“
    „..Was?...Nein…Tom, ich weiß es nicht. „
    „Du hast von falschen Leuten gesprochen? Wer sind die?“
    „Tom, ich hab keine Ahnung!“

  • So, ein neues Stückchen....sorry, hab etwas wenig Zeit im Moment :baby:


    „Dani, hör zu, hier geht es nicht um ein bisschen Gras oder sonst was. Hier geht es um große Drogengeschäfte! Also denk nach, bitte!“
    „Tom…Tarek war ein Träumer. Damals so wie heute. Aber er hätte doch niemals mit solchen Sachen zu tun gehabt.“
    „Es sieht aber ganz danach aus.“ , erwiderte Tom und folgte Semir in Tareks Zimmer.
    Dieser hatte gerade einen kleinen Schuhkarton in der Hand und blätterte grinsend alte Fotos durch.
    „Hier, guck mal! Da bist ja du!“ Semir war ganz aus dem Häuschen und hielt Tom das Bild vor die Nase. Doch der schüttelte nur den Kopf, nahm ihm das Bild aus der Hand und warf es zurück in den Karton.
    „Du sollst hier nicht meine Vergangenheit ausgraben, sondern nach Spuren suchen!“
    „Mensch….aber du bist doch so gut getroffen! Die langen Haare…ich hab dich erst gar nicht erkannt….“
    „Ja, Semir….hast du noch was Sinnvolles gefunden?“
    „Ja, hab ich. Sieh mal, hier.“Semir zog eine Tasche hervor, die identisch war mit der ,die sie gestern aus dem Wrack des Autos geborgen hatten.
    „Lag unterm Bett, kein besonders gutes Versteck, was?“
    „Ist was drin?“ Tom sah ihn fragend an.
    „Allerdings….Dieselben bunten Pillen wie in der anderen. Dein Tarek hat hier mächtig mitgemischt, scheint mir. Soll sich mal die Spurensicherung hier umsehen. Und die Tasche bringen wir Hartmut….“
    Weiter kam Semir nicht ,denn in diesem Moment wurde mit einem lauten Krach die Tür aufgetreten und zwei maskierte Männer stürmten herein .Semir und Tom wollten instinktiv zur Waffe greifen, sahen aber sofort in den Lauf zweier MPi´s. Daniela stand wie erstarrt an der Wand des Flures und sah den Maskierten verängstigt entgegen.
    Tom hob langsam die Hände.
    „Hey, hey….“
    „Maul halten! Beide rüber zu der Frau da!...Und wonach wollten ihr gerade greifen?! Habt ihr Kanonen?! Weg damit!“
    Semir und Tom nickten nur, zogen vorsichtig ihre Waffen aus dem Halfter und liessen sie zu Boden gleiten.
    „Was seid ihr?! Bullen, was?!“
    „…Ja…und ihr reitet euch gerade mächtig in einen Schlamassel. Besser wäre es, ihr nehmt die Dinger runter und wir reden in Ruhe….“ Schon schubste einer der Kerle Tom wütend gegen die Wand und er verzog lautlos das Gesicht, als er mit dem verbundenen Arm hart dagegen schlug.
    „Du sollst die Klappe halten! Die Tasche da! Her damit!“
    Semir nickte nur und stellte die Tasche wortlos auf den Boden.
    „Okay, und jetzt rein da ins Zimmer! Alle drei! Die Süsse auch!“
    „Hören sie, für so was gibt’s eine ganze Weile Knast, also….“
    „Verdammt, Klappe halten! Du bist doch der Bulle von gestern, was?! Hast du noch nicht genug, scheint mir!“ Der Gangster hob die MPi, zielte auf Tom. Semir machte sofort zwei Schritte neben ihn.
    „Hey….ganz ruhig, ja?“
    Und schon holte der Mann aus und Semir bekam den Kolben der MPi gegen die Schläfe. Mit einem kurzen Aufschrie ging er in die Knie. Tom wollte zu ihm, wurde jedoch mit vorgehaltener Waffe von dem zweiten Maskierten zurückgehalten.
    „Schluss jetzt, Bulle!“

  • Fortsetzung....


    Dann wurden sie in Tareks Zimmer verfrachtet, die Tür fiel zu und der Schlüssel drehte sich im Schloss. Man hörte man sich eilig entfernende Schritte. Tom war direkt neben Semir, der sich die blutende Stirn hielt.
    „Semir?! Was ist mit dir?!“
    „…Alles bestens….hinterher! Komm!“
    Schon waren sie an der Tür und hatten diese mit zwei kräftigen Tritten aus der Angel gerissen. Tom sah zu Daniela, die immer noch bewegungslos und geschockt im Zimmer stand.
    „Dani, du bleibst hier! Alles okay! Bin gleich wieder da!“
    Dann rannten sie mit gezogener Waffe aus dem Haus, doch es war zu spät. Alles, was sie noch sahen, war einen davonrasenden blauen Kombi.
    „Verdammt! Die sind weg!“
    Tom nickte nur und deutete auf seinen platten Reifen. „Und Verfolgung ist auch schlecht!“
    „Und sie haben die Tasche mit dem Zeug….Die Engelhardt wird begeistert sein!“ Semir zog kopfschüttelnd ein Taschentuch aus der Jacke, drückte es gegen seine Schläfe und griff zum Handy.
    „Ich geb mal ne Fahndung raus. Hast du das Kennzeichen gesehen?“
    „Köln und hinten eine 8, drei Ziffern.“
    „Wie? Mehr nicht? Ich hab wenigstens noch das A erkannt…A wie Augenarzt!“
    Tom grinste. „Ja, ja….okay, also K- A…irgendwas mit drei Ziffern und hinten ne 8. Blauer Kombi, soll Petra mal nachforschen….Ich geh zu Dani….Irgendwas muss sie doch wissen.“
    Schon ging Tom Richtung Haus und Semir sah ihm nachdenklich hinterher.



    Daniela saß inzwischen in Tareks Zimmer auf der alten Couch und sah Tom entgegen, als dieser hereinkam. Immer noch stand sie unter Schock, das sah man genau. Tom setzte sich neben sie und sie sah ihn an.
    „…So was hab ich noch nie erlebt….Was ist hier passiert, Tom?!“
    „Ich dachte, du könntest mir das sagen. „
    Sie schüttelte den Kopf. „Tom…ich…ich hab keine Ahnung.“
    Tom sah sie zweifelnd an, hielt sich den schmerzenden Arm, der anscheinend wieder angefangen hatte zu bluten. Er merkte es durch das sich klebrig anfühlende Hemd unter dem Jackett.
    „Dani, hat Tarek dir irgendwas erzählt? Hatte er Probleme, Schwierigkeiten?“
    Sie lächelte leicht. „Ach Tom, Tarek hatte ständig irgendwelche Schwierigkeiten. Aber das eben…nein, da kann doch Tarek nichts mit zu tun haben.“
    „Offensichtlich schon. Es sieht so aus, als hätte er etwas in seinen Besitz gebracht, was die Kerle sich jetzt wiedergeholt haben. Die Tasche eben war voll mit verunreinigtem Extasy, Dani. Und gestern haben wir bereits eine ebensolche Tasche sichergestellt.“
    Sie starrte ihn an. Tom nickte.
    „Mit was für Leuten war er zusammen , Dani. Bitte denk nach! Wenn dieses Zeug auf die Straßen gelangt, wird es vermutlich viele Tote geben!“
    „…Sprich mit Jerome. Wenn jemand etwas von Tarek weiß, dann Jerome.“
    „Jerome? Und wie weiter?“
    „Jerome…keine Ahnung. Aber der sitzt jeden Tag im Easy life, hier gleich um die Ecke.“
    „…Okay….easy life, wie treffend.“ Er schüttelte nur den Kopf und Dani machte ein abwertendes Gesicht.
    „Schon klar ,was du von uns denkst, Tom. Aber wir leben eben anders als du…“
    „So meine ich das nicht.“
    „Oh doch, genau so meinst du das! Sieh dich doch an…wie du aussiehst! Mit deinem Anzug, deinen frisierten Haaren und deinem Dienstausweis. Dein Leben ist ganz anders verlaufen als meins oder das von Tarek. Was weißt du denn schon?!“
    „Darum geht es nicht, Dani. Egal ,wie unterschiedlich unser Leben verlaufen ist….das gibt Tarek noch lange nicht das Recht da raus zu gehen und Menschen mit Drogen zu versorgen.“
    „Ach, du kapierst das sowieso nicht….“ Sie war aufgestanden, sah ihn jetzt wütend an und Tom schüttelte erneut den Kopf.

  • Gerade kam Semir herein, hatte die letzten Sätze mitbekommen und warf Tom einen fragenden Blick zu. Doch der winkte nur ab und ging Richtung Tür. Daniela folgte ihm.
    „Was ist jetzt, Tom Kranich?! Läufst du weg oder was? Oder weißt du keine Antwort?“
    Tom blieb stehen, drehte sich um.
    „Ich habe zu tun, Dani. Ganz einfach. Ich habe zu tun…Denn ansonsten werden wir in den nächsten Tagen noch viel schlimmere Probleme haben, als unsere beiden Lebensläufe zu diskutieren.“
    Damit verliess er die Wohnung.
    Semir stand da, sah Tom nach und dann zu Daniela. „In den nächsten Minuten werden hier Leute von unserer Spurensicherung auftauchen. Ich möchte sie bitten, bis dahin nichts zu verändern.“
    Sie nickte nur.



    Sie waren noch nicht ganz aus dem Haus, als ihnen ein junger Mann entgegen kam. Er trug Jeans, ein ausgeleiertes T-shirt, hatte grün gefärbte Haare und eine Zigarette zwischen den Lippen und sah ihnen fragend entgegen. Tom und Semir blieben stehen, musterten ihn ebenso.
    „Wo wollen sie hin?“
    „…Was geht sie das an?“
    Tom zog seinen Dienstausweis.
    „Kranich, Kripo Autobahn. Und falls sie in die Wohnung von Frau Kerner wollen, geht es uns was an. Also?“
    Der junge Mann zuckte die Achseln und schien von Toms Ausweis nicht sonderlich beeindruckt.
    „Das ist meine Mutter.“, sagte er nur und wollte weiter nach oben gehen. Tom starrte ihn an, während Semir sich ihm freundlich in den Weg stellte.
    „Ach, ja? Dann sind sie?“
    „Warum wollen sie das wissen?“
    Tom mischte sich ein, sah ihn immer noch fest an. „Nun, weil wir es eben wissen wollen. Wie heißen sie?“
    „Lenny…Lenny Kerner, wenn sie es genau wissen wollen. Kann ich jetzt zu meiner Mutter?“
    Tom nickte nur, schien in Gedanken. Semir wandte sich nochmals an Lenny.
    „Sagen sie, kennen sie Tarek Wagner?“
    „Naja…ich kannte ihn mal. Er ist tot.“
    Damit ging der junge Mann an ihnen vorbei und verschwand kurz darauf in Danis Wohnung.
    Tom sah ihm nach und ging dann wortlos die Treppe hinunter Richtung Haustür. Semir schüttelte leicht lächelnd den Kopf.
    „Na, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, was? Der scheint ja die Gene seiner Mutter zu haben….“
    Tom antwortete nicht und stieg in den Wagen. Dann erst sah er Semir an.
    „Was meinst du, wie alt war dieser Lenny?“
    „Mhm…was weiß ich. Siebzehn, achtzehn, irgend so was. Warum fragst du?“
    „Ach…nur so.“

  • Tom saß an seinem Schreibtisch und sah auf den Monitor des PCs, als Semir hereinkam.
    „Was machst du?“
    „Ich? Ach, nichts Besonderes….“ Tom drückte eilig den Zurück Button der Tastatur. „Was ist mit der Spurensicherung? Haben die was aus Tareks Zimmer?“
    „Noch kein Bericht da. Ich hab schon Druck gemacht….Sag mal, der Junge vorhin, ob der was weiß?“
    Tom zuckte die Achseln. „Der Junge? Tja, was weiß ich….“
    Semir nickte bestimmend. „Wir sollten noch mal mit ihm reden. Der war irgendwie komisch drauf.“
    „Komisch?...Wieso komisch? Der war doch ganz normal…also, für sein Alter jedenfalls…normal.“
    „Hast du gerade geguckt, wie alt er ist?“
    „Wer? Ich ? Nö… ist ja auch wurscht.“ Tom stand auf, ging aus der Bürotür. „Ich hol mir mal nen Kaffee. Du auch?“
    „Ja…gerne.“
    Schon verließ Tom fast fluchtartig den Raum und Semir ging verwundert auf den PC zu , drückte den zurück Button der Tastatur und sah die Startseite vom Einwohnermeldeamt.
    „…Dacht ich es mir doch“, murmelte er leise vor sich hin und setzte sich an seinen eigenen Schreibtisch.
    Tom kam zurück, stellte Semir den Kaffee vor die Nase und setzte sich ebenfalls.
    Petra kam herein und sofort erhellte sich Toms Miene.
    „Hallo mein Schatz! Wo warst du denn, ich hab dich vermisst.“
    „Unten im Archiv lauter alte Akten wegräumen…Hier, euer Bericht aus der Wohnung von Frau Kerner. Kam gerade per Fax.“ Tom nickte, stand auf, drückte ihr einen Kuss auf den Mund und sie umarmte ihn kurz. Tom zuckte zusammen.
    „Was hast du?“ Erschrocken sah sie ihn an.
    „…Nix….hab mir vorhin blöd den Arm gestossen…“
    „Was? Zeig mal her…“ Schon zog sie an seinem Jackett und sah sofort das blutverklebte Hemd. „Das blutet ja wieder….was hast du gemacht?“
    Tom winkte eilig ab, deutete zu Semir. „Kümmere dich mal lieber um ihn da. Er braucht ein Pflaster, hat Stress mit seiner Frau und niemanden, der ihn versorgt.“
    Semir antwortete nicht und trank einen Schluck Kaffee. Sofort verzog er das Gesicht und schüttelte sich.
    „Boah, Mensch! Wie viel Zucker hast du denn da rein….igitt!“
    Tom zuckte die Achseln. „Oh sorry….hab ich mich wohl verzählt….“
    „Ja, von wegen! Mit deinen Gedanken bist du woanders!“ Semir nahm Petra das Fax aus der Hand und schob den Kaffee weit von sich.
    „Ich hol mal den Verbandskasten.“ Petra verschwand nach draußen und Semir sah erneut zu Tom.
    „Hältst du mich für dämlich? Meinst du, ich merk nicht, worüber du seit vorhin nachdenkst?“
    „Ich hab keine Ahnung, wovon du sprichst…“
    „Ach nein? Wirklich nicht?....Sag mal, wann warst du denn mit der zusammen?“
    „Ich war nicht mit ihr zusammen…jedenfalls nicht lange…also, ach, sag mal, das geht dich gar nichts an!“
    Semir lächelte leicht und nickte nur. Tom sah von draußen Petra zurückkommen und warf Semir einen warnenden Blick zu.
    „Halt bloß deine Klappe, verstanden?“
    Semir nickte nur und schwieg.

  • Sorry....hat diesmal etwas gedauert mit dem nächsten Teil....aber jetzt geht es weiter. :]


    Semir nickte nur und schwieg.
    „…So, dann wird ich euch mal verarzten.“ Petra kam rein, stellte das Verbandszeug auf den Tisch und besah sich Semirs Schläfe.
    In dem Augenblick betrat auch Anna das Büro, sah von einem zum Anderen.
    „Was ist in der Wohnung von dieser Frau Kerner vor sich gegangen?“
    „Ja, also da kamen plötzlich zwei Typen und haben…“
    „Ja? Ich höre ihnen zu, Kranich!“
    „Naja, also, die haben jetzt vermutlich die gleiche Menge von diesem Extasy Zeug aus der Wohnung mitgenommen.“
    „Großartig! Wieso haben sie das nicht verhindert ?“
    Semir sah hinter Petra hervor, die ihm gerade ein Pflaster auf die aufgeplatzte Schläfe pappte.
    „Aua…Ja Chefin, die hatten MPi´s! „
    „Ja, und jetzt haben sie auch noch jede Menge verunreinigte Drogen in ihrem Besitz! Also beschaffen sie das Zeug wieder und zwar schnell! Was ist mit diesem Tarek Wagner? Haben sie wenigstens einen Anhaltspunkt, meine Herren?“
    „Ein gewisser Jerome, angeblich weiß der, was Wagner so getrieben hat, Chefin. Da wollen wir gleich mal hin.“
    „Tun sie das. Und machen sie Tempo! Ich hatte bereits einen sehr unangenehmen Anruf von der Staatsanwaltschaft!“
    Tom und Semir nickten nur. Sie konnten sich schon vorstellen, von wem dieser Anruf gekommen war….



    Jerome sah den beiden Männern entgegen. „Wo kamen die verdammten Bullen her?!“
    „Einer war der von gestern! Als wir die erste Tasche holen wollten.“
    „Verdammt…na, wenigstens haben wir die Hälfte von dem Zeug wieder! Dieser verdammte Verräter Tarek! Wenn er nicht bei dem Unfall umgekommen wäre, hätte ich das besorgt!“ Jerome fluchte und schlug mit der Faust auf den Tisch. Er hatte Tarek immer gerne gemocht und er konnte es nicht vertragen hereingelegt zu werden.
    „Nur weil dieser Idiot eigenmächtige Geschäfte machen wollte, hab ich jetzt die Bullen am Hals! Ist nur eine Frage der Zeit ,bis die hier auftauchen werden!“
    Martin und Thomas schwiegen. Jerome war unberechenbar und das wurde noch gefährlicher, wenn er so wütend war wie jetzt.
    „Bringt das Zeug ins Versteck!“
    „In Ordnung. Und was ist mit der Kerner und dem Kleinen?! Tarek hat bei denen gewohnt, wer weiß, was er ihnen erzählt hat!“
    „Das weiß ich selbst! Darum kümmere ich mich schon! Bringt jetzt die Tasche weg!“
    Die Beiden nickten und zogen ab.
    Jerome sah ihnen nach und begann nachzudenken.



    Lenny kam aus seinem Zimmer und sah, das seine Mutter immer noch in der Küche saß und aus dem Fenster sah. Die Polizeibeamten von dieser Spurensicherung, die Tareks Zimmer durchsucht hatten, waren verschwunden und langsam ging er zu ihr in die Küche.
    „Was ist hier passiert, Mama? Was hat die Polizei bei Tarek gesucht?“
    Sie sah ihn an und fragte sich, was und wie viel sie ihm sagen sollte. Schließlich entschloss sie sich für die Wahrheit.
    „Genau weiß ich es selbst nicht, Lenny. Aber Tarek muss großen Mist gebaut haben. Die beiden Beamten, die du noch im Flur gesehen hast, haben Drogen in seinem Zimmer gefunden.“ Von den beiden maskierten Männer mit den Waffen, entschied sie sich in diesem Moment, würde sie ihm besser nichts erzählen.
    Lenny nickte nur. „Das wundert mich nicht….Tarek war in der letzten Zeit ja ständig auf irgendwelchen Drogen.“
    Sie sah ihn überrascht an und der Junge nickte nur. „Mama, ich bin kein kleines Kind mehr…Meinst du, ich merke das nicht?“
    Dani lächelte leicht und nickte ihrem Sohn zu. „Du hast ja Recht, Lenny. Aber manchmal kann ich es halt noch nicht glauben, das ich keinen kleinen Jungen mehr habe….“
    Lenny grinste nun auch und griff nach seiner Jeansjacke. „Ich bin noch mal zur Probe. Wird aber nicht spät, wir schreiben morgen die Englischklausur.“
    „Alles klar. Viel Spaß!“ Sie sah ihm nach, stand schließlich auf und ging ihm nach.
    „Ach Lenny, warte mal! Ich…ich wollte dir noch was sagen. Nur damit du das weißt. Es kann sein, dass vielleicht die beiden Polizisten noch mal hier auftauchen. Einen von den beiden, Tom Kranich, Tarek und ich kannten ihn früher.“
    „Ja? Du kennst einen Polizisten?“ Lenny lachte.
    „Ja, genau, mein Lieber, brauchst du gar nicht so zu lachen. Aber es ist lange her….Tom war auch noch kein Polizist und dich…dich gab es da noch nicht.“
    „Na dann….muss es ja eine Ewigkeit her sein.“ Erneut grinste der Junge und verließ eilig die Wohnung. Dani sah ihm lachend nach und ging zurück in die Wohnung. Schließlich holte sie einen alten Schuhkarton aus dem Schrank und begann in dem Stapel alter Fotos zu kramen….

  • Semir hielt dem Mann, der ihnen an der Theke des Easy Life gegenübersaß, seinen Ausweis entgegen.
    „Gerkhan, Kripo Autobahn, und das ist mein Kollege Kranich. Sie sind Jerome?“
    Der Mann nickte. „Ja, bin ich. Jerome Preuss. Was gibt es denn? Bin ich zu schnell gefahren?“ Er lachte und Semir verdrehte die Augen. Wie sehr er diese Frage hasste!
    „Wir haben nur ein paar Fragen, Herr Preuss…Sie kannten einen Tarek Wagner?“
    „Tarek? Ja, klar, der ist oft hier gewesen….aber wieso ´kannte´?“
    „Nun, weil er tot ist.“ Tom beobachtete die Reaktion des Mannes, doch der ließ sich nichts anmerken.
    „Mein Gott! Tot? Tarek? Was ist denn bloß passiert?!“
    „Ein Verkehrsunfall.“
    „Ein Autounfall? Wie furchtbar….mein Gott, so schnell kann das gehen…ich bin ganz geschockt.“ Jerome schüttelte immer wieder den Kopf und Tom und Semir sahen sich an.
    „Sagen sie, wissen sie etwas von Drogengeschäften, an denen Tarek beteiligt war?“
    „Was? Drogen? Nein….da weiß ich nichts. Naja, er hat manchmal was genommen, paar Pillen oder bisschen was geraucht, aber Drogengeschäfte…nein, da weiß ich nichts.“
    „Und sie, Herr Preuss? Sind sie schon mal irgendwie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen?“
    „Ich?“ Preuss sah Semir feindselig an. „Nun, es gab manchmal ein paar Verdächtigungen gegen mich….alles absurd. Aber das können sie ja sicher alles in ihren Akten nachlesen, nicht wahr?“
    „Das werden wir auch, Herr Preuss. Das werden wir auch.“
    „Tun sie das. So, wenn es das war, dann würde ich jetzt gerne weiterarbeiten. So eine Bar bedeutet auch ziemlich viel Papierkram.“
    Er lächelte kalt und ging ins Hinterzimmer, das direkt neben der Theke lag.
    Tom und Semir sahen ihm nach und gingen schließlich nach draußen.
    „Eines sag ich dir, diese Akte werde ich mir jetzt mal ganz genau vornehmen! Der hat doch Dreck am Stecken!“
    Tom nickte. „Tu das. Ich fahr noch mal zu Dani. Wie es ihr geht…Und vielleicht krieg ich ja noch irgendwas raus. Wir treffen uns dann im Büro.“
    Semir nickte. „Okay….aber denk dran, Partner. Nicht immer ist das, was man herausfindet, auch das, was man herausfinden möchte.“
    „Was soll das denn heißen?“
    „….Du weißt schon, was ich meine.“



    Tom fuhr nachdenklich die Straße entlang und hatte fast Danielas Haus erreicht, als er Lenny am Straßenrand entlanglaufen sah. Wie von selbst trat er auf die Bremse und fuhr rechts ran.
    Lenny blieb stehen, sah durch die Scheibe, die Tom gerade herunterließ.
    „Hallo Lenny.“
    „…Ach, sie wieder.“
    „Ja, genau.“ Tom stieg aus, lächelte ihm zu. „Kann ich dich irgendwo hinfahren?“
    „Nö, ich geh zu Fuß. Wie immer.“
    „Okay…wie du meinst. Und, was machst du jetzt so?“
    „Was soll das denn für eine Frage sein?...Wollen sie noch mal zu meiner Mutter?“
    „Ja, das auch. Und…“
    Tom dachte nach. Dieser Junge verunsicherte ihn total, nicht zu glauben.
    „Ja, und mit dir wollte ich auch reden. Wegen Tarek Wagner.“
    „…Okay, von mir aus. Dann können sie mich doch fahren. Ich will rüber zum Jugendclub, wir haben Probe.“
    Tom nickte und Lenny stieg ein. „Schicker Wagen.“

  • „Ja…macht ihr Musik?“
    „Ja.“
    „Und was spielst du?“
    „Schlagzeug.“
    Tom merkte wie plötzlich sein Herz schneller schlug, sagte aber nichts. Lenny sah ihn an.
    „Und? Was wollten sie mich denn fragen?“
    „Fragen?...Ach so, ja, klar…Tarek, wie gut kanntest du ihn?“
    „Er hat immer mal bei uns gewohnt. In der letzten Zeit ziemlich oft. „
    „Hast du dich gut mit ihm verstanden?“
    Lenny zuckte die Achseln. „Ach, wissen sie, irgendwie war er halt immer da. Meine Mutter hatte ,glaub ich, das Gefühl, sich um ihn kümmern zu müssen. „
    Tom nickte. „Und du? Was machst du so? Mit deinen Freunden rumhängen oder…“
    Lenny sah Tom an, schüttelte nur den Kopf. „Warum ist das so?“
    „Was denn?“
    „Warum denken Leute wie sie immer, nur weil ich grün gefärbte Haare habe und zerrissene Hosen trage, das ich irgendwie bescheuert bin?“
    „Lenny, das hab ich nicht gesagt.“
    „Aber gedacht. Geben sie es wenigstens zu, Herr Kranich…Aber wenn sie es genau wissen wollen, bitte sehr! Ich gehe noch zur Schule, mache nächstes Jahr mein Abi und werde wahrscheinlich dann in London Musik und Englisch studieren. Und jetzt können sie anhalten, da vorne ist der Club.“
    Und schon war er ausgestiegen, sah Tom noch mal an, der total perplex hinter seinem Steuer saß.
    „Danke fürs Fahren….Ach, und darf ich auch noch was fragen?“
    Tom nickte nur.
    „Meine Mutter hat erzählt, sie kennen sich von früher?“
    „Ja.“
    „Wann war denn das?“
    „Ja…du, das ist lange her. Da war ich nur ein paar Jahre älter als du…“
    Lenny nickte. „Aus Mamas Band ? Wie Tarek? “
    Tom lächelte. „Ja…genau.“
    „Und? Was haben sie gespielt?“
    Tom winkte ab. „Ach…nicht so wichtig.“
    „Ist ihnen peinlich, was?“ Lenny grinste und hob noch grüssend die Hand. Dann ging er auf ein blondes Mädchen zu, das neben dem Eingang anscheinend auf ihn wartete und war er im Club verschwunden.
    Tom sah ihm nach und schon wieder ertappte er sich dabei, wie er versuchte, lange vergangene Erinnerungen in eine logische Reihenfolge zu bringen. Er musste dringend mit Frankie reden!



    Als Tom wenig später zurück im Büro war ,wedelte Semir sofort mit der Akte.
    „Da bist du ja! Du, ich sag dir, dieser Jerome ist unser Mann. Das hab ich im Gefühl.“
    Tom nickte nur, setzt sich an seinen Schreibtisch. Semir sah ihm entgegen.
    „Und bei dir? Hast du noch was von deiner Daniela erfahren?“
    Tom sah zu ihm rüber und wurde schlagartig aus seinen Gedanken gerissen. Daniela…das hatte er nach der Begegnung mit dem Jungen ja komplett vergessen!
    „Die war nicht Zuhause.“, sagte er eilig ,“Und außerdem ist es nicht MEINE Daniela, klar?“
    Semir hob beruhigend die Hände. „Ja, ja…ist ja gut. Also, dieser Jerome, der hat in den letzten Jahren jede Menge Probleme mit der Drogenfahndung gehabt. Allerdings konnten die ihm nie so richtig was nachweisen. Irgendwie gab es immer plötzlich auftauchende Alibis, Zeugenaussagen, all das.„
    Tom nickte nur und Semir sah ihn fragend an. „Tom? Ist was?“
    „…Wie? Ne…“

  • Guten Morgen, es geht wieder ein Stück weiter :baby:



    Die Chefin kam ins Zimmer, blickte den Beiden erwartungsvoll entgegen?“
    „Und? Die Herren? Irgendwelche Ergebnisse?“
    „Also, wir waren bei diesem Jerome Preuss. Ich denke, das der da mit drin hängt, Chefin.“
    „Sie denken? Nun, ich weiß nicht, ob es Frau Schrankmann genügt zu wissen, was sie denken, Semir. Aber vielleicht kann ich ihnen etwas auf die Sprünge helfen…K-A 518, sagt ihnen das was?“
    Die beiden sahen sie an und Anna nickte. „Ich hab mir mit Petra die Mühe gemacht und bin die Zulassungen aller in Frage kommenden Fluchtwagen durch. Der Wagen mit diesem Kennzeichen ist auf Jerome Preuss zugelassen. Wie wäre es, wenn sie ihren Verdächtigen mal damit konfrontieren? Ist doch ein komischer Zufall, nicht wahr?“
    „Sind schon unterwegs, Chefin!“
    „Gut….ach, und was ist mit Daniela Kerner? Hat sie etwas damit zu tun?“
    Tom schüttelte den Kopf. „Ich kann mir das nicht vorstellen, Chefin.“
    Anna nickte, sah fragend zu Semir.
    „Ich bin da auch Toms Meinung. Sie macht nicht den Eindruck, als würde sie da mit drin stecken. Aber mit dem Jungen werden wir uns noch mal unterhalten. Frau Kerner hat einen Sohn und…“
    Tom unterbrach ihn.
    „Ach Semir, Unsinn! Der Junge hat doch damit nichts zu tun!“
    „Woher willst du das wissen? Du kennst ihn doch gar nicht.“
    „Trotzdem…Lenny ist gerade achtzehn geworden, geht zur Schule, macht Musik und einen völlig normalen Eindruck.“
    „So? Und woher weißt du das alles…“
    „Ja, ich weiss es eben. So, und nun komm! Zu diesem Preuss!“
    An der Tür wurde er jedoch von Anna zurückgehalten.
    „Semir hat recht, Tom. Sprechen sie mit diesem Lenny. Gerade in dem Alter wäre es ja nicht völlig ungewöhnlich, dass er auch etwas mit dem Extasy zu tun hat. Immerhin hat er mit Wagner wohl in einer Wohnung gelebt.“
    Tom schwieg, während Semir in Richtung Anna nickte. „Machen wir Chefin. Und so wie der Junge rum läuft…“
    Sofort mischte sich Tom wieder ein. “Was meinst du denn jetzt damit? So wie er rum läuft…Nur deshalb hat er noch lange nichts mit Drogen zu tun! Oder sind jetzt hier alle verdächtigt, nur weil sie grüne Haare haben?“
    „Was ist denn mit ihnen los, Kranich?“ Anna sah ihn fragend an. „Jetzt reißen sie sich bitte etwas zusammen. Ich habe nur gesagt, reden sie mit diesem Lenny. Ob der grüne, blaue oder sonst was für Haare hat, ist mir völlig egal.“
    „Ja Chefin, aber Semir verrennt sich da in irgendwas. Lenny hat sicher nichts damit zu tun. Wie gesagt, der macht nächstes Jahr sein Abi, wird dann studieren und bei der Polizei ist er bisher auch nie auffällig geworden. Also bitte.“ Damit war Tom an ihr vorbei Richtung Ausgang. Anna sah fragend zu Semir.
    „Was ist denn mit dem los?“
    Semir zuckte die Achseln. „Keine Ahnung Chefin….aber ich kümmere mich drum.“
    Er eilte Tom hinterher und schaffte es gerade noch einzusteigen, bevor dieser Gas gab.
    „…Sag mal, geht’s noch? Nimmst du mich mit oder soll ich den Bus nehmen?“
    Tom antwortete nicht, sah nach vorne aus der Windschutzscheibe und schwieg.

  • Fortsetzung..... :]



    Daniela sah Jerome an, der vor ihrer Haustür stand und schüttelte den Kopf.
    „Was willst du? Lass mich in Ruhe und verschwinde!“
    „Ich hab dir nichts getan, Daniela. Ich will nur wissen, was Tarek dir erzählt hat.“
    „Nichts, Jerome, gar nichts. Ich habe mit euren Geschäften nichts zu tun. Ich weiß nur, das du mit Sicherheit Tarek da in irgendwas mit reingezogen hast und er tot ist! Verschwinde!“
    Schon wollte sie die Tür zuschlagen, doch er hatte bereits seinen Fuß dazwischen.
    „Die Bullen waren bei dir, Baby!“
    „Ja, richtig! Und außerdem noch zwei Männer, die mich und die Beamten bedroht haben. Davon hast du aber sicher keine Ahnung, was?“
    Jerome grinste kalt. „Genau! Hör zu, und ich sag das nur einmal, ja? Falls Tarek doch sein Maul aufgemacht hat und du irgendetwas weißt, dann behalt es für dich! Ansonsten werde ich mich mal an deinen Lenny halten!...Wäre schade um den Jungen…wo er doch so ein anständiger Kerl ist, was?“
    „Jerome, lass uns in Frieden, bitte! Ich weiß nichts und ich will auch nichts wissen. Ich möchte einfach nur meine Ruhe haben.“
    Er nickte, zog den Fuß aus der Türschwelle. „Ich verlass mich auf dich, Baby!“
    Dann ging er und Daniela schloss aufatmend die Tür. Langsam ging sie zurück ins Wohnzimmer und dachte nach. Sie machte sich Sorgen. Sorgen um sich, vor allem aber um Lenny. Sie traute diesem Jerome alles zu. In was für Geschäfte war Tarek da nur geraten? Und das Schlimmste daran war, sie konnte ihn nicht mal mehr fragen.
    Einen Augenblick lang überlegte sie Tom anzurufen, ließ es dann jedoch bleiben. Ihn wiedergesehen zu haben, hatte ohnehin so vieles wieder aufgewühlt, was sie längst ganz weit in ihre Vergangenheit geschoben hatte.
    In der Tür hörte sie jetzt einen Schlüssel und kurz darauf stand Lenny im Flur, sah sie fragend an.
    „Was wollte denn der hier bei uns?“
    „Nichts, Lenny…hat er was zu dir gesagt?!“ Dani sah ihren Sohn immer noch aufgeregt an. Doch der schüttelte nur den Kopf.
    „Nein….aber irgendwas muss er doch gewollt haben. Wegen Tarek, was? Der Polizist war auch wieder da.“
    „Was? Welcher Polizist? Tom?“
    „Ja….den du von früher kennst. Hat mich zum Club gefahren.“
    Dani merkte wie Wut in ihr hoch stieg. Was bildete der sich eigentlich ein? Bemüht ruhig zu bleiben, sah sie Lenny fragend an.
    „Und? Was wollte er von dir?“
    „Mhm, weiß auch nicht. Hat mich wegen Tarek gefragt….Und was ich so mache. Komisch irgendwie. Versteh ich nicht, warum der sich so für mich interessiert.“ Lenny zuckte die Achseln und verschwand in seinem Zimmer.
    Daniela dagegen griff nach ihrer Jacke, nahm Tasche und Schlüssel und verließ noch in der gleichen Minute die Wohnung. Es wurde Zeit Tom Kranich klarzumachen, sich aus ihrem Leben fern zu halten!

  • Jerome Preuss sah ihnen genauso grinsend entgegen wie ein paar Stunden zuvor.
    „Und? Gibt es was Neues, dass sie wieder hier auftauchen, die Herren Hauptkommissare?“
    Semir funkelte ihn an. „Ihr Grinsen wird ihnen schon noch vergehen, Herr Preuss. Sie fahren einen Wagen mit dem Kennzeichen K-A 518?“
    „…Ja, das ist richtig. Warum?“
    „Nun, die Täter, die aus der Wohnung Tarek Wagners flohen, fuhren einen Wagen mit Kölner Kennzeichen, einem A und hinten einer 8! Merkwürdiger Zufall, finden sie nicht auch?“
    Preuss grinste weiter und sein Gesichtsausdruck veränderte sich in keinster Weise.
    „Ach wissen sie, da gibt es vermutlich hunderte von möglichen Kombinationen.“
    „Sicher…Wissen sie was, sie kommen jetzt mit auf unser Revier, Herr Preuss. Da können wir uns noch mal ganz in Ruhe unterhalten. Bitte sehr!“ Semir machte eine deutliche Handbewegung Richtung Tür, doch Preuss blieb sitzen.
    „Bin ich verhaftet? Dann würde ich gerne meinen Anwalt informieren.“
    „Nein, keine Sorge. Noch sind sie nicht verhaftet. Sagen wir, sie sind vorgeladen.“
    „Aha.“ Preuss stand auf, griff nach seiner Jacke. „Wenn sie meinen, das das etwas nützt, bitte.“ Lächelnd ließ er sich von Tom und Semir in die Mitte nehmen und folgte ihnen zum Wagen.



    Eine Stunde später stand Jerome Preuss ,seinen Anwalt neben sich, lächelnd von dem Stuhl in Semirs und Toms Büro auf, lächelte und nickte.
    „Gut, wenn es das war…auf Wiedersehen. Und wie gesagt, ich stehe jederzeit zu ihrer Verfügung, wenn sie noch Fragen haben.“ Dann ging er aus der Tür Richtung Ausgang und die beiden liefen ihm zwei drei Schritte bis zu Petras Schreibtisch nach. Semir fluchte.
    „Dieser Kerl bringt mich zur Weißglut! Echt!“
    „Ach Semir, lass ihn“, Tom nahm lächelnd Petras Hand und küsste sie, „Den kriegen wir schon. Ist nur ne Frage der Zeit.“
    Sie sahen ihm nach und genau in dem Moment, als Preuss an der Tür war, stürmte Daniela herein. Hotte ging auf sie zu, fragte sie irgendwas, doch sie hatte Tom bereits entdeckt und eilte wortlos an Hotte vorbei auf ihn zu.
    Tom stand von Petras Schreibtischkante auf, sah ihr entgegen.
    „Dani, hallo. Was gibt es de….“ Im gleichen Augenblick stand sie dicht vor ihm und hatte ihm mit wütendem Gesichtsausdruck eine kräftige Ohrfeige verpasst.
    „Tom Kranich! Was soll das?! Was hast du dich in mein Leben einzumischen! Und in das von Lenny! Wir brauchen dich nicht, kapiert?!“
    In der PAST war es totenstill geworden. Alle Kollegen hatten sich umgedreht, starrten auf die Szene, die sich da vor ihren Augen abspielte. Tom hob beruhigend die Hände und wollte nach ihrer Hand greifen, doch sie riss sich sofort los.
    „Was willst du von ihm?! Und wer gibt dir das Recht, dich mit ihm zu unterhalten?! „ Dani schrie ihn immer noch an und nun stand auch die Chefin im Flur, sah zu ihnen hinüber.
    Tom, dem die Sache jetzt zusehends unangenehmer wurde, zog Daniela eilig in sein Büro, schloss die Tür und ließ die Jalousien hinunter.
    Was er in diesem Moment nicht mitbekam war, dass Jerome noch immer in der Tür stand und alles beobachtete.
    „Dani, hör zu, können wir nicht irgendwo in Ruhe….“
    „In Ruhe?! Wieso in Ruhe?!“ Immer noch war sie außer sich vor Wut und Tom sich sicher, dass man ihre laute Stimme noch bis unten auf den Parkplatz hören könnte. „Bin ich dir peinlich, Tom Kranich?!“
    „Nein…es ist nur, dass….“
    „Das interessiert mich nicht! Ich will nur, dass du verschwindest! So wie vor neunzehn Jahren! Darin bist du doch ausgesprochen gut! Also tu es jetzt auch wieder! Verschwinde! Verzieh dich!“ Sie ging zur Tür, riss sie auf und sah ihn noch mal an. „Und vor allem, lass Lenny in Ruhe!“
    Dann stürmte sie aus dem Zimmer, an Semir, Petra, der Chefin und den übrigen Kollegen vorbei und war kurz darauf verschwunden.

  • So, hat wieder ein bißchen gedauert, aber jetzt geht es weiter.... ;)


    Tom stand in der Tür, immer noch hätte man eine Stecknadel fallen hören können, und sah ihr noch kurz nach. Dann ging er zurück ins Büro und knallte die Tür zu.
    Anna sah zu Semir. „Was, bitte, war das eben?“
    Semir winkte eilig ab, versuchte ein Lächeln und ging in Richtung der zugeknallten Tür.
    „Äh….nichts Chefin, ich klär das….“ Schnell verschwand er bei Tom im Büro und schloss die Tür. Petra sah ihm verwirrt nach, während Anna zu den Kollegen sah.
    „Und hier wird jetzt weitergearbeitet!“ Dann warf sie noch einen Blick zu Petra. „Und wenn da drinnen geklärt ist, was zu klären ist, will ich Kranich in meinem Büro sehen. Sofort! Sagen sie ihm das.“



    Jerome saß im Wagen vor dem Gebäude der Autobahnpolizei und sah zu seinem Anwalt.
    „Das war ja interessanter als Fernsehen! Ich will wissen, woher die Süße diesen Bullen kennt! Und was es mit ihrem Jungen auf sich hat….“
    Sein Anwalt nickte nur. „Ich werde mich darum kümmern.“



    Tom stand am Fenster , sah hinaus. Semir war hereingekommen, hatte die Tür geschlossen.
    Tom drehte sich zu ihm um, um dann gleich wieder nach draußen zu sehen.
    „…Du hast dich mit dem Jungen unterhalten? Wann denn?“
    Tom schwieg. Semir setzte sich an seinen Tisch, sah weiter zu Tom.
    „Deswegen auch die Szene bei der Engelhardt im Büro…Verstehe.“
    Tom fuhr herum. „Verstehe? Semir, glaub mir, gar nichts verstehst du!“
    „Nein? Dann erklär´s mir doch…Oder besser, erklär´s auch Petra.“
    Tom fuhr sich mit den Händen durchs Haar, setzte sich ebenfalls und sah Semir an.
    Die Tür ging auf und Petra sah hinein.
    „…Wenn ihr hier fertig seid, sollst du zur Chefin…Ja, und ich mach jetzt Feierabend….Falls du eventuell noch vorbeikommen willst, ich bin Zuhause.“ Dann ging sie.
    Tom sah ihr nach, schüttelte nur den Kopf, rieb sich die Augen und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Semir lächelte leicht.
    „Mann, wie dir die eine geballert hat….“
    „Ach Semir…“
    „Sorry….“
    „Ja, ja….ich muss weg!“ Schon stand er auf, griff nach seiner Jacke.
    „Hey, warte! Wohin denn? Du sollst zur Chefin, hat Petra gesagt.“
    „Keine Zeit jetzt…Ich muss zu Frankie, was klären.“
    Semir sprang auf, folgte ihm.
    „Zu Frankie? Wieso?...Okay, ich komm mit!“
    Tom blieb stehen, sah ihn an und wollte schon was erwidern. Doch dann nickte er plötzlich.
    „Okay…von mir aus, vielleicht ganz gut….Ich erzähl´s dir unterwegs.“

  • Kurz darauf saßen sie im Wagen, Tom hielt das Lenkrad umklammert und sah aus der Windschutzscheibe. Semir sah ihn an.
    „…Ich warte.“
    Tom drehte den Kopf, lächelte leicht und Semir hob fragend die Augenbrauen.
    „…Ja, gleich sind wir bei deinem Vater und du schweigst immer noch.“
    „…Ach Semir, seit gestern versuche ich verzweifelt verschiedene Sachen in meinem Kopf zu sortieren.“
    „Und du meinst, Frankie kann dir dabei helfen?“
    Tom nickte nur.
    „…Okay…wenn ich jetzt noch wüsste, wobei, dann wäre ich schlauer.“
    „Das weißt du doch genau, Semir…also tu nicht so.“
    Ihre Blicke trafen sich und Semir musste grinsen.
    Tom parkte vor der Bar seines Vaters, schaltete den Motor aus.
    „Du glaubst wirklich, du könntest Lennys Vater sein?“
    „Ich weiss gar nichts mehr , Semir….“
    „Naja, nach Danielas Auftritt in der PAST….“
    „Erinnere mich bloß nicht daran! Und wenn wir jetzt bei Frankie sind, das das schon mal klar ist, du hältst die Klappe!“
    „Ja, ja….Hast du denn mal gerechnet? Also, ich meine, so genau nachgerechnet und…“
    „Semir, glaub mir, seit gestern rechne ich permanent irgendwas nach….“
    „Also, möglich wäre es?“
    Tom antwortete nicht mehr und stieg aus dem Wagen. Semir folgte ihm.
    „Na, du musst doch wissen, wann….“
    „Semir! Halt die Klappe!“
    Sie betraten die Bar und Frankie, der hinter der Theke stand, sah verwundert zur Uhr.
    „Guck an, hoher Besuch! Seit wann macht ihr vor Mitternacht Feierabend? „
    „Hallo Vater.“
    „Was wollt ihr trinken? Bier? Oder seid ihr noch im Dienst?“
    Doch Tom ging gar nicht darauf ein. „Kannst du dich an die Band erinnern?“
    „Band? Was denn für ne Band? Hier hat seit Wochen keine…“
    „Nein. Vater, hör zu: Meine Band. Von früher, erinnerst du dich?“
    Frankie sah Tom verständnislos an, zapfte zwei Bier und schüttelte den Kopf.
    „Ach so…Band nanntet ihr das?“ Er lachte. „Ja, ich erinnere mich. Aber sehr ungern!“
    Grinsend schob er den beiden die Gläser rüber und auch Semir konnte sich ein ebensolches Grinsen nicht verkneifen. Tom verdrehte die Augen.
    „Vater, es ist wichtig….“
    Frankie sah seinen Sohn an, sah seinen Blick und nickte .
    „Okay, was ist los?“

  • Fortsetzung..... :baby:


    „Ich muss wissen, wann genau dieser Auftritt in dem großen Clubhaus war.“
    Frankie sah Tom immer noch verständnislos an, begann aber zu überlegen.
    „Du meinst, als ihr den letzten Platz gemacht habt?“ Wieder Lachen und Semir prustete los. Tom warf ihm einen bösen Blick zu.
    „Es war der Vorletzte…zu eurer Information. Und jetzt denk mal scharf nach, Vater. Es ist wirklich wichtig.“
    Frankie nickte nur, goss sich selbst Mineralwasser ein und schien in Gedanken.
    „Tom, das ist doch ewig her!…Du warst schon ein paar Monate aus der Schule…Ich denke, das wird im Januar, Februar gewesen sein…Nein, warte, Nadja hatte den Gipsarm. Dann war es März. Mensch, das war eine verrückte…“
    „Ja, ja, Vater, eine verrückte Zeit. Ich weiss! Erreiche ich Nadja in München?“
    Frankie zuckte die Achseln. „Woher soll ich wissen, wo deine Schwester sich gerade rumtreibt? Sie hat schon vor ein paar Jahren aufgehört, sich bei mir abzumelden.“
    „Na, ich ruf sie auf dem Handy an!“ Schon war Tom mit dem Telefon in der Hand auf dem Weg vor die Tür. Frankie schüttelte den Kopf, sah zu Semir.
    „Spinnt der, oder was?“
    Semir zuckte nur die Achseln, trank einen Schluck und sah Tom durch die Scheibe draußen telefonierend hin und her laufen.
    Kurz darauf kam er wieder herein, hob kurz die Hand und sah die beiden an.
    „Sorry, ich muss noch mal weg!“
    Schon war er wieder hinaus und Semir sah ihm nach.
    „Hey! Ich hab keinen Wagen hier!“ Doch Tom hörte ihn nicht mehr und Semir ließ sich seufzend wieder auf den Barhocker sinken.
    „Na toll…..“
    Frankie schüttelte den Kopf. „Na, vielleicht könnte mich dann bei Gelegenheit mal jemand aufklären.“



    Jerome sah seinem Anwalt entgegen und dieser schüttelte den Kopf.
    „Ich habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Genauere Informationen dazu habe ich nicht….“
    Jerome nickte nur. „Aber immerhin….fest steht, dass die Kerner diesen Bullen ja von früher her kennen muss. Und zwar recht gut…“
    „Ja, mit Sicherheit! Aber wieso sie ihren Sohn da bei den Bullen mit ins Spiel gebracht hat, keine Ahnung.“
    „Verdammt, ich kann zwei und zwei zusammenzählen! Irgendeine private Verbindung muss es ja geben!...Und ich sag dir was! Der Bulle hat mein Extasy! Und es wäre doch gelacht, wenn ich das nicht wiederkriegen würde!“ Jerome lachte kalt und der Anwalt nickte nur stumm.



    Lenny kam nach Hause, ging in die Küche und holte sich zwei Joghurt aus dem Kühlschrank. Dann fiel sein Blick auf die Fotos, die auf dem Küchentisch lagen. Verwundert setzte er sich und blätterte die Bilder durch.
    Dann stand Daniela in der Tür, eilte auf Lenny zu.
    „Das sind lauter alte Bilder….ich hab an Tarek gedacht und mir die Fotos angesehen, weißt du….“
    Lenny nickte, hielt eins der Bilder hoch und deutete gleichzeitig auf die anderen. „Da ist auch überall dieser Polizist mit drauf….Tom Kranich, nicht wahr?“
    „…Wie?...Ja, kann sein…“
    Lenny sah seine Mutter an. „Ward ihr mal zusammen? Du und er?“
    „Tom und ich?“ Sie lächelte, nickte leicht. „Ja…so was ähnliches, Lenny.“