Der Kung-Fu-Meister

  • Also Leute, wie versprochen, hier kommt die nächste GS von mir. Bitte Feeds nicht vergessen :baby:


    Der Kung-Fu-Meister



    "Wir sind jetzt an dem Gasthaus angekommen, Chefin" sagte Semir Gerkhan in sein Handy hinein. "Sehr gut, Gerkhan, Lörger hält sich dort drin auf, sie und Stolte müssen ihn festnehmen" antwortete Katharina Lamprecht. "Und passen sie auf, Lörger ist bewaffnet und gefährlich !" fügte sie hinzu. Dann legte sie auf. "Und ?" fragte Frank Stolte, Semirs Partner. "Wir sollen da rein und Lörger festnehmen. Er trägt aber eine Waffe, also vorsicht" antwortete Semir. Frank nickte. "Bereit für etwas Action ?" fragte er. "Ja, wäre ja nicht das erste mal" antwortete Semir. Sie zogen ihre Waffen und gingen geduckt auf das Gasthaus zu. Frank befand sich unter dem Fenster. Langsam hob er den Kopf, um hineinzublicken. Nach ein paar Sekunden wand er sich an Semir. "Lörger versucht, von der Bedienung Geld zu erpressen" sagte er im Flüsterton. "Dann müssen wir rein, bevor es zu spät ist" antwortete Semir, ebenfalls flüsternd. Er und Frank stellten sich vor die Eingangstür. Semir trat die Tür ein und beide zielten auf Lörger, einen Schwerverbrecher, den sie schon lange gesucht haben. "Polizei, Waffe weg !" befahl Frank. "OK, ich tu sie weg" antwortete Lörger. Er senkte die Pistole, doch dann riss er sie wieder hoch und schoss wild los. Frank und Semir sprangen zur Seite, hinter einen Tisch. Sie schossen hervor, aber Lörger wich schnell hinter einen anderen Tisch aus. Die Gäste schrien und kreischten, einige sprangen auf und rannten auf die Tür zu. "Ich will keine Zeugen !" schrie Lörger und zielte mit der Pistole auf die Menschenmenge. "Nein !" schrie Frank, warf sich vor die Leute - und Lörgers Kugel traf ihn mitten im Bauch. Frank fiel zu Boden, stöhnte vor Schmerz. Lörger richtete die Pistole auf seinen Kopf. "Du Drecksbulle !" rief er, doch bevor er abdrücken konnte, traf ihn eine Kugel aus Semirs Waffe ins Bein. Lörger schoss mehrmals in Semirs Richtung, wähernd er Deckung suchte, schoss Semir zurück, konnte aber nicht treffen. Frank bewegte seinen Arm und mit letzter Kraft konnte er auf Lörger zielen und ihm in den Waffenarm schießen. Lörger schrie auf und fiel zu Boden. Semir rannte zu ihm, trat die Waffe Lörgers beiseite und legte ihm Handschellen an. Dann verständigte er per Handy das Polizeirevier. Manfred Meier-Hofer und Horst Herzberger, zwei Kollegen von ihnen, erschienen 5 Minuten später und nahmen Lörger mit. "Gut gemacht, Frank" sagte Semir. "Du auch... Semir" keuchte Frank hervor. Plötzlich kippte sein Kopf zur Seite, er schloss die Augen und fiel wieder zu Boden. "Frank !" rief Semir panisch. "Frank !" Doch es kam keine Reaktion. "Scheiße !" rief Semir verzweifelt. Gerade hatten sie so einen großen Sieg errungen, und dann das. Er holte sein Handy heraus und rief den Notdienst. "Hallo, schicken sie bitte schnell einen Krankenwagen zum Gasthaus "Zur Erbsensuppe" ! Es ist dringend, jemand schwebt in Lebensgefahr !" rief Semir ins Handy. "Ok, ein Wagen ist unterwegs" antwortete der Mann. "Danke" sagte Semir und legte auf. Er blickte den bewusstlosen Frank an. "Frank, bitte... tu mir das nicht an, bitte nicht !" in Kürze erschienen zwei Sanitäter und hievten Frank auf eine Trage. Dann wurde die Trage in den Krankenwagen gepackt, die Hintertüren wurden geschlossen. Die Sanitäter wollten wieder einsteigen, doch Semir hielt sie auf. "Entschuldigung, mein Name ist Semir Gerkhan, Kripo Autobahn" sagte er, wobei er seinen Ausweis zeigte. "Der verletzte Mann ist mein Partner, ist es in Ordnung, wenn ich ihnen ins Krankenhaus folge ?" "Ja, das ist in Ordnung, folgen sie uns" sagte einer der Santiäter, dann stiegen beide ein. Semir stieg in seinen roten BMW und folgte dem Krankenwagen auf dem Weg ins Krankenhaus, wobei er Tausend Gebete für Frank zum Himmel schickte.



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    Fortsetzung folgt....

  • Bald kamen Semir und der Krankenwagen am Krankenhaus an. Semir parkte den Wagen am Parkplatz und stieg nervös aus. Er folgte den Ärzten, die Frank ins Gebäude brachten. Sie kamen in ein Zimmer, in dem einige Betten frei waren. Frank wurde auf eines dieser Betten gelegt. "Sie müssen jetzt gehen" sagte ein Arzt zu Semir. "Die Kugel steckt noch in seinem Körper, wir müssen operieren. Kommen sie morgen wieder, dann können sie ihren Partner besuchen. Semir nickte. "Herr Doktor, wird er durchkommen ?" erkundigte sich Semir, etwas ängstlich vor der Antwort. "Das ist nicht die erste Schussverletzung, die wir bearbeiten" antwortete der Arzt. "Aber dafür gibt es leider nie eine Garantie. Ich versichere ihnen aber, dass wir unser bestes tun werden, um ihren Partner zu retten. Erst müssen wir operieren, dann sehen wir weiter". Semir nickte, bedankte sich und verließ das Krankenhaus. Er stieg in seinen BMW und fuhr zu seiner Wohnung. Es war schon spät, doch Semir war kein bisschen müde. Hunger hatte er auch nicht. Alles was er hatte, war Angst, Angst um Frank, seinen Partner. Was sollte denn aus ihm werden, wenn Frank nicht mehr da war ? Was sollte er denn ohne einen Partner tun ? Er und Frank haben sich so gut aneinander gewöhnt, waren so gute Freunde geworden. Was, wenn das jetzt für immer vorbei wäre ? Semir legte sich in sein Bett, versuchte, zu schlafen, doch er blieb noch sehr lange wach, da er die ganze Zeit an Frank denken musste und an den Tag. Ihm graute vor der Vorstellung, dass es der letzte Tag war, an dem er seinen Parter lebend sah.



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    Fortsetzung folgt...

  • Noch ein Stück für heute:


    Semir wachte früh auf am nächsten Morgen. Er hatte nur wenig geschlafen, deswegen war er jetzt todmüde und er fühlte sich elend, als er an den letzten Tag und an Frank dachte. Er stand auf und zog sich an. Semir hatte keinen Hunger, doch er wusste, dass es nicht gut war, mit leerem Magen zur Arbeit zu gehen, also belegte er sich ein Brot und presste es Lustlos in sich hinein. Die Angst um seinen Partner ließ ihn einfach nicht los. Als es Zeit wurde, setzte er sich in seinen BMW und fuhr zur PAST. Er betrat das Gebäude, richtete nur ein dumpfes "Hallo" an seine Kollegen. Plötzlich stand er vor einem Mann. Er blickte den Mann überrascht an, mit ihm hätte er nie gerechnet - denn es war Frank ! Sein Partner Frank, der doch gestern noch im Krankenhaus lag, stand nun vor ihm und lächelte ihn an. "Frank ? Wie..." "Die haben im Krankenhaus erausgefunden, dass es doch nur ein Durchschuss war. Ich wurde ein bisschen verarztet und bin jetzt wieder wie neu". Semir war unendlich glücklich, seinen Partner wieder so gesund und munter zu sehen. "Schön, dass du wieder da bist" sagte Semir. Frank nickte. "Freut mich auch". Dann kam er einen Schritt näher auf Semir zu. "Du... Semir" "Ja ?" fragte Semir. "Komm mal mit runter auf den Parplatz" antwortete Frank. "Warum denn das ?" Semir war sehr überrascht. Was wollte Frank denn unten auf dem Parkplatz ? Frank antwortete sofort. "Wir müssen reden".



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    Fortsetzung folgt....

  • Ach, irgendwie bin ich jetzt richtig in Laune, ich mach nochmal einen Part :D



    "Was ???" Semir konnte einfach nich glauben, was Frank da gerade von sich gegeben hatte. "Du willst... aufhören ? Du willst deinen Polizeidienst beenden ?" Semir war geschockt. "Semir, du musst mich verstehen... ich bin knapp dem Tod entkommen. Ich bin der Meinung, dass dieses Leben noch so viel zu bieten hat... ich hätte es gerne noch etwas länger. Und bevor so etwas nochmal passiert, dachte ich-" "dachtest du, du kannst ja aufhören und uns hier alle allein lassen, hab ich recht ?" fragte Semir gereizt. "Semir, bitte, versteh mich doch, ich-" "du willst uns alle verlassen !" rief Semir. Frank wollte etwas erwidern, doch Semir kam ihm zuvor. "Mein Gott, Frank, die da drinnen, in diesem Gebäude, die Kollegen, die Chefin und ich, wir brauchen dich ! Ist dir das egal ? Bedeuten wir dir nichts mehr ?" Semir war außer sich. "Semir, du weißt, dass ihr mir nicht egal seid !" Frank wurde nun laut. "Aber...." "Aber ?" fragte Semir nach. Frank antwortete nicht. "Das hab ich mir gedacht. Weißt du was ? Wenn du meinst, dann geh doch, so einen selbstsüchtigen Narren wie dich, der immer nur auf das eigene Wohlergehen achtet, brauchen wir hier nicht !" schrie Semir seinem Partner ins Gesicht. "So hast du nicht mit mir zu Reden !" auch Frank schrie jetzt. Semir erwiderte nichts, stattdessen ging er einen Schritt auf Frank zu, so dass er direkt vor ihm stand. Dann deutete er drohend mit dem Zeigefinger auf Frank. "Ich rede mit den Leuten, so wie es mir passt, und DU hast MIR garnichts anzuschaffen, hörst du, garnichts !" Semir ging wieder auf das Gebäude der PAST zu. Er konnte es einfach nicht fassen. Er hatte sich so gefreut, dass sein Partner wieder geheilt war und dann bekam er die Nachricht, dass er aufhören wird. "Wenn ich mir dich so ansehe, Semir Gerkhan, dann fallen mir Tausend neue Gründe ein, aufzuhören !" rief Frank Semir hinterher. Semir drehte sich um, ihm standen Tränen in den Augen. "Mach doch, was du willst, Frank Stolte" sagte er dann.



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    Fortsetzung folgt...

  • Traurig betrat Semir das Gebäude der PAST und ließ Frank draussen am Parkplatz zurück. Er ging ohne ein Wort an seinen Kollegen vorbei, näherte sich dem Büro von Frau Lamprecht. Als er vor der Türe stand, klopfte er. Katharina bat ihn herein. "Herr Gerkhan, was gibt es ?" fragte sie. Semir setzte sich an den Tisch ihr gegenüber. Dan blickte er ihr ins Gesicht. "Es geht um Frank" sagte er dann kleinlaut. "Warum, was ist mit ihm ?" erkundigte sich seine Chefin. Semir holte tief Luft. "Er wird hier aufhören" sagte er dann. Tränen liefen ihm jetzt die Wangen hinunter. Er konnte es immer noch nicht fassen. Frank wollte aufhören, er wollte die PAST verlassen ! Nach allem, was sie gemeinsam bewerkstelligt hatten, nach all den Fällen, die sie gelöst hatten. Ihrem Blick zu urteilen, erriet Frau Lamprecht seine Gedanken. Und scheinbar waren die ihren ganz ähnlich. "Hat der Kollege Stolte ihnen das unten auf dem Parkplatz erzählt ?" erkundigte sie sich. Semir nickte traurig. "Wissen sie, Chefin, ich verstehe das einfach nicht. Ich mein, gut, er entging knapp dem Tod, aber... unser Job ist nun mal gefährlich". Katharina nickte. "Mich betrübt sein Entschluss auch sehr, Herr Gerkhan. Aber wenn es seine Entscheidung ist, kann ihn leider niemand dran hindern". Semir nickte wieder. "Ich weiß nur nicht, was ich tun soll, wenn er weg ist... seit ich bei der Autobahnpolizei bin, war er mein Partner. Seit ich dabei bin !" die Tränen kamen Semir nun wieder. Katharina blickte ihn mitleidig an. "Was sie jetzt tun können, Herr Gerkhan, ist, die Kollegen zu informieren, damit sie vorbereitet sind, wenn es so weit ist... und ich werde versuchen, ihnen einen neuen Partner zu beschaffen, das verspreche ich ihnen" sagte sie. "Ok... danke, Chefin, vielen dank" sagte Semir, verließ das Büro und setzte die Kollegen über Franks Absichten in Kenntnis. Sie alle waren geschockt und traurig, wie er es war.



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    Fortsetzung folgt...

  • Semir lag in seinem Bett. Es war schon spät und dunkel draußen, doch er war hellwach, weil er nicht einschlafen konnte. Frank war nicht tot... trotzdem war er verloren, weil er den Dienst beendet hatte. Semir wusste nicht, was er machen sollte, wie er sein Leben jetzt noch in den Griff kriegen sollte. Im laufe der ganzen Zeit war Frank für ihn mehr als nur ein Partner geworden. Er war für ihn ein richtiger Freund. Ein Freund, der immer für ihn da war, ein Freund, der mit ihm gelacht hatte, wenn er fröhlich war und ihn getröstet hatte, wenn er traurig war. Jeder einzelne Fall, den sie miteinander gelöst hatten, war ein Erfolgserlebnis gewesen. Es hätten noch so viele weitere folgen sollen..... hätte Frank diesen Entschluss nicht getroffen. Semir sah all die Dinge, die er und Frank miteinander unternommen hatten, nochmal vor sich. Dann fiel ihm der Streit ein, den sie am Parkplatz hatten. Es tat ihm jetzt unendlich leid, wie er gehandelt hatte, es tat ihm unendlich leid, was er gesagt hatte. All seine Wut auf Frank war jetzt weg, an ihrer Stelle waren jetzt Trauer und Angst. Angst um die Zukunft, die Zukunft mit einem neuen Partner. Was, wenn er sich mit ihm nicht vertragen würde ? Semir erinnerte sich an die Anfangszeit, als er Und Frank sich kennengelernt hatten, als er nach Ingo Fischers Tod zur Autobahnpolizei gekommen war, wie verständnislos er doch war, als Frank anfangs nicht gerade gut auf ihn zu sprechen war. Niemals hatte er das verstanden... jetzt verstand er es sehr gut. Er hatte ja nicht gewusst, wie es war, einen Partner zu verlieren. Doch es war eines der schlimmsten Dinge überhaupt.


    Am nächsten Tag war Frank bereits da, als Semir zur PAST Kam. Frank stand bei seinen allesamt sehr gekränkten, traurigen Kollegen, schüttelte jedem die Hand, redete jedem noch ein paar aufmunternde Worte zu. Auch von Frau Lamprecht, der Tränen in den Augen standen, verabschiedete er sich. Dann kam er zu Semir. "Jetzt beginnt wohl das Ende unserer gemeinsamen Zeit" sagte er langsam. Semir nickte. "Du warst, seit ich dich kenne, immer für mich da, und ich danke dir dafür. Semir, wahre Freundschaft bleibt immer am Leben. Durch nichts, weder durch Raum und Zeit kann sie getrennt werden. Ich werde ins Ausland gehen, nach Italien. Trotzdem werde ich immer dein Freund bleiben". Semir wartete ein paar Sekunden, ließ Franks Worte auf sich wirken. "Frank... du bist ein sehr guter Partner, einer der besten überhaupt... ich danke dir für die schöne gemeinsame Zeit, die wir hatten, ich werde dich niemals vergessen" sagte er dann. "Alles, was uns bleibt, ist die Erinnerung. Wenn du diese festhältst, werden wir beide immer Jung bleiben" sagte Frank. Semir nickte. "Vielleicht schicke ich dir mal eine extra große Pizza mit Salami, Schinken, Ananas Pepperoni und doppelt Käse aus Italien. Wenn sie ganz genau so aussieht, weißt du, dass sie von mir ist" sagte Frank und lächelte. Auch Semir musste lächeln, doch gleich darauf kamen beiden die Tränen. Sie umarmten sich. "Halt deinen Kofp hoch, Partner" sagte Frank. "Du auch, Partner" antwortete Semir. Frank löste sich wieder von ihm. "Blick nicht zurück, wenn du jetzt raus gehst" sagte Semir. Frank nickte, dann blickte er jedem seiner Kollegen, dann Katharina und dann Semir ins Gesicht. Dann drehte er sich um und ging zur Tür hinaus. Semir blickte aus dem Fenster, wartete. Bald sah er Frank draußen zu seinem Auto gehen. Er wusste, dass es das letzte Mal sein wird, dass er Frank sah. Frank stieg in sein Auto und fuhr los. Bald war sein Auto vollkommen außer Sicht. Es war also so weit. Frank war für immer weg. Vielen der Kollegen standen Tränen in den Augen, Semir stürtze sich auf einen Tisch, vergrub den Kopf in den Armen und begann, laut zu schluchzen. Katharina und ein paar Kollegen traten an ihn heran, strichen ihm mit den Händen über den Rücken, redeten ihm beruhigend zu. Eine ganze Stunde dauerte es, bis Semir sich wieder einigermaßen beruhigt hatte. "Herr Gerkhan, kommen sie bitte mal mit ?" sagte Frau Lamprecht. Semir nickte, stand von seinem Stuhl auf und Frau Lamprecht führte ihn etwas weg von den Kollegen. Sie standen vor einem groß gewachsenem, stolz wirkendem, kräftigem Mann. "Herr Gerkhan, darf ich vorstellen ? Das ist ihr neuer Partner.... André Fux".



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    Fortsetzung folgt....

  • André Fux streckte die Hand aus, Semir schüttelte sie, wobei er seinen neuen Partner neugierig musterte. Fux war ihm sofort sympathisch. "Hi" sagte er. Fux nickte "Tag auch" sagte er dann. "Ich denke, sie werden gut miteinander auskommen" sagte Katharina. Fahren sie in die Stadt, kommen sie ins Gespräch miteinander. Und kurz vor Dienstschluss melden sie sich hier nochmal. Semir und André nickten. "Na, dann komm mal mit, André" sagte Semir. Sie gingen hinunter auf den Parkplatz und Semir führte André zu seinem BMW. "Ist das deiner ?" erkundigte sich André. Semir nickte. "Deiner, wo ist der ?" fragte er dann. André ging zu einem dunkelgrauen BMW, nicht weit von Semirs BMW entfernt. "Das hier ist meiner. Ich fahre ihn schon seit drei Jahren, er ist so zu sagen ein Teil vin mir, verstehste ?" sagte André stolz. "Ein schöner Wagen" sagte Semir. André nickte. "Ja schon... im Gegensatz zu deinem. Im ernst, dieses Rot... wie bei einer Weiberkarre !" Semir war empört. "Hey was soll das denn ? Das ist ein schönes, modernes Rot" sagte er. André begann zu lachen. "Ja, für jemanden, der keine Ahnung hat, bestimmt !" Semir war außer sich. Gerade eben hatte er einen Partner verloren und sein neuer Partner war nach Zwei Minuten schon gemein zu ihm. Fast kamen ihm erneut die Tränen. "Hey, das ist unser erster gemeinsamer Tag, wir müssen nicht jetzt schon streiten" sagte André und Semir erkannte an seiner Stimme, dass es ihm leid tat. "Also, Frau Lamprecht meinte, wir sollten eine Stadtfahrt machen und uns kennenlernen". Semir nickte, erleichtert, dass sein neuer Partner umgeschwenkt war. "OK einverstanden... welchen Wagen nehmen wir ?" sagte Semir. "Ich würde sagen meinen" antwortete André, was Semir sich schon gedacht hatte. "Warum denn ausgerechnet deinen ?" fragte Semir. "Weil für mich dann der Weg kürzer ist" antwortete André und lächelte. Auch Semir musste lächeln, kam zu André hinüber und stieg auf der Beifahrerseite ein.



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    Fortsetzng folgt...

  • Sie fuhren durch die Innenstadt."Was hast du denn gemacht, bevor du zu uns gekommen bist ?" fragte Semir. "Ich hab zwei Jahre lang am Raubdezernat verbracht" antwortete André. "War das recht anstrengend ?" wollte Semir wissen. "Naja, war nicht immer einfach" antwortete André. "Aber ich hatte spaß an meinem Job". Semir nickte. "Es war sehr gefährlich, weißt du ?" sagte André. "Das wird es hier auch sein" antwortete Semir. "Gut. Gegen ein bisschen Abenteuer hab ich nichts" sagte André. Plötzlich raste ein gelber Ferrari mit überhöhter Geschwindigkeit an ihnen vorbei. "Ich glaube, da hast du dein Abenteuer !" sagte Semir. André montierte das Blaulicht auf seinem BMW, gab Gas und raste dem Wagen hinterher. Der Fahrer erkannte wohl sofort, dass er verfolgt wurde, denn er versuchte, mit riskanten Fahrmanövern André abzuschütteln. Doch André war ein guter Fahrer und holte den Ferrari gleich wieder ein. Er hielt direkt daneben und Semir wies mit seiner Kelle den Fahrer, einen jungen Chinesen, an, an den Rand zu fahren und anzuhalten. Doch der Fahrer rammte den BMW seitlich. "Hey !" schrie Chris. "Das Auto ist meins, du Arsch !" und er rammte heftig zurück. Der Chinese beschleunigte wieder und André fuhr wieder nach. "Der Mistkerl hat mein Auto geschrottet ! Dafür schrotte ich ihn !" schrie André wütend. "Der kann was erleben !" André rammte den Ferrari von hinten, dieser bremste ihn aus und fuhr wieder davon. Doch André war sofort wieder an ihm dran. Der Chinese wollte zur Seite ausweichen - und krachte direkt in einen Toyota, der ihm entgegenkam und wurde dann zusätzlich noch von einem weiteren Wagen gerammt. Der Chinese stieg aus, rannte zu einem schwarzen BMW, zog den Fahrer heraus und stieg ein. André und Semir nahmen die Verfolgung weiter auf. Sie mussten dem ständigen Gegenverkehr ausweichen, was für André kein Problem war, allerdings schaffte der Chinese es auch, jedem ihm entgegen kommenden Wagen zu entgehen. "So, jetzt haben wir ihn !" rief André. Semir blickte nach vorn - und erkannte eine Straßensperre der Polizei, die ihn dazu zwang, anzuhalten. André hielt neben ihm und stieg mit Semir aus. Semir zog den Mann aus dem Wagen und legte ihm Handschellen an. "So, du Idiot !" schrie André und packte den Chinesen. "André !" rief Semir, doch André ignorierte ihn. Er schleppte den Chinesen zu seinem BMW und drückte ihn nach unten auf Höhe eines stattlichen Kratzers am Auto. "Siehst du das ? Das warst du ! Das zahlst du !" schrie André. Die Kollegen nahmen den Chinesen und packten ihn in ihr Auto. "Meinen Wagen beschädigen, der kann was erleben !" schrie André. "Ja ja, ganz bestimmt" antwortete Semir. "Äh, wir sollten zur PAST zurückkehren und..." dann klingelte sein Handy. Er holte es heraus. "Semir Gerkhan" sagte er. "Semir, ich und Manfred, wir sind am Unfallort" sagte Hotte. "Kommt schnell.... da ist etwas, das ihr euch ansehen solltet".



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    Fortsetzung folgt...

  • "André, wir sollen sofort zum Unfallort kommen" sagte Semir, nachdem er aufgelegt hatte, an seinen Partner gewandt. "Warum, was ist denn da ?" fragte André. "Hotte und Manfred haben da irgendwas entdeckt" antwortete Semir. "Ja, dann schaun wir uns das mal an" antwortete André. Er und Semir stiegen in Andrés Auto und fuhren zurück in Richtung Unfallort. "Also, dass mit dem Kerl was nicht stimmt, war mir schon von Anfang an klar" sagte André. "Ja, ich bin mal gespannt, was der zu verbergen hatte" sagte Semir. Bald darauf kamen sie am Unfallort, der durch eine Polizeisperre gesichert war, an. Sie stiegen aus und gingen auf Hotte und Manfred zu. "Wo brennts denn ?" fragte André. "Wir haben uns den Wagen des flüchtigen Chinesen genau angesehen" antwortete Hotte. "Und dabei haben wir das hier gefunden" ergänzte Manfred, wobei er auf eine abgedeckte Trage deutete. Semir entfernte das Tuch - und zum Vorschein kam eine männliche Leiche. Das Gesicht des toten Mannes war übersäht mit Blutergüssen. "Er kann noch nicht lange tot sein" sagte André und zeigte auf den Arm der Leiche. Dort war eine Wunde, aus der frisches Blut sickerte. Semir nickte. "Wir kehren zur PAST zurück und erklären der Chefin alles. Dann warten wir auf den Bericht der Leichenuntersuchung, und dann schauen wir weiter".


    "Und sie sagen, die Leiche war noch frisch ?" erkunfigte sich Frau Lamprecht, als Semir und André in ihrem Büro waren und ihr den ganzen Fall erzählt haben. "Ja, da war ne Wunde, aus der noch Blut kam" erklärte André. Katharina nickte. "Gut, alles, was wir jetzt machen können, ist, auf den Bericht zu warten". "Auf jeden Fall war es Mord" sagte Semir. "Das denke ich auch" sagte André dann. "Und bald werden wir wissen, wer dahinter steckt" sagte Katharina. "Semir, André, sie können jetzt nach Hause fahren, gute Arbeit heute. Ruhen sie sich aus, sie haben es sich verdient" sagte Katharina. Daraufhin verließen Semir und André das Gebaüde, verabschiedeten sich unten am Parkplatz voneinander und fuhren nach Hause.



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    Fortsetzung folgt....

  • Als Semir am nächsten Morgen an der PAST ankam, wurde er sofort von André empfangen. "Guten Morgen, Semir" sagte er. "Hi André" antwortete Semir. "Die Chefin will uns sprechen" sagte André. Semir und ere gingen ins Büro von Katharina. "Guten Morgen, Herr Gerkhan" sagte sie. "Guten Morgen, Chefin" sagte er. Semir und André setzten sich ihr gegenüber. "Das hier kam gerade rein" sagte Katharina und legte dabei ein Blatt auf den Tisch, an dessen Kopf ein Bild der Leiche, die Hotte und Manfred gefunden hatte, war. "Das Opfer hieß Daniel Würzberg" erklärte Katharina. "Die Todesursache waren mehrere Schläge und Tritte im Brust- und Kopfbereich... nach einem Messerstich in den Arm" sagte sie. "Damit das Opfer leiden muss... der Angreifer muss ihn ja richtig gern gehabt haben" sagte André. "Nun, DER Angreifer ist nicht ganz angebracht" sagte Frau Lamprecht. "Wie ? Es war ne Frau ?" sagte Semir ungläubig. Katharina lachte. "Nein, Herr Gerkhan, das nicht" sagte sie dann. "Semir... woran denkst du denn schon wieder" sagte André mit einem schmunzeln. "Ja ja, schon klar" antwortete Semir mit einem Lächeln. Auch Katharina teilte den Spaß der beiden. "Aber jetzt im ernst" sagte sie dann. "Er wurde von vier Männern ermordet" sagte sie dann. "Und das wären: Akira Futudami, Lee Toryama, Wang Kumayama und Thiro Takasani" sagte sie. "Also alles Chinesen" sagte André. "Ja, sowie der flüchtige Fahrer" antwortete Semir. "Und da ist noch was" sagte Katharina. "Diese vier Männer, so wie der flüchtige von gestern, sind alles Schüler auf der örtlichen Kung-Fu-Schule, die von Hirotaro Yokazo geleitet wird. Wir hegten schon länger den Verdacht, dass Herr Yokazo kriminell ist... vermutlich hat sich unser Verdacht damit bestätigt". "Und was wollen sie uns damit sagen ?" fragte André. "Herr Gerkhan, Herr Fux, das ist ihr erster gemeinsamer Auftrag" sagte Katharina dann. "Fahren sie zu der Kung-Fu-Schule und fragen sie nach den vier besagten Männern. Wenn sie sie gefunden haben, verhaften sie sie und bringen sie sie hier her". "Geht klar, Chefin" sagte Semir. "Und passen sie auf... Yokazo und seine Schüler sind gefährlich" sagte Katharina. "Keine Sorge, das bin ich auch" sagte André. Schon war er mit Semir aus der Bürotür verschwunden.



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    Fortsetzung folgt...

  • "Das bin ich auch" wiederholte Semir Andrés Worte. "Gib nicht gar so an". "Ich geb nicht an, ich sag nur die Wahrheit". Semir lachte. "Ja, ja die Wahrheit" sagte Semir. "Ja ! Du, wenn ich will, kann ich ganz schön gefährlich werden" sagte André, während sie beide in seinen BMW einstiegen. "Gefährlich für die armen Leute, die sich deine Angebereien anhören müssen, oder ?" fragte Semir, als André losfuhr. "Du bist ein witziger Mann, Semir" sagte André mit einem Grinsen. "Du auch" antwortete Semir und lächelte freundlich. Bald kamen sie in der Innenstadt an. "Da ! Da ist es !" rief Semir und deutete auf einen großen Bau, vor dem André anhielt. Beide stiegen aus und André klopfte an der Tür. Sie öffnete sich und ein einigermaßen großgewachsener, muskulöser Chinese, etwa Mitte Vierzig, stand vor ihnen. Er verbeugte sich tief, dann blickte er ihnen in die Gesichter. "Wie kann ich helfen ?" fragte er. "Sind sie Hirotaro Yokazo ?" fragte André. Der Mann nickte. Semir und Chris zeigten ihre Ausweise. "Gerkhan, Kripo Autobahn, das ist mein Kollege Fux". Herr Yokazo erschrak etwas, als er die beiden als Polizisten erkannte. "Können wir wohl reinkommen ?" fragte André. "Ja, natürlich, kommen sie nur" antwortete Herr Yokazo. Semir und André betraten das Gebäude. Ein großer, roter Teppich befand sich in mitten de riesigen Halle. Um diesen herum standen viele Junge Chinesen, vermutlich alles Schüler. Auf dem roten Teppich befanden sich zwei Schüler, die gerade einen Kung-Fu-Kampf untereinander austrugen. Sie gingen sich mit sehr schnellen Kombinationen aus Schlägen und Tritten an, wendeten komplizierte Griffe gegeneinander an. Einem der Schüler gelang es schließlich, den Gegner zu Boden zu drücken, sodass sich dieser ergab. "Also, der Junge muss noch viel lernen" sagte André, den Blick auf den besiegten Schüler gerichtet. "Das weißt du schon wieder ganz genau, oder ?" fragte Semir. André zuckte mit den Schultern. "Also, was kann ich für sie tun ?" fragte Herr Yokazo. "Wir suchen ein paar Schüler von ihnen" sagte Semir. "Schüler, passt auf !" sagte André zu den Schülern gewandt. "Wir brauchen: Akira Futudami, Lee Toryama, Wang Kumayama und Thiro Takasani ! Sind sie unter euch ?" Vier der Schüler lösten sich von den anderen, traten vor André und Semir und verbeugten sich. "Was wollen sie von ihnen" fragte Yokazo. "Ihr vier, ihr seid festgenommen !" sagte Semir. "Wegen Mord an Daniel Würzberg !" sagte André. "Wir lassen uns nicht wiederstandslos mitnehmen !" rief einer der Schüler. Die anderen nickten. "Und was wollt ihr tun ?" fragte André. Die Antwort kam von Yokazo: "Besiegen sie sie im Kampf, und sie werden euch begleiten". "Fein" sagte André. "Ich nehme die Herausforderung an". Er wollte den Teppich betreten, doch Semir hielt ihn zurück. "André ! Das sind vier ! Du bist nur einer !" "Ich weiß. Die besieg ich trotzdem, jetzt siehst du, wie gefährlich ich bin !" Dann riss er sich von Semir los und stellte sich den vier Chinesen gegenüber. Semir hatte Angst, machte sich Sorgen um André. Wie wollte er denn vier Kung-FU-Schüler ganz alleine besiegen ? Schon griffen die Schüler an. Mit überrschender Schnelligkeit blockte André die ersten Schläge und Tritte. Dann griff er einen der Schüler mit einer Trittreihe an, schon fiel er zu Boden. Den zweiten packte er am Arm, zog ihn hinter sich und stieß ihm einen Ellenbogen ins Gesicht, sodass auch dieser zu Boden ging. Der dritte sprang auf ihn zu und trat im Sprung, ANdré wurde im Bauch getroffen und wich ein paar Schritte zurück. Der Schüler blockte seine Schläge, André wich seinem Tritt aus und schlug und trat erneut ein paar mal zu, sodass auch dieser Schüler zu Boden ging. Der vierte rannte auf ihn zu und sprang, André sprang ebenfalls und in der Luft rammte er dem Chinesen ein Knie in den Bauch. Er stand sofort wieder und ließ sich auf einen kurzen Schlagabtausch mit André ein, den er jedoch verlor und besigt zu Boden fiel. " So. Jetzt kommt ihr mit !" sagte André. Herr Yokazo nickte. "Meine Schüler und ich, wir halten unser Versprechen". Ohne zu protestieren ließen die vier sich in Andrés Auto packen. "Wir kommen bestimmt wieder" sagte Semir an Herrn Yokazo gewandt.



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    Fortsetzung folgt...

  • Auf der Rückfahrt zur PAST war Semir sprachlos von dem, was er gerade gesehen hatte. "Mensch André... wo hast du denn so kämpfen gelernt ?" fragte er. "Karate" antwortete André nur. "Mit Sechzehn hab ich angefangen" sagte er. "Und jetzt leite ich selber ne Karateschule". "Und wie ist das ?" wollte Semir wissen. "Kann ganz nett sein, ist aber auch stressig, verstehste, weil manche der Schüler ganz schön rebellisch werden können. Aber ich hab die schon in Schach". Semir nickte. "Und was ist mit dir ? Beherrschst du auch ne Kampfsportart ?" wollte André wissen. "Nur das, was zur Grundausbildung eines Polizisten gehört" sagte Semir. "Naja, immerhin etwas" war Andrés Antwort.


    "Warum habt ihr den Herrn Würzberg ermordet ?" fragte Semir die Chinesen im Verhörraum. "Es war ein Auftrag" antwortete einer. "Ein Auftrag von wem ?" fragte André. "Das können wir nicht sagen" antwortete ein Chinese. "So ?" André packte ihn am Kragen. "André, nein !" rief Semir. "Erinnere dich daran, was vorher in der Schule war... das kann nochmal passieren !" schrie André. "Schon gut, bitte lassen sie mich runter !" sagte der Chinese ängstlich. "Lass ihn runter, André, bitte !" rief Semir, sichtlich erschrocken über die Reaktion seines Partners. André ließ den Mann wieder los, der sich schnell wieder auf seinen Stuhl setzte. "Ich frag zum letzten mal: Wer war euer Auftraggeber ?" Wieder stillschweigen. "OK, das wars !" schrie André. Er zog die Ärmel seines Pullovers hoch. "Halt ! Bitte nicht !" rief einer der Chinesen. "Also gut, wir sagen es !" "Na, das wurde auch Zeit !" antwortete André gereizt. Einer der Chinesen schluckte. "Es war... Hirotaro Yokazo" sagte er dann, die anderen drei nickten. Semir und André blickten sich in die Gesichter. "Genau, wie Frau Lamprecht es vorhergesagt hatte" sagte André dann. Die beiden verließen den Verhörraum, ließen die vier Chinesen abführen und betraten das Büro ihrer Chefin. "Ihr Verdacht hat sich gerade bestätigt" sagte André zu ihr. "Yokazo steckt hinter dem Mord". "Dann wissen sie, was jetzt zu tun ist" sagte sie. "Nehmen sie Yokazo fest !". Die beiden nickten. "Wir sind schon unterwegs, Chefin" sagte Semir.



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    Fortsetzung folgt...

  • Noch ein Stück, bevor es in den Urlaub geht:


    Ein weiteres mal an diesem Tag kamen Semir und André an der Kung-Fu-Schule an. Semir klopfte an die Eingangstür. Doch diesmal öffnete sie niemand. Er klopfte nochmal. Wieder nichts. "Herr Yokazo ?" rief er durchs Schlüsselloch. Keine Antwort. "Warte, lass mich mal anklopfen" sagte André. Dann trat er mit dem Fuß gegen die Tür, so dass sie aufbrach. "Siehste ?" sagte André. "Vielleicht ein bisschen zu fest, aber jetzt ist sie auf". Sie griffen zu ihren Dienstwaffen und betraten das Gebäude. In der Haupthalle war niemand zu sehen. "Da ist ne Tür" sagte Semir und ging auf eine weitere Tür zu, die er gerade gesehen hatte. Hinter vorgehaltener Waffe öffnete er sie und betrat sie. André tat das gleiche mit einer anderen. Hinter Semirs Tür war ein weiterer Trainingsraum, der leer war. "Herr Yokazo ?" rief Semir. "Ist da jemand ?" doch da war niemand, der ihm hätte antworten können. Er durchsuchte den Raum, doch er fand nichts außergewöhnliches, bis auf ein paar Trainingsgeräte. "Semir !" hörte er auf einmal Andrés Stimme. "Komm mal her. Ich hab was gefunden. Das musst du dir ansehen !" Semir lief zurück in den großen Raum. André kniete in der Mitte des roten Teppichs vor einem Objekt. Als Semir sich ihm näherte, erkannte er das Objekt als Kasettenrekorder. "Da ist was drin" sagte André. "Hören wir es uns an" sagte Semir, während er seine Waffe wegsteckte. André drückte auf "Play". Da ertönte Yokazos Stimme. "Hirotaro Yokazo ist schlauer als ihr denkt... Ich habe gewusst, dass ihr mich suchen werdet. Ich wusste, mir droht die Verhaftung. Doch ich habe keine Lust, mich verhaften zu lassen. Der Mord an Daniel Würzberg war erst der Anfang... es werden noch weitere folgen, und wenn ihr nicht aufpasst.... könntet ihr dabei sein. Sucht mich, wenn ihr wollt, doch ihr wisst nicht, wo ich bin. Ihr werdet mich nicht finden... aber ich finde euch !"
    Dann endete die Aufnahme. "Ich glaube, der ist uns beleidigt" sagte André. "Und er will uns wohl aus dem Weg schaffen" antwortete Semir. "Es werden noch weitere folgen..." wiederholte André die Worte, die sie gerade gehört hatten. "Naja, wenigstens hat er hübsch gestanden". Er deutete auf den Rekorder. "Das hier nehmen wir mit zur PAST... wird Frau Lamprecht bestimmt auch interessieren".


    Als sie zurück an der PAST waren, spielten sie den Kollegen und der Chefin die Aufnahme noch einmal vor. Die Kollegen waren beunruhigt, so wie Katharina. Sie blickte jetzt zu André und Semir auf. "Sie beide müssen vorsichtig sein... Yokazo hat sie im Visier... und dieser Mann ist gefährlicher, als wir denken".



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    Fortsetzung folgt...

  • So, jetzt gehts hier mal wieder weiter:



    André war in seiner Wohnung und dachte nochmal über den Tag nach. Er dachte an seinen Kampf gegen die vier Schüler, an das Verhör und den erneuten Besuch der Kung-Fu-Schule, bei dem sie diese Kasettennachricht erhalten hatten. Vor allem Katharinas Worte, dass Yokazo noch gefährlicher sei, als sie dachten. Wenn sie so etwas schon einmal sagte...
    Das Klingeln des Telefons riss ihn aus seinen Überlegungen. Hastig griff er zum Hörer. "Fux" sagte er. "André" antwortete die Stimme seiner Ex-Frau Sonja. "Hi, wie gehts dir ?" fragte André. "Mir geht es gut. Ich habe gehört, du hast jetzt bei der Autobahnpolizei angefangen" sagte Sonja. "Ja, das stimmt". "Herzlichen Glückwunsch, André !" sagte sie erfreut. "Und, hast du einen Partner ?" wollte sie wissen. "Ja. Semir Gerkhan heißt er" antwortete André. "Und wie ist dieser Semir so ?" fragte Sonja. "Er ist schon ein netter.... aber wir müssen uns erst mal etwas näher kennen lernen, wir haben noch nicht ganz das gegenseitige Vertrauen" sagte André. "Ja, das wird schon" sagte Sonja. "Wie gehts Kim ?" fragte André. "Kim geht es gut. Sie übernachtet heute bei einer Freundin" sagte Sonja. "Ich ruf morgen nochmal zurück" sagte Sonja. "Ok, danke für deinen Anruf" sagte André. Dann legte er auf. Er war glücklich, dass er sich mit seiner Ex-Frau, obwohl sie geschieden waren, immer noch so gut vertrug.


    "Dann sind wir uns ja alle einig" sagte Yokazo. Er saß auf dem Boden in seiner zweiten Kung-Fu-Schule, weit weg von der Stadt. Seine Schüler waren um ihn versammelt. "Die beiden Polizisten, Gerkhan und Fux, müssen von der Bildfläche verschwinden" sagte er. Einer der Schüler stand auf. "Ich werde sie zermalmen !" schrie er laut, dann schlug und trat er ein paar mal auf einen nicht anwesenden Gegner ein. "Beruhig dich, Takeo" sagte Yokazo ruhig. Takeo faltete die Hände zusammen und verbeugte sich vor Yokazo, dann setzte er sich wieder hin. "Du bist mein bester Schüler und du wirst deine Chance bekommen, dies unter Beweis zu stellen" sagte Yokazo. "Aber ihr alle habt das recht auf ein bisschen Spaß" sagte er an die anderen Schüler gewandt. "Fux und Gerkhan sind eure gemeinsame Aufgabe" sagte er dann. "Ihr werdet sie in Schutt und Asche legen... zusammen, und Takeo wird euch anführen !" Takeo nickte und stand erneut auf. "Ich werde euch nicht enttäuschen, mein Meister" sagte er, wobei er eine Pistole zog.



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    Fortsetzung folgt...

  • "Hallo Leute !" rief Semir seinen Kollegen zu, als er am nächsten Morgen das Gebäude der PAST betrat. Die Kollegen nickten oder riefen Morgengrüße zurück. "Herr Gerkhan, kommen sie bitte in mein Büro" hörte er Frau Lamprechts Stimme. André war bereits im Büro der Chefin, welches auch Semir jetzt betrat. "Warum wollten sie uns sprechen ?" fragte André. "Meine Herren" sagte Katharina und blickte erst zu Semir und dann zu André. "Es gab einen weiteren Mord" sagte sie dann. "Das Opfer wurde genau so getötet, wie das erste". Eine kurze Pause. "Und darum glauben sie, dass Yokazo dahintersteckt ?" fragte André. Katharina nickte. "Und das war noch nicht alles. Der Name des Opfers" sie hielt inne "ist Herrmann Würzberg". Semir und André blickten sich an. "Herrmann Würzberg ?" sagte Semir. "Das erste Opfer war-" "Daniel Würzberg" ergänzte André. "Genau so ist es, meine Herren. Und Herrmann Würzberg war Daniel Würzbergs Bruder" sagte Frau Lamprecht. "Und jetzt sind beide tot. Ermordet durch die gleiche Person, auf die gleiche Art und Weise" schloss Semir. André nickte. "Der hat was gegen diese Familie" sagte er. "Frau Lamprecht, gibt es noch angehörige der Würzbergs ?" "Ja, es gibt noch einen dritten Bruder, Thomas Würzberg." sagte Frau Lamprecht. "Dann müssen wir uns mit ihm unterhalten" sagte André. "Der Mann ist in Lebensgefahr, wir dürfen keine Zeit verlieren !"


    Nachdem sie die Adresse von Thomas Würzberg erhalten hatten, waren sie schon auf dem Weg zu seinem Haus. Bald errreichten sie es, Semir parkte seinen BMW und die beiden stiegen aus. Sie klingelten an der Haustür. Ein Mann öffnete sie. Es war ein sehr unerwartetes Erscheinungsbild: Er war in etwa so groß wie André, seine Kleidung war vollkommen zerrissen, um den Hals hing eine Silberkette mit Totenkopfsymbol, die Haare waren Grün gefärbt und die Lippen schwarz angemalt. Ein paar Sekunden lang blickten sie den Mann an. "Ist etwa schon wieder Halloween ?" fragte André. "Sehr witzig, du Freak !" sagte der Mann. Er hätte es besser unterlassen. "Was !" rief André und seine Hand sauste zum Kragen des schmutzigen Oberteils des Mannes. "Hey, lasst uns ganz ruhig bleiben" sagte Semir und zog Andrés Hand von dem Mann weg. "Sind sie Thomas Würzberg ?" fragte Semir. Der Mann nickte. Semir zeigte seinen Ausweis. "Na gut... kommen sie rein" sagte Thomas Würzberg und betrat sein Haus. André wartete, bis er außer Hörweite war. Dann wand er sich an Semir. "Zu deinem Geburtstag kauf ich dir das gleiche Haarspray, den gleichen Lippenstift und auch so verwahrloste Kleidung. Du würdest bestimmt bezaubernd aussehen" Semir verdrehte nur die Augen und sie folgten Herrn Würzberg in seine Wohnung. sie setzten sich an einen Tisch ihm gegenüber. "Sie wissen bestimmt über den Tod ihrer Brüder bescheid" sagte Semir, Herr Würzberg nickte. "Ich kenn auch den Typ, der das war. So ein Chinese" sagte er. "Genau. Ihre Brüder wurden beide auf seinen Befehl hin ermordet. Hatte er vielleicht irgendwelche Gründe dazu, zwei Mitglieder ihrer Familie zu ermorden ?" fragte André. "Also, meine Brüder, die waren verdeckte Ermittler... sie wollten Yokazo hinter Gitter bringen, weil sie vermuteten, dass er kriminell war. Doch Yokazo kam dahinter und dann... naja". Als der Mann redete, konnte man nicht die geringste Emotion erkennen. Er machte den Eindruck, als wäre ihm das alles ziemlich egal, was mit seinen Brüdern passiert ist. "Wir sind heute gekommen, weil wir sie warnen müssen" sagte Semir. Herr Würzberg schaute zu ihm auf. "Ihre beiden Brüder wurden ermordet, Herr Ykazo plant etwas gegen ihre Familie, möglicherweise stehen sie auch auf seiner Abschussliste" sagte Semir. "Ne, das glaub ich nicht" sagte Herr Würzberg. "Ich meine, meine Brüder, die haben gegen ihn ermittelt. Deswegen wollte er sie tot haben". "Es ist aber möglich, dass das nicht das einzige ist" sagte André. Semir und er standen auf. "Seien sie auf der Hut" sagte Semir und dann verließen sie das Haus.


    "Das ist doch seltsam, oder ?" sagte André. "Was denn genau ?" wollte Semir wissen. "Na, alles irgendwie. Die ganze Zeit wirkte er nervös. Und als er über seine Brüder sprach.... nicht die geringste Spur von Trauer. Also, mit dem Kerl stimmt was nicht, wenn du mich fragst" sagte André. "Da könntest du schon recht haben" sagte Semir. Bald kamen sie an der PAST an und Semir parkte seinen BMW. Die beiden betraten das Gebaude, um ihre Chefin über den Stand der Dinge zu informieren.

  • Es war Abend. Yokazo war in seiner Wohnung. Er blickte aus dem Fenster hinaus auf die Straße. Er wusste, dass Semir und André ihm auf den Fersen waren, gegen ihn ermittelten. Aber lange würden sie ihn nicht mehr belästigen. Dafür hatte er seine Leute. Es klingelte an der Haustür. Er öffnete sie. Thomas Würzberg stand vor ihm. "Thomas, was verschafft mir die Ehre ?" fragte Yokazo. "Eine Beschwerde" sagte Thomas. "Kann ich reinkommen ?" Yokazo führte ihn ins Wohnzimmer, dort setzten sie sich. "Die Bullen waren bei mir" sagte Thomas dann. "Und zwar wegen ihnen. Die denken, sie wollen mich auch töten, so wie meine Brüder". Yokazo überlegte kurz. "Wie sahen die aus ?" fragte er dann. "Der eine war klein, ein Türke. Der andere war etwas so groß wie ich und hat eine ziemlich große Klappe" antwortete Thomas. "Verdammt, ich hatte es befürchtet" sagte Yokazo. "Gerkhan und Fux... das sind die, die gegen mich ermitteln". "Ich hoffe, die haben nix geahnt" sagte Thomas. "Die wissen, wo ich wohne... wenn die dahinterkommen, dass ich mit ihnen zusammenarbeite, dann stecken wir beide in der Scheiße". "Beruhige dich, Thomas" sagte Yokazo. "Gerkhan und Fux sind lästig... aber das werden sie bald nicht mehr sein... dafür werd ich sorgen".


    Nach Dienstschluss hatte Semir sich entschlossen, noch eine Stadtrunde zu drehen, bevor er wieder nach hause fahren würde. Er genoss den Anblick der Häuser und Stände, es war eine wuderschöne Stadt, in der er wohnte und er konnte sich nicht daran satt sehen. Er fuhr in eine Straße hinein und auf der anderen Seite wieder hinaus, zurück um ein Hochhaus herum und das ganze wieder von vorn. Da beschlich ihn der Gedanke, dass er sich ein Eis verdient hatte. Also führ er in Richtung seiner Lieblingseisdiele. Auf halber Strecke hörte er auf einmal einen Aufschrei. Es war eine weibliche Stimme. Er parkte seinen Wagen, stieg aus und folgte der Richtung, aus der der Schrei gekommen war. Ein erneutes Geräusch, diesmal von einer Männerstimme, wies ihm die Richtung durch eine enge Gasse. Jetzt wurden die Stimmen deutlich. "Nein, bitte, ich will das nicht !" schrie die Frau. "Aber was, wenn der liebe Onkel es will ?" antwortete eine andere Männerstimme. Dann ertönte ein lautes Lachen, bestehend aus mehreren Männerstimmen, welchem ein neuer Aufschrei der Frau folgte. Semir blickte vorsichtig um eine Hausecke. Eine Gruppe von Fünf Männern stand vor einer Frau. Es war vermutlich eine Gang, denn alle Männer hatten die gleichen, dunklen, schwarzen Lederjacken an, jeder von ihnen trug bedrohlich wirkende Stachelarmbänder. "Bitte, lasst mich in Ruhe !" schrie die junge Frau verzweifelt, als einer der Männer an ihrem Oberteil zog. "Halt die Fresse, du kleine Bitch !" rief ein anderer Mann. "Du wirst sehen, du wirst mit uns noch richtig viel Spaß haben !" Die Männer lachten und grölten, und Semir erkannte, dass er jetzt eingreifen musste, bevor es zu spät war. Er zog seine Waffe und ging auf die Gruppe zu. "Polizei, weg von der Frau !" befahl er. Die Männer drehten sich zu ihm um. "Ein Bulle, ja ? Na, es war vorher auch viel zu einfach" sagte einer von ihnen und ging auf Semir zu. Semir zielte auf den Mann, bereit, abzudrücken. "Keinen Schritt näher !" schrie er, doch bevor er schießen konnte, schlang sich etwas um ihn. Ein weiterer Schläger war gekommen, hatte ihn von hinten gepackt. Der andere rannte jetzt und trat Semir die Pistole aus der Hand. "Herrlich, ein zweites Opfer !" rief er und schlug Semir hart ins Gesicht. Der, der Semir festhielt, verstärkte seinen Griff um ihn jetzt und der andere schlug erneut zu. "Hehe, was für ein Tag ! Zwei Opfer auf einmal !" schrie er erfreut, mit einem bösen Lächeln. Semir blickte ihm ins Gesicht, wartete voller Angst auf den nächsten Schlag - und dieser kam. Aber nicht von dem Mann, der jetzt zu Boden fiel. An seiner Stelle stand da nun jemand, mit dem Semir nicht gerechnet hatte: André ! "Lass meinen Partner los, du Punk !" rief er und schlug dem, der Semir hielt, ins Gesicht, so dass Semir wieder frei war. "Pass auf !" rief er André zu, der sich unter einem Faustschlag duckte und dem Angreifer ein paar mal in den Bauch trat. Semir ging auf einen anderen Schläger los, rammte ihm ein paar mal die Faüste ins Gesicht. Ein weiterer kam und drängte ihn gegen einen Zaun. "Laufen sie weg !" rief Semir der Frau zu, die, sichtlich dankbar, die Flucht ergriff. Semir schlug mit dem Ellenbogen auf den Mann, der ihn gegen den Zaun drückte, ein, er ließ von ihm ab, schlug zu, traf Semir im Gesicht, doch er stand sofort wieder und schlug und trat ein paar mal auf den Gegner ein. André hatte sich mit zwei weiteren angelegt, die gegen seine Karatekünste Chancenlos waren und nach einigen Schlägen, Tritten, griffen und Würfen zu Boden ging. Jetzt standen die beiden, die André am Anfang außer Gefecht gesetzt hatte, wieder auf, Semir ging auf den einen los, André auf den anderen. Schon bald lag Semirs Gener am Boden, aber der von André war mit Abstand der stärkste von allen. Er hielt mit André mit und traf ihn sogar ein paar mal, auch Semir musste einiges gegen ihn einstecken. Während André wieder von vorn gegen den Schläger arbeitete, konnte Semir unbemerkt hinter ihn gelangen und ihn festhalten. "Gib ihm eine !" rief er André zu und der schlug dem Gegner hartins Gesicht. Dann sprang Semir von ihm ab und tauschte mit André die Plätze, sodass André ihn festhielt. "Jetzt du !" rief André und der Gegner musste einen schwungvollen Tritt einstecken. André ließ ihn los und er fiel neben seine besiegten Genossen, von denen jeder zu schwach war, um wieder aufzustehen. "Danke, André" sagte Semir. "Keine Ursache. War nur gut, dass ich zufällig in der nähe war". Semir nickte. "Wenn du nicht gekommen wärst, die Typen hätten mich zerlegt" sagte er. "Dich und die Frau. Aber gut, dass ich da war" sagte André. "Ich wollte mir ein Eis holen, bevor ich diese Typen bemerkt habe. Kommst du mit ?" fragte Semir. André nickte und sie machten sich auf den Weg zur Eisdiele. Semir wurde bewusst, dass sein neuer Partner, André Fux, ihm gerade das Leben gerettet hatte. Er wusste jetzt, dass er ihm vertrauen konnte, so wie er Frank vertraut hatte.



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    Fortsetzung folgt....

  • Semir und André saßen vor zwei großen Eisbechern und begannen zu essen. "Ohne dich wär ich da nicht sicher rausgekommen" sagte Semir. "Tja, wofür hat man denn einen durchtrainierten Partner ?" gab André zurück. "Als ob Yokazo und seine Leute nicht schon genug wären.... nein, jetzt müssen wir uns in unserer Freizeit auch noch mit Straßengangs herumschlagen" sagte Semir. "Tja, es gibt Dinge, die getan werden müssen... und dazu gehört, diesen miesen Typen ordentlich aufs Maul zu hauen" Sagte André. "Ja, und das haben wir auch ganz gut hingekriegt" antwortete Semir. "Stimmt. Das meiste hab aber ich gemacht" meinte André. Semir verschluckte sich an einer Waffel. "Bitte was ? Du hättest allein doch keine Chance gehabt !" sagte er entrüstet. "Lass mich eins klarstellen: ICH war der Retter in der Not, ohne mich wärst du fällig gewesen" antwortete André. "Mag sein, aber du allein hättest niemals alle besiegen können". "Warum ?" wollte André wissen. "Weil... äh, nun ja, weil... weil es zu viele waren" sagte Semir. "Erinnere dich daran, was in Yokazos Schule war !" antwortete André. "Da waren es nur vier... das vorher waren Sechs, also zwei mehr" sagte Semir. André tat so, als wäre er erstaunt. "Oh... du kannst ja zählen !?" meinte er dann. Plötzlich brachen beide in lautes Gelächter aus, so dass sich einige Leute nach ihnen umdrehten. Als sie das sahen, lachten sie noch mehr, bis sie rote Köpfe hatten. Dann hörten sie beide wieder auf. André musste husten, daraufhin lachte Semir wieder, so dass André auch wieder mitlachen musste. "Oh Mann" sagte Semir dann, einige Minuten später. André nickte. Er nahm einen Löffel voll Eis in den Mund, dann musste er erneut losprusten, sodass die Tischdecke plötzlich voller Eis war, auch Semir lachte wieder. "Scheiße !" rief André, als er die Sauerei auf dem Tisch erkannte. "Scheiße ? Du nimmst was in den Mund, was andere nicht mal in die Hand nehmen würden !" sagte Semir. Stille trat ein, nach ein paar Sekunden mussten beide wieder loslachen. Als sie sich wieder beruhigt hatten und mit ihrem Eis fertig waren, verließen sie die Eisdiele und gingen zum Parkplatz. Plötzlich tippte Semir André auf die Schulter. "Was denn ?" fragte André. "Schau mal da" sagte Semir und deutete auf einen Mann, der auf einen blauen Opel zuging. André sah sich den Mann an, dann erkannte er ihn. "Herr Yokazo ?" sagte er. Yokazo blickte zu ihnen. Er erkannte sie, stieg hastig in den Opel und gab Gas. "Hey !" schrie Semir und sie stiegen in Andrés BMW ein. "Hinterher !" rief Semir, und André gab Gas. Mit rasender Geschwindigkeit bog Yokazo auf die Autobahn ab, Semir und André folgten ihm genau so schnell. Er versuchte, André abzuschütteln, doch es gelang ihm nicht. Ein Wagen wechselte kurz vor André und Semir die Spur, sodass André auf die andere Spur ausweichen musste, damit er sich wieder auf gleicher Höhe mit Yokazo halten konnte. Dieser hatte Andrés Aktion wohl bemerkt. Er rammte einen Motorradfahrer neben sich, so dass dieser fiel und André somit zu einer Vollbremsung zwingte. Er und Semir stiegen aus. "Ist ihnen was passiert ?" fragte Semir an den Motorradfahrer gewandt. "Ich glaub ich hab mir den Arm gebrochen" antwortete dieser. "Ich lass einen Krankenwagen kommen" sagte André, wobei er sein Handy rausholte. Semir blickte dem davonrasenden Yokazo nach. "Scheiße !" rief er dann. André blickte ihn an. "Hey Semir... du nimmst ja was in den Mund, was andere nicht einmal in die Hand nehmen würden".


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    Fortsetzung folgt...

  • Semir und André saßen im Büro ihrer Chefin. Katharina war nicht sehr gut aufgelegt. "...Aber genau diesen Unfall hätten sie VERHINDERN sollen, Herr Fux !" sagte sie. "Wenn dieser andere Idiot nicht die Spur gewchselt hätte, dann hätte ich das auch geschafft", rechtfertigte sich André. Semir bestätigte das durch ein eifriges Kopfnicken. "Was ist mit dem Motorradfahrer ?" fragte er. Er wollte das Thema wechseln. "Er ist auf dem Weg zur Besserung" sagte Frau Lamprecht. Es wirkte so, als wäre ihr Ärger von einer Sekunde auf die andere verflogen. "Wenn er in Richtung Berlin gefahren ist...." sie überlegte. "....Dann werde ich die Kollegen Herzberger und Meier-Hofer mit der Aufgabe beteuern, sich dort in der Gegend umzusehen.... vielleicht finden sie ja mehr heraus... was sie beide betrifft, sie werden nochmal bei Thomas Würzberg vorbeischauen" sagte sie schließlich. "Wenn Yokazo hier war, hat er vielleicht etwas böses vor.... verhindern sie einen möglichen weiteren Mord !" Semir und André waren schon auf dem Weg.


    "Achte mehr auf die Beinarbeit, Junge ! Ja, so ist es richtig, aber mehr in die Offensive !" Zwei von Yokazos Schülern trainierten gerade ihre Kung-Fu-Fertigkeiten gegeneinander. Takeo sah ihnen aufmerksam zu. Solange Yokazo nicht da war, hatte er die Aufgabe des Trainers. Die Tür ging auf und Yokazo kam herein. "Pause !" rief Takeo den beiden kämpfenden Schülern zu. Sofort beendeten sie ihre Handlungen und alle widmeten ihre Aufmerksamkeit Yokazo. "Neuigkeiten ?" fragte Takeo. Yokazo nickte. "Die Bullen... beinahe hätten sie mich verhaftet". "Gerkhan und Fux ?" fragte Takeo. "Korrekt. Überall wo ich hingehe sind die beiden auch.... überall !" rief Yokazo. "Wir müssen was tun gegen sie !" sagte Takeo. "Ist schon so gut wie erledigt" sagte Yokazo mit einem Lächeln. "Vertrau mir...."


    "Wo könnte sich denn hier ein Chinesischer Kampfsportler mit seinen Schülern aufhalten ?" fragte Hotte. "Wir haben jetzt die ganze Stadt befragt.... niemand weiß was". Manfred nickte. "Aber der kann sich ja nicht in Luft aufgelöst haben" sagte er dann. "Mensch, warum konnte André ihn nicht erwischen ?" fragte Hotte. Manfred grinste. "Weil André nie einen erwischt !" meinte er dann. Beide fingen an zu lachen. "Hehe, der war gut !" meinte Hotte. Manfred lächelte - doch ganz plötzlich verschwand sein grinsen. Hotte blickte ihn fragend an. Manfred öffnete den Mund. "Hotte, pass auf !" rief er. Hotte wollte sich umdrehen - doch plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen.



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    Fortsetzung folgt...

  • Semir klingelte an Herrn Würzbergs Haustür. Keiner machte auf. "Jetzt reichts !" rief André und trat die Tür ein. Semir sparte sich seinen Kommentar und betrat nach André das Haus. "Herr Würzberg ?" riefen die beiden. Keine Antwort. Sie betraten das Wohnzimmer. Und da saß Herr Würzberg am Tisch und blickte zu ihnen auf. "Mann, warum machen sie nicht auf, wenn wir klingeln ?" fragte Semir. "Was wollt ihr denn jetzt schon wieder " fragte Herr Würzberg. Semir zückte ein paar Handschellen. "Herr Würzberg, sie sind in Schutzhaft genommen" sagte er. Herr Würzberg schien gar nicht glücklich darüber zu sein. "Ich brauch keine Schutzhaft" sagte er. "Das sehen wir aber anders. Yokazo ist hinter ihnen her, wir haben ihn in der Stadt gesehen" erklärte Semir. "Aber bestimmt nicht wegen mir" antwortete Herr Würzberg. "Yokazo wollte meine beiden Brüder loswerden, das hat er geschafft. Mir will er nichts". "Können sie sich da sicher sein ?" fragte Semir. Herr Würzberg nickte. Und genau in dem Moment gab es einen lauten Knall. Alle drei blickten nach links. Das Fenster war gesprengt und eine Granate flog mitten ins Wohnzimmer. Bevor sie am Boden aufkam, konnte Semir sie auffangen und aus dem Fenster werfen, man hörte sie in einer Explosion aufgehen. "André ! Ich glaube, wir bekommen Gesellschaft !" schrie Semir, aus dem kaputten Fenster deutend. André blickte hinaus. Drei schwarze Autos hatten geparkt, aus denen nun bewaffnete Männer kamen. "Das sieht nicht gut aus" sagte André. "Verstecken sie sich", sagte er an Herrn Würzberg gewandt, welcher in die Küche rannte. André und Semir zogen ihre Waffen und machten sich bereit.



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    Fortsetzung folgt...

  • Einer der Männer kam herein. Er besaß eine MP, doch bevor er schießen konnte, war Semir bereits schneller gewesen. Der Schütze hielt sich an die blutende Stelle und brach zusammen. Ein Gegner mit einer Pistole schoss in Semirs und Andrés Richtung, sie suchten Deckung und schossen dann zurück, bis auch dieser Feind zu Boden ging. Aus der Küche kam ein Schrei. André folgte ihm und fand Herrn Würzberg tot am Boden liegen. Nach einem kurzen Schusswechsel fiel der Mörder neben sein Opfer. André rannte zurück zu Semir, der sich in einer Schießerei mit drei weideren Gegnern befand. André half ihm und als die Feinde besiegt waren, sage er: "Es ist zu spät. Würzberg ist tot. Wir müssen abhauen, bevor wir sein Schicksal teilen". Semir nickte. "Durch die Tür kommen wir sicher nicht" sagte er. "Das Fenster, schnell !" rief André. Semir blickte hinaus. "Wie stellst du dir das vor ?" fragte er. "Schau mal links" antwortete André. Semir sah da ein Regenrohr direkt neben dem Fenster. "Na gut" sagte er. Er hielt sich am Regenrohr ein und rutschte daran herunter. André folgte ihm. Die Haustür ging auf und die restlichen Männer stümten hinaus. "Scheiße !" rief André. Er und Semir sprangen schnell hinter Autos, um dem Kugelhagel zu entgehen. Sie sahen sich an und nickten dann. Sofort danach kamen sie hinter der Deckung hervor und schossen zurück. Wieder mussten sie sich hinter den Autos verstecken und dann wieder zurückfeuern. Sie trafen noch einige der Angreifer, bis am Ende nur noch zwei übrig waren. Sie rannten auf ein Auto zu und stiegen ein. Semir und André stiegen in Semirs BMW und Semir machte sich an die Verfolgung, die sie in hohem Tempo mitten durch die Innensadt führte. Der flüchtige ging nicht vom Tempo runter. Er bog auf einen Feldweg ab und Semir blieb an ihm dran. "Schneller, gib Gas !" rief André. "Ich bin eh schon so schnell, ich will keinen Unfall bauen !" rief Semir. Einer der beiden Männer lehnte sich nun aus dem flüchtigen Auto und najhm den BMW unter Beschuss. "In diesem Schneckentempo kriegen wir ihn nie !" rief André. "Red nicht so blöd, schieß lieber !" antwortete Semir. André lehnte sich aus dem Fenster und schoss zurück. Als der Schütze wieder schoss, zog er sich zurück und schoss dann wieder heraus. Er traf den Hinterreifen des Wagens, der Fahrer verlor die Kontrolle und bog unbeabsichtigt auf ein Feld ab, wo er zum stehen kam. André und Semir zogen die beiden aus dem Auto heraus. "Sie dürfen mitkommen.... wir haben da einige Fragen an sie !" rief Semir.



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    Fortsetzung folgt...