Ein neues Leben [Fortsetzung von "Auf Leben und Tod" (umgeschrieben)]

  • so, wie Dagmar bereits versprochen hat, geht es nun weiter mit der Fotsetzung von"Auf Leben und Tod umgeschrieben".
    Wir hoffen, dass euch die Story gut gefällt :baby:



    Ein neues Leben




    Der 1. September nahte und Montag würde er seine neue Position an der Polizeischule antreten.


    Es nun schon einige Zeit her, der Tag, an den sich niemand gern erinnerte . der Tom fast das Leben gekostet hätte. Die Schusswunden waren gut verheilt, sein Knie schmerzte zwar noch und ausser Atem kam er auch noch schnell. , aber er war am Leben und das zählte.
    Petra war mittlerweile im 6. Monat und die Gerichtsverhandlung gegen Gehlen war in 2 Wochen anberaumt und lag ihm, genau wie die seelische Verarbeitung des Sache, noch im Magen.


    Ihr Umzug ins eigene Haus stand an in seinem Kopf schwirrte der Gedanke an eine andere, ganz besondere Sache. Er wollte gerne vor der Geburt des Babys heiraten.




    „Tom!“ Petras Stimme riss ihn aus seinen Gedanken und er ging zur Treppe,von wo die Stimme gekommen war.
    „“Ja…hier! Was gibt es….Mensch! Du sollst das nicht tragen!“ Schon war er ,so schnell er selbst konnte,die Stufen hoch und griff nach dem Karton in Petras Armen. Kopfschüttelnd sah er sie an.
    „Das ist viel zu schwer und dann noch die Treppe runter!“
    „Na,das sagt ja der Richtige! Du kannst das auch nicht tragen, Schatz…Und wo wir grade beim Thema sind. Wo sind denn unsere grossen Hilfen,die vor einer Stunde hier sein wollten? Semir, Hartmut, Dieter,Hotte, Chris und Schröder?“ Sie sah ihn angriffslustig an, doch er ging garnicht weiter darauf ein und trug die Kiste nach unten. Petra folgte ihm lächelnd.
    „Hallo, Schatz…ich hab dich was gefragt.“
    „Die werden jeden Moment hier sein. Semir holt den Umzugswagen ab und die anderen kommen auch gleich. Keine Sorge,ich hab alles im Griff….und du fässt jetzt nicht einen einzigen Karton mehr an.“
    „Gleichfalls“, erwiderte sie nur und erntete einen bösen Seitenblick. Dann küsste er sie schnell und stellte den Karton ab. Unwillkürlich griff er mit der Hand an die rechte Brustseite und blieb einen Moment lang stehen. Petra sah es sofort und nickte.
    „Siehst du….“


    Tom setzte sich auf die unterste Treppenstufe und atmete langsam weiter.
    „ Geht schon, mir ist nur heiss und ich brauch ne Pause.... ehrlich.“ Er griff zu einer Wasserflasche.

  • An der Türe klingelte es Sturm und 2 Sekunden später standen die Helfer in der Türe.
    „ Na, wo sollen wir anfangen? Wo ist der Wagen?“ Hotte sah Tom fragend an.
    „ Ja Hotte, hast du draussen vor der Türe einen gesehen? Vielleicht unter der Fußmatte?“ Tom witzelte los.
    „ Ist Semir noch nicht hier?“ Chris sah auf die Uhr. „Der ist schon vor Ewigkeiten los. Komisch.“
    „ Egal, er wird schon gleich kommen, los, hier gibt’s noch jede Menge Arbeit.Petra, du setzt sich jetzt aufs Sofa und legst die Beine hoch. Mit dem dicken Bauch stehst du eh nur im Weg rum. Tom, wo sind die Kisten, was muss auseinander geschraubt werden und wo ist das Werkzeug?“ Bonrath war in seinem Element.
    „ Ähm, da drüben ist die Werkzeugkiste und die Kisten sind überall verteilt.“ Tom zeigte kurz, was noch geschraubt werden musste .
    Chris half ihm die Kisten auf den Hof tragen und dort stapeln.


    „ Scheiße...oh...oh.....hilfeeeeee...könnte mal jemand bitte.......schnelll....“Schröder brüllte aus dem oberen Stock und 2 Sekunden säter gab es ein lautes Scheppern...
    „ SCHRÖÖÖÖDER“ Petra und Tom riefen gleichzeitig los und schauten die Treppe nach oben hoch.
    „Lasst mal, ich bin schneller.“ Chris eilte an ihnen vorbei und stürmte die Treppe hinauf.
    Petra und Tom folgten ihm etwas langsamer und sahen gerade noch,wie Chris ihn unter dem halb zusammengefallenen Kleiderschrank vorzog.
    „Schröder,alles okay?“
    „Ja,ja….da hab ich wohl das falsche Brett zuerst abgeschraubt…naja,egal.“
    Tom sah ihn an.“Sag mal,Schröder,hast du dran gedacht,die Teile zu nummerieren? Sonst krieg ich das Riesenteil nämlich schlecht wieder zusammen.“
    Schröder rappelte sich hoch und sah Tom schief an.
    „Ach…hätt ich das machen sollen?“
    Bevor Tom etwas antworten konnte, klingelte Chris Handy.
    Er deutete aufs Display.“Ah, ist Semir….Hey,wo bleibst du?! Hier wartet alles auf den Wagen?....Was hast du?...Das glaub ich nicht…Semir, sag mal….ja,okay,ich komme. Aber mit dem CLK kriegen wir das Ding nicht aus dem Graben gezogen, das kann ich dir jetzt schon sagen….Nein, nein,ich sag Tom nichts.“
    Tom riss Chris das Handy aus der Hand.
    „ Was soll man mir nicht sagen? Hab alles mitgehört. Du willst jetzt nicht andeuten, dass mein Umzugswagen im Graben liegt, nein? Das glaub ich nicht.....“
    „Tom, ich kann dir alles erklären, reg dich nicht gleich auf.... ich bin völlig unschuldig.“ Semir stotterte weiter, doch Tom hatte das Handy wieder an Chris gegeben.
    „Hier, sonst spring ich gleich durch die Leitung.....“ Tom humpelte die Treppe wieder runter.
    .

  • Es geht weiter :]


    Schröder lief hinterher.


    „ Tom, gib mir mal deine Wagenschlüssel, also ,ich meine die von Petra, ich hab da eine Idee. Dauert 10 Minuten.“
    „ Hier Schröder, fahr zu .“ Tom sah sich das Chaos an und dann auf die Uhr.
    „ So werden wir nie fertig.“


    20 Minuten später hupte es Sturm draussen vor der Straße und alle gingen auf den Hof. Schröder stieg aus und präsentierte stolz einen LKW.
    „ Na? Das reicht für alles. Damit sparen wir sogar Zeit. Passt nur nicht durch die Hofeinfahrt, aber die 10 Meter mehr tragen bringen ja keinen um, oder?“ Er grinste.
    Tom staunte und klopfte Schröder auf die Schulter.
    „Mensch Schröder, grossartig!“
    Im gleichen Moment kam Semir vors Haus gefahren, den Chris bei der Autovermietung abgeholt hatte. Er sprang aus dem CLK und eilte Tom entgegen.
    „Du, glaub mir ,ich bin völlig unschuldig! Da war was mit dem Rückwärtsgang nicht in Ordnung und…“
    Tom winkte nur ab.“Ja,ja,verschone mich!...Schröder hat schon was organisiert.“
    „ Mensch Hotte, paß doch auf, steh nicht hier rum und futter den Kühlschrank leer, hilf lieber.“ Bonrath schob ihnzur Seite.
    „ Petra? Fahr doch schon mal vor ins Haus, Andrea müsste jeden Moment dort mit Aida ankommen .Sie wollte dir doch beim Essen helfen. Damit du das nicht alleine machen musst.“
    „ Ja gerne, womit soll ich fahren? Mein Wagen steht was weiß ich wo, weil Schröder ihn brauchte.“ Petra sah sich suchend nach Ersatz um.
    „Hier, nimm meinen und Hotte kann direkt mitfahren, sonst haben wir gleich zu wenig Platz.“ Chris warf ihr den Schlüssel des CLK zu.
    „ Ok, Hotte, komm, Abfahrt. Ich nehme noch die Blumen mit und das Grünzeug.und Semir... paß mir auf den Kerl da hinten auf... der übernimmt sich schon wieder.“ Sie deutete besorgt in Toms Richtung.
    „ Mach ich, der merkt das gar nicht, dass ich ihn bremse.“ Semir lachte.
    „Was tuschelst du denn da? Erst setzt du den Wagen in den Graben, kommst zu spät und drückst dich jetzt vor der Arbeit! Los. ich will heut fertig werden.“
    Tom kam mit den nächsten 2 Kisten an.
    „ Ja, ja, Sklaventreiber, deine Schüler werden dich dafür lieben, da bin ich mir sicher.. Stell die Kisten ab und sieh drinnen nach, was noch weg kann und geschraubt werden muss.“


    Nach 3 Stunden war der LKW voll und Toms alte Wohnung leer.
    Er würde morgen mit Petra noch einmal durchgehen und sie dann an den Vermieter übergeben. Wieder ein Stück seines alten Lebens, was er mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete.
    Müde setzte er sich neben Semir und Schröder in den LKW. Die anderen waren bereits mit den Wagen zum Haus gefahren .
    Dort warten die Frauen mit einem großen Buffet zur Stärkung, ehe dann der LKW ausgeladen werden musste.
    „ Na, wehmütg?“ Semir sah seinen Freund an.
    „ Jein, etwas...aber das gehört dazu.Komm, die anderen lassen uns sonst nichts zu essen über.“


    20 Minuten später langten alle kräftig zu, was Andrea und Petra gezaubert hatten.


    Tom hatte sich unbemerkt zurückgezogen und für einen Moment oben auf eine Matratze gelegt. Er war völlig fertig und er merkte es selbst.
    „Na Opa, alles klar?“ Semirs Stimme und Tom blieb einfach liegen. Schon stand er neben ihm und ging in die Knie. „Warum lässt du es nicht einfach? Ich seh doch,dass es dir beschissen geht. Und wenn Petra es merkt…“
    Tom winkte nur ab,“Komm,lass Petra aus dem Spiel, ja? Ausserdem ist in zwei,drei Minuten alles wieder okay.“
    „Ja,sicher doch….Tom, niemandem ist geholfen,wenn du hier jetzt umfällst. Und wir schaffen das auch ohne dich.“
    Tom erhob sich langsam und Semir zog in hoch.
    „Ja…ich will aber nicht,dass ihr das ohne mich schafft, kapiert?!...Das ist mein Haus, für meine Familie, also trag ich auch die Kartons hier rein.“

  • Frühstück :baby:



    „Du bist so dickköpfig,das gibt es gar nicht!“
    „Ich weiss….Na los, komm,weiter geht’s.“
    Doch Semir hielt ihn fest und sah ihn fest an. „Ne,jetzt ist Schluss hier! Du stellst dich jetzt unten hin und sagst jedem,wo welche Kiste hin soll. Und wenn du noch einen einzigen Karton selbst anfässt,dann werd ich richtig sauer!...Oder spiel mit Aida,was weiss ich!“
    Damit ging Semir nach unten und Tom sah ihm nach. Er wusste,dass Semir recht hatte,doch es war so schwer,es zuzugeben. Langsam humpelte er nach unten und war froh,dass er wieder einigermassen Luft bekam.


    Gerade,als am Abend dann endlich alles ausgeladen war, klingelten Semirs und Chris Handys gleichzeitig und Sekunden später waren beide verschwunden. Tom sah ihnen durchs Fenster nach, sah,wie die Sirene anging und das Blaulicht und wandte sich schnell ab. Es war immer noch schwer…..Petra trat neben ihn.
    „Na,wo sind sie hin?“
    „Weiss nicht genau….irgendwas auf der A45. Anna war am Telefon.“
    Sie nickte,legte einen Arm um ihn. „Wärst du gern mitgefahren?“
    Er sah sie an und lächelte. „Weiss ich auch nicht genau….egal. Komm,jetzt machen wir einen schönen Prosecco auf!“
    „Gute Idee!...Und so ein kleiner Schluck wird deinem Sohn schon nicht schaden.“
    „Was? Ne,ne, du leider nicht, mein Schatz….ich dachte mehr an unsere ganzen Helfer.“


    Tom öffnete mehrere Flaschen und schenkte die bereitgestellten Gläser ein.
    „ So, vielen Dank für eure tatkräftige Hilfe, ohne die wir das nie geschafft hätten. Zur Einweihungsparty gibt es dann eine gesonderte Einladung, wenn hier alles am rechten Platz steht.“ Er nahm Petra in den Arm .“ Aber bis dahin haben wir sicher unseren nachwuchs und einen doppelten Grund zum feiern, wenn ich das so sehe....“


    Nachdem hinter Schröder die Tür ins Schloß gefallen war, ließ sich Petra auf das Sofa mitten im Wohnzimmer sinken und schloß die Augen.


    „ Puh, bin ich froh, dass das vorbei ist....zumindest alles hier im Haus. Jetzt habe ich Zeit, alles in Ruhe einzuräumen „


    „ Aber wag es nicht, auch nur eine einizige Kiste durch die Etagen zu tragen, das sag ich dir. Da passe ich drauf auf.“ Tom setzte sich neben sie und legte seine Hände auf ihren Bauch.“ Und du da drin passt auch mit auf, gell?“



    „Während die anderen mit packen und Feiern beschäftigt waren, hatten Chris und Semir alle Hände voll zu tun. Anna hatte sie zu einem Einsatz auf der A45 gerufen .
    „ Cobra 11, Semir, Chris, der Unfall hat sich als Überfall herausgestellt. Ein Wertransporter ist geklaut worden und flüchtet nun in Richtung Innenstadt.“
    Chris trat aufs Gas und überholte die ersten Fahrzeuge auf der A45. Semir fluchte.
    „Toll! Jetzt wo es bei Tom und Petra endlich gemütlich geworden wäre, müssen wir los!“
    Chris antwortete wie so oft nicht und sah auf die Strasse. Semir grummelte weiter vor sich hin und hielt sich mit einer Hand am Türgriff fest.
    „Kannst du bitte vorsichtig fahren, ja?“
    Chris drehte den Kopf und grinste. „Ich sag nur….Graben.“
    „Ach, jetzt kommt das wieder! Das hör ich mir wahrscheinlich in zehn Jahren noch….pass auf!!!“
    Chris war im gleichen Moment bereits auf die Bremse getreten und überholte den nach links ausgescherten Wagen jetzt einfach von rechts.
    „Mann, sehen die Leute das Blaulicht nicht?“
    „Fahr mal nächste Ausfahrt raus. Wenn der Richtung Innenstadt fuhr, ist der bestimmt auch da abgefahren.“
    „Sehr wohl, der Herr!“ Chris nickte und Semir griff zum Funk.
    „Cobra 11 für Zentrale! Gibt’s irgendwas Neues? Hier ist nirgendwo ein Werttransporter!“
    Kurz darauf hörten sie wieder Annas Stimme aus dem Mikro.


    „ Auf der L 322 , 2 Kilometer hinter der Abfahrt , da ist der Transporte gerade gemeldet worden. Hat einen weiteren Unfall verursacht und ist nun über den Feldweg weiter geflüchtet.“

  • Guten Morgen :baby:


    „ Ok, danke Chefin,.“ Semir steckte das Mikro weg.
    „Paß auf, wenn die da hinten auf den Feldweg gefahren sind, kommen die im nächsten Ort hinten am Wald raus. Theoretisch. Fahr hier rein, dann kommen wir von der Seite.“ Semir zeigte in einen kleinen Feldweg.
    Nach einem Stück sahen sie eine Staubwolke von weitem.
    „ Ha, da sind sie, ich hatte Recht, gib Gas, die haben wir gleich.“
    „ Du weißt schon, dass wir keinen Geländewagen unterm Hintern haben, ja? Also langsam. „ Chris fuhr so schnell es auf dem Weg ging und schlidderte hin und her.
    Jetzt sahen sie vor sich den Transporter und ein 2. Fahrzeug dahinter. Aus dem Jeep beugte sich nun eine Gestalt und eröffnete das Feuer.
    „ Scheiße, die Bullen, wo kommen die denn her?“ Knut zog etwas aus einer Kiste.
    „ Die scheinen uns nicht zu mögen, Semir, tu was.“ Chris zog den CLK zur Seite als die ersten Schüsse fielen.
    „ Bin dabei.“ Semir lehnte sich aus dem Fenster und erwiderte das Feuer.
    „ Achtung da kommt was auf uns zu!“ Sekunden später explodierte eine Granate vor dem CLK und Chris und Semir rissen sich schützend die Hände vors Gesicht. Gleichzeitig stieg Chris auf die Bremse und der CLK kam schliddernd in einer riesigen Qualmwolke zum Stehen.
    „Komm, komm,raus hier! Wer weiss,was die noch nach uns schmeissen!“
    Beide sprangen rechts und inks aus dem Wagen und suchten hustend Schutz in den Büschen. In der Ferne sah man den Transporter sowie den zweiten Wagen davonfahren.
    „Verdammt!“ Semir griff, immer noch hustend, zum Handy.
    „Ja Chefin,die sind uns entwischt! Fahren weiter Richtung Norden auf einem Feldweg seitlich der L322! Und wir brauchen hier jemanden,der uns abholt, nen Abschleppwagen und die Feuerwehr.“
    Dann legte er schnell auf,bevor sie irgendwas fragen könnte.
    Chris war inzwischen ebenfalls aus der Böschung geklettert und griff in die Jackentasche. Semir warf ihm nur einen warnenden Blick zu und Chris hielt lächelnd den Kaugummi hoch.
    „Keine Sorge….“
    „Dann ist ja gut. Ich will deine Glimmstengel nichtmehr sehen! Und schon gar nicht, wenn hier eh schon alles brennt."
    „….Okay, was machen wir jetzt ?“
    Semir zuckte die Achseln und als sich der Rauch verzogen hatte,gingen sie erstmal um den CLK herum,der von der Explosion der Handgranate vorne doch stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Chris schüttelte den Kopf.
    „Na klasse! Die Engelhardt wird sich freuen!“
    „Ja, aber…da kannst du ja nichts dafür, Chris. Also wirklich nicht!“
    Er nickte nur und steckte sich den Kaugummi in den Mund.


    „ Chefin, wir konnten wirklich nichts dafür. Gegen Handgranaten sind selbst wir machtlos und ausweichen ging beim besten Willen nicht mehr. Semir startete den Versuch einer Erklärung.
    „ Das ist mir jetzt egal. Wichtig wäre: Was haben sie erkannt? Kennzeichen? Fahrer? Irgend etwas Brauchbares an Informationen?“
    „ Leider nicht viel. Die Kennzeichen des Jeeps waren gefälscht. Mehr nicht. Wir haben Reifenspuren sicherstellen können, da sitzt Hartmut bereits dran.“ Chris blätterte in den Papieren.
    „ Gut, dann fahren sie jetzt noch zu dem Transportunternehmen und machen dort eine Befragung. Wie es dazu kommen konnte, dass der Wagen geklaut wird.“
    Semir und Chris trotteten ab.
    „ Man ,hat die eine Laune. „ Semir murmelte vor sich hin.

  • Es war schon 22 Uhr und bei der Wachfirma tobte der Bär, als sie dort ankamen.




    Tom sah auf die Uhr.
    „ Komm, heute machen wir nichts mehr, Mama, ab nach oben aufs Matratzenlager. Obwohl ich ja fast zu faul zum Aufstehen bin.“ Tom hielt Petra die Hand hin und zog sie hoch.


    „ Chris und Semir scheinen Stress zu haben, sonst wären sie sicher noch einmal zurück gekommen.“ Petra räumte die letzten Gläser weg.

    „ Kann sein... werden sich sicher morgen melden.“ Tom ging bereits die Treppe hoch und nicht weiter auf das Thema ein.


    „Ich bin froh wenn ich jetzt über nichts mehr nachdenken muss und nur noch schlafen kann. Und denk dran, was man in der ersten Nacht im neuen Haus träumt , geht in Erfüllung.“ Er liess sich in die Kissenberge auf dem Boden fallen.


    „ Ach ja? Dann träum mal schön von deinem lieben Sohn, der pflegeleicht ist, nie brüllt und ganz lieb ist.....“ Petra legte sich zu ihm und machte das Licht aus.



    „Wo finden wir denn hier den Geschäftsführer?“ Semir sprach den ersten der Angestellten,der ihnen auf dem Hof der Wachfirma über den Weg lief,an.
    „Ja,da vorne im Büro eigentlich. Aber hier ist die Hölle los, wissen sie, einer unserer Wertransporter wurde überfallen. Keine Ahnung,wo Harr Deuckert im Moment ist…“
    Semir nickte nur und Chris hielt dem Mann seinen Dienstausweis entgegen.
    „Kripo Autobahn, Ritter. Mein Kollege Gerkhan. Dann seien sie doch mal so freundlich und zeigen sie uns ihren Geschäftsführer.Ich hab nämlich keine Lust,den hier in diesem Chaos zu suchen…Danke.“
    Der Mann sah Chris entgeistert an und ging dann stumm voraus. Semir warf ihm einen kurzen Blick zu
    „Was biste denn so gereizt….Nikotinmangel?“
    „Nee…aber so ein Chaos nervt mich.“
    Nach etwa zehn minütiger Suche hatten sie Frak Deuckert gefunden und er bat sie direkt in sein Büro.
    „Gut,das sie da sind! Gibt es was Neues? Hat man den Transporter gefunden? Und meine Fahrer, was ist mit meinen Fahrern?!“
    „Spurlos verschwunden,Herr Deuckert. Sowohl die Fahrer als auch der Transporter.“
    „Ja,grossartig! Dann tun sie doch was!“
    „Wir sind dabei.“
    „Ja,aber davon merke ich nichts! Es haben doch Polizeibeamte den Transporter verfolgt! Wieso haben sie die Kerle nicht erwischt?! Was haben sie denn da für Kollegen am Werk gehabt?!“
    Chris wollte gerade etwas erwidern,doch Semir legte ihm eilig die Hand auf die Schulter .
    Es brachte jetzt nichts,sich mit Deuckert anzulegen.
    „Wir brauchen die Akten der Fahrer,Herr Deuckert. Und was hatte der Transporter geladen?“
    „Meine Fahrer sind äusserst zuverlässig,das können sie sich sparen.“
    „Ja,trotzdem. Und die Ladung?“
    „Tageseinnahmen von mehreren Autobahnraststätten. „
    „Was ist das in Zahlen?“
    „“In etwa 100 000 Euro.“
    „Na,das hat sich ja gelohnt!“
    Deuckert antwortete nicht und gab Chris die Personalakten der verschwundenen Fahrer.
    Dann machten sie sich auf den Weg zur PAST. Semir sah zur Uhr.
    „Irgendwann brauch ich einen anderen Job….. Dann kannst du dir jemand anderen suchen,der die Nacht mit dir verbringt.“
    Chris lächelte nur und sie fuhren los.

  • Der Regen prasselte suf den Boden und immer wieder erhellten Blitze den dunklen Himmel. Tom lag auf dem kalten Boden und hörte noch den Hall der Schüsse im Ohr. Vor ihm stand Gehlen und hob die Waffe. Tom richtete sich mühsam auf,sah ihm entgegen. Das Blut lief an mehreren Stellen an seinem Körper herunter und neben ihm lag das tote Mädchen. Gehlen grinste ,spannte den Abzug…..
    „Tom…Tom,was hast du?!“
    Er fuhr hoch. Petra sass neben ihm im Bett,sah ihn besorgt an. Tom blickte sich im Zimmer um, fuhr sich mit den Händen durch die schweissnassen Haare und liess sich langsam zurücksinken.
    Petra machte das kleine Licht neben der Matratze an.
    „Tom…alles in Ordnung?“
    „…ja…ja,alles klar…“
    „Du hast irgendwas geträumt…ich hab dich plötzlich schreien gehört.“
    „…Keine Sorge, mein Schatz…ist alles okay…Komm,lass uns weiterschlafen.“
    Sie sah ihn zweifelnd an und kuschelte sich an ihn.
    Tom lag mit offenen Augen neben ihr . Sein Herz schlug immer noch bis zum Hals und er musste sich zwingen nicht zu zittern und ruhig zu atmen.
    Er wollte Petra nicht damit belasten.
    Seitdem es näher auf die Gerichtsverhandlung mit Gehlen zuging, wurde er immer öfter von diesen Alpträumen geplagt.
    Er wollte endlich mit der Sache abschliessen..... nicht mehr daran erinnert werden.
    Seine Hand wanderte auf Petras Bauch und er schloss die Augen, Versuchte sich vorzustellen, wie das Kleine da drin wohl aussehen würde. Es dauerte lange, bis er wieder eingeschlafen war.




    Sie waren noch nicht ganz an der PAST angekommen, als eine Meldung reinkam. Man hatte den Werttransporter gefunden. Einer der Fahrer war tot, der andere leicht verletzt in die Klinik eingeliefert worden.
    „ Ich glaube die Nacht können wir durchmachen.Auf in die Klinik.“ Semeir nahm die Unterlagen entgegen und schnappte sich Chris am Arm, der gerade in die Kaffeeküche wollte.
    „ Kannst du gleich im Krankenhaus haben .Ab jetzt.“


    In der Klinik wurden sie von einer äusserst hübschen Schwester zu dem Fahrer gebracht.
    „ Schau nicht jedem Rock hinterher.“ Semir grinste.
    „ Warum? Ich darf das...du nicht.“


    Martin Schneider saß mit einem Kopfverband im Bett.
    „ Herr Schneider? Gerkhan , Kripo Autobahn und das ist mein Kollege Ritter. Wir bedauern sehr, was ihnen und ihrem Kollegen passiert ist.“
    „ Danke. „ Schneider sah durch sie hindurch.
    „ Können sie uns evtl. irgendwelche Angaben zum Hergang machen? Alles könnte wichtig sein.“ Chris versuchte ein Gespräch
    „ Nein, die waren maskiert und...Theo hat probiert den einen.. da wurde er erschossen. Mehr weiss ich nicht.“


    Sie saßen noch 5 Minuten bei Schneider, doch der machte den Mund nicht mehr auf.

  • :baby: vielen Dank für die tollen Feeds. Dafür gibts jetzt auch noch mal zwischendruch ein Stück*gggg*:




    Draussen auf dem Flur nahm Chris Semir zur Seite.
    „ Da ist was faul. Wieso bringen die eiskalt einen der Fahrer um und der 2. bekommt nur eine auf den Kopf? Der war so...so komisch still... ich trau ihm nicht.“
    Semir zuckte die Achseln.“Vielleicht hat er einfach nur Glück gehabt…und der steht bestimmt auch unter Schock.Wir reden morgen nochmal mit ihm“
    „Morgen?...Es ist fast zwei Uhr nachts.Du meinst sicher später….Und trotzdem,ich sag dir,da ist was faul.“
    Sie verliessen die Klinik und Semir setzte Chris vor seinem Haus ab.
    „Naja,knapp vier Stunden Schlaf ist ja auch nicht schlecht…bis morgen.“
    „Ja,schlaf gut. Und morgen früh fahren wir gleich bei Hartmut vorbei. Vielleicht gibt’s was über die Reifenspuren vom Jeep oder er hat bis dahin was in dem Transporter gefunden.“
    Semir nickte nur, gähnte und fuhr weiter nach Hause.



    Als Petra an diesem ersten Morgen im neuen Haus wach wurde,lag Tom bereits nicht mehr neben ihr. Sie sah zur Uhr,es war erst kurz nach sieben. Langsam stand sie auf, ging nach unten. Schliesslich fand sie ihn draussen im Garten stehend, eine Kaffeetasse in der Hand.
    „Du bist ja früh wach.“
    Er fuhr herum, sah sie dann lächelnd an.
    „…Erschreck mich doch nicht so….Ist das nicht schön hier draussen?“
    Sie nickte und er nahm sie ihn den Arm. Petra sah ihn an.
    „Heute Nacht, da hast du wieder von diesem Gehlen geträumt,nicht wahr?“
    Tom schwieg und sah in den Garten hinaus.
    „Schatz,du musst darüber reden.“
    „…Sieh mal,da vorne ,da bau ich den Sandkasten hin. Und da links…“
    „Tom, dieser Kerl ist tot.“
    Er nickte leicht,“Ich weiss….aber so einfach ist das nicht.“
    „Ja,eben.Und deshalb musst du mit mir darüber reden! Ich seh doch,was los ist. Es ist die Gerichtsverhandlung,nicht wahr?“
    „…Vielleicht.Komm,lass uns früstücken. Ich hab zumindest schon mal die Teller gefunden.“

  • Er ging hinein.
    Das wird noch ein hartes Stück Arbeit, dachte sich Petra. Sie hatte schon mehrfach bemerkt, dass Tom des nachts schweißgebadet aufgewacht war und schlecht geschlafen hatte .nur gehofft, er würde selbst das Thema ansprechen und darüber reden.



    Semir und Chris standen um 8 Uhr bei Hartmut auf der Matte.
    „ Jungs, ihr kommt genau richtig. Also, der Jeep hatte einen abgefahrenen Reifen, vorne Links. Da muss die Spur total verstellt sein. Und ich habe Fingerabdrücke für euch. Vorne aus dem Fahrerhaus mehrere, die dürften von den Fahrern sein. Hinten im Wagen habe ich auch etwas sehr interessantes gefunden. Lehmklumpen, die einer unter den Schuhen hatte. Ein Abdruck der Schuhe hab ich auch. Größe 46 würde ich sagen. Hier, alles zusammengeheftet. „ Hartmut hatte einen Stapel Blätter und Ausdrucke in der Hand.


    „ Den Boden anaylysiere ich noch, aber der war so komisch von der Beschaffenheit, da kommt sicher etwas ganz besonderes bei raus.“


    „ Danke Hartmut, sag mal, wann hast du das alles gemacht? Heut nacht noch?“ Chris sah ihn an.


    „ Sicher heut nacht noch, wann sonst?“


    „ Ja dann danke schön. Du schlaf auch mal... ich meine.. wenn du zeit dafür hast.“ Semir grinste.



    In der PAST legten sie Anna die Unterlagen vor und besprachen sich mit ihr.
    „Gut, meine Herren,dann geben sie wie immer etwas Gas. Jetzt geht es nämlich um Mord! Was ist mit dem zweiten Fahrer?“
    „Ja Chefin,wir fahren gleich nochmal ins Krankenhaus. Ich hab da so ein komisches Gefühl.“
    Sie nickte Chris zu.
    „Nun,vielleicht haben sie demnächst auch mal so ein komisches Gefühl rechtzeitig zu bremsen….bevor sie mit ihrem Dienstwagen in eine Handgranatenexplosion hineinfahren.“
    Chris antwortete nicht,während Semir leicht in sich hineingrinste.
    „Und sie Gerkhan, sie sind auch nicht besser. Und jetzt an die Arbeit! Hartmut hat sich die ganze Nacht um die Ohren geschlagen,während sie geschlafen haben.“
    Eilig verliessen sie Annas Büro.

  • Im Flur kam ihnen gerade Petra entgegen und winkte ihnen zu.
    „Na,ihr seht ja beide müde aus. Lange Nacht?“
    „Ja,kann man so sagen. Und wir haben jede Menge Arbeit für dich…“
    „Nun lasst mich mal erstmal reinkommen. „
    Sie legte ihre Jacke über den Stuhl und Semir hielt ihr bereits die Unterlagen entgegen.
    „Und?Wie habt ihr denn in eurer ersten Nacht so geschlafen?“ Er grinste, doch sie zuckte nur leicht die Achseln. Semir sah sie an.
    „Ist was?“
    „Nein….ja, ach,ich weiss nicht. Das muss ich euch mal in Ruhe erzählen.“
    „Ja,stimmt was nicht?“ Chris sah sie jetzt ebenfalls an.
    „Es ist wegen Tom…diese Gerichtsverhandlung. Und jetzt kommt alles wieder
    hoch,glaub ich.“
    „ Lass mich raten, Tom sagt nichts dazu?“ Semir sah Petra an.
    „ Genau, du hast Recht. Er hat Alpträume, wacht schweißgebadet auf und sagt, genau, nichts. Kommt vom Thema ab. Aber wir reden da mal drüber, nur... nicht hier und jetzt..ok?“ Petra machte sich an ihren Schreibtisch.
    „ Ok, aber falls etwas ist, ruf an, sag Bescheid. Du weißt, dass wir für ihn da sind...“ Semir und Chris machten sich auf den Weg in die Klinik zu Schneider.



    „ Herr Schneider, wie geht es ihnen heute? Wir hätte da noch ein paar Fragen.“ Chris kam gleich zur Sache.
    „ Gut, ich darf heute Mittag nach Hause, wenn sie das meinen. Ansonsten, wie soll es einem gehen, wenn ein Kollege ermordet wurde, neben einem?“
    „ Ja also, wir wüssten gerne, welche Schuhgröße sie haben und hätten gerne auch die Schuhe , die Sie gestern getragen haben. Als Abgleich, da wir Abdrücke gefunden haben.“
    „ Ich habe Größe 42, meine Schuhe stehen da drüben, aber warum? Sie glauben doch nicht...“
    „ Nein, aber wir müssen sie ausschliessen, von daher...“ Semir sah sich die Schuhe an. Sie waren sauber unter der Sohle bis auf kleine Steine.
    „ Und sonst ist ihnen nichts aufgefallen? Stimmen? Haben die Täter sich beim Namen genannt?“
    „ Nein, wenn ich es ihnen doch sage. Ich weiß nichts, Wirklich.“ Er wendete sich ab.
    „ Tja, dann weiter Gute Besserung und falls... hier ist unsere Karte.“ Semir gab ihm die Karte und verabschiedete sich.



    Tom nutzte die Ruhe im Haus, um Kisten zu schleppen und machte sich an die Arbeit. Petra würde Augen machen, wenn sie nachher nach Hause kam. Er wollte zumindest die Küche und das Wohnzimmer fertig haben und evtl. noch das Schlafzimmer.
    Nach der 10. Kiste merkte er ein leichtes Ziehen beim Atmen und machte eine Pause.
    Das Telefon klingelte.
    „ Schatz, ich bins, sag mal, ich werde heute nicht pünktlich hier rauskomen, jede Menge Arbeit.“ Petra hörte sich gestresst an.
    „ Och, ja, kein Problem, die hab ich hier auch. Aber du, denk an den Zwerg, mach nicht zu lang, ja?“
    „ Nein, nur das Nötigste, da passt die Chefin sogar drauf an. Keine Sorge, aber du, übertreib es nicht allein. Lass auch was liegen. Hörst du? Bis später.“ Petra legte auf.


    Sie suchte im Computer alle in Köln und Umgebung angemeldeten schwarzen Jeeps raus. Die Liste war Gott sei Dank nicht allzu lang. Hotte, Bonrath und die anderen würden sie nun abklappern müssen.


    Hartmut hatte die Analyse der Bodenproben gemailt . Sie gab Semir und Chris kurz über Funk Bescheid, damit die sich das ansehen konnten.


    „ Petra? Kommen sie mal kurz?“ Anna winkte sie in ihr Büro.
    „ Ja? Was gibt’s denn?“ Petra schloß die Türe hinter sich.
    „ Machen sie nicht zu lang bitte, denken sie an das Baby, ok? Überstunden dürfen sie eh so gut wie keine machen, sonst bekomme ich noch eins auf den Deckel, wenn etwas passiert.Ich habe hier Unterlagen von Staatsanwältin Schrankmann , für Tom,. Nehmen sie die bitte mit und geben sie sie ihm Es geht um die Verhandlung. Er soll sie bitte noch einmal durchsehen und falls ihm etwas auffällt, bei Schrankmann anrufen.“ Sie schob eine dicke Akte zu Petra rüber.


    Petra stockte etwas...
    „Ja, werde ich machen.“
    „ Gut, dann war es das, ab in die Mttagspause. Fahren sie ruhig mit der Akte zu Tom und kommen dann in 2 Stunden wieder.“
    Petra nickte ihr zu, nahm wortlos die Akte.

  • Anna sah sie an.
    „Petra,alles in Ordnung?“
    „Ja….es ist nur…“
    „Ja?“
    „Ist,ich meine,ist es unbedingt nötig,das Tom das alles liest? „
    Die Chefin sah sie fragend und etwas verwundert an. Gleichzeitig merkte sie,dass etwas nicht stimmte.
    „Petra,was ist los?“
    Im gleichen Moment brach sie in Tränen aus. Anna stand auf,schloss die Bürotür und nahm sie in den Arm. Draussen vor der Scheibe bemerkte sie Semirs Blick.
    „Nun erzählen sie schon,was ist denn?“
    „Entschuldigen sie,Chefin, aber ich…ich mach mir wirklich Sorgen. Tom redet nicht darüber,was vor drei Monaten passiert ist, aber er…naja, er kann das nicht vergessen,glaub ich. Und jetzt kommt diese Verhandlung und ich weiss nicht,ob er das schafft….“
    Anna hatte sie immer noch im Arm und schliesslich kam Semir herein. Fragend sah er sie an . Petra drehte sich um,sah Semir,lächelte kurz und liess sich auf den Stuhl sinken.
    „Sagt ihm das bloss nicht…was ich erzähle.“
    „Ich werde mir ihm sprechen,Petra. Keine Sorge…“
    „Danke,Semir.“
    Währenddessen hatte die Chefin eine Visitenkarte aus ihrem Schreibtisch gezogen.
    „Hier…wenn sich die Gelegenheit ergibt,geben sie ihm das. Das ist eine sehr gute Psychologin…und ich denke,das wäre sinnvoll.“
    Petra nickte,nahm die Karte und schüttelte gleichzeitig den Kopf.
    „Danke…aber das wird er niemals tun. Da kriege ich bloß blöde Sprüche zu hören.“
    Anna lächelte kurz. „Naja,versuchen sie es,Petra….Und bitte geben sie Tom die Unterlagen. Das können wir ihm leider nicht abnehmen.“
    „Ja,ich weiss.“
    Semir nickte ihr nochmal zu. „Ich komme heute Abend vorbei…..Vielleicht bringe ich Chris mit. Der war ja schliesslich dabei, als es passierte….“



    Tom kam ihr direkt entgegen,als sie die Tür aufschloss.
    „Hey, da bist du ja endlich! Viel zu tun?“
    Er nahm sie in den Arm und sie nickte lächelnd-.
    „Ja,ich sag dir….Ein Überfall auf einen Werttransport. Naja, egal, geht’s dir gut?“
    „Ja, und ob! Ich hab richtig was geschafft! Wohnzimmer, Küche und fast das Schlafzimmer.“
    „Tom…das ist viel zu viel. Denkst du bitte daran, dass du…“
    „Ja,ja, komm! Sieh es dir an!“ Er zog sie hinein und man konnte ihm ansehen,wie er sich freute. „Ich will unbedingt fertig sein,bevor ich Montag den neuen Job anfange. Dann hab ich nämlich zu wenig Zeit….“
    Freudestrahlend zeigte er ihr alles und Petra war begeistert. Wenig später sassen sie zusammen auf der Couch und sahen hinaus in den garten.
    „Und? Was macht mein Zwerg?“
    „Dem geht’s gut….sag mal ,hast du dich schon mal mit dem Gedanken beschäftigt,dass es auch ein Mädchen sein könnte?“
    Er lachte und küsste sie eilig.
    „Nö….aber ist mir auch wurscht! Mädchen…Junge…das Tor kommt auf jeden Fall dahinten hin!“
    Sie musste ebenfalls lachen und zog dann langsam die Unterlagen hervor.
    „Schatz, das soll ich dir von der Chefin geben…Du sollst es durchsehen, wegen der Verhandlung.“


    Er nahm die Akte und legte sie auf den Tisch. Mit einem Schlag hatte sich sein Gesichtszug verfinstert.

  • „ Tom? Sollen wir gemeinsam reinsehen und drüber sprechen? Du musst das nicht alleine machen. Bitte, rede mit mir darüber, friß es nicht in die rein. “
    „ Petra, laß es gut sein. Bitte. Ich werde reinsehen und mich vorbereiten, aber nicht jetzt. Und jetzt hole ich das Essen du hast sicher Hunger. Warum hast du denn die Mittagspause durchgemacht? Du wolltest doch kommen? „ Er ging in die Küche und sie hörte ihn mit etwas klappern.
    „ Ach, ich dachte ich fang dafür morgen etwas später an. Die Chefin war einverstanden. Das ist doch ok so. Und jetzt sag nicht, du hast auch noch gekocht? „
    „ Doch hab ich, na sagen wir fast. Salat mit Fleisch, so wie du es gern hast. Komm, wir essen draussen, hab den Tisch schon fertig.“ Er brachte en Tablett raus auf die Terasse und sie genossen die Ruhe und den Ausblick aufs Feld.“
    „ Ist das schön. „ Petra legte sich im Stuhl zurück und schloß die Augen.
    „ „ Ja. Und was meinst du wenn er oder sie, bald da ist, dann ist es noch viel schöner.“ Tom setzte sich mit dem Stuhl neben sie und streichelte den dicken Bauch.


    „ Halloooooo, jemand zu Hause?“ Semir stand hinter den Büschen am Gartentor.
    „ Hach, der schon wieder, ja, komm rein. Das Tor ist ja nicht so hoch, dass du nicht drüberkommst, oder?“ Tom lachte und kurz darauf standen Chris und Semir neben ihnen.
    „ Habt ihr kein zu Hause oder traut ihr euch nicht, weil das nächste Auto Schrott ist?“
    „ Nein, der ist blitzblank und sauber, im Gegensatz zu eurem Wagen. Wir wollten nur schauen, wie weit du bist und ob Petra gut zu Hause angekommen ist. Schliesslich warst du es, der uns beauftragt hat aufzupassen.“ Semir scherzte.
    „ Ich hol mir mal was aus der Küche, du auch Chris?“ Semir ging rein
    „ Wasser, wenn du das schaffst.“ Chris setzte sich an den Tisch.


    3 Minuten später kam Semir mit vollen Händen raus.
    „ Nimmst du dir jetzt die Arbeit mit nach Hause, Petra? Ich seh da ne dicke Akte auf dem Tisch? „ Semir wollte geschickt zum Thema kommen.
    „ Ich? Nein, die ist von der Chefin für Tom. Für die Verhandlung.“
    „ Ach ja, da hab ich von dieser Schrankman auch schon was bekommen.“ Chris ging drauf ein.


    Tom stand von seinem Stuhl auf und ging in den Garten. Semir goss das Wasser in die Gläser,sah zu Chris und Petra und ging ihm dann langsam nach.
    „Schön habt ihrs hier,wirklich. Und wenn der Garten erstmal so richtig feritg ist und ihr ….“
    „Semir.“ Tom unterbrach ihn. „Ich bin nicht dämlich. Was willst du?....Hat Petra dich beauftragt, mich vollzuquatschen?“
    „Nein, hat sie nicht.“
    „Na dann….was willst du,Semir?“
    Semir schüttelte den Kopf,“So hat das keinen Sinn“, drehte sich um und ging zurück zu Petra und Chris. Tom sah ihm nach,verdrehte die Augen und folgte ihm.
    Dann sah er von einem zum Anderen und sein Gesicht hatte einen sehr entschlossenen Ausdruck bekommen.
    „So, wo ihr jetzt alle so schön da sitzt, kann ich es ja gleich nochmal klarstellen. …Ich will nicht,dass ihr euch einmischt.“
    Semir schüttelte den Kopf und erwiderte seinen Blick. „Sorry, funktioniert nicht! Freunde mischen sich nämlich ein! Ich geh dir nichtmehr von der Pelle,bis du mir sagst,was los ist.“
    Tom antwortete nicht und ging ins Haus. Petra sah ihm nach,während Chris sein Glas Wasser austrank und dann leicht lächelnd zu Semir schaute.
    „Na,das hat ja super geklappt, Semir."

  • Du, Chris, hältst dich da raus!...Verdammter Sturkopf.“ Semir eilte Tom hinterher und Petra lehnte sich seufzend in dem Gartenstuhl zurück.
    „Ach Mensch, ich würde ihm so gerne helfen,Chris….aber er will lnicht.“
    Chris nickte nur, goss sich noch Selter ein und sah dann zu Petra.
    „Lasst ihm Zeit….er kommt von alleine, glaub mir…“
    „Woher willst du das wissen,Chris….du kennst ihn doch gar nicht so gut.“
    „Nein….“, Wieder sein Blick,“aber ich weiss genau,wie es ihm geht. Ganz genau…..“
    Dann schien er in die Ferne zu sehen und war in Gedanken versunken. Schliesslich stand er auf.
    „So, ich werd dann mal. Ich nehm Semir mit…,Bevor die sich die Köpfe einschlagen.“
    Petra nickte und stand ebenfalls auf. Gerade kam bereits Semir wutschnaubend zurück auf die Terrasse.
    „Komm Chris, das hat keinen Sinn! Der spinnt ja!...Und ausserdem haben wir auch noch was zu tun….Bis morgen,Petra. „
    „Okay….bis morgen. „
    Sie sah ihnen nach und ging ins Haus. Sie dachte daran,was Chris gesagt hatte und konnte sich keinen Reim darauf machen. Aber irgendwas in seinem Blick war da gewesen, was ihn sehr beschäftigen musste.





    „ Semir, lass ihm Zeit. Er wird von alleine kommen.“ Kaum saßen sie im Wagen, fing Chris damit an.
    „ Ach ja, du kennst ihn nicht, ich schon... und es sieht ihm ähnlich, dass er das in sich reinfrißt.“Semir war ganz anderer Meinung und stinksauer auf Tom.
    „Ich mag Tom noch nicht gut kennen, aber ich weiß wovon ich rede, glaub mir. Und jetzt konzentrieren wir uns auf unsere Arbeit. Also wohin?“
    „ Zur Sicherheitsfirma, ich will die Personalakte von diesem Schneider.“ Semir sah aus dem Fenster und verstummte.




    „ Schatz? Ich leg mich hin, mir tut der Rücken weh und ich bin müde. Kommst du auch gleich hoch? Petra stand schon auf der Treppe.


    „ Ja, später, ich kann noch nicht ... „ Tom stand in der Terrassentür.


    Nachdem Petra verschwunden war, nahm er sich die Akte und setzte sich aufs Sofa.
    Er fing an zu blättern und lesen. Da war das Bild des Tatortes, das Bild des toten Mädchens. Er schloß die Augen. Da war es wieder. Der Regen, der nasse und kalte Boden........diese Blicke von Erik Gehlen, als er die Waffe auf ihn richtete,.... Tom knallte die Akte zu und schmiss sie weit weg auf den Boden in die Ecke.
    Dann lehnte er sich zurück, schloss die Augen. Doch davon wurde es nur noch schlimmer. Er konnte diese Nacht nicht vergessen. Dass Erik Gehlen tot war, änderte nichts daran. Im Gerichtssaal würde er seinem Vater gegenüberstehen…Wieder sah er dieses Gesicht vor sich. Sah das Mündungsfeuer der Waffe. Ihm brach kalter Schweiss aus und er sprang von der Couch auf. Verdammt, stell dich nicht so an,du hast es doch überlebt,versuchte er sich immer wieder einzureden. Doch es half nicht. Die Bilder waren da und erschrocken stellte er fest, dass jetzt sogar seine Hände zitterten. Er musste irgendwas dagegen tun, so konnte das nicht weitergehen.

  • Langsam ging er nach oben und wusste schon jetzt,dass er wieder keinen Schlaf finden würde.
    Petra sah ihn an,als er ins Schlafzimmer kam.
    „Da bist du ja! Schön,dass du das Bett aufgebaut hast. Das ist doch deutlich bequemer als auf den Matratzen.„Sie lachte.
    Tom nickte nur und legte sich neben sie.
    „Du,ich…ich muss nochmal raus, ich kann jetzt nicht schlafen. Ich fahr bei Frankie vorbei. Bin aber bald zurück, ja?“
    „Hast du in die Akte geguckt?“
    Er nickte.
    „ Fahr vorsichtig, bitte und...
    „ „ Petra, bitte.... gib mir Zeit.“ Tom stand auf und ging.




    Der Schichtleiter des Wachunternehmens war nicht sonderlich angetan von Semir und Chris Besuch.“ Was wollen sie denn, fast mitten in der nacht?“
    „ Tja, wir haben einen Fall zu lösen und können nicht beliebig Feierabend mache...also geben sie uns nun die Akte oder nicht?“ Semir wurde ungeduldig.


    „ Ja, ja... aber da steht nix drin, was für sie wichtig wäre.“


    „ Das lassen sie mal unsere Sorge sein.





    Chris nahm die Akte und sie machten sic auf den Weg zur PASR;


    „ aha, ne Abmahnung hat er... mehr nicht. Mal sehen ob wir sonst noch was über ihn rausbekommen.“


    „ ja, Hartmut hat ja auch schon was gefunden, der Boden, der passt hier nur auf wenige Gebiete in der Nähe. Die sehen wir uns morgen mal an. Jetzt ist Feierabend. Morgen um 10 Uhr an der PAST?“


    semir war hundemüde.
    „ Ja, das passt gut. Hab morgen früh noch einen Termin.
    Chris hatte sich vorgenommen Tom zu besuchen. Petra würde auf der Past sein und er sicher zu Hause.


    Tom stellte den Wagen vor der Bar seines Vaters ab, Bis draussen war die laute Musik zu hören und es war proppevoll da drinnen. Er blieb stehen. Nein, das war jetzt nichts für ihn und ausserdem, Frankie würde mit Sicherheit wissen wollen, warum er so spät noch allein auftauchte. Er setzte sich auf einen der Betonpfosten am Straßenrand und sah dem Treiben in der Bar zu. Warum war er überhaupt hierher gefahren?
    Mensch, du gehörst nach Hause zu deiner schwangeren Frau,....wobei.... er hatte sie ja noch nicht mal gefragt.... Und wenn er so weitermachte,würde sie vermutlich auch gar nicht wollen,dachte er leicht lächelnd und ging zurück zum Wagen. Und auf einmal wollte er nur noch eins,so schnell wie möglich zurück nach Hause.

  • Petra hörte den Schlüssel im Schloss und stand sofort auf.
    „Tom?“
    „Ja, ich bins…Wieso schläfst du denn nicht?“
    Schon kam er nach oben.
    „Ich bin ein kompletter Idiot….Komm, lass uns ins Bett gehen.“
    Er nahm sie in den Arm und drückte sie an sich,so gut das mit dem Bauch noch ging.
    Dann lagen sie im Bett und sie stützte sich auf die Ellenbogen,sah ihn an.
    „Die Chefin hat mit eine Karte gegeben…von einer Psychologin…“
    Tom sah sie an mit einem Blick ,der alles zu sagen schien. Doch dann schien er doch darüber nachzudenken und nickte leicht. „Ich werds mir überlegen….“



    Schneider lief in seiner Wohnung auf und ab. Endlich klingelte es und er griff eilig nach dem Hörer.
    „Verdammt nochmal, was ist los?! Ich warte seit Stunden,dass du dich meldest!...Ich will meinen Anteil, klar?! Die Bullen waren bei mir,zweimal schon und schnüffeln in meinem Leben rum. Wir treffen uns morgen , elf Uhr . Alte Stelle !Und ich will meine Kohle haben!“
    „ Immer mit der Ruhe, wenn sie schnüffeln, müssen wir vorsichtig sein. Arbeitest du wieder?“
    „ Ja, am Montag. „
    „ Gut, dann geht der nächste Deal ja bald über die Bühne.paß auf, wir treffen uns morgen abend. Wie immer.“ Die Stimme legte auf und stieg in den Jeep.



    Semir konnte nicht mehr schlafen und fuhr vor der Dienststelle noch schnell zur KTU.
    „ Hartmut? Morgen, sag mal, was sind das für Bodenproben gewesen, die du gefunden hast?“
    „ Ja, das war was ganz feines. Also den Boden gibt es hier n der Umgebung sicher nur an 2 Stellen. 1. der alten Lackfabrik und 2. hinten am Kiesbruch im Wald.!
    „Gut, dank dir. Da werden wir dann nachher mal hinfahren. Falls du noch was hast, schicks per Mail oder Fax bitte.“



    „ Oh Gott, so spät schon.“ Petra sah auf die Uhr und sprang auf.“ Ich muss los und du machs langsam heut, hast gestern so viel gemacht. Denk dran, du sollst es...“
    „Noch nicht übertreiben. Ja doch. Ich weiß. „ Tom lachte. Er war zwar hundemüde, weil er kein Auge zugemacht hatte aus Angst wieder schreiend wach zu werden, aber heute Abend wollte er Petra ganz was anderes fragen.
    Er sah ihr hinterher und machte sich an die Arbeit.
    5 Minuten später klingelte es an der Haustür.
    „ Hast du was vergessen?“ Tom staunte nicht schlecht, Chris vor der Tür stand.
    „ Du? Komm rein… Semir ist aber nicht hier, habt ihr euch verabredet?“
    „ Nein, ich wollte zu dir.„ Er ging raus auf die Terrasse und setzte sich hin.
    „ Ja, und was willst du von mir?“ Tom wusste nicht so recht, auf was Chris hinaus wollte.
    „ Mit dir reden. Über ein Problem. Bzw. dir eine Geschichte erzählen. Von mir. Und ich denke es ist gut, dass weder Petra noch Semir hier sind. „
    Er sah Tom an und dieser erwiderte seinen Blick.
    „Ja…dann, willst du nen Kaffee?“
    „Gerne….schwarz.“
    Tom nickte und kurz darauf sassen sie beide draussen auf der Terrasse. Chris zog eine Packung Zigaretten aus der Tasche und grinste kurz.
    „Sags nicht Semir….“
    Tom zuckte lächelnd die Achseln,sah ihn immer noch an. Er fragte sich immer noch,was Chris von ihm wollte.

  • Und dieser begann jetzt zu erzählen.
    „Es ist eine ganze Weile her….aber manchmal,da hab ich diese Träume immer noch. Vielleicht geht es nie ganz weg,ich weiss es nicht, aber inzwischen kann ich damit umgehen.“ Er trank einen Schluck Kaffee,zog an der Zigarette. „Es war eine verdeckte Ermittlung, ein eigener Kollege hat mich verraten. Ich war fast zwei Wochen in der gewalt von verdammt perversen Typen…..“Wieder machte er eine Pause und Tom sah,dass es ihm schwerfiel weiter zu reden. „Die ganze Zeit hab ich gedacht,dass ich da niewieder lebend rauskommen würde…Ich war danach fast sechs Wochen im Krankenhaus,ich war am Ende,Tom. Körperlich…seelisch. Bernd Simon hat mich aus diesem Loch wieder rausgeholt und mir begreiflich gemacht, dass ich darüber reden muss. Aber ich konnte das lange nicht….Naja, irgendwann kam es dann von alleine…..Du hast Menschen,die dir helfen wollen. Lass dir auch helfen. Glaub mir, es funktioniert.“ Er lächelte leicht und Tom war immer noch fassungslos über das ,was Chris erzählt hatte.
    „Weiss jemand…davon?“
    „Bernd wusste es….und meine Frau.“
    „Du bist verheiratet?“ Tom sah ihn fragend und überrascht an.
    „Nicht mehr….vermutlich auch wegen damals, weil ich mit ihr nicht geredet habe… Ich weiss es nicht. Aber mach nicht den gleichen Fehler, Tom. Glaub mir, seine Frau zu verlieren, seine Kinder nicht mehr sehen zu können, das ist verdammt nicht einfach.“
    Chris stand auf ,hob noch kurz die Hand und verliess dann wortlos den Garten. Tom sah ihm nach, unfähig irgendwas zu sagen.




    Semir saß bereits im Büro, als Chris ankam.
    „ Na, wie war der Termin? Du siehst so nachdenklich aus.“
    „ ja, ging so, aber danke. Wird sich zeigen.“
    Semir ging nicht näher drauf ein. Chris würde schon von selbst erzählen, wenn er etwas mitteilen wollte, das hatte er in der kurzen Zeit mit ihm schon bemerkt.


    „ Also ich hab früh angefangen und Arbeit für uns. Wir fahren jetzt mal zu 2 Stellen, w dieser Boden vorkommen könnte. Zuerst zum alten Kiesbruch im Wald. Dann die alte Lackfabrik.“


    Petra kam mit einem Zettel in der Hand rein.
    „ Hier, hab was über den Fahrer Schneider rausgefunden. Der hat was hinter sich. Ne Scheidung, die sehr übel war und Ärger mit seinen Zahlungen und nun hat er Schulden am Hals ohne Ende. Gebaut, Haus verkauft , die alte Leier.“Sie reichte Semir den Zettel.


    „ Und? Hat Tom noch etwas gesagt gestern? „


    „ Nein, er wollte weg, kam dann wieder , hat was von Idiot gefaselt und wieder schlecht geschlafen. Ich habe ich die Karte der Psychologin hingelegt. Mal sehen. Jetzt muss ich rüber was tun, ihr habt mich ja zugebaut auf meinem Tisch“



    Tom saß noch eine Weile im Garten am Tisch und dachte über die Sätze von Chris nach.
    Dann raffte er sich auf und fing mit seiner Arbeit an, er brauchte Ablenkung, bloss diese Bilder aus dem Kopf bekommen.


    Er fragte sich, warum Chris ihm so persönliche Dinge anvertraute, ihm , den er kaum kannte.
    In der Küche viel sein Blick auf die Karte der Psychologin. Der Name kam ihm bekannt vor. Das war die gleiche Frau, die damals Andrea und Semir beraten hatte.


    Er musste eh noch in die Stadt, Blumen für Petra holen und das kleine Kästchen beim Juwelier, da könnte er ... ja.... na, schaden würde es nicht Er steckte die Karte ein und machte sich auf den Weg.

  • Semir und Chris sassen im Wagen und erreichten die alte Kiesgrube.
    Hier wurde anscheinend schon seit längerem nichtmehr gearbeitet und alles wirkte verlassen. Zwei alte Holzgebäude standen am Rand der Grube,ein paar alte Maschinen, mehr nicht.
    „…Ideales Versteck für einen Jeep“, murmelte Chris und deutete auf eines der Gebäude.
    Semir nickte,“ Ja, mal sehen….Sag mal ,hast du geraucht?!“
    Chris sah ihn überrascht an.“Ich? Wieso?“
    „Es riecht so verdächtig…..Ja sicher, du hast mal wieder gepafft!“
    „Ja,ja…komm,lass uns zu dem Schuppen da rübergehen.“
    Semir lachte und stieg ebenfalls aus.
    „Brauchst gar nicht ablenken, mein Lieber…..Was war denn los? „
    „Semir, jetzt hör auf damit!“
    Langsam gingen sie hinüber zu dem alten Holzschuppen und Chris zog an dem breiten Tor. Es war abgeschlossen und eine dicke Kette war davor angebracht.
    „Dafür das hier seit Monaten keiner mehr arbeitet ,sieht die Kette und das Schloss aber ziemlich neu aus, findest du nicht?“
    „Ja…und nun?“
    Chris zuckte die Achseln,zog seine Waffe und kurz darauf sprang das Schloss auf.
    Semir schüttelte grinsend den Kopf.
    „Mensch…das dürfen wir nicht?“
    „Wieso? Ich hab da was gehört, du doch auch,oder?“
    „Sicher!“
    Sie zogen das Tor auf und sahen beide auf den schwarzen Jeep!
    „Volltreffer!“, sagte Semir zufrieden und griff zum Handy.



    „Chefin, wir haben hier im alten Kieswerk den schwarzen Jeep gefunden. Brauchen dann mal die KTU und einen Abschleppwagen. Kennzeichen ist eins dran:“
    K-JU1457
    „ Unterwegs Semir, Gute Arbeit. Dann können sie ja gleich zur Halteranschrift fahren, wenn wir die haben. Kommt dann über Funk."
    In dem Schuppen fanden die beiden allerdings ausser dem Jeep nichts mehr.



    Tom war in der Stadt mit seinen Einkäufen fertig . Beim Juwelier hatte er den Ring abgeholt den er Petra heute abend schenken wollte und auf dem Rückweg würde er noch die Blumen kaufen. Jetzt stand er vor der Praxis der Psychologin .
    Sein Mut hatte ihn schlagartig verlassen, doch er gab sich einen Ruck und ging hinein.

  • Am Empfang stellte er sich vor und gab an, das Anna Engelhardt die Ärztin empfohlen hatte.


    „ Ja, kommen sie kurz durch, ohne Termin geht das aber nur ganz kurz heute, dann müssen wir etwas Neues ausmachen.“ Sie zeigte ihm ein kleines, geschmackvolle eingerichtetes Zimmer. Er nahm auf einem Sessel am Fenster Platz und sah raus.
    5 Minuten später stand Gabi Mattis vor ihm und gab ihm freundlich die hand.


    „ Kriminaloberkommissar Kranich, schön, dass sie zu mir gekommen sind. Anna hat schon angedeutet, dass ich evtl. mit ihrem Besuch rechnen kann.“


    „ Hm, ja... dann hat sie ihnen sicher auch erzählt um was es ging?“ Tom war nicht wohl bei der Sache.


    „ Ja, aber nur kurz und nicht alles. Den Fall hat sie mir, soweit erlaubt kurz umrissen. Wichtig ist es, dass sie den ersten Schritt der Aufarbeitung getan haben, alles andere folgt jetzt automatisch. Zeit spielt dabei keine Rolle. Ich denke wir machen mal die nächsten Termine aus und dann sehen wir weiter.“
    Tom sah sie an,lächelte leicht. „Ja,also…ehrlich gesagt,weiss ich noch gar nicht genau,ob ich nächste Termine ausmachen möchte, Frau Mattis….“
    Gabi Mattis erwiderte seinen Blick und nickte nur. „Glauben sie mir Herr Kranich, da geht es ihnen nicht alleine so. Viele meiner Patienten halten es zunächst für albern und überflüssig. Stimmts?“
    Tom musste erneut lächeln. Die Frau war ihm durchaus sympathisch und trotzdem…es war nicht sein Ding.
    „Ja, möglich.“
    „Sehen sie. Und ich kann ihnen nur sagen, lassen sie es doch einfach auf sich zukommen. Wir machen einen Termin für…“ Sie sah in ihren Kalender, “Übermorgen.Passt 10.30 Uhr?“
    Tom nickte nur.
    „Na bitte…Dann bis Donnerstag.“
    Sie lächelte zufrieden und Tom stand auf. Dabei sah er sie noch mal unschlüssig an.
    „Ich weiss noch nicht,ob ich komme.“
    „Okay…aber ich denke,sie werden kommen.“
    Eilig verliess er die Praxis und atmete draussen erstmal erleichtert auf. So schlimm, musste er zugeben, war es ja gar nicht gewesen….mal sehen, bis Donnerstag, er war total durcheinander.



    Auf der Rückfahrt holte er einen großen Blumenstrauß für Petra und zu Hause machte er sich an die Arbeit. Er wollte sie mit einem Essen bei Kerzenlicht auf der Terasse überraschen.
    Nachdem das alles vorbereiter war, räumte er weiter Kisten aus und baute die letzten Möbel zusammen. Jetzt fehlte nur noch das Kinderzimmer, für das sie bislang nichts weiter ausgesucht hatten als eine uralte Wiege von Petras Familie, die er noch renovieren musste.


    Müde liess er sich in den Sessel fallen und Schloß für einen Moment die Augen.





    „ Cobra 11 für Zentrale. Also Adresse des Halters ist Stanziger Str.55 , da könnt ihr dann bei Nelly Griese klingeln. Mit unter der Anschrift gemeldet ist ein Arno Melzer. „ Petra gab die nötigen Infos an Semir und Chris durch.
    „ Ab sofort ist Hotte dann hier für euch zuständig, ich bin jetzt weg.“


    „ Ok, und grüß Tom schön.“


    Petra packte alles zusammen und machte sich auf den Heimweg. Unterwegs kaufte sie noch eine große Tüte Gummibärchen, darüber würde Tom sich sicher freuen.



    Semir und Chris waren in der Stanziger Str. angekommen. Auf hr Klingeln öffnete ein kleiner Junge die Türe.
    „ Ja, darfst du denn die Türe allein aufmachen?“ Semir sah den kleinen erstaunt an.


    „ Aber logo, ich bin Jonas und schon 5 und wer bist du?“


    „ Ich bin Smeir du das ust Chris. Wir sind von der Polizei. Sind deine Mutter oder dein vater zu Hause?“


    „ Nö, die sind arbeiten und einkaufen. Kommen erst später wieder. Ich lass euch aber ncht rein. „Peng, war die Türe zu.
    Chris und Semir grinsten sich an.
    „Ja…Recht hat er ja….Und nun?“
    Chris zuckte die Achseln.“Ja Partner, warten. Was sonst.“
    „Super Idee, Chris! Wäre ich nie darauf gekommen.“
    Chris antwortete nicht und setzte sich auf die kleine Treppe vor dem Hauseingang. Semir überlegte,ob er erneut die Klingel betätigen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Der Junge hatte ja schon Recht.
    Wenige Minuten später ergoss sich von oben ein Eimer Wasser über die beiden und man hörte ein fröhliches Kinderlachen.
    Semir und Chris sprangen auf und sahen sich gegenseitig an.
    „Süss,der Kleine.“,entfuhr es Chris und Semir blickte nach oben.
    „Hör mal Jonas, findest du das witzig?“
    „Ich will,dass ihr weggeht!“, kam es von oben und dann knallte das fenster zu.



    Tom sah sie aus dem Wagen steigen und eilte zur Tür. Petra sah ihn überrascht an,wie er bereits die Tür aufriss,noch bevor sie den Schlüssel ins Schloss gesteckt hatte
    „Hallo, mein Schatz!...Du darfst nicht gucken. Augen zu.“
    Schon küsste ersie und hielt ihr bereits die Hände vor die Augen. Petra lachte.
    „Was soll das….was hast du ?“
    „Komm mit…aber nicht gucken!“
    Tom schob Petra durchs Haus Richtung Terrasse. Sie lachte immer noch.
    „Was wird das,Tom?“.
    „Ja, das wirst du gleich sehen….warte.“
    Auf der Terrasse war der Tisch gedeckt und unendlich viele Kerzen brannten. Tom eilte auf die Sektflasche zu und griff nach den Gläsern.
    „Nicht gucken….“
    „Nein,nein, aber was….“
    „Moment! Gleich!“


    „So, jetzt darfst du die Augen aufmachen.“
    Tom reichte Petra ein Glas Sekt.

  • „ Hab ich was vergessen? Übersehen oder was feiern wir?“ Sie nahm das Glas und sah die vielen Kerzen, den festlich gedeckten Tisch und die Blumen in der Mitte.
    „ Nein, du hast nicht vergessen, aber etwas zu feiern haben wir... ja...das heisst...evtl.....Also, du weist, ich bin kein Mann der Worte und na ja.. also, die Blumen sind für dich.“ Er stellte sich hinter Petra und legte beide Hände auf ihren Babybauch.
    „ Ja und ich wollte euch sagen, dass ich der glücklichste Mann auf Erden bin momentan und für mich das Glück perfekt wäre, wenn.... also wenn du meine Frau werden würdest, Petra.“
    Sie drehte den Kopf und sah ihn an. Ein Lächeln ging über ihr Gesicht,dann löste sie sich aus seiner Umarmung und drehte sich zu ihm um.
    Einen Moment lang war es still und Tom warf ihr einen fragenden und erwartungsvollen Blick zu.
    „Ja…..und?“, sagte er schliesslich , weil ihm irgendwie nichts besseres einfiel. Petra lächelte immer noch, stellte das Sektglas ab.
    „Ja, wenn das jetzt ein Heiratsantrag war, dann…“
    „…Ja ?!...Ich meine, ja, das war einer …“ Er nahm ihre Hände,sah sie an.
    „…Petra, möchtest du mich heiraten?“
    Petra nickte. Nie zuvor war sie sich einer Sache sicherer gewesen. Sie sah Tom an und nickte erneut.
    „Dann heisst das…ja?“
    „….Ja…Ja, natürlich! Ja, ja, ja……“
    Sie legte beide Arme um seinen Hals und gab ihm einen Kuß.
    Tom drückte sie , hob sie leicht hoch und drehte sie ein Stück im Kreis,
    „ Oh, ich glaube, das sollte ich besser nicht? „ Vorsichtig setzte er sie wieder ab.
    „ Dann hob er einen Finger, !Ach, jetzt hätte ich es fast vergessen vor Angst, dass du nein sagst.“ Er suchte etwas auf dem Tisch und holte ein kleines Kästchen raus.
    „ Das , ja, also, das habe ich ,der ist für dich.Mach noch mal die Augen zu bitte.“
    Sie merkte, wie er ihre Hand nahm und ihr etwas über den Ringfinger zog.
    „ Aufmachen.“
    Petra öffnete die Augen,sah zunächst in Toms leuchtende Augen,dann auf den Ring an ihrem Finger.
    „Er…er ist wunderschön,Tom…“
    Er nickte zufrieden,grinste leicht.
    „Ja,ich weiss….Ich hab eben Geschmack.“
    Dann küssten sie sich erneut und er drückte sie wieder fest an sich.



    Semir und Chris standen inzwischen immer noch vor dem Haus dieser Nelly Griese. Von dem Jungen war nichts mehr zu hören oder zu sehen. Chris sah immer wieder lächelnd zu Semir,der von dem Wassereimer deutlich mehr abbekommen hatte,als er selbst.
    „Ein Wort zu den Kollegen und du kannst dir einen anderen Partner suchen, mein Lieber.“
    Chris grinste nur.“Schon klar….“
    Dann hielt ein Wagen vor dem Haus. Eine Frau, etwa Mitte dreissig sowie ein ein paar Jahre älterer Mann stiegen aus.
    Chris zog seinen Dienstausweis.
    „Ritter,Kripo Autobahn, mein Kollege Gerkhan. Sind sie Nelly Griese?“
    „Ja…warum?“
    Chris antwortete nicht sofort und sah zu dem mann.
    „Und sie sind Arno Melzer?“
    „Ja. Was soll dieses Frage Antwortspiel? Was wollen sie von uns?“ Die Stimme Melzers klang gereizt und unsympathisch.
    „ Also erst mal sollte sie ihrem Jungen beibringen, dass man keine Wassereimer auf fremden Leuten entleert. Könnte falsch verstanden werden."
    Den anderen Grund würden wir gerne drinnen mit ihnen besprechen.“ Semir nickte Richtung Türe.
    „ Ich wüsste nicht warum. Los sagen sie es jetzt oder lassen sie es bleiben.“ Arno stellte sich vor Chris und Semir, während Nelly reinging und die Türe wieder schloß.
    „ Es geht um den Jeep. Da hätte wir ein paar Fragen. Wer zum Beispiel damit gefahren ist die letzte Zeit . Da ihre Freundin Halterin ist, müsste sie schon dabei sein.“ Chris wurde langsam ungeduldig.
    „ Sagen sie das doch gleich, Moment, ich hole sie.“ Arno drehte sich um und ging hinein.


    2 Minuten vergingen und niemand kam wieder. Oben im Fenster hörte man immer noch den Jungen laut singen , sonst nichts.
    „ Na, jetzt wird ich aber sauer,“ Chris klopfte an der Türe. Semir stellte sich neben ihn,sah dabei misstrauisch nach oben.
    „Wehe,wenn der kleine Stinker da nochmal ne Ladung….“
    Weiter kam Semir nicht, denn in diesem Moment schlugen von innen drei Kugeln durch die Tür und beide warfen sich rechts und links neben der Treppe in Deckung.
    „Verdammter Mist!“ Chris war bereits wieder auf den Beinen,die Waffe in der Hand und sprang die drei Stufen wieder hoch. Auch Semir hatte sich aufgerappelt,ebenfalls die Dienstwaffe gezogen und stand fast gleichzeitig wieder neben Chris an der Haustür.
    „Okay?“
    „Ja…bestens. Also, da nehm ich dann nächstes Mal doch lieber nochmal Wasser…“
    Chris ging nicht weiter darauf ein. „Na dann rein da! „
    „Alles klar. Aber wir müssen mit dem Kind aufpassen. Der hat ja verdammt nette Eltern,scheint mir!“

  • Chris nickte, sah zu Semir und trat dann die Tür ein. Mit einem lauten Krach flog sie aus der Angel.
    Vorsichtig arbeiteten sie sich durch den Flur. Niemand war zu sehen.
    „Polizei! Geben sie auf und kommen sie mit erhobenen Händen raus!“
    Nichts tat sich. Semir deutete auf die offenen Terrassentür und Chris nickte. Von oben hörte man weiterhin eine fröhliche Kinderstimme singen.
    „…Okay, ich oben, du nach draussen.“ Chris nahm die erste Treppenstufe zur ersten Etage, während Semir sich zur Terrasse schlich. Dabei grinste er Chris nochmal zu.
    „Und denk dran…der Junge ist gefährlich.“
    Chris schüttelte nur wortlos den Kopf. An Semirs Humor musste er sich immer noch gewöhnen und oft fiel ihm keine Antwort darauf ein. Aber Semir erwartete offensichtlich auch keine,denn er war bereits im Garten verschwunden.


    Chris schlich nach oben, die Waffe schussbereit in der Hand. Seine Nerven waren bis zum Zerreissen gespannt, denn irgendwo dort oben war auch ein Kind, welches er auf keinen Fall da mit reinziehen wollte.
    Er hatte gerade den oberen Flur erreicht,als er eine weibliche Stimme aus einem der Zimmer hörte.
    „…Ich habe nichts damit zu tun….glauben sie mir….Bitte.“
    Die Frau stand in der offenen Tür des Schlafzimmers und sah ihm ängstlich entgegen und in seine Waffe. Immer noch war Chris vorsichtig und blickte ihr misstrauisch entgegen.
    „…Bitte…glauben sie mir…ich weiss gar nicht was hier los ist. Plötzlich hatte Arno eine Waffe…und schiesst einfach auf sie.“
    Sie zitterte am ganzen Körper und inzwischen war Chris sich sicher, das sie ihn nicht anlog.
    „Wo ist er?!“
    „…Zur Terrasse raus…er hat immer noch die Waffe.“
    „Und der Junge?“
    „…In seinem Zimmer….er hört Musik …mit den Kopfhörern…“
    Chris nickte, nahm die Waffe runter. „Bleiben sie im Haus, schliessen sie alle Türen und Fenster! Ich schicke Kollegen her!“
    Dann rannte er die Treppe hinunter Richtung Terrassentür.
    Irgendwo im Garten waren jetzt Schüsse zu hören.





    Semir rannte hinter Arno her und gab 2 Schüße ab, traf aber nur den Zaun.
    Arno war schon auf der anderen Seite.


    Semir kletterte über eine Regentonne , als Arno schon ein ganzes Stück Vorsprung hatte.


    Der schnappte sich ein Motorrad und bretterte los.


    „Scheiße, verdammte“ Semir liess sich den Zaun wieder runterrutschen und lief zurück zum Haus, Chris kam ihm bereits entgegen.
    „ was?“
    „ na nix, er war schneller. Semir steckte die Waffe weg.


    „ Tja, dann unterhalten wir uns mal mit der Frau, die sitzt oben und heult.“ Chris wendete sich zum gehen


    5 Minuten später hatte Nelly sich soweit gefasst, dass sie von sich aus anfing zu erzählen.
    „ Er hat einen freund, das habe ich mitbekommen, mehr nicht. Es ging um Geld, ein Auto, mehr weiß ich nicht. „ sie heulte wieder.


    „ Das dürfte unser Mann von der Wachfirma sein. Ich halte es für besser, wenn sie und der Junge jetzt ein paar Sachen packen und wir sie in eine sichere Wohnung bringen. Hier sollten sie nicht bleiben.“ Chris legte den Arm auf ihre Schulter.
    „ Ich gebe auf der PAST bescheid.“ Semir griff bereits zum Handy, während Nelly nach oben ging und packte.