Auf Leben und Tod (umgeschrieben)

  • Hallo Zusammen, :baby:
    die folgende Story haben Stephanie und ich zusammen verfasst.
    Sie knüpft an der Stelle des Pilotfilms "Auf Leben und Tod" an, als sich Tom im Kinderheim befindet.
    Aber lest einfach selbst, wir hoffen, dass es euch gefällt! ;)



    Auf Leben und Tod ( umgeschrieben)


    Tom rannte mit der kleinen Chinesin durch das Kinderheim. Hoffentlich kam Semir und die Verstärkung jetzt schnell genug. Er hatte nur noch ein Reservemagazin und die Gangster waren in der Überzahl. Er fühlte das warme Blut seinen Arm unter dem Hemd runterlaufen, wo ihn einer der Kerle auf der Treppe erwischt hatte.
    Er riss die Türe zum hinteren Hof des Gebäudes auf und zog das Mädchen hinter sich her. Draussen regnete es in Strömen und das Gewitter war scheinbar genau über ihnen. Die Pergola einige Meter weiter schien für den Moment der geeignete Unterschlupf zu sein. Er rannte mit gezogener Waffe darauf zu. Die Chinesin folgte ihm .


    Semir machte eine Vollbremsung am Haupteingang des Kinderheims. Hinter ihm kamen fast zeitgleich Anna, Bonrath und Herzberger an. Die Gruppe lief mit gezogenen Waffen in das Gebäude. Irgendwo hier musste Tom mit dem Mädchen sein und sich vor den Männern von Gehlen verstecken.


    Tom sah durch den Regen über den Hof, da hinten war ein Unterschlupf, da wäre er noch etwas weiter weg vom Haus, wo sie ihn sicher nicht suchen würden, vorerst zumindest. Er sah sich mit vorgehaltener Waffe um, der Regen rann ihm in die Augen. Sein Herz schlug bis zum Hals.
    Tom zog das Mädchen über den Hof , vor Augen den hoffentlich sicheren Unterschlupf bis die Verstärkung eingetroffen war.


    Ein Schuß hallte über den Hof und traf Tom mit voller Wucht von hinten in den oberen Schulterbereich.
    Er ließ die Chinesin los und fiel auf den Boden. Seine Waffe rutschte ihm aus der Hand. Ein weiterer Schuß fiel und das Mädchen wurde tödlich in die Brust getroffen zu Boden geworfen.


    Tom stöhnte und raffte sich vom Boden auf. Erneut fiel ein Schuß und traf ihn ins rechte Knie. Er strauchelte, fasste sich ans Bein und wollte wieder zu seiner Waffe am Boden greifen. Er sah die Chinesin regungslos auf dem Boden liegen.
    Wenige Meter vor ihm stand der Schütze mit erhobener Waffe. Hinter und neben ihm seine Kumpanen.


    Semir rannte derweil durch die Gänge des Kinderheims und suchte verzweifelt mit gezogener Waffe nach Tom und dem Mädchen. Keine Spur von den beiden.


    Tom sah in den Lauf der Waffe, der Schütze zielte mit eiskaltem Blick in den Augen auf ihn. Er zog den Abzug langsam durch.
    Toms Gedanken überschlugen sich, wanderten zu Petra, er wollte glücklich mit ihr werden, den Kollegen, die sicher auf dem Weg hierher waren. Er dachte an Semir und daran,dass er wohl diesmal zu spät kommen würde. Zum ersten Mal in all den Jahren,seit sie Partner waren,würde Semir es nicht rechtzeitig schaffen,um ihn hier raus zu boxen...Tom wusste es und sah immer noch in die auf ihn gerichtete Waffe.

  • Der Finger am Abzug krümmte sich und Tom sah das Mündungsfeuer der Waffe . Dann spürte er den brennenden Einschlag im Oberkörper und den Aufschlag auf dem Boden.



    Mitten auf dem langen Flur hörte Semir einen Schuß und stockte in der Bewegung. „ Oh Gott, nein.“ Er rannte weiter in die Richtung aus der der Schuß gefallen war und riss die Türe nach aussen auf den Hinterhof auf.


    Mitten auf dem Hof im Regen lag die Chinesin, die Tom beschützen wollte auf dem Boden, eine andere Person neben ihr und ein Mann beugte sich darüber.


    Alles spielte sich im Bruchteil von Sekunden ab. Semir rannte auf den Hof und schoss auf den Mann,der eben noch neben dem Mann am Boden gekniet hatte und jetzt aufsprang,Semir kurz ansah und dann davonrannte.


    Semir stürzte hinüber und seine schlimmste Befürchtung,die schreckliche Ahnung bewhrheitete sich in diesem Augenblick. Der Mann,der am Boden lag, war Tom!


    „TOM. ? Nein, bitte nicht.“ Er ging in die Knie, stützte den Kopf seines Partners und legte ihn auf seine Beine.


    Anna, Bonrath und Herzberger tauchten vom anderen Ende des Kinderheims, durch den Schusswechsel herbeigerufen, in der Türe auf.


    „ Einen Arzt, der Heli, schnell.“ Anna griff zu Handy.


    Die Szene wurde gespenstisch erhellt durch den mittlerweile über dem Gebäude kreisenden Polizeihubschauber, der auf dem Weg von Semir herbeigerufen worden war.


    „ Tom, mach die Augen auf, bitte. Tom. Verdammt....“ Semir saß dort , klatschnass, seinen Freund im Arm haltend auf dem Boden.

  • So, ein neues Stückchen....


    Toms Augen zuckten etwas . Sofort strich Semir ihm übers Gesicht und der Regen prasselte weiter auf sie hernieder. Dann öffnete er tatsächlich die Augen.
    Er sah ihn an,schien ihn zu erkennen und lächelte sogar leicht.
    „Tom,ich bin da! Hörst du,ich bin hier,ja?“
    Ein leichtes Nicken war die Antwort. Semirs Blick glitt erst jetzt weiter an Tom herunter und ihm wurde immer klarer,wie schwer er verletzt war! Blut lief aus mehreren Schusswunden im Brustkorb,demArm,der linken Schulter und des Oberschenkels und ohnmächtige Wut stieg in Semir hoch. Dieser verdammte Mistkerl hatte regelrecht versucht ihn hinzurichten!
    Nun waren auch Anna,Bonrath und Hotte neben ihm,starrten geschockt auf ihn hinunter.
    Anna war die Erste,die sich fasste.
    „Notarzt ist unterwegs! Heli auch....mein Gott!“
    Semir antwortete nicht.Er sah nur auf seinen besten Freund , der die Augen wieder geschlossen hatte.
    Ich muss mit ihm reden,hämmerte es in ihm.Ich muss einfach die ganze Zeit mit ihm reden!
    „Tom,alles klar,hörst du...Und gib jetzt bloss nicht auf.Hast du verstanden?! Auf die Art wirst du mich nicht los,hörst du?“
    Wieder ein leichtes Lächeln auf Toms Lippen. Aber vielleicht bildete sich Semir das auch nur ein,er wusste garnichts mehr.
    Weitere Streifenwagen trafen ein, dann endlich die Sirenen des Notarztwagens.
    „Der Arzt kommt,Tom. Nur noch einen Moment,ja? Hey,sag was!...Bitte.”


    Die Kollegen hatten die Fahndung nach dem Täter und der Bande auf Hochtouren eingeleitet, doch Anna ,Herzberger Und Bonrath blieben fassungslos neben Semir stehen, der ununterbrochen auf Tom einredete.


    Dann wurde Semir jedoch von einem der Sanitäter , der aus dem RTW gesprungen war unsanft zur Seite geschoben,


    Anna musste ihn festhalten sonst wäre er umgefallen.


    Das eingespielte Team der Sanitäter und Ärzte kümmerte sich bereits um seinen Partner.


    Er sah wie sie ihn intubierten und Hemd und Jackett aufschnitten um an die Schussverletzungen zu kommen. Der Anblick war zu viel für Semir und er wendete sich für einen kurzen Moment ab.


    Gesprächsfetzen drangen wie von weiter Ferne an sein Ohr.
    „ Adrenalin, 2 Einheiten, ich brauch einen 2. Zugang, schnell!“ Die Kommandos der 2 Notärzte kamen kurz und knapp.
    Man hörte das Piepen des EKG , es war langsam und unterbrochen. „ Er wird bradykard, ich brauche den Defi.“
    Des Piepen hörte für Sekunden auf und man hörte einen Dauerton.
    Semir drehte sich um und sah nur noch die grüne , durchgezogene Linie auf dem Gerät neben dem Arzt.
    „ NEIIIIN, bitte, das darf nicht sein! TOM!“
    Anna und Bonrath zogen ihn beiseite,doch Semir riss sich los,machte die drei Schritte zurück,starrte zu Tom.
    Wieder die Stimmen des Arztes. „Defi bereit!... Zurück!“ Toms Körper bäumte sich auf,zuckte hoch. Die Linie blieb. Nichts.

  • „Mehr Saft rauf!...Zurück!“ Erneutes Zucken. Und dann ,endlich, war das Piepen des EKGs wieder da! Sofort hatte der Doc sein Stethoskop auf Toms Brust, nickte kurz.
    „Haben wir einen Blutdruck,verdammt nochmal! Und dann aus dem Regen hier!“


    Der andere Arzt spritze weitere Medikamente in die Infusion,während die beiden Sanitäter schon die Trage bereitstellten.
    Endlich landete auch der Rettungshubschrauber.


    „Weiss hier jemand,was der Mann für eine Blutgruppe hat?!“
    Semir nickte,war sofort neben dem Arzt. Endlich konnte er wenigstens irgendwas tun!
    „A positiv...ganz sicher!“
    Der Doc nickte,sah zu einem der Sanitäter. „Funk das durch in die Klinik! Die brauchen da jede Menge davon! Und einen sofort freien OP! Sonst stirbt er uns gleich weg!“
    Semir hörte es,schloss die Augen. Sie legten Tom auf die Trage, trugen ihn zum Heli.
    „Beatmungsgerät im Heli an! Sauerstoff auf 100,Frequenz 18....Und wir legen einen zentralen Venenkatheter ! Dieser Scheissregen!“


    Semir lief neben Tom, sah immer noch fassungslos auf seinen Partner, wie dieser regunslos auf der Trage lag. Er kam sich vor wie in einem schlechten Film oder dem schlimmsten Alptraum,den er sich vorstellen konnte! Und jeden Moment würde jemand ihn aufwecken und sie würden darüber lachen....doch es kam niemand ,der ihn wecken konnte. Das hier war furchtbare Realität.
    Tom verschwand im Heli.Semir stand da, wischte sich den Regen und die Tränen aus dem Gesicht und wusste nicht,was er tun sollte.

  • Andrea versuchte die Zeit tot zu schlagen und räumte im Haus Kleinigkeiten weg. Draussen lagen Gläser und Teller im Regen, als Zeichen des überstürzten Aufbruches von Semir und den anderen nach Toms Hilferuf auf dem Handy. Das Gewitter tobte und machte die Situation durch sein Grollen und Donnern für Andrea noch schlimmer.


    Warum meldete sich niemand. Die mussten doch schon längst da sein.


    Da klingelte es an der Haustüre . Das musste Petra sein, die ja zu Hause auf Tom gewartet hatte.


    Oh Gott, was sag ich ihr jetzt? Dachte Andrea und ging zur Tür.


    „ Mensch ist das ein Wetter , ausgerechnet jetzt.“ Petra kam freudestrahlend ins Haus und legte ihren Mantel und den Schirm ab.


    Andrea trat schweigend hinter sie.


    Petra sah sich suchend um.“ Wo sind denn die anderen alle? Vor dem Regen geflüchtet?“


    Sie merkte an Andreas Anblick sofort, dass etwas nicht stimmte. Da war dieser Gesichtsausdruck in ihren Augen.


    „ Andrea? Was ist hier los?“


    „Andrea nahm Petra an den Armen.


    „ Petra, ich.... die anderen sind weg. Tom. Er..... hat aus dem Kinderheim angerufen, dort wo sie die Chinesin untergebracht haben. Er brauchte dringend Hilfe.“ Von den Schüssen die man durch das Handy gehört hatte, erzählte sie jetzt besser nichts, dachte sie sich.


    Petra schluckte. „ Und? Kommen sie gleich wieder?“


    „Andrea zuckte mit den Schultern. „ Ich weiß es nicht, es meldet sich niemand. „




    Semir starrte dem davonfliegenden Helicopter nach, bis er in der Dunkelheit verschwunden war. Auch das Gewitter war vorrüber und es hatte aufgehört zu regnen. Es kümmerte ihn nicht.
    Wortlos liess er sich einfach zu Boden sinken,sah irgendwo in die Ferne.
    „...Kommen sie Semir,wir....wir fahren in die Klinik...“Annas Stimme. Sie schien von weither zu kommen und Semir brauchte ein paar Sekunden,bis er registrierte,das sie direkt neben ihm stand. Er sah sie an.
    „...Ich bin zu spät gekommen...“
    Anna schüttelte den Kopf.
    „Nein!...Nein,das sind sie nicht...das dürfen sie nicht denken,Semir....niemand konnte wissen,dass...“ Sie stockte, brauchte selbst jetzt einen Augenblick,bis sie weiterreden konnte.
    „Semir....er wird es schaffen.“
    „Ja...sicher.“ Es klang nicht sehr überzeugend und Anna sah ihn fest an.
    „Semir, hören sie! Sehen sie mich an!....Tom schafft das!“
    Er nickte nur,stand langsam auf.
    „...Petra....wir müssen Petra...das kann ich nicht.“
    „Petra? Was ist mit Petra?“
    „Sie...die beiden...ich weiss es auch erst seit vorhin...Sie habens verheimlicht“, Für einen Moment lang lächelte Semir jetzt sogar,“ Petra und Tom sind zusammen,Chefin....“
    Anna sah ihn überrascht an und nun stiegen auch ihr entgültig Tränen in die Augen. Semir schüttelte den Kopf. „Ich...ich kann ihr das nicht sagen.“
    „Wo ist Petra jetzt?“
    „...ja...weiss nicht...wahrscheinlich bei uns...ich muss Andrea anrufen.“
    „Dann fahren wir auf dem Weg ins Krankenhaus dort vorbei. Kommen sie,Semir.“
    Er nickte nur, folgte ihr zum Wagen.


    Um sie herum war die Spurensicherung bei der Arbeit. Semir nahm nichts davon war. Doch dann,plötzlich, sah er diesen Mann in Gedanken vor sich! Wie er bei Tom gekniet hatte! Erinnerte sich an sein Gesicht,diesen Blick! Und wie der Kerl geflüchtete war! Und schon jetzt schwor er sich, dass er ihn nicht entkommen lassen würde!

  • ....Okay....ein kleines Stück noch für heute :baby:


    Der Rest der Fahr bis vor Semirs Haus verlief schweigsam. Im Funk waren die Stimmen der Kollegen zu hören, die das Gebiet um das Kinderheim weiträumig abgesperrt hatten und nach Hinweisen durchsuchten. Eine Großfahndung nach den Männern lief. Doch all das registrierte Semir nur am Rande.
    „ Wir sind da, ich hole die beiden. Bleiben sie ruhig im Wagen Semir.“ Anna stieg aus, doch selbst das nahm er wie durch einen Vorhang war,


    Andrea war zur Türe gerannt, als es klingelte.
    „ Da seit ihr ja wieder, wir warten.....“ als sie Anna dort stehen sah, blieb ihr der Rest des Satzes im Hals stecken. Anna war pitschnass , ihre Schminke zerlaufen und Andrea sah ihr an, dass etwas passiert sein musste.


    „Wo sind die anderen? Semir? Tom?“


    Petra kam hinter Andrea an die Türe.


    „ Chefin? Was ist passiert?


    „ Sie müssen jetzt stark sein, Petra. Tom wurde schwer verletzt. Er ist bereits mit dem Rettungshubschrauber auf dem Weg in die Uniklinik.“ Während sie sprach nahm sie Petra in den Arm.


    „ Nein.... nicht Tom.....warum... „


    Andrea sah Semir auf dem Beifahrersitz im Auto.


    „ Was ist mit Semir? Warum steigt er nicht aus?“


    „ Er steht unter Schock. Kommen sie, nehmen sie beide was zum anziehen und wir fahren gemeinsam in die Uni.“ Anna nahm die zitternde und weinende Petra langsam Richtung Auto mit.


    Auf dem Dach der Uni wartete bereits ein Team Intensivmediziner auf den nahenden Helikopter. Blutkonserven und eine fahrbare Liege standen bereit.


    Die Trage mit Tom wurde umgeladen und die 2 Notärzte gaben in kurzen und knappen Worten Toms Zustand an das Team weiter während man im Eiltempo zum Fahrstuhl lief.. jede Sekunde bis zum Op war entscheidet, dass wussten alle Beteiligten.

  • na gut, aber nur ein winziges Stück:


    :baby:



    „Bernd, du musst mir helfen. Ich habe ein Problem. Gehlen und seine Leute haben das Mädchen umgebracht im Kinderheim. Ich kam zu spät. Dieser Kollege von der Autobahn war da. Sie haben ihn angeschossen, ich wollte helfen. Da kam sein Partner und hat mich gesehen. Ich bin geflüchtet. „


    „ Verdammt. Sie zu, dass du wegkommst, ich kümmere mich drum. Was ist mit dem Kollegen?“
    „ Ich weiss es nicht, er wurde mit dem Heli weggebracht.“


    „Ok, kümmer du dich um Gehlen, die Sache darf jetzt nicht auffliegen. Ich melde mich.“ Bernd Simon lege auf.




    Andrea beobachete Petra und ihren Mann abwechselnd im Auto während der Fahrt zur Uni Klinik. Semir hatte noch kein Wort gesprochen uns blickte durch die Scheibe in die Ferne.


    Anna stellte den Wagen vor dem Hauptportal der Uni ab.


    „ Ich kann da nicht reingehen, ich habe Angst.“ Petra zitterte.
    „ Wir sind alle bei dir, komm. Tom braucht uns jetzt. Er wird es schaffen, sicher.“


    Andrea zog sie behutsam aus dem Wagen.


    „Semir? Kommst du?“


    Anna nahm Petra am Arm.
    „ Andrea? Ich glaube sie sollten irgendwie versuchen Semir begreiflich zu machen,dass es nicht seine Schuld war.. Er denkt, er wäre zu spät gekommen, was er nicht ist. Niemand wusste,das in dem Heim sowas passieren würde. Kommen sie nach mit ihm. Wir sind in der Notaufnahme .“
    Andrea nickte nur und wartete,bis Anna mit Petra im Eingang der Klinik verschwunden war.
    Semir war inzwischen ausgestiegen,lehnte an der Beifahrerseite des Wagens und sah ziellos in die Ferne. Andrea ging zu ihm,nahm seine Hände und sah ihn an.
    „Semir....komm,wir gehen rein.“
    Nun sah auch Semir sie an und ihre Blicke trafen sich. Schon wieder standen Tränen in seinen Augen.
    „Wenn du gesehen hättest,wie...“,seine Stimme stockte kurz,“...wie er aussah....“
    Andrea antwortete nicht. Sie wusste auch nicht,was sie sagen sollte. So stand sie einfach bei ihm, hörte ihm zu.
    „...Ich hätte da sein müssen...Wir beide stehen im Garten und tanzen und zur gleichen Zeit wird Tom ....Verdammt!“
    „Semir, nein! Hör auf damit! So darftst du nichtmal denken.“
    „Andrea!“,Er schrie jetzt fast.“Tom ist mein Partner...mein Freund! Und ich war nicht da, als er mich gebraucht hat!“
    Andrea schüttelte den Kopf.“Weil du es nicht wissen konntest. Semir....bitte! Quäl dich doch nicht damit. Komm...jetzt braucht Tom dich! Dort drinnen im Krankenhaus.“
    Einen Moment lang schwiegen sie, dann nickte Semir und sie nahmen sich in den Arm.
    „Okay....du hast Recht....Lass uns reingehen.“



    Anna hatte sich inzwischen mit Petra bis zur Intensivmedizin durchgefragt und die beiden setzten sich nun in dem langen Gang vor der Tür des OP Bereichs auf eine Bank.
    „Petra...möchten sie einen Kaffee?“
    „...Nein...danke...Frau Engelhardt....wie schwer ist Tom verletzt? Bitte,ich...ich muss das wissen.“
    Anna sah Petra an und nickte schliesslich. „Tom ist sehr schwer verletzt,Petra....Und...“
    „Ja?“
    „...Und sein Zustand ist sehr kritisch.“
    Petra schloss die Augen , sah dann aber wieder zu Anna.
    „Danke...dass sie es mir gesagt haben.“
    Andrea und Semir kamen. Während Andrea sich neben Petra und Anna auf die Bank setzte, blieb Semir im Gang stehen und lehnte sich gegen die Wand. Sein Blick fiel auf die Tür des OP Bereichs und wieder sah er Tom vor sich. Wie er am Boden gelegen hatte. Das Blut,der Regen, das Flackern der Blaulichter. Und immer wieder das Gesicht dieses Mannes! Semir drehte sich um und schlug mit der Faust wütend gegen die Wand.
    „Semir!“
    „Wenn ich dieses verdammte Schwein erwische, dann...“
    Sofort war Anna neben ihm. „Semir, das ist jetzt hier nicht der richtige Moment dafür....“
    Dabei deutete sie auf Petra.
    Semir atmete ein paarmal tief durch und nickte schliesslich. „Ja...ja,sie haben ja Recht.“

  • und weiter gehts.... :D



    Eine OP_Schwester kam an ihnen vorbei geeeilt.


    „ Sie sind sicher die Angehörigen und Kollegen von Herrn Kranich, oder? Er ist schon im OP, aber das wird dauern. Wenn sie möchten, dort hinten ist ein kleiner Ruheraum, da können sie sich hinlegen. Ich halte sie auf dem Laufenden.“ Und schon war sie hinter den Türen des OP Bereichs verschwunden.


    Semir lief auf und ab, er konnte hier nicht still sitzen, zu viele Gedanken gingen ihm durch den Kopf.


    „ Jemand muss kommen, ich muss ein Phantombild dieses Mannes erstellen. Ich will den Kerl sofort identifiziert haben. „


    Er ging zu Andrea
    „Schatz, ich kann hier nicht sitzen und warten. Ich muss etwas tun, damit dieser Kerl , der dafür verantwortlich ist, so schnell wie möglich gefasst wird. Bitte melde dich, wenn es etwas gibt, ja?“


    In der PAST wurde er mit betrübten Blicken von den Kollegen empfangen. Trotz der späten Stunde war niemand nach hause gegangen.
    „ Semir?„ Siggi nahm sich ein Herz und fragte.


    „ Er liegt im OP, die Ärzte wissen nicht ob er es schafft.... Ich will jetzt sofort den Phantomzeichner hierhaben!“
    Siggi nickte und eilte zum Telefon.
    Hotte und Dieter folgten Semir stumm ins Büro.
    „Du...Semir?“
    „Ja?!“
    „...Möchtest du wissen, was...naja,was wir bisher vom Tatort haben?“
    „Ja,natürlich! Alles,Dieter!“
    „Also...die junge Chinesin muss sofort tot gewesen sein, so hat sich der Gerichtsmediziner schon kurz geäussert. Zeugen haben zu dieser Zeit insgesamt fünf Männer vom Tatort fliehen gesehen, die als Täter in Frage kommen könnten.Merkwürdigerweise vier davon in südlicher Richtung und einen weiteren geanu entgegengesetzt.“
    Semir nickte nur.“ Das war er,Dieter! Ich hab den Kerl gesehen!“Er sah ihn gereizt an.
    „Die Patronenhülsen,die gefunden wurden,stammen aus verschiedenen Waffen, Semir....welche davon Tom getroffen haben wissen wir erst,wenn....“
    „Ja,ich weiss! Wenn wir die Kugeln haben! Die sind noch mit Tom im OP!! Hergott!“ Semirs Wut entlud sich jetzt den Kollegen gegenüber,die nichts dafür konnten. Wütend trat er gegen den Schreibtischstuhl.
    Hotte und Dieter sahen sich an,sagten nichts dazu.
    Der Phantomzeichner kam.
    „Na endlich! Das muss hier alles schneller gehen! Komm schon,fangen wir an!“

  • Sie sassen immer noch im Gang des Krankenhauses. Anna hatte inzwischen doch für alle drei Kaffee geholt und so sassen sie schweigend nebeneinander.
    Frankie kam. Anna sah ihm entgegen,stand auf.
    Sie nahmen sich kurz in den Arm und Frankie sah sie fragend an.
    „Wie geht es ihm ?!“
    „Wir wissen noch nichts Neues...“
    „Danke,dass du mich angerufen hast.Ich bin so schnell ich konnte hierher....Wie ist das passiert?“
    In kurzen Worten erzählte Anna ihm,was sie wusste. Toms Vater hörte schweigend zu und nickte schliesslich.
    Dann setzte er sich ebenfalls auf die Bank und hing seinen Gedanken nach.


    Kurz darauf öffnete sich die Tür des OP Bereichs und ein Arzt kam heraus. Sie sprangen auf.
    Der Arzt sah ihnen entgegen.
    „Es tut mir leid, ich kann ihnen leider noch nichts Neues sagen. Es wird noch eine Weile dauern....sicherlich. Wir müssen während der OP noch Spezialisten dazuziehen.“
    Frankie sah den Arzt an. „Was für Spezialisten?“
    „Nun, die Kugeln haben schwerste Verletzungen des rechten Lungenflügels verursacht . Ausserdem ist auch im Bereich des Knies so ziemlich alles kaputt, was kaputtgehen kann. Dazu der enorme Blutverlust...nun ja, eine OP in diesem Allgemeinzustand....“
    „Das bedeutet? Nun sagen sie es schon.“
    „Ich kann im Moment keine Prognose abgeben...es tut mir leid. Allein das Herr Kranich hier lebend angekommen ist, grenzt an ein Wunder. Und jetzt entschuldigen sie mich bitte.“



    Da waren sie wieder, alleingelassen mit ihren Ängsten. Die Aussage des Arztes und sein sorgenvolles Gesicht war zu viel für Petra. Sie klappte weinend und zitternd zusammen. Andrea konnte sie gerade noch auffangen bevor sie vom Stuhl gefallen wäre.
    „ Komm , leg dich da drüben etwas hin Petra, ich bleibe bei dir.“ Andrea schob sie mit sanften Druck in den Ruheraum.

  • :baby:So,im Fernseher ist es gerade zuende, aber hier gibt es noch ein Stückchen zum Schlafengehen....


    „ Das ist er, genau. Danke.“ Semir nahm das Blatt des Zeichners entgegen und lief in den Dienstraum.
    „ Ich will das das hier sofort an jede Zeitung geht, ans lokale Fernsehen und an alle Reviere. Jagt es durch den Computer. Der Mistkerl soll so schnell wie möglich gefasst werden.“
    Er selbst hockte sich an den Computer und fing an die Datenbank nach dem Mann abzusuchen. Er scannte das Blatt mit dem Bild ein und glich es ab. Während der Computer arbeitete nahm er den Hörer ab . Sollte er? Was würde er erfahren? Andrea hätte ihn doch sicher angerufen.... er wählte die Nummer ihres Handy, doch es war aus. War das ein gutes Zeichen? Verdammt , er musste jetzt wissen ob es etwas Neues gab und wählte Annas Handy Nummer.
    „ Engelhardt“


    „ Chefin,... ich... wie steht es.?“


    „ Frankie ist inzwischen hier, Semir. Petra ist zusammengebrochen., Andrea ist bei ihr. Tom ist noch im OP. Seine Lunge hat etwas abbekommen und das Knie sieht schlimm aus. Mehr wissen wir nicht. Der Arzt wollte keine Prognose abgeben. Wie weit sind sie?“


    Semir versuchte den Kloß im Hals runterzuschlucken, doch bekam nur ein leises Krächzen raus.
    „ Semir? Sind sie noch dran?“


    „ Ja Chefin. Wir haben ein Bild. Das ist unterwegs an alle Reviere und Presse....Ich komm ins Krankenhaus.“
    Dann legte er auf. Hotte,der gerade hereinkam,sah ihn an. Fragend. Er musste auch nichts sagen. Semir schüttelte nur den Kopf.
    „Nichts Neues....Ich fahr in die Klinik.!“ In diesem Moment spuckte der Computer ein Bild aus. Semir starrte auf das Gesicht des Mannes und sofort sah er wieder die Szene am Kinderheim vor sich. Dieser Blick! Das war er!
    „....Mark Jäger....“
    Sofort war Hotte neben ihm.
    „Das ist er,Hotte! Die Akte! Ich will diese Akte!“



    Hauptkommissar Bernd Simon sah den Mann,der ihm gegenüber stand,ernst an.
    „Es war unsere einzige Zeugin. Es ist zum Verrücktwerden...wir kommen nicht weiter!“
    Der Mann nickte nur,steckte sich eine neue Zigarette an. Sie glühte in der Dunkelheit und der Rauch stieg nach oben.
    „Das hätte nicht passieren dürfen,Bernd....Wie geht’s dem Beamten?“
    „Sieht wohl nicht gut aus.Ich werde mich morgen früh mit der Dienststellenleiterin der Autobahnpolizei in Verbindung setzen.“
    Wieder nickte der Mann und rauchte.
    „Beschäftige sie mit anderen Sachen,Bernd. Wenn jetzt noch zuviel Polizei auftaucht,können wir alles vergessen.“
    „Ich weiss,Chris. Und du pass auf dich auf.“
    „Ja,bis dann.“
    Dann ging er,verschwand in der Dunkelheit des Parkplatzes. Simon sah ihm nach.

  • Im Krankenhaus war die Situation unverändert. Anna sass mit Frankie im Gang vor dem OP,während Andrea bei Petra im Ruheraum geblieben war. Die Stunden vergingen.


    Semir kam. Hielt eine Akte in der Hand und eilte auf Anna zu. Dann drückte er Frankie kurz die Hand,sah beide fragend an.
    „Seit ich mit ihnen telefoniert habe,haben wir nichts mehr gehört,Semir.“


    „Wo sind Andrea und Petra?“


    „Vorne...im Ruheraum. Petra geht es sehr schlecht...“


    Er nickte nur. Sie tat ihm leid, doch er hatte jetzt genug mit seinen eigenen Gedanken zu tun und war froh, dass sich Andrea um Petra kümmerte.


    Frankie stand auf, lief du den Gang. „Mein Gott....wie sie noch zusammen gelacht haben gestern. Die Beiden.“


    Semir und Anna sahen ihn überrascht an und einen Augenblick lang musste Frankie sogar lächeln.


    „Sie haben sich so auf das Fest gefreut...auf eure Gesichter.“
    „Du wusstest, das Petra und Tom zusammen sind?“
    „Sicher. Geht ja schon ne Weile. Die beiden waren oft bei mir in der Bar...“ Er schloss die Augen und wandte sich kurz ab.



    Bernd Simon ging auf Anna zu. Man hatte ihm mitgeteilt, dass sie hier im Krankenhaus warten würde.


    „ Frau Engelhardt? Wir haben uns gestern kurz gesehen. Bernd Simon. Wie geht es dem Beamten?“


    „ Schlecht, er ist immer noch im Op .. Was führt sie hierher?“


    „ Können wir kurz drüben unter 4 Augen reden? Es geht um Gehlen und den Vorfall.“


    „ Vorfall nennen sie das? Mein Partner liegt darin und kämpft mit dem Tod und sie nennen das Vorfall?“ Semir ging auf Simon los.


    „Semir, stopp.. Das reicht. Geben sie mal die Akte und sehen sie nach Petra und Andrea. Ich rufe sie, wenn ich sie für den Fall brauche.“


    Bernd Simon sah direkt das Bild von Mark Jäger auf der Titelseite der Akte.


    „ Anna, es gibt da etwas, was sie wissen müssen. Wir sind schon lange an Gehlen und seiner Bande dran. Mark Jäger , er ist ein undercover Ermittler, der es geschafft hat in den inneren Kreis der Bande zu kommen. Wir sind kurz vorm Durchbruch.“


    Anna war sichtlich geschockt.
    „ Wie bitte? Mark Jäger ist der Mann, den Semir Gerkhan über Tom Kranich unmittelbar
    nach den Schüssen gesehen hat“


    „ Ja, er hat es mir erzählt. Aber er war es nicht. Es war Erik Gehlen.

  • Mark Jäger hat ihn gesehen, aber er kam zu spät und konnte nicht eingreifen. Seine Deckung wäre aufgeflogen.“


    Anna sah ihn kopfschüttelnd an und im gleichen Moment eilte auch bereits Frankie,der natürlich mitgehört hatte,auf Simon zu.


    „Soll das etwa heissen,dass ein Polizeibeamter neben einem schwerverletzten Beamten steht und lieber abhaut ,als zu helfen?! Hab ich sie da richtig verstanden?!“ Frankie war ausser sich vor Wut und Anna legte ihm eilig beruhigend eine Hand auf die Schulter.


    Simon sah ihn an. „Sie sind...ein Kollege?“


    „Nein! Nein! Ich bin kein Kollege! Ich bin zufällig der Vater des verletzten Beamten!“
    Simon blickte ihn immer noch an und nickte.


    „Es tut mir sehr leid,was ihrem Sohn passiert ist, Herr Kranich,und ich hoffe sehr,dass er wieder gesund wird. Aber hier geht es leider um mehr ,als um...“
    Frankie packte Simon am Kragen. „Um mehr?! Um mehr als ein Menschenleben?!Oder was meinen sie?!“


    „Frank!“, Annas Stimme,“Frank,beruhige dich bitte!“


    Inzwischen kam Semir aus dem Ruheraum zurück und rannte sofort ebenfalls auf Frankie zu, der Simon inzwischen wieder losgelassen hatte.


    „Was ist los?!“ Semir sah fragend in die Runde und Simon erwiderte kurz seinen Blick und wandte sich dann an Anna.
    „Ich würde vorschlagen,heute Mittag bei ihnen im Büro....Wie gesagt,es geht um sehr vertrauliche Informationen.“
    Anna nickte. „darauf bin ich sehr gespannt,Herr Simon. Denn offen gestanden, ich verstehe es auch nicht.“
    „Glauben sie mir,Frau Engelhardt,es ging nicht anders.“
    „Wie sehr vertrauen sie ihrem Mann,Simon?“
    „Ich vertraue ihm blind!“
    „Mit solchen Äusserungen sollte man vorsichtig sein.“
    Simon sah Anna fest an.“Wie gesagt,nachher in ihrem Büro.Und alles Gute für ihren Kollegen.“ Dann ging er .
    Semir sah zu Anna. Sie hielt ihm die Akte Jägers entgegen.
    „Er ist der falsche,Semir.“
    „Nein.“Semir schüttelte den Kopf.“Jäger war es! Ich bin sicher! Dieses Gesicht werde ich nie vergessen!“
    „Semir,Jäger ist ein Undercover Ermittler.Simon hat es mir gerade gesagt.“
    „WAS?!“ Semir starrte sie an. Er konnte es nicht fassen. „Chefin, er war da! Neben Tom! Warum ruft er keinen Rettungswagen,nichts!“ Schon machte Semir Anstalten,Simon zu folgen,doch Anna hielt ihn zurück.
    „Nein Semir,warten sie. Wir müssen erst die ganze Geschichte wissen....Ich fahre ins Büro. Simon hat von einem gewissen Gehlen gesprochen.Wir müssen rausfinden,was es mit ihm auf sich hat.“


    Bevor Semir antworten konnte, öffnete sich die Tür des OP Bereichs und zwei Ärzte kamen heraus.


    Er sah schon an den Gesichtern der beiden Mediziner, dass sie keine guten Nachrichten hatten..


    „Und? Wie geht es ihm?“ Frank hatte als Erster die Fassung wieder erlangt.


    „ Wir mussten die Operation leider abbrechen. Ihr Sohn hat sehr viel Blut verloren und seine Lungenverletzung war schwerer als erwartet. Das haben wir jetzt soweit im Griff.. Wir haben die Kugeln alle entfernt . Um das Knie müssen wir uns später noch einmal kümmern, wenn sein Zustand eine weitere Op erlaubt.“
    „Ja...und was heisst das jetzt?“ Semir sah die Ärzte an.
    „Das heisst, dass der Zustand ihres Kollegen nach wie vor äusserst kritisch ist. Zunächst müssen wir abwarten,wie sein Körper sich jetzt von der Operation erholt. „
    „Aber er, er wird es doch schaffen,nicht wahr?“
    „Wenn es innerhalb der nächsten 24 Stunden zu keinen Komplikationen kommt, dann...und erst dann ,können wir von vorsichtigem Optimismus sprechen. Jetzt ist es dafür noch zu früh. Es tut mir leid,aber ich kann ihnen im Moment nicht mehr sagen.“
    Semir nickte und sagte nichtsmehr. Auch Frankie sah leicht zu Boden und schwieg.
    Anna wandte sich nochmal an den Arzt.
    „Können wir zu ihm?“
    „Sicher....aber bitte immer nur einer von ihnen, maximal zwei.“
    Sie nickte.


    „ Wir haben ihn zur Sicherheit in ein künstliches Koma gelegt und müssen ihn noch beatmen. Daher ist er auch vorerst nicht ansprechbar. Die Anstrengung wäre für die geschwächte Lunge zu viel., von den Schmerzen ganz abgesehn. „

  • Noch ein kleines Stück für heute....


    Petra war mit Andrea aus dem Ruhezimmer gekommen.
    „ Ich möchte zu ihm ,bitte.“
    „ Gut, dann gehen wir jetzt zusammen.“ Frank nahm sie am Arm und sie gingen hinter dem Professor in den abgeschlossenen Bereich der Intensivstaion.


    „ Hier ziehen sie bitte die Kittel über. Er liegt direkt hier vorne am OP, falls wir schnell handeln müssen.“
    Professor Gruber zeigte ihnen die Türe.


    Als sie dann neben Tom standen,drehte Petra sich sofort zu Frankie und begann zu weinen. Er nahm sie in den Arm und wusste jedoch selbst nicht,was er sagen sollte. Auch er war geschockt vom Zustand seines Sohnes.
    Tom war an scheinbar unendlich viele Geräte angeschlossen , sein Oberkörper war dick bandagiert und auch aus den Verbänden führten Infusionsschläuche zu weiteren medizinischen Geräten. Zwischendurch piepte und blinkte es irgendwo und eine Krankenschwester kontrollierte fast ununterbrochen die Werte der Monitore.
    Frankie führte Petra zu dem Stuhl,der neben Toms Bett stand.
    „Komm....setz dich.“
    Sie nickte,liess sich auf den Stuhl sinken und nahm vorsichtig Toms Hand. Auch dort im Handrücken steckte eine Infusionsnadel und Petra wusste garnicht recht, wie sie ihn anfassen sollte.
    Die Krankenschwester lächelte ihr aufmunternd zu.
    „Ja,nehmen sie ruhig seine Hand. Vielleicht hilft es ihm.“
    Wieder begann sie zu weinen und gleichzeitg wurde ihr schwarz vor Augen. Frankie konnte sie gerade noch festhalten,sonst wäre sie wohl vom Stuhl gekippt
    „Petra...Petra,alles in Ordnung?“


    Die Schwester sah besorgt rüber zu den beiden.
    „ Bringen sie sie besser für einen Moment raus. Am besten an die frische Luft. Falls etwas ist, die Schwester draussen kümmert sich sofort um sie. „


    Frank stützte Petra und führte sie langsam wieder nach vorne zu den anderen. Sie schwankte immer noch und zitterte am ganzen Körper. Der Anblick des Beatmungsgeräts und der ganzen Technik , wie er da so hilflos und ausgeliefert lag, das alles war zu viel für sie.


    Semir nutzte die Gelegenheit und verschwand kurz alleine zu Tom. Er musste ihn kurz sehen, bevor er mit der Chefin zur PAST fahren würde.
    Er wollte ihn einfach sehen,einfach sicher sein,dass er zumindest am Leben war.
    Und irgendwie hoffte er auch,einen Blick,eine Reaktion, irgendwas von Tom zu bekommen, damit er die Gewissheit haben könnte, dass er gesund werden würde.
    Doch als er dann neben Toms Bett stand, wusste er, dass diese Hoffnung nicht eintreten würde.
    Geschockt setzte sich Semir auf den Stuhl und sah auf den bewusstlosen Freund. Ebenso wie zuvor Petra griff er nach Toms Hand.
    „...Hey Partner, ich weiss,du hörst mich wahrscheinlich nicht, aber ich bin hier ,okay? Und ich will, dass du das schaffst,hast du verstanden?“
    Semir liefen die Tränen die Wangen hinunter und langsam sprach er weiter.
    „Du brauchst auch garnicht denken, dass ich inzwischen deine ganzen Berichte schreibe, klar? Die bleiben schön da auf dem Stapel liegen, das sag ich dir.“



    Semir drückte die Hand noch einmal und beugte sich ganz nah an Toms Ohr. und flüsterte
    „ Ich erwische den Kerl, der dir das angetan hat, das schwör ich dir .“

  • Draussen auf dem Flur warteten Anna und Frank.


    „ Gehen sie wieder rein, er soll jetzt nicht allein sein.„ Semir sah Frank an.


    „ Ja, das denke ich auch. Petra und Andrea sind kurz draussen und kommen gleich wieder. Dann muss ich in die Bar, eine Vertretung organisieren. Petra sollte auch jemand haben, der bei ihr bleibt und sie auffängt. Am besten wir wechseln uns ab.“


    „ Ich werde jetzt zur PAST fahren, Semir kommen sie mit? Es wäre ratsam , dass wir gemeinsam mit Bernd Simon sprechen. Frank, gibst du uns Bescheid regelmäßig? „


    „ Mache ich Anna, und bitte, schnapp die Bande, die dafür verantwortlich ist.“ Frank gab ihr einen Kuß auf die Wange.
    Sie nickte. „Das werden wir!“
    Dann gingen sie Richtung Ausgang.
    Semir sah immer noch Tom vor sich und es fiel ihm schwer jetzt zu gehen. Doch andererseits musste er irgendwas tun. Und vor allem wollte er diesen Jäger!



    Zurück in der PAST waren sofort die Kollegen neben ihnen. Semir ging wortlos an ihnen vorbei in Annas Büro.
    Die Chefin blieb kurz stehen,sah von einem zum Anderen.
    „Tom ist am Leben,aber es ist noch sehr kritisch. Wir können im Moment nur hoffen....“
    Dann folgte sie Semir in ihr Büro und die Kollegen sahen ihr schweigend nach.


    Bernd Simon kam etwa eine Stunde später. Anna bot ihm einen Platz an und er setzte sich. Semir stand daneben an die Wand gelehnt und sah ihn abwartend an.
    „Es geht um organisierten Menschenhandel. Gehlen schleust Mädchen aus China,Japan, nach Deutschland ein. Wir jagen seine Bande jetzt fast zwei Jahre. Und noch nie waren wir so kurz vor dem Durchbruch wie jetzt. Endlich hat sich eines der Mädchen bereit erklärt gegen ihn auszusagen. Und dann....nun,das wissen sie ja selbst.“
    Anna sah ihn an. „Wieso wurde das Mädchen in dem Heim nicht ausreichend geschützt?“
    „Es waren zwei erfahrene Leute im Einsatz,Frau Engelhardt.Sie sind beide tot. Der Aufenthaltsort der jungen Chinesin war niemandem bekannt. Wir wissen noch nicht,wie es passieren konnte.“
    Semir ging auf Simon zu.
    „Aber Jäger wusste,wo das Mädchen ist?“
    „Sicher.“
    „Was hat er am Tatort gemacht?Und auf welcher Seite steht ihr Mann?! Wissen sie das noch sicher,Simon?!“
    „Mark Jäger arbeitet seit vielen Jahren als verdeckter Ermittler,Herr Gerkhan.“
    „Ja,und vielleicht ist es ihm jetzt zuviel geworden.Soll ich ihnen mal sagen,was ich glaube,Simon? Jäger hat die Seiten gewechselt und Gehlen den Aufenthaltsort des Mädchens verraten und im Kinderheim ist ihnen dann mein Partner dazwischen gekommen!“
    „Unsinn,Gerkhan!“ Simon war aufgestanden und beide Männer standen sich gegenüber. Semir funkelte ihn böse an.
    „Ich will mit diesem Jäger sprechen,Simon! Oder wie immer er auch heisst!“


    „ Das lässt sich einrichten. Wir treffen uns heute nacht unter der Autobahnbrücke , an der Baustelle. Dort ist das Gelände übersichtlich . Ich nehme sie mit. Sind sie damit einverstanden Anna?“
    „ Ja, und ich werde auch anwesend sein, „ Anna nickte.




    „ Verdammt, schau dir das an. Ich dachte der Kerl hat genug.“ Erik Gehlen schmiß die Zeitung in die Ecke. Auf der Titelseite prang ihm die Schlagzeile direkt ins Auge.


    Kronzeugin erschossen, Polizist überlebt schwer verletzt


    Mark Jäger sah ihn toben.
    „Mann, beruhige dich. Bei den Verletzungen kommt der nie durch, warts ab.“


    „ Abwarten? Bist du irre? Der hat mein Gesicht gesehen. Wenn der überlebt bin ich geliefert. Mein Vater macht mir die Hölle heiß. Ich muß mich seiner noch einmal annehmen. Jetzt zu dir. Was ist mit den Pässen, mein Vater wird ungeduldig. Morgen brauchen wir sie.“


    Jäger nickte nur,zündete sich eine neue Zigarette an. „Ich weiss,Erik! Die Pässe werden da sein! Wer mit mir Geschäfte macht,kann sich auch darauf verlassen!“
    „Gut. Dann ist ja alles klar!...Dieser verdammte Bulle! Warum ist er nicht tot!“
    Jäger antwortete nicht. Seine Gedanken überschlugen sich und ihm war klar,dass Erik nicht lange fackeln würde.
    „Vergiss den Bullen! Oder willst du noch mehr Staub aufwirbeln?! Ausserdem werden seine Kollegen ihn bewachen lassen!“
    „Der Bulle muss sterben, Mark! Und du wirst mir dabei helfen!“
    „Spinnst du?! Ich verkaufe Päße, klar?! Mehr nicht!“
    Gehlen lachte nur und zog Jäger am Jackett zu sich ran.
    „Du hängst genau so mit drin wie ich! Und wenn die Bullen mich hochnehmen, kriegen sie dich auch, das schwör ich dir!“
    Jäger riss sich los, funkelte Gehlen an.
    „Fass mich nie wieder so an, Erik! Hast du verstanden?! Nie wieder!“
    Dann drehte er sich um und stieg in seinen Wagen. Er musste dringend Bernd erreichen.

  • Kleiner Schlaftrunk :D



    Frankie saß neben seinem Sohn und hielt seine Hand. Wie glücklich war er in den letzten Wochen gewesen, zusammen mit Petra. Sie waren ein perfekt aufeinander abgestimmtes Paar, das hatte er von Anfang an bemerkt. Er hatte sich gefreut, dass sein Sohn endlich die Frau fürs Leben gefunden zu haben schien. Ihr Verhältnis war nie das Beste ,umso mehr war er stolz, dass es sich gebessert hatte und sie wieder wie Vater und Sohn miteinander reden konnten.


    „ Junge, du musst das packen. Ich habe doch noch so viel wieder gut zumachen, was ich mit dir versäumt habe. Und Opa will ich schliesslich auch noch werden. Hörst du? Ich muss jetzt gehen, bin aber bald wieder da. „


    Frank stand auf und ging zum Parkplatz. Andrea und Petra saßen immer noch auf der Bank vor dem Klinikeingang, seitdem Semir und Anna gefahren waren.


    „ Geht ihr jetzt zu ihm? Ich muss mal in die Bar. Petra? Er schafft das, du kennst doch den Dickkopf in ihm, der gibt nicht so schnell auf.“
    Sie nickte nur,antwortete nicht. Aber sofort stand sie dann auf und ging Richtung Klinik.
    Andrea folgte ihr eilig.
    „Petra,warte...bist du sicher,dass du das schaffst?“
    „Natürlich...ich kann ihn doch nicht alleine lassen. Komm.“
    Und kurz darauf sassen sie beide neben Tom .Petra hatte sich sichtbar gefangen und hielt jetzt wortlos seine Hand. Zwischendurch strich sie ihm immer wieder übers Gesicht.
    „Meinst du ,er merkt,dass wir hier sind?“
    Andrea nickte sofort. „Bestimmt.“
    „Wie...wie konnte das nur passieren...ich meine, kurz vorher haben wir noch telefoniert und jetzt....“
    „...Ich weiss nicht, Petra....“
    „...Und jetzt liegt er hier und...Andrea, wenn Tom....“
    „Petra, hör auf damit. Wirklich...das darfst du nichtmal denken. Tom schafft das!“
    Sie sahen sich an und Petra nickte schliesslich. „Ja...ja, du hast Recht...er wird wieder gesund!“


    Die Op Schwester im Zimmer kontrollierte die Infusionen und stutzte, als sie den Schlauch der Drainage sah. Das Blut darin war bedenklich mehr geworden. Vorsichtig zog sie den Verband ein Stück zur Seite. Das sah nicht gut aus, befürchtete sie und drückte den Notknopf für das Ärzteteam. Die Geräte im Hintergrund schlugen mittlerweile auch Alarm.

  • :baby: noch ein kleines Stück und wir sagen nix.... :D wie es weitergeht...ne ne.....



    Die Op Schwester im Zimmer kontrollierte die Infusionen und stutzte, als sie den Schlauch der Drainage sah. Das Blut darin war bedenklich mehr geworden. Vorsichtig zog sie den Verband ein Stück zur Seite. Das sah nicht gut aus, befürchtete sie und drückte den Notknopf für das Ärzteteam. Die Geräte im Hintergrund schlugen mittlerweile auch Alarm.


    Petra hielt krampfhaft Toms Hand fest.


    Professor Burger stürzte in den Raum und 2 weitere Ärzte hinterher.


    Petra und Andrea wurden von einer anderen Schwester an die Seite geschoben.


    „ Mist, das habe ich befürchtet.Da hat irgendwas wieder angefangen zu bluten!Der Kreislauf fängt an zu spinnen. Er muss in den OP. Adrenalin, 2 weitere Einheiten und jetzt schnell rüber!“ Die Schwester hatte bereits den Beatmungsschlauch an ein transportables Gerät angeschlossen und die Bremsen am Bett gelöst.
    Der Arzt gab weitere Anweisungen.
    „Ich brauche sofort ein komplettes Team! Und holt mir Robert für die Anästhesie!“
    Dann ging alles so schnell,das Petra und Andrea garnicht so recht registrierten,was um sie herum geschah.
    Kurz darauf war Tom bereits aus dem Raum durch die Tür zum OP geschoben worden und sie blieben allein zurück.
    Andrea nahm Petra in den Arm und dachte daran,dass sie Semir und Frank anrufen musste.



    Semir hatte inzwischen die kompletten Akten von Jäger,Gehlen und seinem Vater durch und Bonrath brachte gerade den Bericht der Spurensicherung.
    „Semir,ich hab den Bericht von der KTU.“
    „Ja,gib schon her!“
    „Die Kugeln,die Tom getroffen haben,sind aus drei verschiedenen Waffen. Aber die Kugel,die das Mädchen getötet hat und die Kugel,die Tom...naja,die Tom in die Brust traf,die sind identisch.“
    Semir griff nach dem Bericht und eilte Hinüber zur Chefin. Durch die Scheibe konnte er sehen,dass sie gerade das Telefon auflegte und ebenfalls aus dem Büro kam.
    „Chefin,hier ist der Bericht der...“
    Weiterkam er nicht.Anna sah ihn an.
    „Vergessen sie den Bericht,Semir! Toms Zustand hat sich verschlechtert!“
    Schon eilte sie zur Tür. Semir liess die Papiere fallen und folgte ihr wie in Trance.
    Bonrath sah ihnen nach. „Hoffentlich stirbt er jetzt nicht.“
    Doch niemand reagierte darauf.

  • zum abend noch ein nachschlag:


    Da standen sie nun wieder, wie die halbe Nacht vorher schon .


    „ Ich halte das nicht aus, warum dauert das denn so lang? Was machen die mit ihm?„ Petra lief auf und ab.


    Semir stand dicht bei Andrea,.“ Es muss innere Blutungen gegeben haben, das war das Einzige , was ich noch mitbekommen habe.“ Sie sah auf die Uhr.
    „ Ich muss meine Eltern anrufen, die sollten schon längst da sein und Aida bei der Nachbarin abholen. Ich kann doch jetzt hier nicht weg und Petra alleine lassen“


    „Laß mal, ich kümmere mich drum. Ich kann hier nicht untätig stehen.“ Semir verschwand kurz nach draussen mit seinem Handy. Kurz darauf kam er wieder. „Aalles erledigt, sie sind schon da und kümmern sich um alles. „


    Nach 2 qualvollen Stunden, de ihnen wie eine Ewigkeit vorgekommen waren, kam Professor Burger zu ihnen heraus.


    „ Das ging gerade noch einmal gut. Herr Kranich hat wohl nicht nur einen Schutzengel da oben, der die Hand über ihn hält....Also, der verletzte Lungenflügel hat an einer Stelle wieder angefangen sehr stark zu bluten. Das kommt bei derartigen Verletzungen leider recht häufig vor. Wir haben das im OP geflickt und momentan sind alle Werte in Ordnung. Ich hoffe, dass es so bleibt. Herr Kranich ist jetzt wieder auf der Intensivstation und ich halte es für besser, wenn sie alle jetzt auch mal ein paar Stunden nach Hause fahren und sich ausruhen.“
    Petra und Semir schüttelten sofort den Kopf, doch Andrea nickte. Und auch Anna stimmte dem Arzt zu.
    „Danke Herr Doktor, sie haben recht. Petra, sie können etwas Ruhe wirklich gebrauchen. Andrea kann sie nach Hause fahren.“
    „Aber ich kann ihn doch nicht alleine....“
    Der Arzt sah sie an. „Niemandem ist geholfen, wenn sie uns hier auch noch umfallen, Frau Schubert.. Und Herr Kranich wird in den nächsten Stunden ohnehin nicht zu sich kommen.“
    Auch Andrea nickte Petra jetzt zu.
    „Leg dich wenigstens etwas hin, ja? Und später hol ich dich wieder ab.“
    Petra sah von einem zum anderen uns schliesslich stimmte sie zu.
    „Wo ist Semir?“ Sie sahen sich verwundert um. Semir war nirgends mehr zu sehen. Eine sShwester, die gerade aus der verschlossenen Tür der Intensivstation kam, bemerkte ihre suchenden Blicke.
    „Wenn sie ihren Kollegen suchen...er ist hier auf der Station bei Herrn Kranich.“



    Semir hatte sich den Kittel übergezogen und sich neben Tom ans Bett gesetzt.
    „ Da lässt man dich mal eben kurz aus den Augen und du machst schon wieder Unsinn. Mensch, ich hab zu tun und du jagst mir so einen Schrecken ein,. Wie soll ich mich denn da auf die Ermittlungen konzentrieren. So , und nun schlaf gut und ruh dich aus, bis ich wiederkomme. “ Semir drückte die Hand des Partners fest . Seine Augen waren mit Tränen gefüllt.

  • Einen schönen 1.Mai für euch und weiter viel Spaß beim Lesen und für eure Feeds :D



    Semir ging wieder zu den anderen auf den Flur.
    „ Chefin? Können wir? Ich will die Sache mit diesem Jäger jetzt hinter mich bringen. „
    Anna nickte.


    Frankie ,der inzwischen ebenfalls in der Klinik war,sah die Frauen an.
    „ Petra, Andrea, ich fahre euch nach Hause, ok?“
    Schweigend verließen sie die Station und gingen zum Parkplatz, Jeder in seine eigenen Gedanken vertieft .
    „ Ich glaube, es ist das Beste, wenn du mit zu uns kommst, Petra. Dann bist du nicht alleine und wir fahren nachher zusammen wieder her.“ Andrea versuchte Petra wenigstens etwas Rückhalt zu geben.



    „Semir, damit eines klar ist. Wen wir gleich mit Simon und Jäger zusammentreffen, halten sie sich erst mal zurück. OK ?„ Anna sah während der Fahrt zu ihm rüber.
    „ Ist klar Chefin. Auch wenn es mir sehr schwer fallen wird.„ Semir hielt das Lenkrad verkrampft fest.
    Anna warf ihm einen Blick zu. „Wir kennen Jäger nicht. Weder sie noch ich können uns ein Urteil über ihn erlauben. Jedenfalls nicht im Vorfeld. Haben wir uns da verstanden?“
    „Sicher....“,sagte er nur und sah nach vorne.



    Später fuhren sie mit Bernd Simons Wagen von der PAST aus Richtung Düsseldorf. Semir,der hinten im Wagen sass,sah zu Simon und Anna nach vorn.
    „Wo treffen wir Jäger?“
    „Er wird mich in Kürze anrufen...Er muss äusserst vorsichtig sein. Gehlen ist sehr misstrauisch.“
    „Ja, ich auch!“,erwiderte Semir nur und erntete sofort einen bösen Blick der Chefin.
    Kurz darauf klingelte Simons Handy. Er ging ran, hörte zu, sagte nichts und legte wieder auf.
    „Fleher Brücke“, meinte er dann nur zu Anna gewandt und fuhr weiter. Semir zog derzeit seine Dienstwaffe hervor und kontrollierte das Magazin. Simon sah es durch den Rückspiegel.
    „Sie trauen Jäger immer noch nicht, was?“
    „Warum sollte ich, Simon? Wissen sie ,was ich vor mir sehe, wenn ich meine Augen schliesse? Ich sehe meinen Freund am Boden liegen und daneben sehe ich Jäger....tatenlos. Warum sollte ich ihm trauen?“
    Simon antwortete nicht.




    Sie waren an der Brücke angekommen. Das Gelände war übersichtlich und ausser dem roten Ferrari von Jäger konnte man weit und breit nichts entdecken.
    Jäger schien nicht überrascht zu sein, dass Simon mit Anna und Semir auftauchte.
    „ Chris, Chris Ritter. So heiße ich in Wirklichkeit.“ Er gab Anna die Hand.
    Semir hingegen nahm nicht einmal seine Hände aus den Taschen zum Zeichen seines Misstrauens.


    Dieses Gesicht, es würde ihm auf immer und ewig nachlaufen!

  • und noch ein Stück zum Abend:



    „Ich kann verstehen, dass sie misstrauisch sind, aber ich kann versichern, dass ich nicht auf ihren Partner geschossen habe. Im Gegenteil, es tut mir sehr leid, was passiert ist und ich würde es gerne rückgängig machen. Jetzt aber haben wir ein anderes Problem.
    Gehlen will ihren Partner im Krankenhaus beseitigen und ich soll ihm dabei helfen. Er hat die Zeitung gelesen. Morgen brauche ich die Pässe und das Geschäft soll über die Bühne gehen. Er wird sicher davor etwas unternehmen. Die Zeit drängt.“


    Semir war schlagartig alarmiert!
    „Was hat Gehlen vor?!“
    Chris Ritter sah Semir fest an. „Ihren Partner töten. Er hat Gehlen gesehen,kann ihn identifizieren. Dank der Superberichterstattung in den Zeitungen!“
    Sofort war Anna am Handy,organisierte Wachen an der Intensivstation. Semir dagegen sah immer noch Ritter an. Er wurde nicht schlau aus diesem Mann.
    „Ich konnte es nicht verhindern. Und das ist die Wahrheit. Ich war erst am Tatort,als die Schüsse bereits gefallen waren.“
    Semir schwieg. Ihre Blicke trafen sich wieder und wieder.
    „Wie geht es ihm?“
    Semir wandte sich ab.Er hatte nicht das Bedürfnis sich mit Ritter oder Jäger oder wie auch immer der Kerl hiess,sich über Toms Gesundheitszustand zu unterhalten. Und so antwortete Anna an seiner Stelle.
    „Er liegt auf der Intensivstation und sein Zustand ist sehr ernst.“
    Ritter nickte nur. Wortlos griff er nach seiner Zigarettenschachtel und begann zu rauchen. Dann wandte er sich an Simon.
    „Sind die Pässe fertig,Bernd? Ich kann Gehlen nicht länger hinhalten.“
    „Morgen früh,Chris.“
    „Ich melde mich.“ Dann ging er zu seinem Wagen. Sofort war Semir hinter ihm.
    „Halt! Moment noch,Freundchen! So schnell geht das hier nicht!“
    Chris blieb stehen,drehte sich um. Fragend sahen seine durchdringenden Augen Semir entgegen.
    „Ja?“
    „Nehmen wir mal an,sie sagen die Wahrheit....“
    Nun huschte ein kurzes Lächeln über Ritters Gesicht. Er nahm einen weiteren Zug aus der Zigarette .
    „Ich bin nicht der Mann für solche Gespräche. Entweder sie vertrauen mir oder sie lassen es bleiben. So einfach ist das.“
    Doch Semir schüttelte den Kopf. „Oh nein,so einfach ist das nicht, Ritter!“
    Er stieg in seinen Wagen. „Wir sehen uns sicher wieder, Gerkhan.Bis dann.“
    Dann zog er die Tür zu und fuhr davon.


    „ Anna, ich würde vorschlagen ich komme gleich noch einmal zu Ihnen ins Büro. . Dann werde ich ihnen die Sache mit den Pässen erklären und alles was sie noch wissen müssen. Kommen sie, wir fahren zurück.“ Simon stieg in den Wagen.
    „ Chefin, wenn nichts dagegen spricht, würde ich gern an der Uniklinik aussteigen, wir kommen fast dort vorbei?“


    „ Sicher Semir, das ist in Ordnung. Bonrath wird dann später ihren Wagen dort abliefern mit Herzberger., für den Fall der Fälle.“ Anna konnte nachfühlen wie es Semir jetzt gehen musste.



    Der Bulle ist unterwegs. Er ist bei diesen Autobahnbullen, die ihre Finger mit in dem Fall haben.


    „ Ok, da erwische ich ihn , keine Sorge. „


    Erik Gehlen machte sich auf den Weg. Simon war der Erste den er erledigen würde. Er hatte seinem Vater schon zu sehr mitgespielt und wurde langsam lästig. Das er bei der Autobahnpolizei war, gefiel Erik nun gar nicht. Der Bulle im KH war der Nächste, der würde danach dran glauben müssen.


    Er postierte sich mit seinem Gewehr gegenüber der PAST auf dem Dach.


    Vom weitem schon sah er Simons Wagen vor der PAST stehen. Fehlte nur noch eine Gelegenheit.



    In der Klinik angekommen,nickte Semir den beiden Kollegen,die vor der Tür des Intensivstation standen ,kurz zu und ging dann hinein.
    Er betrat das Zimmer und setzte sich direkt auf den Stuhl zu Tom. Petra und Andrea waren noch nicht zurück und auch Frankie anscheinend noch in der Bar beschäftigt. Und Semir war jetzt fast froh,mit Tom allein zu sein. Er wollte im Moment mit niemandem reden. Die Begegnung mit Ritter hatte seine Spuren hinterlassen. Er fühlte sich beschissen und wusste nicht,wie er mit diesem mann umgehen sollte. Er war schwer auszurechnen und vieles war unklar. Aber immerhin hatte er sie vor Gehlen gewarnt. Doch war es auch die Wahrheit gewesen? Semir sass da bei Tom und grübelte vor sich hin.
    Der Arzt kam herein,lächelte kurz.
    „Da sind sie ja schon wieder.“
    „Ja...“
    „Die Vitalfunktionen ihres Kollegen haben sich weiter stabilisiert. Es sieht ganz gut aus.“
    Sofort hellte sich Semirs Miene auf und er sah den Arzt voller Hoffnung an. Dieser hob sofort beschwichtigend die Hände.
    „Ich habe noch nicht gesagt,dass er ausser Gefahr ist. Aber wir sind auf einem ganz guten Weg.“
    Semir nickte, sah wieder zu Tom.
    „Na also, ich wusste doch, dass du das hinkriegst.“


    „ Ihr Kollege ist eine Kämpfernatur. Das muss er auch, denn diese Sache muss er nicht nur körperlich verarbeiten. De seelische Umsetzung kommt noch auf ihn zu.“


    „ Was meinen sie damit?“


    „ Tja, wie schon erwähnt, das Knie muss noch einmal operiert werden , ich befürchte aber, dass es großer Belastung nicht mehr gewachsen sei wird. Von der Lungenkapazität ganz zu schweigen.“


    „ Sie wollen damit doch nicht andeuten, dass Tom nie wieder in den Polizeidienst zuürckkehren können wird?“ Semir war fassungslos.


    „ Herr Gerkhan, das ist das Geringest um was ich mir jetzt Sorgen machen würde. Ihr Kollege kann von Glück reden, wenn er überlebt. Und dann sehen wir weiter.“

  • Guten Morgen :baby:



    Erik lag im Schutz der Dunkelheit und wartete auf seine Chance. Er konnte Simon deutlich durchs Zielfernrohr sehen. Den Finger am Abzug verfolgte er ihn .


    „ Anna, morgen früh treffen wir uns mit Chris wie vereinbart. Es wäre nett, wenn sie mir Amtshife leisten würden. Ihrem Mann kann ich doch vertrauen, oder?“
    „Die Frage ist wohl eher,wie sehr wir Herrn Ritter vertrauen können,Simon.....Aber Selbstverständlich werden wir ihre Aktion unterstützen.“
    „Danke. Wissen sie,es liegt mir sehr viel an dem erfolgreichen Abschluss dieser Sache.Wenn man solange Zeit hinter jemandem...“Die Beiden waren gerade auf dem Weg zu ihren Wagen.
    In diesem Augenblick fiel der Schuss! Anna hörte nur den Knall und im selben Moment ging Bernd Simon bereits zu Boden. Anna liess sich sofort fallen um hinter ihrem Wagen in Deckung zu gehen. Dann schlich sie zu Simon nach vorn. Er war tot!
    Die Kollegen stürmten aus der PAST..
    „Runter! Schusswechsel! Das muss vom Dach gegenüber gekommen sein!“
    Dabei sah sie fassungslos auf Bernd Simon. Die Kugel hatte ihn genau zwischen den Schläfen getroffen. Er musste sofort tot gewesen sein.
    „Chefin,sind sie in Ordnung?!“
    „Ja,ja, Bonrath,ich bin okay! Simon ist tot....Wir brauchen die Spurensicherung! Sofort! Und die ganze Gegend muss abgeriegelt werden!“


    Anna suchte vorsichtig nach Simons Handy. Das war die einzige Möglichkeit mit Mark Jäger bzw. Chris Ritter Kontakt aufzunehmen.
    Er musste sofort wissen, was passiert war. Die Pässe hatte Simon in seiner Tasche, das war also kein Problem mehr.
    „ Ritter? Hier ist Anna Engelhardt. Es tut mir leid, was ich ihnen jetzt sagen muss. Bernd Simon wurde soeben vor meinem Büro von einem Scharfschützen erschossen.“
    Chris schluckte, um ihn herum began sich alles zu drehen. Nein, das durfte nicht sein, nicht jetzt.
    „ Ritter? Sind sie noch dran?“
    „ Ja, bin ich.Haben sie die Pässe? Wenn ja, geht das morgen wie geplant über die Bühne... Ich kann jetzt nicht sprechen.“
    Er legte auf und lehnte den Kopf gegen die Scheibe seines Wagens.
    Bernd Simon war wie ein Vater zu ihm gewesen und jetzt sollte er tot sein? Er konnte es nicht fassen!



    Anna war auf dem Weg in die Uniklinik, man musste Semir Bescheid geben und die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort verschärfen. Auf dem Parkplatz vor der Klinik traf sie auf Andrea und Petra. Und während sie gemeinsam durch den Gang Richtung Intensivstation liefen, begann Anna zu erzählen.
    „Petra...bitte bekommen sie keine Angst, aber es stehen seit ein paar Stunden Wachen vor der Intensivstation.“
    „Was? Aber wieso....“
    „Nun,wir müssen davon ausgehen,dass man versuchen wird,Tom zu töten. Aber bitte....machen sie sich keine Sorgen.Die Klinik wird gut bewacht,Tom ist hier in Sicherheit.“
    Petra nickte nur und beeilte sich zu Tom zu gelangen.
    Als sie ins Zimmer kam,sah sie Semir auf dem Stuhl neben Tom schlafen. Leicht lächelnd legte sie ihm eine Hand auf die Schulter und sofort schreckte er hoch.
    „...Petra! Ach,hallo...bin ich eingeschlafen,was?“
    „Ja...gibt es was Neues?“
    „Der Arzt sagt,es sieht ganz gut aus...“
    „Ja....die Chefin ist draussen, möchte dich sprechen.“
    Er nickte,warf noch einen Blick auf Tom und ging nach draussen. Andrea nahm ihren Mann in den Arm.
    „Wie geht’s dir?“
    „Ja,ganz gut....was macht die Kleine?“
    „Alles bestens.Sie hat Petra ganz gut aufmuntern können. Was ist mit Tom?“
    „Der Arzt war da und meinte,es würde ganz gut aussehen...also,die Werte sind alle stabil und so.“
    Anna unterbrach ihr Gespräch.
    „Semir,es gibt Neuigkeiten.Leider keine Guten....Bernd Simon wurde erschossen.“