Flashback [alternatives Ende]

  • Hallo zusammen, bisher bin ich immer nur eine stille Mitleserin bei euch gewesen aber jetzt traue ich mich einfach mal und schreibe euch meine Idee zum erweiterten Flashback Ende oder Fortsetzung, wie man`s nimmt. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt.



    Es war vorbei. Die beiden Männer krochen aus dem völlig demolierten Wagen und hoben die Hände.Semir und Tom richteten ihre Dienstwaffen auf sie.
    "Okay, das wars dann wohl! Hände oben lassen und langsam herkommen!" Dabei sah Tom zu Semir, der wie auf heissen Kohlen stand...
    "Semir, los, verschwinde! Ich räum hier schon alleine auf!"
    "Danke, Partner!" Semir machte auf dem Absatz kehrt und rannte zum Dienstwagen.
    "Und mach sie bloß nicht verrückt!" Tom sah ihm nach und grinste.
    Semir raste mit eingeschalteten Blaulicht davon und Tom schüttelte nur den Kopf. Das würde wiedermal Ärger geben, wenn die Chefin das mit den eingeschalteten Sonderrechten erfahren würde....
    Dann wandte er sich wieder den beiden Männern zu, das heißt,er wollte das gerade tun, als ihn das Messer traf! Vielleicht hatte er den Bruchteil einer Sekunde zu lange Semir hinterher gesehen, den Augenblick eines Wimpernschlages zu lange an Andrea und das Baby gedacht.....Mit einem Aufschrei ging Tom in die Knie. Die Dienstwaffe fiel auf den Asphalt.
    "Los, hauen wir ab!"
    Die Männer liefen in Richtung Wald, ohne sich nochmal nach Tom umzusehen.
    Der lag mitten auf der Landstrasse, hielt seine Hände auf die tiefe Stichwunde im Oberbauch und starrte auf das Blut,daß ihm zwischen die Finger lief.
    Andere Autofahrer, die aufgrund des Chrashs angehalten hatten, eilten auf ihn zu. Alles hatte nur Sekunden, vielleicht zwei Minuten gedauert. Tom hörte Sirenen näherkommen und schloß die Augen.
    Verdammter Anfängerfehler, dachte er ,wütend über sich selbst. Langsam kamen auch die Schmerzen. Mühsam griff er mit der linken Hand zum Handy, überall war Blut.
    In der PAST ging Hotte ans Telefon, Tom merkte, wie sich alles um ihn herum zu drehen begann.
    "...Ich bins....Ich brauch...hier Hilfe...Hab n`kleines Problem...."
    Dann verlor er das Bewußtsein.


    ( Jetzt habe ich es mit dem editieren begriffen....es kann also weitergehen)


    Als er wieder zu sich kam,lag er immer noch auf dem kalten Asphalt der Straße. Ein Arzt und ein Sanitäter knieten neben ihm, überall flackerte das Blaulicht der Streifenwagen.
    Tom spürte,daß in seinem Handrücken bereits eine Infusionskanüle steckte und sein Brustkorb mit irgendwelchen Elektroden beklebt war. Und das alles gefiel ihm ganz und garnicht!
    Schon versuchte er sich aufzurichten, wurde jedoch sofort von zwei Händen wieder in die Waagerechte befördert.
    Sie bleiben schön liegen, ganz ruhig. Ich bin Doktor Hartmann, sie haben eine tiefe Stichverletzung und vermutlich innere Blutungen."
    "...Nett sie ...kennenzulernen,Doktor....aber ich hab für...sowas gerade überhaupt keine ...Zeit...Ich muß sofort...."
    "Ja genau, sie müssen liegenbleiben und tun was ich ihnen sage. Wir bringen sie jetzt erstmal ins Marienkrankenhaus."
    Tom spürte wie ihm wieder schwindlig wurde und nickte dem Arzt schließlich zu.
    "....Okay....trifft sich gut....da wollte ich ...heute sowieso noch hin..."
    Der Doc sah ihn leicht kopfschüttelnd an und murmelte etwas von verletzten Polizisten. Dann legten sie ihn vorsichtig auf die Trage und Tom konnte sich nur mit Mühe einen Aufschrei unterdrücken.
    Auf einmal war die Chefin da, Hotte und Dieter dicht hinter sich.
    "Tom! Was ist passiert?!"
    Erschrocken sah sie zu ihm, lief neben der Trage her und drückte seine Hand.
    Tom wandte den Kopf zu ihr und lächelte schwach.
    "...Ich wollte...nur mal sehen, wie lange sie...von der PAST bis...hierher brauchen..."
    "Das ist nicht der Moment für ihren Humor! Tom, was ist passiert?!"
    "...Chefin...ich will nicht, das Semir..."
    "Semir? Wo ist er überhaupt?! Wieso ist er nicht bei ihnen?...Haben sie starke Schmerzen?"
    "....Ich will nicht, da? Semir...was hiervon erfährt....nicht,bevor das..Baby da ist...."
    Sie nickte nur, sah sich wieder nach Semir um. Tom gab ihr die Antwort.
    "...Er...ist zu...Andrea....die beiden...kriegen ihr...Kind..."
    Sie schoben Tom in den RTW.
    Anna Engelhardt blieb davor stehen, überlegte ein paar Sekunden und hatte sich dann wieder vollständig im Griff.
    "Okay, ich fahre mit ins Krankenhaus. Sie beide kümmern sich hier um alles.Ich will wissen, was und wie das hier passiert ist Und zwar schnell!"
    "Alles klar, Chefin,...geht in Ordnung."
    Sie nickte kurz und eilte dann auf ihren Dienstwagen zu, um dem RTW in die Klinik zu folgen.


    Einige Stunden später, Marienkrankenhaus.
    Semir saß neben Andreas Bett auf der Wöchnerinnenstation und konnte den Blick nicht von ihr und dem Baby lassen. Es war, als hätte sich in den letzten Stunden sein ganzes Leben, nein, die ganze Welt verändert!
    Alles außer diesen beiden Menschen vor ihm war komplett unwichtig geworden und ihm wurde klar, daß er noch niemals zuvor so gefühlt hatte.
    Stumm saß er da und betrachtete dieses unendliche Wunder.
    Die Kleine lag in Andreas Armen und schlief den ersten Schlaf ihres Lebens. Semir sah zur Uhr.
    "Jetzt ist sie drei Stunden, zwölf Minuten und einunddrei?ig Sekunden alt."
    Andrea lächelte ihm zu. "Ich liebe Dich!"
    Semir küsste sie und hatte schon wieder Tränen in den Augen....
    Da klopfe es an der Tür. Semir wischte sich eilig die Tränen weg , sprang auf und eilte freudig zur Tür.
    "Sicher Tom, mein Schatz! Der platzt bestimmt vor Neugier!....Komm schon rein, Tom!"
    Doch es war nicht Tom,der das Zimmer betrat.
    Anna Engelhardt kam herein, ein Strauß? Blumen in der Hand. Semir strahlte, nahm die Chefin geradezu euphorisch in die Arme und zog sie zu Andrea.
    "heute ist der schönste Tag meines Lebens!"
    "Ich gratuliere ihnen, ihnen beiden. Herzlichen Glückwunsch" Sie nahm auch Andrea lächelnd in die Arme, die sie jedoch nur ansah. Irgendetwas stimmte nicht, dachte Andrea stumm. Das sah sie in Engelhardts Gesicht. Sie freute sich zwar ehrlich mit ihnen, doch da war etwas, was Andrea noch nicht einzuschätzen wußte.
    Semir dagegen schwebte wie auf Wolke sieben und hatte immer noch nur den Blick auf seine kleine Tochter gerichtet.
    "Schauen sie doch, Chefin, haben sie ihre Nase gesehen ?!Das schönste Kind der Welt!"
    "Semir?"
    "Ja?...Und der Mund, haben sie schon mal so einen wunderschönen Mund gesehen?!"
    "...Semir?"
    "Ja?" Jetzt erst sah er sie an. Und plötzlich merkte auch er, da? etwas nicht stimmte.
    "Was ist los ?"
    "...Es geht um Tom, Semir."
    "Ja??"
    "Ich will nicht drumherum reden....Tom liegt auf der Intensivstation."
    "...Was?..." Semir starrte sie an. Fassungslos. Verständnislos. Es war wie in einem ganz schlechten Film, in dem man das Kino schon lange vor dem Ende verläßt.
    Semir fuhr sich mit den Händen durchs Haar, schloß die Augen.
    "Ein Messerstich." Wieder die Stimme der Chefin, wie weit entfernt hallte sie in Semirs Ohren.
    "...Was....wann ist das...passiert?"
    "Kurz nachdem sie gefahren sind, Semir.....Es tut mir leid."


    (So, jetzt geht es ein Stück weiter, danke für eure Feedbacks, weiter so ! )


    Wieder schloß Semir die Augen, schluckte einen Moment. Sah Tom vor sich ,sein Grinsen ,hörte den Satz "...los, verschwinde , Semir" und versuchte sich vorzustellen, was danach passiert war. Ich war nicht da, dachte Semir verzweifelt, ich war nicht bei ihm...ich hätte dort sein müssen.
    Anna Engelhardt schien seine Gedanken zu erraten.
    "Wir wissen noch nicht genau, wie es passiert ist ,Semir."
    Er antwortete nicht, sah zu Andrea. Auch sie hatte Tränen in den Augen.
    "Ich...muß? zu ihm. Andrea?"
    Sie nickte nur.
    Semir eilte aus dem Zimmer.
    Seine Gedanken überschlugen sich. Andrea, die Kleine, Tom,er hatte das Gefühl, daß er gleich den Boden unter den Füssen verlieren würde. Und immer wieder die Frage, warum? Warum war das nur passiert? Warum jetzt , warum so und warum war er nicht da gewesen....


    Drei Stunden später, in der PAST.
    Semir lief eilig auf das Büro der Chefin zu. Es war mittlerweile spät in der Nacht, doch keiner der Kollegen war gegangen. Keiner! Alle waren da, sahen Semir entgegen. Hin und hergerissen, ihm zu seiner gesunden Tochter zu gratulieren oder ihm tröstend auf die Schulter zu klopfen. Semir blieb einen Moment stehen, sah sie alle fest an.
    "Danke, daß ihr da seid !"
    Dann ging er weiter zu Engelhardts Büro, dachte wieder an Tom.
    Sie hatten ihn nicht zu ihm gelassen, ihn auf morgen vertröstet. Das war eigentlich das Schlimmste gewesen. Den Freund nicht sehen zu können...
    Semir war dann noch bis jetzt bei Andrea und Lilli geblieben,solange, bis Andrea ihn weggeschickt hatte, um ins Büro zu fahren. Gerade heute wußte er einmal mehr, was für eine großartige Frau er geheiratet hatte.
    "Wie geht es Tom ?" Die Stimme der Chefin.
    "Der Arzt sagte, sein Zustand ist stabil. Er hat die OP gut überstanden und man muß abwarten.....Ich durfte nicht zu ihm."
    "Er wird es schaffen, Semir"
    "...Ja...."
    "Die beiden Männer sind weiter auf der Flucht. Sie haben etwa zehn Minuten vom Tatort entfernt auf einem Parkplatz ein Auto gestohlen, jedenfalls paßt die Beschreibung der Zeugen auf diese Männer...Ich habe auch bereits mit Frau Schubert gesprochen. Sie hat uns einpaar Adressen nennen können, wo sich ihr ehemaliger Chef und dieser andere Kerl häufig aufgehalten haben. Sie hat ihr Gedächtnis völlig wiedererlangt, das einzig Positive an dieser Sache."
    "Werden alle diese Orte überwacht ?"
    "Ja, ohne Ausnahme. Wir werden sie bald haben."
    "was ist mit Petra Schubert ?"
    "Sie hat zwei Beamte zum Schutz. Ich glaube aber nicht, daß sie noch hinter ihr her sind."
    "Vermutlich nicht....Verdammt, wenn ich diese beiden Mistkerle in die Finger....!"
    "So nicht, Semir. Nehmen sie sich zusammen..."
    Semir sprang auf.
    "Nein, ich nehme mich nicht zusammen! Mir kanns auch mal zu viel sein!!"
    "Ja, ich versteh sie ja! Aber so geht es nicht!"
    "Nein?! Ich krieg diese Schweine und dann..."
    "Was und dann ?"
    "Dann werde ich die mir mal vornehmen und..."
    Semir,wir werden sie kriegen! Aber wir machen das wie Polizisten und nicht wie wahnsinnig gewordene Amokläufer!"
    "Das ist meine Sache, Chefin! Meine ganz alleine !"
    Sie sah ihn an. Noch nie zuvor hatte sie ihn so erlebt. Und in diesem Augenblick fasste sie einen Entschluß. Ein Entschluß, den sie als Chefin der Autobahnpolizei in dieser Situation nicht anders treffen konnte.
    "Nein, Semir, Schluß damit."
    "Das ist mein Fall!"
    "Nein, nichtmehr. Ich nehme ihnen diesen Fall weg."
    "Das können sie nicht machen!"
    "Oh doch, Semir. Ich kann und ich werde!...Sehen sie sich doch an, sie nicht nicht in Lage, in dieser Situation..."
    "Tun sie das nicht."
    "Sie werden sich jetzt um Andrea und Tom kümmern, alles andere machen von diesem Moment an die Kollegen. Ende der Diskussion."
    Wieder trafen sich ihre Blicke. Semir sah sie fest an, unendliche Wut in den Augen.
    Dann drehte er sich um und verließ ohne ein weiteres Wort Engelhardts Büro.
    Sie sah ihm stumm hinterher.


    (So, ab hier wieder ein neuer Teil)


    Der nächste Morgen.
    Semir eilte durch die Gänge des Marienkrankenhauses. Geschlafen hatte er nicht und so sah er auch aus. Andrea hatte ihn eben nur wortlos angesehen, ihn in den Arm genommen und geschwiegen. Es ging ihr gut, genau wie der Kleinen. Glücklich hatte Semir sie auf dem Schoß gehalten und ein paar Minuten lang nicht an Tom denken müssen.
    Doch jetzt auf dem Weg nach oben zur Intensivstation waren Semirs Gedanken wieder bei ihm und den Geschehnissen von gestern.
    Er drückte den Klingelknopf der verschlossenen Tür zur Intensivstation. Fast erschrocken stellte er dabei fest, daß seine Hände zitterten.
    Der Arzt, der ihm öffnete war der gleiche, der ihn letzte Nacht nicht zu Tom gelassen hatte. Doch anders als gestern lag jetzt ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht des Docs, als er Semir erkannte.
    "Ach der Herr Kommissar....guten Morgen."
    "Wie geht es..."
    "Wird Zeit, das sie kommen, Herr Kranich hat schon nach ihnen gefragt...Na los ,Kommen sie ."
    Semir starrte ihn fragend an und der Arzt nickte ihm zu. Wortlos , wie erstarrt folgte Semir ihm auf die Station.
    "Der Zustand ihres Kollegen hat sich in der Nacht deutlich stabilisiert. Es wird zwar eine Weile dauern, bis er wieder richtig fit ist, aber es besteht keine Gefahr mehr."
    Semir war immer noch nicht in der Lage dem Arzt zu antworten, so sehr bewegte ihn dieser Augenblick.
    "Achten sie darauf, da? er nicht so viel spricht, er ist noch ziemlich geschafft von OP und Narkose."
    Damit öffnete der Arzt die durchsichtige Tür des Intensivzimmers.
    Tom drehte langsam den Kopf, als er Semir hineinkommen sah.Ein leichtes Grinsen zog über sein Gesicht, als er ihn erkannte.
    Semir ließ sich neben dem Bett auf einen kleinen Hocker sinken und musterte den Freund, der überall voller Kabel, Elektroden und Infusionen war.
    "Hey, wie...Mensch, wie gehts dir?"
    Tom erwiderte Semirs Blick, drückte die Hand, die er ihm gereicht hatte.
    "...Auf jeden Fall....besser,...als du ...aussiehst,Semir...."
    "Kunststück...Bin mindestens zehn Jahre älter geworden."
    "...Nun sag...schon...!"
    "Was denn ?"
    "...wenn...ich...hier nicht alles...völlig durcheinander...bringe,...müßtest du jetzt...Papa sein...?"
    Jetzt konnte auch Semir endlich lächeln und all die Anspannung der letzten Nacht löste sich in einem einzigen riesigen Ruck!
    "Ja! Lilli, Lilli hei?t sie !"
    Wieder dr?ckte Tom seine Hand und Semir sah, da? er sich riesig freute.
    "...Andrea..?"
    "Ihr gehts prima, alles bestens!"
    "Ich...ich gratuliere euch....Ich hoffe, ...sie kommte nach Andrea...."
    "Sehr witzig. Aber sie sieht wirklich aus wie Andrea, ganz im Ernst."
    "...gut..."
    Tom schloß einen Moment die Augen und Semir merkte genau wie anstrengend das Sprechen für ihn war.
    "Starke Schmerzen?"
    "....schon okay...."
    "Ja, das sehe ich! ...Ich hätte niemals fahren dürfen, Tom."
    "....Unsinn....Ich wollte,...daß du fährst.....Hörr bloß damit...auf!..."
    "Was ...wie ist das überhaupt passiert?"
    "...Ach...frag nicht.....Sieh zu, daß du zu ...Andrea und der Kleinen kommst....."
    Wieder dieses Tom Lächeln. Fast schon so wie immer. Semir schüttelte nur den Kopf, mußte jedoch auch grinsen.
    "Ach Partner, keine Minute kann man dich alleine lassen und schon..."
    "Keine Sorge...kommt nicht wieder vor...."
    "Ja, das hoffe ich!"
    "....laß mich....schlafen,okay...?....Kümmere dich...um deine Familie...."
    "Okay, Partner. Ich komme nachher nochmal,okay?"
    "...Soll...das ne Drohung...sein...?"
    Wieder schloß Tom die Augen und Semir stand auf. Als er schon fast an der Tür war, hörte er nochmal Toms Stimme.
    "Semir?"
    "Ja?"
    "....Habt...ihr die Kerle...?"
    "Nein, aber bald. Verlaß dich drauf!"
    "...Und?...Bist du noch...im Rennen..?"
    Semir drehte sich um. Tom sah ihn an und Semir war einmal mehr darüber erstaunt, wie gut Tom ihn und seine Reaktionen kannte und wie genau er doch einsch?tzen konnte, was in der PAST nach seiner Verletzung passiert war....
    Immer noch trafen sich ihre Blicke.
    "....Na sag schon....."
    "Ich bin raus ,Tom....Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen,auch darauf kannst du dich verlassen!"
    Tom nickte nur und lächelte wieder dieses Lächeln, das Semir zur Weißglut bringen konnte.....


    ( 28.8., es geht mal wieder weiter)


    Semir betrat die Büroräume der PAST an diesem Morgen um einiges ruhiger und ausgeglichener als gestern. Eilig berichtete er den Kollegen, die schon besorgt auf ihn gewartet hatten, von Tom und das er auf dem Weg der Besserung sei.
    Die Chefin musterte ihn zunächst durch die gläserne Bürotür und kam dann auf ihn zu, noch bevor Semir in seinem Eigenen Büro verschwinden konnte.
    "Ich habe bereits mit dem Krankenhaus telefoniert. Es geht Tom besser?"
    "Ja."
    "Konnten sie mit ihm sprechen?"
    "Ja."
    Sie folgte ihm in sein Büro, schloß die Tür. Von draußen beobachteten sie stumm die Kollegen.
    Semir setzte sich auf seinen Schreibtischstuhl und sah dabei auf den Platz ihm gegenüber, der vorerst leer sein würde....
    "Was macht Andrea? Alles in Ordnung?"
    "Ja."
    "Vielleicht sollte ich eine Frage stellen, die sie nicht mit ja beantworten können, Semir."
    Semir sah sie an und schwieg.
    Anna Engelhardt verschränkte die Arme vor der Brust und erwiderte seinen Blick.
    "Okay Semir, so kommen wir nicht weiter.Wo waren sie heute Nacht? Ich habe mehrfach versucht sie zu erreichen. Und geschlafen haben sie , so wie sie aussehen, jedenfalls nicht."
    "...Meinen sie ?"
    "Sie waren an verschiedenen Orten, wo Kaiser und dieser Wellhausen hätten auftauchen können."
    "Warum fragen sie mich, wenn sie es ohnehin wissen."
    "Ich dachte, ich hätte mich gestern klar genug ausgedrückt,Semir!"
    Semir sprang auf. Wieder merkte er, daß er sich nur mühsam beherrschen konnte.
    "Chefin, da laufen zwei Mistkerle frei rum, die fast meinen besten Freund auf dem Gewissen haben! "
    "Und die wir erwischen werden,Semir!"
    "Ja, genau! Die ICH erwischen werde! Davon können sie mich nicht abhalten!"
    "Wir sind schon wieder da, wo wir gestern waren Semir! Man kann ja überhaupt nichtmehr vernünftig mit ihnen reden! Sehen sie sich doch an! Meinen sie, daß hilft Tom, wenn sie sich so aufführen?!"
    Semir trat w?tend gegen den Schreibtischstuhl, der daraufhin gegen die Wand krachte und mit lautem Scheppern umfiel.
    "..Okay....okay, verdammt!" Semir atmete einen Moment lang tief durch und hob dann wortlos den Stuhl auf. Anna Engelhardt legte ihm eine hand auf die Schulter.
    " Semir, ich möchte, das sie jetzt nach Hause fahren und sich hinlegen. Danach reden wir weiter."
    Schließlich nickte er stumm, fuhr sich mit den H?nden durchs Haar und griff nach seiner Jacke.
    "...Okay....sie haben ja recht...."
    "...Na endlich! Legen sie sich bloß schlafen, Hotte kann sie nach Hause fahren."
    "Ja....danke, Chefin."
    Sie nickte und lächelte leicht.


    Am gleiche Tag, abends, Marienkrankenhaus.
    Semir hatte fast zehn Stunden so fest geschlafen, das er selbst dar?ber erschrocken war, wie müde und erschöpft er doch gewesen sein musste.
    Jetzt eilte er durch den Gang Richtung Intensivstation. In Andreas Zimmer, wo er zunächst gewesen war, hatte er nur ein leeres Zimmer angetroffen und vermutete sie im Stillzimmer der Säuglingsstation. So war er jetzt erstmal auf dem Weg zu Tom. Gerade wollte er den Klingelknopf an der Station betätigen, als hinter ihm eine Stimme erklang. Es war eine der Schwestern von heute morgen.
    "Hallo Herr Gerkan, das Klingeln k?nnen sie sich sparen. Ihr Kollege ist schon
    verlegt. Sie müssen hier links zur Station 6. Zimmer 24."
    Er sah sie überrascht an.
    "Danke."
    Kurz darauf öffnete er die Tür zu Zimmer 24 und sah überrascht auf Tom und
    .... Andrea! Sie saß rechts neben seinem Bett, hielt Lilli im Arm und lächelte ihm entgegen.
    "Hey Schatz."
    "Na, das ist ja...Was macht ihr denn hier?"
    "...Familienzusammenführung", antwortete Tom grinsend und drückte Semirs Hand, als der neben ihm stand.
    Semir küßte seine Frau und die Kleine und schüttelte den Kopf. Dann sah er prüfend zu Tom, der zwar immer noch an einige Infusionen angeschlossen war, jedoch schon viel besser aussah als heute morgen.
    "...Ja, Unkraut vergeht nicht, Semir....."
    "Ja, das seh ich... Andrea, ich hab dich schon gesucht."
    "Ja? Ach, ich bin schon den ganzen Nachmittag hier..", Sie l?chelte ihm zu und Tom nickte.
    "...Einer muß sich...ja um deine Familie kümmern, wenn du die ganze Zeit schläfst."
    "Ihr findet euch wohl beide auch noch witzig, was ?"
    Semir ließ sich auf den zweiten Stuhl sinken, Andrea gab ihm Lilli in den Arm und verliebt sah er seine Tochter an. Tom, dessen Kopfteil des Bettes etwas hochgestellt war,beobachtete diese Szene genau und konnte sich nur mühsam die Tränen unterdrücken. Er freute sich unendlich für die beiden ,doch jetzt in diesem Moment dachte er seit langer Zeit wieder an etwas, was schon so lange her und doch manchmal noch so schrecklich nah war. Elena.....
    Schnell schob er die Erinnerungen beiseite und versuchte sich weiter aufzurichten.
    "...ich kann hier langsam nichtmehr liegen...."
    "Hey, hey, mal langsam, ja? Du bleibst schön,wo du bist."
    "...In spätestens zwei Tagen bin ich hier raus, Semir....Was ist mit Wellhausen und Kaiser?"
    "Frag nicht..."
    "Wieder Streit mit der Chefin, was ?"
    "Kümmere du dich mal lieber um dich selbst, Tom.....In zwei Tagen hier raus, spinnst du ?"
    "...Wirst schon sehen....ich bin vorhin schon mal aufgestanden und..."
    "Was bist du?", riefen Semir und Andrea beide und starrten Tom entsetzt an.
    "...und mal n`paar Schritte im Zimmer....ging schon ganz gut."
    "Bist du verrückt ?!"
    "...Komm Semir, ich hab keine Lust, hier lange rumzuliegen...."
    "Ich stell dir ne Wache hier rein!"
    Das Baby fing an zu schreien und lutschte gierig an ihren kleinen Fingern. Andrea stand auf.
    "Na, ihr könnt dann noch weiter streiten, ich geb Lilli mal was zu essen, Jungs."
    Sie nahm die Kleine und ging lächelnd aus dem Zimmer.
    Semir sah ihr nach und dann wieder zu Tom, der jetzt schon fast im Bett saß.
    "Tom, mach keinen Unsinn....Willst du den Helden spielen, oder was ?"
    "...Ich hasse Krankenhäuser...."
    "Ich werde sofort mit dem Arzt sprechen. da? du sie nicht alle hast!"
    "Ja, Papa!"
    Sie sahen sich an, dann mußten sie lachen. Tom hielt sich sofort die Seite und verzog das Gesicht.
    "...Aah!...Lachen geht noch nicht so gut...."
    "Na bitte, sag ich doch!"
    "...Habt ihr irgendeine Spur ?"
    "Themawechsel, was ?....Nein, keine. Es ist zum Verrücktwerden. Irgendwo müssen die beiden sich doch verstecken."
    "Was ist mit dieser Petra Schubert?"
    "Sie weiß nichts, Tom, aber ich werde nochmal mit ihr sprechen....Vielleicht fällt ihr doch noch irgendwas ein."
    Tom nickte nur.
    "Semir?"
    "Ja?"
    "Lilli ist großartig, habt ihr gut hingekriegt."
    Sie umarmten sich. Semir sah Tom an.
    "Vorhin...."
    "Ja?"
    "Vorhin, da hast du an Elena gedacht, nicht wahr ?"
    "...Ist so lange her, Semir.....", Tom schloß die Augen,"...sie ist fast vier Jahre
    tot...."
    "Du wirst eines Tages..."
    "Laß gut sein, Semir,...laß uns von was anderem reden."
    "...ja", Semir nickte, drückte nochmal seine hand.
    "Ich fahre ins Büro...muß dringend mit der Chefin reden."
    "Hast du dich wie ein Idiot benommen ?"
    "Das krieg ich schon hin, kein Problem....Bis morgen, mach keinen Blödsinn!"
    "Ja,ja....bis morgen, Kumpel."
    Semir ging und Tom hob noch kurz die Hand, bevor sich die Zimmertür hinter Semir schloss.



    Zur gleichen Zeit kam Petra Schubert aus der Lobby des kleinen Hotels, in dem sie seit ein paar Tagen wohnte und machte sich auf den Weg zur Bushaltestelle.
    Sie wußte, das rund um die Uhr Beamte der Polizei in der Nähe waren und obwohl sie jetzt niemanden entdecken konnte, wusste sie doch, dass sie da waren. Sie fühlte sich sicher und die Angst der letzten Zeit hatte bereits etwas abgenommen.
    Trotzdem dachte sie noch ununterbrochen an das Erlebte und daran, dass Robert Wellhausen, ihr ehemaliger Chef, noch immer nicht von der Polizei gefasst worden war.
    Hunderte von Malen hatte sie inzwischen darüber nachgedacht, wo er sich versteckt haben könnte. Immerhin hatte sie über zwei jahre bei ihm gearbeitet und hatte viel aus seinem Umfeld mitbekommen, doch an keinem der Orte, die sie der Polizei genannt hatte, war er aufgetaucht.
    An der Haltestelle bestieg sie den Bus Richtung Innenstadt und setzte sich auf einen der freien Fensterplätze. Auf einmal fiel ihr Blick auf ein grosses Werbeplakat ,das eine kleine Hütte an einem See zeigte und sie erstarrte! Das war es ! Das musste es sein! Warum sie nicht schon längst darauf gekommen war! Einmal vor etwa einem Jahr war sie ja selbst einmal dort gewesen, als Wellhausen die ganze Belegschaft zu diesem Sommerfest eingeladen hatte. Diese Hütte hatte seinem Bruder gehört , ja, jetzt erinnerte sich Petra genau!
    Aufgeregt verlie? sie den Bus, sah sich suchend um. Dann entdeckte sie die beiden Beamten hinter dem Bus am Strassenrand. Sie fuhren wieder ein anderes Auto und waren jetzt, als Petra Schubert ausgestiegen war, rechts rangefahren. Eilig ging sie auf sie zu.
    "Können sie mich bitte schnell zu Frau Engelhardt fahren ,mir ist etwas eingefallen!"



    Semir war noch auf dem Weg vom Krankenhaus zur PAST, als sein Handy klingelte.
    "Ja?"
    "Ich bin`s, Semir. Wo sind sie?" Engelhardts Stimme.
    "Auf dem Weg ins Büro, Chefin. Brauche noch etwa...zehn Minuten."
    "Gut, beeilen sie sich. Wir haben eine Spur!"
    "Bin schon fast da!", antwortete er und hatte bereits das Blaulicht eingeschaltet.



    Petra Schubert saß bei der Chefin im Büro, als Semir hereinstürmte.
    "Was gibt es ?"
    Engelhardt deutete auf eine Karte,die sie vor sich ausgebreitet hatte und zeigte auf eine Stelle etwa dreissig Kilometer südlich von Köln, wo sich ein kleiner See in einem Waldgebiet befand.
    "Dort hat die Firma von Wellhausen vor einem Jahr einmal ein Sommerfest gefeiert.Auf dem Grundstück steht eine kleine Hütte, das Grundstück selbst gehört einem gewissen Martin Wellhausen."
    "Das ist der Bruder von Robert...", meldete sich jetzt Petra Schubert zu Wort,"Er ist vor einigen Jahren ins Ausland gegangen."
    Semir sah auf die Karte ,dann zur Chefin.
    "Kein schlechtes Versteck, würde ich denken."
    "Ja, das sehe ich auch so. Das SEK ist bereits benachrichtigt, wir sehen uns die H?tte mal an."
    "Wir?"
    Ihre Blicke trafen sich. Anna Engelhardt blickte ihn fest an und nickte.
    "Ja, wir! Kann ich mich wieder auf sie verlassen ,Semir?"
    "Ja." Semir nickte entschlossen.
    "Gut,ich möchte nichtmehr darüber reden. Kommen sie, wir fahren....danke, Frau Schubert."
    "Es tut mir leid, daß mir das nicht viel eher eingefallen ist."
    "Machen sie sich darüber keine Gedanken. Es ist gut, dass es ihnen eingefallen ist."
    Semir nickte ihr zu und eilte dann hinter der Chefin her.
    Jetzt würden sie die Kerle erwischen, dachte er entschlossen!



    Robert Wellhausen sah aus dem Fenster der kleinen Blockhütte, lief dann wieder an die andere Seite des Hauses und sah auch aus dem hinteren Fenster.
    Kaiser grinste nur kopfschüttelnd und war weiterhin damit beschäftigt die drei alten Gewehre, die sie im Keller der Hütte gefunden hatten schussbereit zu machen.
    "Was bist du so nervös? Keiner wird uns hier finden. Setz dich hin und renn hier nicht ständig hin und her!"
    "Verdammt, du kannst mich mal! Du hast n`Bullen umgelegt! Was meinst du, wie viele andere Bullen hinter uns her sind?! Idiot!"
    "Ach, ein Bulle mehr oder weniger....Außerdem, vielleicht lebt er ja noch, mach dir nicht ins Hemd, Robert. Ohne mich wären wir schon im Knast, vergißdas nicht!"
    "Ich komme mir hier auch schon vor wie im Knast..."
    "Zwei, drei Tage noch, dann holen wir die Kohle vom letzten Verkauf aus dem Versteck und weg sind wir. Bis nach Frankreich schlagen wir uns irgendwie durch und dann ab mit dem Schiff nach Südamerika!"
    "Die kleine Schubert weiss von der Hütte hier, Carl!"
    "Dann wären die Bullen längst hier! Mach mich nicht irre, verdammt!"
    "Was willst du überhaupt mit den Gewehren? Das sind alte Jagddinger von meinem Bruder."
    "Ja, Gott hab ihn selig! Ha,ha,ha....ich fühl mich sicherer mit n`paar Knarren, klar?"
    "Willst du noch jemanden umbringen?"
    Carl Kaiser sprang auf, sah Wellhausen funkelnd an.
    "Ich gehe in keinen Knast, klar?! Und wenn es nötig ist schiesse ich alles weg, was sich mir in den Weg stellt! Wenn du damit ein Problem hast ,ist jetzt der Moment zu gehen, klar!?"
    Wellhausen sah ihn unsicher an.
    "ich hätte mich nie mit dir einlassen sollen ,Carl...."
    "Ach komm, gutes Geld hast du durch mich gemacht! Jahrelang! Und ohne deine verdammte Sekretärin wäre die Sache nie aufgeflogen! Wir hätten noch bis in alle Ewigkeit die altenTeile als neu verkaufen können, wenn du ein bißchen mehr auf diese Schubert aufgepasst hättest!" Dabei sah er Wellhausen weiter wütend an. Er war einfach zu weich, dachte Kaiser. Ich werde mich zu gegebener Zeit von ihm trennen müssen......
    "...Carl, da vorne..."
    Wellhausen starrte jetzt wie erstarrt aus dem hinteren Fenster. Kaiser eilte neben ihn.
    "Weg vom Fenster, du Idiot!"
    "Da war was, irgendwelche Leute..."
    "Wanderer...was weiss ich...."
    Doch dann sah Kaiser es auch. Etwa zehn mit Schutzkleidung ausgerüstete Männer näherten sich verteilt dem Haus. `POLIZEI`prangte in dicken Buchstaben auf den Schutzwesten der Beamten.
    "Scheisse!"
    "Hab ichs dir nicht gesagt!"
    "Halts Maul! Ich muß nachdenken!"
    "Da ist auch dieser zweite Bulle von der Autobahn!"
    "...Ja,ja....wir verhalten uns ganz ruhig, hier, nimm das Gewehr!"
    "Was?!"
    "Du sollst eins von den Gewehren nehmen!...Die wissen nicht, das wir hier sind. Keinen Laut, hö?rst du ! Wenn sie nah genug dran sind, knallen wir sie ab!"
    "Carl, das ist doch Wahnsinn!...Das sind mindestens..."
    "Nimm das Gewehr!!"
    Dann verharrten sie vor dem Schutz des kleinen Fensters.
    Semir, sowie die SEK Leute näherten sich lautlos, ohne zu wissen, dass sie längst bemerkt worden waren....



    Semir wusste, das die Kerle dort drin waren, er wusste es einfach.
    Obwohl man nichts und niemanden sehen oder etwas hören konnte, wusste er ,dass sie da waren.
    Anna Engelhardt, die ebenfalls mit Schutzweste ausgerü?stet neben ihm stand, schien es auch zu ahnen.
    Entschlossen drückte sie die Sprechtaste des Funkgerätes.
    "Sind alle in Position?"
    "Wir sind soweit, Frau Engelhardt", kam die ruhige Stimme des SEK Mannes aus dem Äther, "Die Hütte ist umstellt, hier kommt keiner raus."
    Sie nickte und griff zu dem Megafon, das sie in der anderen Hand hielt.
    "Achtung, hier spricht die Polizei! Wir geben ihnen die Möglichkeit mit erhobenen Händen das Haus zu verlassen!"
    Dann warteten sie. Nichts geschah.
    Semir sah weiter zum Haus, ohne das irgendetwas passierte.
    "Jetzt hab ich langsam die Faxen dicke, Chefin! Die sind im Haus, wetten! Ich geh da jetzt rein!"
    "Sie warten noch ,Semir."
    In diesem Moment wurde die Tür aufgerissen und Wellhausen stü?rmte, wie von der Tarantel gehetzt aus der Hütte. Er hielt die Hände in die Luft und schrie wie am Spieß.
    "Nicht schiessen! Ich gebe auf, ich gebe auf!"
    Auch noch feige, dachte Semir wütend, als ein Schu? fiel. Wellhausen brach vor dem Haus zusammen.
    "Das kam von drinnen! Kaiser hat ihn erschossen!", rief Semir fassungslos.
    Engelhardt griff nach dem Funkgerät.
    "Zugriff!"
    Schon stürmten sie auf die Hütte zu. Wieder fielen Schüsse. Semir warf sich hinter einen Holzstapel und erö?ffnete ebenfalls das Feuer. Auch die SEK Leute hatten jetzt ihre Waffen im Einsatz. Aus der Hütte schoß? Kaiser ununterbrochen!
    Semir lud seine Waffe nach und fluchte.
    "Dich krieg ich schon", sagte er wie zu sich selbst, dachte an Tom und arbeitete sich langsam an die Hütte heran. Unendlich viel Munition kann er auch nicht haben, dachte er dabei hoffnungsvoll. Von der Rückseite des Hauses wurde ebenfalls geschossen und Semir nutzte den Moment um wieder zwei,drei Meter näher an den Eingang zu gelangen. Der Kerl konnte schlie?lich nicht gleichzeitig von ?berall schiessen, dachte er noch, als ihn die Kugel traf!
    Wie ein Faustschlag war es,als er von dem Treffer zu Boden geschleudert wurde.
    Einen Moment lang blieb ihm fast die Luft weg, bis er registrierte,daß Kaiser nur seine kugelsichere Weste getroffen hatte. Mühsam rappelte Semir sich auf und sprang hinter die Hauswand.
    "Kaiser!! Das hat doch keinen Sinn! Geben sie auf!"
    "Komm mich doch holen, Schei?bulle!!"
    "Ja, das mache ich auch!! Verla? dich drauf!!", schrie Semir zurück und hatte dabei immer noch Mühe wieder Richtung Luft zu bekommen. Der Treffer gegen die Schutzweste hatte ihm fast die Rippen gebrochen ! Der Kerl schoss anscheinend mit irgendeinem verdammten Jagdgewehr !
    Jetzt kam die Stimme der Chefin aus Semirs Funkgerät.
    "Achtung Semir, jetzt gibts eine Rauchbombe vom SEK."
    "...Alles klar, Chefin...Dann mal los."
    Sekunden später flog etwas durchs vordere Fenster und sofort war alles voller Rauch. Jetzt oder nie, dachte Semir, sprang auf und stürmte in die Hütte.
    "Waffe runter, Kaiser!"
    Sie standen sich gegenüber. überall Rauch. Kaiser hielt das Gewehr im Anschlag, wusste aber in dem Rauch nicht so recht, wohin er schiessen sollte. Ein, zwei Sekunden lang war er völlig überrascht, in Panik! Jetzt waren auch die SEK Leute da ! Semir richtete immer noch die Waffe auf Kaiser.
    "Gewehr weg,verdammt! Zwingen sie mich nicht dazu!"
    Kaiser stand da, das Gewehr in der Hand, Semir drei Meter vor sich. Vier SEK Beamte richteten jetzt ebenfalls ihre Waffen auf ihn. Der Rauch lichtete sich.
    "Aus und vorbei!"
    Da grinste der Gangster plötzlich und sah Semir haßerfüllt an.
    "Das hat ihr verdammter Kollege auch gesagt, bevor ich ihn abgestochen habe!"
    Dann schoß? er! Das heißt, im gleichen Moment schoß auch Semir ! Kaiser schrie auf, ließ das Gewehr fallen, griff sich an die rechte Schulter und ging zu Boden.
    Semir nahm die Waffe runter und sah ihn an. Ihre Blicke trafen sich.
    "...Manchmal ist es nicht einfach, ein Polizist zu sein, Kaiser!....schafft den Kerl bloß hier weg! Bevor ich mich doch noch vergesse!"
    Dann drehte sich Semir um und ging aus dem Haus. Davor stand die Chefin, musterte ihn fragend.
    "Sind sie okay?"
    "...Ja. Ja, ich bin okay."
    "Wellhausen ist tot."
    Semir nickte nur. Es interessierte ihn nicht. Er hatte noch damit zu kämpfen sich zu beruhigen und sich zu fragen, ob er Kaiser h?tte erschiessen k?nnen. Die Chefin schien seine Gedanken zu kennen.
    "Sie sind Polizist ,Semir....Und ein sehr guter dazu!"
    Er lächelte leicht, sah sie an.
    "Das können sie gerne nochmal wiederholen, wenn Tom es hört!....Ich fahre ins Krankenhaus, Chefin."
    "Grüssen sie ihn von mir."
    Semir nickte und verließ den Ort des Geschehens. Er wollte weg hier. Jetzt war es wirklich vorbei. Semir hatte das Gefühl, dass er diesen Mistkerl nicht ein einziges Mal mehr sehen k?nnte ohne ihm doch noch etwas anzutun.
    Nur weg hier.
    Langsam ging er zum Wagen, zog dabei die Schutzweste aus. Seine ganze rechte Seite schmerzte. Vorsichtig fuhr er mit der Hand über die Stelle, die bereits dick angeschwollen und blau unterlaufen war. Die Kugel aus dem Gewehr steckte in dem Metall der Weste und hatte sie komplett verbeult. Der Schlag schien enorm gewesen zu sein. Wiedermal Glück gehabt, dachte er müde und stieg in den Wagen. Dann machte er sich auf den Weg ins Marienkrankenhaus.



    Tom verließ das Krankenhaus drei Tage später.
    Vor dem Eingang blieb er erstmal stehen und atmete zufrieden tief ein.
    "Frische Luft!"
    Semir schüttelte grinsend den Kopf und öffnete Tom die Wagentür.
    "Ja,ja, steig ein! Ich fahr dich nach Hause."
    "Ins Büro bitte!"
    Langsam ließ sich Tom auf den Beifahrersitz sinken und verbiß sich müsam ein leichtes Stöhnen. Semir sah es trotzdem.
    "Na, noch nicht so ganz fit, was ?"
    "Kümmere du dich mal um dich selbst.....fahr mich ins Büro."
    "Wozu, wenn ich fragen darf?"
    "Ich arbeite da, falls du es vergessen hast,Semir."
    Semir startete den Wagen und schüttelte den Kopf.
    "Du bist gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden, Tom. Und wenn ich das eben richtig gesehen habe, hast du etwas unterschreiben müssen, dass du auf eigenen Wunsch und gegen ?rztlichen Rat....."
    "Ja...ja, verschone mich damit, Semir."
    "Okay, also nach Hause."
    "Semir..."
    "Komm schon, Andrea hat was für uns gekocht. Danach fahre ich dich zu dir nach Hause.Du geh?rst wirklich nicht ins Büro....die Chefin schmeisst dich da eh gleich wieder raus, glaubs mir."
    Tom sah ihn an, grinste dann und nickte schlie?lich.
    "Okay, dann seh ich Lilli endlich mal ganz in Ruhe.Ich hab sie ja noch nichtmal richtig auf dem Arm gehabt."
    "...Laß sie bloß nicht fallen, ja?!"
    Dann lachten sie beide. Jetzt ,jetzt war wirklich wieder alles okay!
    Semir fuhr los, blickte zufrieden zu Tom und dachte an Andrea und Lilli. Ja, jetzt war alles okay!



    So, das war`s!
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    Schreibt bitte auch, was ihr nicht so gut fandet, dann kann ich beim nächsten Mal daran arbeiten.
    Noch einen schönen Tag euch allen !