Beiträge von Yon

    Da ich morgen keine Gelegenheit dazu habe, stelle ich das Ende meiner Geschichte heute schon ein:


    Das war er also, der erste und kürzere Teil der Geburtstagsgeschichte. Ursprünglich sollte dieses nur ein Ausflug sein, eine kleine, einmalige Rückkehrstory. Dann aber ist mir der Einfall für eine kleine Geschichte gekommen, in der ich das neu gegründete Dreierteam mal auf die Probe stellen wollte. So habe ich die Geburtstagsstory entsprechend um eine Geschichte erweitert.

    Wie es bei Geschenken so ist, sie soll in erster Linie dem bzw. hier der Beschenkten gefallen. Die Feeds sind wie erwartet ausgefallen. Die Ben-Fans jubeln, die anderen sagen, och nöö. Anscheinend scheint ja so ein Dienstausweis doch eine sehr große Bedeutung zu haben, das hätte ich nicht gedacht. Doch ein Dienstausweis alleine, ändert an der Rolle von Ben nicht ganz so viel. War er bislang eher zufällig oder „undercover“ an meinen Storys beteiligt, so darf er jetzt mit Legitimation mitspielen. Meine Storys werden auch weiterhin eigentlich Semir-Storys bleiben, und der wird sich sicher nicht hinter den Schreibtisch verbannen lassen, wie manche es befürchten, das kann ich euch zusichern, auch wenn Andrea es gerne sehen würde. Und wenn doch, dann geschieht es zwischen meinen Kapiteln. Alex wird natürlich in der PAST bleiben, das kann ich auch versprechen. Und ganz ohne Kim Krüger wird es auch in Zukunft nicht gehen, sie ist und bleibt schließlich weiterhin die Chefin der PAST, auch wenn sie nicht mehr ständig anwesend ist.

    Lasst euch also auch auf „Yon die 8te“ ein, Titel: „Rausch der Rache“, Start: mit WLAN-Glück am 24. Mai, ohne am 7. Juni.

    Zurück im Glück

    Am 2. Januar war Semir extra etwas früher zur Dienststelle gefahren, um Bens Dienstantritt vorzubereiten. Er hatte seinen Schreibtisch schon zwischen den Jahren geräumt und war in Kim Krügers Büro gezogen. Unter die Tür schob er als erstes einen mitgebrachten Keil aus Holz, um sie ständig offen zu halten. Denn er hatte nicht vor, sich von der übrigen PAST abzuschotten. Es reichte ihm, die Tür bei vertraulichen Gesprächen schließen zu können, ansonsten würde sie für jeden offen stehen. Sein alter Schreibtisch bei Alex im Büro war nun bereit für Ben. Schon bald würde an der Wand wieder eine Gitarre lehnen, auf der Schreibtischplatte das gewohnte Chaos herrschen, und Semir musste zugeben, dass er dieses in den Monaten der Abwesenheit von Ben Jäger ein wenig vermisst hatte.

    Dann war es soweit. Die Tür zur PAST schwang auf und Ben Jäger betrat seine ehemalige Wirkungsstätte. Nur heute kam er nicht zu Besuch, heute kam er, um zu bleiben.

    Susanne König hatte extra ihren Neujahrsurlaub unterbrochen, um ihn im Büro willkommen zu heißen. Jenny Dorn und Dieter Bonrath waren noch nicht auf Streife, sondern wollten diesen Moment miterleben. Auch Alex war schon in der PAST und trat nun aus dem kleinen Büro, welches er zukünftig mit Ben teilen würde zu den Kollegen. Alle haben diesen Tag herbeigesehnt, seit Bens Rückkehr beschlossene Sache war. Ben blickte von einem zum anderen, die ganze PAST-Familie war anwesend. Er war gerührt und wusste gar nicht, was er sagen sollte. Auf diesen Empfang war er nicht vorbereitet. Susanne brach als erste das Schweigen und ging auf Ben zu. „Wenn alle sprachlos sind, dann fang eben ich an. Herzlich Willkommen, Ben, ich freue mich, dass du wieder bei uns bist.“ Sie nahm Ben in den Arm und reichte ihn dann an Jenny weiter. So wurde er von jedem herzlich begrüßt. Semir war der letzte in der Reihe. „Nicht dass du auf die Idee kommst, es hätte ohne dich nun gar nicht funktioniert. Aber ehrlich, Ben, ich habe dich hier vermisst! Wir alle haben dich vermisst.“ Die Partner von einst und jetzt nahmen sich in den Arm.

    Alex stand etwas betreten daneben. Er kannte Ben, der in den letzten Monaten immer mal wieder in ihre Fälle gestolpert war und konnte sich eine Zusammenarbeit und Partnerschaft mit ihm gut vorstellen. Ganz so herzlich allerdings, wie er es bei den anderen beobachten konnte, war ihr Verhältnis nicht, noch nicht. So gab er Ben nur freundschaftlich die Hand und schlug ihm auf die Schulter. „Willkommen im Team, Ben.“ – „So“, meldete sich jetzt Susanne, „ehe die Begrüßung hier ausartet, können wir zusammen in den Sozialraum gehen. Ich habe extra für heute eine Torte gebacken, und der Kaffee dürfte auch schon fertig sein.“

    Nachdem die Begrüßungsrunde abgeschlossen und die Torte verspeist war, ging Ben mit Semir in dessen Büro, um die Antrittsformalitäten zu erledigen. „Chef! - Ich glaube, daran werde ich mich erst noch gewöhnen müssen, Semir.“ – „Die größte Änderung wird sein, dass du zukünftig mir die geschrotteten Dienstwagen zu melden hast und nicht mehr der Krüger. Du wirst dir noch die alten Zeiten zurück wünschen, Ben.“ – „Schwer vorstellbar. Und du wirst Bürohengst?“ – „Das hättest du wohl gerne. Ich werde meiner Dienstaufsichtspflicht schön auf der Autobahn nachkommen, darauf kannst du dich verlassen.“ Semir holte einen Karton aus seinem Schreibtisch, legte ihn vor sich auf den Schreibtisch und klappte den Deckel auf.

    „Deine Dienstwaffe“, begann er und reichte sie Ben, „dein Dienstausweis“, auch die Karte wechselte den Besitzer, „und einen Stapel Papier. Die darfst du jetzt alle brav unterschreiben. Dann gehörst du auch ganz offiziell wieder zu uns.“ Ben nahm die Papiere und den gereichten Kugelschreiber, überflog die Formulare und begann zu unterschreiben. Er blickte auf. „D - BD 2408? Heißt das, ich bekomme meinen alten Dienstwagen?“ – „Ja, das hast du Dieter zu verdanken, er hat alle Hebel in Bewegung gesetzt und sich sehr darum gekümmert, dass der Wagen zu uns zurück kommt. Er hat das ganze Jahr unfallfrei überstanden, man glaubt es kaum, das war aber auch nicht bei uns, sondern im Präsidium. Alex fährt den Neuen weiter, und du wieder deinen Alten. So kann ich auch meinen BMW behalten. Bist du fertig? Dann zeig ich dir jetzt dein Büro.“

    Beim letzten Satz mussten Semir und Ben lachen, denn das Büro bräuchte er Ben eigentlich nicht zu zeigen. Und sie lachten auch noch, als sie das Großraumbüro durchquerten und zu Alex in das kleine Zimmer traten. Auf dem Tisch hatte Alex einen Stapel mit den Akten der laufenden Fälle gelegt, damit sich Ben langsam einlesen konnte. So verbrachte er die nächsten beiden Stunden mit dem Durchblättern der Papiere. Semir kam gegen Mittag, um ihn und Alex zum Essen und einer ersten Erkundungsfahrt durch das alte Revier abzuholen.

    Ben saß mittlerweile auf seinem alten Schreibtischstuhl, stieß sich mit den Händen am Tisch ab und drehte sich einmal um sich selbst. „Und Semir“, meinte er zu seinem neuen Vorgesetzten, der in der offenen Bürotür stand, „weißt du, was das schönste an meinem Job hier ist?“ Er ließ den Stuhl ein weiteres Mal kreisen.

    „Dass der Stuhl sich dreht?“, vermutete Semir mit einem breiten Grinsen. „Nein. Dass es mir so vorkommt, als wäre ich nie weg gewesen.“

    Ende

    Epilog

    Viele Fragen sind hier nicht offen geblieben, denke ich.

    Aber da ich diese Geschichte bereits im letzten Jahr geschrieben und anschließend erst „VerBrandt“ beendet habe, möchte ich doch noch etwas zu den Nebenschauplätzen mitteilen, die nun in dieser Geschichte nicht weitererzählt wurden, da sie zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung noch ganz tief in meinem Kopf schlummerten.

    Da wäre zum einen der geplante Umbau der Wohnung von Semir und Andrea, der ja in „VerBrandt“ thematisiert wurde. Wie von ihnen gewünscht wurde dieser im Herbst (also während Semir sich auf die Stelle des PAST-Vorstehers bewarb) durchgeführt. Aus ihrer 3-Zimmer- und der benachbarten 2-Zimmer-Wohnung wurde in einem mehrwöchigen Kraftakt eine geräumige 5-Zimmer-Wohnung geschaffen, in der nun jedes Familienmitglied viel Platz für sich hat. Die Größe der Küche hat sich verdoppelt, das zweite Badezimmer ist nicht nur erhalten worden, es ist jetzt auch durch Verlegung der Tür und einer Leichtbauwand direkt vom Schlafzimmer von Semir und Andrea zu betreten.

    Ein weiterer Punkt wäre Sascha, der ja nun in dieser Geschichte und auch in der folgenden gar nicht erwähnt wird. Er hat nach einer mehrmonatlichen Pause seine Arbeit in seiner Werkstatt wieder aufgenommen. Seine körperlichen Verletzungen sind verheilt, aber seelisch haben er und Claudia den nächtlichen Überfall noch nicht ganz überwunden. Claudia traut sich im Dunkeln kaum noch aus der Wohnung und bekommt schon Schweißausbrüche, wenn sich ihnen von hinten Menschen nähern oder ihnen entgegen kommen, auch wenn deren Absichten absolut harmlos sein mögen. Sie hofft, dass sich ihre Angst mit der Zeit und der Unterstützung – auch durch die PAST-Familie, die sie bekommt, legen und sich hoffentlich nicht auf ihre Kinder übertragen wird.

    Ich muss meine Frage noch mal wiederholen: ANGELN? Semir und Ben?
    Tanita Bach freut sich, aus der Schutzwohnung herauszukommen, die Kinder werden die nötigen belastenden Aussagen tätigen. Was kann jetzt noch kommen? Ein bisher übersehener Komplize, die Flucht aus der Haft oder Happy End?

    Bewerbungen

    Sobald die Ausschreibung in der Folgewoche veröffentlicht war, brachte Semir seine Bewerbung auf den Weg. Die laufende Vertretung von Kim Krüger während ihrer mehrwöchigen krankheitsbedingten Abwesenheit sah er als eine Art Probelauf an und hängte sich rein in die neue Aufgabe.

    Morgens fuhr er weiterhin mit Alex Streife oder widmete sich einem der aktuellen Fälle, an denen sie gerade arbeiteten. Ausklingen ließ Semir die meisten Arbeitstage mit der anfallenden Büroarbeit. Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, konnte er die PAST stets pünktlich verlassen.

    Nur Alex bedauerte diese Wandlung. Er fühlte sich etwas alleine gelassen. Semir war zwar stets zur Stelle, wenn er ihn brauchte, aber die Zeit im Büro ärgerte ihn und seine Lust, alleine rauszufahren, hielt sich mächtig in Grenzen. Insgeheim wünschte er sich, Semirs Bewerbung fände keine Berücksichtigung und sein Partner käme ins Team zurück. Aber eines Tages im Oktober musste er einsehen: Er war hier nicht bei Wünsch-Dir-Was, sondern bei So-Isses. Semirs Bewerbung hatte den Zuschlag erhalten. Er würde zum 1. Januar Dienststellenleiter der PAST werden. Der Platz an der Seite von Alex war frei für einen neuen Partner.

    Und auch diese Stelle wurde landesweit ausgeschrieben. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist von vier Wochen wartete Kim Krüger noch drei Tage ab, um auch den Bewerbern die Teilnahme am Auswahlverfahren zu ermöglichen, deren Bewerbungen den Dienstweg etwas länger auskosten wollten. Dann nahm sie mit einem Schmunzeln – denn auch Bens Bewerbung war darunter – den Stapel von acht Bewerbungen und ging damit zu Semir. „Herr Gerkan? Haben Sie mal ein paar Minuten, hier einen Blick reinzuwerfen, das sind die Bewerbungen auf Ihre Stelle.“ Semir nickte, nahm ihr die Mappen ab und schlug die erste auf. Er studierte die Bewerbung, die bisherigen Einsatzbereiche des Bewerbers, bildete sich ein erstes Urteil und wandte sich der nächsten Mappe zu. So blätterte er sich durch vier Bewerbungen. Bei der fünften Mappe stutzte er beim Namen. Er schaute seine Chefin an, die erwartungsvoll an der Tür stehen geblieben war, richtete seinen Blick zurück auf das Papier, um sich noch einmal zu vergewissern, sich nicht verlesen zu haben. Nein, da stand es schwarz auf weiß: Ben Jäger.

    Semir konnte es nicht fassen. Seine Gedanken wanderten zu ihrem letzten Treffen vor einer guten Woche, und er versuchte sich zu entsinnen, ob er damals irgendwelche Anzeichen hätte feststellen müssen, die auf eine Rückkehr Bens in den Polizeidienst gedeutet hätten. Er schüttelte langsam seinen Kopf. Nein, ihm war nichts aufgefallen. Und heute las er schwarz auf weiß Bens Bewerbung auf seine eigene Stelle.

    Semirs Augen wanderten zu Alex, dann zu Kim Krüger. „Ist das Ihr Ernst?“, brachte er mühsam hervor, bevor er die Mappe an seinen Partner weiter reichte.

    Kim Krüger konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen und meinte: „Und soll ich Ihnen noch was sagen? Unter den anderen Bewerbern ist keiner, der eine ernst zu nehmende Konkurrenz darstellt. Ist doch schön, wenn es mal läuft, oder?“ – „Ich kann es noch gar nicht glauben. Mit keinem Wort hat Ben erwähnt, dass er über eine Rückkehr zur PAST nachdenkt.“

    Und tatsächlich: An Erfahrung, Bewährung, Beurteilung war Ben Jäger von keinem der übrigen Bewerber übertroffen worden. So konnte Kim Krüger ruhigen Gewissens ihre eigene und Semirs Versetzung sowie den Wiedereinstieg von Ben planen und organisieren. Sie hatte keinerlei Bedenken, obwohl ein Dreierteam immer auch Konfliktpotenzial in sich birgt. Aber das wird sich einspielen, da war sich Kim sicher.

    Sie fand es nur schade, nicht selbst Zeugin der Rückkehr von Ben werden zu können, da sie selbst am 2. Januar ihren Dienst im Präsidium antreten würde. Aber ihre Dienststelle und die PAST-Familie zukünftig in guten Händen zu wissen, war beruhigend. Und aus der Ferne würde sie die Entwicklung beobachten.

    Andrea war am Abend ebenso erstaunt über die Entwicklung wie Semir. „Und du hast nichts davon gewusst? Frau Krüger muss doch schon vor Ewigkeiten mit Ben gesprochen haben. Das hat sie doch bestimmt von langer Hand geplant und ganz geschickt eingefädelt.“ – „Nein, Andrea. Ich habe gar nichts geahnt. Sie hat nichts durchsickern lassen, und Ben hat auch die ganze Zeit geschwiegen. Ich war bis heute Morgen überzeugt davon, er wäre so weit entfernt vom Polizeiberuf, wie ein Eisbär vom Südpol. Und auch noch letzte Woche hat er sich absolut nichts anmerken lassen. Und zu dem Zeitpunkt muss er sich ja längst beworben haben.“ – „Also ein abgekartetes Spiel zwischen Kim und Ben.“ – „So sieht es aus. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich über diese Art von Verschwörung böse bin.“

    Die letzten Wochen des Jahres vergingen ereignislos. Kim Krüger packte vor Weihnachten ihre Sachen, übergab ihre laufende Arbeit an ihren Nachfolger und verließ nach einer kleinen Abschiedsfeier die PAST.

    Daran wird Kevin jetzt wohl sehr lange brauchen, um diesen erneuten Schlag zu verarbeiten, hoffentlich stürzt er jetzt nicht wieder in das tiefe Loch, aus dem er sich erst vor kurzer Zeit befreien konnte, sondern lässt sich davon nur umso mehr motivieren, die Täter zur Strecke zu bringen. Er konnte nichts dafür, der Brand war geplant und sie haben es zumindest geschafft, die anderen Kinder und Ayda zu befreien.
    Ich hoffe so sehr, dass Ayda nicht allzu lange im Koma liegen muss.

    Völlig ohne Komplikationen und ohne große Gegenwehr lässt Hornbach sich auf dem Boot festnehmen. Da war die Überraschung wohl gelungen. Sieht nach einem Ende der Geschichte aus. Aber Angeln? Seit wann gehen die "Helden" denn angeln?
    Da kann ja jetzt die gesichtsblinde Zeugin die Schutzwohnung wieder verlassen, oder?

    Stoff zum Nachdenken

    Am nächsten Morgen bestellte sich Kim Krüger ein Taxi und ließ sich in die PAST fahren. „Guten Morgen Susanne“, begrüßte sie die Sekretärin der Kölner Autobahnpolizei. „Frau Krüger?! Sie sollten doch zuhause bleiben und sich schonen“, entrüstete die sich. „Ich muss mit Gerkan sprechen, können Sie ihn bitte in mein Büro schicken? Es ist wichtig.“ – „Mach ich. Kaffee?“ – „Gerne, Susanne.“

    Kim ging langsam an ihren Gehhilfen in ihr Büro und fand ihren Schreibtisch aufgeräumt vor. Sie nickte zufrieden. Die Vertretung schien zu klappen. Kim holte einen Umschlag aus ihrer Handtasche und zog das Schreiben des Polizeipräsidenten hervor, als Semir nach kurzem Anklopfen eintrat. „Sie wollten mich sprechen? Muss ja wichtig sein, wenn Sie dafür Ihre Genesung abbrechen.“ – „Es ist wichtig. Schließen Sie bitte die Tür und nehmen Sie Platz?“ Semir folgte dieser Aufforderung. „Was kann es so wichtiges geben, Frau Krüger? Alle Dienstwagen sind noch heil und auch sonst hält sich der Sachschaden in Grenzen.“ – „Darum geht es diesmal nicht.“ Kim machte eine Pause, weil Susanne mit dem Kaffee eintrat. Diese warf Semir noch einen fragenden Blick zu, der jedoch zuckte nur mit seinen Schultern. Als die Tür wieder ins Schloss gefallen war, kam Kim Krüger zur Sache.

    „Herr Gerkan, ich mache es kurz. Unsere PAST erhält mit den anderen Autobahnpolizeistationen eine gemeinsame Leitung, die im Präsidium in Düsseldorf angesiedelt sein wird. Ich werde die PAST in diese Richtung verlassen.“

    Semir war kurz sprachlos, zwang sich dann aber zu einer Frage: „Aber, was wird dann aus uns?“ – „Jede PAST in Nordrhein-Westfalen erhält eine Dienststellenleitung, die in der Hand eines Ersten Hauptkommisssars liegen wird, eine A12-Stelle, und die würde ich gerne Ihnen anbieten.“ – „Ich und Dienststellenleiter?“ – „Ja“, bekräftigte Kim, „Sie haben fast 20 Jahre Erfahrung, den Respekt aller hier in der PAST, die Sie auch als Chef akzeptieren würden und Sie hätten eine Beförderung in Aussicht, ohne die Dienststelle wechseln zu müssen.“ – „Hmm“ Semir wog seinen Kopf hin und her. „Und Ihre Familie hätte auch mehr von Ihnen.“ – „Aber ich gehöre doch auf die Straße, könnte gar nicht den ganzen Tag hier im Büro sitzen.“ – „Müssen Sie auch gar nicht. Die meisten Aufgaben würde ich mitnehmen und zentral in Düsseldorf erledigen. Ihnen blieben die Personalführung und Einsatzleitung hier vor Ort, Sie wären quasi eine Schnittstelle zum Präsidium. Wenn Sie es geschickt anstellen, wovon ich ausgehe, wären es maximal 3 Stunden ihrer täglichen Arbeitszeit. Bliebe also genug Zeit für Streifenfahrten und Aufklärungsarbeiten mit Alex und“, hier pausierte Kim Krüger einige Sekunden, „seinem neuen Partner.“ – „Neuer Partner?“

    „Ja, bekämen Sie die Stelle, würden Sie ja Ihre jetzige Stelle frei machen, die müsste dann ausgeschrieben werden.“ – „Das wird nicht einfach werden“, befürchtete Semir. „Nicht? Herr Gerkan, fällt Ihnen ad hoc auch nur eine Person ein, die nicht gerne mit Ihnen und Alex zusammenarbeiten würde?“ – „Eine? Dutzende!“ Kim Krüger musste schmunzeln, während Semir zur Kaffeetasse griff und einen großen Schluck nahm. Dann musste auch er lachen. „Wann wird die Sache konkret?“ – „Die Leitung wird ab dem 1.1. in Düsseldorf aufgebaut, also in etwa 4 Monaten. Sollten Sie sich für meine Stelle entscheiden, hätten Sie natürlich ein Mitspracherecht bei der Bewerber-Auswahl.“

    „Aber Ihre Stelle wird doch auch erst ausgeschrieben werden. Da könnte auch ein anderer zum Zuge kommen.“ – „Theoretisch besteht diese Gefahr, aber ich bin da ganz zuversichtlich. Wir suchen jemanden mit viel Erfahrung, und da kenne ich im ganzen Land niemanden, der Ihnen das Wasser reichen kann.“ – „Vielen Dank für diese Einschätzung.“ – „Und Sie könnten sechs Monate lang immer noch wieder zurücktreten, dann wäre alles wieder beim Alten. Überlegen Sie es sich. Die Ausschreibung wird nächste Woche veröffentlicht. Ich rechne stark mit Ihrer Bewerbung. Sie können gehen.“

    Semir verließ das Büro seiner Chefin. Er hatte genug Stoff zum Nachdenken.

    Chefin?

    „Du willst Chefin werden?“, war Andreas erste Reaktion, nachdem Semir ihr am Abend vor dem Einschlafen das Gespräch mit Kim Krüger wiedergegeben hatte. „Wenn, also nur wenn ich mich tatsächlich dazu entscheide, den Job anzunehmen, würde ich die maskuline Bezeichnung vorziehen. Ja, es klang alles eigentlich ganz vernünftig, was die Krüger da aufzählte.“ – „Dann tu es“, lautete Andreas knappe Reaktion. „Du meinst…?“ – „Ja, ich meine, das wäre doch die Chance für dich auf A12, ohne komplett eine andere Tätigkeit annehmen zu müssen.“

    ‚Für Andrea ist die Sache so einfach‘, ging Semir durch den Kopf. „Aber ich müsste einen neuen Partner für Alex finden“, gab er zu Bedenken. „Meinst du, das wird ein Problem, Semir?“ – „Nun ja, zumindest wird es nicht einfach. Alex lässt sich sehr schwer auf neue Leute ein.“ – „Was ihn natürlich grundlegend von dir unterscheidet“, antwortete Andrea mit einem ironischen Unterton, „wie viele Bewerber hast du abgelehnt, bevor du Alex akzeptiert hast? Sieben? Acht? Gib den Bewerbern eine faire Chance. Vielleicht sind einige Rohdiamanten dabei, die nur noch geschliffen werden müssen.“ Semir schwieg eine knappe Minute. „Ich hoffe du hast recht“, sagte er dann. „Heißt das, du bewirbst dich?“, fragte Andrea mit einem hoffnungsvollen Gesichtsausdruck.

    Semir gab ihr einen Kuss zur Antwort. „Ja, ich tu es!“ – „Das freut mich. Ich hoffe, es klappt. Das würde doch dann auch mehr Familienzeit bedeuten, oder?“ Semir rückte einen Stück näher an seine Frau heran. „Zeit“, flüsterte er zärtlich, „die wir sicher sinnvoll nutzen werden.“

    Das ist bestimmt schwer für Sarah, so an der Scheibe zu stehen und nicht zu Ben zu dürfen. Aber ich bin sicher, Susanne lässt gleich nach dem "Nervologen" (O-Ton mein Paps) Semir um die Ecke biegen.

    Auf den Empfang Hornbachs auf dem Boot bin ich jetzt auch mal gespannt.
    Und Pascal macht den Fehler, noch einen Blick in den Wagen werfen zu wollen - so ein Idiot! Wollte er nachschauen, ob Robin noch drin ist oder was? Aber kleine Sünden bestraft Robin sofort und kann sich wehren.
    Das Wiedersehen von Selina mit ihren Eltern war wirklich sehr emotional.

    An der Angel

    Kim ließ Ben Zeit, diese Äußerung erst einmal sacken zu lassen. Dann war die Botschaft bei Ben angekommen. „Sie wollen, dass ich …? Frau Krüger, wollen Sie mir etwa meine alte Stelle anbieten?“ – „Nicht Ihre, Semirs.“ – „Das ist doch dasselbe. Ich weiß nicht, ob ich noch Polizist sein möchte, ich hatte eigentlich mit dem Thema abgeschlossen.“ – „Füllt die Musik Sie aus? Ich habe gehört, sie werden von Ihrem Vater unterstützt?“ Ben schwieg. Woher wusste Kim das? „Und Herr Jäger, wie lange, glauben Sie, würde es dauern, einen geeigneten Bewerber zu finden, mit dem Semir und Alex einverstanden wären?“ – „Alex? Das weiß ich nicht. Semir? Ewig“, schmunzelte Ben. „Sie wären ein tolles Dreierteam, das sage ich Ihnen.“ Ben nickte. Ja, mit Semir und Alex ließe es sich schon aushalten. „Und was das Beste wäre“, fuhr Kim Krüger fort, „Semir müsste seine und Ihre Dienstwagenschäden selbst nach oben melden.“

    „Geben Sie mir etwas Zeit, mir Ihren Vorschlag durch den Kopf gehen zu lassen?“ – „Reicht Ihnen eine Bierlänge, Herr Jäger? Nein, natürlich, 1,2 Tage Zeit hätte ich schon. Aber denken Sie daran, der Buschfunk ist sehr schnell und ich möchte, dass die PAST von den anstehenden Veränderungen von mir und nicht durch die Heizung erfährt." Sie einigten sich darauf, dass Ben Kim Krüger bis zum Abend des folgenden Tages anrufen würde und ihr seine Entscheidung mitteilen würde.

    Ben ließ sich das Angebot von Kim Krüger durch den Kopf gehen, und am nächsten Tag kam er zu einer Entscheidung. Er hatte sich auf einen Zettel das Pro und Contra einer Rückkehr zur Autobahnpolizei notiert.

    Innerlich hatte er mit dem Polizistenberuf abgeschlossen und genoss sein freies Leben ohne die ständige Gefahr für sich und seine Freunde. Doch genau diese würde bei einer Rückkehr wieder auf ihn warten. In den letzten Monaten war er immer wieder in Semirs Fälle gestolpert und in Lebensgefahr geraten. Ein Punkt, der ihm auch zu denken gab, war, dass er sich durch eine Wiederaufnahme seiner Arbeit eingestehen müsste, es als Musiker nicht geschafft zu haben. Und wer gibt schon gerne zu, versagt zu haben? Aber würde auch nur einer von den Kollegen in der PAST schadenfroh sein, denken ‚Sieh an, der Jäger muss wieder arbeiten gehen‘? Nein, Ben war sich sicher, das würde nicht passieren.

    Auf der Pro-Seite seiner Liste stand natürlich zum einen das regelmäßige Einkommen. Sicher würde Konrad Jäger seinen Sohn auch weiterhin finanziell unterstützen und für das eine oder andere Extra auf seinem Konto sorgen, seinen Lebensunterhalt aber wollte Ben schon gerne selber bestreiten. Er hatte in den letzten Monaten schon ein schlechtes Gewissen gehabt, jeden Gang in den Supermarkt eigentlich vom Geld seines Vaters bezahlt zu haben.

    Was aber am meisten wog und letztendlich seine Entscheidung maßgeblich beeinflusste, war die Vorstellung, wieder mit Semir zusammenarbeiten zu können. Die PAST war damals seine Familie und könnte es wieder werden.

    Überwog dieses Argument nicht alle Punkte, die gegen eine Rückkehr sprachen? War er nicht gerne bereit, für Semir, für Alex, für Bonrath und für Jenny vollen Einsatz zu geben und – wenn es hart auf hart käme – auch sein Leben?

    Ben riss seinen Pro-und-Contra-Zettel entschieden durch und griff zum Telefon.

    Da will Sarah mal ein paar Stunden mit ihrem Sohn und Hildegard verbringen, aber es ist ihr nicht vergönnt. Sie muss wieder in die Klinik zu Ben.
    Brummer verarztet sich derweil selbst mit Kräuterumschlägen, ernährt sich aus der Natur und träumt von einer Flucht mit seiner Frau. Na, die wird sich freuen und hoffentlich gleich Semir benachrichtigen, wenn sich ihr Mann bei ihr meldet.

    Sie haben Ayda gefunden! Hoffentlich noch so rechtzeitig, dass sie aus dem Koma geholt werden kann. Auch andere Kinder konnten befreit werden, kurz bevor im Haus Sprengsätze hochgehen und das Versteck in Flammen aufgeht. Aber ist da jetzt wirklich ein weiteres Kind ums Leben gekommen? Als schon die Rettung vor seiner Tür stand?
    Aber jetzt ab ins Krankenhaus mit Ayda!

    Angebot

    Das Strandbad war am Donnerstag gut gefüllt. Bei der Hitze wollten viele nach einem langen Tag in den umliegenden Büros noch den lauen Sommerabend an der frischen Luft am Wasser genießen. Die Gäste lagen in den Liegestühlen, saßen an der Bar oder in den Sitzecken, einige standen auch in der Nähe der Sunbeach-Bühne und bewegten sich zur Musik. Allerdings waren die meisten der Zuhörer nicht wegen ihrer Musik gekommen, sondern weil das Wetter so schön war und sie mit Freunden und Kollegen abhängen wollten. Das machte sich leider auch beim Applaus bemerkbar, der eher höflich als frenetisch war. In der Pause verließ Ben die Bühne, um sich an der Bar etwas zu trinken zu holen.

    Er sah, wie sich eine schlanke Frau mit langen Haaren, aus einem der Sessel erhob, zu zwei Geh-Hilfen griff und sich auf ihn zubewegte. Ben betrachtete die Frau, dann erkannte er sie und legte seinen Kopf etwas auf die Seite. Er machte drei Schritte auf seine ehemalige Chefin zu, zwang sich zu einem Lächeln und begrüßte sie mit den Worten: „Frau Krüger? Was machen Sie denn hier?“ – „Herr Jäger! Ihre Musik gefällt mir, wie geht es Ihnen?“

    Damit traf sie einen wunden Punkt bei dem Ex-Polizisten. „Geht so, es könnte besser sein. Und Sie? Sie sind verletzt!“, stellte er fest. „Ja, ich bin letzte Woche angeschossen worden, aber es verheilt gut. Ich bin gekommen, um mit Ihnen zu reden. Haben Sie ein Stündchen Zeit für mich?“ – „Wir haben nur eine kurze Pause, aber nach dem Konzert, so kurz nach 21:00 Uhr, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Geht es um Semir? Ist mit ihm alles in Ordnung?“, fragte Ben besorgt. Er hatte sich lange nicht mehr bei seinem Freund gemeldet und deswegen kurzzeitig ein schlechtes Gewissen. „Das hoffe ich doch, schließlich vertritt er mich in der PAST. Ja, am Rande hat es auch mit ihm zu tun. Er weiß aber nicht, dass ich mit Ihnen spreche, und ich würde Sie bitten, ihm nichts von unserer Unterhaltung zu erzählen.“ – „Jetzt machen Sie mich neugierig, Frau Krüger. Ich muss wieder auf die Bühne, wir sehen uns nachher.“

    Die zweite Hälfte des Konzerts verlief etwas erfolgreicher als der Part vor der Pause. Anscheinend hatten die Gäste mittlerweile alle Neuigkeiten ausgetauscht und nun auch ein Ohr frei für die Musik. Ben Jäger und seine Band mussten sogar eine Zugabe geben und hatten nach einer kurzen Unterredung mit dem Veranstalter auch die nächsten Konzerttermine unter Dach und Fach. Seine Laune war entsprechend gut, als er zu Kim Krüger trat.

    „So, Frau Krüger, was haben Sie denn mit mir zu besprechen?“ – „Um es kurz zu machen. Ich werde die PAST verlassen.“ – „Was? Warum das denn? Ist es wegen …“ – „Nein, das hat nichts mit der Verletzung zu tun“, deutete Kim Bens fragenden Blick korrekt, „es kommt nur zeitgleich. Sagt Ihnen Uwe Theiner etwas?“ – „Uwe Theiner?“, überlegte Ben, „Nein, nie gehört. Wer soll das sein?“ – „Uwe Theiner ist Projektleiter in der Abteilung Organisation im Polizeipräsidium. Es ist geplant, die Polizei neu zu strukturieren. Wie Sie vielleicht noch wissen, gibt es in Nordrhein-Westfalen mehrere Autobahnpolizeistationen, die zurzeit jeweils über eine eigene Leitung verfügen. Jetzt ist geplant, ab dem nächsten Jahr, die Leitung aller Stationen ins Präsidium zu verlagern und zusammen zu legen.“ – „Sie wollen die PAST vom Präsidium aus leiten?“ – „So könnte es aussehen. Theiner hat mir den Posten schmackhaft gemacht, hinzu käme dann auch die Leitung der anderen Stationen. Weggehen müsste ich in jedem Fall, denn die einzelnen Stationen behielten lediglich einen Vorsteher, der den Teil der Leitungsaufgaben übernimmt, die eine Anwesenheit in der Dienststelle unbedingt erforderlich machen. Und für den Posten komme ich mit meiner Besoldung nicht in Frage.“

    „Und was habe ich mit der ganzen Sache zu tun?“, wollte Ben nun genau wissen. „Ich sähe gerne Gerkan auf dieser Stelle.“ – „Semir als Bürohengst? Das ist doch schon einmal mächtig in die Hose gegangen“, erinnerte Ben an einen kurzen Ausflug seines Partners zum LKA vor wenigen Jahren. „So viel Büroarbeit wäre es gar nicht, das meiste würde ich ja mitnehmen. Dienstplan, Urlaubspläne, die Dienstaufsicht, all das füllt sicher nicht den ganzen Tag. Und die Pläne bereitet doch jetzt auch schon Susanne so vor, dass er sie eigentlich nur noch gegenzuzeichnen bräuchte. Da käme er bestimmt noch genug auf die Straße. Es hätte für ihn auch Vorteile, die Stelle ist höherdotiert, eine Beförderung also möglich, und er bräuchte dafür nicht die Dienststelle zu wechseln.“ – „Das würde Semir bestimmt auch nicht tun. Die PAST ist seine Familie, und ich denke, er würde auf eine Beförderung verzichten, wenn er dafür woanders arbeiten müsste“, stimmte Ben seiner ehemaligen Chefin zu. „Mehr Geld, mehr Tage, an denen er pünktlich Feierabend hätte, das käme auch seiner Familie zuhause zugute.“ – „Aber was hat das mit mir zu tun? Soll ich Semir diesen Vorschlag unterbreiten, oder warum kommen Sie zu mir?“ – „Sollte es so laufen, wie ich es ausgeführt habe, ich zum Präsidium gehen, Gerkan meine Stelle übernehmen, dann hätten wir eine freie Stelle für einen Hauptkommissar.“

    aber Alex darf er nicht vertreiben

    Keine Angst, so weit wird es bei mir sicher nicht kommen!

    Alex sinniert über Fernsehprogramm und Werbung?

    Habt ihr euch mal die rtv dieser Woche angesehen? Da wird einem schlecht! Hier die Werbeanzeigen: Kreuzfahrt, Arznei gegen Bindegewebsschwäche, Schmerzen und Reizdarm, Urlaub, Treppenlift, Krankenfahrstuhl, Treppenlift, Arznei, Arznei, Kreuzfahrt, Bahnreisen, Wellnessreise, Treppenlift, Rollstuhl, Luxusurlaub, Reise, Treppenlift, Elektromobil, Badewannenlift, Treppenlift,Reise und Trepenlift ... und das alles nett neben dem Fernsehprogramm angeordnet. Ist doch kein Wunder, wenn Alex (oder Edda) darüber sinniert, oder?

    So, nun bin ich endlich dazu gekommen, das Staffelfinale ein zweites Mal zu sehen, und ich kann mich in den meisten Punkten meinen Vorrednern anschließen: Es war eine großartige Folge, aber im Rahmen der vielen großartigen Folgen dieser Staffel auch wieder nicht die allerbeste.

    Die Erzählweise aus den vier Blickwinkeln, die sich dann in der Explosion trafen, war super (hat aber wohl auch so einige Cobra-Fans überfordert, siehe entsprechende Kommentare auf Facebook), die Story an sich relativ einfach: ein Psychopath will sich bei seiner Psychologin rächen, mit der auch der Oberstaatsanwalt Sander sein übles Spiel weiterspielen wird. Alles trifft sich in dem Lokal.

    Dana tanzt Semir ja ganz schön auf der Nase herum, ein Joint würde mir da aber auch zu weit gehen. Bei der Szene vor dem Gericht zeigte sich Sander ja wieder von seiner netten Seite. Arme Andrea, dass sie dort arbeiten muss. Die Unterhaltung von Alex und Semir war sehr humorvoll, wie Alex versuchte, Semir von der Palme wieder herunterzubringen, auf die Dana in gebracht hatte, war sehr gelungen. Dann die Explosion auf der Autobahn, sauber gemacht auch fliegenden Tonnen. Semir kommt zu spät am Restaurant an, er kann nicht verhindern, dass die Bombe explodiert, während sich seine Kollegen im Gebäude befinden.

    Jenny öffnet sich mittlerweile der Psychologin, die ihr von ihrem Termin in dem Restaurant erzählt. Sie wird zur Geiselname gerufen und betritt das Lokal durch den Lieferanteneingang. Ich finde Jennys Auftritt in dieser Folge sehr gut, sie kann die Leute aus dem Lokal retten, während die Frings den Geiselnehmer ablenkt. Leider stellt sie sich völlig ohne Deckung den Schüssen des Geiselnehmers und wird getroffen.

    Alex boxt mit Jenny, der Sport ist sicher genau das richtige, um sich abzureagieren. Witzig und klasse fand ich den Bezug zur Folge „Die letzte Nacht“ („Als ich mich das letzte Mal gegen eine Frau gewehrt habe, konnte ich mir ganz schön was anhören“), sollte das etwa am selben Drehbuchautor liegen? ;) Alex kann den Amokläufer zum Lokal verfolgen und nutzt denselben Eingang wie Jenny. Was folgt, ist auch für mich das Highlight der Folge: der Zweikampf zwischen Alex und dem Geiselnehmer. Auch ich habe den Atem angehalten, als er seinen Kopf mit der Tür zerschmettern wollte. Jenny rettet Alex das Leben, weil sie sich noch einmal aufraffen kann, und den Geiselnehmer jetzt richtig trifft. Die spannende Szene zwischen Alex, Jenny und dem schießbereiten Sander beendet die Explosion, die Jenny, Alex und Sander verschüttet.

    Sander und Kim Krüger… die Entwicklung wurde ja schon in den letzten Folgen angedeutet. Er lässt absolut keinen Zweifel daran, was er plant und denkt und was für ein A… er ist. Der Abend mit Isabel Frings beginnt schon spannungsgeladen. Er hat auch etwas in der Hand gegen die Psychologin, da sie das Gespräch aber aufgezeichnet hat, könnte auch sie Sander schaden. Dann fährt der Amokläufer in das Lokal.

    Die Szenen im Lokal nach der Explosion: gespenstig, super gefilmt, überall Staub und Dreck, die kurze Szene zwischen Kim und Semir ergreifend, dann die Erlösung: Alex und Jenny können gerettet werden. Aber auch Sander hat überlebt und fühlt sich als Sieger, bis … ja, bis Isabel auch noch gefunden wird und lebt, und er hat das Aufnahmegerät verloren. Das sieht nicht gut aus für den Staatsanwalt. Ich denke, im Herbst wird er seine Karriere, seine Freiheit und auch seine Beziehung mit Kim Krüger an den Nagel hängen können.

    Aber nach der Lektüre einiger Spoiler hatte ich einen „richtigen“ Cliffhanger erwartet. Das ist sicherlich eine Definitionsfrage, aber für mich ist lediglich die Story nicht zu Ende erzählt. Damit kann ich die Sommerpause gut überleben. Cliffhanger hätte ich es genannt, wenn die Story genau in dem Moment geendet hätte, in dem Semir und Kim auf das explodierte Gebäude gestarrt hatten und uns im Unklaren über das Schicksal der verschütteten „Helden“ gelassen hätte.