Puh, da war ich froh, dass Ben zumindest die Höhle verlassen konnte (da drin wäre er doch nie gefunden worden, war meine Befürchtung), und dann lese ich da etwas von Landminen? Und Semir ist nicht zu erreichen, weil er gerade in einer Behandlung ist. Der wird sich nachher sicher Vorwürfe machen, das Handy nicht immer dabei gehabt zu haben.
Und Bescheid wissen die Bösen auch, wer Ben ist, dass er mit seiner schwangeren Freundin da ist, die jetzt auch in Gefahr ist, dann ist der Weg zu Andrea und Semir nicht weit. Mensch ist das spannend!
Beiträge von Yon
-
-
Abendessen geht nicht, ich gehe heute in die Stromberg-Premiere und da schleppe ich nicht meinen Laptop mit ins Kino. Der bleibt bis Donnerstag im Büro eingeschlossen. Morgen bin ich rechnerlos und betrete auch mein Büro nicht, da ich anderweitig zu tun habe. Sorry, aber heute geht es wirklich nicht.
-
Endlich!
Eine Augenzeugin meldet sich, ein Lichtblick! Hoffentlich bringt ihr Video Klarheit!
Obwohl ich die Zeugin dafür küssen möchte, einen Rüffel hätte sie auch verdient, wie kann die, nachdem sie eine Schießerei gefilmt hatte, einfach in den Urlaub fahren und sich nicht gleich als Zeugin stellen. Die muss den Tatort ja fluchtartig verlassen haben, denn die Polizei war ja schnell vor Ort und hat alls Zeugenaussagen aufgenommen, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.
Aber jetzt finden sich hoffentlich die Beweise, die Semir entlasten können. -
Wozu der allerdings ein Flugzeug braucht, um von Garmisch nach Südtirol zu kommen, ist mir schleierhaft
Na, wenn bei ihm das Flugzeug neben dem Auto geparkt ist, würde ich mich auch für die Flieger entscheiden, anscheinend ist es ja sein eigenes.
Und Smarty meinte bestimmt den Süden von Tirol, das wäre dann wieder Österreich.Der Polizist hält dem Besucher gleich die Pistole auf die Brust, sehr "professionell". Jetzt haben sie also auch Ralf Schmitt, solange der sie zu Ben führt, in Ordnung. Denn den wollen sie einfach Verhungern lassen und mit dem Flugzeug fliehen. Hoffentlich kommen sie nicht so weit, vielleicht kann Ralf da auch der Polizei entscheidende Tipps geben.
-
Lena macht sich Sorgen
Lena hatte früh Schulschluss, da ihre Sportlehrerin erkrankt und keine Vertretung möglich war. So fiel ihre letzte Doppelstunde aus und sie trat schon um 12:20 den Weg nach Hause an. Die 14-jährige wohnte mit ihren Eltern in einem kleinen Einfamilienhaus am Stadtrand von Kerpen und nahm den Linienbus bis zur Haltestelle „Waldweg“, von wo aus sie noch etwa eine viertel Stunde zu Fuß benötigte, um zu ihrem Elternhaus zu gelangen.
Der Weg führte an einer Pferdekoppel vorbei, wo Eva Lange, eine Frau aus der Nachbarschaft ihre vier Pferde laufen ließ. Die Tiere waren ganzjährig auf der Weide, ein Offenstall bot ihnen Schutz vor dem Wetter. Frau Lange schaute üblicherweise mehrmals am Tag nach ihren Tieren, sie war nicht berufstätig und hatte deshalb viel Zeit. Jeden Morgen mistete sie den Stall aus, legte neues Stroh hinein, füllte die Raufen und Netze mit frischem Heu. Sie sorgte auch dafür, dass stets genug Wasser zum Saufen zur Verfügung stand, gerade im Winter war die Gefahr des Einfrierens der Tränke gegeben.
Lena hatte insbesondere ein kleines schwarzes Pony in ihr Herz geschlossen, welches meist neugierig zum Zaun lief, wenn sie davor stehen blieb. Auch heute war es nicht anders. Während sie das Pony streichelte, schaute sie sich den Unterstand am Offenstall an und ihr fielen die leeren Heunetze und –raufen ins Auge. „Nanu“, sprach sie verwundert zu dem Vierbeiner, „hat Eva euch heute nichts zum Fressen gebracht?“ Sie schlüpfte zwischen den Zaunlatten hindurch und sah sich den Stall genauer an. Auch drinnen schien heute noch niemand gewesen zu sein, kein frisches Stroh, kein Heu. Sie betätigte noch die Tränke. „Na, wenigstens läuft das Wasser noch.“
Lena verließ die Pferdeweide und nahm sich vor, gleich nach dem Mittagessen bei Eva Lange vorbeizuschauen. Vielleicht war sie krank geworden? Zweihundert Meter hinter der Koppel war das schmucke Häuschen, in dem Lena wohnte. Sie betrat den Flur: „Mama! Ich bin jetzt schon da. Sport ist ausgefallen!“ – Da ihre Mutter noch nicht mit dem Eintreffen ihrer Tochter gerechnet und dementsprechend kein Mittagessen vorbereitet hatte, hatte sie nichts dagegen, dass Lena sich erst auf den Weg zu Eva Lange machte.
Das Haus der Langes war ein alter Bauernhof, der am Ende einer langen Auffahrt lag, die auf einem Innenhof mündete, welcher von drei Seiten zugebaut war. Rechts lag eine große Scheune, die als Garage und Heulager Verwendung fand. Die Doppeltür war geschlossen, davor stand in der Hausecke ein zugeschneites Quad mit einem Anhänger, mit dem Eva Lange immer das Heu und anderes Futter zur Pferdekoppel brachte. Mittig – mit Blick zur Auffahrt – befand sich das zweistöckige Wohnhaus mit den schmucken Gardinen im Fenster, links und rechts von der hölzernen Eingangstür Kletterrosen, deren letzte vertrocknete Blüten jetzt kleine Schneehütchen trugen. Die linke Seite des Hofs beherrschte eine weitere Scheune oder einen Stall, Lena wusste nicht genau, welchen Zweck dieser Gebäudeteil hatte, die Fenster waren mit der Zeit blind geworden. Als sie vor längerer Zeit einen Blick hineinwarf, sah sie nur altes Gerümpel.
„Nicht mal Schnee gefegt hat Eva heute“, wunderte sie sich und stapfte durch den knöcheltiefen Schnee zur Eingangstür. Sie klingelte lange, klopfte und benutzte schließlich die Klinke. Die Tür ließ sich leicht öffnen, sie war nicht abgeschlossen. „Eva!“, rief sie in das Haus, „Bist du zuhause?“ Sie trat sich den Schnee von ihren Stiefeln und machte zwei Schritte in den Flur, um ihre Rufe zu wiederholen. „Eva! Wo bist du?“
Die erste Tür auf der linken Seite führte in die Küche. Lena steckte nur ihren Kopf, sie wollte nicht überall nasse Fußspuren hinterlassen, durch den Türspalt. Was sie sah, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Sie schrie auf und rannte kreidebleich, ohne die Türen hinter sich zu schließen aus dem Haus, auf den Hof hinaus, die Auffahrt hinunter und den Feldweg zu ihrem Zuhause entlang, riss die Haustür auf und warf sich ihrer Mutter schluchzend in die Arme. „MAMA!“
Nur stockend konnte Lena ihrer Mutter erzählen, was sie gesehen hatte. Diese rief sofort die Polizei.
Da ich morgen kein Kapitel einstellen kann, weil ich keinen Rechnerzugang habe, hier noch ein kleiner Spot
Externer Inhalt www.youtube.comInhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt. -
Dass die beiden Semirs Haus unbemerkt haben verlassen können, grenzt an ein Wunder bei der Belagerung. Aber das hätte ihnen auch vorher einfallen können, dass Semir woanders besser aufgehoben ist. Ich hoffe jetzt auch, dass er seinen Rausch ausschläft, einen ordentlichen Kater hat und Hartmut endlich etwas gefunden hat, was Semir entlasten könnte.
-
Mangelnde Neugier kann man Ben nicht vorwerfen, ich wäre da sicher nict alleine in diesen Felsspalt gegangen. Und jetzt steht zumindest fest, dass dort etwas Illegales läuft.
Wieso habe ich die Befürchtung, dass er nicht unbehelligt diese Höhle verlassen kann? Ist er erwischt worden? Oder sieht er etwas anderes, das seinen Atem stocken lässt? -
Im Krankenhaus
Auf gut Glück fuhren Alex und Semir nach Kerpen ins Krankenhaus. Dr. Krauth hatte sich zwar noch nicht gemeldet, aber die Kripo-Beamten wollten sich vor Ort ein Bild von dem Unfallopfer machen. Nicht nur Semirs Bauchgefühl sagte ihm, dass ein Mensch nicht grundlos, ohne einen bestimmten Antrieb im Dunkeln auf die Autobahn läuft. Und was diese junge Frau auf die Autobahn getrieben hatte, das wollte er möglichst bald in Erfahrung bringen. Sie stellten den BMW auf dem Besucherparkplatz ab und betraten die Klinik. Semir hatte den schwarzen Rucksack mitgenommen. Zumindest ihre Sachen könnte die Unbekannte wieder bekommen. Am Empfang wurde ihnen von der Angestellten die Station genannt, es war die 32, dort sollten sie sich dann weiter durchfragen. Dr. Krauth wäre auch im Hause, sie wäre gerne bereit, ihm zu sagen, dass Besuch für die Unbekannte da sei. Dieses Angebot nahmen die beiden Polizisten gerne an und gingen in Richtung Treppenhaus.
Die Station 32 lag im dritten Stock. Ein langer Gang, den sie vom Treppenhaus aus betraten, führte an einer Reihe von Patientenzimmern vorbei. Den Zimmern gegenüber befand sich der Empfangstresen, dahinter Aufenthaltsraum und Teeküche. Als Semir an den Tresen trat, schritt ein glatzköpfiger Mittfünfziger aus dieser Teeküche und stellte sich ihnen als Dr. Krauth vor. Nachdem sich auch Semir und Alex ausgewiesen hatten, meinte der Arzt: „Ich hatte Ihnen doch gesagt, ich würde mich melden, wenn ich ein Gespräch mit der Patientin befürworte, Herr Gerkan.“ – „Ja, aber mein Kollege und ich waren gerade in der Nähe, und da dachten wir, wir fragen einfach mal nach.“ – „Dann kommen Sie, aber nur einer bitte.“ Alex hob abwehrend beide Hände, das würde er doch gerne seinem älteren Kollegen überlassen, und wandte sich einem Stuhl zu, der an der Wand hinter dem Empfang stand.
Semir betrat das Patientenzimmer gemeinsam mit dem Arzt, der sich allerdings lediglich vergewisserte, dass die Patientin wach war. „Ich habe Ihnen Besuch mitgebracht“, sagte er zu ihr, als sie den Kopf zu den eingetretenen Männern drehte. „Herr Gerkan ist von der Polizei und möchte Ihnen ein paar Fragen stellen. Sind Sie dazu bereit?“ – „Ich weiß nicht“, kam es leise aus dem Bett. „Ich warte dann draußen. Und machen Sie es kurz, bitte.“ Den letzten Satz sprach er nicht mehr zu seiner Patientin, sondern zu Semir. Dieser nickte und der Arzt verließ das Zimmer.
„Guten Abend, mein Name ist Semir Gerkan, ich komme von der Kripo Autobahn.“ Sie nickte. Offenbar verstand sie genau, was er sagte. Das war schon mal ein gutes Zeichen. „Sagen Sie mir, wie Sie heißen?“ Sie schüttelte energisch den Kopf. „Nein.“ – „Nein? Können Sie mir den Namen nicht sagen, oder wollen Sie nicht?“ Semir zog sich einen Stuhl von unterhalb des Tisches hervor und setzte sich. Den Rucksack legte er auf den Tisch. Das könnte vielleicht doch länger dauern. Auf seine Frage erhielt er keine Antwort. „Sie wissen aber schon, wer Sie sind?“, fragte er jetzt, und erhielt ein leichtes Nicken zur Antwort. „Können Sie sich daran erinnern, was passiert ist?“ – „Ich kann mich an Schnee erinnern, ich bin durch Schnee gelaufen, habe Lichter gesehen und bin dann hier aufgewacht.“ - „Sie sind auf die Autobahn gelaufen und wurden von einem Wagen angefahren. Sie haben viel Glück gehabt, sind weich gefallen und das Auto ist gekrochen. Sie hätten sehr viel schwerer verletzt werden können.“ – „Es war so dunkel, ich wollte zum Licht“, versuchte die Frau, ihr Vorhaben zu erklären.
„Woher sind Sie gekommen? Wurden Sie verfolgt, gejagt? Sind Sie geflohen? Warum haben Sie das Schneefeld überquert?“ – „Da möchte ich nicht drüber reden! Ist das in Ordnung?“ Semir musste tief Luft holen, um in einem ruhigen Ton sagen zu können: „Für heute ja. Aber ich werde so oft wiederkommen, bis Sie es mir gesagt haben. Wird Sie jemand vermissen? Sollen wir jemanden anrufen?“ – „Nein!“, kam es bestimmt von der Patientin.
„Ich lege Ihnen meine Karte auf Ihren Nachttisch, falls Sie mit mir reden wollen oder -“, Semir schoss ein Gedanke durch den Kopf, „ - oder möchten Sie lieber mit einer Kollegin sprechen? Das verstehe ich, ich kann einer Kollegin Bescheid geben.“ – „Nein!“ Ihre Antwort unterstrich sie mit einem leichten Kopfschütteln. – „Schweigen hilft Ihnen bestimmt nicht. Wir haben uns Ihren Rucksack angesehen, weil wir hofften, so Ihre Identität ermitteln zu können, leider ohne Erfolg. Nur die Namen Miriam und Katja sind aufgetaucht. Heißen Sie so? Katja? Oder Miriam? Oder sind es Verwandte von Ihnen?“ – „Ich möchte dazu nichts sagen, bitte.“
Semir gab für den Tag auf. „Das ist Ihre Entscheidung. Aber rufen Sie mich bitte an, falls Sie es sich anders überlegen“, bat er noch. „Ich überlege es mir.“ – „Gut, dann werde ich Sie für heute allein lassen. Aber wir können Ihnen helfen, egal was es ist, das sollten Sie wissen.“ Damit verließ Semir das Krankenzimmer.
‚Wenn der wüsste, wie dicht er schon an der Wahrheit gekratzt hatte. Irgendwann würde sie es erzählen, aber noch nicht heute‘, waren ihre letzten Gedanken, bevor sie einschlief.
Draußen auf dem Flur nickte er Alex zu: „Komm, lass uns fahren, die schweigt sich aus. Aber sie weiß genau Bescheid, was geschehen ist, wir werden es auch ohne sie herausfinden, wenn wir erst wissen, woher sie gekommen ist.“ Sie verließen die Station und Semir blickte auf sein Handy. Während er bei dem Unfallopfer im Zimmer war, hatte er es lautlos gestellt. Jetzt sah er, dass Ben angerufen hatte und rief seinen Freund umgehend zurück. „Hallo Ben …..ja, ich war gerade bei ihr….nein, wir wissen noch nicht, wer sie ist, sie möchte nicht darüber reden…können könnte sie schon, nur wollen wollte sie nicht… und ich kann es schließlich nicht aus ihr herausprügeln…Wie? - Nein Ben, das mache ich auch sonst nicht, falls du dich entsinnst…geht so, bis auf den Armbruch, den Prellungen am Bein und der leichten Gehirnerschütterung hat sie Glück gehabt, sie ist weich gefallen….Willst du wirklich? Vielleicht hilft es ...tu das … solltest du aber etwas erfahren, rufst du mich an, ja? Okay Ben, bis dann.“ Semir steckte sein Handy wieder ein. Mittlerweile waren sie am Auto angekommen. „Ben will sie morgen besuchen.“
***
In der PAST angekommen, mittlerweile war es später Nachmittag, veranlasste Semir noch, dass die Streifenwagenbesatzungen das Bild der Unbekannten erhielten und sich in einem Radius von 10km um Neu-Günzheim herum umhörten. Dann machten er und Alex Feierabend und fuhren nach Hause.
-
und was Tom Beck dazu wohl sagen würde, dass es den Leuten nur ums Aussehen geht
Ich glaube, es ist Tom Beck durchaus bewusst, dass sein Aussehen sein größtes Kapital ist.
-
Also, das ist wirklich nicht der Semir, den wir kennen. Der ist ja so was neben der Spur.
Bierdosen und leere Pizzakartons - die Metaphern für ein verlottertes LebenIch frage mich nur, was hat Semir davon abgehalten, sich unten im Wohnzimmer zu erschießen und stattdessen mit der Waffe ins Badezimmer zu gehen?
Zum Glück ist Ben gekommen und versucht, seinen Freund jetzt mit kaltem Wasser halbwegs wieder zu ernüchtern. -
Wie romantisch: tolle Wellness-Behandlungen, eine Kutschfahrt im Schnee, Schmuckgeschenk ....
Wenn nur, ja, wenn da nur nicht die Beobachtungen von Ben wären: der Mann am Auto, der auch noch als Handwerker im Hotel arbeitet. Ben sollte vielleicht Semir mal fragen, was er von diesen Beobachtungen hält, aber der würde ihn wahrscheinlich auch nur Paranoia unterstellen. -
Spuren im Schnee
Semir und Alex machten sich auf den Weg zur Unfallstelle. Die Autobahn war jetzt im Gegensatz zum Vorabend sehr gut befahrbar, der Schnee zur Seite geräumt. Nichts erinnerte an die Auffahrunfälle und daran, dass hier eine junge Frau vor Bens Auto gelaufen war. Semir hielt den BMW mit eingeschalteten Warnblinklichtern auf der Standspur ab. Alex und er stiegen aus und sahen sich um.
Durch die Schneeräumaktion war die Stelle, an der Frau die Autobahn betreten hatte, nicht mehr deutlich zu erkennen. Die Böschung war von dem geräumten Schnee bedeckt und so waren keine Fußspuren mehr zu sehen.
Semir schob den Reißverschluss seiner Winterjacke ganz nach oben und stapfte durch den Schnee auf die Böschung, um deren Rückseite zu inspizieren. Und hier waren Spuren im tiefen Schnee zu erkennen. Sie führten über ein verschneites Feld in gerader Linie von der Autobahn zu der kleinen Landstraße. „Alex“, rief er seinem Kollegen zu, „wie heißt das Dorf dort hinten? Da müssen wir hin! Ich brauche die Kamera!“ Alex, der noch in der Nähe des Dienstwagens stand, nahm die Straßenkarte und die kleine Digitalkamera aus dem Handschuhfach und machte sich auf den Weg zu Semir. Sie breiteten die Karte aus. „Das müsste Neu-Günzheim sein“, stellte Semir fest. „Dann lass uns dort hinfahren, oder willst du über das Feld?“ Alex betrachte, während er Semir antwortete, das von einem Stacheldraht eingezäunte verschneite Feld, auf dem die tiefe Spur deutlich zu sehen war, die die Frau auf ihrem Weg zur Autobahn verursacht haben muss, obwohl sie durch den Neuschnee schon wieder gut aufgefüllt war. „Nein. Ich werde nur ein paar Fotos machen.“ Semir nahm von Alex die Kamera entgegen und machte sich auf den Weg, die Böschung runter zur Fußspur.
„Wir werden das Foto der Frau allen Streifenwagen zusenden, die sich hier in der Nähe einmal umhören sollten. Irgendjemandem ist die Frau vielleicht aufgefallen, eventuell stammt sie sogar aus diesem Dorf – wie heißt es noch gleich?“ – „Neu-Günzheim“ – „Neu-Günzheim, so viele Einwohner kann es hier ja nicht geben.“ Alex und Semir rollten langsam die Dorfstraße von Neu-Günzheim entlang, es war auch die einzige Straße im Ort. Als sie das letzte Haus hinter sich gelassen hatten, stellten sie den BMW am rechten Straßenrand genau gegenüber einer Feldauffahrt ab, auf der die Fußspur in Richtung Autobahn seinen Anfang nahm. Leider war nicht zu erkennen, aus welcher Richtung sie kamen, nur, dass sie von dieser Feldauffahrt, über ein Eisengatter auf das Feld und dann schnurstracks auf die Autobahn führten, welche man von hier deutlich hören konnte. Die beiden Polizisten stellten sich nebeneinander an das Gatter und blickten in die Richtung, welche die Frau genommen haben muss. „Gestern Abend“, begann Semir, „war es dunkel. Stell dir vor, sie kam entweder durch dieses Dorf, oder auf dieses Dorf zu, was könnte sie bewegt haben, über dieses Feld auf die Autobahn zuzugehen?“ Alex schwieg, dann äußerte er seine Vermutung. „In diesem Ort ist doch um 18:00 Uhr kein Mensch auf der Straße, es war kalt und hat geschneit. Dann war sie hier an diesem Feld und hat die Lichter der Autobahn gesehen. 17:00 oder 18:00 Uhr, um diese Zeit ist die A4 dicht befahren. Nur, warum hat sie an keiner Tür geklingelt?“ – „Vielleicht traute sie sich nicht? Vielleicht hat sie ja sogar, und wurde abgewiesen? Wir müssen rausfinden, wer sie ist und woher sie kam, dann werden wir auch Antworten auf diese Fragen finden.“ – „Dann lass uns hier im Dorf anfangen.“
Sie klapperten Haus um Haus, Hof um Hof ab und befragten die Bewohner Neu-Günzheims. Zur fraglichen Zeit waren viele Bewohner noch gar nicht zuhause, weil sie in den umliegenden Ortschaften oder in Köln zur Arbeit waren, die beiden Landwirte, die noch Landwirtschaft betrieben, waren im Stall, um die Kühe zu melken, andere Bewohner wegen des Wetters im Haus. Keiner hatte eine Frau durch das Dorf gehen sehen. Kein Auto war aufgefallen. Alle waren erschüttert über die Unfallnachricht, über das, was sich direkt hinter ihren Feldern auf der Autobahn zugetragen hatte. Drei Stunden nach Beginn der Befragung waren Alex und Semir wieder am Dienstwagen angekommen und traten die Rückfahrt zur PAST an. „Hier scheint sie nicht herzukommen. Niemand hat sie auf dem Bild erkannt“, fasste Semir ihre ergebnislose Befragung zusammen, „wir fahren beim Krankenhaus in Kerpen vorbei. Vielleicht hat sie sich schon zu ihrem Namen geäußert.“
-
Ich kann mir die Situation im Café auch nicht vor meinem inneren Auge vorstellen.
Wie du dir den Felix vorstellt, gehört meiner Meinung nach nicht in eine Fußnote, sondern in die Geschichte selbst, ich als Leser möchte ihn mir doch auch vorstellen. -
Meinen Vorschreibern ist eigentlich nichts hinzuzufügen. So bringt es keinen großen Spaß, deine Geschichte zu lesen. Ich werde sie weiter verfolgen, aber wenn das nicht besser wird, das Lesen einstellen.
-
Tödliche Wahl
-
Dann weiß ich auch nicht
-
Genau
@Darcie: Ich musste mich zusammenreißen, nicht die andere Schreibweise zu benutzen
-
Ja, das ist bekannt, "Gestohlene Liebe" gehört auch eigentlich zur Herbststaffel, ist aber erst im Frühjahr ausgestrahlt worden. So habe ich das in Erinnerung.
-
Wie? Hat Martin Gruber jetzt etwa Bedenken? Sollte der Anwalt die treibende Kraft sein?
Die Mutter ist ja heftig, die hätte ich jetzt aber auch rausgeschmissen!
Und Semir zergeht sich in Selbstvorwürfen und betrinkt sich mit Wodka. Nach über einer Flasche ist er hoffentlich nicht mehr in der Lage, seine Waffe zu bedienen. Ich würde halbtot unter dem Tisch liegen, das ist sicher. Hoffentlich entscheidet er sich noch anders oder Ben kommt noch rechtzeitig, um ihn davon abzuhalten.
-
Semir könnte ja morgens im Büro auch ein Frühstücksbüffet vorbereiten, dann wäre sein Partner sicher pünktlich bei der Arbeit, obwohl dann kämen sie die ersten Stunden nicht aus der PAST.
Ich will SOFORT wissen, wo dieses Wellness-Hotel ist! Ich habe es auch nötig, mich diesen Behandlungen zu unterziehen. Wie wäre es mit einer Autoren-Leser-Wellness-Woche?
Ben trifft beim Spazierengehen im Schnee einen der Männer vom gestrigen Abend wieder. Hoffentlich fühlt der sich jetzt nicht beobachtet. Ich habe die leise Befürchtung, dass wir eines dieser Bergwerke noch von innen kennenlernen werden, oder liege ich da falsch?