Eine durchaus interessante Diskussion. Ich gehe weniger auf die Auseinandersetzungen ein, sondern eher auf den zentralen Schwerpunkt dieser Debatte und es ist einmal mehr, wer hätte das gedacht, die aktuelle Entwicklung der Serie.
Meines Ermessens nach ist Daniel nicht Schuld an der ganzen Entwicklung, denn wie schon von euch bereits erwähnt sind diese "0815 Fans", die nur schreiben "Voll toll, "Ich mag den nicht, ich will Comedy haben" etc" jene Menschen auf die RTL gehört und dadurch ist halt quasi dieser Wechsel entstanden.
Es ist nur legitim und fair wenn man sagt, dass die Zeit mit Vinzenz sehr düster und hart war. Meinen Geschmack hat es getroffen, aber das liegt daran, dass die Cobra schon mit Herbst 13 einen neuen Weg gegangen ist, der mir persönlich schon sehr gefallen hat (richtige Dosierung von Ernsthaftigkeit, Dramatik, mehr seriös) und mit Alex Brandt hat man einfach diesen "Grundzug", um es einmal so zu beschreiben, einfach noch ein wenig erweitert und verbessert. Für mich ist dadurch klar, dass Alex Brandt wohl die tiefgründigste und starke Serienfigur von Cobra 11 gewesen ist, da sie einfach etwas Besonderes war - ähnlich wie Tom Kranich, aber natürlich auf eine andere Art und Weise.
Es war klar, dass diese Stilrichtung nicht jeden ansprechen wird, das ist normal und war auch schon immer so, aber man hat es trotz dieser bodenlosen Frechheit seitens RTL in der Herbststaffel 2015 immer noch eine gut ausgeprägte Mischung von Ernsthaftigkeit, Seriösität und der mehr oder weniger adäquaten Dramatik. Die Comedy in der Herbststaffel spricht mich auch aus irgendeinem Grund mehr an als der aktuelle Humor, woran das liegt weiß ich nicht. Obwohl man meiner Ansicht nach einen idealen Ton zwischen den bereits genannten Aspekten gefunden hat wurde trotzdem einfach ein Schlussstrich gezogen, welcher bis heute nicht nachvollziehbar ist.
Schaut man sich die erste Staffel von Paul Renner an, so sieht man eins und zwar, dass die Macher absoluten keinen Plan hatten wohin die Reise geht. Vergleicht man dann die erste Staffel und die Frühjahrsstaffel 17 dann wird schon klar ersichtlich, dass eine Richtung gegeben ist und man schon beinahe auf einen richtigen Weg ist, aber dann kommt diese Staffel und du denkst dir nur so: "Was zur Hölle soll der Scheiß"? Die Macher sind dann auf einmal verwirrt wie es mit der Geschichte rund um Paul und Jenny weitergehen soll und die Story mit Dana und der Polizei wird auch irgendwann erzählt nachdem einige Experimente aus dem Hut gezaubert hat und dann gute Leute wie Franco für diesen Blödsinn missbraucht werden - Nein, das ist der falsche Weg und somit gibt man der Serie einfach den Gnadenstoß.
Man hat einfach beinhart alles verworfen was sich die Produzenten im Jahr 2013 aufgebaut haben und damit habe ich ein Problem! Ich brauche auch keinen zweiten Alex Brandt und es muss auch nicht dunkel, hart oder was auch immer sein, sondern es soll so erzählt werden, dass man das bereits erreichte Level hält und neue Handlungsstränge erfindet wie beispielsweise der hier: Jenny und Finn arbeiten zu Staffelbeginn an einen eigenen Mordfall und dieser wird einfach über merhere Episoden hinweg erzählt und gegen Ende der Staffel kommt es dann zur Auflösung. Genauso kann man das mit Paul und Semir oder anderen Konstellation bilden. Ferner wurde ein passendes Level zwischen der Geschichte mit Paul und Jenny erreicht und jetzt wird da irgendwie nur vegetiert. Damit wir ja auch im Kindergarten sind gibt es dann noch Dana, welche sich da auch immer irgendwie einmischt. Das nervt einfach nur...
Des Weiteren kann man feststellen, dass die Produzenten auch alte Böschewichte wieder einfügen (Kalvus lässt grüßen) könnten, um wieder einen neuen Wind bzw eine interessante Geschichte hineinzubringen. Ein Partnerwechsel alleine reicht auch nicht, um die Serie wieder um 180 Grad zu drehen. Wer weiß ob die Serie einen weiteren Wechsel überlebt. Die Geschichten können auch nie ausgehen, aber man verwendet lieber zum 18463466 Mal den Welt retten-Plot, na danke, darauf habe ich gewartet. Die Autobahn wird ja eh schon ausgeblendet, wohl der einzige den man aus der Alex-Ära gelernt hat, also ist es gleich denkbar, dass die Serie umbenannt wird.
Die Tatsache, dass die Serie nun junge Schauspieler auch dabei hat, find ich eigentlich nicht so schlimm, aber es kommt darauf an wie man die nutzt. Aus heutiger Sicht ist es einfach nur erbärmlich, denn da könntest du genauso gut einen älteren Schauspieler hinstellen. Im Endeffekt würde es eh keiner merken, da die Nebendarsteller eh nicht mehr so oft auftauchen - Schade. Schade ist eigentlich die Tatsache, dass RTL seinem besten Format nicht die notwendigen Mittel für eine anspruchsvolle Produktion bereitstellt. An dieser Stelle können Fans und Zuschauer auch eigentlich sehen, dass die Serie denen wirklich schon egal ist und es hier nur um die Quote geht. Zusätzlich ist es klar, dass das Fernsehgeschäft hart ist, aber wenn ich als Verantwortlicher weiß, dass die Konkurrenz hart ist und ich dadurch Zuschauer verliere, na dann überlege ich mir einmal wie ich das ändern kann und suche mir adäquate Meinungen und da ist Facebook, Instagramm und Co nicht direkt die beste Anlaufstelle. Wie schwierig kann es sein, dass sich hier mehrere Personen treffen und sie einfach eine Diskussion führen wie sie die Serie verbessern können und im Zuge dieser Unterhaltung auch schauen: "Okay, wie könnten wir gegen die Konkurrenz noch besser ankommen". Vielleicht sind diese Worte auch wirklich einfacher als gedacht in der Realität und der Umsetzung, aber so schwierig kann es ja nicht sein, denn die Vergangenheit hat es ja bewiesen.
Ich weiß nicht wie die Serie in einem Jahr sein wird, aber ich fürchte, dass sie nicht dorthin kommt, wo sie eigentlich hingehört. Selbst wenn der Handlungsstrang ausgeblendet wird. Die Verantwortlichen wissen ja mittlerweile selber nicht mehr was sie machen sollen und deswegen hast du dann in einer Pressemitteilung aufeinmal "Genre-Mix" zu lesen.