Hartmut hörte gerade Musik über Kopfhörer und sang laut mit. Semir sah grinsend zu Tom. „Der könnte bei DSDS mitmachen.“ „Na ich glaub der schafft nicht mal die Vorendscheidung.“ gab Tom zurück. Semir tippte Hartmut auf die Schulter. Dieser zuckte erschrocken zusammen. „Oh….hi Jungs. Was gibt es?“ „Hartmut, du solltest das Singen lassen. Sag mal habt ihr bei der Toten eine Tasche gefunden?“ Hartmut sah sich um. „Ähm… ja warte mal. Die muss hier irgendwo liegen.“ Er ging durch die Werkstatt. „Ah… hier da ist sie ja.“ Er hob eine dunkle Handtasche hoch. Tom nickte. „Ja das ist sie.“ Semir nahm die Tasche und schüttelte den Inhalt auf den Tisch. „Schminkutensilien, Handy, Kugelschreiber und Notizblock, Telefonbüchlein. Alles was eine Frau so bei einem Date benötigt.“ „Aber nichts was uns weiter hilft.“ Semir nahm ihr Handy. „Na vielleicht finden wir doch was. Schade, der Akku ist leer.“ Hartmut sah ihn an. „Na und? Ist doch kein Problem. Was willst du denn sehen?“ „Die letzten Anrufe, die sie bekommen und getätigt hat. Wenn sie einen Termin im Krankenhaus hat, dann….“ „Nun gut. Kommt in einer halben Stunde wieder, dann habt ihr die Auswertung.“ Semir nickte.
Sie fuhren zunächst zur PAST zurück. „Ich gebe mal den Namen ein, mal sehen was der Computer über diese Marla weiß.“ Tom nickte nur. Wenige Minuten später saß er Semir im Büro gegenüber. „Also... Marla Schneiderholz, ledig, keine Kinder. Sie wurde am 28.04.1979 in Münster geboren. Eltern sind Andrea Schneiderholz, geb. Trein und Bernd Schneiderholz, Bauunternehmer. Sie hat die Schule in Münster besucht, 1a-Abschluss. Anschließend hat sie eine Ausbildung als Krankenschwester gemacht und ist seit zwei Jahren ohne feste Anstellung. Wohnhaft in Oberhausen. Keine Vorstrafen, keine Verkehrsvergehen. Eine saubere Frau also.“ Tom nickte. „Ja diesen Eindruck machte sie auf mich auch. Verdammt... was ist nur passiert?“ Semir wusste wie Tom sich fühlen musste, er erinnerte sich an den Fall, wo sein Cousin umgebracht wurde und er lange Zeit selbst unter Verdacht stand im Drogen- und Alkoholrausch, seinen Cousin umgebracht zu haben. Damals hatte er jede Erinnerung an den Vorfall verloren und sein Gehirn zermartert. „Tom. Du warst es nicht. Das weiß ich genau.“ Tom lächelte bitter. „Wenigstens einer der an meine Unschuld glaubt.“ Semirs Telefon klingelte. „Ja, Semir?“ meldete er sich. Dann sah er Tom an. „Hartmut, hast du was für uns?“ fragte er und stellte den Lautsprecher an. „Ja, ich denke schon. Also auf dem Handy wurden mehrere Gespräche mit dem Marienhospital geführt. Wenn sich die Tote vorstellen sollte, dann vielleicht dort. Das müsst ihr raus finden. Außerdem telefonierte sie wohl mit einer Freundin in Köln, eine gewisse Sandra Nießen.“ Semir stutzte, „woher weißt du denn den Namen?“ „Na den hat sie mir genannt, als ich sie anrief.“ „Du hast die Nummer angerufen?“ „ja, warum denn nicht?“ „Schon gut. Hartmut. Sonst noch was?“ „Ähm.... ja. Mir ist da ein kleines Missgeschick passiert. Also als ich den Inhalt der Tasche untersuchen wollte, fiel mir das Lidschatten runter und, als ich es wieder wegmachen wollte, das war mitten in dem Puder eine winzig kleine Pille. Ich habe die erste Spektralanalyse gemacht. Es ist ein sehr starkes Betäubungsmittel. Welches kann ich noch nicht sagen, die Analyse läuft noch.“ „Danke.“ Semir legte auf. „Gut, dann werden wir zunächst ins Marienhospital fahren und anschließend zu dieser Sandra Nießen.“ Tom nickte nur.