Tom und Semir war es sehr unangenehm und sahen betreten zu Boden. Sie warteten bis Sandra sich wieder gefangen hatte. „Können Sie uns vielleicht mit einigen Angaben helfen?“ Sandra schluchzte und nickte dann „Ich werde es versuchen,“ gab sie mit tränenerstickter Stimme wieder. „Woher kennen bzw. kannten Sie Frau Schneiderholz?“ „Von der Schwesternschule in Münster. Wir wollten beide Krankenschwestern werden. Aber ich habe mich dann doch zur Laborantin ausbilden lassen. Marla ist... war Krankenschwester mit Leib und Seele. Gott wie schrecklich.“ „Wann haben Sie Marla das letzte Mal gesehen bzw. gesprochen?“ „Das war erst gestern. Sie hatte sich ja wie ich sagte vorgestellt. Sie sollte heute anfangen, aber....“ Sie weinte wieder. „Es... es tut mir leid. Aber ich würde gern...“ Semir sah kurz zu Tom. „Frau Nießen, es ist wirklich sehr wichtig. Wo können wir Sie erreichen? Ich meine vielleicht könnten wir morgen noch einmal miteinander sprechen.“ Sandra nickte. „Ja, sicher. Ich werde im Labor sein. In der Privatklinik Lundberg van Cleven. Das ist am Kölner Stadtrand.“ Semir nickte. „Soll ich Sie nach Hause bringen lassen?“ Doch die Frau schüttelte den Kopf. „Nein.... ich schaff das schon.“ Sie stand auf und verließ den Raum.
„Wie ich diese Augenblicke hasse“, stöhnte Tom als Sandra wieder ging. Semir nickte nur. „Ja, verdammt. Das ist immer schwer. Ich hoffe nur, das die zweite Autopsie von Marla etwas zu Tage bringt, was positiv ist.“ Tom nickte nun auch. „Ich hol mir einen Kaffee.“ „Bringst du mir einen mit?“ Tom grinste. „Klar doch Chef.“ Semir sah ihn an. „Danke Sklave.“ „Nun übertreib mal nicht.“ Tom ging hinaus und kam anschließend mit zwei Tassen zurück. „Was hältst du von dieser Nießen?“ fragte Semir ihn. „ich weiß nicht. Irgendwie war die Trauer, die sie an den Tag gelegt hat, zu heftig. Ich meine die haben sich, so hatte Marla erzählt, seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen...“ Er stockte. Semir sah ihn an. „Tom? Du hast dich gerade an etwas erinnert.“ Tom nickte. „Ja... warte. Marla erzählte mir, dass ihre Freundin nur wenige Monate auf der Schwesternschule war und dann eine Ausbildung zur Laborantin gemacht hat. Sie würde dort anfangen können und als Schwester auf die betuchten Patienten aufpassen. Dahin wollte sie. Zu dieser Privatklinik.“ Semir nickte. „Dann sollten wir morgen früh direkt dort hin fahren.“ Tom stimmte zu. „Aber jetzt machen wir erst einmal Feierabend.“