19.05.02
Am drittenTag machte Semir nur widerwillig Dienst mit Springer. Aber es ging zumindest ohne Streit ab. Semir und Springer fuhren auf der A3 in Richtung Köln als ein Transit sie in einem hohen Tempo überholte und sie schnitt. „Hey… dieser Arsch… spinnt ja wohl.“ fluchte Semir und nahm die Verfolgung auf. Springer sah ihn an. „Wollen Sie jetzt eine Jagd veranstalten, oder was?“ „Ja soll der vielleicht einen Unfall bauen? Ich zeige Ihnen jetzt was es heißt bei der Autobahnpolizei zu sein. Stellen Sie das Blaulicht aufs Dach.“ Springer tat es und Semir gab Gas. Schnell holte er den Wagen auf. „So… wenn ich jetzt auf gleicher Höhe bin, winken Sie ihn raus.“ „Ähm… was soll ich?“ Semir rollte die Augen. Er zeigte auf den Fußraum „Sie nehmen den Anhaltestab und winken den Wagen rechts ran. Das sollten Sie doch wohl hinkriegen, oder?“ „Ja sicher… ist doch einfach.“ Springer nahm die Kelle und hielt sie aus dem Fenster, als sie den Transit eingeholt haben. Dieser fuhr rechts ran. Semir stellte sich etwas schräg um ein Ausbrechen des Wagens zu verhindern. Semir öffnete die Tür und wollte gerade aussteigen, als der Transit Gas gab und dicht an ihm vorbeifuhr. Er konnte sich gerade noch mit einem Sprung ins Auto retten. Die Tür wurde über die Autobahn geschleudert. „Verdammt noch mal!! Das gibt es doch nicht.“ Er sah Springer an, der ziemlich blass war. „Na… dann werden wir ihn jetzt kaufen.“
Semir gab Gas und nahm die Verfolgung auf. „Geben Sie durch, dass wir Verstärkung benötigen.“ sagte er zu Springer. Dieser sah ich an. „Wegen einem Wagen? Das ist doch gar nicht der Rede wert.“ gab dieser zurück. Semir konnte sich nicht äußern, denn nun fing der Beifahrer des Transits an auf den BMW zu schießen. Die Kugeln schlugen in die Karosserie. „Verdammt rufen Sie endlich Verstärkung!!“ brüllte Semir Springer an, dem nun anscheinend doch das Herz in die Hose rutschte. Er griff zum Funk. „Wie melde ich mich?“ fragte er Semir. „Cobra 11.“ „Cobra 11 an Zentrale… wir brauchen Verstärkung. Verfolgen einen gelben Transit mit dem amtlichen Kennzeichen: K- TT 112 in Richtung Köln. Stehen unter Beschuss!“ Er hängte das Mikro wieder ein. Semir verringerte den Abstand und zog den BMW auf den Standstreifen. Springer sah ihn an. „Wollen Sie ihn etwa stoppen? Die schießen auf uns.“ „Ja hab ich bereits gemerkt. Ich mag es aber nicht, wenn man mir die Tür abfährt. Und noch weniger mag ich wenn man auf mich schießt.“ gab Semir zurück und zog mit dem Transit gleich. Es kamen keine Schüsse mehr, anscheinend hatte der Mann auf der Ladefläche Ladehemmung. Dies kam Semir nun zu Gute. „So… und nun ist Schluss mit Lustig.“ gab er und zog an dem Transit vorbei. Er stellte sich quer und zwang ihn so zum anhalten. Mittlerweile kamen auch die Kollegen. Sie rahmten den Transit ein und verhafteten die Insassen.
Tom aalte sich am Strand und sah den Strandnixen beim Baden zu. Er dachte nicht an Semir und der Dienststelle. Er hatte Urlaub. Die Sonne schien und die Wärme war ertragbar. Er sah sich die Frauen an und wartete auf die Möglichkeit eine der schönen Frauen anzubaggern und vielleicht ein kleines Abenteuer zu erleben. Aber das musste erst einmal warten. Jetzt hieß es in der Sonne zu liegen und einfach nur zu relaxen. Schnell war Semir und die PAST vergessen. Soll er sich doch mit den Verbrechern auf der Straße befassen. Und mit der Flamme seines Herzen, Andrea, streiten und sich wieder versöhnen nur um sich erneut zu streiten. Tom lächelte leicht, als er daran dachte, dass die beiden seit Jahren eine JA-Nein-Beziehnung führten.
Anna sah Springer an. „Was war genau los?“ „Herr Gerkhan ist wie ein Wahnsinniger hinter diesem Wagen hergerast… er hat mit meinem Leben gespielt.“ Anna nickte. „Ja… ich habe bereits erfahren, was Sie davon gehalten haben. Aber es war auch sein Leben, was gefährdet war und das der anderen Autofahrer. Ich würde gern Ihre Darstellung hören. Ist es wahr, dass Sie zunächst keine Verstärkung anfordern wollten, weil es …nur ein Fahrzeug… war?“ „Nun ja… ich hielt es für absolut übertrieben. Also zumindest bis die Schüsse fielen…. Frau Engelhard. Wenn ich mit Herrn Gerkhan weiterhin Dienst schieben soll, dann verlange ich die Einsatzleitung. Unter seinem Kommando kann ich nicht arbeiten. Mein Leben ist in Gefahr und…er arbeitet einfach …“ Anna stand auf. „Herr Gerkhan hat sicher mehr Einsätze auf der Autobahn, als Sie… er ist … zugegeben… nicht immer sehr besonnen, aber seine Aufklärungsquote ist vorbildlich. Wenn Sie jetzt noch ein Wort gegen Semir sagen, lernen Sie mich von einer anderen Seite kennen. Also… Semir hat die Einsatzleitung bei jedem Fall, den Sie in der Zeit ihres Hierseins, gemeinsam bearbeiten. Ist das klar?“ Springer nickte. „Ja… ist klar.“
Als Semir zuhause war, rief er Tom an. Dieser meldete sich recht fröhlich. „Na… wie geht es dir denn so?“ fragte er „Danke… Tom… sag mal. Ich bin doch dein Freund oder?“ „Ja sicher, warum fragst du das?“ „Nun ja.. und Freunde tun doch sehr viel für einander.“ „Ja… und?“ „Nun ja… ich mache gerade Dienst mit deiner Vertretung und…wir kommen irgendwie überhaupt nicht zurecht. Und deshalb wollte ich dich fragen, ob du… na ich meine wir könnten doch…“ „Moment Semir… du willst mir doch nicht vorschlagen, dass ich den Urlaub abbrechen soll, oder?“ „Nun jetzt wo du es sagst, also ich hätte das nie von dir verlangt, aber du bist eben ein wahrer Freund.“ Er grinste leicht. „Vergiss es. Kommt gar nicht in Frage. Ich habe hier nämlich eine Superfrau kennen gelernt und die werde ich heute Nacht…“ „Geht dir denn das Vergnügen vor deiner Freundschaft?“ Er hörte Tom lachen „Ja im Augenblick schon. Na komm, so schlimm ist der doch sicher nicht.“ „Hast du ne Ahnung. Der ist schlimmer als du.“ „Na jetzt übertreibst du aber mächtig, Semir. So ich muss schluss machen. Sie kommt gerade. Ciao… und benimm dich. Grüß mir die Anderen.“ Tom hatte aufgelegt. „Idiot“ murmelte Semir noch.