Am Rhein stand Zörbel mit Bein und unterhielten sich. „Verdammt es mir zur gefähr-
lich, wenn wir uns jetzt treffen. Du sollst mir nur Infos über Sarah und Springergeben; mich warnen, wenn Springer was unternimmt. Und was ist passiert? Die Bullen durchsuchen mein Haus. Die haben zwar nichts gefunden, aber sie hätten was finden können. Ich habe drei Mann zu der Adresse geschickt, die du mir gegeben hast. Ich hoffe für dich, dass die stimmt.“ Zörbel nickte. „Ja sicher. Sie stimmt. Aber sei bloß vorsichtig. Ich weiß aus Lucas Akten, dass dieser Gerkhan ein Gespräch in einer Cocktailbar belauscht hat. Vermutlich das mit dem Deal am Mittwoch. Er ist also auch Zeuge. Wenn die Kollegen dahinter kommen, dass ich dir Tipps gebe, dann gehen wir beide in den Knast, das schwöre ich dir.“ Bein sah Zörbel an. „ Um Gerkhan kümmere ich mich. Das ist kein Problem. Willst du mir drohen?“ Zörbel antwortete nicht. „Okay.... ich mache dir einen Vorschlag. Ich werde mir das Mädchen holen. Und die beiden Bullen, die sie bewachen. Deine Schuld ist bezahlt und du kannst dich aus dem Staub machen, Zörbel. Ich brauche dich nicht mehr.“ Zörbel sah ihn an. „Du meinst... ich habe meine Schuld bezahlt?“ Bein lachte gehässig. „Natürlich. Bis auf eine Kleinigkeit.“ „Okay... das schenkst du mir.“ Bein nickte. Zörbel drehte sich um und wollte gehen. Bein hob seine Waffe und legte an. „Klaus!“ rief er. Zörbel drehte sich um und erschrak. „Das ist der Schuldschein.“ lachte Bein und drückte ab. Zörbel war Tot bevor er zu Boden fiel. Mit einem eiskalten Blick auf die Leiche verließ Bein das Gelände und fuhr ab.
Semir sah Sarah an. Sie war hübsch. Schade, dass Bein sie in die Finger bekommen hat. Aber die Mädchen waren so leicht zu täuschen. „Sag mal Sarah…. Wie bist du bei Bein gelandet?“ Sarah stieß ein bitteres Lachen aus. „Oh…. Ich bin in einem kleinen Provinznestchen groß geworden. Und als ich immer älter wurde und mich selbst entdeckte, war es meinen Eltern zu viel. Mein Alter trank, meine Mutter litt den ganzen Tag an irgendwelchen Schmerzen und schluckte Tabletten. Ich bin weg und ich wette es ist denen nicht einmal aufgefallen. Tja und dann traf ich Bein. Er war so anders, als andere Erwachsene. So lieb und vertrauensselig. Er sagte zu mir, ich könne bei ihm wohnen und essen. Müsste nur einen kleinen Dienst für ihn tun. Ich war gerade vierzehn und völlig allein gelassen. Tja… ich bin mit ihm nach Köln und die erste Zeit war richtig schön. Doch irgendwann zeigte er sein wahres Gesicht. In einer Nacht fielen vier Männer über mich her. Immer wieder. Ich hab Bein angefleht aufzuhören, aber er lachte nur und meinte, dass müsste ich ab sofort immer machen. Sonst würde er mich umbringen. Ich tat es. Aus Angst und Verzweiflung. Dann wollte er dass ich Drogen nehme. Ich sagte ihm, dass ich keine Drogen will, weil ich wenigstens meinen Körper reinhalten möchte. Meine Seele war bereits verloren. Er sah ein, dass ich ohne Drogen besser dran war. Drohte mir Schläge an, wenn ich versuchen sollte, abzuhauen. Ich bin ein braves Mädchen und tat was er wollte.“ Sie war aufgestanden und kam zu Semir. Sie nahm ihn in die Arme und Semir dachte erst, sie bräuchte Trost. Doch dann lachte sie. „Na, Semir? Wollen wir auch unseren Spaß haben? Ich mach es für dich auch umsonst.“ Semir löste sich von ihr. „Sarah, damit eins klar ist, ich beschütze dich, weil es mein Job ist. Mehr ist nicht.“ Sarah sah ihn an und nickte. Schmollend ging sie wieder zum Sofa und ließ sich fallen.
Ein frohes neues Jahr!!!! :baby: