Beiträge von Elvira

    Lucas sah aus dem Fenster. Er sah plötzlich mehrere Männer auf das Haus zukommen. „Tom! Wir bekommen Ärger.“ Tom kam zum Fenster und sah hinaus. „Hm… wie konnten die uns finden? Der eine Typ, den hab ich im „Latin Love“ gesehen. Latetia! Geh mit den beiden ins Schlafzimmer und sperr ab.“ Latetia zog die beiden Mädchen in den Nebenraum. Sie verbarrikatierte die Tür. Lucas sah Tom an. „Bist du bereit?“ Tom nickte. „Ich befürchte allerdings, dass die Munition nicht ausreicht.“ „ja… sehe ich auch so. Okay… Tom… diese Typen wollen mich und Sarah haben. Versuch du die Mädchen in Sicherheit zu bringen. Wenn die mich kriegen, dann… dann werde ich vielleicht zu Semir gebracht.“ „Ja vielleicht aber auch nicht. Vergiss es!“ Tom griff zum Handy. „Chefin! Wir bekommen Ärger. Fünf Mann aus der Truppe von Bein sind auf dem Weg ins Haus. Wir brauchen Verstärkung!“ Er legte wieder auf.

    „Herzberger, Bonrath, Müller! Sie fahren sofort zur Schutzwohnung. Tom sitzt in Schwierigkeiten.“ rief Anna durch das Büro „Die Kollegen der anderen Stationen sind bereit vor Ort.“ Die Drei rannten raus und fuhren ab. Andrea sah Anna an. „Chefin? Wissen wir endlich was von Semir? Er ist jetzt schon…“ „Andrea… ich habe Ihnen doch versprochen, wir finden ihn. Bein wird ihn solange nicht töten, bis er Lucas und Sarah hat. Er wird sie gemeinsam beseitigen wollen.“ „Ich habe nur ein dumpfes Gefühl. Ich meine, er…“ „Andrea? Wie wäre es wenn Sie uns einen Kaffee kochen und wir werden uns dann etwas unterhalten.“ Andrea nickte. Sie stand auf und ging in die Küche. Anna wußte sehr genau, dass sie und Semir mehr als Kollegen sind. Sie selbst hatte auch Angst um ihren Kollegen.

    Semir sah sein Gegenüber an. „Wohin fahren wir denn?“ fragte er. „Du wirst es sehen. Bisher ist es noch geheim. Was hast du denn bei Raider gemacht?“ „Nun ja… hab das Auto gefahren.“ „Okay… was noch?“ „In seinem Laden etwas ausgeholfen, das ist alles.“ „Du hast die Tiere auch gefüttert?“ „Nein… das hat er immer selbst getan.“ Sein Gegenüber lachte leise. „Nun … und es gefiel dir bei ihm?“ „Na nicht ganz. Der Lohn ist mickrig. Er ist ständig am nörgeln…. Also eigentlich nicht.“ „Würdest du gern was anderes machen?“ „Tja… das ist ja mein Problem. Ich hab nichts gelernt.“ „Ich bringe dir bei, wie du mit den Viechern umgehen musst und dann hilfst du mir. Gute Bezahlung, mietfreies wohnen und natürlich essen soviel du willst und kannst.“ Semir tat als müsse er überlegen. „Ich weiß nicht…. was meinst du mit guter Bezahlung? Was soll ich dafür tun?“ „Nun, du müsstest die Schlangen, Echsen und Spinnen füttern, ab und an eine Botenfahrt für mich machen… in der Zeit regele ich das mit Raider.“ „Hört sich gut an.“ „Ich weiß… morgen möchte ich von dir eine Entscheidung haben.“ „Ja klar…. Aber Raider … ich meine der kann im Augenblick eh keinen Ton sagen… muss der was erfahren?“ Der Mann lachte. „Du hast Recht… soll er erst einmal gesund werden und wenn wir ihn dann noch brauchen, bekommt er eine zweite Chance. Solange werden wir beide einiges zu Stande bringen nicht wahr?“ Semir nickte. Er hoffte nur, dass Andre alles mitbekam.

    Der Rest des Abends verlief für André nicht so wie er es wollte. Eigentlich hätte er mit Semir gern ein Bier irgendwo getrunken oder hätte Köln unsicher gemacht, aber der Kleine musste ja unbedingt eine Undercoveraktion einleiten, die natürlich nur er ausführen konnte. André war etwas sauer. „Mensch verdammt! Melde dich endlich.“ stöhnte er und sah das Telefon an. Dann endlich klingelte es. „Fux!“ meldete er sich. „Semir hier…. hör zu…. Ich bin drin.“ „Ja super und wo bist du genau? Das Signal ist im U-bahntunnel abgebrochen.“ „Was soll das heißen? Das du nicht weißt wo ich bin?“ „Ganz genau. Die Engelhard ist schon ganz schön sauer auf dich.“ „Na nun mal langsam. Was kann ich für das Versagen der Technik? Das müssen die dann bedenken. Also zurück zum Thema. Ich weiß zwar nicht wo ich bin, aber es sind hier einiges an Schlangen, Spinnen und Echsen vertreten. Der Typ, der mich angesprochen hat, will mich als Aufpasser und Fahrer haben. Ich habe zugesagt.“ „Sag mal spinnst du jetzt total, Semir? Das war nicht abgemacht. Wir wollen nur an den Mann ran und sehen, wo sie sind. Dann wollten wir ihn festnehmen und die Tiere entsprechend unterbringen.“ „Ja… aber das hier ist auch nur ein Handlanger. Solange die nicht wissen, dass ich ein Bulle bin, kann gar nichts schief gehen. Ich muss Schluss machen, es kommt jemand.“ Es klickte. André fluchte laut. „Du verdammter sturer Gurkenkopf.“ Er knallte den Hörer auf die Gabel.

    André und Semir mussten bevor Semir zum Treffpunkt fuhr zu KTU. Dort wurde Semir ein Sender verpasst damit man wusste wo er sich befand. Als kleine Sicherheit sollte André in unmittelbarer Nähe bleiben. Er fuhr Semir gegen halb sieben zum Neumarkt. Von dort sollte Semir zum Rudolfplatz fahren und in der U-Bahn auf seinen Unbekannten Mann warten. Semir war pünktlich zur Stelle. Seine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt und gerade als er alles abbrechen wollte legte sich eine Hand auf seine Schulter. „Bist du Turan?“ „Wer will das wissen?“ „Ein Freund von Raider.“ „Aha… wie heißt der Freund?“ „Frag nicht so viel. Los! Komm mit!“ „Wohin?“ „Komm schon und stell nicht so dämliche Fragen.“ Semir ging mit. „Willst du mit der Bahn fahren oder was?“ „Ja und nun komm, bevor noch jemand aufmerksam wird. Die nächste Bahn und dann ab.“ Semir nickte. Im Augenblick konnte er nichts anderes tun, als zu machen, was der Mann wollte.

    André hörte alles mit. Er fluchte leise über die Unvernunft von Semir, der einfach mit dem Typen weg fuhr. „Komm sag mir schon wo ihr hinfahrt…“ beschwor er Semir, der ihn natürlich nicht hören konnte. Dann war rauschen zu hören. „Wohin…..denn….“ war alles was er von Semir hörte, das Signal brach ab. „Fux hier! Frau Engelhard, ich hab kein Signal mehr von Semir. Ich hörte nur wie sie in die Bahn steigen wollten und kurz darauf war Schluss.“ „Ich ahnte doch, dass es schief läuft. Fux, wissen Sie in welche Bahn er gestiegen ist?“ „Nein, leider nicht. Wie viele fahren denn von dort ab?“ „Das sind einige. Bis wir die alle durch haben, sind die über alle Berge. Okay…. kommen Sie zurück, wir werden uns etwas anderes überlegen.“ „Okay….“ André fuhr zur PAST zurück. Kurz darauf saßen sie bei Anna Engelhard im Büro. „Wir können nur warten, bis Gerkhan sich bei uns meldet. Ohne irgendeine Nachricht von ihm sind wir blind.“ André nickte. „Hoffe nur er meldet sich. Ach noch eins… wir müssen Nachrichtensperre über den Unfall verhängen.“ „Das ist bereits passiert. Die Zeitungen werden nichts bringen und in den Nachrichten ist es eh nicht vorgesehen.“ André war zufrieden. Anscheinend hatte er in Anna Engelhard eine Person gefunden, die mitdachte und das war etwas Entscheidendes.

    Anna sah Andrea an. „Haben Sie etwas über Bein gefunden, was uns weiterbringt?“ „Wie man es nimmt. Er ist der Nachfolger von Axel Golbär. Er ist damals von Semir der Vergewaltigung von Lai…der Kollegin von Lucas Springer verdächtigt. Semir war damals in Gefangenschaft geraten als er Lai befreien wollte. Anschließend war er vor Gericht gestellt worden, allerdings konnte der Anwalt ihn auf Bewährung herausholen, weil er Semir vorwarf …“ Anna nickte. „Ja ich weiß. Ich war bei der Verhandlung dabei. Hat er die Geschäfte von Golbär übernommen?“ Andrea nickte. „Ja so zumindest sieht es Lucas so. Seit dem Tod von seiner Kollegin hat er es immer wieder geschafft Mädchen aus Beins Lokal zu holen und sie zu einem besseren Leben zu helfen. So auch die Sarah. Sie soll ein Gespräch belauscht haben, wie Semir auf der Toilette der Cocktailbar, dass Bein neue Ware, also Mädchen erwartet. Die sollen morgen eintreffen. Leider wissen wir nicht genau wo.“ Anna nickte. „Danke Andrea… gute Arbeit. Haben sich Tom und Lucas denn schon gemeldet?“ „Nein bisher nicht.“ Anna sah sie an. Andrea war zwar voll bei der Arbeit aber Anna bemerkte, dass sie sehr nervös war. „Wir finden Semir schon noch.“ Andrea nickte nur.

    „ELKE!“ rief Lucas, als er das Mädchen sah. Sie kam zu ihm und stieg ein. Er sah dass sie weinte. „Hey… ist schon gut…“ Er nahm das Mädchen in den Arm. Wir fahren jetzt zu Sarah.“ Elke nickte. Lucas sah die Kette die sie trug. „Hast du die von Bein?“ Elke nickte. „Als Entschuldigung. Er würde so etwas nicht gern tun und…“ Lucas nickte. „Ja sicher… und morgen ist Weihnachten. Warum trägst du sie?“ „Weil ich sie schön finde.“ „Nun gut… du darfst sie behalten. So und nun putz dir die Tränen weg.“ Er fuhr zurück. Tom sah das Mächen an, als sie reinkamen. „Alles klar?“ Elke nickte. „Das ist ein Kollege von mir Tom Kranich.“ Elke sah Tom an. „Hallo… ich bin Elke.“ Tom nickte nur. „Ja ich weiß. Sind Sie in Ordnung?“ Elke nickte. Tom sah die Schwellung am Auge. „War das Bein?“ Elke nickte wieder. Tom rollte die Augen. „Es wird Zeit das unser Herr Bein mal gesiebte Luft atmet.“ Lucas nickte. „Ja und diesmal werden wir ihn bekommen. Sarah… wo soll diese Ware eintreffen. Versuch bitte dich genau zu erinnern.“ „Ich weiß es doch nicht. Verdammt Lucas… ich hatte Angst. Diese Typen haben davon besprochen, dass sie sechs Mädchen aus Thailand erwarten. So wie ich Bein kenne, wird er Axels Weise übernommen haben. Das geht sicher per Jacht. Axel hat das auch immer so gemacht.“ Tom nickte. „Ja sicher…. Davon hat er ja genug. Okay… Ich werde alle Jachten überwachen lassen.“ Tom telefonierte mit Anna die alles in Bewegung setzte.

    „REDE ENDLCH!!!“ brüllte Bein Semir an. Doch Semir schwieg eisern. „Na gut… dann denke ich mal, dass meine Mäuschen bereits bei Springer ist. Ich brauche deine Hilfe nicht mehr. Sobald Springer und Sarah bei uns sind, werden wir unsere letzte Fahrt machen. Für dich und die Anderen wird es eine Reise ohne Wiederkehr sein.“ Semir schwieg immer noch. Bein griff ihn ans Kinn. „Du wirst der Erste sein, der uns verlassen wird.“ Semir hatte genug. Er trat aus und traf Bein empfindlich. Semir war zwar immer noch am Bett gefesselt, aber er wollte sich nicht so einfach seinem Schicksal ergeben. Er wußte das Bein einen Schlüssel für die Handschellen hatte da musste er rankommen. Bein stöhnte vor Schmerzen. Semir zog ihn an sich und griff in die Hosentasche von Bein. Doch bevor er ihn den Schlüssel rausziehen konnte, rammte Bein ihn den Ellenbogen ins Gesicht. Semir schrie auf und versuchte mit dem freien Arm sein Gesicht zu schützen. Er spürte das Blut aus der Nase schießen. Bein rappelte sich auf und fing an Semir zu schlagen. Immer wieder schlug er mit der Faust zu. Semir verlor das Bewußtsein. Dann griff er zu der Handschelle die am Gestell befestigt war und legte sie an Semirs Handgelenk an. Er drückte die Schellen fest zu. „Ist zwar eh sinnlos, weil du den morgigen Tag nicht mehr erlebst, aber trotzdem.“ Sein Handy klingelte und er meldete sich. „Ja!“ stieß er außer Atem aus. „Sie ist bei Springer. Wir haben ein deutliches Signal von der Kette.“ „Sehr gut. Holt euch die Beiden und kommt zur Jacht.“ Er legte auf und sah auf Semir. Dann brauch ich dich ja nicht mehr.“ Er nahm seine Waffe und richtete sie auf Semir. Langsam spannte er den Hahn. „So lebe wohl.“ sagte er leise und krümmte den Finger.

    Der Arzt überprüfte Semirs Funktionen und schüttelte den Kopf. „Sie kommen mit ins Krankenhaus, tut mir leid.“ „Aber ich... mein Partner... warum.. das geht..“ „Und ob das geht. ich werde mich schon um den Verbleib von Tom kümmern. Keine Sorge.“ Anna legte ihm die Hand auf die Schulter. „Frau Engelhardt? da vorn steht jemand, der sagt ein Polizist hätte ihm seinen Wagen geklaut... soll ich ihn durchlassen?“ „Ja, das kann ja dann nur Kranich sein.“
    Sie sah wie Semir weggebracht wurde und schüttelte den Kopf. „Das haben Sie beide ja wirklich prima hinbekommen. Einer im Krankenhaus und einer mit einem beschlagnahmten Wagen hinter einem Flüchtenden her“ stöhnte sie leise. „Was haben Sie gesagt?“ fragte der Wachmann. Anna sah ihn nur an.

    „Passen sie auf, dass hier alles glatt läuft Hartmut ich bin jetzt nterwegs. Muss doch mal sehen, was Kranich sich da wieder leistet.“

    Tom hatte momentan nur eine einige Sorge und die lautete: Wagen nicht ausser Kontrolle verlieren und den Schüssen seines Vordermannes ausweichen. Die Baustelle kam unaufhaltsam näher und Tom bremste leicht ab. Der Wagen vor ihm donnerte unvermindert in die Absperrung und hob ab. „Scheiße, das packt der nie“ war Toms Gedanke und der Wagen prallte scheppernd hinter den Sperrginttern auf, drehte sich aufs Dach und schlingerte weiter. Tom stieg aus, rannte hinterher und war fast bei dem Unfallwagen angekommen, a s dieser mit einem lauten Donnern explodierte. Tom hob noch schützend die Hand vor Augen und wurde von der Druckwelle erfasst.

    Er flog durch die Luft und landete mit dem Rücken auf einen der Wagen die dort standen. „Sind Sie in Ordnung?“ fragte ihn eine Frau und Tom sah sie mit glasigen Augen an. Er wollte sich erheben, doch es ging nicht. „Bleiben Sie liegen. Ich hab die Polizei schon angerufen.“ Tom nickte nur. Dann spürte er wie sich jemand an seinem Arm zu schaffen machte, er schaut nach rechts und sah einen Arzt, der ihn eine Spritze gab. Danach wurde er auf eine T rage gelegt und hört wie von weitem, das Martinshorn.

    Semir sah André erstaunt an. „Geh ran!“ forderte er Semir auf. „Meinst du? Ich weiß nicht.“ „Na los, wer weiß vielleicht ist das der Lieferant, oder ein Kunde der auf die Viecher wartet.“ Semir zuckte mit den Schultern und meldete sich mit einem knappen Ja. „Wo bleibst du denn, verdammt. Der Kunde wird schon nervös.“ „Ja doch... ich bin unterwegs.“ „Du hörst dich etwas komisch an, alles in Ordnung?“ „Ja.. ich bin nur erkältet. Das Fieber hat mich dermaßen im Griff, dass ich sogar vergessen habe wohin ich muss.“ „Willst du mich verarschen oder was?“ Der Anrufer schien ziemlich wütend zu sein. „Nein... wirklich... hallo?“ „Ja ich bin noch da... wir machen einen neuen Treffpunkt aus. Wir treffen uns um sieben in der U-Bahnstation Rudolfplatz.“ „Okay.... ähm....ich schicke dir jemanden, will mich nachher hinlegen. Ist son kleiner Mann... wirst du schon nicht übersehen.“ „Was soll das? Ist er vertrauenswürdig?“ „Ja sicher... ist einer meiner Fahrer. Der ist absolut sicher.“ „Gut... wie heißt er?“ „Turan...“ „Turan? Ein Türke?“ „Ja genau.“ „Gut.“ Der Anrufer legte auf. Andre sah Semir an. Hast du dir das gut überlegt?“ „Natürlich. Wäre doch gelacht, wenn wir in Köln an unserem ersten Fall versagen, oder?“ André grinste ihn an. „Aber meinst du denn unsere Frau Engelhard ist damit einverstanden?“

    „Nein! Das kommt überhaupt nicht in Frage. Herr Gerkhan…. Hier sprechen wir uns vorher ab. Nicht erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, haben wir uns verstanden?“ „Frau Engelhard… es ist ein Chance an die Typen im Hintergrund heranzukommen. Lassen Sie es mich wenigstens versuchen.“ Anna Engelhard sah die beiden Männer an. „Was halten Sie davon Herr Fux?“ „Nun ich muss Semir zustimmen. Es ist eine Chance an die Hintermänner zu kommen. Ich meine, bisher haben wir gar nichts. Und nun haben wir….nun ja…“ Anna nickte. „Ich sehe schon…. Aber eins ist klar, Herr Gerkhan, offiziell weiß ich von nichts. Sie ermitteln den Tod des Herren… wie hieß der?“ „Raider.“ „Richtig… Raider. Außerdem natürlich im Tierschmuggel. Wenn ich irgendwie Ärger mit der Staatsanwaltschaft bekommen, weil Sie sich nicht an die Regeln halte, muss ich reagieren.“ Semir nickte. „Ja ist schon klar.“ „Gut…. dann wollen wir mal die Einzelheiten festlegen. Wann treffen Sie sich?“ „Gegen Abend…. Sieben Uhr am Rudolfplatz in Köln.“ „Wissen Sie wie Ihr Gegner aussieht?“ Semir schüttelte den Kopf. „Nein… ich weiß nichts.“ Anna stieß einen Seufzer aus…. „ich weiß nicht… irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das dieser Fall uns noch einige schlaflose Nächte bereiten wird. Es ist nicht vorbereitet. Mensch, Gerkhan… was haben Sie sich dabei gedacht?“ „Ganz ehrlich?“ Anna nickte. „Nichts… also ich meine nicht viel…“ „Nun da müssen Sie jetzt durch.“

    „Wir müssen wissen wo diese Jacht ist.“ fluchte Tom. Lucas sah ihn an. „Vielleicht weiß Sarah wo sie sein könnte. Sie war ja schon öfter auf der Jacht gewesen und wenn Bein sie mitgenommen hat, dann sicher nicht nur um im Hafen zu liegen.“ Tom nickte. „Ja dann fahren wir mal hin.“ Sie fuhren zurück zur Wohnung. Sarah saß mit Latetia auf dem Sofa. „Habt ihr ne Spur?“ fragte Latetia. Tom schüttelte den Kopf. „Leider noch nicht. Bein hat bestritten mit dem Verschwinden von Semir was z utun zu haben.“ „Was ist den mit der Jacht?“ fragte Sarah. „Nun die Bella ist immer noch verschwunden. Wir wissen leider nicht wo sie liegt. Bein verrät es nicht.“ Sarah nickte. „Schade…“ Tom sah sie an. „Sarah weißt du wo sie sein könnte?“ Sarah schüttelte den Kopf. „Nein leider nicht. Wenn ich auf dem Schiff war, dann lagen wir meist im Hafen. Dort mussten wir dann… nun ja….“ Tom nickte. Er sah Lucas an. „Siehst du… also doch nur im Hafen.“

    Semir saß in seiner Kabine und versuchte herauszufinden, wo er sich genau befand. Das Bullauge zeigte ihm nur Wasser. Kein Land war zu sehen. Mark hatte ihn wieder ans Bett gefesselt aber diesmal nur mit einer Hand. Mark schien eigentlich ganz in Ordnung zu sein. Er konnte mit ihm reden. Semir hatte bemerkt, das Mark nur ein Angestellter war, der seinen Job tat. Die Tür ging auf. Bein stand im Raum. Semir sah ihn an. „Wie lange wollen Sie mich hier festhalten? Ich werde bereits gesucht. Sie sollten…“ Bein machte nur ein Zeichen und Semir schwieg. Etwas im Blick von Bein schien ihn zu warnen. „Wissen Sie, Gerkhan. Ich will eigentlich Springer auch haben und natürlich Sarah. Wir konnten unsere Unterhaltung ja nicht fortführen. Also… wo sind die Beiden?“ Semir schwieg. „Sie tun sich wirklich keinen Gefallen Gerkhan. Es wäre wirklich besser wenn Sie reden.“ „Für Sie wäre es besser, mich gehen zu lassen.“ Bein lachte leise auf. Es klang gefährlich. Er kam langsam auf Semir zu und beugte sich zu ihm runter. „Wollen wir mal sehen, wie lange du schweigst? Ich kenne mehr als eine Methode dich zum sprechen zu bringen. Aber ich denke mal, ich brauche das nicht mehr.“ Semir sah ihn an. „Was meinen Sie damit?“ Bein lachte nur und schlug ihm ins Gesicht. „Das ist mein Triumpf“

    Tom sah Sarah an. „Sarah überlegt bitte ganz genau, wo könnte die Jacht noch sein. Wer könnte es wissen?“ „Ich weiß es wirklich nicht. Wenn, dann würde ich es sagen.“ Lucas sah Tom an. „Tom… ich denke…“ Er wurde von dem Handy unterbrochen. Er meldete sich. „Elke! …. Ja sicher… nein. Bleib ganz ruhig. Ich hole dich ab. Ja wir treffen uns an unserem alten Punkt. Rede mit niemanden und vorallen versuch dich zu beruhigen. Ich bin in zehn Minuten bei dir.“ Tom sah ihn erstaunt an. „Was ist denn los?“ „Du erinnerst dich an Elke. Bei der Razzia. Bein hat sie wohl geschlagen und sie will nun weg. Wie Sarah.“ Sarah sah ihn ebenfalls an. „Elke kommt her?“ Lucas nickte. „Ja ich hole sie ab.“ Sie schloss die Augen. „Danke… Elke ist für mich wie eine Schwester. Schön dass sie vernünftig geworden ist.“ „Ja so ich bin weg. Tom du bleibst hier?“ Tom nickte. „Ja ich passe auf die beiden hier auf.“ Lucas verschwand und fuhr zum Treffpunkt nach Köln.

    „So … das waren alle, zumindest die ich sehen konnte. Mann, das war ja das reinste Giftarsenal.“ stöhnte der Tierfänger, als er zu Semir und André kam. „Was haben Sie alles eingefangen?“ „Also es sind sehr schöne Tiere dabei…. Eine Tarantel, Eine schwarze Witwe, die gefährlichste Spinne eigentlich, aber sehr schön anzusehen…. Dann habe ich drei schwarze Mambas, eine grüne Mamba, eine Klapperschlange und eine Korallenschlange. Ein sehr seltenes Exemplar. Ein Wunder dass ….“ Er sah Semir an, „das interessiert Sie nicht wirklich, oder?“ „Nein nicht wirklich. Ich hoffe nur es sind alle eingefangen worden und nichts entkommen. Nicht auszudenken, wenn die hier im Gebüsch umherkriechen und…“ „Nun das wäre eher undenkbar. Sehen Sie die Tiere stammen aus den wärmeren Gefilden. Hier würden sie regelrecht erfrieren. Es ist sicher keine entkommen. Die Fenster waren zu und nichts war zerbrochen. Die Türen waren ebenfalls dicht.“ „Ja danke. Was geschieht mit den Tieren?“ „Wir bringen sie erst einmal im Kölner Zoo unter. Dort haben die genügend Terrarien.“ Semir nickte nur. Der Arzt kam zu ihnen.

    „Tja… wenn es richtig ist, dann starb er an dem Biss einer der Schlangen.“ Meinte dieser, „genauer geht es wirklicht erst nach der Obduktion. Hier ist noch sein Handy. Vielleicht hilft es Ihnen ja weiter.“ Semir nickte. „Tja… haben wir Papiere von diesen Herren?“ „Nun die hab ich eben schon diesem langen Kollegen von Ihnen gegeben, ich muss …!“ Semir ging zu Dieter Bonrath. „Der Tote hieß Steven Raider…. Hört sich englisch an.“ „Ja oder amerikanisch. Gut…. wo wohnte der?“ „In der Ludwigshafener Strasse 24 in Köln. Hoffe nur, der hat da nicht noch mehr von diesen Giftdingern.“ „Ja das wäre zu wünschen. Gut… dann fahren André und ich zur Wohnung und sehen nach ob wir dort was finden. Sie machen hier weiter.“ „Ja klar….“ Dieter Bonrath verschwand. Semir stieg zu André ins Auto. „So und nun ab nach Köln…. Dort wohnte dieser reizende Genosse.“ André sah ihn von der Seite her an. „Bist du etwas gereizt, Purzelchen?“ „Nenne mich bitte nicht so. Ja bin ich…. Dieser Typ reiste mit seinem eigenen Sargnagel durch die Gegend… wenn der noch welche davon in seiner Wohnung hat und die vielleicht sogar frei da rumlaufen dann setze ich keinen Fuß in die Wohnung.“ Das Handy, welches er von dem Toten hatte, klingelte.

    „Chefin! Sarah hat uns eben den Hinweis gegeben, dass es eine fünfte Jacht gibt. Die „Bella“ sie lag im Hafen, als wir da waren.“ sprach Tom ins Handy. „Ich werde nachfragen ob die Jacht ebenfalls im Hafen liegt und melde mich bei Ihnen. Haben Sie von Semir irgendeine Nachricht?“ „Nein... bisher hat sich Bein nicht gemeldet.“ „Tom? Wie sicher ist es denn, das Bein ihn hat?“ „Für mich sehr sicher. Er hat das Gespräch mitgehört. Bein wird ihn sicher nicht zum Kaffeetrinken bei sich behalten.“ „Es ist sehr vage. Aber gut... Der Durchsuchungsbefehl für die Wohnung von Bein ist abgelehnt. Der Staatsanwältin genügen die Beweise nicht.“ „Ja sicher... lassen Sie mich raten, wer dafür verantwortlich ist. Frau Claudia Schrankmann.“ „Ganz genau.“ „Chefin... könnten wir uns dann dort vielleicht mal ... ich meine...“ Er hörte Anna lachen. „Sie meinen so einen kurzen Besuch abstatten?“ „Ja, das meine ich.“ „Nein Tom. Wenn wir Bein einen Beschwerdegrund liefern, dann wird es für Semir gefährlicher.“ „Okay... verstanden. War ja nur ein Vorschlag.“ „Tom.... ich habe Ihnen eben den dienstlichen Weg vorgeschlagen. Was Sie in Ihrer Freizeit tun, geht mich nichts an. Ich denke wir haben uns verstanden.“ Toms Grinsen war schon fast zu hören. „Ja, danke“ Lucas sah Tom an. „Was hast du denn?“ „Sag mal... weißt du eigentlich wo Bein privat wohnt?“ Lucas nickte. „Ja sicher. Bisher war sein Haus immer eine Festung. Videoüberwachung, Wachhunde und Wachmänner. Da kommst du nicht rein.“ Tom lächelte nur.

    Semir sah Mark an. „Warum tun Sie das?“ „Was?“ „Na warum machen Sie sich für Bein strafbar. Sie sind an einer Entführung, an Freiheitsberaubung und an Menschenhandel beteiligt. Wollen Sie allen Ernstes für die Taten von Bein in den Knast?“ Mark sah ihn an. „Ich geh nicht in den Knast. Sieh mal... ich mache nur meinen Dienst als Aufpasser für die Jachten. Ich bewege die Schiffe etwas und gut ist. Anschließend geht es wieder in den Hafen. Ich habe von Bein die Anweisung keine der Kabinen zu betreten. Also weiß ich auch nicht was oder wer darin ist.“ Semir schüttelte den Kopf. „Das ist doch lächerlich.“ „Iss und ruhe.“ meinte Mark nur. Semir sah ein, dass es keinen Zweck hatte mit dem Mann zu sprechen. Er aß und trank. „Darf ich mal zur Toilette?“ fragte er anschließend. „Ja sicher. Aber glaub nicht, dass du mich linken kannst.“ „Sicher nicht....“ Mark schloss Semir vollends los. Er erhob sich und ging an Mark vorbei. Mark brachte ihn zu den Toiletten. Der Gang war recht eng und es gab keine Möglichkeit für Semir auszubrechen.

    „Du bist sicher, dass der Bulle dich holen wollte, Elke?“ fragte Bein das Mädchen, welches schüchtern auf dem Stuhl saß. „Ja… er sagte er würde mich zu Sarah bringen und dann bräuchte ich keine Angst mehr zu haben.“ Bein lächelte und fasste Elke am Bein an. „Du brauchst keine Angst vor mir zu haben. Ich tu dir nichts. Aber ich möchte dass du was für mich tust.“ Elke sah ihn an. „Was denn? Ich meine ich bin noch jung und… ich möchte nicht so wie die anderen…“ Bein schüttelte den Kopf. „Natürlich nicht. Aber weißt du…. Ich möchte mit Sarah sprechen und die Polizei sagt mir nicht wo sie ist. Würdest du es mir sagen?“ Elke sah ihn mit ihren braunen großen Augen an. „Aber ich weiß das doch gar nicht.“ „Na aber du kannst doch Springer anrufen. Er soll dich auch holen. Ich lasse dich gehen. Du wirst zu Sarah gebracht mehr brauchst du nicht machen.“ Elke senkte den Kopf. „Ich darf wirklich gehen?“ Bein lächelte. „Natürlich. Ich mache dir sogar ein Geschenk. Ich weiß nämlich, dass du heute Geburtstag hast. Du bist 17 geworden.“ Elke nickte. Bein holte eine Kette aus der Tasche. Er legte sie Elke an. „Und? Gefällt sie dir?“ Elke nickte. „Ja… seh sogar.“ „Und machst du es?“ Elke nickte. „Gut… nun gehst du erst mal auf dein Zimmer und morgen rufst du Springer an und sagst er soll dich abholen.“ Elke nickte und lief raus.

    Tom sah sich um und entdeckte den Lichtschein im Treppenhaus. Da hinten war der Weg zum Tresorraum. Er zog dem Wachmann die Waffe aus dem Holster und schlich sich die Treppe weiter herunter. Am Fuß der Treppe wurde es dunkel und Tom konnte nichts weiter sehen, als Schatten und Umrisse einer Person.

    Soldan sah Semir noch einmal an. „So… schade dass die Polizisten schon so runter gekommen sind, dass die sogar die Banken ausrauben. Noch dümmer jedoch, das sie sich selbst im Tresor einsperren. Aber wir müssen noch etwas machen, damit es glaubhaft ist. Du darfst natürlich nicht mehr gefesselt sein, wenn dich dein Leute….Was war das?“ Soldan hatte ein Geräusch gehört, sah Michael und die beiden Männer an. Er machte eine Bewegung und die Männer stellten sich alle hinter der Tür des Tesors. Soldan grinste, schlug mit der Waffe zu und ließ Semir achtlos am Boden liegen. Er nahm seine Waffe und stellte sich außen hinter die Tür vom Tresor. Egal wer nun kommt, er würde zunächst im Tresor nach Jemandem suchen.

    Tom ging vorsichtig geduckt auf den Tresorraum zu. Er sah ein Person im Inneren liegen und erkannte Semir. „Hey.. Scheiße.. Semir?“ Er rannte hinein und vernahm ein Geräusch. Er sah wie ein Mann die Tür verschloss. Tom sprang auf und rannte zur Tür, doch alles was er sah war ein schattenhaftes Gesicht. Nicht einmal eine Beschreibung könnte er geben. Die Tür ging zu.

    „Scheiße... Semir ? Hey.. sag was?“ er kniete neben ihm nieder und tätschelte ihm die Wange, doch bekam keine Reaktion. Stattdessen gab es draussen eine laute und ziemlich heftige Explosion. Tom merkte den Boden wanken und sah zur Türe des Tresors, die rauchend aufsprang. Mit einem Satz war er neben der Türe und duckte sich, sah nach draussen. Jemand hustete und dann hörte Tom Schritte und eine fluchende Stimme. Das musste der Mann sein, der ihn hier hereingeschuppst hatte. Im Hintergrund hörte er Alarmglocken, doch dass törte ihn nicht. Semir lag nach wie vor auf dem Boden. Er zog ihn auf den Flur aus dem Raum und legte die Jacke unter seinen Kopf. jetzt ging die Verfolgung der Täter vor.

    Steven Raider, war mit seinem Van gerade auf der A4 unterwegs. Er sah in den Rückspiegel auf die vielen Terrarien, die er dort stehen hatte. Er sah wieder nach vorn und musste in die Eisen, fast wäre er dem Vordermann drauf gefahren. „Verflucht noch mal! Pass doch auf du Idiot!!“ brüllte er nach vorn. Er gab wieder vorsichtig Gas. Dann spürte er plötzlich wie ihm etwas im Nacken krabbelte. Er nahm eine Hand und wollte es wegschlagen. Das nächste was folgte war ein Stich. Steven sackte innerhalb weniger Augenblicke zusammen. Der Wagen brach aus. Ein wildes Hupkonzert folgte. Steven Raider störte das nicht mehr. Er war tot hinter dem Lenkrad zusammen gesunken. Sein Wagen raste auf die Böschung zu, fuhr diese runter und überschlug sich mehrmals. Einige der nachfolgenden Fahrzeuge rief die Rettung.

    „Herr Gerkhan, Herr Fux! Schwerer Unfall auf der A4. Ein Transporter ist über Kopf gegangen.“ rief Andrea ins Büro. Semir sah André an und schon waren beide unterwegs. Semir hatte einen silberfarbenden BMW erhalten. André sollte einen Mercedes bekommen, allerdings war dieser noch nicht da und so musste er sich chaufieren lassen. „Wieso müssen wir uns um einen banalen Unfall kümmern?“ fragte Semir während der Fahrt. „Warum hast du das nicht im Büro gefragt?“ „Na… hör mal….“ André lachte laut auf. „Hey… da vorn“ sagte er dann und Semir hielt an. Die Kollegen in Uniform waren alle am Auto. Alledings hielten sie einen großen Abstand. Semir stieg aus und ging ebenfalls runter. „Was ist? Das Auto beißt doch nicht oder?“ „Das Auto nicht, das ist schon richtig, aber der Inhalt schon.“ meinte Dieter Bonrath, der zu Semir kam. „Was? Wieso?“ „Nun ja…. ich hab es nicht richtig sehen können, aber da sind Spinnen und Schlangen drin.“ Semir sah zu Dieter hoch. „Echt? Tierfänger schon informiert?“ Dieter Bonrath nickte. „Was ist mit dem Fahrer?“ „Der ist so wie es aussieht tot.“ „Ah…ja…. gut. Dann warten wir bis der Fänger kommt. Sind noch alle Tiere drin?“ „Keine Ahnung. Wir gehen da nicht näher ran. Wer weiß was da noch rumkriecht.“ „Ja genau deshalb. Wir wissen sicher auch nicht, wieviel er dabei hatte, oder?“ Dieter schüttelte den Kopf.

    „Verdammt Tom. Der hat Semir ich weiß es. Und was ist mit den ganzen Mädchen. Die Hälfe war minderjährig oder gerade 18. Der Typ macht sich die Mädchen gefügig. Semir hat es damals selbst mitbekommen wie Bein bzw. Golbär mit denen umgeht, wenn eine sich weigert.“ Tom nickte. „Ja ich weiß. Semir hat es mir erzählt. Lucas. Solange wir nichts Konkretes in der Hand haben, können wir nichts machen. Wir fahren jetzt zur PAST und schauen ob dieser David uns die Liste der Jachten von Bein geschickt hat. Ich bin nämlich genau wie du der Meinung, das Semir auf einem dieser Dinger zu finden ist.“ Lucas nickte nur. „Verdammt. Wenn ich Elke nur dazu bewegen könnte, diesem Bein den Rücken zu kehren.“ „Du kannst nicht alle Mädchen davor retten.“ „Ja ich weiß. Es ist ein Windmühlenkampf. Er bekommt immer wieder neue Mädchen. Aber ich...“ Tom nickte nur. Auf dem Parkplatz der PAST stellte sich Tom wie gewohnt auf seinen Parkplatz. Anna sah ihn an. „Haben Sie etwas Neues erfahren?“ Tom schüttelte den Kopf. „Nein... leider nicht. Wir sind wegen der Liste hier, von diesem David...“ „Tja... wir haben eine Liste bekommen. Es sind vier Namen drauf. Die Kollegen sind bereits unterwegs um die Jachten zu durchsuchen. Bisher ist es negativ.“ Sie hielt Tom die Liste hin. „Jana.... Dream.... Lucy... und Santa Maria.“ Tom sah Lucas an. “Siehst du, die Bella gehört ihm nicht.” Lucas nickte. “Tja… so kann man sich irren.“ „Was war bei Bein?“ fragte Anna. Tom erklärte ihr die Sachlage. Anschließend fuhren sie wieder zur Schutzwohnung wo Sarah und Latetia warteten.

    Sarah sah die beiden Männer an. „Was ist mit dem Kollegen?“ fragte sie. Tom schüttelte nur den Kopf. „Dann hat Bein schon einen Zeugen ausgeschaltet.“ Meinte Latetia die ihren Arm in der Schlinge trug. Tm nickte. „Ja aber ich denke er wird sich auch an die zweite Zeugin halten. Er wird sicher versuchen an sie ran zu kommen.“ Lucas stimmte dem zu. „Die Frage ist, wie verhindern wir das? Sarah ist hier sicher. Niemand weiß wo sie sich befindet.“ Tom nickte. „Ja noch. Wir müssen darauf achten, dass es niemand herausfindet. Der Tod von Zörbel ist schon schlimm genug. Zum Glück konnten wir die Wohnung verlassen, bevor die Männer da waren.“ „Tja... meist sind es Kollegen, die nicht ihre Schnauze halten. Hoffe nur Semir hält dicht.“ Tom sah Lucas an. „Das wird er. Egal was Bein mit ihm macht. Er wird mit Sicherheit nichts verraten.“ Lucas nickte. „Ich hoffe wirklich dass du Recht hast. Aber du kennst nicht Beins Methoden, Menschen zu quälen oder zum reden zu bringen. Er steht Golbär in nichts nach. Er ist sogar schlimmer als Golbär.“ Tom nickte. „Ja und Semir ist stark. Wenn er nicht auf den Jachten von Bein ist, dann wird er ihn vielleicht in seinem Haus fest halten. Wir müssen versuchen für seine Privaträume den Durchsuchungsbefehl zu bekommen. Ich ruf die Chefin an. Sie hat es ja immerhin geschafft für die vier Jachten den Befehl zu bekommen.“ Sarah sah beide an. Sie hörte sehr interessiert zu. „Wieso denn nur vier Jachten?“ fragte sie. Tom und Lucas sahen sie an. „Nun ja... das sind die Dinger die Bein gehören.“ „Er hat fünf. Das sind Jana, Dream, Lucy, Santa-Maria und Bella.“ kam von Sarah. Tom sah Lucas viel sagend an.

    Semir erwachte und wollte sich bewegen. Ein Schmerz zuckte durch seine Handgelenke. Er erinnerte sich, wo er war. Die Handschellen saßen extrem fest. Jede Bewegung schmerzte. Es war dunkel. Semir bemerkte die leichten schaukelnden Bewegungen. Das Licht ging an. Mark kam herein und sah auf Semir herab. „Hey... du bist ja schon wach. Gut... hast du Hunger?“ Semir nickte. „Ich mach dir gleich was.“ Mark nahm ihm den Knebel ab. „So... hier stört es keinen wenn du laut wirst. Wir sind so ziemlich allein.“ „Ich habe Durst....bitte.“ Mark nickte und hielt Semir eine Flasche Wasser an den Mund. Er trank vorsichtig. Mark sah die Hände von Semir. Sie waren bläulich. „Sitzen wohl sehr fest, was?“ Semir nickte nur. „Okay... ich löse sie etwas. Sag mal... warum sagst du Bein nicht einfach wo unsere kleine Maus steckt? Du könntest dann gehen und gut ist.“ „Sie wissen doch genau, das Bein mich nicht gehen lässt. Er ...weiß genau, dass ich...“ Semir stockte. Er wollte sich nicht mit seinem Wärter unterhalten. Mark öffnete die Handschellen ein wenig. Semir hoffte eine Chance zu bekommen, wenn er es tat, doch Mark ließ ihm keine Möglichkeit. Schmerzhaft spürte er, wie die unterbrochene Blutzirkulation wieder einsetzte.

    Zitat

    Original von Navar

    Genau,... warum unbedingt Spinnen!? X( Ich hasse Spinnen!! 8o
    Allein schon beim Gedanken daran bekomme ich Gänsehaut... :evil:

    GEnau deshalb... diese Tiere werden einfach nur verkannt. Das ist alles. Ich hab nichts gegen Spinnen.... also zumindest wenn sie weit weg von mir sind. =)

    Im Großraumbüro saßen Herzberger und Bonrath am Schreibtisch. „Was hältst du von den Neuen?“ fragte Horst Herzberger. Dieter Bonrath sah ihn an. „Also wirklich Hotte... ich kann doch noch gar nichts sagen. Bis auf guten Tag haben wir ja noch nichts gesprochen, oder?“ Herzberger nickte. „Ja ich weiß... aber ich habe dich nach dem Gefühl gefragt.“ „Gefühl? Ach so... nun ja... ich weiß noch nicht. Mal sehen. Aber sie scheinen doch okay.“ Andrea kam zu ihnen. „Die sind sicher okay... besonders der Kleinere.“ Bonrath sah sie an. „Hey... was sind das denn für Töne, Andrea? Ich dachte nach deinem Klaus oder Karl oder wie der hieß, willst du nichts mehr von den Männern wissen.“ Andrea lächelte. „Tja... so schnell kann sich das ändern.“ Sie setzte sich wieder an ihren Platz und warf verstohlen Blicke durch die Trennscheibe auf Semir Gerkhan.

    „So.... hier .... der vermutlich erste Käufer starb am Biss einer schwarzen Mamba... tse... wieso kaufen sich Leute Tiere, von deren Haltung sie keine Ahnung habe?“ fragte Semir als er die Akten las. „Darum geht es doch gar nicht. Meistens ist es ein Prestige, was die Leute zeigen wollen. So nach dem Motto, seht her... ich kann es mir leisten. Denen geht es nicht um die Tiere. Ich könnte mir nicht vorstellen, eine Tarantel als Schoßtier zu haben.“ gab André zu bedenken. „nun ja sicher nicht. Aber wenn ich sehe, dass sich so neureichte Typen Tiger, Panther und sogar Löwen anschaffen, dann bekomme ich das Grauen. Das sind doch keine normalen Haustiere.“ „Ja Semir. Du hast ja Recht. Aber wie du siehst bekommst du ganz leicht solche Viecher. Und wir sollten sehen wie man da ran kommt.“ Semir sah André an. „Du meinst… wir sollten als Käufer auftreten?“ André zog seine Schultern hoch und sah ihn nur an. „Warum nicht?“ „Gut…. aber ich kann mir dich als Spinnenliebhaber nicht vorstellen.“ lachte Semir. André nickte. „Ich red ja auch von dir, Purzelchen.“ Das Lachen von Semir verschwand genauso schnell wie es gekommen war.

    Tom sah sich in den Räumen um, die im „Latin Love“ zu mieten waren. Natürlich nur mit Mädchen. Er ließ die Ausweise der Mädchen kontrollieren und die noch minderjährigen von den Kollegen zur Polizei bringen. Dann ging er zu dem Mann, der Bein vertrat. „Wo ist denn nun Ihr Chef?“ „Er kommt sicher gleich. Kann ich Ihnen in der Zeit was anbieten?“ „Ja sicher... wie wäre es mit einer Aussage?“ Der Mann war verwirrt. „Was für eine Aussage?“ „Nun... zum Beispiel, wie es angehen kann, das bei einem so etabliertem Lokal wie das „Latin Love“ acht minderjährige Mädchen aufgegriffen werden? Warum die Mädchen alle aussagen, dass Michael Bein sie hier beschäftigt, als Begleitpersonen für gewisse Herren? Warum sie keine Ausweise haben? Solche Sachen.“ „Das wird Ihnen Herr Bein sicher erklären.“ Tom nickte. Er sah kurz zu Lucas, der sich mit einem der Mädchen unterhielt. Er ging hin. „Elke... du solltest doch bei deinen Eltern bleiben. Verdammt dieser Schuppen ist nichts für dich. Ich will dir helfen.“ „Ja sicher... das hat Bein auch gesagt. Nur er hilft mir wirklich.“ „Ja sicher... indem er dich süchtig macht und du dich hier für ihn verkaufst.“ „Das ist nicht wahr. Du hast nur einen Hass auf ihn, wegen deiner Schwester. Bein hat mir alles erzählt. Er hat mir die Augen über dich geöffnet. Das mit deiner Schwester war ein Unfall.“ „Hat er das erzählt? Bein belügt dich. Sarah ist wach geworden. Sie ist sicher untergebracht und Bein wird nicht an sie herankommen. Ich kann dich auch hinbringen, wenn du willst.“ Doch das Mädchen bockte. Lucas drehte sich zu Tom um. „Sie ist störrisch wie ein Esel.“ stöhnte er. Tom nickte nur.

    „Was soll das hier? Haben Sie einen Durchsuchungsbefehl für mein Geschäft und wenn ja mit welcher Rechtsgrundlage?“ brüllte Bein, als er ankam. „Kranich, Kripo Autobahn. Meinen Kollegen Springer von der Sitte kennen Sie ja bereits.“ Bein nickte. „Ja Herr Springer ist mir bekannt. Was hat die Kripo Autobahn damit zu tun? Ist einer meiner Kunden zu schnell gewesen?“ Er lachte laut auf. Tom sah ihn an. „Nein... bisher konnten wir nur minderjährige Mädchen hier aufgreifen. Wir unterstützen derzeit nur Herrn Springer.“ Bein nickte. Er musterte Tom sehr genau. „Nun ja.... wenn die Sitte die Arbeit nicht allein schafft, dann muss es wohl so sein.“ Lucas sah ihn wütend an. „Sie wissen genau, warum wir gegen Wände rennen. Weil Leute wie Sie...“ Tom legte ihm die Hand auf die Schulter. „Lucas... es bringt nichts.“ Er wandte sich an Bein. „Wo waren Sie denn heute so?“ Bein lächelte. „Warum sollte ich Ihnen das sagen?“ „Haben Sie ein Problem mit der Frage?“ kam von Lucas. „Ich sehe keinen Anlass Ihnen zu erzählen, was ich mache. Würden Sie nun bitte das Lokal verlassen?“ Tom nickte und gab Bein seine Karte. „Falls Sie den Wunsch haben mit mir zu sprechen, dann rufen Sie mich doch an. Könnte für beide Seiten sehr interessant sein.“ Bein lächelte ihn an. „Ich denke nicht, das sich die Gelegenheit ergibt. Und mal ganz ehrlich... es wäre besser, Sie würden zurück zur Autobahn gehen. Jagen Sie Temposünder, Autodiebe oder sonst was. Ist sicher gesünder für Sie.“ Tom sah ihn an. „Wollen Sie mir drohen?“ „Ha... warum sollte ich das denn?“ lachte Bein und ging in sein Büro.

    „Frau Schäfer? Würden Sie mir bitte sagen, wo ich die Akten über die Schmuggler finde?“ „Ja sicher... Herr....“ „Gerkhan, Semir Gerkhan. Wir sollten uns vielleicht auf Semir einigen. Ist einfacher.“ Andrea lächelte leicht. „Ja sicher Herr Gerkhan. Die Akten finden Sie in dem Wandschrank hinter Ihren Stuhl. Ich war so frei und hab Sie Ihnen sichtbar!.... wohl bemerkt hingestellt. Sonst noch etwas?“ Semir sah sie an. „Ja.... hätten Sie noch einen von Ihrem wunderbaren Kaffee?“ Andrea nickte. „Ich bringe Ihnen gleich zwei Tassen.“ Semir ging wieder ins Büro. „Danke“ sagte er noch und verschwand wieder. Andrea sah ihn lächelnd hinterher.

    „Die gefällt dir, was?“ fragte André als Semir saß. „Nun ja.... sieht ganz süß aus.“ meinte dieser und zog sich eine Akte aus dem Schrank. „Gut, wenn du dann deine Hormone wieder unter Kontrolle hast, dann sollten wir den Fall mal beginnen. Was sollen die Kollegen denn von dir denken?“ „Ha, Ha....“ Dann war Schweigen. Andrea brachte Kaffee für die Beiden rein. „Oh... was für ein Service.“ meinte André und sah Semir grinsend an. „Das ist aber nur heute... normalerweise holen sich alle den Kaffee aus der Küche.“ meinte sie nur und verschwand wieder. „Danke Frau Schäfer.“ rief Semir ihr nach. „Na das war ja wohl eine Abfuhr, oder?“ lachte André. „Mach du dich nur lustig. Ich komm schon noch ran.“ Semir sah wieder in die Akte und griff gleichzeitig zum Kaffee. Er trank einen Schluck. „Hmmmm... ist der Gut.“ schwärmte er.

    „Wo ist Sarah?“ fragte Bein zum xten-mal. „Du kannst mich mal, Bein.“ kam von Semir gepresst. Er blutete aus der Nase. „Nun gut. Ich möchte heute noch ins Bett. Wir werden uns morgen sicher noch einmal sprechen. Aber nun ist erst einmal Ruhe hier. Ich lasse dich gleich von Mark füttern. Mach keinen Blödsinn. Er ist stärker als du.“ Semir sagte nichts. Er hatte ziemlichen Hunger und war sicher dass Bein ihn die Handschellen nicht abnehmen lässt, trotzdem wollte er es versuchen. „Ich kann allein essen.“ „Ja sicher.... aber ich will es nicht.“ lachte Bein. Damit war er raus. Nur kurz darauf kam ein bulliger Mann mit einem Teller herein. Semir roch das Essen. „Dann wollen wir mal.“ meinte der Mann nur und fing an Semir zu füttern. Als er fertig war, gab er Semir was zu trinken. „So... und nun die Einschlafhilfe. Ich will nämlich nicht, dass du laut wirst.“ Semir verstand erst nicht, doch dann hielt der Mann einen Lappen in der Hand. Semir roch bereits das Chloroform. Er drehte seinen Kopf weg, doch der Mann folgte der Bewegung und presste den Lappen auf Mund und Nase. Der Mann drückte ihm den Kopf fest gegen den Pfeiler. „Tief einatmen, ist weniger schmerzhaft... „meinte der Mann fürsorglich. Semir tat es und spürte wie er wegsackte. Wie durch Watte hörte er den Mann sagen: „So ist es gut.... bist ein braver Junge.“

    Mark sah auf den schlafenden Polizisten und löste ihm die Handschellen. Dann hob er ihn auf und legte ihn auf das Bett. Er fesselte ihn an dem Gestell und klebte dann den Mund zu. „so... ist es doch viel bequemer, nicht wahr“ führte er Selbstgespräche. „Verwöhn ihn nicht so.“ kam es hinter ihm her. Bein stand in der Kabine. „Boss... ich wollte nur, ich dachte... ich meine er kann doch eh nichts tun.“ Bein nickte. „Schon gut, Mark. Du kümmerst dich um ihn. Er wird sicher ne ganze Weile bei dir sein. Ach... die Bella verlässt heute Nacht den Hafen. Die Bullen sind aufmerksam geworden und haben sich nach meinen Jachten erkundigt. Du bleibst an Bord. Ich habe dir Proviant für zwei Wochen an Bord bringen lassen.“ Mark nickte. „Alles klar.“ Er verließ die Kabine. Bein trat zu Semir ans Bett. Er sah auf ihn runter und prüfte die Handschellen. Sie saßen gerade so, dass er die Hände nicht befreien konnte, doch das war Bein nicht gut genug. Er drückte die Schellen fester zusammen so dass sie einschnitten. „so ist es viel besser.“ lachte er und verschloss die Kabine wieder. Sein Handy klingelte. „Ja was ist?“ „Die Bullen sind im „Latin Love““ hörte er. „Ich komm sofort.“ Bein gab Mark noch letzte Anweisungen und verließ anschließend die Jacht. Er war wütend und konnte sich schon denken welcher Bulle im „Latin Love“ störende Fragen stellte. Doch er wird sich nichts anmerken lassen.