Am
nächsten Morgen waren Tom und Rebecca früh im Krankenhaus. Sie gingen direkt zu
Semir ins Zimmer. Dieser saß im Bett und sah beiden entggen. „Hey… schön das
ihr kommt!“ sagte Semir. „Geht es dir besser?“ „Ja… sicher. Aber der Doc will
mich noch nicht gehen lassen. Nun ja… mein Kreislauf ist noch nicht so
besonders.“ „Du solltest dir ein paar Tage lassen.“ Nun sah Semir auch Rebecca.
„Rebecca, ich…ich möchte mich entschuldigen.“ Rebecca lächelte leicht. „Schon
gut. Für manche Leute ist der Glaube an Satan einfacher Schwachsinn. Doch genau
diese Leute trifft es dann am schlimmsten.“ „Dann war es mit Martin genauso?“
Rebecca nickte. „Nun ja… er glaubte am Anfang auch nicht daran. Leider konnte
ich damals nicht viel tun…. Vergessen wir es. Ich weiß dass sein Mörder dort
ist, wo er hingehört. Und nur das ist wichtig.“ Semir nickte. „Trotzdem. Ich
habe mich benommen wie ein Esel.“ Tom lachte. „ Das streiche ich mir Rot in dem
Kalender an. Semir gibt zu, ein Esel zu sein.“ „Ja lach du nur. Ich hätte gern,
dass du mit mir tauschst. Weißt du wie das ist, wenn du dieses Saugen spürst.
Wie er dir dein Blut aussaugt? Es ist absolut…“ „Schon gut. Schon gut.
Schneider, so Schrankmann wird wegen zweifachen Mordversuch und zwei Morde
angeklagt. Die Chance da wieder raus zu kommen ist sehr gering.“ „Zwei Morde?“
fragte Semir. „Ja… Martin und ein gewisser Theo Kaiser. Einer seiner Anhänger
wenn du so willst.“ „Ach, der Gegner, der mich erst noch mehr reinigen wollte.
Ja…ich dachte er würde gewinnen….aber warum zweifacher Mordversuch?“ „Er hat
Mandy, meiner Nachbarin, die eine der Jünger war, Tabletten gegeben. Sie sollte
sie nehmen als sie Zweifel an seinem Glauben hatte. Sie tat es nicht. Die
Untersuchung der Tabletten ergaben, dass es gepresstes Rattengift war.“ „Zum Glück hat sie es nicht
geschluckt.“ „Ja, sie war auch die uns zu dir geführt hat. Wenn sie sich nicht
gegen diesen Glauben entschieden hätte, dann….“ Semir nickte. „Ja ich weiß, es
war sehr knapp.“
Nur
eine Woche später kam Semir aus dem Krankenhaus. Er war soweit erholt und
stürzte sich in die Arbeit. Tom kam wieder einmal zu spät zum Dienst. Als er
das Büro betrat sah Semir ihn an. „Hast du nur darauf gewartet, bis ich wieder
da bin, oder warst du die ganze Zeit nicht pünktlich?“ „Nee… mir ist was
dazwischen gekommen.“ „Wie heißt sie?“ Tom sah ihn an. „Wer?“ „Na das, was dir
dazwischen gekommen ist.“ Tom grinste. „Mandy.“ „Ach nee. ist die nicht zu jung
für dich?“ „Och… nee eigentlich genau richtig.“ „Schwerenöter. Schrankmann war
eben hier und hat mit mir die Aussage besprochen. Die Anklage steht. Der Termin
für die Verhandlung wird sich allerdings noch hinziehen.“ „Tja… die Mühlen des
Gesetztes. Sie mahlen langsam.“ „Na mir ist es egal. Ich geh heute Abend mit
Andrea aus.“ „Sehr gut. Ach ich bekomme immer noch fünzig von dir.“ „Was? Wieso
denn?“ „Na ich sagte doch, dass ich eine der Nachbarinnen bekomme.“ „Ach
so….klar… Wettschulden sind Ehrenschulden.“ Semir grinste und zog das Geld
raus. Er reichte es Tom.
Einige
Tage später kam Schrankmann erneut in die PAST. Semir sah sie gespannt an.
„Herr Gerkhan, Herr Kranich, es gibt leider ein Problem. Die Anklage gegen
Schneider wird fallen gelassen.“ Semir sah sie erstaunt an. „Was? Wieso denn?
Der Mistkerl hätte mich fast umgebracht.“ „Das ist richtig. Allerdings, dürfte
es schwer sein, gegen einen Toten ein Verfahren anzustreben. Herr Schneider hat
sich in seiner Zelle erhängt. Er muss sich nun vor dem höchsten Gericht
verantworten.“ Semir nickte. „Auch noch feige aus dem Leben treten. Wie ich
diese Typen hasse.“ „Nun wie dem auch sei. Ich wollte es Ihnen persönlich
mitteilen.“ „Danke.“ Schrankmann ging wieder. Doch wenige Minuten später
klopfte es erneut. Diesmal kam Rebecca ins Büro. „Hallo! Ich wollte mich nur
verabschieden. Der Fall ist erledigt. Ich muss zurück.“ Semir stand auf und sah
sie an. „Rebecca… ich hatte eigentlich noch gar keine Zeit gehabt mich wirklich
zu bedanken. Ich hab mich ziemlich dämlich benommen und… nun ja…“ Rebecca sah
ihn an. „Semir. Man muss mir nicht danken. Ich habe nur meine Pflicht getan.
Beim nächsten Fall, den wir gemeinsam lösen, denke ich werden wir uns besser
verstehen.“ Semir nickte. „Mit Sicherheit.“ Rebecca verabschiedete sich von Tom
und verließ die PAST. Die beiden Männer sahen ihr nach. „Sie ist eigentlich gar
nicht übel.“ meinte Semir aufeinmal. Tom lachte leise. „Sagte ich doch. Aber
nein, Herr Gerkhan muss erst einmal auf Macho machen. Er weiß alles und andere
gar nichts.“ „Das stimmt doch nicht. Ich meine im Ernst. Hättest du damit
gerechnet, dass diese Satananbeter so ausrasten?“ „Nein. Aber ich hab
wenigstens auf den Fachmann, in diesem Fall eine Fachfrau, gehört.“ „Ja, ja….
du wolltest doch nur wieder ….“ Tom sah ihn an. Semir schwieg. „Hey… lass uns
endlich den Bericht schreiben.“