Beiträge von Elvira

    Als sie am Unfallort angekommen waren, sahen sie sich die Bescherung an. „Sieh dir das an… sind die alle durch den Wind? Das hier ist ne gerade Strecke, kein Glatteis, kein Laub… nichts was diese Fahrweise erklären lässt. Verdammt nochmal… es sind …“ „Semir! Tom! Kommt mal her!“ rief in diesem Augenblick Sigi, der bei dem roten Opel stand. „Hast du was? War der Fahrer besoffen, oder was?“ „Nein sieht nicht so aus. Der Reifen ist geplatzt.“ „Na super…“ stöhnte Tom. „Wagen sofort in die KTU! Was ist mit dem Fahrer?“ „Ist mit dem Schrecken davon gekommen. Hat ein Schleudertrauma aber sonst keine ernsten Verletzungen. Er kann es sich allerdings nicht erklären. Der Wagen ist in einem Topzustand, so sagt er jedenfalls. Und ich denke nicht, dass er das nur so sagt.“ Meinte Sigi. Semir sah ihn an. „Wieso nicht?“ „Nun, der Mann ist beim ADAC. Ich kenne ihn zufällig.“ „Na und? Deshalb muss er doch kein Heiliger sein, oder?“

    Petra stoppte den Wagen vor der Klinik und stieg mit aus. „Du musst nicht mit hochkommen, die Chefin braucht dich sicher. Danke … fürs fahren.“ Petra tat einen Schritt auf Tom zu, faßte sich ein Herz und umarmte ihn „ Tom? Paß auf dich auf. und ..“ „Ja?....“ „Ach nichts.... ich melde mich, wenn wir etwas haben.“ „ Danke Petra.“

    Anna saß mittlerweile dem Direktor des Gefängnisses gegenüber und machte ihm die Lage klar.
    „Tja, es gibt einige, mit denen O`Brien Kontakt hatte und auch Besucher. Aber zu einem der Insassen mehr als zu anderen. Den kann ich ihnen gerne in den Besuchsraum holen lassen.“
    Sie nickte. „jede Minute zählt, danke.“

    Petra war wieder auf der PAST angekommen und saß an ihrem Schreibtisch. Wo könnte man noch ansetzen um eine Spur zu bekommen. Andrea war schlau und würde mit Sicherheit jede Gelegenheit in Betracht ziehen auf sich aufmerksam zu machen.

    Nachdem Tom ein paar Worte mit Hotte und Dieter gewechselt hatte, zog er den grünen Kittel über und ging zu Semir auf die Intensivstation. Sein Partner lag dort blass und mit dickem Kopfverband im Bett, Geräte piepten monoton und ihm zeriss es fast das Herz ihn so zu sehen.

    Er ging zum Bett, nahm die Hand von Semir und drückte sie. „Hey… Partner. Hängst ja schon wieder ganz tief in der Scheiße… was?“ sagte er leise. Er wußte schon dass keine Antwort von Semir zu erwarten war, aber er wußte dass dieser ihn hörte. Und nur das zählt. „Wir hätten mit der Chefin reden sollen, dann wäre…dieser ganze Mist nicht passiert. Dann wäre Andrea und Aida….“ Er holte Luft. War es gut, wenn er es erwähnte das Andrea und Aida in Gewalt des Irren war? Wenn er Semir etwas erzählte und er ihn tatsächlich hörte… dann… könnte es sogar genau das Gegenteil auslösen. Dann… Er hörte die Tür aufgehen. Der Arzt kam herein. „Herr kranich… schön Sie zu sehen. Sie sollten sich aber auch mal Ruhe gönnen. Sie sehen grausam aus.“ Tom nickte. „Ja…. Doc… was würde passieren… wenn…“ Tom sah zu Semir als ob er Angst hätte, dass dieser jeden Augenblick sein Kommentar abgeben würde. „… was würde passieren, wenn ich ihm erzählte, das seine Familie… also wenn die in Gewalt eines Irren wäre?“ Tom sprach sehr leise. Der Arzt sah ihn an. „Ich weiß nicht… aber ich denke es wäre nicht sehr ratsam.“ Tom nickte.

    An der Unfallstelle angekommen sah Tom erschrocken, dass sich mehrere Wagen ineinander verkeilt hatten. Er zählte insgesamt 20 Fahrzeuge. Darunter ein LKW. Die Rettungsmannschaften waren bereits an der Arbeit und holten die eingeschlossenen Insassen aus den Fahrzeugen. Semir ging zum Einsatzleiter. „Was wissen wir?“ fragte er. „Nun... der eine Wagen hatte aufgrund eines geplatzten Reifens die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Der nachfolgende Verkehr hat es zu spät bemerkt wie immer. Dann fuhr ein Fahrzeug nach dem Anderen in die Unfallstelle. AM schlimmsten aber hat es den Porsche erwischt. Er ist unter dem LKW regelrecht zermalmt worden.“ Der Mann zeigte auf ein dunkles Blechknäuel. Semir erschrak und sah sich nach Tom um. Dieser war nicht zu sehen. Semir ging mit dem Feuerwehrmann zum Wagen. „Was ist mit der Insassin?“ „Insassin? Woher weißt du denn dass eine Frau am Steuer saß?“ „Weil wir sie vor kurzem erst kontrolliert haben.“ „Nun... sie hatte wirklich Glück. Sie ist zwar schwer verletzt worden, aber sie lebt. Der Arzt ist sehr guter Hoffnung, dass sie keine bleibenden Schäden davon tragen wird. Wenn man das Wrack ansieht, kaum zu glauben, dass sie dort lebend raus ist oder?“ Semir nickte nur. „Weißt du in welchem Krankenhaus sie ist?“ „Uniklinikum Köln.“ „Danke.“ Semir ging zu Tom und erzählte ihm was er wusste.

    Philipp wartete auf Sandra, die eigentlich schon längst zuhause sein sollte. Sie kam nicht, meldete sich nicht per Handy. Es war absolute Funkstille. Philipp lief unruhig auf und ab. War etwas passiert? Sandra wollte schon vor sechs Stunden zuhause sein. Sie war doch sonst immer pünktlich. Sein Telefon klingelte. Er meldete sich. „Kranich hier... Philipp?“ „Ja? Was gibt es denn?“ „Es geht um Sandra....“ „Was ist mit ihr?“ „Sie hatte einen Unfall.“ „WAS? Wie geht es ihr?“ „Philipp sie ist sehr schwer verletzt. Derzeit liegt sie im Uniklinikum in Köln. Aber sie lebt und der Arzt ist sehr zuversichtlich.“ „Ich werde sofort den Flieger nehmen. Wo genau ist die Klinik?“ „Ich werde Sie am Flughafen abholen und Sie zu ihr bringen.“ „Danke...“ Philipp legte auf. Nur wenig später saß er im Flieger nach Köln. Am Flughafen suchte er nach Tom. Dann sah er ihn und Semir. Eine kurze Begrüßung und schon ging die Fahrt in die Klinik. Als Philipp das Zimmer seiner Frau betrat sah sie ihn an. Ihr Gesicht war grün und blau. Es war geschwollen. „Hey... wie geht es dir?“ „Philipp? Was machst du denn hier?“ „Tom hat mich informiert. Ich bin sofort hierher.... was ist denn nur passiert?“ „Ich weiß es nicht genau....“ sagte sie leise und schloss die Augen. Philipp hatte Tränen in den Augen. „Was ist mit dir?“ fragte er vorsichtig. Sandra antwortete nicht. Sie schlief. Vorsichtig küsste Philipp sie und ging dann aus dem Raum. Er wollte den Arzt sprechen.

    Semir stöhnte auf, als ihm Franks Faust im Magen traf. Alex und Werner standen nun ebenfalls dabei. „Das dachte ich mir schon.... Gut. Wir haben nun ein Problem.“ „Das ist nur ein Kleines. Das bringt uns nicht aus dem Konzept. Bringt ihn in den Raum da“ Er wies auf den Raum hinter ihnen. Andreas und Frank zerrten Semir durch den Gang. Er trat aus und versuchte sich loszureißen. „Sie kommen damit nicht durch. Mein Kollege weiß wo ich bin und...“ „Halt dein verdammtes Mundwerk oder ich bring dir die Flötentöne bei.“ stieß Frank wütend aus und drückte Semir den Arm höher in den Rücken. Semir stöhnte schmerzvoll auf. „Verdammt, Alex... .was machen wir jetzt?“ „Wir werden ihn hier irgendwo hinbringen, wo er nicht stört. Wenn er Recht hat und der Kollege weiß wo er ist, dann wird er früher oder später hier auftauchen. Ihr bringt ihn raus, sobald wir weg sind und sorgt dafür, dass er ruhig ist.“ Andreas fesselte Semir die Hände auf dem Rücken, während Frank ihm den Mund verklebte. Alex sah Werner an. „Wir beide verschwinden.... Frank und Andreas kümmern sich um unser Problem.“ Werner nickte und schon waren beide weg.

    Nur kurz darauf kam Tom am Haus an. Er nahm das Mikro in die Hand und forderte Verstärkung an. Die Chefin versprach das SEK umgehend zu informieren, als sie erfuhr was dort abging. „Ich kann nicht so lange warten. Ich gehe rein.“ „Tom... Sie warten auf das SEK! Haben Sie mich verstanden?“ „Chefin.... wer weiß was die mit Semir machen...“ „Sie warten! Das ist ein Befehl!“ „Ja Chefin!“ Tom fluchte. Er zog seine Waffe und ging zum Haus. Er betrat es und ging in den Keller. Aus einem der Räume hörte er Geräusche. Halt durch Partner, dachte er nur und schlich zu der Tür. Er blickte durch den Türspalt und sah wie Frank und Andreas Semir bearbeiteten. Er war gefesselt und geknebelt. Anscheinend waren die Beiden allein mit ihm. Tom atmete kurz tief ein und stieß die Tür vollends auf. „Keine Bewegung! Polizei!“ brüllte er und zielte mit der Waffe auf die Beiden. Diese sahen sich erstaunt um und hoben die Hände. „Weg von ihm!“ kam der nächste Befehl von Tom.

    Anna traf mit dem SEK ein. Sie sah Semirs und Toms Wagen vor dem Haus stehen. „TOM!“ rief sie. Doch es verwunderte sie gar nicht, dass er nicht im Wagen saß. Leise fluchend instruierte sie das SEK zum Stürmen des Hauses. Alles ging routiniert ab und so kam sie in den Keller. „Chefin! Hier!“ hörte sie Tom rufen. Frank und Andreas waren mit Handschellen gefesselt und sie ließ sie von den SEK-Beamten abführen. Dann fiel ihr Blick auf Semir, der etwas lädiert auf dem Boden saß und Tom der ihn versorgte. „Meine Herren... es ist mal wieder Zeit für eine kleine aber sehr wichtige Unterhaltung.“ Tom und Semir nickten nur. Anna schien sehr wütend zu sein, und beide wussten dass die Unterhaltung sicher nicht lustig werden wird. „Chefin... die hätten ihn fertig gemacht, wenn...“ „... ich will jetzt absolut nichts hören.“ kam von Anna und Tom schwieg.

    Tom legte genervt den Hörer auf. Semir meldete sich nicht. Entweder hatte er das Handy im Wagen und war selbst nicht drin, oder ... und der Gedanke gefiel Tom überhaupt nicht, er war in Schwierigkeiten. Er ging zu Andrea. „Sag mal.... würdest du mir einen Gefallen tun?“ Andrea sah ihn an. „Semir?“ fragte sie nur. Tom nickte. „Ja ich versuche ihn auf dem Handy zu erreichen, aber er meldet sich nicht. Würdest du mal bitte...ich meine, die Chefin muss es ja nicht wissen.“ Andrea nickte. „Ja sicher.... haben wir gleich.“ Sie machte sich an die Ortung des Handys. Es dauerte etwas dann sagte sie: „Ich hab es.... Er ist derzeit in Bonn... Kopernikusstrasse 28.“ „Was will der denn in Bonn?“ fragte Tom Schulter zuckend. „Ich fahr mal hin, nicht dass er wieder....“ In diesem Augenblick kam Anna dazu. „Wohin fahren Sie?“ „Ähm... Chefin.... ich fahre nach Bonn. Semir ist dort und ....“ „Semir kann sicher allein dort sein Unwesen treiben. Ich brauche Sie kurz hier.“ Tom sah sie an. „Aber Chefin... Er meldet sich nicht per Handy... und...“ „Und deshalb glauben Sie, er wäre in Schwierigkeiten?“ Tom nickte. „Ja genau das glaube ich. Er wollte Stegmann überwachen, weil er ihm nicht abkauft, dass die Siegelholz-Brüder einfach fliehen konnten...“ „Nun, dann wird er warten müssen. Es gab erneut einen Überfall. Fahren Sie hin. Sparda-Bank Rastplatz Nievenheim.“ Tom nickte und fuhr los.

    Alex sah Werner an. „Ist dir jemand gefolgt?“ „Ich weiß nicht. Aber ich hoffe doch sehr, dass es nicht so ist.“ „Gut... sehen wir nach. Du, Frank und Andreas ihr geht dort hin. Passt auf, und schaut hinter die Kartons nach. Wenn hier jemand ist, dann will ich ihn haben. Lebend!“ Frank nickte und zog seinen Bruder mit. Sie gingen genau in Semirs Richtung, der sich immer mehr zusammen zog. Doch die Kartons boten keine wirkliche Deckung. Er wusste genau, wenn die ihn in die Finger bekommen, dann hatte er keine Chance gegen die vier. Er musste Hilfe rufen. Er nahm sein Handy und sah, dass er einen verpassten Anruf hatte. Schnell drückte er die Wähltaste. Die Nummer von Tom wurde gewählt. Dann legte er das Handy auf den Boden und schob es unter eine der Kartons. Nun hieß es abwarten. Er duckte sich und hoffte nur, dass sie ihn nicht sehen. Frank stand mit dem Rücken zu ihm. Semir überlegte kurz und sprang Frank an. Er hob seine Waffe und schlug den Mann nieder. Dann rannte er los. Doch er kam nicht weit. Bevor er die Treppe erreicht hatte, wurde er von Andreas gegriffen und zurückgezogen. Semir ging in den Angriff über und trat aus. Er traf nicht. Dann versuchte er sich loszureißen und wollte den Arm von Andreas weg schlagen. Seine Waffe fiel auf den Boden.

    Tom spürte sein Handy vibrieren. Er sah auf die Nummer und entdeckte Semir. „Ja... Mensch wo bleibst du denn?“ fragte er. Doch von Semir kam keine Antwort. Er hörte ein Scheppern und Kampfgeräusche. „Semir? Sag doch was? Hallo?“ versuchte Tom wieder und lauschte am Handy. „Ist jetzt gut?“ hörte er jemanden fragen. Es kam keine Antwort von dem vermeintlichen Gegner der nur Semir sein konnte. „Gib auf! Du kannst nicht hier raus.“ rief ein Anderer. Anscheinend hatten sie Semir in die Enge gedrängt. Mehrere Männer, so vermutete Tom. Semir brauchte Hilfe. Ihm fiel die Adresse ein, die Andrea ihm genannt hatte. Er setzte das Blaulicht aufs Dach und fuhr mit Bleifuss nach Bonn. Während der Fahrt lauschte er was im Handy zu hören war. Dann hörte ein einen Aufschrei und konnte Semir eindeutig identifizieren. Sie hatten ihn also bekommen. Nun war Not am Mann. Tom trat das Gaspedal durch.

    „Sag mal warum bist du Sandra so unhöflich?“ „Was heißt denn hier unhöflich, Tom? Ich habe nur meinen Job getan. Was hätte sie denn gemacht, wenn wir uns so im Kurs verhalten hätten? Also ich meine ihr Mann. Der hätte uns den Kopf gewaschen. Hey.. der wollte mich wegen der Kleinigkeit mit der Mauer aus dem Kurs schmeißen. War das vielleicht gerecht?“ Tom grinste. „Ja, das wäre gerecht gewesen.“ Semir sah ihn an. „Was?“ fragte er erstaunt. „Komm vergiss es. Übrigens ich hab von Hotte und Dieter erfahren, dass die den Autodieb geschnappt haben.“ „Ach tatsächlich? Na das ist ja mal ein Erfolg für die Beiden. Hoffe nur die heben jetzt nicht ab.“ „Nee... glaub ich nicht. Aber sie sind stolz darauf.“ Semir nickte nur. „Was machen wir denn wenn wir nachher in der PAST sind?“ „Tja... Berichte sind alle fertig. Es gibt kaum etwas zu tun. Wir könnten früh Feierabend machen.“ „Ich weiß nicht.... irgendwie ist es mir zu ruhig.“ „zu ruhig.... wieso ist doch gut. Dann kannst du dich auf Andrea konzentrieren.“ Semir nickte. „Hast auch wieder Recht. Dann können wir den Geburtstag nachfeiern.“ „Hast du denn schon ein Geschenk?“ „Ja sicher...“ „Cobra 11 für Zentrale!“ „Cobra 11 hört“ meldete sich Tom. „Tom schwerer Unfall auf der A3 bei KM 184.“ „Verstanden übernehmen.“ „Tja... soviel zum pünktlichen Feierabend.“ stöhnte er. Semir gab Gas.

    Hallo liebe Leser! Dies ist eine GS für Yvonne, Daggi, Steffi und mir. bitte postet nicht dazwischen. viel Spaß beim Lesen und mitschreiben." ^^


    Tödliche Strecke

    Marianne Sachs war mit ihrem Mazda auf der Autobahn. Nur noch wenige Kilometer trennten sie von ihrer Wohnung. Endlich wieder zuhause. In ihrem eigenen Bett schlafen. Nach drei Wochen in verschiedenen Hotels war es eine Wohltat. Es war nicht viel Verkehr und so konnte sie richtig Gas geben. Sie kam schnell voran. Vor ihr fuhr ein alter Jetta und sie dachte sich noch, dass solche vergammelten Autos nicht auf die Autobahn sollten. Sie setzte zum Überholen an und zog am Jetta vorbei. Plötzlich knallte es dumpf. Mariannes Wagen fing an zu schlingern. Sie versuchte ihn unter Kontrolle zu bekommen. Doch der Wagen reagierte nicht. Sie sah den Pfeiler der Autobahnbrücke auf sich zukommen und riss die Arme vors Gesicht. Von dem eigentlichen Aufprall spürte sie nichts mehr. Der Wagen ging in Flammen auf. Auch der nachfolgende Verkehr geriet außer Kontrolle. Viele Autofahrer sahen den Feuerball und gerieten selbst ins Schleudern. Nur wenig später glich die A43 einem riesigen Schrottplatz. Mehr als 200 Wagen waren zum Teil ineinander verkeilt. Doch wie ein Wunder wurde niemand schwer verletzt.

    „Tom! Semir! A43 Kilometer 284. Riesiger Unfall.“ „Cobra11 hat verstanden. Wir übernehmen.“ Semir sah ihn an. „Wieso immer zum Feierabend? Können die das nicht machen, wenn wir arbeiten?“ Tom lachte. „Na... wir haben doch nie so richtig Feierabend. Tja... dann wollen wir mal.“ Semir setzte das Blaulicht auf. Nur wenig später waren sie am Unfallort. „Mein Gott... sieh dir das an. Das ist ja...“ „Okay... sehen wir uns das mal näher an.“ Sie stiegen aus und gingen zu dem Einsatzleiter der Feuerwehr. Hotte und Dieter waren ebenfalls vor Ort. „Dieter? Hotte?“ rief Tom. Hotte drehte sich um „Ach... Semir, Tom! Gut dass ihr da seid. Also nach Zeugenaussagen ist der Mazda, der da vorn am Pfeiler steht, von der Fahrbahn abgekommen und gegen den Pfeiler geprallt. Das Tempo wird auf ca. 140 km/h geschätzt. Die Fahrerin war sofort tot.“ Semir ging zum Wrack, welches immer noch qualmte. „Selbstmord?“ fragte er. Hotte zuckte mit den Schultern. „Wir haben nichts. Nicht mal Papiere. Fremdeinwirkung ist zwar nicht ausgeschlossen, aber ich denke auch dass es nach Selbstmord ausschaut. Die Frau wird in die Gerichtsmedizin gebracht. Die Überprüfung des Kennzeichens läuft noch.“ Semir nickte. Er sah Tom an. „Scheint nichts mehr für uns zu tun zu geben. Wir müssen eh auf die Ergebnisse der Untersuchung warten. Vielleicht war sie betrunken, oder lebensmüde...“ Tom nickte. „Hotte! Wir sind wieder weg. Bis morgen!“ Hotte hob nur die Hand und widmete sich wieder der Datenaufnahme.

    Nur einige Tage später. Tom und Semir saßen im Büro. Der Bericht der KTU lag vor. „Tja… sieht nach einem Selbstmord aus. Kein Fremdverschulden festzustellen. Na war ja auch nicht wirklcih viel vom Auto übrig.“ Meinte Semir nur und warf den Bericht in seinen Ablagekorb. Tom nickte. „Wenn es wirklich Selbstmord war, hätte ich gern den Grund gewußt. Frau Sachs war gerade mal 28, unverheiratet und was die Kollegen sagen sehr erfolgreich. Sie arbeitete im Außendienst von einem großen Chemiekonzern. Keine Schullden.... Die Kollegen sagen, dass sie keine Depressionen oder gar Selbstmordgedanken hatte. Zumindest war sie nach Angaben von Katrin Schrader stets gut gelaunt und... freundlich.“ „Es kann aber auch sein, dass sie dies nur als Fassade hatte. Ich meine du kannst in die Menschen ja nicht reingucken.“ „Na wenn ich das könnte würde ich bei dir sicher umkippen.“ „Ha, ha… nein nun mal ganz ernst. Wenn diese Frau Sachs zum Beispiel unglücklich verliebt war, soll ja auch vorkommen. Der Mann hat sich von ihr getrennt, oder war sogar verheiratet und hat sich gegen sie entschieden. Frauen können dann schon mal ausrasten und gegen die Mauer fahren. Der Wagen war technisch einwandfrei. Die Bremsen waren in Takt. Das gleichte gilt für die Handbremse. Die Reifen waren leider nicht mehr zu untersuchen, aber das heißt nicht, dass die nicht auch okay waren.“ „Ja aber das schließt auch nicht aus, dass der Reifen vielleicht geplatzt ist.“ Sie schwiegen eine Weile. „Na komm…fahren wir noch mal die Strecke ab. Vielleicht finden wir doch noch etwas.“ Tom nickte und schon verschwanden beide aus ihrem Büro. Sie warfen kurz ein Blick zu Annas Büro. Dies war unbesetzt. „Die ist ja noch gar nicht da.“ murmelte Semir und ging zu Andrea. „Sag mal… wo ist denn die Chefin?“ „Die ist zum Zahnarzt und kommt später.“

    Semir sah wie Stegmann aus dem Büro kam und mit seinem Wagen abfuhr. Er hängte sich an. „Mal sehen, wohin du nun fährst.“ murmelte er und hängte sich ran. Stegmann fuhr nach Hause. Er stieg aus und Semir sah ihm nach. Dann wartete er, doch nichts passierte. Er stieg aus und schlich sich langsam ans Haus ran. Mit der Kreditkarte öffnete er lautlos die Tür und drang in das Haus ein. Er hörte Stimmen aus dem Keller. Zwei Mann unterhielten sich. Langsam schlich er sich die Treppen runter. „...deinen Ring verloren und nun hat der Bulle den gefunden. Was meinst du eigentlich wie lange es dauert, bis die dich finden?“ hörte er Stegmann brüllen. „Hey... woher sollen die denn wissen, das der mir ist?“ kam als Antwort. Also sprach er mit Andreas. Ich hatte dann ja doch recht, dass du ein korrupter Bulle bist, dachte Semir und wollte gerade wieder die Treppe hoch, als er hinter sich ein Geräusch vernahm.

    Anna kam zu Tom ins Büro. „Wo steckt Semir denn?“ fragte sie. Tom sah sie an. „Er betreibt „auswärtige Ermittlungen““ gab er zu. Anna nickte. „Und warum sind Sie nicht bei ihm?“ „Weil wir uns aufgeteilt haben. Was ist denn los?“ „Semir hat Herrn Stegmann auf den Schlips getreten und ich würde gern wissen warum?“ „Ähm.... nun ja. Sagen wir es gibt Ungereimtheiten in der Aussage. Also über den Ablauf der Überwältigung durch die Siegelholz-Brüder.“ Anna nickte. „Rufen Sie Semir an. Ich will ihn innerhalb der nächsten Stunde hier sehen.“ Sie verließ das Büro wieder. Tom sah ihn nach und schüttelte den Kopf. Dann griff er zum Telefonhörer und rief Semir an. Er hörte das Freizeichen und wartete.

    Semir huschte schnell hinter in paar Kartons die im Gang standen. Er sah zur Treppe und entdeckte Frank Siegelholz mit einem weiteren Mann herunter kommen. Mist, fluchte er im Gedanken. Gegen vier Mann hab ich keine Chance. Er wartete bis die Männer ebenfalls in dem Raum verschwunden waren. Dann schlich er sich wieder zur Tür und lauschte. „Ich habe die Vorgesetzte informiert. Er wird sicher etwas zurückhaltender werden. Wenn nicht ist ihm die Dienstaufsichtsbeschwerde sicher. Da verstehen die keinen Spaß. Nur was machen wir mit den Beiden hier?“ hörte er den fremden Mann. „Alex.... die beiden werden spätestens übermorgen mit der Maschine nach Mexiko verschwinden. Wir bringen sie dort bei Verwandten meiner Schwester unter. Die wissen schon Bescheid.“ hörte er Stegmann sagen. Das werde ich zu verhindern wissen, dachte Semir weiter. „Heute nur noch einen Coup und dann siehst du uns erst in Mexiko wieder.“ lachte Frank Siegelholz. Semir zog sich vorsichtig zurück. Er hatte genug gehört. Doch nun verließ ihn sein Glück. Er übersah eine Flasche, die direkt vor seinen Füßen lag. Als er gehen wollte kam er dagegen und sie rollte über den Boden. Sofort waren die vier Männer an der Tür. Er versteckte sich erneut hinter den Kartons.

    Wenig später auf der Autobahn. „Mann... die Chefin war nicht gerade begeistert.“ meinte Tom nur. Semir nickte. „Ja wärest du auch nicht, oder. Tja.... wir haben es vielleicht etwas übertrieben.“ „Du hast übertrieben. Ich hab nur zwei Autos kaputt gemacht.“ „Ja und die Besprenklungsanlagen?“ „Ach ja... das ist nebensächlich. Was kann ich dafür, dass die Dinger im Weg stehen.“ „Ja sicher. Die waren ja auch so klein, dass man sie nicht sieht.“ „Ach und was ist mit der Mauer?“ „Ja die stand auch im Weg.“ Sie lachten beide laut los. Plötzlich raste ein Porsche an sie vorbei. „Hey.... hier ist Tempo 100!“ rief Semir laut aus und Tom pappte das Blaulicht auf das Dach. „Na den holen wir dann mal raus.“ sagte er und Semir trat das Gaspedal durch. Kurz vor der Ausfahrt wurde der Porsche auf einen Rastplatz gewunken. Tom stieg aus und ging auf den Wagen zu. Der Fahrer kurbelte die Scheibe herunter und sah Tom an. „Sandra???“ fragte er erstaunt. „Tom... schön... Du bist ja schon wieder im Dienst.“ „Ja und du bist eindeutig zu schnell gefahren. Was würde denn nun dein Mann dazu sagen, wenn er das erfährt?“ Sandra stieg aus und sah nun auch Semir, der ebenfalls zum Wagen kam. „Ach nein! Im Schulungszentrum eine auf Sauberfrau machen, und hier auf der Autobahn richtig Stoff geben.“ tadelte er Sandra. „Hört mal... können wir das meinem Mann vielleicht verheimlichen? Ich bin sonst wirklich nicht so schnell unterwegs.“ Semir grinste Tom an. „Ja... das hören wir öfter. Aber leider ist es wie im Kurs.... Wir können so etwas nicht durchgehen lassen. Sie werden mit einer Verwarnung rechnen müssen.“ Tom sah ihn an. „Kann ich dich mal kurz sprechen?“ fragte er und zeigte mit dem Kopf etwas nach links. Semir nickte und sie gingen beide vom Porsche weg.

    „Hör mal... lass uns doch ein Auge zudrücken...“ „Hey... sie ist in einer 100er Zone 180 gefahren. Das können wir nicht ohne Strafe durchgehen lassen. Ihr Mann hatte ja auch kein Erbarmen mit uns, oder?“ „Stimmt schon, aber sie kann doch nichts für ihren Mann.“ „Na ich weiß nicht.... Ich denke schon, dass sie verwarnt werden sollte. Immerhin hätte sie ja andere gefährden können.“ Tom nickte. „Gut... dann mach du das.“ „Ja werde ich auch. Ich lasse mir außerdem den Verbandskasten, das Warndreieck und die Warnweste zeigen. Außerdem die Lichtanlage...“ „Semir! Jetzt ist aber gut.“ Semir grinste. „ich will nur mal wissen, ob sie im wirklichen Verkehr auch an alles denkt.“ Sie gingen zurück zum Porsche. Sandra sah sie erwartungsvoll an. „Und? Was machen wir jetzt?“ „Wir können leider nichts machen. Du bist eindeutig zu schnell gewesen. Das ist hier in NRW genauso verboten wie bei euch in Bayern. Würdest du uns bitte auch Warndreieck, Warnweste und Verbandskasten zeigen? Außerdem würden wir gern die Lichtanlage überprüfen.“ „Tom.... nun übertreibst du aber wirklich.“ „Nein... es ist Routine. Also bitte.“ „Na gut.“ Seufzte Sandra und holte das geforderte heraus. Semir überprüfte akribisch den Verbandskasten. Natürlich war alles bereits vom Verfallsdatum her überschritten. „Sie werden sich Neues zulegen müssen.“ tadelte er und irgendwie hatte Tom den Eindruck als genoss er es Sandra nieder zu machen. Warndreieck und Lichtanlage waren in Ordnung. Allerdings führte Sandra keine Warnweste mit. Tom sah Sandra mit Bedauern an. Semir feixte. „Tja... Sie sollten an einem Kurs teilnehmen, wo Ihnen beigebracht wird, dass auch ein Verbandskasten grundsätzlich aktuell und vollständig sein muss. Hier ist Ihr Ticket. Das bringt einige Punkte ein und ich hoffe, dass Ihr Konto nicht zu hoch belastet ist. Schönen Tag noch. Tom los! Wir haben noch jede Menge zu tun.“ Sandra sah ihn wütend an. Tom versuchte die Wogen zu glätten. „Er meint es nicht so. Normalerweise ist er lammfromm.“ Sandra nickte. „Ja sicher... irgendwie verstehe ich ihn sogar. Tja... dann werde ich auch wieder. War trotzdem schön dich wieder zu sehen.“ Tom nickte nur.

    - Stand nicht mit bei den Pferdchen an der Heizung----
    na das könnte man falsch verstehen vorsicht.

    Und ok beim nächsten mal machen wir den Spass auf Thorstens kosten lol nene ist schon ok nächstes mal suchen wir ein anderes Opfer .


    Nicky ;) nichts für ungut das du wider dran bist aber thorsten und der rest war etwas kräftiger als du grins ;)

    Grübel..grübel... :D Kräftiger? stimmt, aber doch nicht angsteinflößend oder??? Obwohl fürs Flughörnchen sind wir schon beeindruckend. :D:D:D

    Stegmann rief zunächst Alex Zöllner an. Alex war der Rechtsanwalt des Siegelholzes. „ Der Bulle wird mir unbequem. Er hat die Beute vom Bankraub, als unsere Spezis ihn als Geisel genommen hat. Und jetzt? Er hat Verdacht, dass ich mit drin stecke.“ „Verdammt. Wie konnte das denn passieren. Gut... aber das ist kein Problem. Ich nehme mich dem an. Wo sind Frank und Andreas?“ „Die verstecken sich bei mir im Keller. Seit ich meine Frau in den Wind geschossen habe, ist genügend Platz da und keiner kann sie entdecken. Was soll ich tun?“ „Okay... wende dich an die Vorgesetze von diesem Gerkhan. Sie soll ihn zurück pfeifen. Wenn sie es nicht macht, müssen wir ihn anders aus dem Verkehr ziehen.“ „Hey.... ich lege keinen Kollegen um.“ „Wer spricht denn davon dass du es machen sollst. Wir haben Frank und Andreas. Ein kleiner Unfall passiert ganz schnell. Nur keine Panik. Ich kriege das in den Griff.“ „Okay. Ich werde mit Frank und Andreas heute Abend sprechen. Dieser Idiot von Andreas hat seinen Ring in der Bank verloren, die sie überfallen haben. Der Ring ist bei diesem Gerkhan.“ „Mist.... okay... sobald es brenzlig wird, müssen wir handeln. Wie ist egal. Aber pass auf... wenn Gerkhan dich auf dem Kicker hat, dann könnte er dich auch beobachten. Wenn das so ist, dann müssen wir aktiv werden.“ „Alles klar.“ Stegmann legte auf.

    Alex Zöllner rief Anna Engelhardt an. „Frau Engelhardt... ist es bei Ihnen üblich, dass wenn ein Beamter den Fall abgeben muss, dieser den Beamten, der den Fall übernimmt der Korruption beschuldigt?“ „Herr Zöllner, die Fähigkeit des Hellsehens ist mir leider abhanden gekommen. Um was bitte geht es genau?“ „Es geht um Ihren Kollegen Herrn Gerkhan. Er hat meinen Mandanten Werner Stegmann, Kriminalhauptkommissar bei der Kripo Köln der Korruption beschuldigt, weil ihm die beiden der unter dem Verdacht des Bankraubs stehenden Brüder Siegelholz, überwältigen konnten und sich derzeit auf der Flucht befinden. Ich habe das Mandat übernommen.“ „Herr Zöllner... ich kann den Unmut des Kollegen sehr gut nachvollziehen, aber wenn Herr Gerkhan einen solchen Verdacht äußert, dann hat er sicher seine Gründe dafür. Ich werden mit ihm sprechen.“ „Das ist ja wohl das Mindeste, was ich von ihm verlange. Aber sagen Sie ihm ganz deutlich, dass er es unterlassen soll, wenn er weiterhin gegen Herrn Stegmann vorgeht, werde ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Herrn Gerkhan einleiten. Guten Tag Frau Engelhardt.“ Er legte auf ohne die Worte von Anna abzuwarten.

    „So ein Esel.“ meinte Anna nur und legte den Hörer auf die Gabel. Sie ging zu Andrea die am Schreibtisch saß. „Wenn Semir kommt, soll er bitte zu mir ins Büro.“ sagte sie nur und verschwand wieder.“ Andrea nickte und machte weiter mit ihrer Arbeit. Tom kam herein. Andrea sah ihn an. „Wo hast du denn Semir gelassen?“ „Ähm... der wollte zum Stegmann. Wegen dem Verlust der Bankräuber.“ „Ach so...“ „Warum?“ „Die Chefin hat Sehnsucht nach ihm.“ Tom sah zur Bürotür von Anna und musste grinsen. Andrea stieß ihn an. „Weißt du warum? Hat er seinen Wagen wieder zu Schrott gefahren oder was?“ „Nee... ist mit nicht bekannt. Ich weiß auch nicht was sie von ihm will.“ Andrea nickte. „Nun gut. Dann muss Semir wohl irgendwas wieder angeleiert haben und sich ins Fettnäppchen gesetzt.“ „So kann man dass wohl sehen.“ murmelte Tom. „Du weißt also doch worum es geht?“ „Na ich hab da ne Idee...“ „Ach und die wäre?“ „Semir hat den Kollegen Stegmann der Korruption verdächtigt. Und ich glaube dieser hat das der Chefin gesteckt und war sauer.“ „Da wäre ich auch sauer.“ gab Andrea zurück. Tom verschwand im Büro und verschloss die Tür.

    Philipp kam zu Sandra und küsste sie leicht. „Und... hast du es ihm gesagt?“ Sandra nickte. „Ja.... ich glaube er ist sehr enttäuscht.“ „Das wird der gute Herr Kranich überstehen. Ich hätte ihn umgebracht, wenn er dich angefasst hätte.“ „Na für was hältst du mich denn, Philipp? Ich liebe nur dich. Achtung er kommt.“ Philipp sah Tom entgegen. „ Ah... Herr Kranich. Ich hoffe Sie werden es überstehen, dass Sandra Ihnen einen Korb gegeben hat.“ Tom nickte. „Ja sicher.... wenn ich gewusst hätte, dass sie verheiratet ist, dann hätte ich nie....“ Philipp nickte. „Natürlich nicht. Aber wir führen eine recht offene Ehe und ich wollte eigentlich nur mal wissen ob ich ihr vertrauen kann.“ Tom sah ihn an. „Wie lange seid ihr schon verheiratet?“ „Im Mai werden es genau 18 Monate sein.“ „Tja... dann haben wir uns zu spät kennen gelernt. Ich wollte mich nur verabschieden. Semir und ich fahren jetzt ab und....“ „Ihr esst nicht mit?“ Tom schüttelte den Kopf. „Wir haben eine ziemlich lange Zugfahrt vor uns und wir werden außerdem erwartet.“ Philipp schüttelte ihm die Hand. „Dann eine gute Heimreise. Und tut mir bitte ein Gefallen. Nehmt nie wieder an so einem Training statt. Das ist zu teuer. Die Bewertung eurer Teilnahme wird sicher nächste Woche bei eurem Vorgesetzten auf dem Tisch liegen.“ Tom lachte und nun kam auch Semir dazu sich zu verabschieden. Endlich ging es wieder nach Köln zurück.

    Eine Woche später saßen sie bei Anna im Büro. Sie hatte die Auswertung in der Hand. „ Meine Herren! Ich gratuliere! Sie haben den ersten Platz in dem Kurs gemacht. Allerdings im negativem Sinne. Fünf Autos Totalschaden, zwei Besprenklungsanlagen demoliert, eine Mauer stark beschädigt, ein Simulator funktionsuntüchtig... Sumasumarum einen Schaden von knappen 43.000 Euro. Sie haben sich zurück gehalten. Innerhalb von zwei Wochen... alle Achtung. Sie können von Glück sagen, dass ich diese Auswertung in den Händen halte und nicht der Regierungspräsident.“ Semir sah Tom an. „Nun ja... die Autos waren alt. Ich halte den Betrag für stark übertrieben“ war seine Erklärung und Annas Blick sagte alles. „Semir! Sie und Tom sollten einen Kurs im Bereich sicheres Fahren machen und nicht wie schrotte ich Autos am schnellsten!“ „Ja schon aber Chefin.... die Situationen die dort simuliert wurden, waren übertrieben. Außerdem hatte der eine Wagen abgefahrene Reifen. Die Profiltiefe war nicht wie vorgeschrieben. Der Wagen musste verunfallen....“ „Tom bitte.... fangen Sie nicht so an. So und nun nehmen Sie Ihren Dienst wieder auf und ich lass mir was einfallen... wie ich das dem Präsidenten erkläre.“ Schnell waren Tom und Semir aus dem Büro. Anna sah ihnen kopfschüttelnd hinterher.

    „Das ist doch hirnrissig. Die sind auf der Flucht und überfallen mal eben schnell ne Bank?“ meinte Tom während der Fahrt. „Tja... denen fehlt es wohl nicht nur an Geld.“ grinste Semir. Tom nickte nur. „Aber mal ehrlich. Mir ist aufgefallen, dass du unseren Kollegen etwas komisch angesehen hast.“ Semir nickte. „Ja... und weißt du warum?“ „Nee... aber du sagst es mir doch sicher.“ „Ja... klar... Also er sagt er wäre niedergeschlagen worden. Aber es war keine Beule oder Wunde zu sehen. Schon sonderbar, oder?“ Tom nickte. „Ja und außerdem war er sehr nervös. Der hat was zu verbergen, aber ich komme dahinter... ich finde es raus.“ Tom lachte. „Wenn du dich festbeißt dann aber richtig.“ „Nun ja...“ murmelte Semir entschuldigend. Dann schwiegen die beiden. In der Wohnung des Siegelholzes war niemand. „Tja... ausgeflogen.“ Semir sah sich um. Er fand einen Brief von einem Anwalt und steckte diesen ein. „Hast du was?“ fragte Tom ihn. „Nee... nichts....“ gab Semir von sich, denn er hatte bemerkt das Tom Zweifel an seine Theorie hatte, was den Kollegen anging. Und deshalb wollte er zunächst allein mit dem Anwalt reden. Tom konnte sich in Zwischenzeit mit den Flughäfen in Verbindung setzen um eine Flucht ins Ausland der Brüder zu verhindern.

    Während Tom zum Flughafen fuhr, unterhielt sich Semir mit Stegmann. „Herr Stegmann? Ich hoffe Sie haben alles gut überstanden.“ fing er das Gespräch an. Stegmann nickte. „Ja geht schon... haben Sie eine Spur?“ „Ja... die beiden haben die nächste Bank überfallen.“ Stegmann schloss entsetzt die Augen. „Ich hoffe nur, es ging diesmal ohne Geiseln ab.“ „Ja.. es gibt auch kaum brauchbare Zeugenaussagen. Denn diesmal waren sie maskiert.“ „Und wie kommen Sie dann darauf, dass es die Siegelholz waren?“ Stegmann war sichtlich überrascht. „Nun ja... als ich mich mit Andreas Siegelholz unterhalten habe, hatte er einen Ring an der rechten Hand. Diesen drehte er ständig nervös. Und genau diesen Ring habe ich in der Bank gefunden.“ Stegmann nickte. „Ach noch eins... Sie sagten doch, Sie wären niedergeschlagen worden. Womit wenn ich fragen darf? Und wo sind Sie getroffen worden?“ Stegmann sah Semir an. „Na am Kopf. Mit was weiß ich nicht. Aber der Kopf schmerzt immer noch.“ Semir nickte. „Ist doch schon komisch...“ er stoppte. Stegmann sah ihn an. „Was denn?“ fragte er. Semir lächelte. „Wissen Sie, ich habe schon des Öfteren was auf den Kopf bekommen und es ging nie ohne Beule oder Platzwunde ab. Bei Ihnen ist weder das eine noch das Andere? Wie erklären Sie sich das?“ Stegmann stand auf. „Wollen Sie mir unterstellen, dass ich mit den beiden unter einer Decke stecke? Dass ich korrupt bin?“ Semir nickte trocken. „Ja... denke ich. Es ist mein persönlicher Eindruck von Ihnen. Erst wenn Sie mir beweisen, dass es nicht so ist... dann werde ich mich bei Ihnen entschuldigen. Guten Tag.“ Semir verließ den Raum. Es war klar, das Stegmann sich mit Anna Engelhardt in Verbindung setzen würde. Er hatte mal wieder eine Lawine losgetreten.

    „Hören Sie, Philipp. Semir ist völlig geknickt. Er fährt eigentlich sehr gut Auto. Er ist wirklich ein sehr umsichtiger Autofahrer und … wissen Sie wievielen Leuten er schon das Leben gerettet hat? Er ist ein Held.“ Philipp sah Tom an. „Bitte übertreiben Sie nicht Kranich. Gerkhan ist eingebildet und überheblich. Er hält sich für den Größten und unbesiegbar. Wissen Sie, Herr Kranich, ich habe sehr oft hier Fälle, wo ich denke es ist besser diese Leute geben ihren Führerschein ab. Aber bei Herrn Gerkhan, muss ich sagen. Es wäre besser man würde ihn einsperren. Irgendwo in der Wallachei, wo es keine Autos gibt. Kein Verkehr und vorallem keine Menschen, die er verletzen oder gar töten kann. Immerhin sind seit Sie beide hier sind fünf Wagen Schrott. Eine Wasserleitung demoliert. Ganz zu schweigen von der Mauer und meine Verletzungen. Was soll ich denn machen? Es übergehen?“ „ich bitte Sie nur um eine Chance.“ Philipp sah ihn an. „ Nun gut… eine Chance bekommt er noch. Aber das ist definitiv die letzte Chance. Machen Sie ihm das klar.“ Tom nickte.

    So verging die ganze Woche recht schnell und Semir strengte sich an, nicht noch mehr Schaden anzurichten. Toms Bemühungen um Sandra scheiterten und er zweifelte an seine Verführungskünste. Dann war endlich der letzte Tag der Schulung gekommen. Wieder waren alle im Saal versammelt. „Meine Herren, ich danke noch einmal für die Teilnahme an dem Kurs zum „sicheren Autofahren“. Ich denke es hat allen etwas gebracht hier gewesen zu sein. Ich wünsche, dass alle Teilnehmer stets sicher durch den Verkehr kommen. Wir werden den heutigen letzten Tag etwas gelassener angehen. Wir werden heute gemeinsam eine kleine Grillparty machen. Dazu möchte ich Sie alle bitten, auf den Hof zu gehen, dort ist der Grill bereits angeworfen worden.“ Die Teilnehmer jubelten leise und verließen das Gebäude um in den Hof zu gehen. Tom blieb erstaunt im Rahmen stehen, als er Sandra am Grill stehen sah. Er ging auf sie zu. „Na... du bedienst also nicht nur den Simulator sondern auch den Grill.“ Sie nickte. „Ja... ich bin sehr vielseitig.“ gab sie lachend zurück. „Sag mal.... bin ich dir eigentlich zu alt?“ fragte Tom direkt. Sandra sah ihn an. „Wieso?“ „Tja... weil... du bist die erste, die... nun ja...“ Jetzt verstand Sandra... „Oh... ich verstehe. Du hast dir mehr von unserer Bekanntschaft erhofft.“ Tom nickte. „Tom.... es hat sicher nichts mit deinem Alter zu tun. Aber ich bin verheiratet und ich bin treu.“ „Oh....ähm... dann war es das wohl...“ stammelte Tom und ging etwas enttäuscht weg. Semir sah ihn an, als er neben ihm stand. „Was ist denn?“ „Sandra...“ „Oh sie hat dir einen Korb gegeben?“ „Schlimmer.“ „Noch schlimmer?“ „Ja... sie ist verheiratet.“ Semir lachte laut los und alle drehten sich nach ihn um. „Und nun bist du seelisch am Ende?“ „Nein... ja... ach quatsch!“ stieß Tom aus.

    „Gratuliere, Herr Kranich.“ „Tom…“ Sie sah ihn an. „Wie bitte?“ „Na mein Name… Tom. Herr Kranich klingt so… so…ernst.“ Sie lächelte. Tom hatte das Gefühl die Sonne geht im Keller auf. „Sie haben den Test bestanden.“ sagte Sandra weiter. Sie reichte Tom die Hand. Er griff nach ihr. „Nun… bei der Lehrerin war es gar nicht anders möglich. Nicht wahr Semir? …. Semir?“ Tom drehte sich zu seinen Kollegen um. Dieser saß fluchend immer noch im Simulator. Tom ging zu ihm. „Was hast du denn?“ „Ach dieses dämliche Ding, reagiert nicht auf meine Befehle!“ maulte Semir und flluchte laut. „Herr Gerkhan… die Zeit ist um. Sie sind leider durchgefallen.“ „Was? Wieso? Ich …“ Semir stieg aus. Wütend trat er gegen die Karosserie. Der Kotflügel an dem Nachbau fiel herunter. Semir sah Sandra entschudigend an. Nun kam auch Philipp in den Keller. „Und Sandra? Wie ist es gelaufen?“ „Nun Herr Kranich hat bestanden. Bei Herrn Gerkhan sieht es leider nicht so gut aus.“ „Tja…. Dann würde ich sagen Herr Kranich hat heute den Rest frei und ich übernehme Herrn Gerkhan noch einmal.“ „viel Glück, Philipp.“ lachte sie. Dann verließ sie mit Tom den Raum. Semir sah beiden wütend nach.

    Tom stieg neben ihr die Treppen hoch. „und? Was machen Sie heute Abend noch?“ Sandra sah ihn an. „Nun eigentlich nicht sehr viel. Ich wollte noch eine Kleinigkeit essen.“ „Darf ich Sie einladen?“ Sandra nickte. „ja gern…“ „Gut… wo kann man hier am Besten was Gutes essen?“ „Nun da gibt es einige Restaurants. Ich denke wir fahren am Besten ins „Creative“ da ist es sehr gemütlich und der Koch ist genial.“ Tom nickte. „Gut… ich gebe mich in Ihre Hände, Sandra.“ Sie lächelte. „Gut… dann werden wir dort essen gehen.“ Tom lächelte. Sie verließen das Gebäude und Sandra ging schnurstracks auf einen Porsche zu. Tom folge ihr. „Das ist ein sehr schöner Wagen.“ sagte er. Sie nickte „Ja… den habe ich geschenkt bekommen. Ich liebe ihn.“ „Wen?“ Sandra lachte. „Den Wagen natürlich.“ „Ach so….“ Tom stieg ein und schon brausten sie ab. Es war ein schöner Nachmittag und als Tom wieder in das Schulungszentrum kam, saß Semir vor der Tür und sah ihm wütend entgegen. „Na hast du deinen Spaß gehabt?“ fragte er wütend. Tom nickte. „Ja und bei dir?“

    In diesem Augenblick kam Philipp um die Ecke gehumpelt. Er ging an beide vorbei ohne Semir nur mit einem Blick zu würdigen. Tom sah Semir an. „Was hast du denn nun gemacht?“ fragte er. Semir lachte leise. „Ich hab ihm nur gezeigt, was im Simulator nicht ging.“ „Was war das?“ „Na ich wollte ihm nur beweisen, dass der Wagen sich auf nasser und glatter Straße einfach abzufangen ist.“ Tom nickte „Gut und was ist genau passiert?“ „Also… das war wirklich nicht meine Schuld! … ich hab die Kontrolle über den Wagen verloren. Wir sind dann an die Mauer gedonnert. Tja… ich hatte Glück. Er saß ja auf der Beifahrerseite. Aber er ist nicht schlimm verletzt. Nur ein paar Prellungen.“ Tom lachte. „Ja ist schon klar. Was ist mit dem Wagen?“ „Wie immer.“ gab Semir leise von sich. Tom schloss die Augen. „Schon wieder Schrott.“ Semir nickte. „Aber ich wollte das ja nicht… ich meine ich…“ „Schon gut.. Na komm. Gehen wir auf unser Zimmer. Was will Philipp jetzt machen?“ „Er schließt mich von weiterem Unterricht aus. Ich darf nach Hause fahren.“ „Oh… das wird der Chefin aber gar nicht gefallen.“ „Das weiß ich ja auch. Was soll ich denn nun machen?“ „Ich kann ja ein gutes Wort für dich einlegen.“ „Würdest du das für mich tun?“ Tom nickte. „Ja sicher… sieh mal wir sind doch Freunde. Und wenn du gehst, müsste ich auch gehen. Aber dann kann ich Sandra nicht mehr sehen….“ „Ach daher weht der Wind. Und ich dachte du bist mein Freund dabei bist du mal wieder verliebt.“ „Nun ja….“ Tom zuckte mit den Schultern. Semir grinste ihn an.

    Frank und Andreas sahen sich die Bank genau an. Andreas nickte und dann gingen beide rein. Frank zog die Waffe und richtete sie auf die Kassiererin. „Alles Geld rein!“ brüllte er sie an. Sie zitterte und führte den Befehl aus. Frank nahm den Beutel und zog Andreas mit raus. Dass er dabei seinen Ring verlor, bemerkte er nicht. Sie sprangen in ihr Auto und rasten auf die Autobahn. Im Wagen sah Frank in den Beutel. „Hey….. das ist ne Menge Zaster und niemand hat nen Helden gespielt. Was Werner wohl macht? Ob er seine Kollegen schon gerufen hat?“ Frank lachte laut. Andreas konzentrierte sich auf die Straße. „Das war dann ja wohl der letzte Coup.“ „Wieso? Es geht jetzt erst richtig los…. Du wirst sehen. Wir werden noch drei oder vier Banken ausrauben und dann setzten wir uns nach Südamerika ab.“ Andreas nickte. „Gut… aber irgendwie habe ich ein mulmiges Gefühl. Besonders wenn ich an den Kleinen Bullen denke.“ „dann denk nicht an ihm. Der kann uns gar nichts nachweisen. Werner hält dicht, der ist ja sonst selbst mit dran. Und Alex…. Nun ja den haben die Bullen nicht auf dem Kicker. Wer käme auch drauf, dass unser Anwalt und Stegmann mit uns gemeinsame Sachen machen. Darauf kommt niemand.“ lachte Frank selbstsicher.

    „Semir, Tom. Erneuter Bankraub. Diesmal A1 bei Dortmund.“ „Okay. Sind unterwegs.“ „Das darf doch wohl nicht wahr sein.“ stöhnte Semir. Dank Blaulicht und Sirene kamen sie schnell durch den Verkehr. Vor der Bank herrschte bereits große Aufregung. Die Reisenden standen vor der Tür und diskutierten über die Polizeiarbeit, die natürlich wieder viel zu spät einsetzte. Semir und Tom kämpften sich durch. Dieter kam ihnen entgegen. „Es waren zwei. Die Angestellte ist noch ziemlich fertig, kann aber kaum dienliche Angaben machen.“ Semir nickte. Dann entdeckte er auf dem Boden etwas Glitzerndes. Er ging hin und hob es auf. Dann grinste er. „Das braucht sie auch gar nicht. Ich weiß wer es war.“ Tom sah ihn erstaunt an. „Ach und lässt und uns an deinem Wissen teilhaben?“ Semir nickte. „Ja... es waren Frank und Andreas Siegelholz.“ „Ach das hat dir der Ring gesagt, oder was?“ „Nein natürlich nicht. Aber dieser Ring hat Andreas Siegelholz während der Vernehmung getragen. Er fiel mir auf, weil er ihn nervös gedreht hat. Nun ja.. manchmal ist es gut wenn die Personen beachtet werden, was sie so tun, wenn wir sie löchern. Komm... wir fahren mal zur Adresse. Dieter, du kümmerst dich um alles hier?“ Dieter nickte und verschwand wieder im Getümmel.