„Semir? Bist du in Ordnung?“ Semir nickte. „Was ist denn hier passiert?“ Semir erzählte Jan alles. „Du willst doch nicht sagen, dass Miriam ihre Entführung selbst geplant hat.“ „Doch scheint ganz so. Sie war mit Iron zusammen.“ „Aber sie hätte doch sicher Geld von ihrem Vater bekommen, wenn sie was gesagt hätte.“ „Ich weiß nicht Jan… Ich denke es ging ihr nicht in erster Linie um das Geld.“ „Ja worum denn dann?“ „Weiß ich noch nicht. Aber wir müssen das Mädchen finden, denn jetzt ist sie wirklich in Gefahr.“ Semir stand auf und stöhnte kurz auf. „Was ist?“ fragte Jan. „Mein Kopf. Es geht schon.“ Sie fuhren zu Leimers nach Hause. Als sie ihm erzählten was geschehen ist sah er Semir an und ließ sich auf die Couch fallen. „Mein Gott… warum?“ „Das sollten Sie uns sagen. Herr Leimers, woher stammt das Geld?“ „Das ist Nebensache. Wo ist meine Tochter?“ „Das weiß ich leider nicht. Iron, wäre der einzige gewesen, der etwas hätte sagen können, doch der ist leider tot.“ „der arme Junge. So sinnlos. Warum macht Miriam das? Sie hätte von mir alles bekommen, was sie nur wollte.“ „Woher haben Sie das Geld?“ Semirs Stimme wurde ungehalten. „Wo ist es? Kann ich es wiederhaben?“ „Das Geld ist beschlagnahmt.“ gab Jan an. „Wir müssen meine Tochter finden.“ Semir nickte. „Herr Leimers... wer ist Läutner?“ Manfred zuckte zusammen. „Ich weiß nicht wen Sie meinen.“ „Ach nein? Am Abend vor der Geldübergabe haben Sie im Bad telefoniert. Ich habe das Gespräch teilweise mitbekommen. Und heute als ich ihre Tochter aus den Fängen von ihrem Freund befreien wollte, wurde ich niedergeschlagen. Ich soll Ihnen Grüße ausrichten. Sie sollen die Infos die sie ihm schulden geben, oder Miriam passiert was. Das war Läutner richtig? Also lügen Sie mich nicht an. Was haben Sie mit Läutner zu tun?“ Semir wurde laut. „Das ist etwas Privates und geht Sie nichts an.“ „Oh doch... und wissen Sie warum? Ich habe mich schlau gemacht. Läutner ist einer der bekanntesten Drogenhändler in Düsseldorf. Sie haben ihm ständig Tipps gegeben und ihn vor Razzien gewarnt. Und jetzt wollten Sie aufhören ihm Hinweise zu geben. Er hat ihre Tochter. Schon mal auf den Trichter gekommen?“ Manfred sah ihn an. „Das ist absurd.“ „Ach ist es das? Ich wette das Geld stammt von Läutner. Sie haben es von ihm bekommen als Bezahlung für die Tipps. Ist es nicht so?“ Manfred schwieg.
Miriam sah den Mann vor sich ängstlich an. „Nun, Miriam... ich darf dich doch so nennen, oder?“ Miriam nickte nur. „Sieh mal. Das Geld was ich hier habe, ist es deins?“ Wieder nickte Miriam. „Und von dem Jungen, der leider verstorben ist, nicht wahr? Habt ihr deinen Papa erpresst und wolltet euch ein schönes Leben machen?“ Er lachte leise. Miriam fing an zu weinen. „Ich will bitte nach Hause.“ „Na... wer wird denn gleich auf die Tränendrüse drücken. Ich tu dir doch nichts. Du darfst sogar gleich mit Papi telefonieren. Du brauchst keine Angst zu haben, Miriam. Ich werde dir nichts tun, solange dein Vater macht, was ich will.“ Miriam nickte nur. Läutner hielt ihr das Telefon entgegen. „Na los. Sag ihm was ich will und was ich mache, wenn ich es nicht bekomme!“ Miriam wählte die Nummer ihres Vaters an. Sie horchte eine kurze Weile und dann sagte sie:“ Papa? ...“ Läutner nahm den Hörer aus der Hand. „So, Leimers... du hast gehört wen ich habe. Ich will wissen wann der Transport von der beschlagnahmten Drogen über die Bühne geht. Ich will diese Ladung haben. Also sieh zu, dass du die Informationen besorgst. Die Bezahlung ist für dich sicher mehr als Gold wert, oder?“
Manfred horchte in sein Handy. Er sah wie Semir in beobachtete. „Ja sicher. Ich rufe zurück. Im Augenblick kann ich nicht.“ Er beendete das Gespräch. „War das Läutner?“ fragte Semir. „Nein... das war...ein Kollege.“ „Ach und nur weil ein Kollege anruft, werden Sie so nervös? Verdammt noch mal. Wir können Ihnen nur helfen, wenn Sie uns alles erzählen. Leimers.... bitte...!“ Manfred sah ihn an. „Vielleicht haben Sie Recht. Ich kann nicht mehr. Aber Läutner lässt niemanden mehr los. Er hat mich in der Hand. Er hat Miriam.“ Semir nickte. „Dann erzählen Sie uns alles. Und zwar wirklich alles.“ Manfred atmete tief durch. „Gut... es ging alles vor Miriams Geburt los. Seit damals bekommt Läutner von mir Informationen. Er hat sehr gut bezahlt. Ich konnte das Geld brauchen. Ich war gerade frisch verheiratet und ein Kind war unterwegs. Ich wollte meiner Familie doch so viel bieten. Das geht nicht mit einem Gehalt eines Polizisten. Also hab ich mir ein Nebeneinkommen gesucht. Ich bin in einigen Kneipen rund gegangen und habe mich erkundigt. Läutner war gerade am Anfang seiner Karriere als Drogenhändler und er sprang sofort an. Am Anfang hatte ich so umgerechnet gute 1000 Euro mehr in der Tasche. Doch je größer Läutner wurde umso großzügiger waren seine Summen. Gaby... meine Frau kam dahinter als Miriam neun war. Sie stritt sich mit mir, weil sie nicht glauben wollte, dass ich wirklich korrupt bin. Ich habe beteuert, dass ich es nur für sie und Miriam getan habe... Sie ... Sie wollte meinen Vorgesetzten informieren. Ich habe sie geschlagen und sie ist sehr unglücklich gefallen. Sie starb auf dem Weg ins Krankenhaus an Hirnblutungen. Erst als meine Frau am Boden lag, sah ich das Miriam im Raum stand. Sie hat alles mit angesehen. Sie stand da und....sie sah mich anklagend an. Verstehen Sie mich nicht? Ich wollte Gaby nicht töten. Es war ein Unfall....“ Semir nickte. „Und um den gewohnten Lebensstil aufrecht zu erhalten, gaben Sie Läutner immer wieder Infos vor Razzien.“ Manfred nickte. „Ja... ich sagte ihm dass ich nicht mehr will. Das war sicher das Gespräch was Sie gehört haben. Aber er drohte mir, dass er niemals zulassen würde, dass ich aussteige. Er würde etwas finden, um mich dazu zu zwingen. Tja... und diesmal ist es nicht anders.“