Axel stieß Semir auf die Rückbank. Dann stieg er selbst ein und drückte ihm das Knie in den Rücken. Er fesselte die Hände mit Kabelbinder. Dafür nahm er ihm das Seil ab und verklebte den Mund. „So.... das reicht, denke ich.“ Semir stöhnte kurz auf, als der Druck im Rücken nachließ. Axel setzte sich ans Steuer und Ralf ließ sich chauffieren. Die Fahrt dauerte eine knappe Stunde. Anschließend wurde Semir wieder aus dem Wagen gezogen. Diesmal machte Axel sich nicht die Mühe ihn am Kragen zu packen, sondern zog ihn kurzerhand an den Füßen aus dem Wagen. Semir knallte unsanft neben dem Wagen auf. Er warf einen wütenden Blick auf Axel und dieser lachte ihn an. „Was ist, tat das weh?“ Er zerrte Semir hoch und stieß ihn zum Gebäude, welches recht verfallen war. Semir ging ohne Widerstand zu leisten mit. Er hatte genug. Vor einer Stahltür blieben sie stehen. Ralf öffnete das Schloss und zog die Tür auf. Axel stieß Semir hinein. „Hey! Lassen Sie mich doch raus, ich will zu meinem Papa!“ „Halts Maul, Kleines. Sonst beschäftige ich mich mit dir.“ Er verließ den Raum wieder.
Semir sah das Mädchen an. Sie zog ihm das Klebeband vom Mund. „Miriam?“ fragte er. „Ja... ich will nach Hause.“ „Schon gut.“ „Wer sind Sie?“ „Ich bin der Bulle, der euch beide hochnehmen wollte, als die Männer von Läutner ...“ „Stimmt... jetzt erkenne ich Sie. Was haben die mit Ihnen gemacht?“ Semir lächelte gequält. „Das heilt wieder. Bist du sonst in Ordnung?“ „Ja.... ich will hier nur weg. Was ist mit Iron?“ „Iron ist tot. Sie haben ihn erschossen.“ Miriam zog ihn vorsichtig hoch. „Sie bluten ja...“ sagte sie. „Ist nicht so wild. Wie gesagt, das heilt. Hilf mir die Fesseln loszuwerden.“ Semir drehte sich um. Miriam besah sich die Fesseln und seufzte kurz. „Die sitzen aber ganz schön fest.“ meinte sie. „Ja und sie tun weh. Kannst du sie lösen?“ „Ich versuche es.... aber...ich weiß nicht, Herr...“ „Semir.“ „Herr Semir.“ „Nein... nur Semir.“ Er spürte wie das Mädchen sich daran machte die Kabelbinder zu lösen, doch sie schaffte es nicht. Nachdem er sich mehrmals den Schmerz verbiss forderte er sie auf, es zu lassen. „Aber... Sie können doch nicht die ganze Zeit... ich meine, wer weiß wie lange....“ „Tja.. sieht so aus, als müsse ich da durch. Wie spät ist es?“ „Wir haben es gleich zwölf Mittags. Ich hab Hunger.“ sagte Miriam. Semir nickte, „ja ich auch. Wann bringen die denn das Essen?“ „Meistens gegen eins.“ gab Miriam an. „Ist es nur einer der das Essen bringt?“ Miriam nickte. „Gut... vielleicht haben wir dann eine Chance den Mann zu überwältigen.“ „Wie wollen Sie das machen, Sie sind doch gefesselt.“ gab Miriam zu bedenken.
Läutner saß zufrieden in seinem Büro, als Axel und Ralf es betraten. „So... der ist gut untergebracht.“ Sagte Axel. Läutner nickte. „Sehr schön. Hast du Tobias gesagt, was er zu tun hat?“ „Ja sicher.... er wird das Mädchen weiterhin versorgen wie er es gewohnt ist. Bei dem Bullen hab ich ihm gesagt, soll er aufpassen. Aber ich denke er wird nicht soviel Stress machen.“ meinte Axel. „Nun ich weiß nicht... er scheint nicht so einfach zu sein. Da ist Leimers einfacher gestrickt. Aber das kriegen wir hin. Morgen werde ich unseren Freund Richter anrufen und ihm die Anweisungen geben, wie der Transport ablaufen soll. Bis dahin wird er nichts unternehmen, denke ich mal. Er wird sicher Angst vor seinem Freund haben. Und das werden wir ausnutzen. So... aber nun wird es Zeit unseren Freund Leimers noch mal zu fragen, ob er noch wichtige Informationen für uns hat... obwohl, eigentlich ist er erledigt. Die Kollegen werden ihn sicher bereits verhaftet haben. Das Mädchen und der Bulle können uns dann verlassen, sobald die Ware bei uns ist. Du und Ralf werdet es erledigten.“ Axel nickte nur und verließ das Büro.