Beiträge von Elvira

    Tom tat was Nowak wollte. Er ging zu Semir und nahm das Seil was ihm Nowak in die Hand gedrückt hatte. "Mach es ja richtig! Ich werde es gleich überprüfen." lachte Nowak. Tom ging nah an Semir ran. "Wir müssen was tun... wenn wir hier erstmal fest sind, dann..." "Quatsch nicht!" schrie Nowak ihn an. Tom verstummte. "Tom... solange du den Gürtel trägst, ist er in einer besseren Position. Versuch mich so zu binden, dass ich mich befreien kann." flüsterte Semir Tom zu. Tom nickte. Er fesselte Semir die Hände entlang an dem Pfeiler so das sie nach hinten gingen. Nowak beobachtete ihn genau. Als er fertig war winkte Nowak Tom an den nächsten Pfeiler. "So... hier ist dein Platz. Stell dich genau wie Gerkhan da ran und dann binde ich dich."

    "Ja... Sie haben Recht. Nowak hat die Beiden gegen 25 Kinder getauscht." sagte Petra leise. Anna nickte. "Verdammt... wer leitet den Fall?" Andrea warf Petra erneut einen Blick zu. "Frau Schrankmann." Anna sah sie an. "Das ist nicht ihr Ernst." Petra nickte. "Doch..." "Das ist ein Grund mehr hier wieder raus zu kommen. Ich werde..." Anna warf die Decke beiseite und setzte sich auf. Sie schrie kurz auf und legte sich wieder. "Gut... dann wird die Einsatzzentrale hier ins Krankenzimmer verlegt. Andrea verbinden Sie mich mit Schrankmann. Sie wissen doch, wie sie zu Tom und Semir steht."

    Andrea war extrem erleichtert als sie hörte, dass Semir im Krankenhaus war. Sie fuhr direkt los und traf im Krankenhaus auf Jan und Anna. Jan nahm sie in den Arm. „Danke… du bist mein kleiner Schutzengel. Wenn du..“ „hey… schon gut. Du bist schließlich mein Trauzeuge. Es war nur zu meinen Gunsten.“ lachte Andrea. „Wie geht es ihm?“ fragte sie besorgt.
    Jan zuckte mit den Schultern. „Er wird gerade behandelt. Wir müssen warten.“ Andrea nickte. Der Arzt kam eine Stunde später aus dem OP. Die Pfleger schoben das Bett mit Semir heraus. Andrea stürzte sich sofort auf das Bett. Eine Schwester hielt sie zurück. Der Arzt ging zu ihr. „Sind Sie seine Frau?“ „Zukünftige. Wie geht es ihm.“ Sie sah dem Bett ängstlich nach. Semir war so blass. „Er wird es überleben. Die Sepsis haben wir unter Kontrolle. Mit Antibiotika wird es schnell heilen.“ Andrea nickte. „Darf ich zu ihm?“ „Ja gleich. Er wird noch eine Weile schlafen.“ Anna kam ebenfalls zum Arzt. „Doc?“ fragte Anna. „Na der scheint ja ne große Familie zu haben,“ lachte der Arzt. „Es geht Herrn Gerkhan soweit gut. Die Kugel wurde vorher bereits rausgeholt. Von einem Arzt. Die Wunde... Die Entzündung ist behandelt. Das Fieber sinkt langsam. Wichtig ist, das er nun Ruhe bekommt.“ Anna nickte. „Verstehen wir. Danke“ „Dürfen wir zu ihm?“ fragte Jan. „Nein.. ich habe seiner zukünftigen Frau bereits zugesagt. Einer reicht für heute.“ Jan nickte. „Sicher.“ „Kommen Sie morgen wieder. Sie sollten auch schlafen. Irgendwie scheinen Sie doch sehr müde zu sein, Herr Richter.“ „Ja… stimmt. Kann ich vielleicht in seinem Zimmer…“ „Nein. Er kommt auf die Intensiv-Station. Bis er wieder wach ist. Und dort wird er keinen Bettnachbarn haben.“ „Gut… dann lass ich mich heimfahren.“ Sie verließen das Krankenhaus. Andrea blieb bei Semir.

    In der Nach wurde Semir wach. Er spürte jemanden an seinem Arm. War das Ralf? fragte er sich und wollte seinen Arm wegziehen. Doch er wurde festgehalten. „Nein…“ stieß er schwach aus. „Jan…hilf mir..“ folgte. „scht…… alles okay. Du bist in Sicherheit… schlaf… schlaf..“ hörte er eine weibliche Stimme. Er wollte die Augen öffnen, aber es ging nicht. Sie waren so schwer wie Blei. Träumte er? War er so im Fieberwahn? Er hörte Andreas Stimme. Aber das kann nicht sein. Sie wußte ja gar nicht wo er war. Also musste das Fieber sehr hoch sein. Es war sein Ende. Er hörte den Engel reden mit Andreas Stimme. Dann spürte er noch mehr Hände an seinem Körper. In der Nähe der Wunde. Das musste der Arzt sein, der ihn operiert hatte… Die Wunde wurde abgetastet und dann spürte er eine Spritze in der Hand. „Nein….“ sagte er leise und wollte die Hand wegziehen. „Ganz ruhig…. Ist ja gut…“ beruhigte die männliche Stimme. Irgendwas in der Stimme beruhigte Semir und er ging nur kurz danach wieder ins Traumland

    Schweigend sah Tom Semir an. Die Gedanken schienen Semir regelrecht anzuspringen. Anna versuchte angestrengt das Grinsen zu verbergen. Semir sah zu Tom. „Aber… ich … wieso?“ fragte er noch einmal. „Semir! Sie sind daran schuld, dass Frau Staatsanwältin Claudia Isolde Schrankmann eine halbe Stunde zu spät zur Verhandlung gekommen ist….“ „Nee… Augenblick mal. Sie war eh zu spät und musste deshalb schneller fahren als ich…“ „Semir! Es ist genug. Diesen einen Tag werden Sie beide schon überstehen. Ist das klar?“ Tom nickte. „Ja danke Semir… hast du ja ganz toll hinbekommen. Ich habe nichts getan, aber ich bekomme die gleiche Strafe.“ fluchte Tom wütend. Semir grinste ihn an. „Das ist echte Partnerschaft, Partner.“ lachte er und verschwand im gemeinsamen Büro. Tom kam natürlich hinterher. „Hör mal… ich finde es gar nicht lustig. Die Uniform passt mir bestimmt gar nicht. Wieso werde ich eigentlich mit bestraft? Ich hab doch gar nichts getan.“ „Doch du hast… dein Grinsen konnte ich nämlich sogar fühlen. Und das wird Schranke auch getan haben. Deshalb. Ach komm die paar Stunden machen nichts. Das war mir der Spaß wert“ lachte Semir immer noch.

    Am nächsten Morgen als er dann die Uniform trug und alle Kollegen über ihn lachten, fand er es nicht mehr so witzig. „Was gibt es denn da zu lachen?“ fragte er maulend im Büro. Das Lachen verstummte. „Ach weißt du Semir… in der Uniform machst du so richtig was her.“ grinste Dieter ihn an. „ja und vor allem so … so …. respekteinflößend“ gab Hotte prustend sein Kommentar ab. „Ha, Ha… lacht ihr nur. Wo ist denn Tom?“ „Der wartet schon im Büro auf dich. Aber Vorsicht… er ist noch schlimmer drauf als du.“ warnte ihn Siggi. Semir nickte nur und ging in Richtung Büro. Er steckte den Kopf durch die Tür und musste laut loslachen. „Hey.. das sieht ja mal echt komisch aus.“ gab er lachend von sich. „Ja du… du findest es witzig. Ich kann überhaupt nicht darüber lachen. Das sieht ja echt dämlich aus.“ beschwerte sich Tom und man merkte dass er kurz davor war vor Wut zu platzen. „Eins sag ich dir… beim nächsten Mal halte ich dich davon ab, wenn du die Schranke noch einmal anhalten willst.“ grollte er.

    Semir schüttelte nur den Kopf."Sie sind wahnsinnig, Nowak. Geben Sie auf ..." "Halt dein Maul! Fahr einfach!" brüllte Nowak ihn an. "Semir!" sagte Tom leise. Nowak bedachte ihn ebenfalls nur mit einem Blick. Tom verstummte sofort.

    Schrankmann sah auf den Empfänger des Peilsenders. "Sie fahren scheinbar ohne irgendein Ziel zu haben." Reifenschmidt nickte. "Ja scheint ganz so. Oder aber Nowak weiß wie wir vorgehen." Schrankmann schloss die Augen. "Ja das vermute ich sehr. Er war einer der Besten beim SEK. Eine Karriere die steil bergab ging." "Frau Schrankmann... der Wagen steht!" sagte Reifenschmidt auf einmal. Schrankmann sah auf den Monitor. "Okay... ganz langsam vorwärts. Wir dürfen ihn nicht verunsichern."

    "So anhalten. Wir sind da." sagte Nowak nach einer guten zweistündigen Fahrt. "Fahr in in die Scheune. Wir werden nun unseren Spaß haben." lachte er gemein. Semir tat was Nowak wollte. "Aussteigen Gerkhan! Und stell dich an den Pfeiler da vorn! Vergiss nicht, ich halte den Zünder und somit das Leben deines Partners in der Hand." Semir nickte und tat wie befohlen. Nowak beobachtete ihn sehr genau. Dann sah er Tom an. "Du wirst dich jetzt als Fesslungskünstler betätigen. Binde Gerkhan fest an den Pfeiler! Auch für dich gilt... keine Tricks. Selbst wenn du mich angreifst... ich habe die Kraft den Knopf zu drücken." Tom nickte.

    „Was bitte schön war das wieder auf der Autobahn?“ fragte Anna wütend als die beiden rein kamen. Tom wies mit dem Finger auf Semir. „Er hat das gemacht…. Ich wollte ihn abhalten aber..“ „Halten Sie den Mund! Sie waren dabei und das reicht auch schon! Frau Schrankmann hat sich so eben bei mir gemeldet und sich bitterböse über Sie beide beschwert!“ Anna war sichtlich sauer. „Chefin? Was soll das denn? Wir haben unseren Job gemacht. Mehr nicht.“ „Ja und nicht weniger. Semir! Sie haben der Staatsanwältin, die Sie eh nicht ausstehen kann ein Ticket verpasst. Wegen überhöhter Geschwindigkeit. Das hat ihr überhaupt nicht gepasst.“ Anna versuchte sich zu beruhigen. „Ach das passte der netten Frau Schrankmann nicht? Aber uns zur Schnecke machen, das gefällt ihr.“ nun wurde auch Semir laut. „Semir… wie dem auch sein. Sie ist gewillt ein Disziplinarverfahren zu umgehen… aber…“ Tom sah Semir an. „Aber? Was denn für ein Aber? Wir haben unseren Job gemacht… die Regeln gelten doch auch für eine Staatsanwältin oder nicht?“ fragte Tom verwirrt. „Ja schon. Nur hier hätten Sie doch ein Auge zudrücken können…“ versuchte Anna nun ganz sachlich zu bleiben. „Aber Chefin! Sie hat die Geschwindigkeit mit sechzig überschritten. Da drücke ich kein Auge zu.“ empörte sich Semir, der sich völlig zu Unrecht angegriffen fühlte. „Sie haben ja auch Recht. Die Geschwindigkeit, war ja auch nicht das Problem. Aber was war denn da noch? Verbandskasten, Beleuchtung, Warndreieck? Seit wann wird das bei einer Geschwindigkeitsübertretung überprüft?“ fragte Anna. Semir sah zu Tom und grinste. „Das war …. Nun ja…“ Anna schüttelte den Kopf. „Semir, Semir…. Sie haben sich wieder Ärger eingefangen. Aber gut. Wie gesagt sie sieht von einem Disziplinarverfahren ab. Aber Sie und Tom müssen für einen Tag Fahrzeugkontrollen machen und zwar morgen in Uniform.“

    Anna war fast an der Stelle, wo das Signal ein zweites Mal einen längeren halt gemacht hatte als ihr Handy klingelte. „Ja?“ meldete sie sich. „Jan hier… Frau Engelhard… ich muss mich verabschieden. Der Mann wird mich erschießen.“ „Jan? Ich weiß wo Sie sind, versuchen Sie ihn aufzuhalten. Nur Fünf Minuten… bitte… versuchen Sie alles…“ „Okay…leben Sie wohl!“ Anna trat das Gaspedal durch. Sie hatte nur das Blaulicht an. Sie fuhr rasant und dankte den Herrn dafür, dass die Straßen sehr leer waren. Sie hielt vor dem Haus an und stieg aus. Das SEK war noch nicht da. Sie musste handeln, bevor der Mann Jan erschoss, falls er nicht schon tot ist. „Hören Sie… Sie sollten es sich wirklich überlegen. Mord an einen Polizisten wird schwer bestraft!“ hörte sie Jans Stimme. „Gott sei Dank“, stöhnte sie leise und überprüfte ihre Waffe. Dann ging sie in die Richtung aus der Jans Stimme kam. Die Waffe im Anschlag. Im Hinterhof sah sie zwei Männer. Der eine kniete vor dem Anderen. Anna hob ihre Waffe und zielte. „Sag dein letztes Gebet“ kam von dem Mann der die Waffe hielt und Anna glaubte zu sehen, wie der Finger sich krümmte. Sie schoss. Der Mann ließ die Waffe fallen und fiel zu Boden.

    Jan zuckte zusammen, als der Schuss fiel. Dann realisierte er, dass nicht er getroffen war, sondern der Verbrecher. Verwundert erhob er sich. „JAN! Sind Sie in Ordnung?“ hörte er Anna rufen. „Chefin! Ja… mir geht es gut. Das war in letzter Sekunde.“ stieß er erleichtert aus. „Wo ist Semir?“ fragte Anna. „Er ist in einem Raum hier im Gebäude. Es geht ihn nicht gut. Wie haben Sie uns gefunden?“ „Bedanken Sie sich später bei Andrea. Wie viele Männer sind bei Semir?“ „Nur er war hier.“ Anna nickte. „Gehen wir!“ Jan nickte. „Würden Sie mich bitte befreien?“ Anna zog die Schlüssel und öffnete die Handschellen. Dann lief Jan zu dem Verbrecher. Dieser war tot. „Der wird keinem mehr was tun“ sagte er leicht zufrieden. Anna und er liefen ins Gebäude. Jan öffnete die Tür zu seinem ehemaligen Gefängnis und rannte sofort zu Semir. Dieser war bewusstlos. „Er muss sofort in ein Krankenhaus.“ stieß er aus und Anna rief die Rettung an. Nur wenige Augenblicke später wurde Semir auf einer Trage raus gebracht und ins Krankenhaus gefahren. Anna sah Jan an. „Was ist mit Ihnen?“ fragte sie. „Ich bin okay… wollen wir bitte ins Krankenhaus fahren?“ Anna lachte „Ja… direkt.“ Sie stiegen ein und fuhren ins Krankenhaus. „Ich werde Andrea nur Bescheid geben, dass ich Sie beide rausgeholt habe.“ „Andrea? Aber die ist doch in Urlaub.“ „Nein… Herzberger konnte seine Klappe nicht halten und hat ihr erzählt, was hier los ist. Sie hat Sie und Semir gefunden.“

    Semir hielt den Wagen direkt vor der hinteren Tür an. Er sah Tom und Nowak herauskommen. Dann hörte er was Tom sagte und erschrak. _Tom und Nowak stiegen hinten ein. "Und ab Gerkhan! Versuch keine Tricks. Und an unserem Zielort bekommst du auch ein schönes Schmuckstück von mir.... also nicht eifersüchtig werden." lachte Nowak. Semir fuhr los.

    Schrankmann sah dem Wagen nach. Reifenschmidt kam zu ihr. "Der Peilsender funktioniert. Wir können dem Wagen folgen." Schrankmann sah ihn an. "Peilsender?" fragte sie erstaunt. Reifenschmidt nickte. "Den hab ich aber nicht angeordnet." "Sie nicht, aber irgendwie müssen wir den Beiden doch helfen, oder?" lächelte der noch junge SEK-Beamte. Schrankmann nickte. "Wenn Sie so weiter machen, dann bringen Sie es sehr weit." sagte sie zufrieden. "Fahren wir!"

    Anna wachte auf. Andrea saß immer noch an ihrem Bett. "Wie geht es Ihnen heute?" fragte sie als sie sah, dass Anna wach war." "Danke ich komme immer mehr zu kräften. Aber was ist eigentlich passiert?" Andrea sah sie an. "Das werde ich Ihnen erzählen,wenn Sie ganz gesund sind. Nicht jetzt." "Tom und Semir waren noch immer nicht da?" Andrea schüttelte den Kopf. "Nein... sie... sie sind verhindert."
    Anna nickte. "Sie stecken in Schwierigkeiten." sagte sie mit fester Stimme.

    Semir fuhr die Bahn entlang. "Wo wollen Sie hin?" fragte er vorsichtig. ER sah in den Rückspiegel und versuchte mit Tom Blckkontakt zu bekommen. Nowak hielt immer noch den Zünder in der Hand. "Fah einfach geradeaus. Wir haben doch genügend Sprit, oder etwa nicht?" "Wo wollen Sie hin? Meinen Sie, Sie können durch NRW rasen ohne ein Ziel? Wollen Sie uns während der Fahrt abknallen und dann auf die Bahn werfen?" Nowak lachte. "Keine schlechte Idee...." sagte er. "Willst du der erste sein?"

    Schrankmann legte auf. Sie hatte sich abreagiert. Was denken sich die beiden eigentlich wer sie sind? Halten sie an und verpassen ihr dann noch ein Knöllchen und eine Standpauke das sie den Verbandskasten erneuern muss und das Warndreieck. Wann braucht sie dass denn schon? Sie hatte noch nie einen Unfall, oder war in der Situation geraten erste Hilfe zu leisten. Sie fuhr gegen acht Abends nach hause. Auch diesmal nahm sie die Autobahn. Es war alles ruhig und sie gab Gas. Allerdings achtete sie peinlichst genau darauf sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten.

    „Dieter! Was gibt es an Bußgeld wenn man 60 km/h zu schnell ist. Außerhalb geschlossener Ortschaft?“ war seine erste Frage als Semir in die PAST kam. „Das sind 150 € Bußgeld, 4 Punkte und ein Monat Fahrverbot.“ erklärte Dieter Bonrath. Tom sah Semir an. „Siehst du ich lag fast richtig.“ Semir nickte. „Trotzdem. Für Staatsanwälte sollte es einen Sonderbußgeldkatalog geben.“ Dieter sah ihn an. „Staatsanwälte? Wieso? Was ist denn bei denen anders als bei normalen Autofahrer?“ wollte er wissen. Semir verschwand in seinem Büro und Tom übernahm die Antwort für ihn. „Eigentlich gar nichts, Dieter. Es sei denn sie heißt Claudia Isolde Schrankmann.“ Dieter und Hotte lachten laut los. „Sagt bloß ihr habt sie angehalten?“ Tom nickte. „Ja und Semir hat sie so richtig vorgeführt. Die hat ein Gesicht gezogen, das sag ich euch.“ Hotte sah ihn an. „Wenn das mal kein Nachspiel hat.“ „Ja wieso denn? Sie war eindeutig zu schnell unterwegs. Da ist es völlig egal was für einen Beruf sie ausübt. Jeder hat sich an die Verkehrsregeln zu halten.“ gab Semir der soeben aus dem Büro kam zur Antwort. „TOM! SEMIR! Sofort zu mir!“ hallte es aus Annas Büro so laut, das Semir zusammen zuckte. Er sah Tom an und dieser grinste nur. „Das kommt davon“ zischte er ihm zu.

    „Hier sehen Sie… hier war das Signal eine ziemlich lange Zeit an einem Ort, dann hier noch einmal. Dann fuhr es weiter zum Übergabeort.“ „Andrea… hier wurde das Auto getauscht. Das war der lange Stopp. Das konnten wir ja sehen. Der zweite Stopp… ich weiß nicht. Vielleicht Stau…“ Andrea schüttelte den Kopf. „Nein… kein Stau. Ich werde die Position mit einem Programm herausfinden. Das zeigt mir dann wo die Pause war.“ Anna nickte. Sie war soweit, dass sie nach jedem Strohhalm griff. Sie vertraute Andrea. Schrankmann war inzwischen gegangen. Sie war wütend weil Anna sich auf die Seite ihrer Kollegen stellte. „Hier!“ rief Andrea nur zwanzig Minuten später. „Ich hab die Position. Es ist in der Stadt. Also fällt ein Stau aus.“ Anna sah auf ihren Bildschirm. Sie nickte. „Gut… wir fahren hin und werden diese Mistkerle ausräuchern. Informieren Sie das SEK ich fahre direkt los.“ „Darf ich mitkommen?“ Anna schüttelte den Kopf. „Ich brauche Sie hier.“ Andrea nickte nur. „ich werde Sie dort hin bringen. Bitte… bringen Sie beide zurück.“ Anna lächelte leicht. „Das werde ich machen.“ Sagte sie und schon war sie verschwunden.

    Ralf trank eine Flasche Bier. Dann ging er in den Raum zurück. Er sah seine Gefangenen. „Wie rührend“ lachte er laut als er sah, dass der eine Bulle den verletzten Kollegen wie ein rohes Ei behandelte. Er zog den Mann hoch. „Komm! Du darfst das zeitliche segnen. Dein Kumpel stirbt von selbst. Aber bei dir muss ich nachhelfen.“ sagte er und stieß den gefesselten Mann aus dem Raum. „Lassen Sie das!“ stieß dieser aus. Doch Ralf lachte nur. Wieder nahm er eine Flasche Bier und trank diese in einem Zug aus. Der Polizist beobachtete ihn dabei. „Nur keine falsche Hoffnung. Ich vertrage sehr viel. Los geh da hin!“ Er stieß den Polizisten auf die Straße. Hier war alles ruhig. Es war weit nach Mitternacht und kaum ein Passant auf der Straße. Sie gingen in den Hinterhof. „Knie dich nieder!“ forderte Ralf ihn auf. Der Mann tat was er verlangte. Dann nahm Ralf den Revolver und presste dem Mann die Mündung in den Nacken. „Deine Freunde müssen wissen, dass ich es Ernst meine. Deshalb wirst du zuerst sterben. Sag lebe Wohl zu deiner Chefin.“ Er reichte dem Mann das Handy.

    Tom sah ihn an. „Und hat es dir gut getan?“ fragte er. „JA!“ sagte Semir zufrieden und stieg wieder ein. Tom schüttelte den Kopf. „Na wenn das mal kein Fehler war.“ sagte er. „Wieso? Nur weil sie die Staatsanwältin ist? Auch für sie zählen die Verkehrsregeln. Es gibt keine Ausnahmen.“ rechtfertigte Semir sich. „Ja du hast ja Recht. Aber die Kontrolle von der Leuchtanlage, von dem Verbandskasten und dem Warndreieck hättest du ja lassen können.“ meinte Tom. „Nee... das hätte ich bei jedem Anderen auch gemacht.“ lachte Semir und er fühlte sich richtig wohl. „Was für ein herrlicher Tag“ gab er noch von sich. Sie fuhren zur PAST. „was meinst du darf sie blechen?“ fragte er Tom. „Na bei dem Tempo ist es glaub ich... 150 oder zweihundert. Weiß nicht so genau.“ „Nee.. das muss mehr sein. Ich denke so tausend.“ widersprach Semir. Tom sah ihn an. „Meinst du wirklich?“ „Keine Ahnung, hab den Bußgeldkatalog nicht zur Hand. Aber Bonrath und Hotte die können mir das bestimmt sagen.“ lachte Semir.

    In dem grünen Golf jedoch freute sich Claudia Schrankmann nicht über die Begegnung. Wieso musste sie ausgerechnet an Gerkhan geraten? Sie fuhr zum Landgericht nach Köln. Dort wurde sie bereits von dem Verteidiger und dem Richter sehnsüchtig erwartet. Claudia sah auf die Uhr. Es war elf. Sie war eine halbe Stunde zu spät. Und das alles nur weil Gerkhan sie vorführen lies. Dieser verdammte.... fluchte sie in Gedanken. „Entschuldigen Sie meine Verspätung. Der Verkehr hat mich aufgehalten.“ sagte sie zu den beiden Herren. Der Richter nickte. „Dann sehen Sie zu, dass wir anfangen können.“ „Ja... selbstverständlich.“ Die Verhandlung lief dann geordnet ab und Schrankmann war recht zufrieden mit dem Ergebnis. Sie verließ das Gericht und fuhr zum Büro. Wieder dachte sie an dem Vorfall auf der Autobahn. „Irgendwann, bekomme ich Sie, Gerkhan. Und dann führe ich Sie vor.“ drohte sie ihrem nicht anwesenden Gegner. Als sie in ihrem Büro saß griff sie zum Hörer. „Autobahnpolizei Anna Engelhard.“ hörte sie die Stimme der Revierleiterin. „Frau Engelhard… Staatsanwältin Schrankmann am Apparat.“ „Frau Staatsanwältin, was kann ich für Sie tun?“ „Ich hoffe eine ganze Menge. Zunächst möchte Ich Ihnen eine Geschichte erzählen. Eine Staatsdienerin steht zu spät auf und fährt dann schneller ans gewohnt…


    Anna hörte schweigend zu. Sie konnte schon erahnen was gleich kam. „… und dann hat mich Herr Gerkhan vorgeführt. Bis aufs äußerste bin ich erregt! Er hat dafür gesorgt, dass ich eine halbe Stunde zu spät zur Verhandlung kam. Das werde ich nicht auf mich sitzen lassen. Sie sollten Ihren Beamten mal etwas Vernunft beibringen. Sie können ihm und Herrn Kranich sagte, dass diese Showeinlage ein Nachspiel haben wird. Okay.. das mit der Geschwindigkeitsübertretung sehe ich ein. Aber dass ich Verbandskasten, Warndreieck und die Lichtanlage vorführen musste, geht nun wirklich zu weit. Ich erwarte eine Bestrafung der Herren!“ „Frau Schrankmann…. Wenn Sie zu schnell waren, dann ist es mit Sicherheit nicht die Schuld von Herrn Gerkhan oder Herrn Kranich. Sie allein tragen doch wohl die Schuld daran. Wären Sie pünktlich…“ „…Unterbrechen Sie mich nicht! Ich werde von einem Disziplinarverfahren absehen. Aber nur wenn die beiden morgen in Uniform Kontrolldienst machen. Das ist die Bedingung. Wenn nicht bekommen beide ein Verfahren an den Hals und dann… das verspreche ich Ihnen, Frau Engelhardt, dann werden beide nach Hallighooge versetzt. Dort können die den Verkehr regeln, falls es dort soetwas gibt. Guten Tag!“

    Jan zog Semir auf die Matratze. Er besah sich die Wunde. Sie blutete wieder. „Scheiße“ fluchte er. „Semir, hörst du mich?“ fragte er. Es kam keine Antwort. „Verdammt, halt durch… die finden uns sicher bald, hörst du?“ Er fühlte Semirs Stirn. Sie war heiß. Jan hörte wie Semir leise stöhnte. „Hey… bist du wach?“ fragte Jan. „Ja… mir ist schlecht…..“ kam leise von ihm. „Bleib einfach liegen. Wir sind sicher bald raus.“ Semir nickte nur. Jan stand auf und lief in dem Raum umher. „Sag mal du hast nicht zufällig einen Schlüssel für die Handschellen?“ Von Semir kam ein leises Nein. „Verdammt! Wie sollen wir hier nur rauskommen?“ fragte Jan. Er sah sich die Tür an. Sie schien stabil. Hier war ohne Schlüssel kein rauskommen. „Jan….?“ fragte Semir leise. Jan ging sofort zu ihm. „Was ist?“ „Versuch du wenigstens hier raus zu kommen. Ich schaffe… es nicht… Du…du mußt …dich um Andrea…kümmern. Ich …ich…ster…be…“ „Quatsch. Was redest du denn da? Wir werden beide rausgehen, oder keiner.“ Jan setzte sich neben Semir und überlegte.

    Anna hörte die Tür aufgehen. Andrea stand im Büro. „Andrea? Sie haben doch Urlaub?“ „Ich bin gerade zurückgekommen. Herzberger hat mich informiert, dass Semir und Jan in Gefahr sind… ich hätte doch gar nicht richtig Urlaub machen können…“ Anna nickte. „Kann ich irgendwie helfen?“ „Ich wüsste im Augenblick nicht wie.“ Anna erzählte was bisher passiert war. „Semir ist verletzt? Schwer?“ „Ich weiß es nicht genau. Beim letzten Gespräch sagte Jan, dass es Semir nicht sehr gut geht. Aber wir wissen nicht wo. Die Übergabe der Drogen war ohne Probleme über die Bühne gegangen. Wir haben zwei der Männer festnehmen können. Der Boss war dabei. Aber einer der Helfer hat nun Jan und Semir in seiner Gewalt. Ich weiß nicht wo…“ „Sender?“ „Bei der Fahrt zur Übergabe, ja… aber der war bei den Drogen.“ Anna sah Andrea an. „Wir werden bei da rausholen. Ich weiß dass Sie und Semir bald heiraten wollen.“ Andrea sah sie an. „Woher?“ „Nun… Semir kann ein Geheimnis etwas so gut für sich behalten, wie die Zeitungen.“ Andrea lachte leise auf. „Na dann sollten wir uns dran machen und dafür sorgen, dass wir sie durchführen können.“ „Ja aber wie? Weder dieser Axel Gierke noch Läutner verraten wo Semir und Jan stecken.“ „Nun das brauche die auch nicht. Das Signal des Senders ist doch aufgezeichnet worden. Der Computer speichert das Ergebnis und den Verlauf automatisch.“ Anna sah sie an. „Das ich daran nicht gedacht habe… Sie haben Recht. Schauen wir uns das an.“ Anna holte ihren Laptop raus und Andrea baute ihn auf.

    Ralf sah sich nervös um. Bisher war er davon gekommen. Er musste Axel und Läutner aus dem Knast holen, sonst war auch er verloren. Verdammt warum melden sich die Bullen nicht? Er überlegte was er noch machen konnte. Der eine Bulle lag schon im Sterben und würde es nach seiner Meinung sicher nicht mehr lange machen. Der Andere…mit dem wird er schon fertig. Er saß in seinem Auto und überlegte die nächsten Schritte. Vielleicht musste er den Bullen ein Hinweis geben, dass er nicht mit sich handeln ließ. Ja… er muss einen der Bullen töten. Aber nicht jetzt. Er wollte bis morgen früh warten.

    Claudia Isolde Schrankmann folgte dem Polizeiwagen, der sie raus gewunken hatte. Sie sah das Kennzeichen und dachte sich nur, das kann doch wohl nicht wahr sein, ausgerechnet die Beiden. Sie erkannte Semir Gerkan der zu ihrem Fahrzeug kam. Sie kurbelte das Fenster herunter und sah ihn an. „Herr Gerkhan.... ist etwas?“ fragte sie. Gerkhan nickte. „ Die Geschwindigkeit auf diesem Abschnitt ist auf 100 begrenzt. Sie sind 160 gefahren. Sie sind etwas zu schnell unterwegs, Frau Schrankmann.“ sagte er. „Ja... ich weiß. Aber ich muss in zehn Minuten im Gericht sein und ausgerechnet heute habe ich verschlafen. Also halten Sie mich bitte nicht länger auf!“ Gerkhan sah sie an. „Wie war das?“ „Sie sollen mich nicht länger aufhalten, das werden Sie doch wohl verstanden haben, oder etwa nicht. Sie können sich ja später bei mir melden.“ Sie wollte die Scheibe wieder hoch drehen. „Einen winzigen Augenblick Frau Schrankmann. Ich möchte bitte die Fahrzeugpapiere und Ihren Führerschein sehen.“ „Herr Gerkhan! Ich sagte doch, dass ich es eilig habe!“ empörte sich Schrankmann. „Das mag sein, aber auch Sie müssen sich an die Regeln halten. Das kennen Sie doch, oder?“ fragte Gerkhan und Schrankmann sah ihm genau an, dass es ihm einen Spaß machte sie zu Recht zu weisen. „Ja sicher... es ist eine Ausnahme.... wirklich. Darf ich jetzt?“ „Nachdem ich das Fahrzeug kontrolliert habe.“ gab Gerkhan von sich nahm die Papiere an und ging um das Fahrzeug herum. Er ließ sich die Beleuchtung vorführen und auch Verbandskasten und Warndreieck. Schrankmann machte alles mit. Sie wurde immer wütender.

    Semir grinste in sich hinein. So etwas wollte er schon immer mal tun. Schrankmann einen Strafzettel verpassen. Er schrieb sich die Mängel am und im Fahrzeug auf. Die ganze Prozedur dauerte gute 15 Minuten. Dann ging er zur Staatsanwältin. „Sie werden in Kürze Post erhalten. Ein Verwarnungsgeld wird auf jeden Fall auf Sie zukommen. Und sogar ein einmonatiges Fahrverbot dürfte drin sein. Sie sollten sich schon mal nach den öffentlichen Verkehrsmitteln umsehen. Ach ja... und Sie sollten mal den Verbandskasten auffüllen und sich ein neues Warndreieck zulegen, das Alte fällt schon auseinander. Gute Fahrt“ sagte er und winkte der Staatsanwältin freundlich zu. Der Gesichtsausdruck von ihr war allerdings alles andere als freundlich.

    Das Ende naht...
    Anna saß im Vernehmungsraum mit Läutner zusammen. „So Ihnen ist doch wohl klar, was auf Sie zukommt, oder?“ „Ich weiß nicht was Sie meinen und will meinen Anwalt sprechen.“ „Wo sind meine Kollegen?“ Läutner zog lächelnd die Schultern hoch. „Läutner… Sie können nur Pluspunkte sammeln.“ „Wissen Sie was, Frau Kommissar… Sie können mich mal.“ Läutner verschränkte die Arme vor der Brust und sah sie herausfordernd an. Anna atmete tief ein. Sie spürte ihr Handy. „Ja?“ meldete sie sich. „Chefin? Jan hier… ich bin bei Semir.“ „Jan? Wo sind Sie genau? Wir suchen Sie überall!“ „Das ist schön zu hören. Einer der Leute von Läutner hält uns fest. Er hat Semir und bedroht ihn. Er fordert Läutner und einen Mann Namens Axel. Dafür lässt er Semir und mich gehen. Semir gehört in ein Krankenhaus. Er hat hohes Fieber.“ „Das reicht verdammter Bulle!“ hörte Anna noch dann war das Gespräch beendet. Sie sah auf sein Handy. Läutner beobachtete sie und fing an zu lachen. „Sie sollten tun, was Ralf fordert. Er kann sehr grausam sein.“ sagte er.

    „Lassen Sie meinen Kollegen los!“ versuchte Jan noch einmal. Ralf lachte nur. „Aber sicher doch!“ Er ließ Semir los und dieser fiel einfach zu Boden. Jan ging zu ihm und wollte Semir auf die Matratze ziehen. Doch bevor er bei Semir war, schoss Ralf auf Jan. Die Kugel schlug dicht bei Jan ein und dieser verharrte in der Bewegung. „Bleib dort wo du bist. Es geht ihn vielleicht nicht so gut, aber wenn du näher kommst, dann geht es ihm schlecht, klar?“ Jan nickte. „Ich will ihn nur auf die Matratze legen…“ Ralf lachte erneut und drückte ab. „Nein! Er bleibt genau dort liegen wo er liegt.“ „Aber der Boden ist dreckig und er ist verletzt. Die Wunde…“ „Langweile mich nicht!“ Wieder drückte er ab. Die Kugel schlug neben Jan in die Wand. Jan zuckte zusammen. Nur ein paar Zentimeter nach rechts, und die Kugel hätte ihn getroffen. Er spürte, dass er Ralf nicht reizen durfte. Ralf drehte sich um. „Bitte… legen Sie ihn auf die Matratze…“ versuchte Jan trotzdem noch einmal. Ralf ging tatsächlich zu Semir. Jan hoffte dass er das tat, was er gefordert hatte, doch Ralf holte mit dem Fuß aus und trat Semir in die Seite wo die Schusswunde war. Semir stieß einen heiseren Schrei aus. „Verdammt! Was soll das denn?“ schrie Jan ihn an. „Halts Maul!“ sagte Ralf und verließ den Raum. Jan kümmerte sich sofort um Semir.

    Anna lief wie ein Tiger in ihrem Büro hin und her. Schrankmann war bei ihr. „Sagen Sie mal, Frau Engelhard. Die beiden Herren, scheinen eine sehr sonderbare Art zu haben, was ihre Fälle betrifft.“ versuchte sie abzulenken. Anna nickte. „Ja… aber sie haben Erfolg damit. Und das ist letztendlich entscheidend.“ „Nun… das ist nur zu Teil korrekt. Ich habe die Einsätze sehr interessiert verfolgt. Die beiden haben mehr Dienstwagen geschrottet, als Verbrecher verhaftet…“ „Frau Schrankmann, das interessiert mich im Augenblick überhaupt nicht. Ich will meine beiden Männer da raus haben, verstehen Sie?“ „ja sicher… das hat natürlich Vorrang. Aber ich muss darauf bestehen, dass die Beiden sich zu dem Sicherheitsfahrtraining anmelden. Wir können nicht einfach darüber hinwegsehen.“ Anna atmete tief ein. Die Frau ging ihr gewaltig auf die Nerven. Noch hielt sie sich zurück. „Wir müssen sie finden.“ Sagte sie leise. „Ja natürlich… nur dann können die Beiden sich anmelden.“ „Herrgott noch einmal… Frau Schrankmann. Ihr Sicherheitsfahrtraining interessiert mich einen Dreck! Die Beiden schweben in Lebensgefahr!“ brüllte Anna so laut, dass Alle im Großraumbüro die Köpfe hoben.

    Schrankmann sah auf das Telefon. Nowak hatte auf gelegt. Sie sah Reifenschmidt an. "Schaffen Sie mir umgehend Hartmann her. Egal wie, von mir aus in Handschellen. Die wird er eh tragen wenn dieser Fall hier ausgestanden ist. Ach und dann besorgen Sie einen Wagen. Nowak flippt aus, wenn wir nicht tun was er sagt." Reifenschmidt nickte und verschwand. Nur wenige Minuten später kam Hartmann zu ihr ."Na... das war mal eine Aktion! Nicht wahr?" Wie auf Beifall wartend sah er Schrankmann an. "Sie verdammter Vollidiot! Sie haben sich meinen Anweisungen widersetzt. Ich enthebe Sie ihrer Verantwortung und spreche Ihnen die vorläufige Festnahme wegen Behinderung in Ausübung meiner Pflicht! Reifenschmidt führen Sie Hartmann ab!" Der Angesprochene nickte. "Hey... ich protestiere!! Was ich getan habe war das einzig Richtige! Er darf nicht mit zwei Geiseln entkommen. Wir müssen das Leben der Geiseln doch retten!" Schrankmann schloss die Augen und atmete tief durch. "Herr Hartmann Sie sind Schuld wenn das Leben der Geiseln nicht mehr zu retten ist. Sie allein tragen die Verantwortung dafür wenn einer der beiden sehr guten Polizisten dort im Bus getötet wird. Und dann gnade Ihnen Gott... sind Sie wegen Beihilfe zum Mord dran, das schwöre ich Ihnen."

    Semir sah zu Tom. Am liebsten hätte er ihm geholfen, aber wie? Er selbst saß auf dem Sitz und war an der Stange gefesselt. "Nowak! Lassen Sie ihn bitte!!" versuchte er. Doch Nowak sah ihn nur an und lachte leise. "Du riskierst schon wieder eine große Lippe. Ich mag es überhaupt nicht, wenn du mich anlaberst also halt besser die Klappe!° schrie er Semir an und richtete wieder die Waffe auf ihn. Semir verstummte.

    Felina wollte unbedingt was zum Lachen haben.... hoffe es ist gelungen :D

    Knöllchen für die Staatsanwältin

    Tom und Semir fuhren auf der A3 in Richtung Leverkusen. Sie hatten Nachtschicht und es war gerade kurz vor zehn Morgens. Wie immer gab es keinen pünktlichen Feierabend. Es war bisher sehr ruhig gewesen und sie freuten sich endlich mal nicht rasen zu müssen. Semir sah auf die Uhr. „Hey.. gleich haben wir Feierabend und bisher nicht einen Verkehrssünder gestellt, keine Beule im Auto und auch...“ Er stockte und sah in den Rückspiegel. „zu früh gefreut“ stöhnte er. Tom sah nach hinten. Ein dunkelgrüner Golf kam auf der Überholspur heran. „Der hat mindestens 160 drauf.“ Meinte Tom. „Ja und weiß nicht das wir die bösen Bullen sind.“ grinste Semir und freute sich schon auf die Standpauke, die er dem Fahrer gleich halten konnte. „Diesmal rede ich, Tom. Ich will auch meinen Spaß haben.“ Tom nickte. „Ja mach das.“ Der Golf zu an sie vorbei. „Bist du bereit, Partner?“ fragte Semir und Tom nickte erneut. „Dann Blaulicht rauf und los geht es!“ Die Freude war Semir anzumerken. Tom stellte das Licht auf das Dach und Semir gab Stoff. Nur wenige Augenblicke später verlangsamte der Golf das Tempo. Tom hielt die Kelle raus und schaute den Fahrer an. „Semir? Ich glaube es ist keine so gute Idee, wenn du dem Fahrer die Standpauke hältst.“ Semir sah ihn an. „Was? Wieso? Der hat sich an die Regeln zu halten. Da gibt es kein Für und Wider.“ „Ja ich weiß... aber was würdest du sagen, wenn ich dir sage, dass du diesem einfach aus dem Weg gehen solltest, weil es nach Ärger riecht.“ redete Tom um den Brei. „Was? Wieso? Die Straßenverkehrsregeln gelten ja wohl für alle. Ich habe vor niemanden Angst. Nicht einmal vor der Schrankmann!“ kam von Semir und er hielt vor dem Golf an. Er stieg aus und ging zum Fahrzeug. Der Fahrer kurbelte die Scheibe runter. Semir sah hinein und dann zu Tom. Dieser stand grinsend am Wagen und wartete darauf, dass Semir nun loslegte.

    Hartmann ließ den Bus überholen und in einem großen Abstand anhalten. "So wir haben knappe fünf Minuten, bis dahin muss der Teppich liegen! Abmarsch!" Die Männer taten was Hartmann verlangten und innerhalb kürzester Zeit säumte ein großflächiger Nagelteppich die Autobahn. "Hartmann! Was machen Sie da!" hörte er schon seit er den Bus überholte die Stimme von Schrankmann im Funk. "Verdammt nochmal melden Sie sich gefälligst!" "Na die Alte scheint sauer auf dich" lachte einer der Kollegen. Hartmann nickte. "Ist egal... Frauen gehören an den Herd und nicht ...egal... macht weiter der Bus ist jeden Augenblick hier. Sobald er anhält stürmen!"

    Semir schloss die Augen. "Bum!" sagte Nowak laut und Semir zuckte zusammen. Nowak lachte. "Hast du so eine Angst? Keine Sorge... so schnell geht das nicht. Ich werde ganz langsam machen, damit wir alle davon was haben." sagte er dann.

    " Wo sind Tom und Semir?" kam schwach von Anna, die endlich erwacht war. "Ähm... die sind im Einsatz. Jemand muss ja die Station im Gange halten" versuchte Andrea zu scherzen. Sie hatte die Worte des Arztes im Ohr. "Nichts was sie aufregt..." "Aber...sie kommen heute noch...oder?" Petra nickte heftig. "Ja sicher.... ganz bestimmt." sagte sie. "Das... ist ...gut." sagte Anna. Andrea nickte. "Sie sollten nicht soviel sprechen.... versuchen Sie zu schlafen." Anna nickte leicht. "Sie haben Recht.... das... das sollte ich." Die Augen fielen ihr zu und sie schlief innerhalb kürzester Zeit ein.

    "Wenn dieser verdammte Idiot irgend etwas unternimmt, ohne mich vorher davon in Kenntnis zu setzen, dann kann der gleich seinen Hut nehmen. Dafür werde ich schon sorgen" brüllte Schrankmann im Einsatzwagen des SEKs. Sie hatte gesehen, wie Hartmann den Bus überholte und dann auf Funksprüche nicht reaierte. "Verdammt was macht der denn?" fragte einer der SEK-Männer die bei ihr waren. Er schien gar nicht mit der Handlung einverstanden zu sein. Schrankmann sah ihn an. "Wer sind Sie?" "Peter Reifenschmidt." Schrankmann nickte. "Sie übernehmen das Kommando. Hartmann wird mit sofortiger Wirkung abgesetzt." Peter nickte.

    Tom sah auf die Straße. Was war das vor ihm? Wenn er sich nicht irrte war das ein Nagelteppich. "Verdammt!" schrie er und wollte den Bus noch vor der Falle stoppen, doch es gelang ihm nicht. Der Bus fuhr mitten durch und fing an zu schlenkern. Nowak kam sofort zu ihm und presste ihm die Waffe ins Genick. "Verdammt mieser Trick!" brüllte er. Tom brachte den Bus zum stehen. Nowak schlug zu und Tom sackte benommen zusammen. "HEY!" schrie Semir wütend und zerrte an seinen Handschellen. "Was soll das?" Nowak sah ihn an. "Willst du auch? kannst du gern haben." sagte er und hob die Waffe, spannte den Hahn und drückte ab. Die Kugel schlug dicht bei Semir in den Sitz ein. Semir zuckte zusammen.

    Ralf bekam aus der Entfernung mit, als Läutner und Axel verhaftet wurden. „Ihr verdammten Mistbullen. Das werdet ihr mir büßen. Mich bekommt ihr ganz bestimmt nicht. Aber eure Kollegen werden mich als erstes kennen lernen. Ihr solltet besser Läutner laufen lassen.“ fluchte er leise. Er griff zum Handy und ließ Läutners Handy klingeln. Er sah wie die Polizistin das Handy nahm und hörte sie anschließend. „Ja?“ hörte er leise. „Pass mal auf Miezchen! Ich hab eure beiden Kollegen. Die tausche ich gegen Läutner ein.“ Ralf legte auf und schlich zu seinem Wagen. Er fuhr los. Nur wenig später war er an dem Ort wo die beiden Polizisten eingesperrt waren. Er dachte darüber nach… der eine war so geschwächt, dass er sicher nichts unternehmen wird. Der Andere war gefesselt und konnte nichts tun. Er musste sie nur stark genug unter Druck setzen, dann werden sie das tun, was er will. Er ging in den Gang bis zur Tür und horchte daran. Nichts war zu hören. Er entfernte die Kabel des Zeitzünders, der eh nutzlos geworden ist und öffnete die Tür. Dann machte er das Licht an.

    Jan kniff die Augen zu, als das Licht anging. „Hey! Was soll das?“ fragte er. Langsam richtete er sich auf und sah sich um. „SEMIR!“ schrie er auf einmal als er das reglose Bündel in der Ecke sah. Sofort sprang er auf die Beine und rannte zu ihm. Da seine Hände vor gefesselt waren, konnte er ihn umdrehen. Er sah die Wunde an der Seite. Semir glühte. „Hey… er braucht einen Arzt!“ sprach Jan den Mann vor ihm an. „Jammer hier nicht rum! Ich will nur meinen Boss wieder hier haben, dann darf er gehen! Du wirst das Sprachrohr zwischen mir und deinen Kollegen sein. Wenn du dich auch nur einmal weigerst, dann braucht der hier keinen Arzt mehr.“ Der Mann verließ den Raum wieder, ließ jedoch das Licht an. Jan konnte sich um Semir kümmern. Er drehte ihn vorsichtig auf den Rücken. „Hey… Semir? Hörst du mich? Sag doch was?“ Nur leicht öffnete Semir die Augen. „Jan… ich hab… Mist gebaut…“ kam leise von Semir. „Scht…. Rede nicht so viel. Du glühst vor Fieber.“ „Ich weiß… ich habe Durst… Hast du…zufällig… was da?“ Jan lachte bitter. „Nein… leider nicht.“ Er sah wieder zu Semir, dem die Augen wieder zufielen. „Hey… wage es ja nicht ab zu nippeln, klar? Ich rede nie wieder ein Wort mit dir, wenn du mich hier allein lässt.“ Ein leichtes Lächeln ging über Semirs Mund. „Halt die Klappe…. Ich bin müde.“ „Wenn du jetzt einschläfst, dann vielleicht wie immer. Du solltest versuchen wach zu bleiben. Komm ich ziehe dich auf die Beine und dann gehen wir ein paar Schritte.“ Er zerrte Semir hoch, doch dieser klappte sofort wieder zusammen. „Das geht nicht…!“ „Okay… dann bleib wenigstens sitzen.“ Semir nickte.

    Ralf holte zwei Flaschen Wasser und etwas Brot. Dann ging er zu den beiden Polizisten. Er hielt seine Waffe bereit. „So… hier! Trinken und Essen. Und du wirst nun mit deinem Boss telefonieren!“ sagte er zu Jan. Dieser nickte. „Okay… was willst du damit erreichen. Dein Boss ist verhaftet. Willst du auch in den Knast?“ „Nein! Das nicht und mein Boss auch nicht! Also ruf an!“ „Nein! Ich werde nicht anrufen!“ Ralf lachte und sah Semir an. Blitzschnell war er bei ihm und riss ihn am Kragen hoch. Er presste ihm die Waffe an den Hals und sah Jan wütend an. „Du wirst tun was ich will sonst ist er tot!“ schrie er ihn an. Semir versuchte sich zu wehren, doch er war zu schwach. „Lassen Sie ihn los! Ich tu es!“ stieß Jan aus. Ralf warf ihm das Handy zu. Er hielt Semir immer noch fest. „Los! Sie sollen Axel und Läutner gehen lassen!“ Jan nickte. „Beruhigen Sie sich. Lassen Sie meinen Kollegen los, er ist verletzt.“ „Ruf an! Dann lasse ich ihn.“

    Anna sah auf den Empfänger. „Wir müssen hier raus! Er ist ganz in der Nähe.“ sagte sie und der Fahrer fuhr nach ihren Angaben. „Warten Sie… hier gleich links… nein er fährt weiter… okay… wir fahren weiter hinterher.“ sagte sie in kurzen Abständen. Schrankmann saß hinter ihr und schaute gebannt auf den Bildschirm des kleinen Laptops. „Wo wollen die denn hin?“ „Das weiß ich nicht. Aber wir werden dran bleiben. Sobald die Möglichkeit eines Zugriffes gegeben ist, dann werden wir ihn durchziehen.“ sagte Anna. „Frau Engelhard, wenn ich auch nur ein Gramm von dem Heroin verliere, dann werden Sie den Verkehr wieder regeln, das schwöre ich Ihnen.“ Anna hörte gar nicht hin. Die Sorge um Semir und um Jan beschäftigten sie sehr.

    Jan sah den Wagen abfahren. Er sah den Mann an, der die Waffe auf ihn richtete. „Wo ist mein Kollege?“ Doch anstatt auf die Frage einzugehen stieß der Mann ihn in einen dunklen Gang. „Da rein!“ sagte er. Jan ging los. „Hören Sie… wo ist mein Kollege?“ „Halt das Maul!“ Der Mann stieß ihn in den Rücken. Jan taumelte nach vorn. Er wurde wütend, doch mit den gefesselten Händen konnte er den Mann nicht bekämpfen. „Wo ist er?“ „Mann du nervst!“ Jan wurde weiter gestoßen. Am Ende des Ganges war eine Tür. „Aufmachen und rein!“ „Was soll das? Sie haben doch den Stoff!“ Nun verlor der Mann die Geduld und schlug Jan die Waffe auf den Kopf. Mit einem Stöhnen sackte Jan zusammen. Er spürte nicht wie er am Kragen in einen Raum gezogen wurde und achtlos zu Boden geworfen wurde. Er hörte nicht wie die Tür sich schloss und von dem Mann verschlossen wurde. Auch nicht, dass der Mann etwas an der Tür anbrachte.

    Axel fuhr nachdem er den Polizisten in den Raum gesperrt und den Zeitzünder angebracht hatte zurück zu Läutner. Dieser erwartete ihn bereits. „Und? Sind beide für die letzte Fahrt gut untergebracht?“ fragte er. Axel nickte. „Ja… sind beide für die Himmelfahrt oder sagen wir besser Höllenfahrt bereit. Fehlt nur noch die Ladung.“ „Nun das werden wir gleich erledigen. Erst werden wir uns den Stoff ansehen. Er steht im Hof.“ Sie verließen das Büro und gingen in den Hinterhof.

    Anna sah die Männer aus dem Haus kommen. „Okay… Zugriff!“ gab die durch. Mit einem Male standen mehrere schwer bewaffnete Männer im Hof und hielten Läutner und seine Helfer in Schacht. Schrankmann sah Anna an. „Das war sehr gut. Wenn Sie so weiter machen, dann könnte ich glatt vergessen, dass Sie mich schon einmal betrogen haben. Aber wo sind Gerkhan und Richter?“ Anna sah den Einsatzleiter des SEK an. „Durchsucht das ganze Gebäude. Sie müssen hier irgendwo sein.“ Der Leiter teilte seine Leute ein und stürmte das Gebäude. Nach einer halben Stunde kamen sie raus und berichteten. Der Mann ging zu Anna. „Hier ist niemand.“ Anna sah ihn an. Sie ging zu Läutner. „Wo sind meine Kollegen?“ Läutner sah sie an und grinste nur. „Suchen Sie sie doch.“ „Verdammt noch mal. Einer der Kollegen ist verletzt und muss umgehend in ärztliche Behandlung!“ Läutner nickte. „Ja… aber das ist nicht mein Problem. Es sei denn wir machen ein Geschäft.“ Anna sah ihn an. „Und wie haben Sie sich das Geschäft vorgestellt?“ „Nun… Sie lassen mich gehen und Ihr Kollege darf leben. Ich finde es wäre ein fairer Tausch.“ Anna schloss die Augen. Sie versuchte ihre Wut zu kontrollieren. Schrankmann kam zu ihr. Auch sie sah sich Läutner an. „Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Sie sagen uns wo Gerkhan und Richter sind und dann bekommen Sie ein oder zwei Jahre weniger.“ Anna sah Schrankmann an und lachte auf. „Sie glauben wirklich, dass sich so ein Schwein darauf einlässt?“ fragte sie. Läutner sah sie böse an. „Schade… kein Geschäft möglich. Sie sollten sich schon mal einen Kranz besorgen. Oder besser noch zwei.“ Er wurde abgeführt.