Hotte und Dieter waren die ersten am Unfallort. „Das war Semirs Wagen!“ schrie Dieter und hielt sofort an. Hotte rannte so schnell er konnte die Böschung runter. „SEMIR! TOM!“ rief er. Doch es gab keine Bewegung am BMW. „Dieter! Ruf die Rettung!“ Bonrath hatte bereits den Notruf abgesetzt und kam mit Decke und Erste-Hilfe-Ausrüstung ebenfalls die Böschung runter. Hotte zog Tom aus dem Wagen. Er war ohne Bewusstsein. Eine Platzwunde am Kopf blutete. Hotte nahm Verbandsmull und verarztete ihn. Dieter zog Semir ebenfalls aus dem Wagen. „Hey… Semir? Hörst du mich? Semir?“ Er untersuchte seinen Kollegen. Dann waren die Notärzte bereits da. Sofort nahmen sie sich den Beiden an. Tom schlug die Augen auf. „Aua!“ stieß er aus. Er wollte sich aufrichten. „Hey… bleiben Sie liegen. Haben Sie Schmerzen?“ Tom schüttelte den Kopf. „Nein… ich bin okay. Was ist mit Semir? Wo ist mein Kollege?“ „Hey.. Tom schon gut. Die Ärzte kümmern sich um Semir. Er hat ne Beule am Kopf. Was ist denn passiert?“ „Es wurde auf uns geschossen.“ „Was? Wer sollte denn…?“ Dieter verstummte. Eine dämliche Frage, dachte er im gleichen Augenblick. Tom richtete sich langsam auf. Er schlug die Hand des Arztes weg. „Mir geht es gut.“ stieß er aus. „Hotte, hilf mir hoch.“ Hotte griff zu und zog Tom auf die Beine. Mit unsicheren Schritten ging er gestützt von Hotte zu Semir, der am Boden lag. Auch er wehrte sich gegen die Hand von dem Arzt und zeterte, dass er in Ordnung sei. Dieter sah kopfschüttelnd auf die Beiden.
„Chefin… der Reifen ist zerschossen worden. Wir haben den Knall nicht gehört, also hat der Schütze entweder einen Schalldämpfer oder ein Zielfernrohr benutzt.“ sagte Semir kurz darauf in der PAST. Tom stimmte zu. „Gut… das war heute schon das zweite Mal, dass Sie beide in Gefahr geraten. Wir werden wohl oder übel mit noch mehr Anschlägen rechnen, deshalb werden Sie …“ sagte Anna. „NEIN!“ stieß Semir auf einmal aus. „Ich weiß dass Sie den Personenschutz für uns einrichten wollen. Aber nein. Ich werde mit Dieter, Hotte und Tom zu Thurnau fahren und ihn zur Rede stellen!“ „Semir! Das werden Sie nicht tun. Wir müssen erst einmal Beweise haben. Wir können nicht einfach jemanden verdächtigen.“ „Er hat mir aber Rache geschworen!“ Anna sah ihn warnend an. Semir schwieg. „Entschuldigung“ sagte er dann. „Schon gut. Es war genug für heute.“ Semir nickte. „Wie machen wir jetzt weiter?“ Anna sah zu Tom. „Was glauben denn Sie? Sie werden weiterhin Streife fahren. Wir haben genügend Arbeit.“ „Ja es ist nur… wir haben keinen Dienstwagen.“ Anna lächelte leicht. „Nun ja… ich sehe es heute ein, dass Sie diesmal wirklich nichts dafür können. Es stehen zwei Ersatzwagen zur Verfügung. Es wäre wirklich gut, wenn diese den heutigen Tag noch überstehen.“ Semir sah zu Tom. „Ja sicher.“ gab er von sich. „Dann auf meine Herren. Ach und Semir… Viel Spaß heute Abend.“ Semir sah sie an. „Danke.“
Der Rest des Tages verlief ruhig. Semir und Tom fuhren auf die Autobahn und kamen unbeschadet zurück. Jedes Mal atmete Anna auf. Dann war endlich der Feierabend. Semir fuhr nach Hause. Doch als er vor seiner Wohnungstür stand, sah er deutlich die Einbruchspuren. Er zog seine Waffe und stieß die Tür auf. Vorsichtig ging er hinein. Er betrat das Wohnzimmer und sah sich um. Die Schränke waren offen, Schubladen am Boden, alles rausgerissen. Semir ging in die Küche. Hier sah es genauso aus. Alles lag auf dem Boden. Besteck, Tassen waren zerschmettert. Teller zum Teil ebenfalls kaputt. Töpfe alles lag auf dem Boden. Als letztes ging Semir ins Schlafzimmer. Auch hier bot ihm das gleiche Bild. Er griff zum Handy und rief Tom an. Als er sage was passiert war versprach Tom sofort zu kommen. Nur eine halbe Stunde später waren die Kollegen anwesend. Sie sicherten Spuren. Tom sah zu Semir. „Fehlt was?“ „Sieht nicht so aus. Zumindest sind alle Elektrogeräte da. Sogar meine Spardose ist unberührt. Die haben keine Wertsachen gesucht.“ Tom grinste. „Du hast ja auch nichts Wertvolles.“ „Die haben ein totales Chaos hier hinterlassen. Das ganze Geschirr, alles haben die kaputt gemacht.“ „Hast du jemanden in Verdacht?“ „Thurnau.“ „Semir, bitte. Was sollte Thurnau davon haben, deine Wohnung kurz und klein zu schlagen?“ „Ich weiß nicht. vielleicht um mir Angst einzujagen. Ich meine heute wurden wir von der Bahn gerammt, beschossen und nun….“ Semir setzte sich auf einen Stuhl. „Ich weiß nicht. Vielleicht hängt es nicht zusammen. Aber … ich meine wer sollte sonst…?“ Tom nickte. „Ich werde die Nachbarn befragen. Vielleicht hat jemand was gehört, oder gesehen.“ Semir schüttelte den Kopf. „Kannst du vergessen. Ich hab es schon getan. Die Frau neben mir, ist nach mir erst heim gekommen. Der Mann gegenüber ist fast taub. Und sonst gibt es hier auf der Etage niemand mehr.“ Tom nickte. „Okay… willst du Andrea absagen?“ Semir sah auf die Uhr. „Scheiße… ich komm zu spät.“ Er sprang auf. „Tom… ich bin weg.“ Tom nickte. „Ich pass auf das Chaos hier auf.“ „Danke!“