Noch ein keines STückchen zum Ausklang des Abends 
„Tom? Ich kann das Handy nicht orten. Es war ganz kurz da, aber dann…ist das Signal abgebrochen.“ Tom nickte. „Hast du wenigstens einen gewissen Umkreis herausfinden können?“ „Ja… hier in diesem Umfeld war das Signal.“ Sie zeigte ihm eine Karte von dem Gebiet, wo sie das Signal gehabt hatte. Tom sah drauf. „Das ist verdammt riesig. Hör zu, Andrea. Ich vermute das Thurnau seine Drohung wahr machen wird. Er hat Semir sicher in seiner Gewalt um den Tod seines Sohnes zu rächen. Wir müssen alles über Thurnau herausfinden. Vielleicht hat er in dem Gebiet ein Grundstück. Durchleuchte den Mann bis zu seiner Geburt zurück. Freunde, Bekannte, Verwandte… alles was möglich ist.“ Andrea nickte und machte sich an die Arbeit, während Tom zu Anna Engelhard ging. Diese sah auf. „Tom? Was ist passiert?“ „Semir ist weg.“ „Wie bitte?“ „Ja… ich habe ihn gestern zuhause abgesetzt und sollte ihn heute Morgen abholen. Er war nicht da. Ich bin in seine Wohnung. Seine Waffe lag am Boden, das Bett unbenutzt. Thurnau muss ihn direkt am Abend einkassiert haben.“ „Verdammt. Haben wir eine Spur?“ „Nein… Andrea durchleuchtet seine Akten. Wir müssen suchen. Wir müssen ihm zuvorkommen. Der Mann ist völlig durchgedreht. Ich fahre jetzt zu seinem Haus.“ „Aber nicht allein. Herzberger und Bonrath fahren mit.“ „Ja… okay“ Tom verschwand. Kurz darauf waren sie beim Haus von Thurnau angekommen. Tom klingelte.
Thurnau öffnete. „Ja bitte?“ „Herr Thurnau? Wir kennen uns bereits.“ „Herr Kranich. Was kann ich für Sie tun?“ „Wo ist mein Kollegen?“ fragte Tom direkt. Thurnau sah ihn unwissend an. „Wovon sprechen Sie?“ „Das wissen Sie genau. Sie haben meinen Kollegen entführt und wollen sich an ihn rächen, wegen dem Tod Ihres Sohnes.“ beschuldigte er Thurnau. Thurnau lachte. „Ich weiß nicht wovon Sie reden. Gehen Sie bitte. Ich bin in Trauer.“ Dieter sah zu Tom und schüttelte den Kopf. Tom sah Thurnau an. „Okay… aber sagen Sie mir doch was Sie gestern zwischen acht Uhr und heute Morgen gemacht haben?“ „Natürlich. Ich war zuhause. Und nein. Es gibt keine Zeugen. Ich war allein in meiner Trauer.“ Tom nickte. „Dann haben Sie Ihre Männer damit beauftragt, meinen Kollegen zu entführen?“ Thurnau lachte verächtlich. „Wie kommen Sie denn auf so einen Mist. Was sollte ich mit Ihrem Kollegen denn anfangen. Es reicht doch, dass er meinen Sohn auf dem Gewissen hat.“ „Er hat Ihren Sohn nicht umgebracht. Es war ein Unfall. Ihr Sohn ist vor uns geflohen, weil er seinen Freund zur Flucht verhelfen wollte. Das ist alles!“ Thurnau sah ihn kalt an. „Verlassen Sie bitte mein Haus, bevor ich Sie rauswerfen muss.“ Tom ging.
Der Tag endete ohne neue Ergebnisse. Tom saß in seinem Büro und starrte hypnotisch das Telefon an. Als wolle er ihm befehlen zu klingeln. Dann klingelte es tatsächlich. Tom griff hecktisch nach dem Telefon. „Kranich!“ meldete er sich. „Hartmut hier.“kam zur Antwort. Tom schloss enttäuscht die Augen. „Hartmut… was gibt es denn?“ „Du wolltest doch von mir Infos haben, wenn ich etwas in Semirs Wohnung gefunden habe, was dort nicht hingehört.“ sagte Hartmut. „Ja und?“ fragte Tom. „Ja eben… ich habe was gefunden….“ Kam von Hartmut. „Hartmut was hast du gefunden?“ fragte Tom ziemlich genervt. „Nun ja… es ist ein kleiner Knopf.“ „Ein Kopf?“ „Ja… ein Knopf. Aber nicht von Semir.“ erklärte Hartmut. „Woher willst du das wissen?“ fragte Tom enttäuscht. „Weil Semir meist Druckknöpfe hat.“ Tom hatte das Gefühl das Hartmut auf Beifall hoffte. „Mehr hast du nicht?“ fragte er enttäsucht. „Nein… leider nicht. Aber ich bin noch nicht ganz fertig. Hey… mach dir doch nicht soviele Sorgen. Semir …“ Tom legte auf. Er wollte nichts mehr hören. Er stand auf und ging zu Andrea.
Semir versuchte seine gefesselten Hände nach vorn zu bekommen. Es klappte nach mehreren Versuchen. Nun konnte er sich wenigstens etwas wehren, wenn Thurnau wieder zu ihm kam. Bisher war er hier nur eingesperrt. Semir hatte Hunger und Durst und rief nach seinem Wärter. Doch er kam nicht. Irgendwann saß er einfach nur da und sah sich in seiner Zelle um. Er sah die Teile vom Handy. Es war völlig kaputt, aber vielleicht fand er etwas, dass ihm half die Handschellen zu öffnen. Der Kampfgeist war wieder erwacht. Er wühlte mit seinen Händen die Teile zusammen. Dann sah er einen kleinen Metallstift. Er nahm es und versuchte damit das Schloss zu knacken. Es funktionierte. Die Schelle sprang auf. Nun musste er nur noch dieTür öffnen. Er besah sich das Schloss. Das war ein Kinderspiel. Innerhalb weniger Minuten war Semir soweit. Die Tür war offen. Semir ging vorsichtig zur großen Scheuentür und testete sie. Sie war nicht verschlossen. Anscheinend machte Thurnau sich keine Gedanken, dass Semir sich bereien könnte. Semir sah sich aufmerksam um. Nichts schien sich zu rühren. Er sah zur Mühle hin und ging auf sie zu. Die Tür ließ sich ohne Geräusche öffnen. „Lass ein Telefon hier sein“ flehte Semir leise. Aber es war keins da. Nicht einmal ein Handy lag hier. „Okay… dann werden wir zur Straße gehen.“ gab er dann von sich und lief los.Doch nun kam ein neues Problem. Wo lag die Straße und wie weit war sie. Semir lief den Weg entlang und konnte nur hoffen, das keiner seiner Feinde ihn sah. Doch er freute sich zu früh. Denn ein Wagen kam direkt auf ihn zu. Er sah sich nach einer Fluchtmöglichkeit um. Der Wald! Ja… er musste den Wald erreichen. Semir sprintete los.