Chris sah auf die Uhr. Es war schon fast Mittag und Semir hatte sich immer noch nicht gemeldet. Dann endlich klingelte sein Handy. Ohne auf das Display zu sehen nahm er das Gespräch an. „Ja? Semir?“ fragte er. „Semir? Wer ist das denn? Ich bin es Mona. Ich wollte dich nur fragen was du heute Abend essen möchtest? Ich koche für uns.“ kam die Stimme von Mona durch. „Oh… Mona… ich weiß nicht… koch irgendwas. Ich bin ein Allesesser.“ lachte er. „Wer ist denn Semir? Ist das deine Freundin?“ wollte Mona wissen. „Nein… mein Kollege. Er ist auf Diensttour und sollte sich eigentlich gemeldet haben. Na du ich muss… er kann jederzeit anrufen, und dann wäre es doch blöd wenn ich nicht ran gehen kann. Heute Abend um sieben bin ich bei dir.“ sagte er. „Okay… ich lass mir was einfallen.“ Mona beendete das Gespräch. Chris lehnte sich zufrieden zurück. Sie war eine Wolke, dachte er. Sein Handy klingelte erneut. „Ja?“ „Semir hier… ich habe Namen für dich, die du mal überprüfen solltest. Eine Hebamme mit dem Namen Lisa Weingarten, in der Schwerinstraße 4 in Köln, dann ein gewisser Dr. Neugebauer in Dormagen. Da kann ich die Adresse nicht entziffern, aber Susanne kann dir da sicher helfen. Bisher konnte ich nicht mehr raus finden. Außer das hier keine Babys sind. Aber anscheinend hat die Hebamme damit zu tun. Ich muss Schluss machen, es kommt jemand.“ Schon war das Gespräch beendet.
Chris ging zu Susanne und bat sie darum die Hebamme sowie den Arzt zu überprüfen. Nur eine halbe Stunde später hatte er die gewünschten Informationen und ging mit den Akten zu Anna. Diese sah auf, als er eintrat. „Chris? Gibt es was von Semir?“ fragte sie. „Ja… er hat mir zwei Namen genannt. Susanne hat mir bereits die Daten ausgedruckt. Die Hebamme Lisa Weingarten. Da werde ich gleich hinfahren und die Damen mal interviewen. Danach den Arzt und dann werden wir die Bude auseinander nehmen, wo Semir den Putzteufel spielt.“ Endete Chris. Anna nickte. „Wir sollten langsam vorgehen Chris. Solange Semir sich in deren Nähe befindet ist es mir zu gefährlich. Sie dürfen gern die Hebamme überprüfen. Vielleicht hat sie irgendwelchen Kontakt zu den verschwundenen Babys und Frauen. Bei dem Arzt das Gleiche. Aber erst wenn das feststeht, dann können Sie die beiden verhören. Nicht vorher. Sonst kommen die garantiert dahinter, dass es einen Spitzel gibt.“ Erklärte Anna. Chris nickte „gut… ich werde mit Susanne sicher einiges raus finden.“ meinte er darauf. „Dann fangen Sie direkt an.“
Susanne saß am Schreibtisch und sah Chris an. „Chris… diese Hebamme hatte mit dem ersten Opfer Claudia Steger, mit Margot Peters und Petra Messerschmidt Kontakt. Ich habe mal bei den Krankenkassen nachgefragt und die Angestellten dort sagten mir alle das Gleiche, dass Frau Weingarten die Babies zur Welt gebracht hat. Allerdings wurde das Kind von Frau Steger als Totgeburt festgehalten und abgerechnet. Dann habe ich mich mit dem Verband der Hebammen unterhalten. Dort stellte man fest, dass Frau Weingarten extrem viele Totgeburten deklarierte und sie sogar die Zulassung verloren hat. Sie arbeitet also inoffiziell.“ zählte Susanne auf. Chris nickte. „Was ist mit den Arzt?“ wollte er wissen. „Da ist gar nichts. Der Mann ist sauber. Oder aber er ist schlauer als sie.“ Meinte Susanne nur. Chris nickte. „Gut… dann werde ich mich mal mit der Dame unterhalten. Danke Susanne.“ Chris verschwand. Als er in der Praxis von Lisa Weingarten ankam, sahen ihnen die schwangeren Frauen erstaunt entgegen. Die Helferin lächelte ihn freundlich an. „Guten Tag. Sie warten vermutlich auf Ihre Frau.“ stellte sie fest. Chris schüttelte den Kopf und zeigte seinen Ausweis. „Ich würde gern zu Frau Weingarten. Dienstlich.“ sagte er. Sie nickte, stand auf und ging ins Sprechzimmer. Nur wenig später kam sie zurück. „Warten Sie bitte einen Moment. Sie wird Sie gleich rein holen.“ erklärte sie. Chris setzte sich mit ziemlich gemischten Gefühlen zwischen den Frauen mit ihren Babybäuchen.