Beiträge von Elvira

    Semir hörte die rührenden Worte und konnte sich nur sehr schwer zusammenreißen, nicht auch zu weinen. Diese Worte trafen voll ins Schwarze. Der Mann, der sie dort vortrug, verstand sein Fach. Semir stand auf und faltete die Hände. Er kannte das Gebet und beherrschte es, obwohl er kein Christ war. Als sie geendet hatten, wurden die Trauergäste hinaus gebeten und die Türen der Trauerhalle schlossen sich. Semir wusste, was nun kam. Man würde den Sarg nun aus der Trauerhalle tragen und auf den kleinen Transportkarren stellen, um ihn zum Grab zu fahren. Das letzte Geleit für den Verstorbenen, würde dann hinter der Trauerhalle starten, den schmalen Weg entlang gehen und vor der letzten Ruhestätte enden. Nur wenig später war es soweit. In der ersten Reihe waren Marvin und Yvonne Traber. Dann kamen Brüder, Schwestern und die anderen Verwandten. Zum Schluss kamen die Freunde. Der Marsch zum Grab lief schweigend ab, denn alle hatten ihre Köpfe gesenkt und ehrten den Verstorbenen mit ihrem Schweigen. Nach ungefähr fünf Minuten hatte sie die Grabstätte erreicht. Der Sarg wurde von vier Totengräber vom Karren gehoben und zum Grab getragen. Die Männer trugen ehrwürdige Zylinder und lange schwarze Mäntel. Sie hatten schwarze Handschuhe an und standen mit starren Blick paarweise am Grab. Nun kam wieder Ingo Herberg dazu und sprach noch einmal ein paar Worte. Anschließend wurde der Sarg langsam herab gelassen. Als erstes traten Marvin und seine Stiefmutter ans Grab. Sie nahmen jeweils eine Schaufel in die Hand und warfen einen kleinen Haufen Erde auf den Sarg. Nun traten die Trauergäste nach und nach an das offene Grab, um noch einmal persönlich Abschied zu nehmen. Einer der Totengräber stand mit einem kleinen, mit Blumen gefüllten Korb am Rand des Grabes und hielt jedem, der an das Grab trat, diesen hin. Semir griff hinein und nahm eine weiße Nelke. Er stellte sich ans Grab, sah hinein auf den Sarg und warf dann die Blume rein. Sie landete wie beabsichtigt auf dem Sargdeckel. „Leb wohl, Frank. Du warst mir ein sehr guter Freund. Ich werde dich nie vergessen.“ sagte er leise und spürte, wie sich ein Kloß in seinem Hals bildete. Semir wandte sich vom Grab ab und ging zu Marvin und seiner Stiefmutter. Mit Yvonne hatte er sich zwar nie gut verstanden, aber dennoch fand er die richtigen Worte für die trauernde Witwe. „Es tut mir wirklich sehr Leid. Ich wünsche dir sehr viel Kraft, diesen Verlust zu überwinden.“ Sie lächelte ihn etwas nervös an und Semir roch den Alkohol. Von Frank wusste er, dass sie Alkoholkrank war und scheinbar, konnte sie die Beerdigung auch nur in diesem Dämmerzustand über sich ergehen lassen. Semir wandte sich an Marvin. „Wenn ich etwas für dich tun kann, dann melde dich bitte bei mir. Egal zu welcher Zeit.“ Marvin lächelte nur und nickte. Er war nicht fähig etwas zu sagen. Nun ging Semir die Reihe der Angehörigen weiter und reichte jedem die Hand. Er murmelte „Aufrichtiges Beileid. Ich wünsche euch viel Kraft.“ Dann drehte er sich weg und stellte sich nach hinten. Dort wartete er, bis sich alle verabschiedet hatten.


    Schnell hatte sich die letzte Ruhestätte von Dr. Frank Traber geleert und Semir erwischte sich dabei, wie er darüber nachdachte, dass es nur eine knappe Stunde gedauert hatte. Nur eine Stunde reichte aus, um sich von diesem hervorragenden Mediziner zu verabschieden. Eine kleine Rede, ein kurzer Marsch über den Friedhof, den Sarg versenken und ein paar tröstende Worte an die Hinterbliebenen und alles war vorbei. Er zuckte zusammen, als sich eine Hand auf seine Schulter legte. „Danke, dass du da warst. Mein Vater hat immer große Stücke auf dich gelegt und nun weiß ich auch warum. Danke mein Freund.“ Semir drehte sich um und sah Marvin in die Augen. „Er war mein Freund. Es ist mir eine Ehre gewesen, ihn gekannt zu haben und ich habe ihm die letzte Ehre erwiesen. Ich will es eigentlich gar nicht wahrhaben, ihn nie wieder lachen zu hören.“ Marvin lächelte leicht. „Ja, ich weiß. Für mich ist es auch nicht begreifbar. Kommst du noch mit auf einen Trunk? Wir haben eine Kleinigkeit vorbereitet, auch wenn er es nicht wollte.“ Semir dachte kurz nach und schüttelte dann den Kopf. „Tut mir leid, aber das kann ich nicht. Dieser Brauch ist etwas, dass ich nicht nachvollziehen kann und Ich denke, man sollte seinen letzten Willen respektieren und wenn er keine Feier wollte, dann sollten wir es akzeptieren.“ Marvin senkte den Kopf und stöhnte leise auf. „Ich verstehe dich sehr gut. Ich hätte es auch nicht getan, aber Yvonne wollte das. Sie meinte, es wäre eine Verpflichtung für uns, eine letzte Party zu machen. Das letzte Fell müsse versoffen werden. Bei ihr dreht sich alles nur ums Trinken. Mich würde es nicht einmal wundern, wenn sie schon einen Neuen hätte. Sie war doch eh nie für meinen Vater da. Sie hat nur sein Geld ausgegeben.“ Semir hörte die verbitterten Worte. „Marvin, wenn du lieber mit mir kommen möchtest, dann tu es. Ich denke, man kann es dir nicht verübeln, wenn du nicht dabei sein willst. Du respektierst doch damit nur seinen letzten Willen.“ Nach einer kurzen Bedenkzeit, nickte Marvin. „Ja, du hast Recht. Vielleicht können wir ja reden. Ich muss Yvonne nur sagen, dass ich nicht komme.“ Semir lächelte ihn aufmunternd zu und wartete auf den Sohn seines Freundes.

    Der silberfarbene BMW fuhr dicht am Nordfriedhof vorbei. Der Fahrer suchte eine freie Parklücke und fand, nachdem er dreimal ums Eck gefahren war, endlich eine Möglichkeit das Fahrzeug abzustellen. Er stieg aus, griff das kleine Gesteck, welches er am Sarg niederlegen wollte und betrat das Gelände des Friedhofes. Links von ihm war die Trauerhalle, vor der sich schon eine Traube von Menschen befand. Er kannte sie nicht, aber er wusste, dass der Verstorbene sehr viele Freunde hatte. Mit gesenktem Kopf ging er in die Trauerhalle und wurde von leiser Musik, die die Stimmung, die hier herrschte untermalte, empfangen. Er spürte eine leichte Übelkeit auftreten und atmete tief durch. In der ersten Reihe saßen bereits ein paar Personen und er erkannte, dass es die Familienangehörigen waren. Mit etwas schweren Schritten ging er zum Sarg, der vor den Sitzreihen aufgestellt war. Rings um den Eichensarg standen Kerzen in großen Ständern, die mit Blumengirlanden geschmückt waren. Auf dem Sarg selbst lagen rote und weiße Nelken, die sich in einem schönen Farbwechsel zeigten. Er beugte sich runter und legte das Gesteck ab. Dann stellte er sich vor den Sarg und faltete seine Hände. „Mein Freund…“ sagte er leise. Irgendwie konnte er sich gar nicht vorstellen, dass hier sein Freund lag. Er passte doch gar nicht in dieses enge Gehäuse. Das ging doch gar nicht. Die Erinnerungen an diesen Mann, kamen in seinen Kopf. Er sah ihn lachend vor sich stehen. Er sah, wie die Augen des Mannes voller Lebenskraft strahlten. Sollte das alles vorbei sein? Sollte er seine Stimme nie wieder hören? Mit einem tiefen Atemzug seufzte er auf. „Ich werde dich nie vergessen, das verspreche ich dir. Du wirst mir sehr fehlen, das weiß ich. Ich hoffe nur, dass du jetzt deinen Frieden findest.“ Er wischte sich eine Träne weg und drehte sich um. Marvin Traber, der Sohn des Verstorbenen, den er schon von Kindesbeinen an kannte, saß auf dem Stuhl. Völlig in sich gesunken und er erkannte an den zuckenden Schultern, dass die Trauer sich hier auf der natürlichsten Weise zeigte. Er ging zu ihm und überlegte sich auf den kurzen Weg, was er zu diesem Mann sagen konnte. Wie konnte er ihn trösten? Dieser Verlust, den er soeben durchmachte, war nicht wegzureden. „Marvin, ich… Es tut mir leid. Wenn ich etwas für dich tun kann, dann…“ Der Angesprochene nickte und hob den Kopf. Die Augen waren stark gerötet. „Setz dich doch, Semir…“ Er folgte dem Wunsch und ließ sich auf den Stuhl neben Marvin nieder.


    Ingo Herberg betrat die Trauerhalle. Er trug einen schwarzen, dem Anlass entsprechenden, Anzug und trat an das Rednerpult. Er räusperte sich und das Gerede in der Halle verstummte. Die Trauergäste setzten sich und sahen ihn erwartungsvoll an. Er holte tief Luft. „Wir sind unsagbar traurig. Er fehlt uns so sehr. Nichts mehr wird sein, wie früher, denn da wird immer eine Lücke bleiben, die er bisher ausgefüllt hatte. Mit Dr. Frank Traber sind wir wunderbare Wege gegangen. Wir haben gelacht, gefeiert, gehofft. Mit ihm sind wir auch durch dunkle Gassen gegangen, haben gebangt, geweint und doch wieder gehofft. Wir weinen um ihn und werden unsere Wege weitergehen. Er ist nicht mehr da und doch ist er ganz nah bei uns. Denn er wird ewig in unseren Gedanken, in unseren Erinnerungen und in unsere Herzen sein. Dort hat er nun einen Platz. Wir werden ihn nicht vergessen, denn wir sind für immer dankbar, dass wir ihn bei uns hatten.“ Er machte eine kurze Pause, denn ein tiefer Seufzer und Schluchzen aus der ersten Reihe, ließ ihn verstummen. Er sah die Ehefrau des Verstorbenen und bemerkte, dass sie schon fast hyperventilierte. Die Trauer war hier extrem und auch er musste sich zusammenreißen. Immerhin musste er noch einiges vortragen. „Da ist ein Land der Lebenden und da ist ein Land der Toten. Als Brücke dazwischen ist die Liebe, die wir Dr. Frank Traber entgegen gebracht haben und die auch nach dem Tod immer noch spürbar ist. Da ist ein Land der Lebenden. Wir haben dieses Land mit Frank erlebt. Manche von uns sind mit ihm einige Schritte gegangen, andere fast den gesamten Lebensweg. Über die Zeit im „Land der Lebenden“, gemeinsam mit ihm, haben wir viele Erinnerungen und können sehr viel erzählen. Gerade in den letzten Tagen, sind so viele dieser Erinnerungen wieder wach geworden. Uns, den Hinterbliebenen bleibt nur zu sagen. Danke! Danke für all die Liebe! Danke für alles, was du gegeben hast!“ Wieder legte er eine Pause ein. „Man sagt, dass Gott uns vor allem Unheil bewahrt und doch fragen wir uns gerade jetzt, warum er es zugelassen hat, dass Frank so leiden musste. Man kann sehr gut verstehen, dass gerade die engsten Verwandten nun am liebsten schreien würden, Gott, warum hast du ihm das zugemutet? Warum so viel unerträgliches Leid, Schmerz und Verlust? Es ist in diesem Schmerz sehr gut zu verstehen, wenn wir nun den Glauben an Gott verlieren. Man sagt, er sei für uns, wie ein Hirte für seine Schafe, doch dann muss er hören und sehen, wie verzweifelt wir sind, wie bedrückt, wie voller Trauer, Schmerz, Zweifel und Enttäuschung. Ihm und uns ist zu viel zugemutet worden. Wir können nicht mehr so einfach an den guten Gott glauben. Das Leid der letzten Tage, Wochen und Monate bedrückt uns noch. Doch nun, wo wir Abschied von Frank nehmen, sehen wir ihn nicht mehr als leidenden Mann, der er in seiner Krankheit war. So behalten wir ihn nicht in Erinnerung. Nun ist es an der Zeit, unseren Blick wieder zu öffnen und ihn so zu sehen, wie er die meiste Zeit seines Lebens war. Denn so wollen wir uns an ihn erinnern. Als Mann voller Lebenskraft, voller Liebe und Engagement. Wenn wir auf sein ganzes Leben blicken, dann sehen wir ihn auch als unbeschwertes Kind, als lebenslustigen Jugendlichen. Wir sehen die Hochzeit der Liebe, wir sehen ihn als glücklichen Vater, als Mann, der liebt und da ist, wenn man ihn braucht. Wir sehen seine Wünsche und Hoffnungen, von denen sich sehr viele erfüllten. Gemessen daran, war er nur für eine kurze Zeit ein kranker, leidender Mann, der seine Schmerzen selten zeigte. Wir durften ihn gern als einmaligen, glücklichen, starken Mann und Vater in Erinnerung behalten. Das war er. Darum sagen wir mitten in die Trauer hinein: DANKE! Danke an Gott, der ihm das Leben schenkte. Danke an Gott, der ihm begleitete, wie ein Hirte seine Schafe. Danke, dass wir ihn bei uns haben durften. Danke sagen wir ihm, dem wir nun nur noch hilflos nachblicken können. Danke, für alle Liebe! Danke, für alles, was er uns gegeben hat! Wir hätten gern mehr Zeit gehabt, ihm viel davon zurück zu geben. Wir geben ihm nun unsere Liebe ein Leben lang und sagen: Auf Wiedersehen! Lasst uns zum Abschluss das „Vater unser“ beten.“ Ingo faltete seine Hände und stellte sich vor die Trauergemeinde. Alle standen auf.

    Mensch Robert…. Die Entscheidung ist ja auch schwer. Man muss sich erst einmal alle Stunts anschauen. Da fällt es nicht leicht die 11 besten zu finden (es gibt tausende!) :D

    11. „Die Anhalterin“ (Brückenstunt)

    10. „Der Richter“ (Auto rammt in den Bus)

    09. „Das Kartell“ – (Flucht über die Autobahn und der Crash)

    08. „Stadt in Angst“ - (der Anfangsstunt)

    07. „Highway Maniac – (Mit Bomben auf den Autos geschossen)

    06. „Bomben bei KM 92“ – Ankerstunt

    05. „Auf eigene Faust“ ( Semir schießt den Helikopter mit einem Auto ab :D )

    04. „Tag der Finsternis“ (LKW trifft Bus)

    03. „Hetzjagd“ (Auto fliegt aus dem Parkhaus)

    02. „ Der Anschlag“ Anfangsstunt

    01. „Höllenfahrt auf der A4 (Massencrash: Auto fliegt auf Heli zu.)

    hmmm, irgendwie finde ich das jetzt zu schnell abgehandelt. Sind die Typen noch immer hinter Semir her? Wochenlang? Und was ist mit diesem Therapeuten? Meiner würde mir die Schlinge einfach wegnehmen! Das sollte Sven mal versuchen. Mehr Einsatz bitte!

    uops, nun ging das aber schnell. Viel zu schnell. Sollte es alles vorbei sein? Semir schmuggelt eine Waffe ins Haus, wird nicht kontrolliert? Hagen ist ja wohl eher ein Möchtegernbösewicht. Aber ich denke auch wie Silke, dass Denzler eine Schusssichere Weste anhatte. Und warum schreit Joshi jetzt?

    Aha! Interessant! Jetzt kennen wir einen weiteren Hintermann. Einen Politiker, wen wundert das? Die größten Verbrecher sitzen in den politischen Reihen. Denzer soll also getötet werden, weil er auspacken will. Nun mal schauen wie es weiter geht. ähm wie geht es Paul?

    hmm klingt fast so, als würde die Story nun schnell enden. Semir hat mit Sicherheit seinen Rücktritt erklärt und wird den Dienst quittieren. Seltsam, so hätte ich ihn nicht eingeschätzt, sondern mehr dass er alles daran setzt den Mörder von Alex zu finden. Ich weiß ja, wo sie wohnt :D

    Na da bin ich ja mal gespannt was Semir nun vorhat. Es bleibt spannend. Allerdings sollte Paul mal dringend zum Doc gehen. Vielleicht kann man ja noch mal verhandeln. Wobei...so eine wertvolle Geisel lässt Hagen vermutlich nicht gehen. Aber der Doc könnte ja auch mal zum Patienten kommen. :D

    ich war gerade ziemlich überrascht als ich das zweite Kapitel hochladen wollte und meine Story gar nicht mehr da war. Oder werden die automatisch gelöscht, wenn man innerhalb von 7 Tagen kein Update hoch lädt?

    Hallo Anne, das hat mich eben auch sehr überrascht. Aber ich vermute, dass deine Story bei aktualisieren der Seite, versehentlich gelöscht wurde. Leider kann ich es derzeit nicht nachvollziehen, wie es passiert ist und kann mich dafür nur entschuldigen.

    Lieben Gruß

    Schreib deine Story, bevor du sie hochlädst. Diese Lektion musste ich auch erst lernen.

    Wo hast du nur diesen genialen Tipp her? :D

    Also hat es beide erwischt. Gut den Bösen natürlich schlimmer, der ist tot. Aber Paul scheint auch ziemlich stark verletzt. Das Hagen auf einmal so umsichtig ist, macht ihn gefährlicher als man denkt. Ich liebe Gangster mit wechselnden Eindrücken :D

    Also wenn das alles an Ermittlungsarbeiten war, dann bin ich ziemlich enttäuscht. Wenn Alex, wie du es betonst tot ist, dann sollten die endlich man den Arsch hoch bekommen und die dafür verantwortlichen Typen schnappen, anstatt einfach nur zu akzeptieren. :D