Beiträge von Elvira

    „Alles Okay... hab nur Steinsplitter abgekriegt.“ rief dieser zurück und kroch wieder unter den LKW. „Tom! Siehst du ihn?“ fragte Semir. Er spürte wie das Blut aus einer Wunde im Gesicht sickerte, wo ihn eines der Splitter erwischt hatte. „Nein! Ich sehe gar nichts... Verdammt wo bleiben denn die Kollegen!“ fluchte Tom verhalten und sah sich nach dem Schützen um. Nichts war zu erkennen. Dann endlich waren die Sirenen der Kollegen zu hören. Tom lugte unter der Deckung hervor. Der erste Streifenwagen stellte sich hinter dem LKW. „Stell dich davor...Die haben Semir unter Beschuss!“ rief Tom dem Fahrer des zweiten Wagens zu. Dieser tat es. Semir kroch unter dem Wagen hervor. Kein Schuss kam mehr.

    „Hey! Du blutest!“ sagte Tom und zeigte in Semirs Gesicht. „Ja... ein Splitter ist mir da hingeflogen.“ antwortete Semir und wischte mit dem Ärmel das Blut weg. Tom wandte sich an den Fahrer. „Sind Sie in Ordnung?“ fragte er. Der Fahrer nickte. „Ja... was soll das ganze denn?“ fragte er. „Das würden wir auch gern wissen... okay...“ meinte Tom und sah ihn an. Semir ging zu den Türen und zog diese auf. Der Streifen, den sie vorher gesehen hatten stellte sich als Blut heraus. In dem Wagen lag direkt an der Tür ein totes Kalb. Semir sah zu Tom der nun neben ihm stand. „Scheinbar tot getrampelt.“ vermutete er. Tom nickte. „Oder von einer der Kugeln getroffen.“ kam von dem Fahrer. „Kann eigentlich nicht sein. Ich ruf den Veterinär an.“ gab einer der uniformierten Beamten ab und griff zum Funkgerät. Der Tierarzt kam nur wenige Minuten später. „Schon wieder!“ stöhnte er. „Scheinbar sind diese Transporte in letzter Zeit das Augenmerk der Polizei was?“ fragte er Tom. „Nun uns ist nur ein kleiner roter Rinnsal aufgefallen, deshalb haben wir ihn raus gewunken.“ gab dieser zur Antwort. „Tja... soweit ich es sehen kann, ist das Tier wohl tot getrampelt worden. Vermutlich aus Panik... oder wegen der Enge.... Die Tiere sind wie beim letzten Mal nicht versorgt. Diese Mistkerle sollte man alle selbst einpferchen.“ fluchte der Arzt. Tom nickte nur.

    Die restlichen auf dem LKW befindlichen Tiere wurden versorgt und anschließend ging der Transport weiter. „Wieso lassen Sie den fahren?“ fragte der Arzt wütend. Semir sah ihn an. „Ja was sollen wir denn machen? Die Tiere sind jetzt ordnungsgemäß gesichert und er wird sie auch für den Rest der Strecke sicher versorgen.“ „Ja haben Sie denn nicht gesehen, dass er sie behandelt?“ Semir hob die Hände…. „Guter Mann… wir sind nicht vom Tierschutz. Die Tiere werden zum Schlachter gebracht. Die haben es so gut wie hinter sich.“ sagte er. Der Arzt sah ihn wütend an. „Was würden Sie tun, wenn Sie in einer solchen Lage wären? Eingepfercht auf engen Raum… kein Essen, kein Trinken? Kein Tageslicht?“ Semir zuckte mit den Schultern. „Na ich werde ja nicht geschlachtet.“ grinste er und ging dann zu Tom, der am Wagen wartete. Er sah nicht wie der Arzt wütend hinter ihm her starrte.

    und wie bitte sollte ich weiter machen? Das Tom nun Rettungswagen und Notarzt anfordert? Oder dass der Wahnsinnige weiterschießt? DAss Tom getroffen wird (diesmal aber von ner Kuge)? IOder das die Tiere aus dem Wagen springen und Tom überrennen? Ich weiß nicht wie... und da dies hier ja keine lustige Story ist müsst ihr leider :D bis morgen warten :rolleyes:

    Schön dass euch die Story soooo gefällt. Deshalb hier noch ein Stücken zum Feierabend :D

    Theo Linke sah in den Rückspiegel. Er sah den Wagen mit dem Blaulicht und fluchte verhalten. Als der Beifahrer ihm dann die Kelle zeigte folgte er dem Polizeiwagen auf den nächsten Rastplatz. Er hielt direkt hinter dem Wagen an. Die Männer stiegen aus dem Wagen aus und kamen auf ihn zu. Theo war entspannt. Er hatte nichts falsch gemacht. Sicher war das eine einfache Kontrolle. Er kurbelte das Fenster runter und sah den Polizisten an. „Was kann ich für Sie tun, Herr Wachtmeister?“ fragte er grinsend. „Gerkhan, Kripo Autobahn. Fahrzeugkontrolle. Würden Sie bitte aussteigen?“ Theo nickte und öffnete die Tür. Mit einem einfachen Sprung verließ er den LKW. „Was gibt es denn? Hab ich irgendwas falsch gemacht?“ wollte Theo wissen. „Reine Routine. Was haben Sie geladen?“ fragte der Polizist. „Schlachtvieh!“ gab Theo zur Antwort. „Würden Sie den Laderaum bitte öffnen?“ kam vom Polizisten. Theo sah ihn irritiert an. „Warum?“ fragte er. „Machen Sie es einfach.“ bat der Polizist. Theo fügte sich. Er ging nach hinten wo bereits der zweite Polizist stand.

    Semir ging mit dem Mann nach hinten und hörte ihn leise fluchen. Doch kaum waren sie an der Tür knallte es. Betonsplitter flogen hoch. „DECKUNG!!“ schrie Semir und Tom riss den Fahrer sofort hinter den Wagen. Semir selbst kroch unter den Wagen und zog seine Waffe. „TOM!?!“ rief er. „Alles klar. Von wo kam das?“ kam als Antwort. „Keine Ahnung... vermutlich aus dem Gebüsch links!“ gab Semir zurück. Tom griff zum Handy. „Cobra 11 an Zentrale! Stehen unter Beschuss beim Rastplatz KM 48,6! Brauchen Verstärkung!“ Semir versuchte unter dem Wagen wieder hervor zu kommen. Doch kaum war er auf der Straße fielen die nächsten Schüsse. Semir stieß einen leisen Schrei aus. „SEMIR!“ schrie Tom zurück.

    Semirs Handy klingelte. „Ja Semir hier!“ meldete er sich. „Semir! Ich habe die Spedition gecheckt wo der LKW hingehörte… was ist mit Tom?“ klang Andreas Stimme an seinem Ohr. „…und festgestellt dass sie nicht existiert.“ beendete er den Satz. „Ja… stimmt. Was ist mit Tom?“ „Wir sind gerade in dem Büro wo eigentlich die Spedition sein sollte. Nichts. Das Büro ist leer. Dafür wurde auf uns geschossen. Tom wurde von einer Farbbombe getroffen. Den Arzt kannst du also abbestellen.“ erklärte er. „ Gott… …“ stieß Andrea aus. „Wir kommen jetzt zurück. Hier können wir nichts machen.“ erklärte Semir. „Das trifft sich gut. Die Chefin hat nämlich Sehnsucht.“ gab Andrea zurück. Semir beendete das Gespräch und stieg mit Tom in den Wagen. „Soll ich fahren?“ fragte er besorgt. „Quatsch“ kam von Tom und schon fuhr er los. Nur wenig später waren sie auf der Autobahn. Vor ihnen fuhr ein LKW. Semir sah sich den Wagen an. Aus der hinteren Türe schien etwas Rotes aus dem Wagen zu laufen. „Siehst du auch, was ich sehe?“ fragte er Tom. „Wenn du mir genau sagst was du siehst, bestimmt“ gab Tom zurück. „Aus dem Wagen da vorn. Irgendwas läuft da unter den Türen hervor.“ Tom sah hin. „Ja stimmt… sieht aus wie rote Farbe.“ automatisch sah er auf sein Hemd. „Das wäre jetzt aber sicher ein Zufall, was?“ fragte er. „Werden wir gleich sehen. Wir winken ihn raus.“ meinte Semir und griff zur Kelle.

    Andrea legte den Hörer langsam auf und schloss die Augen. Alle Kollegen der PAST standen an ihrem Schreibtisch als sie mitbekamen, dass Andrea mit Semir telefonierte. Anna sah sie an. „Was ist mit Tom? Ist er schwer verletzt? Reden Sie schon!!“ forderte sie Andrea auf. Diese schüttelte den Kopf. „… Ich kann den Notarzt und den Krankenwagen abbestellen.“ sagte sie leise. Doch Anna verstand es wohl falsch. Mit einem aschfahlen Gesicht ließ sie sich auf den Besucherstuhl vor dem Schreibtisch nieder. „Er ist tot?“ fragte sie ungläubig. Erst jetzt registrierte Andrea, dass ihre vorherigen Worte falsch verstanden wurden. „Nein… nein… er ist in Ordnung. Tom wurde von einer Gocca-Farbpatrone getroffen. Er ist okay. Außer dass er eine Beule am Kopf hat.“ sagte sie. Anna atmete tief ein und aus. Sie sah in die Runde. „Was ist? Wir haben zu tun! Herzberger! Sie und Bonrath fahren zu dieser Spedition und suchen das gesamte Gelände ab. Ich will diesen Typen kriegen, der mir soeben wieder ein paar Haare hat grau werden lassen!“ gab sie die Befehle. Andrea beobachtete wie sie sich eine Träne weg wischte. Anna sah sie an. „Das bleibt unter uns, okay?“ fragte sie ganz leise. Andrea nickte.

    Ja... ja... das starke schwache Geschlecht... Wenn es darum geht sich autorennen zu liefern, sich die Gesichter einschlagen... alles din, alles möglich, aber bei so etwas wie einer Geburt den Klappmann machen... tse.... :D:D

    Klar doch... Tom Kranich steckt es weg. sicher... ich glaube es ihm auch... klar doch... :rolleyes:

    Nee, nee... was seid ihr alle ängstlich... also wirklich.... :D:D

    „Treffer!“ lachte der Schütze und sah durch das Fernglas. „Aber warum hast du das getan? Das sind doch Polizisten. Du hast einen Polizisten erschossen. Verdammt… das … das geht zu weit.“ weinte seine Schwester. Uli sah sie an. „Na komm… was kann ich dafür, dass er in da steht. Sollte nicht so sein. Egal… komm wir müssen weg. Die rufen sicher die Verstärkung und dann wimmelt es nur so…“ raunte er ihr zu, legte das Fernglas beiseite und zog sie zum Wagen. „Was ist mit dem Polizisten? Ist er tot?“ fragte sie. Uli lachte. „Kann sein, kann nicht sein. Das sollte uns wenig interessieren. Davon gibt es doch genügend.“ lachte er und führ ab.

    Semir schloss erleichert die Augen, als er das Schlagen spürte. „Tom... komm schon!“ flehte er. Semir griff zu seinem Handy und rief Andrea an. „Andrea... wir sind in Neuss, Auf dem Landhof 3. Wir stehen unter Beschuss. Tom hat es erwischt. Wir brauchen Notarzt, RTW und Verstärkung“ forderte er und beendete das Gespräch ohne die Antwort abzuwarten. Er nahm das Verbandszeug und legte sich Kompressen raus, dann zog er Tom das Hemd hoch und hoffte dass die Verletzung nicht so schlimm war. Doch nun kam die Überraschung. Es war keine Verletzung zu sehen. Etwas irritiert sah er seinen Partner an. „Du bist ja gar nicht verletzt....“ sagte er. Tom regte sich und sah ihn an. „was laberst du denn da? Was machst du mit mir?“ „Tom... ich dachte... ich meine.... Ich wollte… aber… Du blutest.“ gab Semir verwirrt von sich und deutete auf Toms Hemd. Tom sah sich sein Hemd an. „Das ist kein Blut.... das ist rote Farbe. Ich bin mit dem Kopf irgendwie blöd aufgekommen, das ist alles.“ meinte er dann. „Dann war das eine Farbbombe?“ kam von Semir die nächste Frage. „Ja oder eine Patrone. Vermutlich dieses dämliche Spiel... mit den Farbbomben... was so ein paar Idioten immer wieder gern spielen...“ meinte Tom und stand auf. Gocca oder so...“ Semir nickte. „Na dann wollen wir doch mal schauen, wer uns da bombardiert. Bleib du hier und versorge deine Beule...“ grinste Semir erleichtert. Doch Tom stand auf und beide gingen zur Tür. Doch die Enttäuschung war groß. Das Büro war leer. Nicht einmal ein Stück Papier gab es zu sichten. „Tja… Fehlanzeige.“

    Ufff........Schock am Morgen...........da denk ich mir "bei dem Titel kann ja den beiden icht viel passieren".......und dann das!!! ;(


    Ich hoffe jetzt mal für dich, dass Tom das überlebt......das hoffe ich wirklich.......er überlebt das doch???? ODER???? WAGE ES NICHT....!!! ;(;(;(

    Das du sowas noch von mir denkst, an einem Titel den Inhalt erkennen zu können tse... also wirklich. :D

    Tja überlebt er? oder überlebt er nicht? Das ist hier die Frage.... mal sehen, es könnte sein, dass ich heute Abend die Lösung einstelle. Aber erst gehe ich mich sonnen und genieße Pfingstmontag. und dann sehen wir weiter.... :D

    Drei Stunden später war der vorläufige Bericht der Spurensicherung auf dem Tisch. Semir nahm die Akte und blätterte sie durch. „Tom! Es wurde eine Patronenhülse in der Nähe der Unfallstelle gefunden. Kaliber 9 mm.“ Tom sah ihn an. „Dann wurde auf den Wagen geschossen?“ „Scheint ganz so... vielleicht Tierschützer?“ vermutete Semir. „Na dann haben die ihren Job aber nicht gut gemacht. Die Tiere sind schließlich fast alle tot.“ meinte Tom nur. Semir nickte. „Ja... aber wenn die wirklich so hart rangehen, dann kann uns ja noch einiges bevorstehen.“ gab Semir zu bedenken. „Warten wir mal ab ob die Hülse mit dem Unfall zu tun hat.“ beruhigte Tom ihn. „Okay... fahren wir mal nach Hartmut. Der hat den Wagen sicher schon in Arbeit.“ Sie fuhren zur KTU. „Ach... ich wollte euch gerade anrufen!“ begrüßte Hartmut sie beiden. „Was hast du denn?“ „Tja... also ich vermute das die Ursache für das Abkommen von der Fahrbahn ein kleines Bleiteil in Form einer Kugel gewesen ist. 9 mm.“ Semir sah Tom an. „Also doch....“ stöhnte er. Hartmut sah ihn erstaunt an. „Du weißt das schon?“ „Ja... Nein... also nicht wirklich.... ich meine erst jetzt bin ich mir sicher. Die Spurensicherung hat ne Patronenhülse gefunden, deshalb.“ Hartmut nickte. „Ja also ich stelle mir den Unfallhergang so vor. Der Fahrer des LKWs fuhr im Tempo von 80 oder 90 km/h. Ein anderer Wagen überholt ihn... und als er auf gleicher Höhe ist drückt er ab. Oder aber er überholt ihn vollständig und schießt dann aus der Position“ Hartmut ging vor Semir und tat so als ob er auf ihn schießen würde. „Das wiederum heißt aber auch, dass der Schütze nicht der Fahrer war. Denn er kann ja nicht fahren und gleichzeitig nach hinten schießen.“ erklärte er weiter. Semir sah Tom nur an und hörte zu. Als Hartmut seine Vorstellung beendet hatte sah er beide erwartungsvoll an. „und?“ fragte er. „Was?“ fragte Tom. „Ja was ihr davon haltet, will ich wissen?“ fragte Hartmut etwas enttäuscht. „Ach so.... na hört sich gut an. Sicher eine gute Grundlage für einen Krimi“ grinste Tom und zog Semir raus. „Danke für die Story“ rief dieser zu Hartmut und schon waren sie wieder unterwegs.

    „Was Hartmuts Schilderung angeht... könnte tatsächlich so abgelaufen sein.“ meinte Tom als sie wieder auf der Autobahn waren. Semir nickte. „Ja aber dann muss doch einer der Anderen Unfallbeteiligten auch das Auto des Schützen gesehen haben. Sprich es gibt sicher ein Kennzeichen. Das brauchen wir. Außerdem müssen wir die Spedition anrufen.“ Tom nickte. „ Sie sitzt in Neuss“ Semir sah ihn verwundert an. „Wie heißt die Firma denn?“ fragte Semir. „Meyersohn GBR. Ansässig in der „Auf dem Landhof 3“ in Neuss. Willst du direkt dort hinfahren?“ Semir nickte. „Ja sicher... sind ja eh gleich in der Höhe.“ Semir fuhr ab. Nur einige Minuten später waren sie auf dem Hof der Spedition angekommen. Der Betriebshof bestand lediglich aus einem recht herunter gekommenen Büro. Tom sah Semir erstaunt an. „Das soll ne Spedition sein?“ fragte er. „Tja.. .wenn du mir die richtige Adresse genannt hast, dann ja...“ meinte Semir nur. „Klingeln wir doch einfach mal.“ Sie stiegen aus und gingen zur Tür. Doch kaum waren sie an der Tür knallte es auf einmal. Erschrocken gingen beide in Deckung.

    Anna sah Andrea an, die an ihrem Schreibtisch saß. „Wo sind Semir und Tom?“ „Es gab eine Massenkarambolage auf der A3. Die beiden sind hin und haben sich darum gekümmert. Vermutlich wurde auf den LKW, der verunglückt ist, geschossen. Dadurch kam er von der Straße ab und einige der nachfolgenden Fahrzeuge wollten schauen was passiert ist. Dann hat es gekracht und es kamen immer mehr Fahrzeuge in die Unfallstelle. Wir haben an die 80 Unfallbeteiligte.“ Anna schüttelte den Kopf. „Das es immer so extrem sein muss. Wenn die beiden reinkommen, sofort zu mir.“ Andrea nickte und machte ihre Arbeit weiter. Anna ging in ihr Büro. Das Telefon klingelte und sie meldete sich. „Anna Engelhard.“ „Anna... hier ist Simon. Sag mal... ich habe da von einem Unfall gehört. Ein LKW mit Schweinen soll einen Unfall gehabt haben...“ „Ja... ich wurde eben informiert. Aber genaueres kann ich dir nicht sagen. Da müsstest du schon noch etwas warten, weil die beiden Kollegen die den Fall übernommen haben in der Sache unterwegs sind.“ „Semir und Tom?“ fragte Simon. Anna lächelte. Simon kannte die Beiden und auch ihre Arbeitsweise. „Ja stimmt.“ sagte sie. „Sag denen doch bitte, sie möchten mich anrufen. Ich kann vielleicht helfen.“ „Werde ich machen Simon.“ Anna legte wieder auf.

    Semir sah vorsichtig hinter dem Wagen hervor. „Entweder mag uns jemand nicht, oder aber da hat man was gegen die Geschäftsleitung.“ sagte er leise und sah zu Tom. Dieser lag am Boden. „Tom?“ fragte er. Keine Reaktion. „Verdammt noch mal....“ fluchte Semir. „Tom! Mach bloß keinen Mist und red mit mir!“ Keine Reaktion. Semir kroch zu Tom hin und drehte ihn um. Erschrocken sah er den roten Fleck der sich auf Toms weißes Hemd in Höhe des Herzens breit machte. „TOM!“ schrie er entsetzt und suchte nach dem Puls.

    „Gerkhan, Kripo Autobahn.“ stellte er sich vor. „Dr. Peter Vogel, Ich bin vom hiesigen Veterinärsamt. Tja... die armen Viecher... allerdings sind einige bereits vor dem Unfall tot gewesen. Vermutlich mangelnde Versorgung. Außerdem waren viel zu viele Tiere dort eingepfercht und haben sich gegenseitig gebissen und getreten. Wie Viele beim Unfall starben kann ich leider nicht sagen.“ Semir nickte und bedankte sich. Er ging zu Hotte zurück. „Hotte! Sorg bitte dafür, dass der Wagen in die KTU kommt. Hartmut soll mal nachsehen, ob der Wagen einen Defekt hatte. Habt ihr eigentlich die Tachoscheibe kontrolliert?“ Hotte nickte. „Ja sicher... Alles im Rahmen. Er ist gerade sieben Stunden unterwegs gewesen. Hatte dazwischen eine Pause von dreißig Minuten. Also scheidet Übermüdung aus.“ Tom, der sich am LKW umgesehen hatte kam zu Semir. „Tja... so kann ich nicht viel sehen. Einer von den Reifen ist geplatzt. Entweder durch das Überschlagen oder aber durch Mängel oder durch was weiß ich ...“ Semir nickte. „Gut... hier können wir nichts tun. Wo ist denn Wegener?“ fragte Tom. „Hier!“ hörte er hinter sich. „Ah... kannst du was sagen?“ „Tom... ich kann dir sagen, dass der Fahrer beim Unfall starb. Er heißt Mario Stemmer und wohnt in Köln in der Aachener Str. 1020. Er war 34 Jahre alt. Mehr nicht. Alles weitere nach der Obduktion.“ Schon war er verschwunden.

    „Und was nun?“ fragte Tom. Semir sah ihn an. „Fahren wir zur PAST. Hier können wir nichts machen.“ sagte er und sah noch einmal zu dem LKW. Dort waren einige Leute damit beschäftigt, die toten Tiere aus dem Wagen zu holen. „Also.... auch wenn sie zum Schlachthof gefahren werden sollten, kann man sich doch wenigstens um die Tiere kümmern.“ sagte er. Tom nickte nur. „Na komm lass uns fahren. Übrigens der Wagen kommt von einer Neusser Spedition. Vielleicht ist es dort Gang und Gäbe, die Tiere so zu transportieren.“ „Ja und? Es gelten andere Gesetze. Das spricht ihn nicht frei.“ „Das nicht. Warten wir was Wegener und Hartmut herausfinden.“ „Okay... komm mir ist zu warm.“ stöhnte Semir. Sie fuhren zurück. In der PAST lief die Klimaanlage auf volle Touren. Das Thermometer zeigte dennoch 28 Grad an. Andrea hatte ihren kleinen Tischventilator laufen und hielt ihr Gesicht in den künstlichen Wind. „Jungs... tut mir einen Gefallen. Verhaftet den der für diese Hitze verantwortlich ist,“ stöhnte sie und sah die Beiden spitzbübisch an. Semir nickte. „Machst du uns einen schönen frischen Kaffee?“ fragte er. „Ja... sicher.“ gab Andrea zurück und stand auf. Nur wenige Minuten später war der Kaffee fertig.

    Die Folge Frankie ist ja eine noch recht frische und kann noch nicht auf DVD sein. Und was die Staffel 8 angeht. vielleicht heißt die DVD deshalb Vol 8 weil sie mehr als nur die Staffel acht beinhaltet. Bisher weiß Amazon selbst ja noch nichts weiter als dass die DVD erscheint. Also einfach mal abwarten....und Tee trinken.

    Tom fuhr am Abend durch Köln. Er und Semir waren bereits seit mehreren Stunden unterwegs gewesen und nun lag Semir mehr oder weniger schlafend auf dem Beifahrersitz. „Hey… wir sind gleich bei dir. Da kannst du dich dann ins Bett legen.“ Er stieß Semir an. Dieser schreckte auf. „Was?“ „Du schläfst schon wieder.“ Semir rieb sich die Augen. „Na ist das denn ein Wunder…. Das waren jetzt 43 Stunden am Stück… völlig ohne Schlaf.“ stöhnte er. Tom grinste. „Ja ich weiß. Ich war auch dabei. Zumindest in Gedanken. Aber der Fall ist erledigt. Es war aufreibend genug und nun möchte ich diese drei Wochen aus meinem Kopf streichen..“ erklärte Tom. Semir grinste und schloss wieder die Augen. „Ja… verstehe ich. Verstehe ich sehr gut.“ gab er zu. Er wusste woran Tom dachte. Auch für ihn waren es die schlimme und vor allem lange Tage und er fing an sich daran zu erinnern. Angefangen hatte dieser Fall mit einem aufreibenden Unfall der durch Tierschützer verursacht wurde.

    Mario Stemmer war mit seinem LKW unterwegs auf der A3. Er musste den Schlachthof möglichst schnell erreichen. Seine noch lebende Ware sollte um drei da sein. Mario schwitzte. Die Hitze dieses Sommers war unerträglich. Er war seit gut sieben Stunden ohne Pause am Steuer und sehr müde. Hoffentlich wird er nicht kommt er in keine Kontrolle. Ständig sah er in den Spiegel um zu sehen, ob irgendwo Polizei zu sehen war. Er konnte keine Streife entdecken. Doch dafür einen Wagen, der ihm schon am Rastplatz aufgefallen war. Er fuhr ziemlich dicht auf. Mario sah dass Fotos von seinem Wagen gemacht wurden. Er lachte leise und dachte nur „scheiß Tierschützer“. Der Wagen fuhr an ihm vorbei. Mario dachte er hatte es hinter sich doch dann schnitt ihn der Wagen und er musste stark bremsen. Was dann geschah lief wie ein Film ab. Mario sah wie eine Waffe aus dem Fenster gehalten wurde, es knallte und der schwere Wagen geriet ins Schlingern. Mario verlor die Kontrolle über den LKW und durchbrach die Leitplanke. Er riss die Arme vors Gesicht. Der Wagen raste die Böschung herunter, überschlug sich und blieb anschließend liegen. Der Wagen mit dem Schützen fuhr ungehindert weiter. Der nachfolgende Verkehr geriet durch die Neugierigen die den Vorfall gesehen haben, außer Kontrolle. Der erste Wagen bremste stark ab um zu erkennen, was passiert war. Der darauf folgende raste mit hohem Tempo auf den ersten... Es krachte in Sekundenabständen. Immer mehr Fahrzeuge fuhren in die Unfallstelle....

    „Semir! Tom! Meldet euch bitte!“ hörte man Andreas Stimme im Funk. „Andrea... was gibt es?“ „Tom... es gibt eine Massenkarambolage auf der A3 Kreuz Leverkusen-West. Ein Tiertransporter ist die Böschung runter und einige der nachfolgenden Fahrzeuge sind aufeinander gefahren!“ Tom warf Semir einen genervten Blick zu. „Cobra 11 hat verstanden und übernimmt.“ Er hängte das Mikro wieder ein. „Mann... Mann.... wieso können die nicht einfach ihre Lenkzeiten einhalten und ran fahren wenn sie müde sind. Nee... die müssen durchfahren... und dann passiert es.“ Semir grinste. „Du meinst aber nur den LKW-Fahrer oder was?“ „Na klar... Gut die anderen die da rein gefahren sind, haben auch selbst schuld.... Ach du Schande....!“ stieß er aus, als sie an der Unfallstelle ankamen. „Das bedeutet Arbeit für die Kollegen in Uniform.“ Semir nickte. Sie fuhren an den Pulk von verbeulten Wagen vorbei und stellten sich quer. Sie steigen aus und gingen zu Hotte, der alle Hände voll zu tun hatte um die Unfallbeteiligten zu beruhigen. „Ach... gut das ihr kommt. Der Fahrer von LKW hat es leider nicht überlebt. Das gilt auch für den größten Teil der Schlachttiere, die auf dem Hänger waren. Schweine... Der Tierarzt ist bereits unten.“ Semir sah zum Wagen hin und nickte dann. „Was zum Hergang erfahren?“ Hotte nickte. „Ja... die Fahrzeuge die hier so wild herumstehen sind ineinander gerast, weil einer gucken wollte. Tja.. das übliche. Der Fahrer des ersten Wagens ist so schwer verletzt, dass er mit dem Heli ins Krankenhaus gebracht werden musste. Warum der LKW ausbrach konnte mir bisher keiner erzählen.“ Wieder nickte Semir und sah wie der Tierarzt auf die Straße kam. Er ging hin.

    Gut... dann kommt mal eine wieder mit Tom.... Übrigens die Folgestory mit Ben Jäger ist bereits in ARbeit. Also es wird nicht lange dauern, dann erfahrt ihr, wie sich Ben und Semir zusammenraufen.... Gut dann schau ich mal was ich machen kann... und poste eine Story

    So und hier der Rest der Story....

    Drei Wochen später:

    Semir kam aus dem Urlaub. Am ersten Arbeitstag ging er mit gemischten Gefühlen in das Büro was er sich mit Chris geteilt hatte. Am Schreibtisch wo eigentlich Chris saß, saß nun ein junger Mann. Semir sah ihn an. „Semir Gerkhan“ stellte er sich vor. Der junge Mann stand auf. „Ben Jäger. Ich bin Ihr neuer Partner.“ sagte er. Semir musterte ihn von oben bis unten. Der Mann trug Jeans wie er, keine Krawatte, Sportschuhe und ein lässiges Sakko. „Wer hat denn gesagt, dass Sie mein Partner sein werden?“ wollte Semir wissen, denn er hielt diesen Mann für unreif. Er hatte sehr viel Ähnlichkeit mit Jan Richter, nicht äußerlich. Da machte er einen recht lässigen Eindruck, etwas längere Haare, einen angedeuteten Bart, der recht sympathisch aussah. „Nun ja.. Frau Engelhard hat mich vor zwei Wochen angerufen und gesagt, dass ich heute herkommen soll und dass Sie und ich… also das wir Partner sind.“ Semir sagte nichts und verließ das Büro. Er ging zu Anna.

    Anna Engelhard sah Semir auf ihr Büro zukommen. Sie sah ihn an, als er herein stürmte. „Semir! Schön dass Sie wieder da sind. Sie scheinen sich erholt zu haben.“ sagte sie freundlich. Semir nickte. „Ja Chefin, danke. Mir geht es besser. Aber was bitte soll das mit dem neuen Partner?“ fragte er. Anna lächelte. „Nun ich denke Sie werden mit Ben Jäger sehr gut zu Recht kommen. Er ist wie Sie damals. Jung… und lernwillig.“ sagte sie. „Chefin… der Junge ist doch genauso grün wie Jan damals….“ Anna nickte. „Richtig. Und wenn ich mich richtig entsinne, kamen Sie und Jan doch sehr gut aus.“ Semir nickte. „Okay… ich werde es versuchen. Aber sobald ich feststelle, dass er nicht tauglich ist, dann …“ sagte er. Anna nickte. „Eine Testphase ist erlaubt. Aber geben Sie ihm genügend Zeit. Vier Wochen. Einverstanden?“ fragte Anna. Semir nickte. „Okay… vier Wochen. Dann werde ich mein Urteil fällen.“ sagte er. Anna war einverstanden. „Aber Semir… ich möchte ein gerechtes Urteil haben. Vergleichen Sie ihn nicht mit Jan, nicht mit Tom oder Chris. Er ist Ben Jäger. Und jeder Mensch ist anders.“ Semir verließ das Büro und ging zu Ben.

    Dieser sah auf. „Hören Sie, Herr Gerkhan. Ich will mich nirgendwo reindrängen, wo man mich nicht will. Ihre Ablehnung meiner Person merke ich schon sehr. Also wenn Sie wollen, gehe ich wieder.“ sagte Ben. Semir schüttelte den Kopf. „Nein… schon gut. Ich denke wir sollten es versuchen. Aber das eins klar ist. Ich habe grundsätzlich die Einsatzleitung. Sie werden nichts unternehmen ohne es mit mir abgesprochen zu haben.“ sagte er. Ben nickte. „Geht klar, Chef.“ Semir lachte. „Semir reicht.“ meinte er darauf. „Okay… Ben.“ gab sein neuer Partner zur Antwort. „Na dann kommen Sie, Partner.“ Ben sah ihn an. „Wohin?“ fragte er. „Ich zeige Ihnen unser Revier.“ sagte Semir. Ben erhob sich. „Meinen Sie nicht, wir sollten uns duzen? Ich meine Partner kommen Sie… klingt irgendwie komisch, finden Sie nicht?“ fragte er. Semir grinste. „Ja stimmt. Okay. Ben komm!“ sagte er lachend und schon waren beide verschwunden. Susanne und Anna sahen den Beiden nach. „Na geht doch.“ sagte Anna zufrieden.

    Ende

    „Hey... kannst du nicht schlafen?“ schreckte ihn die Stimme seiner Frau aus den Gedanken. „Was?... Nein... ich bin wach geworden. Ich wollte nur...“ sagte er. Andrea setzte sich zu ihn. „Du denkst an Chris, nicht wahr?“ fragte sie. „Ja... weißt du... ich verstehe einfach nicht. Ich meine er und ich... wir waren nie einer Meinung. Wir haben uns gestritten, wir haben auch mal gegen einander gearbeitet. Es war... ich verstehe nicht, warum er mir das Leben retten wollte.“ Andrea sah ihn an. „Semir! Frag dich nicht warum. Sei froh dass er es getan hat und akzeptiere es doch einfach. Vielleicht wollte Chris damit zeigen, dass er trotz aller Differenzen zwischen euch zu dir stand. Er war dein Partner. Komm wir gehen schlafen.“ Sie erhob sich. Semir folgte ihr und schlief schnell ein.

    Am nächsten Tag schien die Sonne. Alle drei gingen am Strand spazieren. Semir war immer noch sehr schweigsam. Andrea sagte nichts. Sie sahen Aida beim spielen zu und setzten sich auf die Decke in den Sand. Es war warm und ein leichter Wind ging über den Strand. Andrea sah immer wieder auf Semir und sie merkte dass er mit sich haderte. Wenn es so weiter geht, dann wird er sich selbst kaputt machen, dachte sie nur. Irgendwie musste sie ihm helfen.

    Die Tage vergingen und langsam fand auch Semir zurück ins Leben. Er erholte sich. Lachte und spielte mit seiner Tochter. Andrea sah zufrieden zu. Er war fast wieder der Alte. Endlich.... nach zwei Wochen war es endlich Zeit. Er hatte seine Freude wieder. Andrea schlang seine Arme um ihn. „Wie geht es dir?“ fragte sie. Er sah sie an. „Mir geht es gut.“ sagte er. „Wirklich?“ fragte sie erneut. Er nickte. „Ja... ich fühle mich fast wie neu geboren.“ gab er zu. Andrea lachte. Semir hatte fast den ganzen Tag in der Sonne gelegen und seine türkische Herkunft ließ sich nicht leugnen. Er war braun gebrannt und sah völlig entspannt aus. „Meinst du dass wir nächste Woche wieder zurück fahren können?“ fragte er. Andrea nickte. „Ja... du musst doch wieder anfangen die Welt zu retten.“ lachte sie. Semirs Grinsen, was er eben noch auf dem Gesicht hatte verschwand. „Ich weiß nicht ob ich das noch will.“ sagte er leise. Andrea sah ihn an. „Oh doch... du willst es. Es ist deine Berufung, wenn du so willst. Du bist Bulle durch und durch. Also komm mir nicht mit solchen Sprüchen, klar?“ Sie küsste ihn. Er zog sie an sich und hielt sie einfach nur fest. „Ich verspreche es dir. Du kennst mich einfach zu gut. Ich liebe dich.“

    Anna sah Andrea an, als sie aus dem Büro kam. „Andrea, hätten Sie kurz Zeit?“ fragte sie und Andrea nickte. Sie gingen in Annas Büro. „Semir macht mir Sorgen.“ sagte Anna. Andrea sah sie an. „Ich weiß. Aber ich habe eben geschafft, dass er endlich redet. Er hat geschrieen, gebrüllt und… nun ja… er hat geweint.“ sagte Andrea. Anna nickte. „Das ist zwar ein Anfang aber beseitigt nicht das Problem. Er will keinen neuen Partner. Er will allein arbeiten, um niemanden zu gefährden. Andrea, Sie wissen selbst, dass ich es nicht erlauben kann. Ich habe Semir sechs Leute vorgeschlagen. Alles gute Männer, aber er will niemanden haben. Er ist für niemanden zugänglich.“ erzählte Anna. Andrea hörte schweigend zu. „Frau Engelhard… lassen Sie mich mit Semir für eine Woche wegfahren. Danach wird er sicher auch einen neuen Partner haben wollen. Wissen Sie… ich glaube nach seinem Ausraster gerade, ich nehme doch an, dass Sie es gehört haben…“ Anna nickte. „ … nun ja als er dann weinte hat er darum gebeten mit mir und Aida in Urlaub zu fahren. Es wird das Beste sein, wenn er abschalten kann.“ Anna stimmte dem zu. „Er hat genügend Urlaub stehen. Machen Sie drei Wochen daraus. Er braucht es.“ sagte sie zu Andrea und drückte ihr die Hand. „Es ist eine schwere Aufgabe für Sie, Andrea. Ich hoffe Sie schaffen es.“ Andrea nickte. „Ich gebe mein Bestes, wie immer.“ sagte Andrea und ging.

    Semir packte etwas lieblos seinen Koffer. „Hast du alles?“ fragte Andrea ihn. „Ja ich denke schon. Andrea... ich war glaub ich in letzter Zeit kein guter Ehemann und Vater. Ich würde verstehen, wenn du und Aida... also ich meine... wenn du...“ er sah sie an. Sie kam zu ihm und küsste ihn. „Hey... ich verstehe dich doch. Und du wirst sehen, der Urlaub wird dir gut tun. Wir fahren wieder auf die Hallig. Du kannst dort abschalten und den Kopf frei bekommen. Aida und ich... wir werden dir helfen. Ich liebe dich du verdammter Sturkopf.“ Semir lächelte sie an. „Du bist die beste Frau, die ich mir wünschen kann.“ sagte er zärtlich. Gegen Mittag fuhren sie los. Das Wetter spielte nicht ganz mit, denn es fing an zu regnen. „Tja... der Strandspaziergang fällt wohl ins Wasser,“ meinte Semir lakonisch. „Egal... dann machen wir es uns eben im Häuschen bequem.

    In der ersten Nacht schlief Semir sehr unruhig. Er wurde in der Nacht wach und lief umher. Andrea bemerkte es. Semir setzte sich ins Wohnzimmer und starrte einfach nur in den leeren Raum. Wieder kamen die Gedanken an den Tod von Chris an. Doch er dachte auch an André, seinem ersten Partner, den er auf tragischer Weise verlor. Bis heute war die Leiche nicht gefunden worden. Mittlerweile waren es zehn Jahre. Dann Tom... er wurde eiskalt erschossen, weil er einem asiatischen Mädchen vor Zuhältern retten wollte. Und nun Chris. Der ebenfalls erschossen wurde, weil er Babys aus der Hand von Babyhändlern befreien wollte und sich der falschen Frau anvertraute. Semir fragte sich, warum er noch lebte?

    Andrea kam am Nachmittag in die PAST. Sie hatte Aida bei sich und die wurde sofort von allen Kollegen in Beschlag genommen. Andrea sah Semir in seinem Büro sitzen und nachdenklich aus dem Fenster schauen. Sie ging zu Susanne. „Geht es ihm immer noch so schlecht?“ fragte Susanne. Andrea nickte. „Ja… er gibt sich die Schuld. Bisher konnte sogar ich ihn nicht überzeugen, dass es Chris Entscheidung war sich in die Schusslinie zu werfen. Ich bin Chris dankbar dafür, aber Semir sieht es anders. Er vergräbt sich. Es ist fast schlimmer als bei Tom. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er… ach ich weiß auch nicht.“ sagte Andrea und sah verzweifelt zu ihrem Mann. „Vielleicht solltet ihr in Urlaub fahren“ schlug Dieter vor, der nun dazu kam. Andrea lächelte. „Dieter… das wollte ich ja. Semir will nicht. Du kennst ihn doch wie stur er sein kann. Er versucht in der Arbeit alles zu verdrängen. Gibt es denn schon eine Auswahl? Wer wird der neue Partner?“ fragte Andrea. Susanne schüttelte den Kopf. „Er hat bisher alle Kandidaten abgelehnt.“ sagte sie.

    Es klopfte. Semir sah auf und sah seine Frau an der Tür stehen. „Hallo Schatz…“ sagte er nur. Seine Tochter sah ihn und rief freudig „PAPA!“. Semir stand auf und nahm sie in den Arm. „Hey… Prinzessin.“ Er küsste sie und dann Andrea. „Semir… bist du in Ordnung?“ fragte Andrea besorgt. Semir nickte. „Ja sicher… ich bin okay.“ Andrea sah Susanne an und nickte ihr zu. Sie nahm Aida aus Semirs Arm und gab sie an Susanne weiter. Dann verließen Susanne und Aida das Büro. Andrea schloss die Jalousien und die Tür. Semir sah sie an. „was soll das denn?“ „Semir… ich will mit dir reden. Du bist seit das alles passiert ist, so anders. Ich erkenne dich nicht wieder. Du lässt dich auf keinen neuen Partner ein. Du kanzelst dich völlig ab. Für kein Gespräch bist du zugänglich….Du bist…“ sagte Andrea ernst. Semir sah sie an. „Ja soll ich vielleicht Freudentänze aufführen? Soll ich lachen, mir keine Gedanken machen und weiter wie bisher oder wie siehst du das? Verdammt ich hab meinen Partner zum dritten Mal verloren! Das stecke ich auch nicht so einfach weg! Ich bin ein Mensch wie jeder andere auch, der Gefühle hat, der trauern darf, wenn es sein muss…!!“ schrie Semir los und machte sich Luft. Andrea hörte einfach zu. Endlich, dachte sie. Endlich löste sich die Anspannung. Semir schrie und fluchte was das Zeug hielt. Andrea hörte einfach nur zu. Als er endlich wieder still war sah sie ihn an. „Nein… du sollst es nicht einfach wegstecken. Aber du darfst es nicht in dich hineinfressen. Seit dem Tod von Chris hast du kaum ein Wort darüber verloren. Jetzt hast du…“ Andrea stockte. Semir sah sie an. Tränen standen in seinen Augen. Er nahm sie in den Arm. „Entschuldige. Du hast Recht. Vielleicht sollten wir doch für ein paar Tage wegfahren. Einfach nur du, Aida und ich.“ sagte er. Andrea hielt ihn fest. „Ja wir sollten es wenigstens versuchen. Am besten ohne Auto, ohne Stress, alles vergessen.“

    Anna sah auf die Uhr. Es war fast Mittag und Semir war von der ersten Tour noch immer nicht zurück. Sie war nervös. Semir war ziemlich labil und sie hatte Angst dass er leichtsinnig wird, nachdem er den dritten Partner verloren hatte. Doch dann sah sie ihn auf den Parkplatz fahren und schloss erleichtert die Augen. „Susanne, er soll sofort zu mir kommen“ sagte sie zur Sekretärin und verschwand in ihrem Büro. Sie sah auf ihrem Schreibtisch sechs Akten von diversen Polizisten denen ihnen von anderen Revieren vorgeschlagen wurde die Stelle als neuer Partner von Semir anzutreten. Anna hatte sich die Akten angesehen. Doch die letzte Entscheidung musste Semir treffen. Es klopfte. „Ja bitte!“ sagte Anna und sah in Richtung Tür.

    „Guten Morgen Chefin!“ sagte Semir und trat ein. „Semir! Wie geht es Ihnen?“ fragte Anna. Semir sah sie an. „Wollen Sie das wirklich wissen?“ fragte er. Anna nickte. „Nun ja… ich denke es geht.“ Antwortete er. „Nur es geht?“ fragte Anna. Semir setzte sich. „Was wollen Sie hören? Das ich mich super fühle? Das ich mich freue über die Tage die hinter mir liegen? Was?“ Semir war wütend. In der letzten Zeit behandelten ihn alle wie ein rohes Ei. Niemand traute ihm zu, mit der Sache allein fertig zu werden. Aber er konnte es. Auch ohne psychologische Hilfe. „Semir… ich weiß dass Sie nichts davon wissen wollen. Aber Sie wissen auch, dass Sie nach den Vorschriften nicht allein Dienst machen dürfen. Also ich habe hier sechs Akten. Sehen Sie sich die Männer an und entscheiden Sie, wer Ihr neuer Partner wird.“ Sie reichte ihm die Akten rüber. Semir nahm sie. „Chefin… ich sagte doch, dass ich keinen neuen Partner will. Die sterben doch wie die Fliegen. Erst André, dann Tom… und nun Chris… ich will nicht für den Tod eines vierten Partners schuld sein.“ sagte Semir leise. „Sie sind weder am Tod von André noch von Tom schuld oder an dem von Chris. Wenn Chris sich nicht in die Schusslinie geworfen hätte, dann wäre er jetzt hier und nicht Sie. Und dann wären Andrea und Aida allein. Hören Sie endlich auf mit den Selbstvorwürfen!“ sagte Anna lauter als sie eigentlich wollte. Semir sah sie an. „Chefin…!“ sagte er. „Nein! Es reicht. Sie sind nicht am Tod Ihrer Partner schuld. Semir… ich will nur Ihr Bestes. Sie wissen doch selbst dass es zu gefährlich ist, wenn Sie allein ermitteln. Bitte… sehen Sie sich die Männer wenigstens an.“ bat Anna. Semir nickte, nahm die Akten und ging in sein Büro.

    Er sah den leeren Platz wo einst Tom saß und wo Chris noch vor wenigen Wochen gesessen hatte. Nun sollte dort wieder ein Anderer sitzen. Ein Neuer. Semir atmete tief ein. Wieder musste er sich entscheiden. Er schlug die erste Akte auf. Hans Wehner, vierzig, bisher bei der Abteilung „kriminelle Organisationen“ Kriminalhauptkommissar, verheiratet, vier Kinder. Semir legte die Akte beiseite. Keinen Familienvater, sagte er sich. Die nächste Akte. „Simon Filmer, Kriminalkommissar, ledig, 28 Jahre. Diebstahldezernat. Semir schüttelte den Kopf. Nicht so einer wie Jan Richter. Einen grünen Jungen war das Letzte was er brauchte. Auch diese Akte warf er beiseite. So ging es mit den nächsten ebenfalls. Er griff die Akten und ging zu Anna, die ihn ansah. „Haben Sie sich entschieden?“ fragte sie. Semir nickte. „Und? Wer soll es sein?“ fragte sie. „Keiner von diesen Herren.“ sagte Semir nur, legte die Akten auf den Tisch und ging. Anna sah ihm nach und schüttelte den Kopf.