„Semir? Alles in Ordnung? Sie sehen so blass aus.“ stellte Anna fest. „Das ist nicht so wild. Ich bin fit.“ gab Semir an. „Was ist passiert?“ wollte Anna wissen. „Doris, das Mädchen die von dem Transporterüberfall gehört hat, ist entführt worden. Sie nannte den Mann Gregor. Dieser Typ hat mich und sie bei der Hütte bedroht, mich niedergeschlagen und gefesselt zurück gelassen. Er hat Doris mitgenommen. Ich befürchte, dass dieser Oskar sie hat und damit ist sie in Lebensgefahr. Wir müssen umgehend aktiv werden.“ erzählte Semir. Anna nickte. „Das werden Herzberger und Bonrath übernehmen. Sie und Tom werden sich auf den Transport konzentrieren. Was hat Spengler gesagt?“ wandte sie sich an Tom. Tom sah sie an. „Er hält es für unmöglich, dass einer der Angestellten es wagen würde den Transport zu überfallen. Er meint seine Leute sind alle von dem Verdacht her freizusprechen. Ich wollte sie gerade überprüfen, als Dieter mich anrief und den Vorfall mit Semir berichtete.“ gab Tom zum Besten. Anna nickte.
„Gut... dann machen Sie da weiter. Was ist mit den Waffen?“ fragte sie. „Da sind Bonrath und Herzberger dran. Sie werden alle Waffen aus der Hütte schaffen.“ Gab Semir zurück, „Gut... ach Semir... nehmen Sie zwei Aspirin.“ Semir nickte nur. Er ging mit Tom ins Büro. „So... wer sind denn die Angestellten, die angeblich über jeden Zweifel erhaben sind?“ wollte er anschließend wissen. „Nun, abgesehen von den normalen Angestellten, von denen alle ausgeschlossen sind, bleiben drei Leute übrig. Das sind ziemlich hohe Tiere wie Spengler selbst. Nach seinen Angaben würde er es niemanden zutrauen, weil sie so sagt er ohnehin fürstlich bezahlt werden.“ meinte Tom nur. „Wenn wir danach gehen würden, könnten wir uns auch nur auf unserem Gehalt ausruhen. Okay.... wer sind die Drei?“ wollte Semir nun wissen. „Nun... da wäre Erwin Stahl, 43 Jahre alt, keine Vorstrafen. Er hat mit Spengler den Transport vorbereitet und auch die Transportfirma vorgeschlagen. Dann ist da Thomas Berger, 47 Jahre, verheiratet, drei Kinder. Keine Vorstrafen. Er ist die rechte Hand von Spengler und zum Schluss Sabine Kramer, seine Sekretärin.“ zählte Tom auf. Semir sah ihn an. „Rechte Hand und Sekretärin? Whow... das möchte ich auch mal haben.“ grinste er. Tom grinste. „Na ich bin doch deine rechte Hand. Und deine Sekretärin... nimm Andrea, die liebt es wenn du sie nervst.“ „Ha, ha.... Witzbold. So diese drei wissen außer Spengler von dem Transport. Dann wäre da noch die Transportfirma. Da weiß der Disponent sicher was davon und dessen Chef.“ Tom nickte. „Ja ich habe die Leute alle überprüft. Nichts. Keiner von denen ist vorbestraft.“ Semir stand auf. „Okay... wenn die Leute die davon beruflich wissen, nichts damit zu tun hätten, dann könnten es nur Personen sein, die im privaten Umfeld von Spengler sind. Was ist mit seiner Frau? Seine Kinder? Chauffeur?“ Tom lachte auf. „Er hat keine Frau, keine Kinder, keinen Chauffeur.“ „Gut... dann andere Verwandte, mit denen er vielleicht berufliches plaudert? Eine Freundin? Eine Geliebte?“ redete Semir weiter. „Er sagte mir, dass er mit niemanden außerhalb der Firma über diese Dinge spricht.“ gab Tom zurück. „Ja vielleicht nicht freiwillig.“ warf Semir ein. „Gut, aber er hat auch keine Geliebte und keine Freundin.“ „Ne... was für eine arme Socke. Gut... dann überlegen wir weiter. Dieser Oskar betreibt diverse Bars. Sicher hat er auch ein paar Mädchen. Was wenn dieser Oskar herausgefunden hat, das Spengler ein hohes Tier bei der Bank ist und hat ein Mädchen auf ihn angesetzt. Etwas mehr zu trinken oder eine Droge und dann hat er geplaudert und...dieses Mädchen hat dann Oskar alles gesagt?“ „Eine Möglichkeit. Aber dann müssen wir Spengler noch mal verhören. Ich meine falls es wirklich zu einem Überfall kommen sollte, wovon ich immer mehr Abstand nehme, dann kann es nur jemand sein, der mit Spengler in Kontakt war.“ Semir stimmte zu. „Gut dann werden wir uns Spengler noch einmal kommen lassen.“ Tom griff zum Telefon und orderte Spengler ins Büro
Doris saß in ihrem Zimmer. Sie hatte Pause und musste die ganze Zeit in diesem Zimmer sein. Sie wusste dass Gregor jemanden beauftragt hatte Wache vor der Tür zu schieben um zu verhindern, dass sie das Zimmer verließ. Sie sah aus dem Fenster. Ein Gitter war davor angebracht also schied der Ausstieg durch das Fenster aus. Doris hatte nicht einmal ein Handy. Sie sah auf das Telefon, welches am Bett stand. Sollte sie es wagen diesen Semir anzurufen? Sollte sie ihm sagen, dass sie hier ist? Aber was, wenn er immer noch in der Hütte war? Wer konnte ihr sonst helfen? Dieser Kollege… wie war denn noch mal der Name? Kiebitz? Star?.... Sie wusste es war ein Vogel, aber sie kam nicht auf den Namen. Tom, ja er hieß Tom. Genau er muss helfen. Sie hob den Hörer ab und horchte. „Ja… was willst du?“ hörte sie. Sie legte wieder auf. Also war dieses Telefon nur innerhalb des Hauses zu nutzen. Verdammt. Wie sollte sie nur hier rauskommen? Sie ging im Zimmer auf und ab. Sie wußte ja, dass der Transporter in einer Woche überfallen werden sollte. Irgendwie musste sie hier raus. Egal was passiert. Sie musste es wenigstens versuchen. Doris starrte auf die Tür. Sie ging hin und öffnete sie. Erstaunt stellte sie fest, dass dort keiner stand. Sie schlich leise zur Hintertreppe des Bordells und lief eilig die Stufen runter. Niemand sah sie. Niemand bemerkte ihre Flucht. Sie kam auf der Hofseite des Bordells heraus. Hier musste sie nur über die Mauer klettern und dann war sie im Garten des Nachbars und konnte von dort ohne weiteres die Straße erreichen.