Simone saß am Bahnhof. Sie hatte geweint. Sie dachte an die Zeit zurück, als ihr Vater sie in den Arm nahm, mit ihr spielte. Was war sie glücklich. Warum ist alles vorbei? Warum ist er so gemein geworden? Sie schloss die Augen. „Hallo! Kann ich dir irgendwie helfen?“ fragte mit einem Mal ein Mann. Sie sah ihn an. „Was ist?“ fragte sie wirsch. „Na... du siehst sehr einsam aus. Hast du Lust auf ein Abenteuer?“ fragte der Mann. Simone musterte ihn genau. „Hey... du Penner... verpiss dich! Ich ruf die Bullen, wenn du mich nicht in Frieden lässt!“ sagte sie wirsch zu ihm. „Na reg dich nicht so auf, Püppchen! Kann ja nicht wissen das du ne Landpomeranze bist“ Der Mann torkelte von dannen. Simone sah ihn hinterher. „Arsch...“ fluchte sie leise. Die überlegte ob sie nicht doch einfach wieder nach Hause fahren sollte. Doch dann kam der Trotz wieder auf. Sie wollte ihrem Vater mal zeigen, dass sie erwachsen war. Sie war alt genug, um allein zu Recht zu kommen.
Torben war ebenfalls am Bahnhof und sah was dieser Penner dort abzog. Er grinste in sich hinein. Genau so eine hatte er gesucht. Eine die glaubte erwachsen zu sein und in Wahrheit noch ein Kind war. Er hielt den Penner an und sprach kurz mit ihm. Dann drückte er dem Mann einen Hunderter in die Hand und damit ging der Mann erneut zu dem Mädchen. Diesmal packte er sie an und sie versuchte sich zu wehren. Torben kam dazu und schlug den Mann KO. Der Penner ging zu Boden. Das Mädchen weinte und sah Torben an. „Hey… alles okay, Kleines?“ fragte er anscheinend besorgt. Das Mädchen nickte. „Wo willst du denn hin?“ fragte er weiter. „Nur weg.“ sagte das Mädchen. „Tja… allerdings gibt es hier noch einige von diesen Typen. Und das ist sicher nicht das richtige Umfeld für dich. Soll ich dich nach Hause bringen?“ Torben sah sie lächelnd an. Simone schüttelte den Kopf. „Nein! Ich will nicht nach Hause.“ sagte sie forsch. Der Mann, der sie eben vor den Angriffen des Penners bewahrt hatte nickte. „Abgehauen, was?“ stellte er fest. Simone nickte. „Ja… mein Vater… ich hab ziemlichen Stress mit ihm.“ erklärte sie. „Oh… das ist nicht gut. Aber du kannst nicht hier bleiben. Ich hätte da einen Platz für dich. Dort bist du sicher und niemand tut dir etwas.“ Torben reichte ihr die Hand. „Na komm… ich beschütze dich. Niemand wird dich ohne meine Erlaubnis anfassen.“ sagte er sanft. Simone fand ihn sehr nett und entschloss sich mit ihm zu gehen.
Die Nacht verging. Siggi hatte die Suche abgebrochen und war nach Hause gefahren. Seine Frau wartete bereits auf ihn. „Ich hab sie nicht gefunden. Sie ist wie vom Erdboden verschluckt.“ sagte er erschöpft. Ingrid nickte. „Wir waren vielleicht doch zu streng. Wenn wir ihr den Urlaub erlaubt hätten, dann…“ versuchte sie. Siggi schüttelte den Kopf. „Nein… sie war… sie ist zu jung um allein Urlaub zu machen. Ich hab mit Semir gesprochen. Er und Tom werden die Augen offen halten. Die Kollegen von der Stadtpolizei ebenfalls. Simone wird sobald sie gefunden ist wieder bei uns sein.“ sagte er. Ingrid nickte. „Natürlich wird sie wieder bei uns sein, aber wann ist es?“ Siggi zuckte mit den Schultern. Er wusste es nicht. Er hatte Schuld daran, dass Simone weg gelaufen war. Es war allein seine Schuld. Ingrid sah ihm nach, als er in Simones Zimmer verschwand. Sie ging ihm kurz darauf nach und öffnete leise die Tür. Siggi saß auf dem Bett seiner Tochter und weinte.