So hier der versprochene lange Teil, weil heute Samstag ist....
Während Semir sich um den Wohnsitz von Stolkoff kümmerte wollte Tom die Verwandtschaft von Stolkoff durchleuchten. Von Andrea bekam er einige Namen und Adressen die er abklappern sollte. Er und Bonrath fuhren die Adressen ab und verhörten die dort lebenden Personen. Anna wollte sich mit der Staatsanwältin unterhalten und für alle Aktionen grünes Licht bekommen. So fuhr sie mit Hotte los. Schrankmann begrüßte sie freundlich. „Setzen Sie sich doch. Ich hoffe es war nicht der erste Schock, als ich Sie informierte, dass Stolkoff wieder auf freiem Fuß ist, der sie hergeführt hat.“ erklärte sie freundlich und schenkte Kaffee ein. Anna schüttelte den Kopf. „Nein das nicht. Aber ich habe bevor Sie angerufen haben, bereits einige Drohanrufe bekommen. Ich vermute es war Stolkoff. Es hörte sich zumindest so an. Frau Schrankmann, Sie wissen ja, dass er mir und meinen Beamten Gerkhan und Kranich Rache geschworen hat. Es ist sehr gut denkbar, dass er bei mir anfangen wird.“ sagte Anna leise. Schrankmann sah sie über den Rand ihrer Brille an. „Wie kann ich helfen?“ wollte sie wissen. Anna lächelte. „Das ist ganz einfach. Geben Sie uns grünes Licht für jede Aktion, die wir unternehmen um Stolkoff unschädlich zu machen. Mehr nicht.“ Schrankmann sah sie an. „Frau Engelhard? Aus welchem Grund wollen Sie Stolkoff festnehmen? Er hat seine Strafe abgesessen. Haben Sie Beweise, dass er es mit den Anrufen war?“ fragte sie.
Anna lachte auf. „Wer sollte es denn sonst gewesen sein. Ich habe seine Stimme nicht erkannt, aber ich…“ erklärte sie. „Frau Engelhard… es ist nicht ausschlaggebend was Sie glauben. Sie wissen doch genau, dass es nicht möglich ist aufgrund dessen, dass er Ihnen und Ihren Kollegen Rache schwor, die Ermittlungen aufzunehmen. Ich kann Ihnen keine Genehmigung erteilen.“ gab die Staatsanwältin von sich und sah sie an. Anna nickte. „Ich verstehe schon. Sie werden vermutlich erst dann wieder tätig, wenn es einen von uns erwischt hat, nicht wahr?“ fragte sie verbittert. Schrankmann schüttelte den Kopf. „Aber Frau Engelhard, Sie wissen doch selbst dass es nicht so ist. Nur der bloße Verdacht reicht nicht aus. Liefern Sie mir Beweise und dann können wir noch einmal darüber sprechen. Entschuldigen Sie… ich habe noch einen Termin beim Oberstaatsanwalt. Also wenn Sie nichts mehr zu besprechen haben, dann…“ Sie stand auf. Anna nickte. „Schon klar. Schade Frau Schrankmann. Ich habe Sie eigentlich für eine solvente Person gehalten, die auch mal Vorsicht walten lässt. Es tut mir wirklich Leid, dass ich Sie falsch eingeschätzt habe. Guten Tag noch.“ Anna verließ mit diesen Worten das Büro der Staatsanwältin.
Semir kam am Wohnhaus von Stolkoff an und klingelte. Natürlich war niemand da. Semir sah Siggi an. „Was machen wir denn jetzt?“ fragte dieser. Semir zuckte mit den Schultern. „Ich würde mich ja gern mal umsehen, aber ich habe keinen Durchsuchungsbefehl.“ Siggi lächelte leicht. „Semir? Was würdest du tun, wenn Tom jetzt hier wäre?“ fragte er neugierig. Semir grinste. „Ich würde trotzdem reingehen und mich umsehen.“ gab er zu. „Na dann tu es. Ich steh Schmiere.“ meinte Siggi und stellte sich so, das die Tür mit ihm verdeckt war. Semir nickte und öffnete die Tür mit seinem Dietrich. Dann ging er rein. In dem Haus schien schon ewig keiner mehr gewesen zu sein. Alles war staubig und es stank. Semir rümpfte die Nase und ging in die erste Etage. Auch hier war niemand. Nichts wies darauf hin, das hier jemand wohnte. Alle Möbel waren abgedeckt, die Fenster verdreckt. Semir drehte sich um und wollte gerade gehen, als sein Blick auf etwas am Boden fiel. Er ging in die Hocke und sah es sich an.
Auch bei Tom war nicht viel herausgekommen. Er fuhr die Verwandten ab, doch niemand wusste von dem Verbleib Nikolas Stolkoff. Keiner wollte mit ihm zu tun haben. Tom verstand die Leute zwar aber irgendwas störte ihn. Der Schwager, ein gewisser Simon Rüttgers wies ihn ab. Er verbat sich auf Nikolas angesprochen zu werden, weil dieser Schuld am Tod seiner Schwester sei. Er habe sie in den Sumpf des Verbrechens gezogen. Die Wut war deutlich zu spüren. Doch als Tom darum bat, sich in der Wohnung umzusehen, wurde Simon Rüttgers wütend und wies ihm die Tür. Er wäre schließlich kein Verbrecher der sich so behandeln lassen müsse. Tom verließ die Wohnung. Allerdings beschlich ihn das Gefühl, dass der Schwager nicht die Wahrheit sagte. Vielleicht hatte er doch was mit Nikolas zu tun und tat nur so. Doch das war zu vage um darauf etwas aufzubauen. Tom fuhr mit Dieter zurück zur PAST.
Anna saß gegen Mittag im Büro. Hotte brachte ihr einen Kaffee. „Geht es Ihnen soweit gut?“ wollte er wissen und sah sie sehr fürsorglich an. „Danke Herzberger. Mir geht es gut. Haben Tom und Semir sich schon gemeldet?“ fragte sie. Hotte schüttelte den Kopf. „Bisher noch nicht, aber die sind sicher gleich hier.“ meinte er nur. Das Telefon klingelte. „Engelhard!“ meldete sich Anna. „Hast du schon Angst? Trauere um deine Freunde. Sie sind die ersten…ha-ha-ha“ Dann legte der Anrufer auf. Anna starte den Hörer an. „Gott … Herzberger rufen Sie sofort Semir und Tom her… was ist mit der Fangschaltung für meinen Apparat?“ fragte Anna und in ihrer Stimme war deutlich die Angst und Sorge um ihre Beamten zu hören. „Ich bin schon da!“ kam es von der Tür her und Hartmut stand im Rahmen. Er hielt einige Geräte in der Hand. „Machen Sie schnell. Ich will wissen wo der Kerl steckt, bevor etwas passiert.“ gab Anna gepresst von sich. Herzberger legte seine Hand auf ihre Schultern. „Wir werden schon auf Sie aufpassen, Chefin.“ sagte er beruhigend. Anna nickte nur. „Holen Sie mir bitte noch einen Kaffee?“ bat sie. Herzberger verschwand und kam nur wenige Minuten später mit einem Kaffee zurück.
Semir hob das Etwas auf, welches er vor seinen Füßen sah. Er sah es sich an und stellte fest, dass es nur einfaches Plastik war. Also nichts besonderes, dachte er. Dann hörte er ein Geräusch. Er erschrak und stand auf. „Siggi?“ rief er fragend ins Erdgeschoss. Es kam keine Antwort. „Ich glaub ich bin nervös.“ lachte er leise und ging in den nächsten Raum. Auch hier wies nichts darauf hin, dass jemand hier war. „Dann bleibt ja nur der Keller.“ Sagte er leise zu sich und stieg die Treppen runter. Wieder ertönte ein Geräusch. Es kam aus dem Keller. Semir überlegte kurz, ob er Siggi reinholte, verwarf den Gedanken aber wieder. Wenn es eine Maus ist, lacht der mich aus. War sein nächster Gedanke. Er zog seine Waffe, überprüfte sie kurz und ging dann die Stufen zum Keller runter.