Als die beiden in der Past ankamen, wurde Semir ins Büro von Anna beordert. Schrankmann saß ebenfalls im Raum und sah ihn strafend an. "Herr Gerkhan, ich hoffe es geht Ihnen wirklich so gut, wie Frau Engelhard es angibt. Sie haben also diesen Herr Stolkoff auf dem Kieker, wie man so schön sagt. Nur weil Sie wieder Hirngespinsten nachjagen wollen. Meinen Sie nicht, dass der Mann mit seiner STrafe und mit dem Verlust seiner Frau genug bestraft wurde? Können Sie sich nicht denken, das ein Mensch sich ändern kann? Ich halte Stolkoff für harmlos. Gut Drohanrufe... aber das ist nun wirklich nicht gerade ein Schuldeingeständnis. Das kann man als dummen Jungenstreich abtun." verharmloste sie die Sache. Semir nickte. "Ja sicher.... nur das der Junge die dreißig schon überschritten hat und mir versucht das LEben auszublasen. Was ist mit der Spritze?" wollte Semir wissen. Schrankmann lachte leise. "Es war kein Gift daran. Zumindest, nicht tödlich. Lassen Sie den Mann in Ruhe." warnte ihn die Staatsanwältin. Semir nickte "Sicher doch... und Batman ist das Sandmännchen. Schon klar." Semir verließ das Büro ohne Gruß und ging zu Tom. Doch dort erwartete ihn die nächste Standpauke.
„Sag mal… Bist du eigentlich wirklich so dämlich, Semir?“ fragte Tom als er ins Büro kam. Semir zuckte mit den Schultern. „Sollte ich dich vielleicht nach Mitternacht anrufen und sagen, hol mich ab ich bin gesund? Ich habe doch nur an dich gedacht. Ich wollte dich einfach nicht wecken.“ versuchte Semir sein Verhalten zu begründen. „ 1. Ja hättest du! und zweites ich wäre mit Sicherheit gekommen und hätte dich abgeholt. Du wärest bei mir zu Hause gewesen und nicht allein. Was wenn der Typ weiß wo du wohnst? Meinst du er hätte dich nicht umgebracht? Meinst du er spielt nur? Verdammt noch mal…!“ Tom brüllte seine Wut über die Unvernunft von Semir raus. Dieser saß nur da und drehte den Bleistift in der Hand. Er wartete darauf dass Tom genug hatte und sich setzte. Fünf Minuten später war er soweit. „Genug?“ fragte Semir provozierend. Tom nickte. „Du kapierst es ja eh nicht. Warum sind Hotte und Dieter eigentlich bereits um elf abgerauscht? Hast du ihnen den Abzug erlaubt?“ wollte Tom noch wissen. „Ja… wenn ich da nicht schlafe brauche ich keine Wache.“ gab Semir zu. Tom schüttelte nur den Kopf. „Damit wir uns klar verstehen. Ab heute Abend wirst du bei mir sein. In meiner Wohnung. Ich habe das Gästezimmer bereits für dich reserviert.“ bestimmte Tom. Semir zuckte mit den Schultern. „Klar… dann kann er uns beide in einem Abwasch erledigen.“ meinte er nur. „Nein… dann können wir uns gegenseitig schützen. So und nun auf die Autobahn.“ befahl Tom. Semir erhob sich und trottete hinterher.
Anna saß in ihrem Büro. Hotte und Dieter sollten ab heute bei ihr vor der Tür Wache schieben, da Semir die Beiden scheinbar sehr beeinflussen konnte. Sie dachte daran, wie leichtfertig Semir mit der Situation umging. Er war so unvernünftig. Andrea kam zu ihr rein. „Chefin? Brauchen Sie noch was?“ fragte sie vorsichtig. Anna sah sie an. „Andrea… setzen Sie sich doch bitte.“ sagte sie. Andrea nickte. „Halten Sie mich bitte nicht für ängstlich. Aber… meinen Sie ich könnte bei Ihnen für ein paar Tage unterkommen?“ fragte Anna. Andrea sah sie an. „Ja sicher… wäre kein Problem.“ sagte sie verwundert. „Gut. Dann denke ich werden wir beide heute Abend zu mir fahren und ein paar Sachen einpacken. Anschließend fahren wir zu Ihnen. Herzberger und Bonrath werden dann vor ihrer Wohnung Wache schieben.“ Meinte Anna. Andrea nickte. „ja sicher… kein Problem.“ Andrea verließ das Büro wieder. Immer noch war sie etwas irritiert. Aber sie wusste, dass Semir, Tom und Anna bedroht wurden.
„Hey… entschuldige. Es war dumm von mir.“ sagte Semir im Auto. Tom sah ihn an. „Schon gut.“ gab er zurück. „Ich hätte es vermutlich auch gemacht. Wir müssen nur aufpassen. Wer weiß was dieser Mistkerl vorhat. Hast du eigentlich irgendeine Ahnung was dieser Typ alles anrichten kann?“ fragte Tom. „Nein… ich meine… ich hab damals doch nur den Fluchtwagen gefahren. Ich hab nichts anderes getan als mich zu diesem Kranken ins Auto zu setzen und sie zu chauffieren. Das war alles. Gut… wenn die Chefin nicht abgedrückt hätte, gäbe es mich nicht mehr. Aber dieser Typ hat überhaupt keinen Grund sich an mich zu rächen.“ erzählte Semir. „Ja sicher… ich war auch nur der Fahrer von der Chefin. Aber er hat mich genauso auf den Kicker. Hey… Moment mal. Dieses angebliche Gift an der Nadel sollte dich gar nicht umbringen. Er wollte dir Angst machen. Klar…. Er will der Chefin was tun. Das ist sein einziges Ziel. Wir sind nur Ablenkung. Was ist eigentlich mit der Staatsanwältin?“ wollte Tom wissen. „Tja… sie ist davon überzeugt, dass wir Hirngespinste sehen und den armen Mann, der ja seine Strafe abgesessen hat drangsalieren wollen. Sie hat wohl ne Menge von Bla Bla von sich gegeben. Hab nicht so genau zugehört.“ gab Semir zu.
Zum Feierabend fuhren Andrea und Anna zu Brüsseler Strasse und Andrea half Anna beim Packen. Im Badezimmer wurden nur die nötigsten Sachen eingepackt. Zahnbürste, Shampoo, Zahnpasta. „Haben Sie alles?“ wollte Andrea wissen. Anna nickte und sah sich noch einmal in ihrer Wohnung um. „Ich hoffe nur, dass ich Ihnen nicht zu lange auf die Nerven gehen muss.“ sagte sie mit einem leichten Lächeln. Andrea schüttelte den Kopf. „Das ist doch kein Problem. Wirklich. Außerdem ist es auch mal schön Abend etwas Unterhaltung zu haben.“ gab Andrea zu. Gemeinsam fuhren sie zu Andrea und bereiteten dort das Gästezimmer her. „Sagen Sie Andrea… Sie und Semir… Sind Sie wieder zusammen?“ fragte Anna als beide beim Essen waren. Andrea zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht so genau. Irgendwie ist es ein ständiges Auf und Ab bei uns. Ich möchte ja schon, aber er… nun ja. Er ist nicht ganz einfach.“ erzählte Andrea. Anna nickte. „Ja… er ist nicht einfach. Aber Sie und er wären ein schönes Paar. Und wer weiß, vielleicht heiraten Sie eines Tages und…“ überlegte Anna. Andrea lachte auf. „Heiraten? Ich?!? Den Semir? Nee… niemals“ begehrte Andrea auf.