Semir erschrak als die Tür zu seinem Gefängnis aufging. Berger kam zu ihm. „Komm!“ befahl er nur. Semir stand langsam auf und hob die Hände weil Berger eine Waffe auf ihn richtete. „Hey… ist es wieder ein Spiel von Ihnen?“ fragte er vorsichtig. „Nein….kein Spiel. Diesmal sind hier Kugeln drin. Willst du dass ich es dir zeige?“ kam von Berger lachend. Er zielte auf Semirs Knie. Semir schüttelte den Kopf. Er traute Berger alles zu. Noch konnte er ja nicht wissen, dass Berger nur den Wunsch hatte, Kranich nervlich am Boden zu sehen. Langsam zum Wahnsinn treiben. Berger wollte ihn winseln hören, betteln…heulen… Semir ging langsam aus dem Raum und versuchte Berger immer im Auge zu halten, doch dieser stieß ihn als er an ihm vorbei war fest in den Rücken. Semir taumelte und stieß gegen die Wand. Sofort war Berger da und presste ihn fest ran. Er drückte seine Waffe an Semirs Hals. „Wenn ich jetzt abdrücke, dann wäre Kranich sicher sehr traurig nicht wahr?“ langsam spannte er den Hahn. Semir atmete heftig und versuchte sich zu lösen, doch es ging nicht. Berger nahm die Waffe wieder runter und lachte leise… „Nein… so einfach mache ich es dir nicht…“ fauchte er und stieß Semir weiter. Wenn dieser eben noch daran dachte sich zu wehren und versuchen raus zu kommen, so wurde er nun doch ziemlich ruhig und führte die Befehle von Berger aus. Nur wenig später wurde er wieder in sein Gefängnis gebracht. Er hatte Schmerzen, weil Berger ihn geschlagen hatte. Ohne zu nach etwas zu fragen, einfach nur um ihn zu peinigen. Aber er hatte ihn nicht ins Gesicht geschlagen. Rippen, Magen, Nieren waren seine Angriffsziele. Die Schläge waren mit so einer Heftigkeit, das Semir bei jedem Schlag aufschrie. Aber er war zu stolz um Berger anzuflehen, aufzuhören.
Jacko lachte gehässig, als Tom ein tiefes Stöhnen ausdrückte. „Na was sagt man dazu… da habe ich doch tatsächlich vergessen, Patronen einzulegen. So was aber auch“ Er beobachtete sein Opfer genau. Der Atem ging stoßweise. Die Augen waren unnatürlich groß und drückten Panik aus. „So schnell wirst du nicht sterben. So schnell nicht. Was hältst du davon, wenn ich bei deinem Freund mal nachforsche, ob er es überlebt? Willst du dabei sein?“ Die Fragen trieften vor Hohn. Tom schüttelte den Kopf. „Nicht…..“ stieß er aus. Seine Stimme zitterte. Die Erinnerungen an das Erlebte hatten ihn wieder voll im Griff. Wieder sah er die Situation, als er vor Jacko kniete, als dieser abdrückte und der Schmerz, der ihn befiel bis das Bewusstsein erloschen war. Dann kam die Erinnerung an die Dunkelheit, die ihm danach befiel. Blind… für immer Blind…. „Warum quälen Sie mich so?“ fragte er leise. Jacko sah ihn an. „Du fragst warum? Ich mag es nicht, wenn ich hintergangen werde, wenn ich verraten werde und vor allem mag ich keine Bullen. Du bist einer und deshalb mag ich dich nicht. Für heute war es erst einmal genug. Morgen geht es richtig zur Sache. Ich habe eine ganz tolle Überraschung für dich. Doch nun.... wird es dunkel. Stockdunkel um genau zu sein…“ lachte Jacko und verließ den Raum. Tom atmete tief ein und versuchte seine Nerven zu kontrollieren. Doch plötzlich verlöschte das Licht und es wurde finster in dem Raum. Nirgends drang ein Lichtstrahl durch. „NEIN!!“ schrie Tom. Seit er blind war, hatte er Panik wenn ein Raum vollkommen dunkel war. Genau wie hier. Er fühlte sich hilflos…
Semir wartete, das man sich um ihn kümmerte. Die Schmerzen waren abgeklungen und er wartete drauf, dass es eine weitere Runde gab. Er machte sich Sorgen um Tom. Was hatten die Kerle mit ihm gemacht? Wo war er? Warum haben sie die beiden getrennt? Fragen die ihn durch den Kopf gingen und auf die er keine Antwort fand. Er erschrak als die Tür aufgetreten wurde und gegen die Wand schlug. Berger kam zu ihm mit Jacko im Schlepptau. „Hoch mit dir!“ brüllte Jacko ihn an und zog ihn sofort auf die Beine. „Wo ist Tom? Was habt ihr mit ihm gemacht?“ fragte Semir und versuchte sich gegen Jacko zu wehren. „Ihr nervt ganz schön. Dein Freund ist gerade etwas nervös, aber ich denke das wirst du gleich ändern. Er hat Sehnsucht nach dir.“ lachte Jacko. Er ließ Semir los und stieß ihn gleichzeitig vorwärts. Semir taumelte, fing sich dann jedoch wieder. Langsam ging er vor den Männern her. „Was haben Sie vor?“ fragte er leise. „Wir spielen ein kleines Spiel. Mal sehen ob es dir gefällt…“ lachte Berger und stieß Semir weiter vorwärts. Vor einer Tür blieb er stehen. „Aufmachen!“ befahl Jacko. Semir tat es und wurde in den finsteren Raum gestoßen. „Einen schönen Aufenthalt!“ lachte Jacko und versperrte die Tür wieder. In dem Raum konnte man die Hand vor Augen nicht mehr sehen.