Beiträge von Elvira

    Tom sah Berger und Kaufmann an. Während Berger ihn fertig machte, versuchte Tom seine Gedanken zu ordnen. Es konnte doch gar nicht sein, das Semir lebte. Berger und Julius hatten ihn vor seinen Augen erschossen. Doch dann hörte er Semir wie dieser ihm erklärte, dass er eine Schutzweste getragen hatte. Berger und Kaufmann hatten ihn zerstört. Doch damit nicht genug. Sie hatten ihm Heroin gespritzt. So lange bis er drauf war. Und nun war die Rettung wieder da. Semir würde sicher alles tun um ihn zu helfen. „Du hast den Deal versaut! Glaubst du denn damit hast du dir die nächste Ration verdient? Du bist ein Versager!“ brüllte Berger ihn an. Tom war sehr geknickt. „Ich…ich … Die Polizei war plötzlich da und …und.. ich konnte nichts tun. Einer hat mich sogar verfolgt aber ich konnte ihn aus dem Verkehr ziehen.“ erklärte er. Doch er verschwieg dass es sich um Semir handelte. Auch wenn Berger und Kaufmann ihn an die Nadel gebracht hatte, so waren seine Sinne immer noch geschärft. Seine einzige Möglichkeit wieder davon los zu kommen war Semir. Noch heute Nacht wollte er ihn besuchen und ihm erklären was passiert war. Er wollte ihm bitten zu helfen. Berger atmete tief ein. „Also gut… aber noch ein solcher Fehler und du landest in der Gosse ist das klar?“ fragte er wütend. Tom nickte demütigend. „Geh in dein Zimmer und warte bis ich dich rufe. Ich werde dich nicht einsperren. Also… enttäusche mich nicht.“ warnte ihn Berger. Tom trollte sich. Er musste sich einen Plan zu Recht legen, wie er diesen Beiden entkommen kann.

    Die Tage vergingen und Semir verzweifelte langsam. Es gab keine Hinweise wo Tom steckte. Sie hatten genügend zu tun und er lenkte sich mit einem anderen Fall ab. Doch so wirklich wollte es nicht gelingen. „Martin… ich werde heute früher heim fahren. Meine Frau und meine Tochter sind bis zum Wochenende weg und ich brauche etwas Ruhe.“ erklärte er seinem Aushilfspartner. Martin nickte. „Mach das… kein Problem. Ich halte dich auf dem Laufenden und rufe dich an, falls sich etwas ergibt.“ nickte dieser verständnisvoll. Semir stand auf und verschwand. In Gedanken versunken versuchte er sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Immer wieder sah er in den Rückspiegel um festzustellen, ob er überwacht wurde. Doch nichts deutete darauf hin. Endlich kam er zuhause an und stellte den Wagen ab. Dann ging er ins Haus. Es war so ruhig und leer ohne Aida. Er vermisste ihr Lachen und griff zum Telefon. „Hallo… ich bin’s Semir. Ist Andrea in der Nähe?“ fragte er seinen Schwiegervater. Nur kurz darauf hörte er Andrea. „Schatz… wie geht es dir? Gibt es was Neues? Hast du Tom gefunden?“ hörte er seine Frau fragen. „Nein… bisher nicht. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich werde ihn finden und ich werde ihm helfen. Du kennst mich doch. Ich gebe nicht auf.“ lachte er verbittert in den Hörer. „Ich liebe dich. Du hörst dich so traurig an. Soll ich vielleicht zurückkommen? Ich kann in drei Stunden bei dir sein.“ kam besorgt von Andrea. „Nein… das ist nicht nötig. Mir geht es gut. Ich liebe dich auch. Gib Aida einen dicken Kuss von mir.“ sagte er und legte auf. Nur wenig später legte er sich hin. Doch die Ruhe währte nicht lange.

    Gegen Mitternacht wachte Semir auf. Geweckt durch ein Geräusch das ihm warnte. Er schlug die Decke zur Seite und nahm seine Waffe aus der Nachttischschublade. Ein kurzer Blick auf die Trommel zeigte ihm, dass alles okay war. Er öffnete vorsichtig die Tür zum Schlafzimmer und stieg mit der Waffe im Anschlag die Treppe hinunter. Wieder schepperte es. Diesmal kam es aus der Küche. Vorsichtig sah er hinein. Jemand machte sich an seinem Kühlschrank zu schaffen. Etwas irritiert sah Semir kurz zu und hob dann die Waffe. „Okay… Sportsfreund. Hände hoch!“ blaffte er den unbekannten Besucher an. „Na… du warst auch schon mal Gastfreundlicher…Partner…“ gab der Besucher von sich. Semir entspannte sich. „Tom?“ fragte er erstaunt. „Ja…Semir… hilf mir… bitte.“ Tom drehte sich zu Semir um. Unter seinen Augen lagen tiefe Ringe. „Ich brauche deine Hilfe…“ ging das Flehen weiter. Semir steckte die Waffe ein. „Du hast mich niedergeschlagen!“ fauchte er seinen Freund an und musterte ihn. Die Augen waren unnatürlich groß. Die Haut glänzte im Licht. „Ja ich weiß… aber ich…bitte Semir…“ kam erneut von Tom. „Du bist gerade drauf, was?“ fragte Semir vorsichtig. Tom nickte. „Ja… obwohl ich den Auftrag versaut habe, bekam ich meine Dosis. Aber ich will nicht….ich will nicht…“ Tom fing an zu weinen. Semir nickte. „Komm wir werden uns ins Wohnzimmer setzen. Du wirst mir erzählen, was passiert und dann werden wir die Chefin anrufen.“ erklärte Semir mit fester Stimme. Tom nickte. Er folgte Semir und schon kurz darauf fing er an zu erzählen.

    „Semir! Jan! Schwerer Unfall mit Explosion auf der A3 bei KM 406,3. Eine Schwerverletzte. Rettungswagen ist bereits verständigt!“ kam durch den Funk. Semir sah Jan an, pappte das Blaulicht auf das Dach des Mercedes und griff zum Mikro. „Cobra 11 übernimmt!“ sagte er nur. Jan trat das Pedal durch. Sie brauchten knappe zehn Minuten bis sie dort waren. Allgemeines Chaos herrschte an der Unfallstelle und Kollegen in Uniform wollten die Beiden aufhalten. Semir zog seinen Ausweis und zeigte ihn vor. „Kripo Autobahn!“ rief er und schon war er unter der Absperrung durch. Einer der uniformierten Polizisten kam zu ihm. „Nach Aussage ist die junge Frau, die den Golf fuhr ungebremst auf den LKW geknallt. Sie ist sehr schwer verletzt und ohne Bewusstsein. Das sie überhaupt noch lebt, verdankt sie vermutlich dem LKW-Fahrer und einigen der anderen Beteiligten. Sie haben sie aus dem Wagen gezogen, bevor er in die Luft flog.“ berichtete der Mann. Semir nickte. „Papiere der Frau?“ fragte er kurz. Ein Kopfschütteln war die Antwort. „Vermutlich alles im Wagen verbrannt.“ Semir nickte. „Danke. Wo ist die Verletzte?“ wollte er wissen. Der Mann zeigte auf den Rettungswagen. Semir ging darauf zu und hielt seinen Ausweis hoch, als der Notarzt gerade die Türen schließen wollte. „Einen Augenblick bitte!“ rief Semir ihm zu. „Ja was denn? Wir müssen dringend in die Klinik!“ begehrte der Arzt auf. „Ja sicher... wie geht es ihr?“ fragte Semir und sah auf die Trage. „Sie hat einige Schnittwunden im Gesicht, Verbrennungen zweiten Grades, zwei Rippen gebrochen weil das Lenkrad in den Oberkörper gedrückt hat. Vermutlich beim rausziehen wurde auch das Bein ausgerenkt. Aber sie lebt. Wir müssen nur abchecken ob innere Verletzungen vorliegen. Wir bringen sie ins Marien...“ erklärte der Arzt. „Ist sie vernehmungsfähig?“ wollte Semir wissen. Der Arzt sah ihn an, zog die Augenbrauen hoch und lächelte. „Guter Mann.... die Frau ist in Narkose. Und vor morgen werden Sie sicher nicht an sie herankommen.“ Er stieg vorn in den Notarztwagen ein und machte dem Fahrer des RTW ein Zeichen loszufahren. Semir blieb stehen und sah den Fahrzeugen hinterher.

    Florian sah zufrieden zu, wie sich die Rettungskräfte um Romina bemühten. Dann sah er den Mann aus dem Wald wieder. „Sieh mal an... du bist Bulle...“ lachte er leise. Ein größer kam auf ihm zu. „Richter, Kripo Autobahn. Sind Sie am Unfall beteiligt? Oder Zeuge?“ wurde er gefragt. „Zeuge...“ gab er an. „Was können Sie zu dem Unfall sagen?“ kam die nächste Frage. „Der Golf ist auf den LKW geprallt. Es hat fürchterlich gekracht und plötzlich war Feuer da. Ich bin raus und wollte helfen, aber da waren schon einige am Fahrzeug und deshalb bin ich hier stehen geblieben.“ erklärte er. Der Polizist nickte. Der Kleinere Mann kam nun dazu. „Und?“ fragte er den Größeren. „Alle sagen das Gleiche. Der Wagen ist ungebremst auf den LKW und hat Feuer gefangen.“ stöhnte Kranich. Der Kleinere nickte und sah Florian an. „Sie haben den Unfall gesehen?“ Florian nickte. „Wer sind Sie, wenn ich fragen darf?“ stellte er die Gegenfrage. „Gerkhan. Kripo Autobahn. Waren Sie weit hinter der Frau?“ Florian schüttelte den Kopf. „Nein... fast unmittelbar. Es waren nur zwei Wagen dazwischen. Mann... das sah schrecklich aus. Lebt sie noch?“ Er ließ seine Stimme besorgt und betroffen klingen. Gerkhan nickte. „Ja.... aber sie ist sehr schwer verletzt worden.“ meinte er nur. „Kann ich dann gehen? Ich hab noch einen wichtigen Termin.“ meinte Florian. „Ja sicher... Ihre Personalien sind bereits aufgenommen?“ fragte Richter. Florian nickte. „Gut... falls Ihnen noch etwas einfallen sollte, können Sie mich anrufen.“ Gerkhan reichte ihm eine Karte. Florian nahm sie und lächelte freundlich. Dann ging er zu seinem Fahrzeug und konnte vorsichtig an der Unfallstelle vorbeifahren.

    Wenig später saßen Jan und Semir bei Anna im Büro. „Was wissen wir von der Frau?“ wollte sie wissen. Semir zog die Schultern hoch. „Bisher nur, das sie auf den Wagen aufgefahren ist. Vor morgen ist bei ihr kein Blumentopf zu gewinnen. Sie liegt in Narkose. Alle Zeugen sagen das Gleiche. Sie ist ungebremst auf den LKW aufgefahren. Der Wagen steht bei Hartmut in der KTU. Allerdings völlig ausgebrannt. Vermutlich findet nichts. Selbst wenn eine Manipulation stattgefunden hätte, könnten wir es nicht sehen, weil alles was Plastik oder nicht aus Eisen war, ist geschmolzen.“ erklärte Jan. Anna nickte. „ Dann müssen wir warten, bis die Frau wieder ansprechbar ist.“ meinte sie als das Telefon anschlug. „Engelhard!“ meldete sie sich. Sie hörte kurz zu und dann verhärtete sich ihre Mine. Semir und Jan sahen es sofort. „Danke...“ sagte Anna leise und legte wieder auf. „Die Frau ist soeben verstorben. Milzruptur.“ erläuterte sie. „Ist sie noch mal zu sich gekommen?“ fragte Semir. Anna schüttelte den Kopf. „Sie starb kurz nach ihrer Einlieferung an inneren Blutungen. Tja... fahren Sie zu Hartmut. Vielleicht hat er ja doch etwas gefunden.“ meinte Anna nur. Jan und Semir verließen das Büro und fuhren zur KTU.

    Romina fuhr los. In einer knappen Stunde war sie bei ihrer Schwester in Mettmann. Das kleine Örtchen war ihre Heimat. Ländlich und nicht so überfüllt wie die Großstädte. Sie fuhr auf die A3 und passte sich dem Tempo der recht leeren Autobahn an. So alt der Golf auch war, Er fuhr immer noch seine 130 bis 140 km/h. Romina trat voll durch und kam sehr gut voran. Als sie eine Weile gefahren war sah sie die Warnhinweise auf eine Baustelle und das die Geschwindigkeit gedrosselt werden soll. Sie trat die Bremse, doch der Wagen wurde nicht langsamer. Etwas erstaunt tat sie es noch einige male. Nichts.... Verdammt, dachte sie. Ausgerechnet jetzt. Dann nahm sie die Handbremse und zog sie an. Doch auch das war unwirksam. Langsam kam Panik in ihr auf und sie versuchte runterzuschalten. Der Wagen heulte auf, als der Gang runter ging und er wurde tatsächlich langsamer. Doch es ging nicht schnell genug. Sie sah auf die Straße. Laut Warnhinweise sollte sie hier auf 60 runter sein, aber sie hatte immer noch 100 drauf. Nun schaltete sie in den ersten Gang. Vor ihr sah sie einen LKW, der ausgerechnet jetzt auf ihre Spur zog. „NEIN!!“ schrie sie und hielt sich die Hände vors Gesicht. Der Aufprall war unausweichlich. Mit einem Kreischen und Quietschen prallte der Golf mit Tempo 90 auf den LKW. Romina bekam den Aufprall mit. Sie fühlte wie sich das Lenkrad in ihren Oberkörper drückte. Glas barste und sie spürte die Scherben die ihr Gesicht aufschnitten. Sie wünschte sich ohnmächtig zu werden. Rauch stieg vor ihr auf. Nur verschwommen nahm sie den Fahrer des LKWs wahr, der nun zu ihr kam.

    Ronald Finke sah den kleinen verformten Wagen, der sich hinten in seinen LKW gebohrt hatte und er sah die Frau. „Mein Gott!“ stieß er aus, sprang aus dem Führerhaus und griff sich den Feuerlöscher. Er rannte zum Golf der bereits qualmte. Warum stieg die Frau nicht aus?, fragte er sich. Sieht sie denn nicht, dass der Wagen brannte? Er machte den Feuerlöscher startklar. Doch bevor er den Wagen vollends erreicht hatte, sah er eine Stichflamme und wurde von der Druckwelle der kleinen Explosion die kurz drauf folgte, zu Boden gerissen. Benommen richtete er sich auf und sah in den Feuerball. Er glaubte das Entsetzen im Gesicht der Frau zu sehen, den Schmerz über die Flammen. Wieder griff er zum Feuerlöscher und bediente ihn. Der Kampf gegen die Flammen wäre sicherlich vergebens gewesen, aber von irgendwoher, kamen weitere Helfer mit Feuerlöschern und innerhalb weniger Minuten konnten sie das Feuer tatsächlich löschen. Ronald schlug die Scheibe an der Fahrerseite ein und mit der Isodecke konnte er den Türgriff betätigen, ohne sich zu verbrennen. Die Tür schwang auf. Während einer der Helfer das Lenkrad hoch drücken konnte, zog er die verletzte Frau mit einem weiteren Helfer vom Wagen weg. „Los! Da rüber... der fängt gleich wieder an zu brennen!“ stieß er aus und sie zogen die Verletzte an die Leitplanke. Kurz darauf erfolgte eine zweite größere Explosion und der Wagen stand vollends in Flammen. Ronald sah auf die Frau. Sie blutete aus mehreren Schnittwunden im Gesicht. „Hören Sie mich? Bleiben Sie ruhig liegen. Hilfe kommt gleich“ sprach er beruhigend und berührte die Frau leicht. Doch es kam keine Reaktion.

    Semir warf Anna einen Hilfe suchenden Blick zu, als die Handschellen um seine Gelenke einrasteten. „Einen Augenblick! So geht das nicht. Frau Schrankmann ich lege Widerspruch gegen diese Behandlung von Semir ein!“ fauchte sie die Staatsanwältin an. „Sie können das natürlich machen. Aber wir müssen jetzt los.“ erklärte Schrankmann und wandte sich zum gehen Das Gespräch schien auch von den Polizisten im Großraumbüro mitbekommen sein, denn plötzlich standen Hotte und Dieter im Türrahmen. Schrankmann sah die beiden warnend an. „Das ist Freiheitsberaubung und ich werde dafür sorgen, dass Sie nicht länger Polizist sein werden. Machen Sie sich schon einmal auf den Ruhestand gefasst!“ keifte sie die Beiden an. „Ich werde direkt mit dem Oberstaatsanwalt sprechen und solange werden Sie hier warten.“ befahl Anna und griff zum Telefon. Nur wenig später hörte sie die Stimmen von Axel Sandner, einem Mann mit dem sie bereits seit langer Zeit befreundet war. „Axel… ich brauche deine Hilfe. Frau Schrankmann hat Semir Gerkhan unter Arrest gestellt und hält ihn von Ermittlungen ab, die für ihn sehr wichtig sind.“ erklärte Anna. Anschließend hörte sie eine Weile zu. „Ja aber sieh mal… Tom Kranich ist nicht nur der Partner sondern auch der Freund. …“ versuchte sie weiter. Wieder hörte sie etwas zu und rollte mit den Augen. Scheinbar hörte sie etwas, dass ihr gar nicht gefiel. „Axel… bitte. Ich bitte dich als Freundin und als Mensch. Lass Gerkhan ermitteln….“ bat sie anschließend. „Danke… ja ich gebe sie dir..“ sagte sie anschließend und reichte den Hörer an Schrankmann weiter. „Schrankmann…“ meldete sie sich. „Ja… ja… Selbstverständlich… Aber… Herr Oberstaatsanwalt… Herr Gerkhan ist befangen und…Ich lege Widerspruch dagegen…Nein… ich wollte Sie nicht… natürlich halte ich mich an Ihre Anweisung… Danke…“ kam von ihr unterbrochen und dann legte sie auf. „Frau Engelhard ich weiß nicht was da zwischen Ihnen und dem Oberstaatsanwalt läuft, aber Sie haben gewonnen.“ kam leise von ihr. „Nehmt ihm die Handschellen ab. Er darf ermitteln.“ sagte sie kühl zu den Beamten. Dann wandte sie sich an Semir. „Ich freue mich bereits auf den Tag, an dem Sie einen entscheidenden Fehler machen und ich über Sie triumphieren kann.“ fauchte sie ihn an und verschwand.

    „Danke…Chefin.“ sagte Semir und reichte Anna die Hand. „Schon gut. Und nun finden Sie Tom und machen Sie alles um ihn wieder clean zu bekommen.“ Lächelte Anna ihn an. „Das werde ich. Aber die Schrankmann wird mich sicher beobachten lassen. Sie wartet doch nur darauf, dass ich mich sofort an Toms Fersen hefte.“ gab Semir zu bedenken. „Ich weiß. Aber Sie haben etwas was die Staatsanwaltschaft nicht hat. Sie haben Freunde und die werden Sie kräftig unterstützen.“ nickte Anna. Semir stand noch da, als sie sich bereits wieder der Arbeit widmete. Sie sah ihn an. „Worauf warten Sie denn noch? Fahren Sie mit Fink los und suchen Sie Tom.“ lachte sie plötzlich. „Ja… bin schon weg…“ kam von Semir und er verließ das Büro. Fink sah ihn an, als er das Büro betrat. „War ziemlich heftig, was?“ fragte er. Semir nickte. „Ja…. es wäre fast vorbei gewesen.“ gab er zu. Fink stand auf. „Hören Sie… ich mag die Staatsanwältin nicht gerade besonders und ich würde Ihnen gern helfen. Ich meine wenn Sie meine Hilfe annehmen.“ kam von dem jungen LKA-Beamten. Semir lächelte. „Gern… aber wir sollten uns eins angewöhnen. Ich bin Semir….“ mit diesen Worten reichte er Fink die Hand. „Martin…“ gab dieser von sich. „Also gut Martin. Wir müssen Tom suchen. Er hängt an der Nadel und ich brauche dich um ihn wieder clean zu bekommen. Das Problem was ich habe, ist das die Staatsanwältin mich vermutlich beobachten lässt und nur darauf wartet, dass ich Tom stelle und sie ihn dann verhaftet. Ich muss ihn erst von der Nadel weg bekommen, Berger und Kauffmann verhaften und …“ erklärte Semir. Martin nickte. „Ich helfe wo ich kann. Ich könnte dir und Kranich ein Häuschen zur Verfügung stellen. Ist zwar nichts Besonderes aber immerhin sehr einsam gelegen. Also falls du es annimmst.“ gab er bekannt. Semir nickte. „Sehr gern. Danke Martin.“

    So da Jenny geschrieben hat, will ich mal nicht so sein....

    „Na los! Nicht so….“ befahl Semir, der in einem unbeobachteten Moment den in den BMW stieg und einen ziemlich verdutzen Fink auf dem Rastplatz stehen ließ und stockte. Der Mann vor ihm sah ungepflegt aus und doch erkannte er ihn sofort. „Tom?“ fragte er erstaunt. Der Mann drehte sich um. „Semir… du bist tot… du kannst nicht hier sein. Das ist sicher auf die Drogen zurück zu führen…du bist tot… sie haben dich erschossen…“ stammelte Tom. „Nein… das haben sie nicht… sie haben mir eine Schutzweste angezogen und dann auf mich geschossen. Drogen? Haben sie es geschafft?“ fragte Semir entsetzt. Tom schloss die Augen und nickte. „Ja… ich bin drauf. Ich hänge an der Nadel. Willst du mich verhaften?“ fragte Tom herausfordernd. Doch Semir hatte bereits die Waffe eingesteckt. „Nein… ich meine… was ist passiert?“ stellte Semir die Frage und man hörte seine Stimme zittern. Tom sah ihn an. „Als du tot warst, haben sie angefangen. Sie haben mir alle sechs Stunden eine Dosis verpasst. Das ist schon so lange her. Ich bin drauf. Für mich gibt es kein Zurück.“ gab Tom leise von sich. Semir nickte. „Komm! Ich muss dich mitnehmen.“ meinte Semir und fasste Tom am Arm. Doch dieser explodierte plötzlich und schlug Semir nieder. Dann stieg er in den Wagen und raste davon.

    Semir kam zu sich. „Aua…“ stieß er aus und erhob sich vorsichtig. Den Nacken reibend ging er zum BMW und rief die Zentrale. „Gib mir die Chefin…“ sagte er leise. „Semir? Was gibt es? Wo sind Sie?“ hörte er Anna fragen. „Chefin… ich hab Tom gefunden…er lebt… und ist einer der Drogenhändler…“ klärte er sie auf. „Oh Gott …Nein…. Semir, wo sind Sie?“ fragte Anna erneut. „Auf dem Rastplatz bei KM 211. Tom hat mich niedergeschlagen als ich ihn stellte. Chefin… ich …muss ihn wieder finden.“ kam bittend von Semir. „Das werden wir, aber erst kommen Sie zurück. Haben Sie ein Kennzeichen?“ wollte Anna wissen. „Ja… K – AP 4432. Ein roter Golf älteren Baujahrs. Aber ich gehe davon aus, dass der Wagen gestohlen ist.“ meinte Semir nur. „Ich komme jetzt zurück.“ hängte er noch an. Er fuhr tatsächlich zurück zur PAST. Dort angekommen rannte er sofort zu Petra und fragte nach dem Stand der Ermittlungen. „Das Kennzeichen ist leider falsch. Es gehört zu keinem Golf. Tut mir Leid. Wie ging es Tom?“ wollte Petra wissen. Semir sah sie traurig an. „Er ist…soweit okay.“ log er und ging zu Anna. Petra sah ihm nach. Sie schien ihm nicht zu glauben doch sie sagte nichts.

    „Chefin! Ich muss ihn suchen. Bitte…Er ist süchtig aber er kann jetzt noch den Sprung schaffen… Bitte…“flehte Semir. „Semir… wenn ich allein die Erlaubnis geben könnte, würde ich es tun, aber Schrankmann war rein zufällig hier als Sie es durchgaben und verlangt, dass wir Tom festnehmen und dem Haftrichter vorführen.“ erklärte sie. „Aber Chefin… er …er…“ versuchte Semir zu erklären. „Herr Kranich ist einer der Drogendealer, die vermutlich schon seit einigen Wochen die Straßen mit Heroin versorgen.“ kam aus dem Hintergrund. Semir drehte sich um und sah Schrankmann ins Gesicht. „Sie wollen ihn haben?“ fragte er herausfordernd. „Natürlich… Verbrecher gehören hinter Gitter und mir ist es so ziemlich egal, ob er Polizist ist, war oder sonst was. Sie werden aber damit nicht betraut, denn ich muss ja damit rechnen, dass Sie Kranich vor der Verhaftung warnen und ihn vielleicht verstecken. Sie werden deshalb in U-Haft genommen.“ erklärte die Staatsanwältin. Anna sah sie an. „Mit welcher Begründung bitte? Herr Gerkhan hat nichts getan was das rechtfertigt!“ nahm sie Semir in Schutz. Schrankmann lächelte süffisant. „Stimmt bisher nicht. Aber ich weiß dass er es tun wird und von daher werde ich es nicht zulassen, dass er meinen Leuten in die Quere kommt. Er steht unter Arrest und es ist mir egal, ob Sie damit einverstanden sind, Frau Engelhard. Es wird eh mal Zeit auf dieser Dienststelle aufzuräumen.“ gab sie schnippisch von sich. Sie winkte den zwei Beamten die sie begleiteten zu. „Nehmen Sie Herrn Gerkhan mit, er wird in einer Arrestzelle gesteckt, bis wir Herrn Kranich gefasst haben.“ sagte sie kalt.

    *seufz*............beim Lesen von Semirs Schilderung des Tathergangs hab ich jetzt wirklich feuchte Augen bekommen!

    ;(;(;(

    Es war als sitze ich mitten im Gerichtssaal und sehe ihn dort sitzen, und wie er traurig wird... *schluck* am liebsten würde ich zu ihm gehen und ihn trösten.... sehr ergreifend geschrieben.... absolute spitze... schon allein dafür sollte Gehlen endlich zum Tode verurteilt werden.... Er hat es nicht anders verdient... ich würde als Richter die Todesstrafe aussprechen... jawohl.... auch wenn die es in Deutschland nicht gibt.....

    Super geschrieben Ela... wenn ich damals gewußt hätte wie sich die Story entwickelt... dann....egal... schreib schnell weiter.... ich muss wissen, was Chris aussagt. Immerhin ist das doch vielleicht der Punkt an dem Gehlen freikommt... und dann sich vermutlich, nein sogar ganz sicher an Semir rächen will... und vielleicht sogar Andrea und Aida mit hineinzieht.... boah...wenn der den beiden was tut... dan krieche ich in den PC und komme bei dir wieder zum vorschein... und dann liebe Ela schreibe ich die Story um... ja wohl.... ich schreibe sie um und ....dann kommt Gehlen in den Knast... für immer und ewig!!!

    „Und? Wie geht es ihm?“ fragte Andrea als sie zu Jan kam. „Du bist viel zu hart, Andrea. Der Junge hat keine Ahnung, warum du ihn so behandelst. Was hat er denn wieder gemacht?“ wollte er wissen. Andrea lachte leise. „Er hat dir nichts erzählt?“ fragte sie erstaunt. „Nein, was denn?“ gab Jan wieder. „Er macht mich krank mit seiner Eifersucht. In jedem Mann der mich ansieht, glaubt er einen Rivalen zu erkennen. Wieso kann er nicht einfach Vertrauen zu mir haben? Ich meine… er hat sein Leben und ich meins. Ich würde so gern mit ihm gemeinsam durchs Leben gehen, aber er glaubt die Welt dreht sich nur um ihn, um Semir Gerkhan.“ stöhnte Andrea. Jan nickte. „Ich weiß…. Aber deshalb gleich Schluss machen… Andrea… ihr beide gehört einfach zusammen. Ich weiß es, du weißt es und er weiß es auch.“ versuchte Jan sich als Vermittler. „Dann soll er mir einfach etwas mehr Freiheit geben. Ich möchte einmal von ihm hören, dass er mich schön findet, dass er mich liebt, oder sonst was Nettes. Aber so etwas kommt ihm nicht über die Lippen. Wie ein Pascha. Da kommt seine wahre türkische Natur durch. Er glaubt tatsächlich, dass Männer das Wichtigste sind.“ fluchte Andrea wütend. Jan grinste. „Sind wir das denn nicht?“ kam gespielt erstaunt von ihm zurück. Andrea lachte laut auf.

    Florian stand bereits vor dem Haus in dem Romina Schnitzer wohnte. Er parkte so, dass er das Haus beobachten konnte. Da keine Tiefgarage vorhanden war, parkten die Mieter vor dem Haus. So konnte er genau sehen, wenn sie nach Hause kam. Er wartete gut zwei Stunden als er den alten klapprigen Golf sah. „So... meine Liebe... für dich ist es vorbei. Du hättest nie so neugierig sein dürfen.“ Murmelte er leise zu sich selbst und sah wie sie ins Haus ging. Er stieg aus und hielt ein Messer bereit. Die Straße war leer und da er bereits des Öfteren hier war, und auch mal unter dem Wagen lag, weil er Schwierigkeiten machte, fiel es niemanden in der Nachbarschaft auf, wenn er daran rumschraubte. Mit wenigen Handgriffen durchschnitt er den Bremsschlauch. Anschließend ging er zu seinem Fahrzeug und wartete einfach ab. Er kannte Romina schon länger und wusste, dass sie mit Sicherheit gegen drei Uhr wieder wegfahren würden. Doch diesmal kam sie schneller heraus. Bepackt mit Koffern verließ sie das Haus. Florian sah wie sie das Gepäck verstaute. Nun musste er ihr nur folgen. Der Unfall war auf jeden Fall vorprogrammiert. Als Romina losfuhr, hängte er sich an. Nur musste er nur noch warten, bis es passierte.

    „So und nun zeig was du kannst. Die Ware muss schnell nach Langel gebracht werden, klar? Und wenn du zurück bist, dann bekommst du deine Ration. Verstanden?“ fragte Jacko. Tom nickte. „Ja… kann ich nicht einen Vorschuss bekommen? Ich brauche das Zeug…. Bitte… ich kann sonst nicht fahren…..“ bettelte er. Jacko nickte. „Sicher…. Eine kleine Ration ist drin. Ich gebe sie dir. Mach den Arm frei und dann los, klar? Keine Fehler…!“ warnte er den Süchtigen. Tom nickte. Jacko setzte ihm die Dosis und ließ Tom einen Augenblick Zeit, den Flash zu überstehen. „So und nun ab. Ich erwarte dich in Langel.“ befahl Jacko. Tom setzte sich ins Auto und fuhr los. Er versuchte möglichst nicht zu leichtsinnig zu fahren, obwohl er das Gefühl hatte fliegen zu können. Er sollte an einem Parkplatz diesmal einen Drogendeal durchführen und nach Langel bringen. Tom war bereits öfters als Drogenkurier unterwegs. Bisher war es immer gut gegangen. Zur Belohnung bekam er eine Dosis Heroin, die er täglich benötigte. Die Fahrt zum Parkplatz war ohne Probleme zu schaffen. Er musste sich nur stark genug konzentrieren damit er nicht den Polizisten auffiel und sie ihn anhielten.

    „Semir! Bitte…. Reißen Sie sich zusammen. So und nun werden Sie mit Fink zum Rastplatz bei Knappsack fahren. Dort soll, so ein Informant, ein Drogendeal abgehen. Sie und Fink werden dort hinfahren und zwar ohne Widerrede!“ befahl Anna. Semir sah sie trotzig an. „Sicher werden wir… und dann werde ich Tom suchen!“ kam fauchend von ihm zurück. Anna nickte. „Gut… aber Sie werden mit Fink fahren. Er am Steuer und Sie als Beifahrer. Sie sind von der Gemütslage nicht fähig, Auto zu fahren.“ befahl Anna weiter. „… was für eine Gemütsverfassung würden Sie denn haben, wenn Sie erfahren, dass Ihr Freund und Partner als Tot für die Kollegen gilt?!?“ schrie Semir durchs Büro. Anna sah ihn strafend an. „Semir… ich habe ihn nicht für Tot erklärt. Er gilt als Vermisst. Mehr nicht… okay und nun versuchen Sie sich zu beruhigen, bevor die Schrankmann kommt und Sie für Dienstunfähig hält.“ sagte sie leise. Semir nickte. „Entschuldigung…“ gab er leise von sich. „Schon gut. Ich kann Sie sehr gut verstehen. Glauben Sie mir, ich wünschte auch dass Tom hier wäre. Ich hoffe nur, dass wir ihn bald finden.“ nickte Anna ihm zu und legte die Hand auf die Schulter. „Sie wissen doch, dass Sie immer mit mir rechnen können.“ Sagte sie leise. Semir sah sie an und Anna sah die Tränen in den Augen. „Ich weiß Chefin….“ sagte Semir tonlos.

    Tom kam am Rastplatz an und musste eine Weile warten, bis der Kunde bzw. der Lieferant kam. Schnell war der Deal gelaufen, doch bevor die Männer sich entfernen konnten, war überall auf einmal Polizei. Tom duckte sich hinter dem Wagen und versuchte einen Ausweg zu finden. Und als er sah wie die Polizisten sich auf die Männer konzentrierten die um sich schossen. Tom stieg in seinen Wagen und raste davon. Er sah nicht, dass der silberne BMW sich direkt an ihn heftete. Tom trat das Gaspedal durch und beobachtete durch den Rückspiegel den Wagen und sah den Fahrer. Dann stutzte er plötzlich. Er kannte den Wagen aber der Mann der dort am Steuer saß, konnte nicht echt sein. Er war doch tot. Erschossen von Jacko und Julius. Er, Tom hatte es doch gesehen. Was zum Teufel hatte das zu bedeuten? Tom wollte es herausfinden und fuhr auf den nächsten Rastplatz. Der BMW kam hinterher. Tom stand zunächst nur da und sah wie der Mann aus dem BMW stieg, die Waffe im Anschlag. Toms Herz macht einen Sprung. „Okay! Ganz langsam aussteigen und Hände auf das Wagendach!“ befahl er. Tom tat was er verlangte und stieg langsam aus.

    HEY!!! So nicht liebe Jenny... so nicht... Bevor du heute nachmittag wieder verschwunden bist, fordere ich einen großen Nachschlag. Was haben die Kerle mit Semir vor? Die wollen ihn doch wohl nicht als Mörder dastehen lassen, oder doch? Was ist mit ihm? Wird er in die Türkei gebracht, als Mörder missbraucht, als Druckmittel gegen Tom eingesetzt, der worauf ich dich nur mal hinweisen muss, immer noch nicht weiß das sein Freund nicht tot ist, sondern nur knapp davor?

    Also bevor du irgendwo hinfährtst.... FORTSETZUNG!!!..... FORTSETZUNG!!!..... FORTSETZUNG!!!:.. :D

    'Na sicher ist eine Fortsetzung drin.

    „Verdammt!“ stieß Florian aus, als er den Mann sah, der bei Romina stand. Sein Bruder Frank sah ihn an. „Was ist denn? Wer ist das?“ fragte er. „Keine Ahnung. Kann Zufall gewesen sein. Egal... wir kriegen sie noch. Und dann kann sie ihr Testament machen. Schon allein für den Tritt den sie mir verpasst hat, wird sie büßen.“ fluchte Florian. „Mensch Flo! Nun hab dich nicht so.... ich meine du hast doch selbst Schuld. Wenn Romi zu den Bullen geht, dann haben wir ein ziemlich großes Problem. Auf dem verdammten Stick sind alle Infos drauf... Alle verstehst du? Wir müssen den Stick wiederhaben!“ fauchte Frank ihn an. Florian nickte. „Ich werde ihn wieder besorgen, keine Angst.“ drohte er. „Ja und wie? Meinst du sie passt jetzt nicht noch mehr auf, als vorher... Ich sagte doch von Anfang an, lass dich nicht mit ihr ein. Sie ist vermutlich sogar ein Spitzel der Bullen.“ meinte Frank wütend. Florian nickte. „Quatsch sie ist eine Nutte! Aber sie wird mit ihrem Wissen sicher nichts mehr anfangen können. Ich weiß wo sie wohnt und welches Auto sie fährt.“ meinte er grinsend und verschwand. Frank schüttelte nur den Kopf. Er wusste genau, was Florian vorhatte, doch eigentlich wollte er das nicht. Doch Romina hatte Beweise in der Hand, die Frank und Florian schwer belasteten. Sie war dabei, als die Beiden einen zehnjährigen Jungen einer sehr wohlhabenden Familie erst um das Lösegeld erpressten und den Jungen anschließend umbrachten. Florian ließ es sich nicht nehmen den Jungen während des Todeskampes zu filmen. Nur um seine eigene Gier, nach Brutalität und Verzweiflung gegen Andere auszuleben. Er sah sich diesen Film mehrmals auf dem PC an. Nur einmal vergaß er ihn zu löschen. Und genau diesen Film hatte sich Romina auf einen Stick gezogen. Nun mussten die Beiden verhindern dass der Film zu den Bullen geht.

    Romina sah sich noch einmal kurz um, als sie den Weg zu ihrem Wagen antrat. Sie sah den Mann noch da stehen, als sie in ihren Wagen einstieg. Kurz hob sie die Hand zum Gruß und fuhr ab. Während der Fahrt griff sie zum Handy und wählte eine ihr bekannte Nummer. „Hallo Sandy…. Alles Klar bei dir?“ fragte sie und hörte eine Weile zu. „Sag mal Schwesterchen, könnte ich bei dir ne Weile untertauchen? .... Was? Nein… ich hab keine Scheiße gebaut. Ich brauche nur ne kleine Auszeit. Sagen wir zwei Wochen. Was ist mit Papas Hütte? Da könnte ich doch… Ja… Okay… ich hole mir die Schlüssel ab und fahre dann zur Hütte. Aber du hast mich nicht gesehen, damit das klar ist. Bis später.“ Romina beendete das Gespräch. Sie hatte ihre Schwester lange Zeit nicht mehr gesehen, doch egal wie lange es her ist, jedes Mal wenn sie dort anrief und sich ankündigte, glaubte Sandra dass sie Mist gebaut hätte und deshalb zu ihr kam. Sie fuhr nach Hause um zu packen. Aufmerksam sah sie sich um. Wenn Frank oder Florian zu ihr gefahren sind, war es durchaus möglich dass sie den Wagen entdeckte. Doch es war nichts zu sehen. Beruhigt fuhr sie in ihr Apartment, welches im zehnten Stock eines Hochhauses lag.

    Wenige Stunden später hatte Semir den Fall vergessen. Alles war wie immer. Er kam mit Jan von der Tour wieder und ging zum Schreibtisch von Andrea. „Du….!“ fing er an. Doch als Andrea ihn wütend ansah, schluckte er kurz und murmelte „Ach…vergiss es einfach.“ Und ging in sein Büro. Jan sah es natürlich. Er wusste genau dass die Beiden sich liebten. Aber wenn Andrea ihre fünf Minuten hatte, dann war nicht gut Kirschen mit ihr zu essen. So ging er mit einem leisen „Hallo“ ebenfalls ins Büro und schloss die Tür. „So kannst du es vergessen, Semir. Frag sie direkt ob sie wieder mit dir zusammen sein will. Drucks hier nicht rum, geh zu ihr… nimm sie in den Arm… küss sie…“ zählte er auf. Semir sah ihn an. „Vergiss es… die ist im Augenblick kälter als der Nordpol.“ meinte er leise und wandte sich dem Papierberg auf seinem Schreibtisch zu. Jan grinste nur. „Na mach du mal…. ich hol mir nen Kaffee.“ sagte er und erhob sich. Semir sah ihm nach. Wieder fiel sein Blick auf Andrea die nun ebenfalls aufstand und in die Küche ging. Schnell tat er so, als würde er arbeiten.

    Der Arzt kam zu Andrea und sah sie an. „Hey… es ist alles okay… eine kleine Komplikation. Das kommt schon vor. Beruhigen Sie sich…“ versuchte er sie zu trösten. „Was ist denn mit ihm? Warum …“ Andrea schluchzte laut. „Ich gebe Ihnen etwas, damit Sie zu Ruhe kommen. Er muss nur noch einen höchstens zwei Tage kämpfen… dann hat er es geschafft.“ erklärte er ihr sachlich. „Aber die Maschinen? Was war das denn? Es sah nicht danach aus, dass alles in Ordnung ist… es kann doch …“ Angst schwang in ihrer Stimme mit. „Frau Gerkhan… Ihr Mann hat Heroin bekommen. Eine große Menge. Der Körper kämpft und Sie können froh sein, dass er sportlich ist. Er schafft es. Und Sie werden sich jetzt etwas hinlegen und schlafen.“ empfahl der Arzt. „Ich kann nicht schlafen… nicht jetzt. Was wenn er wach wird?“ fragte sie ängstlich. „Nur keine Sorge. Sie werden gleich schlafen und Sie werden die erste sein, die erfährt wenn er wach ist.“ lächelte der Arzt ihr beruhigt zu und gab ihr eine Tablette.

    Die Tage vergingen ohne dass es neue Erkenntnisse gab. Hoffnungslosigkeit machte sich breit. Endlich am dritten Tag nach dem Semir gefunden wurde, rief Andrea bei Anna an. „Er ist wach!“ rief sie freudig. „Ich bin gleich bei Ihnen!“ gab Anna bekannt und rannte sofort aus dem Büro. „Semir ist wach!“ sagte sie und rannte direkt weiter. Sie hörte noch wie im Hintergrund gejubelt wurde, dann war sie bereits im Auto und raste in Richtung Krankenhaus. Eine halbe Stunde später stand sie vor der Tür und betrat den Raum in dem Semir einige Tage um sein Leben kämpfen musste. „Chefin…“ kam leise von Semir. Es klang sehr müde und erschöpft. „Semir…. schön das Sie sich entschlossen haben, aufzuwachen.“ sagte Anna leise und nickte Andrea zu, die völlig müde aussah. „Können Sie mir ein paar Fragen beantworten?“ versuchte Anna von Semir zu erfahren. „Ich weiß nicht… aber wir sollten es versuchen. Bevor…“ Semir stockte. Anna sah ihn an. „Bevor was?“ wollte sie sofort wissen. Semir holte tief Luft. „Bevor diese Schweine Tom süchtig machen...“ stieß er aus. „Ich muss mich darum kümmern…“ sagte er entschlossen und schlug die Decke beiseite. Doch bevor er aufstehen konnte wurde er von Anna zurück gedrückt. „Sie werden gar nichts tun außer sich erholen. Semir… Sie helfen uns nicht, wenn Sie zusammenbrechen. Sie sind dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen.“ erläuterte sie ihn. „Was? Aber wie? Ich meine… die Mistkerle haben auf mich geschossen und Tom musste zusehen. Für ihn bin ich tot. Danach weiß ich gar nichts mehr.“ kam leise von Semir. „Man hat Ihnen eine Überdosis Heroin verpasst. Semir…. es sah manchmal sehr schlimm aus. Wir hatten große Angst, dass Sie…“ erklärte Anna vorsichtig. Semir nickte nur.

    Die Tage vergingen und Semir erholte sich immer mehr. Eine Woche nach seiner Einlieferung ließ er sich auf eigene Verantwortung entlassen. Er nahm die Arbeit auf um seinen Freund zu finden. Anna rief ihn in ihr Büro. „Semir…. Sie wissen doch, dass ich es absolut nicht mag, wenn Sie eigenmächtig aus der Klinik gehen. Was wollen Sie denn damit erreichen?“ fragte sie vorwurfsvoll. Semir sah sie an. „Ich will meinen Freund und Partner finden, der in Händen von skrupellosen Verbrechern ist, die ihn an die Nadel bringen. Tom ist über zwei Woche weg und wir wissen gar nichts!!“ schrie Semir laut. Anna behielt die Ruhe. „Semir… Fink und ich haben alles unternommen um ihn zu finden, aber die Spuren verliefen im Sand. Wir wissen nicht wo wir ansetzen sollen. Sie sind mit Sicherheit noch nicht in der Lage den Dienst aufzunehmen. Fink ist uns derzeit unterstellt, weil wir unterbesetzt sind und derzeit eine Bande von Autoschiebern ausgerechnet sich diese Zeit ausgesucht hat um aktiv zu werden. Es wurden bereits zwanzig Wagen gestohlen. Keine besonderen Klassen, sondern querbeet. Wir sind gerade dabei eine Falle aufzubauen und ich möchte, dass Sie den Beobachter spielen. Fink ist in letzter Zeit zu häufig an der Front gewesen und wird vermutlich erkannt. Aber ich denke, dass diese Bande Sie nicht kennt und deshalb… natürlich nur, wenn Sie es sich zumuten….“ erklärte Anna. Semir sah sie mit traurigen Augen an. „Was ist denn mit Tom?“ fragte er leise. Anna fuhr mit der Hand durch die Haare. „Ich habe ihn als vermisst erklärt.“ kam von ihr. Semir sah sie erstaunt an. „Was? Er ist nicht tot! Er lebt und ich werde ihn finden!!“ schrie Semir ungehalten und verließ das Büro und ließ die Tür knallen. Anna sah ihm nach.

    Diese Story ist auf Wunsch von Sammyflocke entstanden, die sich eine mit Jan Richter wünschte. Und wer mich kennt, weiß ich versuche alles zu erfüllen….


    Semir lief durch den Wald. Er wollte abschalten und konnte dies am Besten, wenn er in der Natur unterwegs war. Es kam ihm sehr gelegen, das nicht weit von seinem Zuhause ein recht ruhiges Gebiet lag wo alles vorhanden war. Erst lief man zwischen Ackern entlang, dann kamen ein kleiner Baggersee und dicht dahinter ein recht dichter und ziemlich verlassener Wald. Er lief gern hier lang weil es ihm half über manche Dinge klar zu werden. Wie jetzt gerade, die Trennung von Andrea. Sie wollte mehr Freiraum für sich haben und er würde sie zu sehr einengen. Semir verstand nicht was sie meinte. Und Andrea war nicht der Typ Frau, die ihm das erklären wollte. Völlig in Gedanken lief er den Weg, den er bereits auswendig kannte, als ihn plötzlich eine junge Frau umrannte. „Hey!“ stieß er erschrocken aus und sah der jungen Frau nach, die weiter rannte und dann hinter einem Baumstamm duckte. Irritiert sah er sie an. Sie schien Angst zu haben. Nur kurz darauf sah er zwei Männer aus dem Waldweg kommen, woher auch die Frau kam. Semirs Instinkt sagte ihm sofort, dass etwas nicht stimmte. Er stellte sich so an den Baumstamm, dass die Frau nicht entdeckt wurde und tat als müsse er die Schuhe binden. Die Männer taten desinteressiert und sahen sich suchend um. Dann verschwanden sie wieder im Waldweg. Semir drehte sich zu der Frau um. „Sie sind weg.“ sagte er leise. Doch von ihr kam keine Antwort. „Hey… alles okay?“ fragte Semir nach. Die Frau nickte nur. „Danke….“ hauchte sie und wollte weglaufen. Semir hielt sie fest.

    Nee….nee…nee, nicht so schnell. Was wollten die Kerle von Ihnen?“ fragte er nach. „Ich weiß nicht genau was Sie meinen.“ gab die Frau zurück. „Ja sicher… die waren gar nicht hinter Ihnen her…. Sie spielen hier mit denen verstecken nicht wahr?“ kam ziemlich verächtlich von Semir zurück. „Lassen Sie mich auf der Stelle los oder ich rufe nach Hilfe!“ warnte ihn die Frau. Semir grinste. „Ja tun Sie das ruhig. Was meinen Sie wie sich ihre Freunde darüber freuen?“ harkte er nach. „Bitte… lassen Sie mich los…“ flehte die Frau. „Hey… ich tue Ihnen nichts. Ich bin von der Polizei… lassen Sie sich doch von mir helfen. Mein Name ist Semir ... Semir Gerkhan.“ erklärte Semir sanft weil er die Angst der Frau regelrecht spürte. Sie musterte ihn. „Sie sind Polizist?“ fragte sie erneut. Er nickte. „Was wollten die Typen von Ihnen?“ kam von Semir. Die Frau sah ihn an. „Was? Woher soll ich das wissen. Diese Typen haben mich aufgelauert und dann packte mich der eine. Ich konnte ihn abschütteln und hab ihn getreten. Dann ist er zu Boden und ich bin losgerannt.“ erklärte die Frau. Semir nickte. „Wollten die Männer... ich meine haben sie versucht...?“ Semir suchte nach den richtigen Worten, um die Frau nicht zu sehr in die Enge zu treiben. „Sie meinen Vergewaltigt?“ fragte die Frau spöttisch. Er nickte. „Nein... aber vermutlich wollten sie es.“ meinte sie nur. „Wollen Sie Anzeige erstatten?“ harkte Semir nach. Ein leises verächtliches Lachen war die Antwort. „Gegen wen denn? Ich kenne die Männer doch gar nicht.“ erklärte sie ratlos. Semir zog die Schultern hoch. „Gegen unbekannt. Dann wären die Kollegen vom hiesigen Revier zumindest aufmerksamer und werden dieses Gebiet kontrollieren, damit nicht einer anderen Frau etwas passiert. „Nein... ich werde heim gehen und alles vergessen. Würden Sie mich bitte loslassen? Danke für Ihre Hilfe.“ kam von der Frau und sie reichte ihm die Hand. Semir nickte und ergriff die Hand. Die andere Hand von ihr glitt in die Tasche seiner Sportjacke. Er spürte nicht, wie sie etwas hineintat. „Wenn Sie noch einmal Hilfe brauchen, schreien Sie. Manchmal vertreibt es den oder die Täter. Sie nickte und ging.

    Hmm schön die wissen zwa jetzt wer dahinter steckt, nur wenn einem so harten Polizisten wie Semir sogar die Galle hochkommt beim besehen der Fotos, dann sind die ja wirklich heftig. Mal sehen wie lange die noch so ungehindert arbeiten können. Mir schwant da böses. Vor allem wenn der Typ sich erinnert wen er von den Beiden kennt. Das klingt nicht gerade gut. Und ich weiß irgendwann erinnert man sich an Personen. Besonders wenn man länger mit ihnen zusammen ist...

    Katrin... klasse geschrieben... absolute Spitze.