Tom sah Berger und Kaufmann an. Während Berger ihn fertig machte, versuchte Tom seine Gedanken zu ordnen. Es konnte doch gar nicht sein, das Semir lebte. Berger und Julius hatten ihn vor seinen Augen erschossen. Doch dann hörte er Semir wie dieser ihm erklärte, dass er eine Schutzweste getragen hatte. Berger und Kaufmann hatten ihn zerstört. Doch damit nicht genug. Sie hatten ihm Heroin gespritzt. So lange bis er drauf war. Und nun war die Rettung wieder da. Semir würde sicher alles tun um ihn zu helfen. „Du hast den Deal versaut! Glaubst du denn damit hast du dir die nächste Ration verdient? Du bist ein Versager!“ brüllte Berger ihn an. Tom war sehr geknickt. „Ich…ich … Die Polizei war plötzlich da und …und.. ich konnte nichts tun. Einer hat mich sogar verfolgt aber ich konnte ihn aus dem Verkehr ziehen.“ erklärte er. Doch er verschwieg dass es sich um Semir handelte. Auch wenn Berger und Kaufmann ihn an die Nadel gebracht hatte, so waren seine Sinne immer noch geschärft. Seine einzige Möglichkeit wieder davon los zu kommen war Semir. Noch heute Nacht wollte er ihn besuchen und ihm erklären was passiert war. Er wollte ihm bitten zu helfen. Berger atmete tief ein. „Also gut… aber noch ein solcher Fehler und du landest in der Gosse ist das klar?“ fragte er wütend. Tom nickte demütigend. „Geh in dein Zimmer und warte bis ich dich rufe. Ich werde dich nicht einsperren. Also… enttäusche mich nicht.“ warnte ihn Berger. Tom trollte sich. Er musste sich einen Plan zu Recht legen, wie er diesen Beiden entkommen kann.
Die Tage vergingen und Semir verzweifelte langsam. Es gab keine Hinweise wo Tom steckte. Sie hatten genügend zu tun und er lenkte sich mit einem anderen Fall ab. Doch so wirklich wollte es nicht gelingen. „Martin… ich werde heute früher heim fahren. Meine Frau und meine Tochter sind bis zum Wochenende weg und ich brauche etwas Ruhe.“ erklärte er seinem Aushilfspartner. Martin nickte. „Mach das… kein Problem. Ich halte dich auf dem Laufenden und rufe dich an, falls sich etwas ergibt.“ nickte dieser verständnisvoll. Semir stand auf und verschwand. In Gedanken versunken versuchte er sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Immer wieder sah er in den Rückspiegel um festzustellen, ob er überwacht wurde. Doch nichts deutete darauf hin. Endlich kam er zuhause an und stellte den Wagen ab. Dann ging er ins Haus. Es war so ruhig und leer ohne Aida. Er vermisste ihr Lachen und griff zum Telefon. „Hallo… ich bin’s Semir. Ist Andrea in der Nähe?“ fragte er seinen Schwiegervater. Nur kurz darauf hörte er Andrea. „Schatz… wie geht es dir? Gibt es was Neues? Hast du Tom gefunden?“ hörte er seine Frau fragen. „Nein… bisher nicht. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich werde ihn finden und ich werde ihm helfen. Du kennst mich doch. Ich gebe nicht auf.“ lachte er verbittert in den Hörer. „Ich liebe dich. Du hörst dich so traurig an. Soll ich vielleicht zurückkommen? Ich kann in drei Stunden bei dir sein.“ kam besorgt von Andrea. „Nein… das ist nicht nötig. Mir geht es gut. Ich liebe dich auch. Gib Aida einen dicken Kuss von mir.“ sagte er und legte auf. Nur wenig später legte er sich hin. Doch die Ruhe währte nicht lange.
Gegen Mitternacht wachte Semir auf. Geweckt durch ein Geräusch das ihm warnte. Er schlug die Decke zur Seite und nahm seine Waffe aus der Nachttischschublade. Ein kurzer Blick auf die Trommel zeigte ihm, dass alles okay war. Er öffnete vorsichtig die Tür zum Schlafzimmer und stieg mit der Waffe im Anschlag die Treppe hinunter. Wieder schepperte es. Diesmal kam es aus der Küche. Vorsichtig sah er hinein. Jemand machte sich an seinem Kühlschrank zu schaffen. Etwas irritiert sah Semir kurz zu und hob dann die Waffe. „Okay… Sportsfreund. Hände hoch!“ blaffte er den unbekannten Besucher an. „Na… du warst auch schon mal Gastfreundlicher…Partner…“ gab der Besucher von sich. Semir entspannte sich. „Tom?“ fragte er erstaunt. „Ja…Semir… hilf mir… bitte.“ Tom drehte sich zu Semir um. Unter seinen Augen lagen tiefe Ringe. „Ich brauche deine Hilfe…“ ging das Flehen weiter. Semir steckte die Waffe ein. „Du hast mich niedergeschlagen!“ fauchte er seinen Freund an und musterte ihn. Die Augen waren unnatürlich groß. Die Haut glänzte im Licht. „Ja ich weiß… aber ich…bitte Semir…“ kam erneut von Tom. „Du bist gerade drauf, was?“ fragte Semir vorsichtig. Tom nickte. „Ja… obwohl ich den Auftrag versaut habe, bekam ich meine Dosis. Aber ich will nicht….ich will nicht…“ Tom fing an zu weinen. Semir nickte. „Komm wir werden uns ins Wohnzimmer setzen. Du wirst mir erzählen, was passiert und dann werden wir die Chefin anrufen.“ erklärte Semir mit fester Stimme. Tom nickte. Er folgte Semir und schon kurz darauf fing er an zu erzählen.