Da für Katrin nun wieder die harte Zeit des büffelns anbricht und sie ab sofort wieder seltener online geht, hat sie mich gebeten die Story für euch stück für stück einzusetzen....
‚Nein! Das war unmöglich!’ Seine Augen verengten sich bei diesem Gedanken. Der Zorn stieg in ihm hoch. Wütend schlug er gegen das Lenkrad. Oder hatte er sich getäuscht? Nein, er würde sie selbst nach all den Jahren wieder erkennen. Nie würde er ihr Gesicht vergessen, dieser entschlossene Gesichtsausdruck, als sie damals den Abzug durchzog und seinen Bruder, Andreas Ritinger, tötete. Das war Anna Engelhardt! Sie lebte also noch! Einer der Neulinge trieb ein falsches Spiel mit ihm. Das würde dieser büßen!
Die Autos vor ihnen blieben vor einem alten, heruntergekommenen Haus, in der Nähe eines Waldes, stehen. Norbert Kuhn tat es ebenso. Es war eine verlassene Gegend, Menschen oder andere Häuser waren kaum welche zu sehen. Sven hatte den Befehl gegeben erneut das Versteck zu wechseln, weil der Überfall wieder gescheitert war. Aus diesem Grund hatten sie die alte Unterkunft gar nicht mehr besucht. „Siedlerstraße 7.“ las Tom auf dem kaum lesbaren Schild an der Mauer des Hauses, als er ausstieg und warf Semir einen unmerklichen Blick zu. Bei der nächsten Gelegenheit mussten sie ihrer Chefin unbedingt die neue Adresse durchgeben.
Tom, Semir und Norbert hatten gerade das Gebäude betreten, da stürmte Sven Ritinger bereits auf sie zu. „Wieso um alles in der Welt lebt die Engelhardt noch?“ schrie er ihnen wütend entgegen. Erschrocken wichen ‚Raffael’ und ‚Adrian’ zurück und erstarrten zugleich bei den Worten „Engelhardt lebt“. Norbert, der ebenso verwundert war, versuchte Sven zurückzuhalten. „Bitte Sven, du irrst dich! Die Engelhardt ist tot, das weißt du doch. Was soll denn das?“ versuchte er Sven zur Vernunft zu bringen. „Nein, ist sie nicht!“ stieß Sven vor Wut kochend aus. „Ich habe sie auf dem Rastplatz kurz gesehen. Sie war dabei! Sie hat ein Kind vom Rauch weggebracht.“ fuhr er fort. Semir und Tom schlug das Herz bis zum Hals, dennoch versuchten sie äußerlich ruhig zu bleiben. Wurde Anna wirklich gesehen? Würde ihre Tarnung nun auffliegen?
„Aber ich hab doch geschossen und sie sank zusammen! Der eine Bulle schrie daraufhin, dass sie tot sei…da bin ich mir sicher.“ brachte Tom als Entschuldigung hervor. Norbert sah Sven und ‚Raffael’ einen Moment lang an und nickte dann. „Aber das kann nicht sein, Sven! Ich war doch dabei! Die Engelhardt ist tot! Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen!“ war er sich sicher. „Ich habe sie aber gesehen!“ schrie Sven. „Aber Raffael hat…die Kugel traf die Engelhardt in Herznähe, sie hat sich daraufhin nicht mehr bewegt. Sie…sie muss tot sein.“ stammelte ‚Adrian’. „Sven, bitte beruhige dich. Es war alles voller Rauch! Das kann sie nicht gewesen sein, es sei denn, sie ist von den Toten wiederauferstanden.“ versuchte es Norbert erneut. Sven sah ihn drohend an und trat einen Schritt näher. „Wage es nicht zu behaupten, dass ich mir das nur eingebildet habe!“ Norbert schluckte und schüttelte schnell den Kopf. „Tut mir Leid…ich dachte nur…es hätte ja sein können, dass du dich geirrt hast.“ sagte er entschuldigend. „Nun gut, nehmen wir einmal an, ich hätte mich geirrt. Warum ist dann aber schon wieder ein Überfall gescheitert? Warum waren die Bullen schon wieder vor uns dort?“ fuhr Sven nun ruhiger fort, aber noch immer mit einem zornigen Unterton in der Stimme. Norbert sah ihn an und schwieg. „Ich weiß es nicht.“ gab er schließlich leise zu und zuckte mit den Schultern. „Wir haben einen Verräter hier! Jemand, der die Polizei mit Informationen versorgt. Jemand, der die Engelhardt vielleicht gewarnt hat und dafür gesorgt hat, dass sie eine Schutzweste tragen würde. Ich weiß nur noch nicht, wer diese undichte Stelle ist.“ Sven sah ‚Raffael’ und ‚Adrian’ eindringlich an. Die Beiden sagten aber nichts.