Beiträge von Elvira

    Kurt hörte was der Bulle verlangte. Das durfte nicht passieren und er musste eingreifen. Die Bullen durften die Ladung nicht sehen. Er zog seine Pumpgun und stieg leise auf der Beifahrerseite aus. Die Polizisten bemerkten es nicht. Die waren mit Hubert beschäftigt und gingen gerade nach hinten. Auch Kurt ging nach hinten. Er schlich sich an die Männer ran und als er die hintere Seite erreicht hatte, sah er den Kleineren mit dem Rücken direkt vor sich stehen. Der größere stand direkt bei Hubert. Er stieß den Kleineren dem Waffenlauf in den Rücken. „Wenn du jetzt noch mit dem Ohr wackelst dann hast du es hinter dir!“ warnte er vernehmlich. Der Kleinere versteifte sich sofort, während der Große zur Waffe griff. „Lass es! Sonst ist er Mus!“ brüllte Kurt ihn an. Der Große hob die Hände. „Ganz ruhig. Wir können über alles reden!“ sagte er. Kurt nickte. „Ja sicher…. Waffe auf den Boden!“ befahl er. Der Polizist tat was verlangt wurde. Der Kleinere rührte sich nicht. „Du auch!“ stieß Kurt ihn an.

    Semir zog vorsichtig seine Waffe raus und legte sie auf den Boden. „So und nun beide zu eurem Wagen!“ befahl der zweite Mann. Semir sah Tom Hilfe suchend an. Doch Tom konnte nichts tun. Er war gezwungen auf Semir Rücksicht zu nehmen. Während der Zweite die Beiden unter Bewachung hielt sammelte der Fahrer die Waffen ein. „was machen wir denn jetzt?“ fragte er den Anderen. „Wir werden sie erst einmal in ihrem Dienstwagen einsperren. Die Waffen in den Kofferraum!“ befahl der Zweite und stieß Semir die Waffe in den Rücken. „Los!“ Semir ging los. Tom musste vor ihnen gehen. Dann hatten sie den Wagen erreicht. „Handschellen raus!“ kam der nächste Befehl. Semir griff in die hintere Tasche und zog die Handschellen hervor. „Du machst dich hinten fest!“ befahl der Mann. Semir tat was verlangt wurde. Tom musste sich vorn fesseln. Dann wurden die Türen zugeschlagen und die Beiden waren allein. Sie konnten nur noch sehen, wie der LKW den Rastplatz verließ. „Verdammt!“ stieß Semir aus.

    Kurt und Hubert stiegen in den LKW und fuhren los. Hubert drückte das Pedal heftig durch und der Wagen schaukelte enorm. Dabei verlor er das vordere Nummernschild, was keiner von Beiden bemerkte. Sie fuhren auf die Autobahn. „Verdammt! Wenn die gesehen hätten was wir geladen haben, dann … dann wären wir für einige Jahre aus dem Verkehr gezogen worden. Die hätten nur fixer sein müssen und du hättest gar keine Chance gehabt, die Knarre zu ziehen“ grollte Hubert. Kurt sah ihn nur an. „Wenn du die Klappen aufgemacht hättest, dann ja... die Drogen da hinten reichen für drei Großstätte. Das wäre ein gefundenes Fressen. Wir müssen Markus anrufen und ihm sagen, dass uns die Bullen auf dem Kicker haben. Denn wenn die beiden aus dem Wagen sind, dann werden sie uns jagen, verstehst du? Markus muss uns helfen. Er muss. Schließlich war es seine Idee.“ fluchte Kurt und griff zum Handy. „Ja… Markus? Ich bin’s… pass auf die Bullen haben uns am Wickel bekommen. Was? … Nein! Nein! Wir haben sie überwältigt, aber…die werden uns sicher nicht so einfach fahren lassen. … Warum ich dich anrufen? … Ja was meinst du denn? Ich fahre hier deine Ware durch die Stadt, verdammt!“ schrie Kurt ins Handy. „Okay…. ja…. gut…. wir sehen uns dann heute Abend am Rastplatz.“ Kurt beendete das Gespräch. Hubert sah ihn an. „Und was jetzt?“ wollte er wissen. „Es bleibt beim Plan. Wir treffen uns heute Abend wie ausgemacht.“ gab Kurt weiter.

    Hi Leute,
    ich bin gerade beim Aufräumen meiner Cobra 11-Sachen, entdecke ich in meiner Folgenliste, dass am 07.September.2006 gleich zwei Folgen liefen. "Vertrauenssache" und "Volles Risiko", die ersten beiden Folgen der 18. (Sende-) Staffel!

    Stimmen die Angaben in meiner Liste oder nicht?

    MfG chilliges_Schaf

    Das stimmt. ES wurden zwei Folgen zum Auftakt der Staffel gezeigt.

    Hallo Elvira,
    kannst du mir sagen wie lange das bei dir oder action concept so ungefähr dauert ? habe schonmal so einen Brief abgeschickt ich weiß gar nicht mehr wohin der damals ging jedenfalls das ist auch schon 3 Jahre her und da kam bis jetzt noch nichts an.

    Nun man sollte schon eine ganze Weile Geduld haben. Ich versuche natürlich möglichst schnell die Autogrammkarten zu versenden, allerdings ist das mit dem Nachschub so eine Sache. Bei AC wird es vermutlich noch etwas länger dauern. Ich kann keine genaue Zeitspanne nennen.

    «Alarm für Cobra 11» erreichte zur besten Sendezeit mit einer neuen Folge durchschnittlich 1,90 Millionen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren, der Marktanteil belief sich auf ordentliche, wenngleich nicht überragende 18,0 Prozent Marktanteil. Insgesamt kam die Actionserie diesmal nicht über 3,43 Millionen Zuschauer hinaus, was soliden 12,3 Prozent entsprach – im Vergleich zur Vorwoche gingen mehr als über eine Million Zuschauer verloren.

    Rückblende ca. sechs Wochen vorher:

    Er und Tom waren auf dem Rastplatz an der A 4 bei KM 416 und versuchten im gebrochenem Englisch einem Ausländer zu erklären, dass er auf dem Parkplatz nicht einfach ein Zelt auf schlagen könnte. Nachdem der Mann es endlich verstanden hatte, sah Semir Tom an. „Wie wäre es wenn wir beide einen Englischkurs besuchen. Du stammelst da vielleicht ein paar Brocken zusammen. Das ist ja kein Wunder, dass der arme Kerl völlig durch den Wind ist.“ tadelte Semir seinen Partner. Tom lachte auf. „Ja wer hat denn da eben etwas von … You must da nicht bauen… that is not erlaubt… gestammelt?“ fragte er lachend. Semir grinste. „Na und… besser als du bin ich trotzdem.“ gab er zurück. Tom grinste ebenfalls. „Nur gut, dass du denen keinen Weg beschreiben musstest. Ich sehe es schon vor mir. ---- Your must da lang und then you biegst links to the Dingsda…. Die wären überall hingekommen nur nicht dahin wohin sie wollten.“ Tom hatte Tränen vor Lachen in den Augen stehen. „Ha, ha…. Du Witzbold. Wie war es denn mit diesem Pfaffen? Aufmachos? Da hast du nämlich…“ Semir stockte plötzlich. „Sieh mal da den LKW…“ sagte er und wies auf einen Wagen der hinter Tom zum stehen kam. Tom drehte sich um. „Ja und?“ wollte er wissen. „Fällt dir nichts auf?“ fragte Semir. Tom sah noch einmal hin. „Was denn? Man wir rätseln hier doch nicht oder?“ stellte er die Gegenfrage. „Na das Nummernschild. Es ist doppelt. Unter dem was du siehst hängt noch eins. Das sieht man doch sehr deutlich….“ stieß Semir aus und ging schon in Richtung LKW. Tom trottete hinterher. Dann sah er es auch. „Verdammt du hast Recht… Na dann werden wir uns den Herren doch mal ansehen.“ Semir stimmte dem zu.

    Hubert sah die beiden Männer auf sich zukommen und stieß Kurt an. „Sieh mal… die sehen aus wie Bullen!“ sagte er leise. Kurt sah auf. „Oh Shit… warum sind die auf uns aufmerksam geworden?“ wollte er wissen. Hubert zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Ich habe mich an die Verkehrsregeln gehalten.“ gab er gleichgültig zurück und kurbelte das Fenster runter. „Gerkhan, Kripo Autobahn. Würden Sie bitte das Fahrzeug verlassen!“ forderte ihn der kleinere der Polizisten auf. „Ich bleib drin….“raunte ihn Kurt aus der Kabine zu. Hubert nickte. „Ja sicher….!“ sagte er anschließend zu den Polizisten. Hubert stieg aus. „Was haben Sie geladen?“ fragte der größere Polizist. „Computerteile. Ich muss sie nach Frankfurt bringen.“ Erklärte er und holte die Papiere aus dem Handschuhfach. „Würden Sie die Ladefläche bitte mal öffnen?“ bat ihn der Kleine von den Polizisten. „Muss ich das?“ kam nun die Gegenfrage von Hubert. „Nun… ich weiß nicht was dagegen sprechen sollte. Sie haben doch nichts zu verbergen, oder?“ kam die nächste Frage. „Nein… nur… wissen Sie… ich bin etwas in Zeitdruck und….“ stammelte Hubert und zögerte.

    Semir hob den Stick hoch. „Ein USB-Stick. Darauf war eine Datei und zwar eine Videodatei. Sie zeigt den Todeskampf des Kindes und die Gesichter der Täter. Ich weiß nicht ob es die Männer sind, die Frau Andersen verfolgt hatten. Ich weiß nur, das sie ziemlich brutal mit dem Kind umgegangen sind.“ erklärte Semir. Andreas nickte. „ Der Fall ist zu den Akten gelegt worden. Wir müssten zunächst einen Antrag stellen damit wir den Fall weiter verfolgen können.“ fügte er noch bei. Semir sah ihn an. „Na dann sollten wir uns daran machen. Ich habe den Stick zuhause. Lassen Sie mir die Akten zukommen und dann werden wir ermitteln. Natürlich nur, wenn Frau Engelhard nichts dagegen hat.“ erklärte er vorsichtig und sah Anna an. Diese lächelte. „Warum sollte ich etwas dagegen haben. Sehen Sie zu, dass sie diese Mistkerle hinter Gitter bringen.“ gab sie zurück. Andreas sah sie dankbar an. „Ich werde Ihnen die Akten heute noch rüber bringen lassen. Danke...“ meinte er nur. Wenig später waren Semir und Tom mit Anna allein. „Semir... wie kommt es eigentlich, dass Sie diesen Fall bearbeiten wollen? Ehrgeiz?“ fragte Anna. Semir schüttelte den Kopf. „Nein Chefin... nicht Ehrgeiz. Aber ich habe mir den Film angesehen. Die haben den Jungen ertränkt wie eine Katze. Nein schlimmer noch... es war so ... so.... abartig. Diese Typen gehören für immer in den Knast und ich will sie dort rein bringen.“ sagte Semir und seine Stimme veränderte sich. Anna und Tom sahen sich betroffen an. „Semir... bitte versuchen Sie Ihre Gefühle in diesem Fall hinten an zu stellen. Die Männer werden vor Gericht verurteilt werden. Aber Sie wissen auch, das Filmmaterial nicht ausgewertet werden darf.“ erinnerte Anna ihn. Semir nickte. „Ich weiß. Aber ich werde die Beweise erbringen und dann kann auch eine Schrankmann nichts anderes plädieren, als auf Lebenslänglich.“

    Sie gingen aus dem Büro zu Andrea. „Hast du schon die Adresse von diesen Brandt?“ wollte Semir wissen. Andrea nickte. „Ja es gibt insgesamt siebzehn Brandts. Darunter allerdings nur einer der Florian heißt. Dieser Florian ist die Hälfe eines Zwillingspärchens. Sein Bruder heißt Frank. Beide wohnen zusammen in Köln. Genauer in Bilderstöckchen und zwar in der Ravensburger Strasse 47.“ Kam von Andrea und sie drückte Jan den Zettel in der Hand. Dieser sah sie verwundert an und lächelte dann. „Danke… gute Arbeit Andrea…“ lobte er sie und beobachtete wie Semir ihn leicht wütend ansah. Auf dem Parkplatz nahm er Jan den Zettel aus der Hand. „Du fährst heute…“ knurrte er und ging auf die Beifahrerseite des Mercedes. Jan lachte. „Könntet ihr euch nicht mal aussprechen? Ich meine es würde sich sicher sehr positiv auf die Arbeit auswirken.“ gab er den Rat. „Du kannst mich mal. Andrea ist einfach nur eingeschnappt weil ich …ich meine… ich hab überhaupt nichts getan. Wie würdest du denn reagieren, wenn du mit deiner Freundin einkaufen gehst und plötzlich ein Typ auf sie zustürmt und sie in den Arm nimmt?“ fragte Semir wütend. „Na zum Beispiel fragen, wer der Mann war. Ich meine es könnte eine Verwechslung gewesen sein… oder ein alter Bekannter, ein Schulfreund… es kann ganz harmlos gewesen sein…“ versuchte Jan das Verhalten zu erklären. „Ja sicher… das hat sie auch gesagt. Sie hat behauptet, es sei ein Schulkamerad und sie hätten sich seit Jahren nicht gesehen…“ meinte Semir. „Ja und warum glaubst du es nicht?“ wollte Jan wissen. Doch von Semir kam nichts als ein Achselzucken.

    Frank sah Florian zufrieden an. Doch dieser schien sehr nervös. „Ich versteh dich nicht. Was ist denn mit dir. Mann... die Kleine ist tot. Der Film vermutlich im Wagen verbrannt. Niemand kann uns mit diesem Reff in Verbindung bringen. Niemand hörst du“ lachte Frank. Fabian nickte unsicher. „Das denkst du. Was wenn sie das Ding anders beiseite geschafft hat? Vielleicht per Post geschickt, oder jemandem zugesteckt? Es ist alles möglich...“ gab er zu bedenken. Frank lachte laut auf. „Du bist ein ganz schöner Schisser. Hey.... ich weiß was. Wir werden den Fall wiederholen. Diesmal werden wir uns ein Mädchen schnappen. Was meinst du? Sie sollte schon sechzehn oder siebzehn sein. Und mit der werden wir unseren Spaß haben. Das Geld kassieren und dann werden wir sie töten. Seit es mit Marcel war... liebe ich dieses perfide Spiel. Ich brauche den Kick. Was ist? Bist du dabei oder kneifst du?“ fragte er lauernd. Florian sah ihn an. „Frankie.... es ist nicht gut, wenn du jetzt wieder so einen Anfall bekommst. Ich meine... damals mit diesem Marcel... okay... ich hatte auch meine Freude daran, aber wenn wir jetzt ich meine....“ fing er an. Doch er spürte auch eine Spannung in seinem Körper das nach einer Wiederholung schrie. Dann schloss er die Augen und nickte. „Ja... ich bin dabei. Hast du schon jemandem im Auge?“ fragte er dann. Frank nickte. „Ja.... Martina-Jayline Vernont. Ihr Vater ist Multimillionär der kleine Duftwasser herstellt und damit sehr erfolgreich ist. Sie ist blond, sechzehn Jahre jung und sehr schön. Wir werden unsere Freude daran haben.“ gab er von sich und schnalzte mit der Zunge.

    Alos wirklich... dieser Gerbing ist ja wohl ganz schön dreis! Erst versucht er Semir umzubringen und läßt ihn schlagen treten, usw. und nun fordert er ihn zur mitarbeit auf? Aber irgendwie habe ich da jetzt gerade einen Hoffnungsschimmer entdeckt... Was sagte der Typ da gerade? Aufgeflogen? Also da Gangster nicht auffliegen können, klingt das sehr nach einem Undercover Kollegen von Semir... Endlich... ich sehe schon einen Hoffnungsstrahl am Horizont, das Tom bald da ist und seinen Freund, den er übrigens immer noch für tot hält, befreit...

    Semir wirbelte herum und begrüßte den Mann mit einem Magenharken. Doch dieser wehrte den Schlag ab und ging zum Angriff über. Er war Semir haushoch überlegen. Größer und kräftiger, aber Semir hatte den Vorteil wendiger zu sein. Wieder schlug er zu und traf die Niere des Gegners. Dieser taumelte zurück und sah ihn verwundert an. Dann rannte er wie eine Dampfwalze auf Semir zu, nagelte ihn an der Wand fest und ließ einen wahren Hagel an Schlägen auf Semir einprasseln. Dieser hob die Arme und versuchte sich vor den Schlägen zu schützen. Langsam wurde er in die Ecke des Raumes gedrängt. Der Mann ließ ihm keine Luft um einen Gegenschlag zu treffen. Einmal schaffte er es den Arm abzufangen, doch der Mann war trotz seiner Größe sehr wendig und riss sich los. Wie ein Dampfhammer prallte die Faust des Gegners in Semirs Magen und er ging mit einem Stöhnen zu Boden. Dann kam auch schon der nächste Schlag. Der Mann riss ihn am Kragen hoch und er versuchte sich zu wehren. Doch wieder kam die Faust und landete in seinem Genick. Das nächste was Semir sah waren jede Menge Sterne. Er ging mit einem Stöhnen erneut zu Boden und hob ergeben die Hände....

    „Genug!!“ stieß er außer Atem aus. Sein Gegner stellte sich vor ihn hin und sah auf ihn runter. „Du bist ganz schön aus der Form, Semir...“ tadelte er und reichte Semir die Hand. „Ja.... ich gebe zu... ich war schon fixer. Aber dafür bin ich ja hier. Die Chefin meinte du könntest mich wieder in Form bringen.“ gab er etwas außer Atem wieder „Ja sicher.... immerhin habe ich schon drei Medaillen gewonnen. Zehnkampf! Du weißt ja.... nur wer Sport regelmäßig treibt, bleibt aktiv.“ lachte sein Gegenüber. „Markus.... ich treibe Sport. Nur in der letzten Zeit, war ich neben mir.... Nach der ganzen Sache mit Tom....“ verteidigte sich Semir. Markus nickte. Semirs Gedanken gingen zurück zu jenem verhängnisvollem Tag an dem es begann:

    so ich denke mal viel mehr wird nicht passieren... daher hier schon mal mein Endfeed

    Die türkische Nervensäge… hat aber auch wieder einen schweren Job… so einen jungen nervender und sich nicht an die Befehle haltender Kollegen…. Ein schweres Los…. Diese Streiterei vor dem angeblichen Wachmann… Der schien ja doch etwas konfus zu sein, als die Beiden sich da ankeifen…. Und dann zack ein Team.

    Aber ich fand es super, dass Semir vor der Schranke die ganze Verantwortung übernommen hat. Und ich hatte den Eindruck es kam ihm doch recht gelegen, das Hotte der Boss ist. Das kennen wir doch… Dieter muss wieder den Diener spielen und Hotte lässt den Boss raushängen. Aber der Hundeblick wirkt auch bei ihm. Und vor dem Haus stoßen sie mit den Köpfen zusammen… AUTSCH!!! Schon blöd wenn zwei den gleichen Gedanken haben…

    Der arme Dieter tat mir richtig Leid. Auch wenn Hotte nicht ganz so schlimm war, wie in „Tödliche Kunst“ Aber schlimm genug. Lässt sich von vorn bis hinten bedienen. Ne… so was …Lol. Aber immerhin konnten Semir und Ben sich dann ganz dem Fall widmen.

    Lol… das war doch schon mal gut… Ben gerät rein zufällig in einen Überfall der gar keiner ist…. Und dann fährt er auch noch Semirs Heiligtum. Beschädigt den Spiegel und verschüttet den Kaffee. Und sagt dann auch noch, ein Auto „Ist nur Blech auf vier Räder“ ??? Das Semir da etwas angepisst ist, verstehe ich. Sein Schätzchen… also wie kann Ben das nur sagen tse….tse…

    Aber irgendwie habe ich mich ja wohl verhört, oder? Semir beschwert sich über Alleingänge? Wie war es denn als oder wenn er das gemacht hat? Da war dann alles in Ordnung, schon klar… Nun ja… Ben ist halt noch jung und ihm fehlt die Erfahrung. Aber er weiß wenigstens wie man mit Vorgesetzten spricht. Mal sehen, ob mein Chef mir auch mal einen Kaffee holt… schwarz ohne alles…Lol… Montag doch direkt mal ausprobieren. Habt ihr den einen Verbrecher erkannt? Sturm glaub ich hieß der. Ich meine der Schauspieler hat damals auch den Leon Zürs gespielt oder irre ich mich?

    Bens Fahrt mit dem Schauffelbagger… „So ein Ding wollte ich schon als Kind fahren.“ Lol… schön dass er es als großes Kind machen konnte. Schlimm natürlich, das Ben die Waffe verloren hatte… Der arme Kerl… völlig von Semir zusammen gestaucht zu werden… also wirklich…

    Langsam löste sich Semir wieder aus seiner Starre und holte tief Luft. Er fasste sich mit der linken Hand an die Stirn und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. ‚Wie konnte das nur passieren? Warum war es überhaupt geschehen? Konnte denn nicht zumindest ein einziges Mal ein Einsatz erfolgreich und ohne Probleme verlaufen? Die beiden Raststättenüberfälle konnten sie doch auch erfolgreich verhindern.’ Immer mehr Fragen schossen ihm durch den Kopf, doch er wusste keine Antworten darauf. Am allermeisten beschäftigte ihn jedoch die Frage, wie es denn jetzt weitergehen sollte? Das eigentliche Ziel, die Bande endlich dingfest zu machen und hinter Gitter zu bringen, war wie vergessen. Es war ohnehin mit einem Schlag alles vorbei. Was jetzt zählte, war Tom! Er musste so schnell wie möglich zu ihm! Doch wie sollte er ihm helfen, ohne dabei selbst in Gefahr zu geraten? Ohne, dass seine Identität auch noch aufflog? Semir wusste, dass bereits ein minimaler Fehler, eine winzige Kleinigkeit, ein falsches Wort, eine falsche Reaktion oder eine falsche Bewegung reichen würde um selbst als Polizist enttarnt zu werden. Dann wären sie beide verloren. Fieberhaft überlegte er, wie er weiter vorgehen sollte. Er musste irgendwie versuchen mit der Chefin Kontakt aufzunehmen um sowohl ihn, als auch Tom, heil und unbeschadet hier herauszuschaffen. Doch wie sollte er das tun? Wie konnte es ihm gelingen unbemerkt mit der Chefin zu telefonieren? Tom hatte es scheinbar auch nicht geschafft und wurde stattdessen erwischt. Aber irgendetwas musste ihm doch einfallen! Er konnte Tom doch nicht so einfach sterben lassen!


    Plötzlich hörte Semir Geräusche. Die Eingangstür wurde geöffnet. Sven kehrte mit seinen Gefolgsleuten, die allesamt bewaffnet waren, zurück. Auch Norbert war dabei. Aus den Augenwinkeln sah er, wie eine Person in den Raum geschleift wurde. Semir drehte sich um und stellte erschrocken fest, dass es sich dabei um Tom handelte. Zwei von Svens Handlangern hatten ihn an beiden Armen gepackt und zerrten ihn erbarmungslos hinter sich her. Martin war einer von ihnen. Mit hängendem Kopf hing Tom in den Armen dieser Leute. Tom sah kurz hoch und schaute Semir an. Dieser glaubte zu sehen, wie sein Partner erleichtert ausatmete. Scheinbar war Tom froh, dass es zumindest ihm gut ging und seine Tarnung nicht aufgeflogen war. Semir bemerkte außerdem, dass Toms Nase leicht blutete. Er hatte wohl versucht sich zu wehren, dabei jedoch keine Chance gehabt und stattdessen ein paar Faustschläge ins Gesicht kassiert.

    „Hier haben wir unseren Verräter!“ verkündete Sven laut. Er wandte sich Semir zu: „Sieh her Adrian! Jetzt kannst du zusehen, was ich mit Verrätern mache. Ich mag es nämlich ganz und gar nicht, wenn man mich hintergeht!“ Tosendes Gelächter war zu hören. Semir musste unwillkürlich schlucken, schaffte es aber, sich nichts anmerken zu lassen. „Ich hätte nie gedacht, dass der Verräter ‚Raffael’ wäre.“ sagte Norbert fassungslos. „Es tut mir Leid Sven, ich habe es wirklich nicht bemerkt.“ sagte er entschuldigend. Doch Sven sagte nichts. Er hatte im Moment nur Augen für Tom und versetzte diesem einen heftigen Stoß, sodass Tom vorwärts taumelte und zu Boden stürzte. Semir wollte seinem Partner zu Hilfe eilen, um ihn aufzufangen, und hätte um ein Haar seinen Namen gerufen, konnte es aber zum Glück noch rechtzeitig verhindern. Er durfte sich auf keinen Fall durch irgendetwas verraten! Er musste so tun, als wäre ihm alles egal, als wäre er auf Svens Seite und ein Mitglied dieser Bande, auch wenn es ihm verdammt schwer fiel.

    „Guten Tag… hier spricht Anna Engelhard von der Kripo Autobahn. Ich hätte gern mal den zuständigen Beamten gesprochen, der den Fall Marcel Reff bearbeitet.“ sagte sie ins Telefon, als die beiden Kommissare aus dem Raum waren. Es dauerte ein kleines Weilchen, dann hörte sie eine sehr vertraute Stimme. „Andreas Stahl!“ meldete sich der Mann. „Andreas? Hier ist Anna…“ sagte sie erfreut. Andreas war ein sehr guter alter Bekannter von ihr. „Mensch Anna…. Wie geht es dir denn? Das ist ja lange her….“ kam genauso erfreut zurück. „Danke, mir geht es gut. Aber deswegen rufe ich nicht an. Andreas… es geht um Marcel Reff. Du bearbeitest den Fall?“ fragte sie. „Nun ja…Ich habe den Fall bearbeitet. Aber er ist erledigt. Leider war die Sache nicht gerade ein Ruhmesfleck auf meiner Weste.“ erklärte Andreas. Anna erfasste eine Ahnung. „Na ist doch nicht deine Schuld. Aber ich habe etwas hier durch einen meiner Beamten erhalten, was ein anderes Licht auf den Fall wirft. Könntest du vorbeikommen?“ wollte sie deshalb wissen. „Ja sicher. Was ist es denn?“ kam erstaunt zurück. „Nun ja… wir haben ein Beweisstück zugespielt bekommen und… es ist ein Video über den Mord an den Kleinen.“ endete Anna. „Gott…. Ich komme zu dir.“ gab Andreas bekannt und legte auf. Anna legte ebenfalls auf. „Andrea, schicken Sie mir Semir und Jan bitte rein!“ gab sie durch die Sprechanlage und kurz darauf saßen Semir und Jan ihr gegenüber. „Es kommt gleich ein gewisser Andreas Stahl. Ein alter Freund und er hat den Fall damals bearbeitet.“ erklärte sie.

    Nur wenig später klopfte es an der Tür und ein Mann steckte den Kopf herein. „Semir! Jan… das ist Andreas Stahl.“ stellte sie den Mann vor. Semir sah sie erstaunt an. Sie sah durch die Glastüre. „Ach… da ist er ja.“ sagte sie und öffnete die Tür. „Andreas! Hallo….“ begrüßte sie den Gast. Semir sah kurz zu Jan. „Das sind die Kriminalhauptkommissare Semir Gerkhan und Jan Richter. Meine Herren Andreas Stahl, BKA.“ stellte sie die Männer vor. Sie reichten sich die Hände und Andreas sah von einem zum Anderen. „Sie haben Beweismaterial?“ fragte er kurz. Semir nickte. „Ja… sagen Sie… kennen Sie eine Romina Andersen?“ wollte er wissen. Stahl nickte. „Nein... sollte ich?“ fragte Andreas und sah in die Runde. „Nun... es ist vielleicht nur ein Zufall. Aber ich bin gestern Morgen mit einer Dame zusammengestoßen, die ...“ fing Semir an zu erzählen, als Anna ihn unterbrach. „Andreas… setz dich bitte. Wir hatten vor einigen Tagen einen schweren Unfall auf der Autobahn. Man konnte die Fahrerin zwar aus dem Wagen holen, bevor er explodierte, aber die Verletzungen waren so schwer, dass sie kurz darauf im Krankenhaus starb. Es war eben diese Romina Andersen.“ erklärte Anna leise. Andreas sah sie an. „Allerdings gab es vorher noch eine Begegnung mit unsere Herrn Gerkhan. Sie und er sind am Morgen ihres Todestages im Wald zusammen gestoßen. Sie wurde verfolgt.“ informierte Anna ihren alten Freund. Andreas nickte. „Haben Sie die Verfolger gesehen?“ wandte er sich an Semir. „Nicht vom Gesicht her. Sie brachen die Verfolgung direkt ab, als sie mich sahen. Vermutlich wollten sie nicht auffallen. Wissen Sie wer das war?“ kam von Semir nun die Frage. Andreas Stahl schüttelte den Kopf. „Nein... es gab zwar jede Menge Verdächtige, damals. Aber alle hatten ein Alibi. Wie ich schon Anna sagte, der Fall war kein Ruhmesfleck auf meiner Weste.“

    Semir fuhr am Abend nach Hause. Es wurmte ihn, dass Andrea ihn abblitzen ließ. Warum tat sie das? Was will sie damit erreichen und erzählte ihm von ihrem Nachbarn, der sie von der Arbeit abholte. Was wollte der Typ von ihr? Dann hörte er wieder wie Jan was von Eifersucht sagte. Er war nicht eifersüchtig. Warum denn auch. Er und Andrea waren nicht mehr zusammen, jeder konnte machen was er wollte…, dachte er. Alko…. Wie hieß der wohl weiter? Vielleicht sollte er mal zu Andreas Adresse fahren und schauen wie er weiter heißt. Ob Andrea etwas mit ihm hatte? Mehr als nur Nachbarschaft? Semir machte sich eine Flasche Wasser auf und trank einen Schluck. Er sah aus dem Fenster. Es war noch schön und recht warm. So zog er seinen Trainingsanzug an und wollte noch einmal etwas durch den Wald laufen. Als er seine Jacke anzog, merkte er, dass etwas in der Tasche war. Er holte es heraus und sah es an. „Ein USB - Stick?“ fragte er irritiert. Schnell war das Vorhaben des Laufens vergessen und er nahm sich den Stick und verband ihn mit seinem PC. Die Daten die darauf waren, schienen ein Video zu sein. Er klickte auf das Symbol und sah sich den Film an.

    Jan lag bereits auf der Couch, als das Telefon klingelte. “Hey… hast du kurz Zeit?“ hörte er Semir fragen. „Ach… wieso?“ wollte er wissen. „Ich habe in meiner Jacke von Trainingsanzug einen USB-Stick gefunden und mir die Datei angesehen. Es ist … nun ja… sagt dir der Name Marcel Reff etwas?“ fragte Semir. „Ja sicher… das ist doch der Millionärsjunge, der entführt und anschließend ermordet wurde.“ erklärte Jan. „Ganz genau. Auf diesem Stick siehst du wie der Junge ermordet wird und von wem.“ gab Semir bekannt. „Bin gleich bei dir!“ sagte Jan und beendete das Gespräch. Er fuhr zu Semir und sah sich den Film mit ihm gemeinsam an. „Die Kerle sind doch krank…“ stieß er aus, als er den Film gesehen hat. Semir nickte. „Das dachte ich mir auch. Die haben sich gefilmt, als sie den Jungen missbrauchten und umbrachten. Die sind absolut pervers“ stimmt er zu. „Nun ja… aber wer sind die Typen? Die hatten Masken auf und so ist es schwer auch nur einen Anhaltspunkt zu finden. Woher hast du den Stick eigentlich?“ harkte Jan nach. Semir zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Er war in meiner Jacke. Und die hatte ich….hey…. das ist es.“ Semir stand auf und holte die Jacke von der Garderobe. „Diese Jacke hatte ich auch an, als ich mit dieser Romina Andersen zusammen stieß. Sie muss mir das Ding in die Tasche gestopft haben. Dann waren die Typen, die hinter ihr her waren, vielleicht die Täter und haben sie deshalb gejagt.“ sinnierte er. Jan nickte. „Ja und weil sie Romina nicht stellen konnten, kam es zu dem Unfall. Ich wette es war Mord. Die Typen glauben vermutlich, dass sie den Stick im Wagen hatte als er in Flammen aufging.“ beendete er den Gedanken von Semir. Dieser nickte nur.

    Am nächsten Morgen waren beide bei Anna im Büro. Sie hörte sich an, was Semir und Jan erzählten. „Sind Sie ganz sicher, dass es der Reff Fall war?“ fragte sie. Semir nickte. „Ja… die Männer hatten selbst zwar Masken auf, aber den Jungen den hatten sie voll im Bild. Absolut pervers…“ stieß Semir verachtend aus. „Das BKA hatte den Fall bearbeitet. Ich vermute mal, dass es den damaligen Bearbeiter sicher interessieren wird. Ich werde ihn gleich anrufen. Haben Sie die Identität der Männer vom Video irgendwie ermitteln können? Wie kam der Stick in Ihrem Besitz, Semir?“ harkte sie nach. „Nun… wer die Männer sind wissen wir nicht. Wie der Stick zu mir kam, ist eher eine Vermutung. Romina Andersen. Ich bin mit der Dame kurz vor ihrem Tod im Wald zusammen gestoßen. Sie wurde verfolgt und ich vermute, dass es die beiden Männer waren, die hier im Video die Masken tragen.“ erklärte Semir. Anna nickte. „Sie haben die Männer auch gesehen?“ wollte sie wissen. Semir schüttelte den Kopf. „Dafür waren sie zu weit weg. Sie sind ja auch direkt umgedreht, als sie mich sahen.“ Meinte er nur. „Also gut. Bis das BKA da ist, werden wir erst einmal nichts tun.“ bestimmte Anna. Tom und Semir verließen das Büro.

    Nachdem Martin gesehen hatte, dass ‚Raffael’ das Haus verließ, war er ihm sofort nachgegangen und hatte gesehen, wie er im Wald verschwunden war. Es war eine Herausforderung ihm zu folgen, doch er hatte es geschafft ‚Raffael’ unbemerkt an den Fersen zu bleiben. Nicht umsonst wies ihm Norbert immer die Aufgabe des Beschatters zu. Er war ein Spezialist darin. Als er sah, wie ‚Raffael’ mit jemandem telefonierte und sich als ‚Tom’ meldetet, wusste er im selben Moment auch, wer von den beiden Neulingen ihn so ins Grübeln brachte und auch woher er ihn kannte. Es war ‚Raffael’. Er war ein Bulle, ein Autobahnbulle, der ihn und seine Bandenkollegen bei einem ihrer Überfälle verfolgt hatte. Sein Gefühl hatte ihn nicht getäuscht. Die Wut stieg in ihm auf. Er wusste von Anfang an, dass mit dem Kerl etwas nicht stimmte. Er ärgerte sich nur, dass er nicht schon früher darauf gekommen war.

    Martins Blick fiel auf das Handy des Bullens, das neben diesem am Boden lag. Er ging darauf zu und zertrat es. Mit Genugtuung sah er wie es sich in alle Einzelteile zerlegte. Dann wandte er sich wieder dem Bullen zu. Der sprang im selben Moment auf und schlug ihn mit der Faust in den Magen. Martin schrie auf und taumelte ein paar Schritte zurück. Einen kurzen Augenblick lang schien es, als würde er umkippen, doch es gelang ihm auf seinen Beinen zu bleiben. Der Bulle wollte erneut ausholen, doch Martin war schneller und wich geschickt aus. Dann holte Martin aus und trat dem Bullen mit seinem Fuß in den Magen. Ein weiterer Tritt traf das Gesicht. Zufrieden beobachtete er wie der Bulle regungslos auf dem Boden liegen blieb. ‚Schade…’ dachte er. Er hätte dem Bullen gerne noch seine Wut spüren lassen, doch jetzt musste er seinen Anführer, Sven, informieren. Martin nahm sein Handy und rief ihn an.

    Anna war froh, als sie sah, dass Tom sich meldete. Doch mitten im Gespräch hörte Tom plötzlich auf zu sprechen. Stattdessen nahm sie wenige Sekunden später nur mehr ein leises Stöhnen wahr. „Hallo? Tom? Hören Sie mich?“ rief sie irritiert in den Hörer, doch die Verbindung war bereits abgebrochen. „Mist! Ich wusste doch, dass das nicht gut geht!“ fluchte sie besorgt. Petra, die das Telefonat mitbekommen hatte, lehnte nervös am Türstock und sah ihre Chefin ernst an. „Ist etwas passiert?“ fragte sie, aus ihrer Stimme konnte man deutlich die Angst heraushören. Anna sah sie mit gemischten Gefühlen an. „Ich fürchte ja.“ sagte sie leise. Eigentlich wollte sie Petra nicht beunruhigen, aber sie wusste auch, dass sie ihre eigene Nervosität nur schwer verbergen konnte. Petra hätte ohnehin gemerkt, dass etwas nicht stimmte. „Lassen Sie bitte sofort Toms Handy orten!“ bat Anna ihre Sekretärin. Petra nickte und machte sich sofort an die Arbeit. „Ich bin schon dabei!“ antwortete sie.

    Semir wartete im Versteck noch immer ungeduldig auf Tom. Es wurde langsam Zeit, dass sein Partner wieder kam. Mit jeder Sekunde, die verging, wurde er unruhiger. Es lag eine angespannte Atmosphäre in der Luft, das spürte Semir. Plötzlich kam Sven zornig schnaubend zu ihm in den Raum. Erschrocken drehte sich Semir um. Sven winkte einige seiner Leute herbei. „Der Bulle wird es bitter bereuen, das schwör’ ich euch!“ stieß er wütend aus, ohne Semir zu beachten. Mit diesen Worten verließ er mit seinen Handlangern das Haus. Semir blieb wie angewurzelt stehen. Entsetzt und mit weit aufgerissenen Augen schaute er ihm nach. ‚Nein! Nein, das kann nicht sein! Das darf einfach nicht sein! Er musste sich verhört haben!’ Wie vom Blitz getroffen stand er da und musste erst einmal begreifen, was passiert war. Er versuchte die Worte zu verstehen, dem Gehörten einen Sinn zu geben. ‚Hatte Sven eben wirklich gesagt, dass Tom ein Bulle wäre? War Toms Tarnung tatsächlich aufgeflogen?’ Es dauerte einen Moment bis sein Gehirn die Nachricht verarbeitet hatte. Nun war das passiert, was sie die ganze Zeit zu verhindern suchten. Er konnte es einfach nicht glauben, doch es war ihm vollkommen klar, was dies bedeuten würde. Sein Gesicht nahm plötzlich eine blasse Farbe an und ein eiskalter Schauer durchlief seinen Körper. Semir wusste, was mit den anderen Menschen geschah, die Sven im Weg standen oder die einst seiner Bande angehörten, plötzlich jedoch untreu geworden waren. Er wusste was Sven mit ihnen gemacht hatte. Petra hatte ihm die Bilder von den Opfern geschickt. Es waren keine schönen Bilder gewesen.
    Alles begann sich plötzlich zu drehen und Semir hatte das Gefühl, als hätte ihm jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Er schloss für einen Augenblick die Augen und schüttelte sich, als könnte er dadurch seine Gedanken abwerfen, doch sie hämmerten weiterhin wie wild in seinem Kopf: Sollte Tom wirklich als Polizist enttarnt worden sein, so war das, was Sven eben gesagt hatte, gerade Toms Todesurteil!