Beiträge von Elvira

    Kurt sah Leon und Paul an. „So… da sind sie ja.“ sagte er als er den BMW in die Tiefgarage kommen sah. Paul du gehst mit ihnen in den Fahrstuhl und findest heraus auf welcher Etage Kranich wohnt und in welcher Wohnung. Anschließend kommst du wieder runter und wir fahren gemeinsam hoch. Wir werden die Beiden einen schönen Abend bereiten und morgen sind wir reich.“ lachte er. Kurz darauf sah er wie Paul mit den beiden Polizisten in den Fahrstuhl stieg. Nur fünfzehn Minuten später kam er wieder. „Sechste Etage links. Direkt neben dem Fahrstuhl.“ gab Paul bekannt. Kurt nickte. „Dann werden wir ihnen noch eine halbe Stunde geben und fahren dann ebenfalls hoch. Bis dahin lassen wir den Beiden noch etwas Zeit.“ Meinte er wohltätig. „Habt ihr eure Waffen dabei?“ wollte er kurz darauf wissen. Paul und Leon nickten. „Ja und was wenn die quer schlagen?“ fragte Leon. „Dann zeigen wir ihnen, dass es nicht gut ist, wenn sie es tun. So einfach ist das. So die dreißig Minuten sind um. Wir fahren hoch.“ Sie stiegen aus und gingen zum Fahrstuhl. Wenig später standen sie vor Toms Türe. Leon zog seine Waffe und versteckte sie unter einer Jacke um sie vor neugierigen Blicken zu schützen. Paul sah ihn an und stellte sich links von der Tür, während Kurt vor dem Spion stand. Er setzte seinen Finger auf die Klingel und drückte drauf. Hell erklang der Ton hinter der Tür.

    „Gehst du mal hin, Semir! Ich hab gerade was zu tun.“ bat Tom. „Ja sicher… erwartest du denn noch jemanden?“ wollte Semir wissen und stand auf. „Nein eigentlich nicht. Aber vielleicht ist es ja die Süße von gegenüber und will sich Zucker borgen.“ vermutete Tom. Semir lachte „Ja sicher… um elf Abends… meinst du nicht sie hat da was anderes zu tun? Das ist nur Wunschdenken….“ kann die Gegenfrage. Er sah durch den Spion. „Na eine Frau ist das nicht.“ murmelte er und öffnete. „Ja bi…“ er stockte mitten in der Frage. Langsam hob er die Hände und ging einen Schritt zurück. „Und wer ist es?“ rief Tom aus der Küche. Semir antwortete nicht, weil der Mann vor ihm den Finger auf den Mund legte. „Hey! Wer da ist…wollte ich wissen…“ kam von Tom der nun ebenfalls zur Tür kam. Auch er hob die Hände, als er die Waffen sah. „Rein in die gute Stube!“ befahl der Mann und wedelte mit der Pistole. „Schon gut… es muss niemandem was passieren.“ sagte Semir leise und ging ins Wohnzimmer. Tom stand bereits dort. „Setzen!“ kann der nächste Befehl, während einer der Gehilfen die Tür verschloss. „Was bitte soll das?“ wollte Tom wissen. „Wir wollen die Steine.“ kam zur Erklärung. Semir setzte sich in den Sessel während Tom stehen blieb. „Brauchst du ne Extraeinladung?“ fauchte der Mann. Tom schüttelte den Kopf und setzte sich in den zweiten Sessel. „Wo sind sie?“ fragte der Mann. „Im Wagen in der Tiefgarage.“ gab Semir von sich. Der Mann nickte und zielte mit der Waffe auf ihn. „Dann hol sie!“ forderte er. Semir nickte und stand auf. „Halt...! Mein Freund wird dich begleiten. Er ist Experte in Sachen Diamanten weißt du....?“ lachte der Mann. Paul packte Semir am Arm und drückte zu. Dann zerrte er ihn aus der Wohnung zum Fahrstuhl.

    Tom sah den Mann an. „Was wollen Sie außerdem?“ fragte er. „Vielleicht einen Kaffee? Oder Kuchen?“ ging es bissig weiter. Der Mann lachte. „Nein... ich will dass du die Klappe hältst bis dein Kumpel wieder oben ist. Dann werden wir verhindern, dass ihr uns folgt und verschwinden. So einfach ist das. Wir sind uns nie begegnet und haben uns nie gesehen.“ lachte er. Tom zog verächtlich Luft ein. Sicher würden sie Semir und ihn nicht so einfach gehen lassen. Beide hatten sich die Gesichter gemerkt, schließlich haben sie diesmal auf eine Maske verzichtet. Fünfzehn Minuten später wurde Semir brutal in den Raum gestoßen. Tom sah dass er aus Mund und Nase blutete. Semir landete am Boden und zog pfeifend Luft ein. Tom wollte sofort zu ihm, doch die Waffe, die auf ihn gerichtet war, zeigte dass es besser wäre nichts zu tun. „Paul? Was soll das?“ fragte der Anführer der Drei. „Die glauben uns verarschen zu können. Das sind Glasperlen! Keine Diamanten!“ Er ging erneut auf Semir los und trat ihn in die Seite. Semir schrie laut auf. Tom sprang hoch und ging auf Paul los. Doch der war viel stärker und blockte die Schläge von Tom ab. Nun griff auch der dritte ein, der sich bisher ziemlich ruhig verhalten hatte und packte Tom von hinten während der Dritte sich Semir vornahm und ihn in Schacht hielt.

    Nur wenig später saßen sie vor dem Fernseher und sahen sich den Film an. „Was meinst du auf den Bildern hier sehen zu können. Die Typen sind ja widerlich! Wie die mit dem kleinen Jungen umgehen… das ist doch…“ fluchte Hartmut und ballte seine Fäuste. „… wir müssen besonders auf die Stellen achten, wo du die Hände siehst. Ich wette tausend zu eins, dass die keine Handschuhe getragen haben.“ gab Semir wieder und starrte auf den Bildschirm. Hartmut tat es ihm nach. Sie kamen an die Stelle, wo der Junge von einem der Entführer unter Wasser gedrückt wurde. „Halt! Stopp!“ stieß Semir aus. Seine Stimme klang gepresst. „. So ab hier lass mal langsam und in Vergrößerung laufen. Wir müssen die Hände beobachten…“ gab Semir erneut von sich. Dann konnte er tatsächlich etwas entdecken. „DA! Halt an…!“ rief er plötzlich und war wie verwandelt. Er war völlig begeistert von seiner Idee und lachte laut auf. „Ich wusste es…. ich hab es gewusst!“ rief er und Hartmut nickte. „Ja ist doch gut… beruhige dich mal wieder. Also an der Hand ist eine ziemlich hässliche Narbe. Wieso wusstest du das? Kennst du den Typen?“ wollte er wissen. Semir nickte. „Ja… ich kenne ihn. Aber das ist jetzt egal. Kannst du mir einen Abzug davon machen? Also ich meine auf Papier?“ fragte er den Techniker. „Ja sicher… dauert nur ein paar Minuten. Was hast du denn jetzt noch vor?“ wollte Hartmut wissen. „Ich werde gleich einem Mann einen Besuch abstatten, der damit zu tun hat. Ich habe es Jan und der Chefin prophezeit, das ich die Typen kriege die den kleinen Reff auf dem Gewissen haben und ich halte was ich verspreche.“ kam stolz von Semir. Hartmut sah ihm nach, als er mit dem Bild in der Hand verschwand und hielt es für richtig, Jan anzurufen.

    Jan erschrak als ein Handy klingelte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er intensiv auf den PC gestarrt. „Richter!“ meldete er sich. „Hartmut hier. Hör mal… ich glaube Semir hat ne Dummheit vor.“ erklärte der Techniker. „Ja wie immer. Welche denn diesmal?“ wollte Jan wissen. „Nun ja… er war hier und wir haben und den Entführungsfall vom Stick noch mal angesehen. Er hat herausgefunden dass einer der Täter eine große Narbe auf der Hand hatte und ist vor Freude herum gehüpft. Dann hat er das Bild genommen und ist abgerauscht. Aber mir ist noch etwas aufgefallen. Er sah ziemlich wütend aus, deshalb dachte ich, dass es besser ist, wenn ich dich anrufe damit du…“ kam weiter von Hartmut. Doch Jan hatte schon aufgelegt. Er rannte in Annas Büro die gerade ihre Sachen zusammenpackte. „Jan? Was ist denn los?“ wollte sie wissen. „Ich brauche eine SEK-Truppe in der Ravensburger Strasse. Semir ist hin und will diesen Brandt verhaften, weil er einen Beweis hat, dass dieser hinter der Reff-Entführung steckt.“ stieß Jan aus. Anna sah ihn an und griff gleichzeitig zum Telefon. „Das darf doch wohl nicht wahr sein. Ist er jetzt völlig ausgetickt?“ fluchte sie und veranlasste, das ein Team vom SEK umgehend in Bewegung gesetzt wurde. „Wir fahren auch! Und dann werde ich ihn die Ohren lang ziehen! Immer diese verdammten Alleingänge!“ stieß sie wütend aus und rannte mit Jan im Schlepptau aus der PAST. Nur wenige Augenblicke waren sie auf der Autobahn. „ Hartmut äußerte übrigens auch, das Semir ziemlich wütend war, als er sich den Film angeschaut hat. Falls dieser Frank auch da ist dann sind die Typen auf jeden Fall überlegen.“ mutmaßte Jan. Anna nickte. „Haben Sie versucht Semir über Handy zu erreichen?“ wollte sie wissen. „Nein… noch nicht..“ gab Jan zu. Anna griff zum Handy und rief Semir an. „Ja… Semir hier!“ hörte sie ihren Beamten sprechen. „Semir wo zum Teufel sind Sie?“ fragte Anna wütend. „Ich bin vor dem Haus von den Brandt Brüdern. Sie stecken hinter der Entführung und ich werde sie ... verhaften.“ gab Semir zu verstehen. „Sie werden auf uns warten! Wenn Sie es wagen sollten ohne uns die Verhaftung durchzuziehen, dann werden Sie diesmal Konsequenzen zu tragen haben. Ist das angekommen?“ fuhr Anna fort. „Ja Chefin…“ kam leise von Semir.

    „Hey, was soll das?! Der Bulle lebt ja noch!“ zürnte Sven. „Kannst du nicht besser zielen, muss ich es denn wirklich selbst machen?!“ schrie der Boss weiter und ließ Semir leicht aufschrecken. Semir schüttelte sich, als würde er somit seine Gedanken abwerfen können. Dann zwang er sich zum Nachdenken. Er musste sich zusammenreißen, er musste jetzt stark sein. Und, er durfte sich vor allem nichts anmerken lassen und musste überzeugend klingen. „Es war Absicht.“ antwortete Semir knapp mit fester Stimme und machte eine kurze Pause um die Worte wirken zu lassen. Sven sah ihn irritiert an. „Ich habe ihn absichtlich nicht tödlich getroffen. Jemand wie er, ein Verräter, verdient einen qualvollen Tod. Er soll bereuen was er getan hat, so ist es doch viel amüsanter. Er wird langsam verbluten.“ erklärte Semir und grinste beim letzten Satz gemein. Er versuchte seiner Stimme Festigkeit zu verleihen, doch sein Inneres sah ganz anders aus. Es fiel ihm schwer die Worte auszusprechen, aber er musste da jetzt irgendwie durch. Er hoffte, nein, er flehte, dass Sven damit einverstanden sein würde und Tom in Ruhe lassen würde. Wenn nicht, dann wusste er auch nicht mehr weiter. Dann schwanden Toms Chancen hier jemals wieder lebend raus zu kommen gegen Null.

    Angespannt wartete er darauf, was Sven dazu sagen würde. Dieser schien kurz nachzudenken, doch dann wurde sein Grinsen immer größer. „Anscheinend habe ich mich in dir getäuscht. Wir lassen den Bullen einfach hier liegen und dahinvegetieren, während wir uns auf den Weg zum Rastplatz machen. Das ist eine sehr gute Idee, du fängst langsam an, so wie wir zu denken. Das gefällt mir!“ lobte Sven. Er war mit dem Vorschlag einverstanden. Erleichterung stieg in Semir auf. Sobald die Bande und er sich auf den Weg zum Rastplatz machen würden, würde er versuchen der Chefin eine Nachricht zukommen zu lassen, damit Tom gefunden und gerettet werden konnte. Er hoffte nur, dass es dann nicht zu spät sein würde.

    „Fessel ihn!“ hörte er plötzlich Sven sagen. „Was?“ entfuhr es Semir. „Er soll nicht entkommen können, deswegen sollst du ihm die Hände hinter dem Rücken zusammenbinden!“ wiederholte Sven bestimmt und warf ihm Handschellen zu. Semir sah ihn verständnislos an. „Schauen Sie sich ihn doch mal an, der ist erledigt, der kann nicht mehr flüchten. Das ist unnötig.“ weigerte er sich den Befehl zu befolgen. „Willst du mir etwa schon wieder widersprechen? Du sollst ihn fesseln!“ zischte Sven gefährlich leise und sah Semir mit einem Blick an, der keinen Widerspruch duldete. Semir zögerte, er wollte Tom nicht auch noch die unbequemen Handschellen anlegen. Außerdem wusste er, dass Tom sich seinen rechten Arm verletzt hatte. Seitdem sein Partner zu Boden gesunken war, hatte er den Arm jedenfalls nicht mehr bewegt. Er wollte ihm zumindest diese Schmerzen ersparen.

    Anna sah Philip an. „Erinnerst du dich an die zwei Polizisten, die sich als verdeckte Ermittler in eure Bande einschleusen wollten?“ fragte sie den Burschen. „Ja, sicher.“ antwortete Philip. „Es könnte sein, dass sie in großen Schwierigkeiten stecken.“ meinte Anna beunruhigt. „Was ist passiert?“ wollte er wissen. „Das wissen wir nicht so genau, aber wir brauchen deine Hilfe. Wir müssen sie unbedingt finden.“ „Aber wie denn? Wie kann ich Ihnen helfen? Ich weiß doch auch nicht, wo der Boss all seine Verstecke hat. Es wird außerdem ständig gewechselt. Wir haben uns nie lange an einem Ort herumgetrieben und alte Verstecke haben wir nie wieder betreten.“ erklärte er entschuldigend. „Bitte, denk nach! Vielleicht fällt dir etwas ein.“ bat sie den jungen Mann. „Philip, wenn du uns jetzt hilfst, dann werden wir dir auch helfen.“ erklärte sie. Philip überlegte kurz. „Na ja, in der Kollstraße, dort wo ihr Norbert gefunden habt, vielleicht gibt es da ein Versteck. Ich glaube, es wurde einmal etwas von der U-Bahn dort erwähnt.“ Anna nickte. „Ja, das stimmt. In dem U-Bahn-Tunnel gab es ein Versteck, aber jetzt ist dort niemand mehr.“ Philip seufzte. „Ich sagte doch, dass die ständig ihre Unterkunft wechseln. Mein Wissen wird ihnen nicht mehr helfen können, ich bin ja jetzt nicht mehr dabei.“ Anna ignorierte seine Worte und stellte stattdessen die nächste Frage. „Sagt dir Zeilingerstraße 10 etwas?“ Philip schüttelte den Kopf. „Nein, tut mir Leid, nie gehört.“ gab er zur Antwort. „Dort stand ein Haus, in dem sich die Bande auch einmal versteckt hatte, aber es steht mittlerweile auch leer.“ Anna machte eine kurze Pause, dann sah die den Burschen fest an. „Philip, du warst doch eine Zeit lang bei dieser Bande. Du hast doch sicher Gespräche belauscht. Wurde da nicht irgendwann einmal etwas erwähnt? Hast du nicht zufällig einmal eine Adresse aufgeschnappt? Bitte, es ist wirklich wichtig, vielleicht geht es sogar um Leben und Tod. Bitte erinnere dich, jede Kleinigkeit könnte uns weiterhelfen. Bitte!“ bat Anna. Philip nickte und lehnte sich im Stuhl zurück. Er schloss die Augen und versuchte sich die Gespräche in Erinnerung zu rufen, die er mitbekommen hatte.

    Kurt sah durch die Büsche die Frau kommen, die er aus dem Verkehr ziehen sollte. „Da ist sie… hey… die ist ja richtig süß…“ lachte er leise und machte Leon ein Zeichen. Dieser sprang aus dem Gebüsch als die Frau vorbei war. Er presste ihr einen Lappen ins Gesicht. Sie wehrte sich heftig und Kurt musste Leon helfen. Dann gab die Frau auf und sank in sich zusammen. Kurt grinste Leon an. „Das wir eine ganz tolle Zeit“ lachte er und streichelte der bewusstlosen Frau über den Körper. Leon grinste ihn dreckig an. „Hey.. lass sie uns erst einmal wegbringen und dann machen wir uns eine schöne Zeit. Was ist mit den Bullen?“ wollte er wissen. Kurt nickte. „Ja… erst einmal sie und dann die Bullen. Wir wissen ja wo mindestens einer wohnt und den werden wir uns holen. Und falls sein Freund dabei ist, darf er uns begleiten. Einer von ihnen wird uns die Steine bringen.“ versprach Kurt und hob Jana auf. Er trug sie in den Wagen und sie fuhren los. Sie hielten vor einem verlassenen Haus. „Bist du sicher, das niemand hier suchen wird?“ wollte Kurt von Leon wissen. „Nun… das Haus gehört meiner Familie. Im Keller sind genügend Räume. Wir richten sie her, dann fühlt sie sich bestimmt wie zuhause.“ grinste er. Leon nahm Jana aus dem Wagen und brachte sie in den Keller. Kurt hatte bereits ein Bett hineingestellt. Leon legte Jana ins Bett und streichelte ihr Gesicht. „Sie ist wirklich schön. Willst du zuerst oder ich?“ fragte er grinsend. Kurt schüttelte den Kopf. Sie ließen Jana allein.

    „Wenn das mal gut geht. Ich habe da ein verdammt mieses Gefühl, Semir.“ gab Tom seine Bedenken zu verstehen und sah auf den Haufen der Glasperlen vor ihm. „Ich weiß gar nicht was du hast? Ich meine die Dinger sind so hat mir der Typ das erklärt die perfekten Imitate. Nur ein wahrer Kenner kann die Dinger von Diamanten unterscheiden. Und für so helle halte ich die Typen nicht. So und nun lass uns nach Hause fahren. Ich wette nämlich, dass die Typen uns bei dir eine Nachricht hinterlassen werden, wo wir die Steine hinbringen sollen.“ mutmaßte Semir. Tom nickte, nahm seine Jacke und verließ mit Semir, der die Steine in eine kleine Tüte packte die PAST. Sie fuhren zu Tom nach Hause. Mit ziemlich gemischten Gefühlen und ständigem Blick im Rückspiegel fuhren sie in die Tiefgarage. „Lassen wir die Dinger erst mal im Auto?“ fragte Semir und sah Tom an. Dieser nickte. „Ja können wir machen. Wenn die Typen uns blöd kommen dann haben wir einen Trumpf in der Hand.“ stimmte Tom zu. Er stellte sich auf seinen Platz und sah sich wieder um. Semir grinste. „Hast du Angst, dass sie es noch einmal auf diese Art und Weise machen?“ kam die Frage von ihm. „Ja… irgendwie traue ich dem Frieden nicht.“ nickte Tom. Sie stiegen aus und gingen in Richtung Fahrstuhl. Das Gefühl beobachtet zu werden wurden sie nicht los. Doch nichts passierte. „Na… wir sehen wohl Gespenster.“ lachte Semir und holte den Aufzug runter. Ein anderer Mitbewohner gesellte sich zu ihnen und begrüßte sie mit einem freundlichen „Guten Abend“.

    Der Abend kam schnell. Semir stellte seinen Wagen vor der Tür ab und betrat seine Wohnung. Besonders jetzt seit dem Streit mit Andrea kam sie ihm leer vor. Ohne Leben und irgendwie fühlte er sich einsam. Andrea war im Augenblick zwar wütend, aber er hoffte, dass sie sich beruhigt und wieder mit ihm zusammen kommen wollte. Wie konnte er ihr beweisen, dass er genau wusste welchen Fehler er gemacht hat und diesen bereute. Wie konnte er ihr beweisen, dass er sie von ganzem Herzen liebte? Er ging in die Küche und nahm sich ein Bier. Dann schob er das Video in den Recorder und sah es sich an. Jedes Mal wenn er die Hände der Entführer und Peiniger sah hielt er das Bild an und setzte sich dicht an den Fernseher um Einzelheiten zu erkennen. Doch in dieser Auflösung war kaum was auszumachen. Hier musste Hartmut ran. Semir wollte ihn anrufen. Doch vorher trank er das Bier leer. „Hartmut ich bin es… ich brauche deine Hilfe. Es geht um die Reff-Entführung und ich komme ohne deine Hilfe nicht weiter.“ bat er den rothaarigen Kriminaltechniker. „Du, Semir. Du weißt ich bin eigentlich immer für euch da, aber heute hab ich eine Verabredung und…könnten wir das nicht direkt morgenfrüh machen?“ hörte er ihn antworten. „Ja sicher… Ich dachte du wärest in der KTU. Weil normalerweise…na egal. Ich bin dann morgen früh bei dir. Viel Spaß“ meinte Semir noch und beendete das Gespräch. Er ging erneut in die Küche und nahm sich ein weiteres Bier. „Das auf dein Wohl Andrea… ich hoffe du verzeihst mir mal.“ meinte er leise und prostete dem Bild von Andrea zu, welches auf dem Kühlschrank stand. Dann nahm er einen großen Schluck.

    Am nächsten Morgen kam Jan etwas zu spät ins Büro. Semir saß bereits am Schreibtisch und Jan sah die dunklen Ringe und den Augen. „Hast du die Nacht durchgemacht oder was?“ fragte er erstaunt. Semir sah ihn an. „Nein… oder besser gesagt ja… ich meine ich konnte nicht schlafen. Magenschmerzen. Der Fall geht mir einfach an die Nieren. Ich habe mir den Film angesehen. Es war einfach grausam.“ gab Semir von sich. Jan nickte. „Dann solltest du heute auf jeden Fall etwas früher Schluss machen. Du siehst grausam aus.“ meinte er nur. Semir nickte. „Ja sicher… ich fahre gleich zu Jan. Ach hier… willst du eine Leberwurststulle? Hab ich von Zuhause mitgebracht.“ fragte Semir. Jan schüttelte den Kopf. „Nee…. ich mag keine Leberwurst.“ gab Jan zu. Semir zuckte mit den Schultern und biss herzhaft in die Brotscheibe. Kommst du mit?“ fragte Semir. Jan sah ihn an. „Ich muss gleich zur Chefin. Sie hatte ja geglaubt dass die Schwester von Romina etwas verheimlicht. Aber das ist nicht so. Sie weiß absolut gar nichts. Außer das Romina ihr Geld auf dem Strich verdiente und verdammt viele Männerbekanntschaften hatte. Ist ja nichts Unbekanntes. Sie war eine Prostituierte. Vielleicht ist sie einem Zuhälter in die Quere gekommen, der sie anstellen wollte und sie hat sich geweigert. Ich meine du kennst ja die Typen…“ erklärte Jan. Semir nickte. Er fühlte einen Druck in der Magengegend. „Na ich fahre jetzt erst mal zur KTU. Bis später.“ kam von Semir und dann verschwand er. Semir stieg in seinen Wagen und fuhr zu KTU. Er sah Hartmut vor der Tür stehen und grinste. „Hast du den Schlüssel vergessen?“ fragte er. Hartmut sah hoch. „Quatsch! Nein ich hab hier was verloren. Dachte ich… scheinbar aber doch nicht. Was kann ich für dich tun?“ wollte Hartmut wissen und reichte Semir die Hand. „Es geht um ein Videoband. Du weißt schon, das mit den Reff Jungen.“ erläuterte Semir. Hartmut sah ihn verwundert an. „Hast du Fieber?“ wollte er wissen. Semir schüttelte den Kopf. „Wie kommst du denn darauf? Hab die Nacht nur durch gemacht.“ verneinte Semir. Hartmut nickte. „du siehst aber trotzdem nicht gut aus.“ gab er zu verstehen. „Hat Jan auch schon gesagt. Nee ist alles klar. Danke der Nachfrage.“ grinste Semir.

    Anna sah Tom an. „Sie sind wirklich soweit in Ordnung?“ fragte sie, denn Tom sah gar nicht so aus doch er nickte. „Ja sicher… Nur blöd dass wir keine Beschreibung von den Typen haben. Die trugen Skimasken. Das war eine abgekartete Sache. Die Frage ist nur, woher die wussten wo ich wohne.“ meinte er nachdenklich. Semir zuckte mit den Schultern. „Vielleicht sind die uns gefolgt? Ich meine das Kennzeichen vom Dienstwagen merken und dann…“ gab er zu bedenken. „Ja…. das ist eine Möglichkeit. Nur ist mein Wagen in der Werkstatt. Wir sind mit deinem gefahren.“ gab Tom zu verstehen. „Also gut… Sie haben bis morgen Abend Zeit die Steine zu übergeben. Aber glauben die wirklich, dass sie so einfach zu beeindrucken sind? So naiv können die doch gar nicht sein.“ überlegte Anna. Semir zuckte mit den Schultern und verzog schmerzerfüllt das Gesicht. Die Rippen taten ihm weh aber der Arzt hatte ihm erklärt, dass sie nicht gebrochen sonder nur geprellt waren, was ihm allerdings genauso schmerzte. „Nun ja… ich denke nicht, dass die naiv sind. Das war eine Warnung. Was wenn die noch einen Wagen auf der Straße haben. Mit gleicher Ware?“ gab er zu bedenken. Anna hielt ihm den Express hin. „Schlagzeilen hat es bereits gemacht.“ sagte sie dabei und Semir sah auf die Zeitung.

    „….hat die Autobahnpolizei einen Wagen mit Gammelfleisch aus dem Verkehr gezogen. Die Ware wurde umgehend der Vernichtung zugeführt. Nach Auskunft der Polizei sind die beiden Täter auf der Flucht. …“ las er vor. „Tja… zumindest steht nichts Negatives über uns drin.“ Schmunzelte Tom leicht. Anna nickte. „Ja… nur die Täter müssen wissen mit wem sie es zu tun hatten. Woher sollten sie sonst die Namen wissen. Es ist ja nicht gerade ein kleines Haus in dem Sie wohnen.“ dachte Anna laut nach. Tom nickte. „Ja schon…. Aber die brauchten nicht meinen Wagen, wenn sie mich verfolgen. Anna nickte. „Gut… passen Sie beide bitte auf sich auf. Es ist erst vorbei, wenn wir alle geschnappt haben. Ich kann Ihnen auch Personenschutz….“ meinte Anna. „NEIN! Wir kommen alleine klar.“ begehrten Tom und Semir gleichzeitig auf.

    Kurt sah Claus und Leon an. „Hört zu… wir glauben dass die Bullen falsch spielen werden und wollen das natürlich verhindern. Habt ihr Vorschläge?“ wollte er wissen und sah in die Runde der Vier. Claus lachte leise. „Klar doch…. wie wäre es wenn wir sie unter Druck setzen. Ich meine wir müssten nur herausfinden, was sie dazu zwingen könnte, uns zu gehorchen. Was ist denn mit diesem Markus? Weiß der nicht was sie dazu bringen könnte?“ fragte er. Kurt nickte „Ja sicher… die Beiden sind Freunde und würden alles für einander tun. Allerdings haben die Beiden auch viele Freunde und die würden wiederum alles für sie tun.“ gab er zu bedenken. Leon lachte. „Na wir werden uns schon was einfallen lassen. Glaub mir… die bringen und das was du willst.“ Versprach er. Kurt nickte „Ach noch was… zieht euch die Kleine mal hier aus dem Verkehr. Sie hat wohl etwas mitbekommen und versucht meinen Boss ans Bein zu pinkeln. Vergnügt euch mit ihr, aber bringt sie nicht um.“ warnte er die Drei. „Ach ja…passt auf unser Riesenbaby auf. Nicht das er zu heftig zudrückt und einer von den Bullen vielleicht das Zeitliche segnet.“ erinnerte er Leon und Claus.

    Jana machte sich fertig. Sie hatte einen harten Tag hinter dem Tresen gehabt und freute sich auf den Feierabend. ES war schon 22 Uhr durch und sie war entsprechend müde. „Ich bin weg Marion… ach pass auf die Typen hinten in der Ecke auf. Die sind etwas aufmüpfig…“ rief sie noch ihrer Ablösung zu und verschwand. Sie brauchte nicht einmal zwanzig Minuten zu Fuß. Allerdings nur wenn sie durch einen Park lief. Sie blieb am Eingang stehen und überlegte ob sie nicht doch besser mit dem Bus fahren sollte. Doch dann lachte sie leise und betrat den Park. Nur wenige Minuten war sie gelaufen, als sie ein Geräusch hörte. Jana war nicht ängstlich aber heute war es anders. Seit sie Markus Gespräch mitbekommen hatte, hatte sie mehr Angst als vorher. Er sprach von Diamanten und sie hatte gesehen, dass er eine große Menge Geld in einem Koffer hatte. Sie ahnte dass dahinter dunkle Machenschaften stecken mussten. Sie wollte zur Polizei, doch er hatte ja Freunde dort. Schließlich gehörte er selbst zu dem Haufen und war nach einem Unfall ausgeschieden. Jetzt war er eher ein Fitnesstrainer, der die verletzten Polizisten wieder diensttauglich trainierte. Jana ging langsam weiter. Wieder ein Geräusch. Jana ging schneller und betete dass ihr jemand entgegenkam damit sie nicht allein war. Doch der Wunsch wurde nicht erfüllt.

    Hotte und Dieter bemerkten die Brüder Brandt fast zu spät. „Hey… die fahren los. Okay… Dieter. Lass dich bitte nicht abhängen.“ ermahnte Hotte seinen Kollegen. Dieter sah ihn an. „Der kann mich gar nicht abhängen. Wie auch… ich habe doch einen recht unauffälligen Wagen.“ maulte dieser zurück. Er wartete bis der Wagen vorbei war und ließ einen weiteren vorbeifahren, bevor er selbst aus der Parklücke fuhr. „Die scheinen auf jeden Fall ein Ziel zu haben. Vielleicht gehen die einkaufen… oder essen.“ meinte Hotte. Dieter sah ihn schräg an. „Du denkst nur ans Essen. Wir haben noch nicht einmal Mittag. Und du hast doch gerade erst gefrühstückt.“ empörte sich Dieter. Hotte lachte verächtlich. „Mensch das waren doch nur ein paar Stullen…. Davon wird man doch nicht satt.“ kam von ihm. Dieter lachte auf und sah auf die Straße. „Wo ist er denn hin?“ fragte er plötzlich, denn der Wagen der Brüder war weg. Hotte erschrak und sah ebenfalls raus. „Ich sehe ihn nicht mehr!“ stellte er fest. „Ja ganz toll, Hotte. Du hast mich abgelenkt und nun ist er weg. Was sollen wir Semir denn jetzt sagen? Mann ich dachte wirklich wir können wenigstens das machen, aber du und dein ständiger Hunger….das …das ist doch..!“ fluchte Dieter laut. Hotte verschränkte die Arme über die Brust und blies beleidigt die Luft aus. „Du kannst mich mal. Warum hab ich denn jetzt Schuld? Du hat ja auch nicht aufgepasst!“ verteidigte er sich und schmollte weiter.

    „Abgehängt. Mann das waren ja richtige Anfänger!“ lachte Frank lauthals. Er hatte die Verfolger bemerkt und Florian war schon richtig nervös. Doch Frank schien alles im Griff zu haben. Nur wenige Minuten später waren sie vor Semirs Haustür. Ein Blick auf dem Klingelschild zeigte ihnen, das der Polizist in der achten Etage wohnte. Frank warf einen Blick auf das Haus. „Nun zumindest ist hier keine Kamera zu entdecken. Also werden wir nicht überwacht. Und nun hoffe ich mal, das niemand in der Achten zuhause ist und wir die Tür unbemerkt öffnen können. Als guter Polizist ist er ja nicht zuhause sondern auf der Arbeit. . Ich wollte schon immer wissen, wie lange es dauert, bis er die erste Wirkung spürt. Und damit wir das verfolgen können, werde ich eine Kamera installieren und ihn beobachten. Das werden wundervolle Abende werden. Er wird sich nur müde fühlen und schlafen. Und wer schläft, kann nicht jagen…“ lachte Frank. Ihm gefiel sein Plan und er hoffte inständig dass er zum Erfolg führte. Florian nickte nur. Ihm war egal was sein Bruder plante. Wichtig war dass er uns Frank gut aus der Sache raus kamen. Dafür würde er alles tun. Er und Frank betraten das Haus und fuhren in die achte Etage. Dort suchten sie kurz und fanden die Wohnung des Polizisten schnell. Ein kurzer Blick zur Seite. Niemand war hier. Frank nahm seinen Dietrich und öffnete die Tür fast in sekundenschnelle. Dann gingen sie in die Wohnung und durchsuchten die Räume. Sie waren darauf bedacht, keine Unordnung zu machen, damit es nicht auffiel. Während Florian im Wohnzimmer die Schubladen durchsuchte, machte Frank sich daran die im Kühlschrank befindlichen Getränke mit seiner flüssigen Substanz zu versetzen. Er hatte eine Spritze dabei und injizierte jeweils etwas der klaren Flüssigkeit in die Getränke. So war sicher, dass der Polizist etwas von davon zu sich nahm. Dann installierte er eine Kamera im Wohnzimmer und eine im Schlafzimmer. Er wollte sehen wie der Mann auf das Schlafmittel reagierte. „Das wird ein fantastischer Fernsehabend oder Abende.“ lachte er leise. Florian kam zu ihm und gab bekannt, dass er nichts finden konnte. Frank nickte nur und beide verließen die Wohnung wieder.

    Andreas Stahl sah Semir an. „Was glauben Sie auf dem Stick zu entdecken? Oder besser in dem perversen Film?“ fragte er. Semir lächelte. „Nun ja… wir haben vor kurzem eine Entführung verhindern können. Dabei wurde ein 16jähriges Mädchen verletzt. Sie war das Entführungsopfer und konnte sich daran erinnern, dass der Entführer eine große Narbe auf dem linken Handrücken hatte. Ich habe im Fall von Romina Andersen mit dem Exfreund gesprochen und der wiederum hat eine große Narbe auf dem linken Handrücken. Ich halte das nicht gerade für einen Zufall. Meine Vermutung ist nämlich, dass diese Romina von der Entführung des Mädchens und vermutlich auch von der von Reff junior wusste und zur Polizei gehen wollte. Das hat aber dieser Freund verhindert indem er sie umbringt bzw. umbringen lässt.“ erklärte Semir. Stahl zuckte mit den Schultern. „Ist etwas weit hergeholt finden Sie nicht?“ lächelte er. Semir schüttelte den Kopf. „Das finde ich nicht. Deshalb will ich mir das Band ansehen. Ich meine vielleicht haben die Entführer ja genau dort einen Fehler gemacht. Ich meine… die haben ihre Gesichter maskiert aber bei den Händen… dort können sie einen Fehler gemacht haben. Und …“ versuchte Semir ihn zu überreden. Stahl nickte. „Das ist zwar in meinen Augen absurd, aber Sie können es gern versuchen. Ich habe den Film auf Video spielen lassen. Sie können sich die Kassette ja heute Abend ansehen und wenn Sie etwas finden, mir Bescheid geben.“ nickte Stahl. Semir war zufrieden und nahm das Videoband entgegen. „Ich rufe Sie an, wenn ich etwas herausfinde.“ versprach er und ging wieder zum Wagen. Er rief Jan über Funk. „Machst du mit mir heute Abend einen Videoabend?“ fragte er lachend. „Geht leider nicht. Ich bin verabredet und nun ja…“ kam von Jan. „Ist sie blond, rot oder braun?“ harkte Semir nach. Jan lachte. „Na was denkst du denn von mir. Ich bin mit einem Freund verabredet.“ Tadelte Jan ihn. „Ja sicher… na okay… dann trinke ich das Bier eben allein. Ich habe den Film und werde ihn heute Abend auf jeden Fall reinziehen. Ich bin mir nämlich sicher, dass ich etwas finden werde. Ich werde dir Bescheid geben. Und treib es nicht zu doll mit deinem „Freund“.“ lachte Semir. Von Jan kam nichts mehr.

    Tom schrie schmerzerfüllt auf und krümmte sich unwillkürlich zusammen. Die Kugel hatte ihn auf der rechten Seite unterhalb des Brustkorbs getroffen. Mit der unverletzten Hand griff sich Tom sofort an die Wunde. Der unsagbare, brennende Schmerz war nur schwer zu ertragen. Vor seinen Augen verschwammen die Menschen um ihn herum. Er ahnte, dass es nicht mehr lang dauern konnte, bis er bewusstlos wurde.

    Semir stand wie versteinert da und regte sich nicht mehr. Er wollte sich lieber nicht vorstellen, was nun in Toms Kopf vor sich ging und wie er sich fühlte. Sein Partner musste schreckliche Schmerzen haben und es war seine Schuld! Hatte er wirklich gerade auf Tom geschossen? Er konnte es kaum fassen. Was war er nur für ein Freund? Hatte er wirklich die richtige Entscheidung getroffen? Gab es in solchen Ausnahmesituationen überhaupt noch ein Richtig und ein Falsch? Immer wieder hallte der Schrei in seinem Ohr nach. Schockiert ließ er die Waffe fallen und starrte für einen Moment auf das dunkelrote Blut, das aus Toms Wunde ran.

    Anna legte enttäuscht den Hörer auf. Vor ihrem Schreibtisch standen Petra, Hotte und Dieter und sahen sie fragend an. Ihre Gesichter sahen besorgt aus. „Nichts.“ sagte Anna nur und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Auch ihre drei Mitarbeiter senkten ihre Blicke. „Sowohl das Haus in der Zeilingerstraße 10, als auch das geheime Versteck beim U-Bahn-Tunnel, waren leer. Anscheinend wurde erneut das Versteck gewechselt.“ klärte sie die drei auf. Aus ihrer Stimme konnte man deutlich die Sorge um ihre zwei Beamten heraushören. Die Tatsache, dass Tom und Semir sie nicht über das neue Versteck informiert hatten, bestätigte zusätzlich ihre Vermutung, dass die Beiden in großen Schwierigkeiten stecken mussten. Außerdem waren sie längst überfällig, das letzte Gespräch lag bereits sehr lange zurück. „Aber, wie sollen wir die Beiden jetzt finden? Die können so gut wie überall sein.“ stellte Dieter fest. „Wir werden schon einen Weg finden.“ antwortete Anna zuversichtlich. Dann sah sie zu Petra. „Petra, schauen Sie sich bitte noch einmal die Akte von Sven an. Überprüfen Sie noch einmal alles, vielleicht finden wir ja doch noch eine Adresse, die uns zu dem neuen Versteck führen könnte. Auch wenn ich nicht glaube, dass er sich und die Bande in einem Haus verstecken würde, das ihm gehört. Dafür ist er zu intelligent.“ musste Anna zugeben. „Mach ich.“ gab Petra als Antwort.

    Anna starrte ins Leere und dachte angestrengt nach. Es war bereits Abend. Sie fühlte sich schlapp und müde. Dieser Fall zerrte gewaltig an ihren Kräften, das spürte sie. Schon langsam wusste sie gar nicht mehr, wann sie das letzte Mal eine Nacht durchgeschlafen hatte. ‚Zeilingerstraße 10’ dachte sie sich. Es war die letzte Information, die sie bekommen hatte. Seitdem hatte sie nichts mehr von ihren Beamten gehört. Nur kurz hatte Tom angerufen, aber das Gespräch war sofort wieder beendet gewesen. Die Bande hatte sicherlich Verdacht geschöpft. Anna seufzte. Sie musste unbedingt herausfinden, wo sich die Beiden befanden und zwar schnell. Plötzlich stand sie auf und verließ mit entschlossenen Schritten ihr Büro. Sie wusste, dass ihr jetzt nur mehr ein einziger Mensch weiterhelfen konnte: Philip Sand, der junge Bursch, den sie vor vier Tagen nach einem Überfall auf eine Autobahnraststätte verhaften konnten.

    Hi du... die STory wird ja immer interessanter. Aber ich habe eine Bitte... mach ein paar Absätze in die STory. Es ist sonst ziemlich schwierig im Text bei einer kurzen Unterbrechung zu merken und es tut auf den Augen weh... (Nur ein kleiner Tipp, einer Vielschreiberin)

    Semir quälte sich auf die Beine. Er blutete am Kopf, wo ihn der Schlagstock einmal getroffen hatte. Langsam sich die Rippen haltend ging er zu Tom. Dieser lag am Boden und war ohne Bewusstsein. „Tom…“ sagte er leise zu ihm und drehte ihn vorsichtig um. Tom fing an zu stöhnen und schlug kurz darauf die Augen auf. „Hey… alles klar?“ fragte Semir mit schmerzverzerrter Stimme. „aua… nein… was war das denn… für ein Rollkommando?“ wollte Tom wissen und zog sich langsam hoch. „ich weiß nicht… aber irgendwie scheinen wir in ein Wespennest gestochen zu haben.“ gab Semir zu. Beide saßen am Boden und lehnten gegen den Mercedes. „Die haben mich gewarnt…“ quetsche Semir vor. „Gewarnt? Wovor?“ wollte Tom wissen. „Wir sollen uns nicht einmischen. Und wir sollen die Steine bis morgen zurückgeben. “ erzählte Semir. Tom sah ihn prüfend an. „Dich haben sie wohl nicht so hart ran genommen, was?“ fragte er stöhnend. „Nein… nicht mit Schlägen. Allerdings hat King-Kong mich in den Arm genommen und ich vermute dass er mir eine Rippe angeknackst hat. Ich rufe die Chefin an…“ stieß er schwer atmend aus. Tom schüttelte den Kopf. „lass uns erst einmal in die Wohnung kommen. Ich nehme an,…es hat…mit dem LKW zu tun.“ stieß er aus und quälte sich auf die Beine. Sofort befiel ihm Schwindel. Nur langsam mit schleppenden Schritten erreichten sie den Fahrstuhl und einige Minuten die Wohnung von Tom.

    Semir ging ins Badezimmer und wusch sich sein Gesicht. Es war nicht all zu schlimm, stellte er im Nachhinein fest und zog sich sein Shirt aus und betrachtete seine Rippen. Ein Bereich war ziemlich blau angelaufen. Tom kam ebenfalls ins Bad. „Und? Alles noch dran?“ wollte er wissen. Seine Aussprache hörte sich etwas nuschelnd an. Semir sah ihn an. „Dein Gesicht war auch schon mal schöner…“ gab er zurück anstatt auf Toms Frage einzugehen. „Na …. Wird schon wieder“ kam von Tom und dann fing er an sich das Blut aus dem Gesicht zu putzen. „Tom… wenn die mit den Beiden Typen von gestern Morgen unter einer Decke stecken, dann… ist es gut möglich, dass sie noch mehr Wagen unterwegs haben…“ dachte Semir laut nach. Tom nickte nur. „Wir müssen die Chefin informieren.“ Meinte er darauf. „Ja… ich rufe sie an.“ Semir zog sein Handy und wollte gerade telefonieren, als er bemerkte, dass sein Handy kaputt war. „Mist! Was ist mit deins?“ wollte er wissen und schaute Tom an. „Liegt irgendwo in der Tiefgarage….“ gab er von sich. Semir ging ins Wohnzimmer und nahm das Telefon hoch.

    Anna saß ihm Büro als ihr Telefon klingelte. „Engelhard?“ meldete sie sich. „Semir hier… Chefin.. Tom und ich sind überfallen worden. In der Tiefgarage bei Toms Wohnung. Es geht uns zwar soweit gut, aber… nun ja…. könnten Sie herkommen?“ hörte sie Semir fragen. „Bin schon unterwegs.“ sagte sie nur, warf den Hörer auf die Gabel und rannte raus. Während sie den Wagen startete rief sie einen Freund an, der Arzt war. Sie wollte ihn abholen und direkt mit zu Tom und Semir nehmen. Nur eine halbe Stunde später standen sie bei Tom in der Wohnung. Der Arzt kümmerte sich umgehend um die Beiden, die ziemlich lädiert aussahen. Besonders Tom schien es diesmal schlimm erwischt zu haben. „Semir! Tom! Sind Sie ansonsten in Ordnung? Was bitte ist passiert?“ wollte Anna sofort wissen und Semir zog sie zur Seite während der Arzt Tom versorgte. „Wir sind in die Tiefgarage und wollten gerade zum Aufzug gehen, als wir überfallen wurden. Ich musste zusehen, wie sie Tom zusammenschlugen. Dann hat der Typ der mich festgehalten hat, mir gedroht. Außerdem wollen die die Steine wieder haben…“ Semir hielt sich die Rippen fest und Anna bemerkte es direkt. „Was ist mit Ihnen?“ fragte sie besorgt. „Nichts… denke ich… die Rippen tun mir nur weh…“ gab er zu als er ihren Blick bemerkte.

    Markus sah Kurt an. „Gut… bis morgen um acht will ich die Steine wiederhaben. Mann der Kunde macht mir die Hölle heiß. Ihr habt es verbockt, also bringt die Sache wieder ins Reine. Wie…. ist mir so ziemlich egal. Aber keinen Mord!“ warnte er Kurt. Dieser nickte. „Ich denke die Beiden werden schon spuren. Die Warnung war eindeutig.“ Gab er bekannt. Markus zog tief Luft ein. „Du kennst die Beiden nicht so gut wie ich. Die lassen sich nicht einschüchtern. Aber ich habe noch ein Problem. Jana…. Meine Freundin. Sie ist scheinbar dahinter gekommen, wie ich nebenbei mein Gehalt aufbessere. Schafft sie mir weg. Sperrt sie irgendwo ein.“ meinte er abfällig und gab Kurt ein Geldbündel sowie ein Bild. Dieser sah drauf und pfiff anerkennend. „Hübsch. Wirklich hübsch.“ gab er von sich. Markus sah ihn warnend an. „Fass sie nicht an!“ warnte er ihn. „Sie ist jetzt in ihrer Wohnung. Monsenstrasse 3 in Köln. Holt sie ab und sperrt sie ein. Dann kümmert euch um Kranich und Gerkhan. Macht den Beiden noch einmal klar, was sie heute Abend zu tun haben.“ Markus verließ die Wohnung. Kurt sah zu Hubert. „Ruf die Jungs an. Wir statten den Beiden noch einen Besuch ab.“ nickte er ihm zu.

    Also....an dieser story beunruhigt mich irgendwie alles......Elli hat sie ja auch geschrieben! :D

    Obs das nun schon war für Tom? Oder kommts noch dicker???

    Fragen über Fragen, die auf eine Antwort warten!

    Nun ja... ich weiß jetzt nicht ganz genau, wie ich die erste Äußerung verstehen soll..... also bist du beunruhigt, weil ich die STory geschrieben habe?

    Was meinst du wird mit Tom passeiren? Ich meine zusammengeschlagen wurde er ja schon heftig.

    Was deine oder eure Fragen betrifft. Eine kleine Antwort folgt.... :D Viel Spass beim Lesen

    ;(;(

    also. ich komm ja eher selten zunm lesen, aber so geht das ja nun nicht.... herzallerliebste elli... wenn ich nicht heute noch einen teil zu lesen bekomme.-.. dann... dann sehe ich mich nicht in der lage mich um die tollen bilder hier und vor allem um die niederschrift des gesprächs zu kümmern, welches ich heute führen durfte... also wäre es durchaus sinnvoll, da noch was nachzulegen..... in der story....
    :D

    Tja liebste STeffi.... das würde ich ja gern tun, aber ich habe strenge Auflagen von Katrin bekommen... und daran muss ich mich leider halten... Es tut mir wirklich Leid.... Vergib mir bitte.... ;):D

    Die drei Männer warteten vor Toms Wohnung. „Was wenn er nicht allein wohnt?“ wollte Claus wissen. „Na wir sind zu dritt. Da haben die selbst zu zweit keine Chance. Ich weiß welches Auto er fährt und sobald er vor der Tür schnappen wir sie uns und zeigen wo es langgeht.“ grinste Leon und hob seinen Schlagstock. „Wo hast du das Ding eigentlich her? Das ist doch eins von den Bullen?“ fragte Claus, der am Steuer saß. Leon grinste erneut. „Ja…hab ich mal bei ner Demo einem Bullen abgenommen. Hab dem das Ding übergezogen und bin dann damit weg. Ganz einfach.“ gab er zu. „Da kommen sie! Zwei auf einen Streich … fein… ein Abwasch…. Wir warten bis sie vor der Tür stehen, dann mit Waffengewalt ins Haus und in den Keller…. Dort haben wir sicher Ruhe… die anderen gucken alle Fußball“ meinte Leon nur. Er sah den blauen Mercedes in die Garage fahren. „Fahr hinterher… die Tiefgarage ist noch besser geeignet…“ Claus nickte und hängte sich an den Mercedes ran.

    „Ha dein Nachbar hat wohl den Schlüssel vergessen,“ meinte Semir, als er den Wagen dicht hinter Tom sah. „Ja nun… passiert schon mal.“ gab Tom zurück und fuhr auf seinen Parkplatz. Die Garage war ziemlich leer und ruhig. Keine Leute die hier durchliefen. Tom hielt an und Semir wollte gerade die Tür öffnen als der Wagen, der eben hinter ihnen fuhr, neben Tom anhielt. Tom nickte den Leuten zu und grüßte sie freundlich. Semir stieg aus und drehte sich dann zu Tom um. „Und? Wie viel wetten wir … die Kölner gehen wieder unter!“ mutmaßte er. Tom zuckte mit den Schultern. „Ist mir eigentlich egal. Will nur ein gutes Spiel sehen.“ gab er gleichgültig zurück und wollte gerade zum Fahrstuhl gehen als er hinter Semir eine Bewegung sah. „SEMIR!“ schrie er, doch dann wurde er selbst angegangen und konnte sich nicht weiter um seinen Partner kümmern. Ein Schlag mit einem Gummiknüppel auf den Rücken ließ ihn blitzschnell herumwirbeln. Mit erhobenen Fäusten schlug er auf die Person ein, die ihn den Schlag versetzt hatte. Doch der Mann war wendig und wich den Schlägen aus, während er Tom immer wieder traf. Der Stock traf seine Schultern, seine Arme und seinen Bauch. Tom wurde schwächer und versuchte den Schlägen auszuweichen, es ging nicht. Er ging mit dem nächsten Schlag in die Knie und kauerte am Boden. Mit den Armen versuchte er seinen Kopf zu schützen. Was war mit Semir? Wo war er? dachte er noch während die Schläge auf ihn niederprasselten. Dann sah er Sterne, denn der Schlagstock traf sein Gesicht mit voller Härte. Tom verlor das Bewusstsein.

    Als Tom schrie wollte Semir sich umdrehen, doch schon umklammerten ihn starke Arme und hoben ihn in die Luft. Semir versuchte sich zu befreien und sah wie ein weiterer Mann Tom anging und auf ihn einprügelte. Er strampelte mit den Beinen und drehte sich im Griff. Der Mann hielt ihn fest als wäre er in einem Schraubstock gefangen. Langsam wurde die Luft knapp. Er wurde schwächer. Ohne etwas machen zu können sah er wie Tom zu Brei geschlagen wurde. Dann hatte er die Idee, den Bewusstlosen zu mimen, vielleicht ließ ihn der Gorilla dann los. Er sackte in sich zusammen und seine Idee ging scheinbar wirklich auf. Der Mann ließ ihn los. Semir sank zu Boden und holte schmerzhaft Luft. Doch anscheinend hatte der Mann sein Tun durchschaut und zerrte ihn an der Jacke auf die Beine. Er sah ihn drohend an und fauchte ihn an „Pass auf… du und dein Freund sollten sich nicht einmischen… sonst wird es für euch schmerzhaft ist das klar? Ihr habt genau bis morgen Abend zeit uns die Steine wieder zu geben. Wenn nicht, dann wird das was gerade abgelaufen ist, ein Kindergeburtstag gewesen sein….“ drohte er und schlug Semir die Faust in den Magen. Semir schrie auf und versuchte sich zu wehren, doch nun kam der Andere der Tom bearbeitet hatte und schlug mit seinem Stock zu. Die meisten Schläge bekam er auf die Arme, die er schützend um seinen Kopf geschlungen hatte. Nur wenige Minuten und Semir lag genau wie Tom, am Boden und versuchte den Schmerzen Herr zu werden. Er bekam nur am Rande mit, dass die Männer in den Wagen stiegen und abfuhren.

    Nur kurz darauf saßen Jan und Semir im Auto. „So wir sollten noch einmal versuchen, ob dieser Florian Brandt zuhause ist.“ meinte Semir. Jan sah auf die Uhr. „Du weißt schon, dass es nach acht ist, oder?“ fragte er. Semir nickte. „Ja genau deshalb.“ gab er grinsend zurück. Jan wog den Kopf und fuhr zu der Adresse von Brandt. Zehn Minuten später waren die da und es öffnete tatsächlich jemand. „Gerkhan, Kripo Autobahn…. Sind Sie Florian Brandt?“ fragte er. Der Mann nickte. „Ja…was kann ich für Sie tun? War ich irgendwie zu schnell unterwegs oder was?“ fragte er verwirrt. „Sie kennen eine Romina Andersen?“ kam die nächste Frage von Semir oder die von Brandt zu beantworten. „Ja… meine Ex…Was wollen Sie von ihr?“ stellte Brandt die Gegenfrage. „Oh wir wollen nichts von ihr. Denn die Dame kann uns nichts mehr sagen. Sie ist tot. Bei einem Unfall ums Leben gekommen.“ erklärte Semir sachlich und beobachtete den Mann genau. „Tot? Romi ist tot? Gott wie schrecklich…“ stieß er aus. Doch Semir erkannte, dass es gespielt war. „Wie kann ich denn helfen?“ fragte Brandt leise. „Nun ja… Sie sind vermutlich einer der Letzten die sie lebend gesehen haben. Gab es Streit zwischen Ihnen?“ wollte Semir wissen. „Nein… wir haben uns vor drei Wochen getrennt…sie meinte wir passen nicht zueinander und… es hätte keinen Zweck… mit uns…“ erklärte Brandt immer noch gespielt traurig. „Gut… hier ist meine Karte. Wenn Ihnen etwas einfallen sollte, dann rufen Sie mich an.“ Meinte Semir und reichte ihm die Karte. Brandt nahm diese in die linke Hand. Semir sah sie und sah die Narbe. Er ließ es sich nicht anmerken und ging mit Jan, der die ganze Zeit schweigend daneben stand, wieder aus dem Haus.

    Im Wagen griff Semir zum Funk. „Cobra 11 an Zentrale. Ich benötige ein Überwachungsteam in der Ravensburger Str. 47 in Köln.“ gab er durch. Jan sah ihn an. „Wieso?“ fragte er. Semir lächelte. „Was wieso?“ wollte er wissen. „Wieso forderst du ein Überwachungsteam an? Der Typ hat doch nichts getan.“ stellte Jan erneut die Frage. „Nun ja… nichts getan würde ich jetzt nicht sagen. Die kleine Vernont hat mir erzählt, dass der Entführer sie festgehalten hat und sie eine Narbe über dem Handrücken der linken Hand gesehen hat. Und dieser Florian Brandt hat eine nicht übersehbare Narbe. Deshalb.“ klärte Semir ihn auf. Jan nickte. „Ach das wäre aber ein Zufall. Ich meine… ist ziemlich vage oder?“ zweifelte er. „Nun ja… aber es wäre doch möglich, das diese Romina schon vorher von der Entführung wusste und es vielleicht der Polizei melden wollte. Dann wäre das doch ein Grund die Frau umzubringen.“ Erläuterte Semir. Jan nickte. „Stimmt da ist was dran.“ meinte er und startete den Wagen. „So und nun fahren wir zur PAST.“ gab Semir an. „Wieso das denn?“ kam genervt von Jan. „Nun ich will mir das Video noch einmal ansehen. Die Täter trugen doch keine Handschuhe und vielleicht…“ dachte Semir laut nach. „Semir… du verrennst dich da in Etwas. Nehmen wir mal an… also wirklich nur angenommen… dieser Brandt ist tatsächlich der Entführer von der Vernont und die Andersen wusste das. Will zu den Bullen und wird deshalb von Brandt getötet. Gut soweit kann ich dir folgen. Aber wieso stellst du da eine Verbindung zwischen der Entführung des kleinen Reff her?“ kam von Jan, der den Gedankenlauf seines Partners irgendwie nicht folgen konnte. „Ist so ein Gefühl… und das hat mich noch nie getrogen. Außerdem wäre es doch eine Möglichkeit. Muss ja nicht so sein, könnte aber. Und genau davon leben wir.“ nickte Semir. Jan zog tief Atem ein. Er kannte Semir lange genug das dieser sich von seiner Idee nicht abzubringen war. So gab er sich geschlagen und machte sich auf eine lange Nacht bereit.

    Florian sah Frank an. „Das war also ein Bulle, den Romi im Park getroffen hat? Dann war das sicher keine zufällige Begegnung. Ich glaube… du musst tatsächlich Angst haben, dass Romi dem Bullen den Stick gegeben hat. Okay… dann müssen wir herausfinden, wo dieser Bulle wohnt….“ meinte Frank nachdenklich. „Aber du hast doch gesagt, dass der Stick verbrannt ist…“ widersprach Florian. „Ja sicher.. da wusste ich aber nicht, dass es ein Bulle ist, den sie umrennt. Geschickt gemacht… muss ich zugeben…. Gut… wie heißt der Typ? Ich muss etwas in der Hand haben. Ich brauche den Stick….“ fluchte Frank. Florian grinste und zog die Visitenkarte heraus. „Ich hab seine Telefonnummer.“ sagte er stolz. Frank griff nach der Karte und sah sie sich an. „Sieh mal an. Sogar die Privatadresse steht drauf.“ Er schwang sich an den Computer und gab die Straße in der Suchfunktion des Stadtplans ein. Nur wenige Augenblicke später wurden die Straße und ihr Verlauf angezeigt. „Ach sieh mal an… die ist ja direkt hinter dem Park… Klar wird er dann dort angesetzt. Ein perfekter Plan… nur nicht perfekt genug für mich.“ lachte Frank gehässig. Florian erschrak. „Verdammt… was machen wir denn jetzt?“ fragte er. Frank sah ihn überlegen an. „Nun… wir werden dort hinfahren und den Bullen fragen, wo der Stick ist. Und einen unliebsamen Zeugen beseitigen.“ grinste Frank. Florian verstand nicht sofort. „Du willst da hin? Hey… der Typ ist ein Bulle! Der nimmt dich fest und dann ….?“ fragte er. Frank lachte. „Er wird mich nicht einsperren. Die haben keine Beweise. Die Kleine hat unsere Gesichter nicht gesehen. Da passiert gar nichts. Romi hat sicher nichts erzählt. Wie auch… du hast doch gesehen, dass sie nicht lange mit dem Bullen gesprochen hat.“ Beruhigte Frank seinen Bruder.

    Semir saß Anna am nächsten Morgen gegenüber. „Warum wollen Sie den Film erneut sehen. Es ist doch schon beim ersten Mal grausam gewesen.“ fragte sie. „Ja sicher Chefin… aber dieser Florian Brandt scheint klar in dem Entführungsfall von der kleinen Vernont zu stecken. Und ich bin…“ erklärte Semir. Anna sah ihn an. „Wie bitte? Warum ist er dann noch nicht verhaftet?“ wollte Anna wissen. „Nun ja… ich war mir nicht sicher. Aber die Kleine hat gesagt, dass der eine Entführer eine Narbe über den Handrücken hatte und dieser Brandt hat eine Narbe über dem Handrücken. Ich weiß selbst, dass es kein Beweis dafür ist. Deshalb wollte ich diesen Brandt ja überwachen lassen.“ erklärte Semir. Anna nickte. „Das ist wahr. Es ist sehr vage. Wenn wir jetzt jeden in den Verdacht ziehen, der eine Narbe hat. Aber gut. Der Stick ist bei Andreas. Sie können Ihn sicher noch einmal abholen, und ihn sich dann anschauen. Aber ich brauche Jan erst einmal für etwas Anderes. Machen Sie das allein und Jan muss etwas recherchieren.“ kam von Anna. Sie griff zum Telefon und kündigte Stahl Semirs Besuch an. Nur kurz darauf war Semir unterwegs. Jan saß immer noch bei Anna. „Was haben Sie für mich?“ wollte er wissen. „Jan… es geht um diese Romina…. Sie fahren noch einmal zu ihrer Schwester. Ich habe das Gefühl, das sie uns nicht alles erzählt hat. Fahren sie mit ihr zu der Hütte. Vielleicht konnte Romina dort noch etwas verstecken, was uns weiter hilft.“ Bat sie ihn. Jan verstand es zwar nicht aber er nickte. „Gut… mache ich.“ meinte er nur. Jan verschwand ebenfalls.

    So wie Katrin bereits angekündigt hat, stelle ich jetzt wieder stellvertretend etwas ein:

    Semir sah sich weiter um. Neben ihm standen mindestens fünf schwer bewaffnete Männer, Norbert Kuhn und Sven Ritinger. Erwartungsvolle Gesichter starrten ihn an. Er selbst fühlte dieses metallische Ding in seiner Hand, die Pistole. Sollte er einen Fluchtversuch wagen? Könnte er nicht vielleicht versuchen mit der Pistole Sven zu treffen? Wenn er schnell genug sein würde, würde er es mit Sicherheit schaffen. Sven würde nicht damit rechen. Ein paar Sekunden lang spielte er sich mit diesem Gedanken, doch dann entschied er sich dagegen. Es würde keinen Sinn haben. Zumindest einer der Handlanger, oder sogar Norbert, würde ihn erwischen, bevor er auch nur einen Schritt in Richtung Ausgang getan hätte und auch Tom konnte er damit nicht retten. Nein, ein Fluchtversuch war ausgeschlossen, das bräuchte er gar nicht erst probieren, das konnte einfach nicht gelingen.
    Aber was sollte er jetzt tun? Verdammt, er konnte doch nicht auf Tom schießen! Aber es war im Prinzip egal, was er tat. Würde er jetzt abdrücken, so war Tom tot, würde er nicht abdrücken, so würde es Sven tun und er selbst wäre als Polizist entlarvt. Tom war in beiden Fällen verloren.

    Semir seufzte in Gedanken. In seinem Kopf dröhnte es. ‚Es musste doch eine Möglichkeit geben!’ dachte er sich. Sein Gehirn begann fieberhaft zu arbeiten. Es musste ihm einfach etwas einfallen. Ihm wurde heiß und kalt. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Seine Hände wurden kalt und feucht. Sein Atem beschleunigte sich.
    „Na los! Drück endlich ab!“ unterbrach Svens ungeduldige Stimme plötzlich seine Gedanken und riss ihn in die grauenvolle Realität zurück. „Worauf wartest du denn so lange? Mach schon!“ befahl er streng. Schließlich nahm Semir all seine Kräfte zusammen und fasste einen Entschluss. Es war die einzige Möglichkeit, die einzige Chance. Es würde ihm zwar extrem schwer fallen, aber er würde Tom nicht so einfach sterben lassen. Hoffentlich klappte es! Mit zitternden Händen hob er die Pistole. Er umfasste sie fest mit beiden Händen und richtete sie auf Tom. Es war ihm vollkommen klar, dass Tom ihm das wahrscheinlich nie verzeihen würde. Ihre so gute Freundschaft wäre vermutlich für immer aus…aber Hauptsache Tom würde leben! Das war im Moment das Wichtigste! Er hatte keine andere Wahl…er sah es als einzige Chance. Semir wurden von allen beobachtet. Es war absolut still in den Raum. Niemand sagte etwas, alle schienen gespannt die Luft anzuhalten. Das einzige, das man hörte, war Toms leises Schnaufen und Stöhnen. Semirs Gesicht zeigte zwar keinerlei Gefühlsregung, aber innerlich weinte er. Sein Herz blutete. Er warf einen letzten Blick zu Tom, dann legte er an und zog den Abzug durch. Ein furchtbarer Schmerzensschrei hallte durch den Raum…