Anna sah Jan an. „Wir müssen die Suche abbrechen. Es ist zu dunkel. Wir werden direkt morgen früh weiter suchen.“ sagte sie leise zu ihm. Jan nickte. „Ich weiß. Und ich denke wir suchen an der falschen Stelle. Ich vermute, dass man Semir ausgeschaltet hat und ihn irgendwo eingesperrt hat. Den Wagen haben die dann hier abgestellt um uns in eine falsche Richtung zu lenken. Wir müssen dort suchen, wo die Brandt-Brüder Semir entkommen sind. Ich denke nämlich, dass die dahinter stecken. Warum sollte er hier suchen? Vor allem was?“ fragte Jan. Anna nickte. „Sie könnten Recht haben. Aber...?“ meinte sie. Jan nickte. „Chefin... ich... würde gern weiter suchen, aber...“ fing er an. „Es ist zu dunkel. Sie sehen ja kaum noch etwas. Es ist fast Mitternacht. Semir ist seit heute Morgen vermutlich verschwunden. Wir können nur bis morgen warten und dann die Suche fortsetzen. Fahren Sie nach Hause und schlafen Sie etwas.“ bat Anna. Jan nickte und ging mit gesengtem Kopf zum Wagen. Nur wenig später war er in seiner Wohnung. Wie gewohnt drückte er auf den Knopf des Anrufbeantworters. „Hallo Jan... Ich bin's. Hör zu. Ich werde vor Dienstbeginn noch einmal zu dem Waldstück fahren, wo mir die Brands entwischt sind. Ich wette die haben dort ein Versteck. Am Besten treffen wir uns in der Wache.“ hörte er Semir sprechen. Er griff direkt zum Hörer und rief Anna an. „Ich hab ne Nachricht von Semir auf dem AB. Er ist tatsächlich zu dem Waldstück gefahren, wo die Brandts waren. Dort wird er sicher auch irgendwo stecken! Wir müssen morgen direkt dort hin fahren!“ stieß er aufgeregt aus. „Jan... beruhigen Sie sich. Wir werden die Suche morgen fortsetzen. Und auf das Gebiet ausdehnen.“ beruhigte sie ihn. „Okay Chefin... ich werde morgen um sechs in der Wache sein.“ gab Jan durch und legte dann auf. „Verdammt Semir! Warum hast du nicht auf mein Handy angerufen?...Warum musst du alles allein machen wollen?“ fragte Jan wütend und sah auf seinen Anrufbeantworter.
Florian und Frank standen am Rand des alten Brunnen und sahen auf ihren Gefangenen. „Na... geht es dir gut?“ fragte Frank höhnisch. „Helfen Sie mir...bitte...“ kam aus dem Loch. „Helfen? Nee... du wirst da unten verrotten. Schön langsam sterben. Und damit du dich schon einmal daran gewöhnen kannst friss Sand!“ fauchte Frank ins Loch und stieß einen Sandklumpen in das Loch. Er hörte kurz darauf den Mann husten. „Bitte... ich habe Durst!“ flehte der Mann. Doch es ließ Florian und Frank kalt. „Na komm... wir werden uns jetzt mal eine feines Schnitzel in die Fressklappe stecken..“ lachte Frank und ging mit Florian in die Hütte. „Was meinst du wie lange wird es dauern, bis er krepiert ist?“ wollte Florian wissen. „Nun... wenn er gar nichts bekommt, dann denke ich mal in drei Tagen. Wir können ja wetten. Ich sage am vierten Tag wird er nur noch dahin siechen. Langsam und zu schwach um Hilfe zu rufen. Er wird die Hand ausstrecken und uns anflehen.“ lachte Frank. Florian sah ihn an. „Du willst ihn hungern und dursten lassen? Das geht zu schnell. Ich meine wie lange würde es dauern, bis er krepiert, wenn er doch was zu trinken und essen bekommt? Oder wenigstens Trinken? Wir hätten viel länger unseren Spaß an ihm.“ gab Florian zu bedenken. Frank sah ihn an. „Nun gut.... wir können das Spiel auch ausreizen. Also gut.... er bekommt Essen und Trinken. Aber erst morgen. Und dann werden wir den Brunnen langsam unter Wasser setzen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Bis er untergeht. Bei seiner Größe dauert das ja nicht lang. Und sobald das Wasser dann sagen wir mal, bis zur Brust steht warten wir... so lange bis er zusammen sackt und jämmerlich ertrinkt. Wie der kleine Reff...“ lachte Frank. Florian sah seinen Bruder an. „Nein… das ist unfair. Er kann ja nicht stehen. Wir lassen ihn einfach da unten. Er bekommt einmal am Tag essen und trinken. Wir hauen ab und gut ist.“ schlug er vor. Frank war einverstanden.