Beiträge von Elvira

    Anna sah Jan an. „Wir müssen die Suche abbrechen. Es ist zu dunkel. Wir werden direkt morgen früh weiter suchen.“ sagte sie leise zu ihm. Jan nickte. „Ich weiß. Und ich denke wir suchen an der falschen Stelle. Ich vermute, dass man Semir ausgeschaltet hat und ihn irgendwo eingesperrt hat. Den Wagen haben die dann hier abgestellt um uns in eine falsche Richtung zu lenken. Wir müssen dort suchen, wo die Brandt-Brüder Semir entkommen sind. Ich denke nämlich, dass die dahinter stecken. Warum sollte er hier suchen? Vor allem was?“ fragte Jan. Anna nickte. „Sie könnten Recht haben. Aber...?“ meinte sie. Jan nickte. „Chefin... ich... würde gern weiter suchen, aber...“ fing er an. „Es ist zu dunkel. Sie sehen ja kaum noch etwas. Es ist fast Mitternacht. Semir ist seit heute Morgen vermutlich verschwunden. Wir können nur bis morgen warten und dann die Suche fortsetzen. Fahren Sie nach Hause und schlafen Sie etwas.“ bat Anna. Jan nickte und ging mit gesengtem Kopf zum Wagen. Nur wenig später war er in seiner Wohnung. Wie gewohnt drückte er auf den Knopf des Anrufbeantworters. „Hallo Jan... Ich bin's. Hör zu. Ich werde vor Dienstbeginn noch einmal zu dem Waldstück fahren, wo mir die Brands entwischt sind. Ich wette die haben dort ein Versteck. Am Besten treffen wir uns in der Wache.“ hörte er Semir sprechen. Er griff direkt zum Hörer und rief Anna an. „Ich hab ne Nachricht von Semir auf dem AB. Er ist tatsächlich zu dem Waldstück gefahren, wo die Brandts waren. Dort wird er sicher auch irgendwo stecken! Wir müssen morgen direkt dort hin fahren!“ stieß er aufgeregt aus. „Jan... beruhigen Sie sich. Wir werden die Suche morgen fortsetzen. Und auf das Gebiet ausdehnen.“ beruhigte sie ihn. „Okay Chefin... ich werde morgen um sechs in der Wache sein.“ gab Jan durch und legte dann auf. „Verdammt Semir! Warum hast du nicht auf mein Handy angerufen?...Warum musst du alles allein machen wollen?“ fragte Jan wütend und sah auf seinen Anrufbeantworter.

    Florian und Frank standen am Rand des alten Brunnen und sahen auf ihren Gefangenen. „Na... geht es dir gut?“ fragte Frank höhnisch. „Helfen Sie mir...bitte...“ kam aus dem Loch. „Helfen? Nee... du wirst da unten verrotten. Schön langsam sterben. Und damit du dich schon einmal daran gewöhnen kannst friss Sand!“ fauchte Frank ins Loch und stieß einen Sandklumpen in das Loch. Er hörte kurz darauf den Mann husten. „Bitte... ich habe Durst!“ flehte der Mann. Doch es ließ Florian und Frank kalt. „Na komm... wir werden uns jetzt mal eine feines Schnitzel in die Fressklappe stecken..“ lachte Frank und ging mit Florian in die Hütte. „Was meinst du wie lange wird es dauern, bis er krepiert ist?“ wollte Florian wissen. „Nun... wenn er gar nichts bekommt, dann denke ich mal in drei Tagen. Wir können ja wetten. Ich sage am vierten Tag wird er nur noch dahin siechen. Langsam und zu schwach um Hilfe zu rufen. Er wird die Hand ausstrecken und uns anflehen.“ lachte Frank. Florian sah ihn an. „Du willst ihn hungern und dursten lassen? Das geht zu schnell. Ich meine wie lange würde es dauern, bis er krepiert, wenn er doch was zu trinken und essen bekommt? Oder wenigstens Trinken? Wir hätten viel länger unseren Spaß an ihm.“ gab Florian zu bedenken. Frank sah ihn an. „Nun gut.... wir können das Spiel auch ausreizen. Also gut.... er bekommt Essen und Trinken. Aber erst morgen. Und dann werden wir den Brunnen langsam unter Wasser setzen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Bis er untergeht. Bei seiner Größe dauert das ja nicht lang. Und sobald das Wasser dann sagen wir mal, bis zur Brust steht warten wir... so lange bis er zusammen sackt und jämmerlich ertrinkt. Wie der kleine Reff...“ lachte Frank. Florian sah seinen Bruder an. „Nein… das ist unfair. Er kann ja nicht stehen. Wir lassen ihn einfach da unten. Er bekommt einmal am Tag essen und trinken. Wir hauen ab und gut ist.“ schlug er vor. Frank war einverstanden.

    Das ist, gelinde gesagt, mal wieder eine verdammt "missliche Lage", in der sich Semir da befindet.

    Sitzt mit gebrochenem Bein in einem engen Loch, ohne Aussicht, wieder rauszukommen! Ich bekäme da die Panik....!

    Da bin ich doch glatt wieder froh, über meinen Schreibtischjob, da kann mir sowas nicht passieren. Da kann mir höchstens mal eine Büroklammer auf den Fuß fallen, aber dann ist der wahrscheinlich nicht gebrochen....! :D:D:D

    Da kann ich dir nur zustimmen und beim Anspitzen des Bleistiftes ist es auch noch nie starken Schnittverletzungen gekommen.... :D Jaa.... ich liebe den Schreibtischjob auch.... ;)

    „Jan? Wo ist Semir?“ wollte Anna wissen, als Jan allein in die Wache kam. „Er ist noch nicht hier?“ fragte Jan verwundert. „Nein... bisher war er noch nicht hier.“ gab Anna von sich. Jan ging zu Andrea. „Hast du Semir heute schon gehört?“ wollte er von ihr wissen. Andrea schüttelte den Kopf. „Er hat sich bei mir nicht gemeldet.“ meinte sie nur kurz angebunden. Jan sah sie an. „ Also bei mir hat er sich auch nicht gemeldet. Aber ich muss auch sagen, dass ich die Nacht nicht zu Hause verbracht habe und...“ erklärte Jan und wurde von Dieter unterbrochen. „Semirs Wagen steht in einem Waldgebiet bei Dormagen. Von Semir selbst fehlt jede Spur.“ erklärte er. Jan schnappte sich seinen Autoschlüssel und rannte raus. Er fuhr zu der angegebenen Stelle. Der BMW stand verlassen auf dem Parkplatz. Jan zog sich Handschuhe an und öffnete die Tür. Auf dem Sitz lag die Waffe und Semirs Handy. „SEMIR!“ rief Jan doch er war nicht weiter verwundert, dass er keine Antwort erhielt. „SEMIR!“ ging erneut unbeantwortet durch den Wald. „Verdammt!“ fluchte Jan wütend und schlug auf das Wagendach. „Cobra 11 für Zentrale!“ hörte er Anna über Funk. „Chefin! Der Wagen von Semir steht tatsächlich hier. Waffe und Handy liegen ebenfalls im Wagen. Er war unverschlossen. So wie es aussieht, kann jeder den Wagen hier hingestellt haben. Dieses Gebiet liegt weit ab von dem wo er die Brandts aus den Augen verloren hatte. Ich wüsste nicht was Semir hier gemacht haben will, falls er überhaupt her war. Wir sollten das gesamte Gebiet untersuchen....“ gab Jan durch. „Sie warten dort bitte. Ich werde eine Hundertschaft mit Suchhunden anfordern.“ gab Anna durch.

    Semir erwachte und wollte sich aufrichten. Doch bevor er sich auf seine Beine stellen konnte durchfuhr ein scharfer Schmerz das linke Bein. Er stieß einen leisen Schrei aus. Wo war er hier? Es war nicht ganz dunkel aber ziemlich schummerig. „Hallo?“ rief er und tastete sich langsam, das ganze Gewicht auf das rechte Bein verlagert sah er sich in seinem kleinen Gefängnis um. Was war passiert? Dann erinnerte er sich. Er war hinter den Brandt-Brüdern her gerannt, als sie vor ihm flohen. Dann hatte der Boden nachgegeben und dann....? Verdammt... er war in einem Loch gefangen. Semir griff in seine Hosentasche und wollte das Handy nehmen und nach Hilfe rufen. Doch sein Handy war weg. Auch seine Waffe war nicht da. Der Schmerz im Bein machte sich wieder bemerkbar. Er ließ sich langsam runter und sah nach oben. Das Loch in dem er steckte war mindestens 4 Meter tief, schätzte er. Ohne Hilfe kam er hier nicht raus. „Hallo!! Ist da jemand? HILFE!“ schrie er. Doch niemand antwortete. Was ihm aber auffiel war, das man die Abdeckung die vermutlich dieses Loch verschloss um eben zu verhindern, dass jemand hinein fiel, es fast vollständig verschloss. Nur ein winziger Spalt war offen. Gerade genug um zu erkennen, dass es langsam dunkel wurde. „HILFE!!“ schrie Semir erneut. Der Schmerz pochte im Bein. Er ließ sich langsam nieder. Semir tastete sein Bein vorsichtig ab. Es schien gebrochen zu sein. Er schloss die Augen. „Hey! Geht es dir gut?“ fragte ein Mann. „Helfen Sie mir! Ich brauche Hilfe. Mein Bein ist gebrochen. Holen Sie mich hier raus.“ bat Semir ohne zu wissen, wer dort mit ihm sprach. Doch er dachte dass die Brüder garantiert weg waren. „Du glaubst also dass du da wieder raus kommst, ja?“ lachte der Mann höhnisch. Von da an wusste Semir dass es die Brandt-Brüder waren, die sich über seine Situation und über seine Lage lustig machten.

    Ich kann einfach nicht anders...

    Semir kam langsam zu sich. Er hatte nicht viel von dem Zugriff mitbekommen, denn als die Männer durch die Scheibe kamen, bekam er einen heftigen Schlag auf den Kopf und verlor das Bewusstsein. „Semir, sind Sie in Ordnung?“ fragte ihn die Chefin und er sah sie mit immer noch glasigen Augen an. „Ja... geht schon... wo ist Tom?“ wollte er wissen. Anna sah in Richtung Küche und Semir bemerkte den sonderbaren Ausdruck von ihr. „Nein!“ schrie er plötzlich und kroch zu der Trage an dem der Notarzt gerade kniete. Sein Freund lag darauf, aschfahl und blass. „TOM!“ schrie er und wollte nur zu ihm. Anna und Alex hielten ihn fest. „Semir! Bitte .... kommen Sie.. beruhigen Sie sich...“ sprach Anna auf ihn ein, doch Semir wollte sich immer wieder losreißen. „Ich will zu ihm! Lasst mich los!!!“ schrie er. Ein zweiter Arzt kam dazu und setzte Semir eine Beruhigungsspritze. „Ist gleich vorbei“ raunte er Anna zu. Semir sah ihn an. „Was ist vorbei?“ wollte er wissen. Dann spürte er schon dass die Welt irgendwie in Watte abtauchte. „Chefin ....?“ fragte er und sackte langsam in sich zusammen. „Tom...“ kam als letztes über seine Lippen. Zwei Stunden später wachte er auf. Er lag immer noch. Irritiert sah er sich um und richtete sich langsam auf. Er sah Anna an. „Was ist mit Tom?“ fragte er wieder. Anna lächelte ihm müde zu. „Bleiben Sie bitte ganz ruhig. Alles ist gut. Versuchen Sie zu schlafen. ...“ sprach sie. „Wo ist Tom? Ist er tot? Warum sagen Sie mir nicht, was mit ihm ist?“ wiederholte Semir müde. „Er wird gerade operiert.“ sagte sie. Erst jetzt bemerkte er, dass es keine Couch war, sondern eine Liege. Er war im Krankenhaus. Langsam richtete er sich auf. „Wo ist er?“ wollte er wieder wissen. „Tom hat eine Kugel abbekommen.... und Semir.... es sieht nicht gut aus.“ erklärte Anna ihm.

    „Was ist mit den Kerlen?“ fragte Semir. „Wir haben zwei stellen können. Der Dritte ist in der Aufregung verschwunden. Die Steine sind wieder in der Asservatenkammer. Aber das ist erst einmal Nebensache. Wir müssen erst einmal abwarten was mit Tom ist. Er wird gerade operiert. Der Arzt sagte mir, dass die Kugel sehr dicht am Herzen sitzt und er Glück hat überhaupt noch zu leben.“ klärte Anna ihn auf. Semir nickte. „Ist der Dritte zur Fahndung ausgeschrieben?“ wollte er wissen. Anna schüttelte den Kopf. „Wir wissen nicht einmal wie er aussieht. Sie und Tom sind die Einzigen die den Mann beschreiben können. Das heißt Sie, Semir sind im Augenblick der Einzige. Denn Tom...nun ja... selbst wenn die OP sehr gut verläuft, wird er vermutlich im Koma liegen. Wann er aufwachen wird...falls überhaupt...ich meine...“ kam leise von Anna und sie sah Semirs wütenden Blick.


    ... ich muss euch quälen :D

    ohhh neeeeiiiinnn!!!
    nicht auch das noch.... erst wird er geschlagen, getreten usw.... und jetzt das??? ;( ;(

    aber sehr sehr sehr sehr sehr sehr tolle story bis jetzt.... wirklich super... ganz großes Lob.... ;)

    bin schon auf den nächsten Teil gespannt... :D :D

    Danke für das Lob... :love:

    dafür könnte ich die Story eventuell sogar umschreiben... mal sehen wie es mir in den letzten drei Stunden im büro geht. WEnn mich jemand ärgert, dann stirbt Tom und wenn nicht.... nun ja... wie gesagt mal sehen.... :D

    Da mach ich an meinem freien Vormittag erwartungsvoll den PC an, um die neuesten Teile der storys zu lesen ....... und dann sowas!!!!

    ...und genau heute Morgen hab ich mit Steffi gechattet und habe ihr gesagt... pass auf Gitti ist die erste, die sich jetzt meldet.... lol wider gewonnen

    Wie soll ich jetzt meine Hausarbeit schaffen???? Durch den Tränenschleier seh ich doch überhaupt nix........das geht doch nicht!

    ist manchmal auch ein Vorteil, oder?

    Dann tu mir wenigstens den Gefallen und stell heute vormittag noch ein Stück ein, damit ich noch was zu Lesen hab - sozusagen als Trost - während ich mir überlege ob ich dir das jemals verzeihen kann..!

    Oh da werde ich dann wohl Zeit meines LEbens darauf warten müssen.... denn ich bin natürlich arbeiten. Und heute Abend muss ich noch den Wochenendeinkauf machen, zum Sport, dann geh ich aus.... du siehst.... sehr wenig Zeit.... wenn du Pech hast, musst du bis Montag warten.... PLEASE!!! VERGIVE ME!!!! :D:D:D:D

    Anna legte nachdenklich auf. Tom? Hatte er nicht nur ne Schwester? Irgendwas stimmte da nicht. Sie wählte Semirs Handy an und dieser meldete sich erst nach dem sechsten Klingeln. „Semir? Wo sind Sie?“ wollte Anna wissen. „Auf dem Weg zu Tom.“ gab Semir bekannt. „Hartmut hat mich angerufen und gesagt, dass Sie sich die Diamanten geholt haben. Hört jemand mit?“ wollte Anna wissen. „Nein.... niemand.“ antwortete Semir schnell. Zu schnell für Anna. „Gut... Ach so... Tom lässt ausrichten, dass Sie für ihn und seinem Bruder nichts extra holen müssen. Er meint der Abend wird nicht sehr lang werden.“ beendete Anna das Gespräch. Semir verabschiedete sich wieder und meinte nur er habe verstanden. Jetzt war Anna ganz sicher, dass die Beiden in Schwierigkeiten steckten. Sie nahm erneut den Hörer zur Hand und wählte den SEK-Einsatzleiter. „Ich brauche eine Einheit in der Kunibert-Straße 8 bei Kranich.“ sagte sie. „Ach nee.... Anna nicht schon wieder.“ hörte sie Alex Hoffmann sagen. „Doch Alex... die Beiden scheinen es irgendwie zu mögen von dir befreit zu werden. Wir vermuten, dass es mindestens zwei Täter sind... vielleicht auch mehr. Wir treffen uns dort vor der Tür.“ Sie legte wieder auf, griff ihre Jacke und verschwand.

    Semir fuhr in die Tiefgarage und parkte ein. Paul nahm die Autoschlüssel und zog ihn aus dem Wagen. „Das war sehr klug von dir...“ lobte er ihn und ließ Semir im Unklaren was damit gemeint war. Semir schüttelte nur den Kopf und ging zum Fahrstuhl. Wieder waren sie allein. Es schien außer Tom niemand hier zu wohnen, dachte Semir. Im sechsten Stock stiegen sie aus und wurden von Leon in die Wohnung gelassen. Semir sah das Tom im Sessel saß und sich scheinbar erholt hatte. „Bist du soweit okay?“ fragte er trotzdem besorgt, doch dass quittierte Paul direkt mit einem Schlag gegen die Schulter. „Schnauze!“ blaffte er Semir an und zerrte ihn in den Sessel. „Sitz!“ befahl er wie ein Hund und drehte sich Beifall haschend zu seinen Freunden um. Semir sah ihn nur an und setzte sich. „Und? War er brav?“ wollte Kurt wissen. Paul nickte. „Ja... sehr brav. Er musste einmal ans Telefon und mit seiner Chefin telefonieren und dann war wieder Ruhe. Nichts verraten, das er in Gefahr steckt.“ grinste Paul. Semir nickte Tom zu und dieser schien zu verstehen. Die Chefin wusste Bescheid und würde sie hier rausholen. Nun hieß es nur warten, bis es passierte.

    Anna fuhr zu Tom und sah den Wagen von Alex bereits vor der Tür stehen. „Hallo Alex!“ begrüßte sie ihn. Alex reichte ihr die Hand. „Weißt du irgendwas? Ich meine wie es da drinnen aussieht? Mit wie vielen Gegnern wir es zu tun haben?“ fragte er. Anna schüttelte den Kopf. „Es sind mindestens zwei Gegner. Tom erzählte mir etwas von seinem Bruder, er hat aber nur eine Schwester. Also war mindestens einer bei ihm. Den hätte er sicher überwältigt. Gehen wir von zweien aus. Ein weiterer war mit Semir im Wagen. Also drei insgesamt. Tom und Semir sind weitestgehend in Ordnung vermutlich nur die üblichen Blessuren. Wie willst du vorgehen?“ berichtete Anna. „Nun... leider wohnt Tom ziemlich weit oben. Aber das ist auch wieder ein Vorteil. Wir werden vier Mann von der Wohnung über Tom abseilen. An der Tür drei Mann. Dann sollte es recht schnell gehen.“ meinte Alex nur und Anna stimmte zu. „Gut... dann klingelt in der Wohnung da drüber und erklärt den Bewohnern dass es laut werden könnte und sie vor allem in den Wohnungen bleiben.“ meinte sie anschließend. Alex teilte seine Männer ein und nur wenige Minuten später war alles startklar.

    Tom saß Semir gegenüber und beide machten sich auf den Zugriff bereit. Sie wussten ja wie diese Dinge abgehen. Semir sah die drei Männer an, die sie hier festhielten. Alle waren bewaffnet und machten sich einen Spaß daraus das weder Tom noch Semir sich wehrten. Dann klingelte es plötzlich. Kurt, der Anführer erschrak und sah Tom an. „Wer ist das?“ wollte er wissen. Tom zuckte mit den Schultern. „Von hier kann ich das nicht beurteilen. Meine Röntgenblickbrille ist gerade in Reparatur.“ grinste er. Doch Kurt schien keinen Spaß zu verstehen und zog Semir aus dem Sessel hoch. Er presste ihm die Waffe an den Kopf und sah zu Tom. „Gut du Witzbold! Mach auf und wimmele denjenigen ab. Wenn nicht, dann braucht er sich um seine Pension keine Sorgen zu machen.“ drohte er. Tom stand auf und nickte nur. Dann ging er zur Tür und schaute durch den Spion. Er schluckte leicht, als er Anna davor sah. Paul kam zu ihm. „Wer ist das?“ raunte er ihn ins Ohr, als er durch den Spion sah. „Meine Nachbarin.“ gab Tom an. „Wimmel sie ab oder Kurt schießt deinem Freund eine neues Guckloch in den Kopf.“ lachte er leise. Tom nickte nur und öffnete die Tür. „Guten Abend... entschuldigen Sie die Störung, Herr Kranich... aber mein Auto. Es springt nicht an und ich dachte...“ redete Anna und sah Tom an. Sie hob drei Finger und nickte ihm zu. Tom verstand. „Tja... das tut mir Leid. Nur ich kann im Augenblick nicht raus... ich hab ...“ gab Tom an und trat einen winzigen Schritt zur Seite und nickte mit dem Kopf nach links. Da steht einer, sollte es heißen und Anna verstand sofort. Tom machte einen kleinen Schritt nach hinten. Plötzlich wie aus dem Nichts rannten vier Mann in die Wohnung und Tom trat gegen die Türe. Paul der dahinter stand wurde regelrecht an die Wand gepresst und ließ vor Schreck die Waffe fallen. Auch aus dem Wohnzimmer kamen laute Geräusche. Glas klirrte und Männer schrieen durcheinander. Tom rannte zurück und sah wie Kurt sich gegen das SEK wandte, Semir lag am Boden. Tom sah sich um. Der dritte Mann fehlte noch. Er rannte in Richtung Küchentür und wollte sie gerade öffnen, als ein Schuss knallte. Wie vor einer Wand gelaufen blieb Tom stehen und starrte auf seine Brust. In Höhe des Herzens verfärbte sich sein weißes T-Shirt rot. Langsam ging er zu Boden.

    Frank und Florian machten sich am frühen Morgen daran, den alten Brunnenschacht hinter ihrem Versteck zu öffnen und ihn dann etwas zu verdecken, damit es nicht direkt auffiel. Frank sah hinein, als sie den Deckel hoben. „Weißt du noch... wie der Junge hier gebrüllt hat? Was meinst du wie sich der Bulle hier drinnen fühlen wird. Ich denke mal spätestens am vierten Tag liegt er tot auf dem Boden. Kein Essen, kein Trinken... oder obwohl... trinken kann er haben.“ lachte Frank und malte sich das Bild aus, wie er, der Polizist hier hinein fiel. Das er sich dabei das Genick brechen konnte, war ihm egal. Florian sah ihn an. „Woran denkst du?“ wollte er wissen. Frank hob den Finger und wippte damit. „Wenn der Bulle hier drin ist, dann werden wir den Deckel drauf schieben und den Wagen verschwinden lassen. Denn wenn der Bulle verschwindet und seinen Freunden vielleicht eine Info zukommen ließ, dann werden die anfangen zu suchen. Aber sie sollen ihn nicht finden. Da wir hier ziemlich tief im Wald stecken, wird er keinen Handyempfang haben und kann brüllen soviel er will. Das wird ein Spaß...“ gab Frank seinen Plan bekannt und lachte laut. Florian nickte. „Du willst ihn da drinnen sterben lassen?“ fragte er erneut. Frank sah ihn an. „Sterben?... Ja... aber es wird ein paar Tage dauern. Wir brauchen uns nicht einmal zu verstecken. Denn die Bullen werden zunächst den Wagen suchen. Und der steht ganz woanders als wo wir sind. Dafür wirst du sorgen. Schaff den Wagen genau in die andere Richtung.“ befahl Frank. „Da gibt es nur einen Denkfehler. Der Autoschlüssel. Er wird ihn uns nicht freiwillig geben.“ gab Florian zu bedenken. Frank lachte laut. „Wenn er dort rein fällt, dann wird er vermutlich für ein paar Momente benommen sein, vielleicht sich was brechen und ohne Bewusstsein sein. Genau diesen Augenblick werden wir nutzen und ihm alles abnehmen, was ihn verraten könnte. Handy, Autoschlüssel... alles. Er wird hier elendig verrecken und wir werden uns absetzen.“ nickte Frank.

    Semir fuhr gegen sieben los. Er wollte sich das Waldstück ansehen. Irgendwo mussten die Brüder Brandt ja verschwunden sein. Er fuhr zügig und kam nur eine Stunde später dort an. Da sein Dienst erst gegen Mittag anfing, würde er nicht vermisst werden und hatte genügend Zeit. Alles hatte er sich bereit gelegt. Das Diktiergerät war in seine Hosentasche. Er überprüfte seine Waffe und wollte auf alles vorbereitet sein. Er verließ den Wagen und verschloss ihn. Dann sah er sich noch einmal um. Er untersuchte den Waldboden und sah Reifenspuren. Diese führten nach Westen. Semir sah in die Richtung und war zunächst doch unentschlossen. Vielleicht sollte er doch Jan anrufen und ihn bitten ihn zu unterstützen, doch dann verwarf er es wieder. Nachher wird er noch ausgelacht, weil er sich vertan hat. Nein, das wollte er seinen Kollegen nicht liefern. Er wollte nicht das Gespräch der Mittagspause sein. Er ging los. Vorsichtig schaute er sich in alle Richtungen um. Es war sehr ruhig. Vielleicht hatte er Glück und traf die Brüder im Schlaf an. Dann war sein Job einfach. Er braucht die Brüder nur ganz kurz in Schacht halten und die Kollegen anrufen. Damit wäre der Fall von Rominas Mord, dem Mord am kleinen Reff und die versuchte Entführung von Jay mit einem Schlag erledigt. Andrea würde sich vermutlich wieder für ihn begeistern und... Er ging vorsichtig weiter und kam an einer Hütte an. Ein Blick durch das Fenster zeigte ihm zwei Personen die den Rücken zu Semir gekehrt in dem kleinen Raum saßen. Semir zog seine Waffe und ging zu der Tür. Er trat sie auf und im gleichen Moment sah er wie die Männer durch eine zweite Tür den Raum verließen. Er rannte hinterher und schrie ihnen nach stehen zu bleiben. Doch die Männer hielten sich nicht daran. Sie rannten weiter und Semir hinterher. Nur wenige Schritte konnte er machen, als plötzlich der Boden unter ihm verschwand. Mit einem Schrei fiel er in die Tiefe. Der Aufprall war schmerzhaft und er verlor das Bewusstsein. Semir bekam nicht mit, wie Florian ihm alles abnahm was ihm helfen konnte.

    Ach ja… dieser Gesang… Ich weiß nicht… aber ich mag Tom Beck immer mehr…. Mal sehen ob seine Band irgendwann auch einen Gastauftritt in Cobra 11 hat.

    Der LKW war ja wohl die Härte. Nicht nur das der Fahrer säuft, nein der bricht an allen Ecken und Enden auseinander. Und so was ist manchmal sogar Realität.

    „Kein Kratzer!“ Wie stolz Semir da war und dann rumms!!! Zu Früh gefreut, würde ich sagen. Nun ja… aber diesmal kann er ja wirklich nichts dafür. Tja und der Alte Mann kann sogar schnell rennen. Immerhin war der Junge doch gerade 14 Jahre alt. Die Beiden zwischen den LKWs absolute klasse. Und zeichnen konnte der ja richtig gut.

    Der Mario tat mir irgendwie leid. Er erzählt und niemand (außer Semir natürlich) glaubt ihm. Aber Auch Ben schien den Aussagen der Mutter nicht gerade glaubhaft. Tja die Liebe….wenn die kommst ist manch einer völlig blind.

    Gut fand ich auch wie Hartmut unseren beiden Harward-Absolventen, dass mit der Alarmanlage erklärt hat. Wie Semir es wollte für sechsjährige…. :D . Ich dachte echt „hier kommt die Maus.“ Absolute Klasse. Allerdings finde ich sollte Semir das singen und auch das Gitarre spielen unterlassen. Das klappt nämlich nicht. :D Nun ja und die Fee…. Das war doch der Golom aus Herr der Ringe…. Lol…. sah wirklich so aus.

    Bisher zwar nicht so berauschend wie die Anderen, aber immer noch gut genug. Die Sprüche sind enfach super....

    Semir fuhr zur KTU wo die Diamanten lagerten. Wenn er viel Glück hatte, dann war Hartmut noch da. Ihn konnte Semir etwas stecken und um Hilfe bitten. Nach kurzer Fahrt waren sie angekommen. Bevor Semir ausstieg sah er den Gorilla neben sich an. „Sie sollten hier bleiben... sonst werden meine Kollegen wach und wissen, dass etwas nicht stimmt.“ sagte er leise. Paul nickte. „Wenn du einen Trick versuchst, dann wird der Kranich das Fliegen lernen!“ gab es lachend zur Antwort. Semir nickte nur und sah kurz in den Spiegel. Er konnte sich zwar bevor es losging waschen, aber dass er Schläge kassiert hatte sah man ihm an. Dann stieg er aus und ging in das Gebäude. Er würde nichts machen, was Tom gefährdete. Und er wusste dass die Kollegen ebenfalls nichts unternehmen würden. „N’abend Hartmut!“ begrüßte er den rothaarigen Mann der KTU. „Hey Semir! Was machst du denn noch so spät hier?“ wunderte dieser sich. „Hartmut.... ich muss die Diamanten haben. Die Echten...gibst du sie mir bitte.“ forderte Semir freundlich. Hartmut sah ihn merkwürdig an. „Alles in Ordnung bei dir?“ wollte er wissen. Semir nickte. „Ja.... bitte gib mir die Steine.“ forderte Semir ein zweites Mal. Hartmut nickte. „Ja sicher... wo ist denn Tom?“ kam die nächste Frage. „Der ist zuhause. Wir haben Gäste bekommen und...nun ja... es reicht doch wenn einer von uns unterwegs ist.“ redete sich Semir raus und wusste genau, das die Alarmglocken in dem mit roten Haaren bedecktem Kopf anschlugen. „Gut... ich hole sie dir. Kann ich sonst noch was tun?“ wollte Hartmut wissen und nickte Semir zu. Er hatte verstanden. Dann gab er Semir die Steine und dieser verschwand.

    „Hartmut hier! Gib mir mal die Chefin.“ forderte Hartmut per Telefon als Semir abgefahren war. „Chefin? Ja also... ich weiß nicht wie ich es sagen soll... aber es sieht so aus, als seien Tom und Semir in ziemliche Schwierigkeiten. Eben war Semir hier, allein. Er sah ziemlich zerschlagen aus. Frische Wunden. Und er wollte die Steine haben. Als ich fragte wo Tom sein, meinte Semir nur... sie hätten Gäste bekommen und deshalb sei er allein. Wenn Sie mich fragen, dann stinkt das gewaltig nach Ärger.“ berichtete er, als er Anna am Telefon hatte. „Hat Semir gesagt wo?“ wollte Anna wissen. „Nein... aber die wohnen doch derzeit bei Tom. Und dann könnte es doch auch sein, dass sie dort festgehalten werden. Also theoretisch. Praktisch sieht es natürlich anders aus... die Gangster könnten sie auch ...“ erklärte Hartmut. „HARTMUT!“ unterbrach ihn die Chefin. „Hat Semir gesagt wo sie sind?“ harkte sie nach. „Nein... also nicht direkt.“ gab er zu. Er hörte Anna tief einatmen. „Gut... dann werde ich bei Tom anrufen und fragen ob alles in Ordnung ist. Wenn er sich nicht meldet dann bei Semir.“ gab sie bekannt. „Danke für die Information, Hartmut.“ Ein klicken verriet, dass das Gespräch beendet war. Hartmut legte nachdenklich auf.

    Tom zuckte zusammen als das Telefon anschlug. Der Mann, der ihn in Schacht hielt sah ihn an. „Wer ist das?“ fragte er wütend. Tom zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Vielleicht meine Vorgesetzte, die sich nach meinem Befinden erkundigen will. Wenn ich nicht rangehe, dann könnte es sehr problematisch für Sie ausgehen.“ meinte er nur gleichgültig. „Gut... dann melde dich. Sag dass alles in Ordnung ist. Ein falsches Wort und du brauchst keine Miete mehr bezahlen.“ warnte ihn der Mann. Tom stand langsam auf und ging zum Telefon. „Kranich!“ meldete er sich und versuchte die Stimme so neutral wie nur möglich klingen zu lassen. „Anna Engelhard hier. Tom... sind Sie in Ordnung? Hartmut hat mich eben informiert, das Semir bei ihm war und die Diamanten geholt hat.“ hörte er die Chefin fragen und zuckte unwillkürlich zusammen. Der Verbrecher hatte den Lautsprecher angemacht und hörte natürlich was gesprochen wurde. „Ja sicher... alles in Ordnung. Wir dachten nur, es wäre nicht schlecht wenigsten ein oder zwei echte Steine unter den Imitaten zu haben. Falls ein Experte dabei ist.“ redete Tom sich raus. „Ah ja... und Semir sagte auch, dass Sie Besuch haben. Wer ist es denn?“ wollte sie wissen. „Mein Bruder! Er ist aus Duisburg hergekommen und deshalb ist Semir allein gefahren. Mein Bruder will die Stadt kennen lernen und außer mir hat er ja keinen mehr.“ Dann verabschiedete er sich und legte auf.

    „So der kann uns suchen, bis er alt wird.“ lachte Frank Brandt und sah Florian an. „Wieso hat das Zeug nicht so gewirkt wie bei dem Reff-Jungen? Ich meine der Junge hat doch die ganze Zeit gepennt!“ fluchte er laut. Frank nickte. „Ja vielleicht hat das Schlafmittel einfach seine Wirkung verloren. Aber wir werden uns den Bullen auch anders vom Hals halten können. Der wird noch sein blaues Wunder erleben, wenn er glaubt uns festzusetzen. Die können uns nichts beweisen. Die haben gar nichts in der Hand. Wir müssen bis nächste Woche warten und dann werden wir abhauen. Nach Amerika, oder Australien… oder wohin du willst.“ versuchte Frank seinen Bruder zu beruhigen. „Und was wenn der Typ doch was gefunden hat? Was wenn er Beweise hat? Verdammt er kannte Romi!“ fluchte Florian. Frank sah ihn an. „Hör mal… wenn der Bulle was in der Hand hätte, dann wären mehr als die paar Typen dort gewesen. Die hätten unsere Bude gestürmt.“ lachte er. Florian sah ihn an. „Die haben unsere Bude gestürmt. Und der Typ hat ganz sicher seine Gründe dafür gehabt. Ich wette er wird sich sobald es hell wird, hier im Wald umsehen. Was wenn er doch den Stick hat? Was wenn er weiß dass wir es waren, der den Reff umgenietet haben? Was dann? Ich will nicht in den Knast!“ schrie Florian seinen Bruder an. Frank sah ihn an und das Lachen verschwand. „Wenn er tatsächlich morgen hier herum schnüffeln sollte, dann werden wir ihn gebührend in Empfang nehmen. Wir werden den Brunnenschacht freilegen und dann können wir ihn ja mal etwas in die Tiefe gehen lassen. Lass mich nur machen. Und schalte einen Gang runter, klar!“ fauchte Frank.

    Semir saß auf der Couch und sah grübelnd auf das Bild welches die Hände zeigte. Er betrachtete die Hände genau und überlegte wie er diesen Florian dingfest machen konnte. Jan und Anna würden ihn auf jeden Fall unterstützen. Doch der Fall Reff lag sehr weit zurück. Und Jay war nur fast entführt worden, das gäbe gerade mal drei bis fünf Jahre. Ein cleverer Anwalt könnte zwischen dem Bild und der Tatsache, dass Florian genau die gleiche Narbe hatte, ihn raus hauen und behaupten, dass die Narbe kein besonderes Merkmal war. Man hätte sie per Manipulation auf das Bild gebracht... er brauchte handfeste Beweise. Er musste es von Florian hören, dass er Romina Andersen getötet hatte, oder aber den Unfall geplant hatte. Die Entführung von Jay wäre da weniger tragend. Die Entführung und Ermordung von Reff und der Mord an Romina würden völlig ausreichen um Florian und vielleicht auch Frank Brandt hinter Gitter zu bringen. Er brauchte ein Geständnis...Nur wie kam er dran? Er müsste...seine Gedanken überschlugen sich. Ja... genau... er müsste ihn direkt damit konfrontieren. Semir suchte in seinem Schrank nach einem alten Diktiergerät, welches er mal auf dem Flohmarkt gekauft hatte und als er es fand testete er es. Es funktionierte einwandfrei. Semir legte es auf den Tisch und ging gegen Mitternacht zu Bett. Morgen wollte er mit Jan in das Waldgebiet fahren und sich dort umschauen. Vielleicht fand er dort doch eine Spur. Obwohl... er könnte es auch allein machen. Dann fällt er weniger auf. Er rief Jan über Festnetz an. Dieser meldete sich allerdings nicht. Semir sprach ihm eine Nachricht auf den Anrufbeantworter.

    Schließlich sah Semir ein, dass Sven nicht eher Ruhe geben würde, bis Tom wirklich gefesselt wurde. Die Männer um Tom herum machten Platz und ließen Semir durch. So vorsichtig wie möglich zog er Toms unverletzte Hand, die er noch immer auf die Wunde gepresst hatte, weg und ließ die Schelle locker um das Handgelenk einrasten. ‚Tut mir Leid Partner, aber es muss sein.’ entschuldigte er sich, ohne die Worte auszusprechen. Doch Tom schien seine Gedanken zu erahnen und nickte ihm leicht zu. Das Nicken war so schwach, dass die anderen Männer es nicht sehen konnten, aber Semir hatte es bemerkt. Er sah sich kurz um und entdeckte an der Wand neben Tom ein Rohr. ‚Vielleicht war das auch eine Möglichkeit.’ dachte er sich. Er nahm die andere Schelle und machte sie an dem Rohr fest. „So, jetzt kommt er von hier definitiv nicht mehr weg!“ sagte er laut und grinste wieder gemein. „Sehr gut, das ist sogar noch besser!“ Sven war zufrieden. „Okay, das wäre dann erledigt. Dann mal los, lasst uns den Rastplatz Liental überfallen. Nachdem wir den Verräter entlarvt haben, dürfte jetzt ja nichts mir schief gehen.“ Sven lachte und forderte seine Männer auf, ihm zu folgen.

    Semir blieb noch kurz stehen und wartete ungeduldig bis auch der letzte Mann den Raum verlassen hatte. Als er sich sicher war, dass alle weg waren, stürzte er zu Tom und kniete sich zu ihm hinunter. Sanft strich er seinem Freund über die warme, schweißnasse Stirn. „Bitte Tom…halte durch…bitte!“ flüsterte er ganz leise flehend in sein Ohr und versuchte die aufkommenden Tränen runterzuschlucken. „Du schaffst das, Partner, ich weiß es! Bald wird Hilfe kommen, dann kommst du aus dieser Hölle hier raus, du musst nur durchhalten. Versprich es mir.“ redete er mit erstickter Stimme auf Tom ein. Dieser sah ihn mit halb geschlossenen Augen an. „Was ist…mit…mit dir?“ fragte Tom schwach. Semir merkte an seiner Stimme, dass er starke Schmerzen hatte. Doch es blieb ihm keine Zeit mehr um zu antworten. „Kommst du Adrian? Wir müssen uns beeilen!“ hörte er plötzlich Norbert rufen. „Schon unterwegs!“ rief Semir laut zurück. Schnell stand er auf und eilte zu Tür. Dort blieb er stehen und sah noch einmal kurz zu Tom, bevor er mit einem mulmigen Gefühl im Magen Sven, Norbert und den Rest der Bande einholte und sie sich gemeinsam auf den Weg zu der Raststätte machten. Er hatte keine Ahnung was er jetzt machen sollte und wie er alleine einen Überfall verhindern konnte. Er wusste nur, dass die Chefin weder von dem dritten Überfall wusste, noch von dem, was sich hier abgespielt hatte und auch nicht, dass Tom unbedingt Hilfe brauchte. Tom sah seinem Partner nach. Er wusste, dass Semir es gut meinte, aber er bezweifelte, dass es ihm gelingen würde die Chefin zu informieren. Er fühlte sich schwach. Die Schusswunde schmerzte und auch jede Faser seines Körpers spürte er bei jeder noch so kleinen Bewegung. Er nahm seine Umgebung kaum noch wahr, langsam driftete er endgültig in die Dunkelheit.

    „Siedlerstraße.“ kam es plötzlich von Philip. Anna horchte auf. „Was?“ Philip öffnete die Augen und sah sie an. „Siedlerstraße, irgendwann wurde diese Gasse erwähnt, ich glaube Norbert hat das einmal gesagt. Ich weiß aber nicht mehr wann und in welchem Zusammenhang. Ob es dort überhaupt ein Haus gibt, das als Versteck dienen könnte, kann ich Ihnen auch nicht sagen.“ er wurde immer leiser. „Aber immerhin, vielleicht hilft es uns ja weiter. Weißt du auch eine Hausnummer?“ fragte Anna und hoffte, dass Philip das auch wissen würde. Philip starrte einen Moment nachdenklich ins Leere. „Hm, ich glaube es war die Nummer Sieben, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, aber sicher bin ich mir nicht. Sie sollten sich jedoch nicht zu früh freuen, es könnte auch sein, dass sie dort gar nichts finden werden.“ gab Philip zu bedenken. Anna nickte. „Oder es ist ein Treffer und wir haben das neue Versteck. Wir werden es jedenfalls überprüfen. Danke Philip! Du hast uns sehr geholfen! Hoffen wir, dass wir die Bande und meine Beamten dort finden werden.“

    Whow.... das Warten hat sich gelohnt. Ich kann mir die Szene im Gerichtssaal richtig vorstellen. Als wäre ich als Zuhörer dabei. Wahnsinn. Super geschrieben und alles perfekt umgesetzt. Der Urlaub schien notwendig gewesen zu sein. Lass uns aber nicht noch einmal soooo lange warten... :D

    Semir holte vorsichtig Luft. Es tat ihm weh. Zu allem Überfluss presste ihn einer der Männer die Waffe ins Genick. „Wenn ich jetzt abdrücke, dann hast du es hinter dir. Also keine überflüssige Bewegung ist das klar?“ warnte er Semir. Dieser nickte nur und blieb liegen. Ein zweites Mal musste er mit ansehen, wie Tom zusammen geschlagen wurde. Dann lag auch er blutend am Boden. Semir sah ihn besorgt an. Tom war ohne Bewusstsein. „Hochkommen!“ befahl ihm der Anführer und er richtete sich langsam auf. „Darf ich mich um meinen Kollegen kümmern?“ bat er leise und hielt sich die Rippen. „Nein! Er wird das schon verkraften. So und du wirst jetzt gleich die richtigen Steine besorgen. Noch ein Trick und dein Kumpel hat es hinter sich, klar?“ warnte ihn der Mann. Semir nickte. „Und wie...haben Sie sich... den Ablauf vorgestellt? Meinen Sie.... ich fahre kurz hin...hole die Steine... und komme ohne... Verstärkung wieder?“ kam bitter von Semir. Der Mann lachte. „Ja so in etwa. Hältst du uns für so blöd? Dein Kumpel wird hier unser Pfand gegen die Steine. Du kannst dir aussuchen, was dir lieber ist. Er oder die Diamanten?“ Der Mann sah ihn höhnisch an. Semir hielt dem Blick stand. Dann hörte er Tom stöhnen. Er wollte hingehen und ihm helfen, doch der Mann hielt ihn fest. „Das macht Paul! Du bleibst genau hier stehen!“ drohte der Mann ihn. Semir blieb stehen und sah wie Paul Tom brutal am Kragen hochzog. „So und nun wirst du genau das tun, was ich sage denn sonst....!“ sagte der Mann und nickte Paul zu. Dieser schlug Tom die Faust in den Magen und Semir hatte das Gefühl, dass er den Schlag spürte... „Lassen Sie ihn in Ruhe!“ schrie er wütend. „Gut... dann weißt du was zu tun ist. Und damit du es nicht vergisst, werde ich dir einen Begleiter mitgeben. Paul! Du fährst mit und sorgst dafür, dass er keine Dummheiten macht.“ befahl der Mann.

    Tom versuchte Luft zu bekommen. Der Mann schien ihn mit einem Punching-Ball zu verwechseln. Die Schläge waren hart und erbarmungslos. Langsam bekam er den Schmerz unter Kontrolle und stieß ein leises Stöhnen aus. Dann spürte er wie er hochgezogen wurde. Er sah Semir verschwommen in einer Ecke stehen und wollte was sagen, als ihm der Dampfhammer im Magen erwischte. Das letzte was er mitbekam, war das ihm der Boden schnell näher kam. Dann wurde es dunkel. Es dauerte nicht lange und Tom schlug die Augen auf. Er lag auf etwas Weichem und irritiert sah er sich um. Sein Wohnzimmer. Er lag auf der Couch. War alles nur ein Traum? Nein... dafür war es zu schmerzhaft. Langsam richtete er sich auf. „Liegen bleiben!“ hörte er einen Mann sagen und die Stimme hörte sich ganz danach an, dass es besser wäre, zu tun was verlangt wurde. „Wo...ist Semir?“ fragte er leise. Und je wacher er wurde umso stärker wurden die Schmerzen. „Er ist gleich wieder hier. Zumindest wäre es viel Besser und gesünder für dich.“ hörte er den Mann lachen. „Wer sind Sie?“ wollte Tom wissen. „Ich bin dein Henker, wenn du nicht die Klappe hältst.“ warnte ihn der Mann. Tom schwieg.

    Semir legte sein Handy zur Seite. „Verdammt!“ schrie er wütend und schlug auf das Lenkrad. Er überlegte sich, ob er nicht doch schon mal reingehen sollte und diese Brüder verhaften. Dann könnten sie ja immer noch von dem SEK abgeführt werden. Doch dann spürte er wieder das Ziehen im Bauch. Was war das nur? Seit gestern hatte er das Gefühl es würde ihm der Magen regelrecht zerrissen. Dann war es wieder vorbei. Anna und Jan fuhren an seinem Wagen heran. Anna stieg aus und ging direkt zu Semir. „Was haben Sie sich dabei gedacht?“ fragte sie ihn wütend, doch dann bemerkte sie den kalten Schweiß auf seiner Stirn. „Geht es Ihnen nicht gut?“ fragte sie sofort besorgt. „Magenschmerzen. Das ist nichts. Wir sollten die Brüder verhaften. Die sind die Entführer von Reff.“ kam von Semir und er stieg aus. Anna sah ihn an. „Wissen Sie ob die Beiden zuhause sind?“ stellte sie die Frage. „Nein… ich weiß es nicht. Ich sollte doch auf Sie warten, oder nicht?“ fauchte Semir sie plötzlich an. Anna sah ihn strafend an. „Schon gut… Sie bleiben hier!“ befahl sie und ging mit Jan und dem SEK zu der Wohnung. „WAS? Warum denn? Was soll das denn schon wieder?“ maulte Semir hinter ihr her. Doch Anna ging einfach weiter. Semir blieb tatsächlich im Wagen.

    Anna und Jan standen vor der Tür und dann nickte sie dem SEK-Beamten zu. Dieser brach die Tür auf und sofort stürmten die Männer in die Wohnung. Doch nach wenigen Minuten war klar, dass die Brüder ausgeflogen waren. „Verdammt.“ kam von Jan. „Die haben die Lunte gerochen.“ meinte er anschließend. „Ja… scheint ganz so. Semir soll mir mal die Beweise erklären. Die Wohnung wird überwacht. Es kann sein, dass die beiden zurückkommen und dann will ich sie verhaften.“ befahl Anna. Jan nickte. Als sie wieder auf die Straße kamen war Semirs Wagen weg. Anna sah Jan an. „Verdammt! Was ist das denn nun wieder? Rufen Sie ihn über Funk!“ forderte sie Jan auf und schon war er in ihrem Wagen und griff zum Funk. „Cobra 11 für Cobra 1“ rief er über Funk. „Cobra 11 hört. Jan… dieser Florian Brandt ist gerade angekommen, als ihr ins Haus gegangen seid. Er hat natürlich gesehen, dass ihr Bullen seid und ist mit seinem Wagen abgehauen. Sein Bruder ist bei ihm. Ich verfolge ihn gerade auf der B9 in Richtung Neuss. Wir befinden uns…“ hörte er Semir reden und plötzlich hörte er es nur krachen. „SEMIR!!“ schrie Jan ins Mikro. „Schon gut…. die schießen nur auf mich… ich brauche Verstärkung!“ kam von Semir. „Wir sind unterwegs!“ stieß Jan aus. Anna sah ihn an und stieg auf der Beifahrerseite ein. „Dann mal los!“ sagte sie und schon raste Jan mit dem SEK im Schlepptau los.

    „Scheiße!!“ stieß Semir aus und warf das Mikro auf den Beifahrersitz. ER versuchte den Kugeln von Brandt auszuweichen. Es war zunächst erfolgreich. Wenn Jan jetzt da wäre, dann könnte er das Feuer erwidern. Nun musste Semir warten bis die Verstärkung da war. Bis dahin musste er auf jeden Fall an dem Wagen dran bleiben. Die Fahrweise der Brüder war sehr riskant und Semir war froh das die Landstraße kaum befahren war. Semir vergrößerte den Abstand um kein Ziel für die Kugeln zu bieten. Er konnte den Wagen immer noch im Auge behalten. „Cobra 1 wo seid ihr denn?“ fragte er ins Mikro. „Wir sind gleich da! Wo bist du genau?“ wollte Jan wissen. „Ich bin knappe 20 km von Neuss entfernt. Wir werden in ein paar Minuten die Ortschaft passieren!“ gab Semir durch. „Okay! Wir sind gleich da!“ kam von Jan zurück. Semir bemerkte plötzlich das der Wagen kurz vor der Ortseinfahrt in einen Waldweg einbog. Semir folgte dem Wagen und gab per Funk durch, wo sich die Brüder befanden. Doch kurz darauf war der Wagen verschwunden. Semir hielt erstaunt an und sah sich um. „Verdammt? Wo sind die denn?“ fragte er sich und griff zum Funk. „Cobra 11 an Cobra 1. Ich hab ihn verloren.“ Gab er durch und stieg aus. Er ging noch etwas zu Fuß, doch der Wagen blieb verschwunden. „Das gibt es doch nicht!“ fluchte er wütend stieg wieder ins Auto und fuhr zurück. Er gab über Funk durch, dass er zur PAST zurück fuhr und dort auf Anna und Jan warten wollte. Eine halbe Stunde später war der im Büro. „Semir? Kommen Sie bitte!“ forderte Anna ihn auf. Semir ging ins Büro. „Wie konnte der Wagen denn auf einmal verschwinden?“ fragte sie. Semir zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Ich war einige Meter hinter ihm, weil die auf mich geschossen haben. Ich sah dass sie in einen Waldweg gefahren sind und bin hinterher, doch da waren die dann verschwunden. Ich bin noch etwas zu Fuß dort durchgelaufen, aber nichts war zu sehen. Tut mir Leid…“ berichtete Semir. „Das muss Ihnen nicht Leid tun. Die kannten sich vermutlich in diesem Bereich sehr gut aus. Wir werden morgenfrüh, das Gebiet durchsuchen und dann hoffentlich eine Spur finden. Sie sehen müde aus und Jan wird Sie nach Hause fahren.“ befahl Anna. Semir nickte nur und verschwand mit Jan.