Semir hatte jetzt schon etwas, aber es reichte ihm nicht. Also Kalana hatte Toms Freund erschießen lassen. Tom hatte niemals über so etwas gesprochen und Semir wunderte ein wenig. Er dachte bisher, dass er alles über seinen Freund wußte. Seine Gedanken wurden von Kalana unterbrochen. " Warum willst du das alles wissen? Warum trinkst du nicht? Magst du meinen Whisky nicht? " Kalana sah Semir an. Von Semir kam nichts. „Bist du nur neugierig, oder verfolgst du damit einen Zweck?“ fragte er und Semir stockte. Er musste verdammt vorsichtig sein. Wenn Kalana jetzt misstrauisch wird, ist es verdammt gefährlich. "Na ich...Sie kennen das, mich interessiert nur den Mann, den ich abgeknallt habe. Ich weiß gerne das Warum...." sagte er dann und grinste leicht. Er hoffte, dass Kalana nicht bemerkt hat, wie nervös er war. Dieser nur nickte und Semir ahnte, das er jetzt keine weiteren Informationen von ihn bekam. Kalana schwieg sich aus. "Uhm... ich sollte gehen, will noch ein bisschen schlafen" sagte er, stand auf und stellte das Glas auf den Tisch. Er wusste nicht ob Kalana so betrunken oder nur versonnen war. Er nickte nämlich nur und murmelte "Gut, wir sehen uns morgen, Seller..." dann kam nichts mehr. Semir nahm diese Chance und ging langsam weg. An der Tür traf er Höller, der sicher nach Kalana ging. Höller warf ihm einen sehr bösen Blick. Er war immer mehr hellhörig. "Was?" fragte Semir nur wieder mit etwas unschuldigem Gesicht. Höller antwortete nicht, aber drückte Semir weg und machte die Tür zu. Semir schüttelte seinen Kopf. Semir blieb stehen. Sollte er horchen? Vielleicht erfuhr er so mehr, was er an Tom weiter geben konnte. Er öffnete die Tür einen Spalt. Zum Glück quietsche die Tür nicht in den Angeln. Er hörte das Gespräch zwischen Höller und Kalana.
„Dieser Seller ist mir absolut nicht geheuer. Er hat alle Räume sehr genau inspiziert. Wie ein Bulle“ gab Höller zu bedenken. Kalana lachte leise. „Du bist sehr misstrauisch. Das ist zwar manchmal sehr gesund, aber ich denke, er ist sauber. Das er sehr neugierig ist, ist mir auch schon aufgefallen. Vor allem sein Interesse an diesen Kranich... ist sehr auffällig. Ich hab ihm die Story erzählt. Er weiß nun, warum Kranich sterben musste.“ lachte Kalana. „Willst du ihn wirklich bei der Sache dabei haben?“ wollte Höller wissen. „Was meinst du warum er mit dir fliegt? Du kannst ihn dann kontrollieren und dafür sorgen, dass er keine Dummheiten macht. Hast du ihm das Handy wieder gegeben?“ fragte Kalana. Höller nickte. „Hast du das Telefonbuch durch gesehen?“ wollte Kalana als nächstes wissen. Höller nickte erneut. „Allerdings war da nicht sehr viel zu erkennen. Nur zwei Einträge. Reichlich wenig für ihn.“ Kalana sah ihn an. „Ja... und deshalb werden wir auch dafür sorgen, dass er kein Empfang mehr hat. Hol mir das Handy. Ich werde es mir mal zu Gemüte ziehen.“ Höller nickte und stand auf. „Nein... nicht jetzt.“ Kalanas Blick fiel auf die Tür. Er sah Höller an und deutete mit dem Kopf dort hin. Höller sah den Spalt und schüttelte den Kopf. Es sollte wohl heißen, dass er die Tür nicht offen gelassen hatte. Kalana nickte. „Okay... Höller... du weißt was du zu tun hast. Ich werde es dir noch einmal hier hinschreiben...“ Kalana nahm einen Stift und schrieb „vermutlich werden wir belauscht.“ Höller las es und nickte. Er zog seine Waffe. Kalana lachte und schüttelte den Kopf. Er machte ein Zeichen, dass Höller reden sollte und schlich zur Tür. Während dessen redete Höller über Gott und die Welt. Kein Wort von dem was das Geschäft anging.

