Höller nahm das Handy von Semir und schaltete es an. Er wartete doch das Handy blieb aus. Er öffnete es und sah, dass der Akku fehlte. „Verdammt!“ fluchte er verhalten, grinste jedoch anerkennend und sah Semir an. Er warf ihm das Handy zu und Semir fing es geschickt auf. „Hier… du hältst dich wohl für verdammt schlau was? Aber okay…“ sagte Höller und es hörte sich irgendwie zufrieden an. „Du spielst dein Spiel und ich meins.“ Höller verschwand wieder. Semir sah ihm nach und schüttelte den Kopf. Er baute das Handy wieder zusammen und schaltete es ein. Er war noch einmal in dem Schuppen gewesen. Alex war verschwunden. Man hatte ihn entsorgt, um es mit Kalanas Worten zu sagen. Semir hatte sich die letzten Gebäude angesehen. Es war ein Stall in dem wohl mal Tiere untergebracht gewesen waren, Vermutlich Pferde, wenn man die Boxen richtig ansah. Kalana schien ein Tierliebhaber zu sein. Das andere, letzte Gebäude war eine Werkstatt. Vermutlich wurden hier die Fahrzeuge repariert. Zumindest war eine Grube im Boden und es lagen Motoren rum. Semir hatte nichts gefunden, was auf die wahre Identität von Kalana hinwies. Warum sagte Tom ihm nicht, wer Kalana war? Semir legte sich aufs Bett und war kurz darauf eingeschlafen.
Am nächsten Morgen kam Kleine zu Tom und Anna. „Alex wurde gefunden. Er ist tot. Die Obduktion hat ergeben, dass er keinen heilen Knochen mehr ihm Leib hatte.“ sagte er leise. Tom sah betreten zu Anna und dann zu Kleine. „Ist es möglich, das Stens ihn ausquetschen wollte?“ fragte er. Kleine sah ihn an. „Vermutlich. Aber ich denke es ist eher dieser Höller gewesen.“ erklärte er. Tom nickte. „Ich habe mir die Daten von Höller raussuchen lassen. Er hat einiges auf dem Kerbholz.“ sagte Tom. Kleine nickte. „Ja ich weiß. Er ist noch gefährlicher als Kalana alias Stens. Sie haben ja gelesen, was er alles auf dem Kerbholz hatte. Doch leider waren die Beweise nicht erdrückend genug, ihn für immer weg zu sperren. Sein Anwalt war sehr gewitzt und hat ständig sehr gute Argumente parat um seinen Mandanten höhere Strafen zu ersparen.“ Kleine seufzte und legte die Akte von Höller auf den Tisch. „Wir können jetzt nur noch hoffen, dass dieser Alex nichts verraten hat.“ meinte Anna. Kleine stand auf. „Nun wenn es etwas gibt, worauf ich mich bei Alex verlassen konnte war es seine Verschwiegenheit. Egal was er erleiden musste. Er wird nichts verraten haben.“ erklärte Kleine. Tom nickte. „Ihr Wort in Gottes Ohr.“ In diesem Augenblick kam Petra in den Raum. „Das Handy von Semir ist unterwegs.“ sagte sie aufgeregt. Sofort waren Tom und Kleine aufgesprungen. „Wir müssen los!“ rief Tom und griff die Autoschlüssel. „TOM! Denken Sie an die Perücke!“ rief Anna hinterher.
Andrea sah ihre Tochter an. „Hey… der Papa ist bald wieder hier und dann werden wir einige Tage wegfahren. Du, Papa und ich. Wir werden ganz viele Dinge sehen und dir erklären. Und wir werden uns …“ Ihre Stimme erstickte. Sie dache an Semir, der irgendwo bei einem Gangster saß und vermutlich um sein Leben zitterte. Hatte man ihn vielleicht schon enttarnt? Warum sagt Tom ihr nichts mehr? Sie legte Aida, die in ihrem Arm eingeschlafen war ins Bettchen und griff zum Telefon. Nur kurz darauf erklang die Stimme von Anna Engelhard. „Andrea? Wie geht es Ihnen?“ fragte sie. „Wie soll es mir schon gehen. Ich würde gern wissen wie es meinem Mann geht? Ist er gesund? Wo ist er? Was macht er?“ kam von Andrea. „Andrea… es geht ihm gut. Tom ist gerade unterwegs und Semir kommt sicher bald nach Hause. Der Fall ist fast erledigt. Wir werden heute schon einige Hintermänner festnehmen können.“ erklärte Anna. „Haben Sie mit Semir gesprochen?“ wollte Andrea wissen. „Nein… ich nicht, aber Tom. Andrea… Semir ist wohl auf und diesmal wird er es bleiben. Ich verspreche es Ihnen.“ kam von Anna. Andrea lachte bitter auf. „Chefin… das können Sie nicht.“ sagte sie leise und legte einfach auf.
Semir saß neben Höller im Wagen. Sie fuhren schweigend über die A4 und Höller reihte sich zur Ausfahrt ein. „Du wirst mit mir reinkommen. Sagen wirst du gar nichts, klar?“ fragte Höller ohne ihn anzusehen. Semir nickte nur. Höller fuhr auf den Parkplatz. Er sah Semir an. „Raus!“ befahl er. Semir stieg aus. Höller nahm einen kleinen Koffer von der Rückbank und ging zum Eingang des Restaurants. Semir folgte ihm. Er sah sich kurz um. Es waren keine bekannten Gesichter zu sehen. Höller wies ihn auf einem Platz und setzte sich ebenfalls hin. Semir war nervös. Eine halbe Stunde später gesellte sich ein weiterer Mann hinzu, der Semir musterte. „Wer ist das?“ fragte er Höller. „Mein Fahrer. Nur keine Sorge. Er ist sauber.“ gab dieser zur Antwort. Dann wechselten Koffer und Umschlag die Besitzer. Höller bestellte sich etwas zu essen und grinste Semir an. „Willst du auch was?“ fragte er. Semir nickte. Sie aßen gemeinsam und als erstes verschwand der Besucher. Semir sah ihm nach und bemerkte, dass direkt hinter diesem Mann zwei weitere das Restaurant verließen. Nichts Besonderes eigentlich, wenn der zweite Mann Semir nicht angesehen hätte. Diese Augen… Semir kannte nur einen, der solche Augen hatte. Für Höller war alles in Ordnung. Er hatte wohl damit gerechnet, das die Polizei den Laden stürmte und alle verhafteten. Damit wäre klar gewesen, dass Semir dahinter steckte. So… hatte er keine Anhaltspunkte. Semir atmete erleichtert auf, als er und Höller zurück zu Kalana fuhren.