Drei Stunden später hatte Anna die Männer beisammen. „Wir werden uns von Norden an das Haus anschleichen. Während wir das Gelände per Fuß abgehen, werden sich einige vom Hubschrauber direkt über das Gebäude abseilen und von dort sichern. Ein weiterer Trupp wird die Straße zum Gelände abriegeln! Die Zielpersonen müssen unter allen Umständen festgesetzt werden. Auf geht es!“ erklärte sie kurz und knapp. Sie und Alex wollten per Auto über die Straße zum Gelände fahren. Alex teilte die Männer in kleinen Gruppen a sechs Mann auf und ließ sie abmarschieren. „So, dann wollen wir uns mal das Gebäude ansehen. Der Hubschrauber dürfte auch gleich da sein.“ meinte er zu Anna und diese nickte. Sie stiegen in den großen Jeep ein und fuhren los. Keine zehn Minuten später standen sie im gebührenden Abstand zum Gebäude. Alex beobachtete durch ein Fernglas, wie die Männer sich vom Hubschrauber abseilten und nach und nach das Gebäude sicherten. „So... wir können.“ sagte er und gab dem Fahrer den Befehl ebenfalls zum Haus zu fahren. Dort angekommen stellten sie fest, dass hier außer zwei Mann am Tor niemand befand. Die Männer wurden festgenommen. Anna sah sie an. Beide waren recht jung und sie konnte sie überreden ihnen zu sagen, wo sich die Polizisten befanden. „Wir wissen nur, das Kalana beide in den Wald geschickt hat. Vorher hat er einem noch ne Kugel ins Bein gejagt, damit die Flucht nicht zu einfach wird.“ grinste einer der Beiden. Anna hielt sich zurück. „in welche Richtung sind sie gegangen?“ wollte sie wissen. Doch das wussten die Beiden nicht. „Wir sind nur die Torwache“ meinte einer der Männer und der andere nickte. „Ja und das ist nicht strafbar“. Anna lächelte. „Sie haben Recht, es ist nicht strafbar eine Torwache darzustellen, aber es ist strafbar, sich an einem doppelten Polizistenmord zu beteiligen. Sie sind auf jeden Fall Mitwisser und Sie können ihre Situation nur verbessern, wenn Sie mir verraten wo ich die Beiden finde. Und zwar bevor Kalana sie findet.“ warnte Anna. Doch die Männer schienen tatsächlich nichts zu wissen. Anna sah Alex an.
Tom kam schnell voran. Er sah Kalana durch den Wald laufen. Das Gewehr hatte er wie ein Jäger geschultert und Tom hoffte nur, dass niemand Semir fand, der sich auf einem Hügel befand. Gut verdeckt durch Grün. Nur wer sich wirklich auskannte wäre auf die Idee gekommen auf den Hügel zu gehen um dort nach jemand zu suchen. Er reihte Kalana in die Kategorie „Naturmuffel“ ein, der sich mit Sicherheit nicht im Wald auskannte. Vermutlich hatte er das Gelände nur gekauft, weil es schön abgeschieden war. Tom ging zügig weiter und kam seinem Ziel immer näher. Er schätzte dass er eine knappe halbe Stunde benötigte um am Haus zu sein. Dort würde er versuchen Hilfe zu holen und mit denen dann Semir aus dem Wald holen. Er sah bereits die ersten Mauern und legte einen Zahn an Tempo zu. Bevor er direkt am Gebäude ankam hörte er Stimmen. Er duckte sich um nicht entdeckt zu werden, doch dann sah er bekannte Gesichter. Die Chefin unterhielt sich mit Alex Hoffmann, vom SEK. Tom kam aus seinem Versteckt und hob die Arme. „Chefin!“ rief er.
Annas Kopf ruckte herum. „Tom! Gott sei Dank. Wo ist Semir?“ fragte sie erleichtert. „Der ist noch im Wald. Er ist verletzt. Kalana hat ihm zwei Kugeln ins Bein verpasst und eine in der Schulter. Er liegt nicht weit von hier auf einem Hügel im Dickicht. Kalana und seine Männer sind im Wald unterwegs und suchen nach uns. Wir müssen sofort wieder los! Bevor sie ihn finden! Kalana und Höller sind bewaffnet. “ erzählte Tom etwas außer Atem. Anna nickte und griff zum Funkgerät. „An alle Einheiten! Die Zielpersonen sind im Wald unterwegs. Achtung die Zielpersonen sind bewaffnet und machen von der Schusswaffe Gebrauch. Ich wiederhole Die Zielpersonen sind bewaffnet und machen von der Schusswaffe Gebrauch! Einer der Beamten ist bereits in Sicherheit. Ein weiterer befindet sich auf eine kleine Anhöhe im Wald. Er ist verletzt!“ Anna sah Tom an. „Sind Sie soweit in Ordnung?“ fragte sie. Tom nickte „Ja... kommt wir müssen sofort wieder los. Anna nickte und gemeinsam mit Alex drei weiteren Männern und Tom gingen sie zurück in den Wald. Tom versuchte so gut es ging den Weg, den er mit Semir lief zu finden. Es gelang nur mühsam.