So hier wie versprochen.... ein sehr langer Teil...
Anna rief Andreas Mutter an und bat sie sich um Andrea zu kümmern. Sie sah Ben ernst an. „Semir hat Priorität! Sie werden sich umgehend nur darum kümmern. Versuchen Sie herauszubekommen wer ihn entführt haben kann. Es muss nichts mit dem aktuellen Fall zu tun haben, aber schließen Sie es bitte auch nicht aus.“ befahl sie. Ben nickte. „Ja ich werde mich sofort daran machen.“ sagte er und sah zu Andrea, die von dem gerufenen Notarzt eine Beruhigungsspritze erhalten hatte. Aida sah neugierig zu ihrer Mutter. Sie verstand nicht was gerade vorgefallen war, aber sie spürte dass etwas nicht in Ordnung war. Völlig verwirrt starrte sie Ben fragend an. Anna nahm sie auf den Arm. „Hey.. kleine Prinzessin... gleich kommt die Oma und dann kannst du mit ihr spielen, ja? Die Mama geht es auch gleich wieder gut. Komm wir gehen etwas in den Garten.“ sprach sie beruhigend auf das Kind ein und nahm sie mit raus.
Der Tag verging ohne dass es eine Spur zu Semir gab. Ben nahm sich die Akten der anderen Verschwundenen vor und las jeden Absatz akribisch durch. Warum hatte man Semir entführt. Nur weil er Türke war? Er warf die Akte auf den Tisch und stand auf. Lief wie ein gefangener Tiger durch das Büro und ging anschließend raus. „Ben?“ fragte Susanne als er die PAST verlassen wollte. Ben drehte sich um. „Ich fahre zu Hartmut. Vielleicht hat er was gefunden.“ sagte er hoffnungsvoll. Susanne nickte. Sie wusste sehr genau, dass Ben sich Sorgen machte. Sorgen wo Semir war, was mit ihm geschah und vor allem ob er überhaupt noch lebte. Auch sie war geschockt als sie hörte, was passiert war. Als Andreas Freundin versuchte sie sie zu trösten und gut zuzusprechen. Hoffnung geben, dass alles schnell vorbei ist. Doch sie selbst glaubte nicht daran.
Semir wurde wach. Erst wusste er nicht was passiert war, doch dann setzte die Erinnerung ein. Schnell riss er die Augen auf und sah sich um. Eine Krankenschwester stand vor ihm. „Ganz ruhig, Herr Gerkhan. Es ist alles in Ordnung...“ sprach sie beruhigend auf ihn ein. Semir entspannte sich. „Wo bin ich?“ fragte er leise noch immer von den Nachwirkungen der Narkose benommen. „Im Krankenhaus. Es ist alles in Ordnung. Bleiben Sie einfach liegen...“ erklärte sie sanft. Er nickte und schloss die Augen. Also hatte man die Entführung vereiteln können. Nur wenig später kam ein Arzt zu ihm. „Wie fühlen Sie sich?“ fragte er. „Außer den Kopfschmerzen ganz gut.“ meinte Semir und wollte aufstehen. Doch der Arzt drückte ihn zurück. „Bleiben Sie bitte liegen.“ ermahnte er ihn. Semir sank zurück ins Kissen. „Wo ist mein Kollege?“ wollte Semir wissen und sah sich nach Ben um. Doch der war nirgends zu sehen. „Ihr Kollege?“ fragte der Arzt nach. Semir nickte. „Ja... ich bin Polizist. Ich ... haben Sie ein Telefon für mich?“ fragte Semir leise. Der Arzt sah ihn erschrocken an. „Nein... kein Telefon. Ihr Kollege kommt sicher gleich. Nicht aufregen. Ich gebe Ihnen was gegen die Kopfschmerzen und dann denke ich können Sie schon bald entlassen werden.“ lächelte der Arzt freundlich. Semir nickte. In seinem Kopf schienen einige kleine Männchen zu stecken und sich einen Spaß daraus zu machten mit einem Hammer gegen die Stirn zu schlagen. Der Arzt zog eine Spritze auf und setzte sie ihm. Semir verzog leicht das Gesicht, als die Nadel sich in die Haut bohrte. Nur wenig später schlief er wieder tief und fest.
Professor Dr. Bruno Herwig verließ das Zimmer des neuen Versuchs-patienten. Auf dem Flur griff er zu seinem Handy und rief Hoffer an. Als dieser sich meldete fing Herwig an zu brüllen. „Spinnst du jetzt total? Bringst mir einen Bullen? Willst du dass ich auffliege?“ schrie er ihn an. Doch Hoffer lachte leise. „Beruhige dich Bruno.... es ist alles in Ordnung. Keiner wird eine Spur finden. Genau wie bei den Anderen. Der Unterschied ist, dass der Bulle kerngesund ist. Absolut resistent. Ist doch schön wenn du jemanden hast, dem du alles verabreichen kannst oder nicht?“ hörte er Hoffer lachen. „Und was, wenn er hier den wilden Mann spielt? Meinst du er ist so leicht einzuschüchtern wie die Anderen?“ fragte der Professor. „Wir werden ihn schon ruhig bekommen. Ich bin heute früher da und werde mich persönlich darum kümmern. Mach du nur deine Tests und überlass das Andere mir. Ich werde schon dafür sorgen, dass er keine Schwierigkeiten macht. Wichtig für Sie ist doch nur das Mittel gegen die Grippe. Welches Sie gefunden haben, oder?“ lachte Hoffer. „Ob es tatsächlich hilft wissen wir doch noch gar nicht. Deshalb brauche ich die Leute. Ich glaube wirklich daran, dass dieses Zeug gegen Grippe, Aids, Hepatitis und andere Viren wirkt.“ kam überzeugt von dem Professor.