Eine Stunde später wurde Ben wach. Er sah sich erschrocken um und dann kam die Erinnerung. „SEMIR?“ rief er fragend und richtete sich auf. Dann sah er seinen Partner vor der Tür liegen. Er kroch hin und schüttelte ihn. „Hey… komm schon… aufwachen…“ stöhnte er selbst noch ziemlich benommen. „öhmmm….“ kam von Semir und dann schlug er die Augen auf. „Oh… verdammt…!“ stieß er aus und richtete sich langsam auf. „Was ist passiert?“ wollte er wissen. „Diese kleine dämliche verzogene Göre… die steckt dahinter… sie hat das Päckchen aufgerissen und danach sind bei mir die Lichter ausgegangen.“ grollte Ben wütend. Semir nickte und verzog das Gesicht. „Ja.. . bei mir auch. Wo sind die Beiden?“ suchend sah er sich um. „Verdammt… die sind weg…. Scheiße… die Chefin reißt uns den Kopf ab.“ fluchte Ben laut. Semir sah ihn an. „Nicht wenn wir die Beiden wieder holen.“ meinte er. „Ja und wo willst du suchen? Meinst du dieser Wackernagel lässt Tanja am Leben? Sie ist Zeugin… sie hat einen Mord gesehen.“ erinnerte Ben ihn. Semir zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht… vielleicht ist das ja doch nicht so, wie Tanja sagt. Vielleicht benutzt sie uns wirklich nur als Sprungbrett aus dem Mileau…“ mutmaßte Semir, der Zweifel hatte. „Wie kommst du denn darauf?“ wollte Ben wissen. „Nun ja… während du dich mit Lydia gestritten hast, habe ich sie so ein wenig ausgefragt. Was sie gesehen hat und wer der Typ war, den ihr Mann ermordet haben sollte. Sie konnte nur sehr vage Angaben machen. Für eine Zeugin ziemlich ungewöhnlich. Keine Beschreibung von dem Toten, keinen Namen… wie der Mord vor sich gegangen ist… Sie behauptet der Mann sei erschlagen worden, aber ich habe mal in der Gerichtsmedizin angerufen. Die sagen er ist erschossen worden. Dann soll er angeblich … na lassen wir es. Mir sind Zweifel aufgekommen und das ist für mich schon ausreichend das alles in Frage zu stellen.“ meinte Semir nur und erhob sich vollständig. Ben sah ihn an. „Du denkst wir waren nur das Mittel zum Zweck…?“ fragte er Semir nickte. „Ja und jetzt fahren wir zur PAST und erklären der Chefin was sich ereignet hat.“
Lydia erwachte und sah in das Gesicht ihres Vaters. „PAPA!!“ rief sie freudig und fiel ihn um den Hals. „Ja… meine Kleine… hey... du erdrückst mich ja.“ meinte Lorenz und befreite sich aus den Armen seiner Tochter. „Nun wird alles wieder gut….“ lachte sie und stand auf. „Vorsicht… es könnte sein, dass dir schwindelig wird.“ ermahnte Lorenz sie. Lydia sah ihn an. „Was war das?“ fragte sie. „Was war was?“ stellte er die Gegenfrage. „Nun das in der Wohnung. Wieso sind wir eingeschlafen? Wo ist Mama? Wo sind die Bullen?“ kamen die Fragen von Lydia. „Nun… die Mama schläft noch. Walther hat eine kleine Überraschung für die Polizisten gebastelt. Eigentlich sollten du und Mama nicht einschlafen, aber ihr ward leider auch in dem Raum. Ist nicht weiter schlimm. Die Polizisten haben wir da gelassen. Sie werden uns nicht gefährlich werden.“ beruhigte Lorenz seine Tochter. „Wenn du dich da mal nicht täuschst. Sag mal… was würdest du tun, wenn ich dir sage, dass einer der Bullen mich belästigt hätte. Sexuell belästigt?“ wollte Lydia plötzlich wissen. Lorenz griff ans Kinn seiner Tochter und sah sie an. „Hat es jemand getan? Wer? Was hat er getan?“ fragte er sofort und Lydia sah das Funkeln in den Augen. „Was wäre wenn?“ wiederholte sie die Frage. „Ich würde ihn mir vorknüpfen und zeigen, was ich davon halte, wenn ein Erwachsener sich an meinen Engel vergreift. Glaub mir, er würde sich wünschen nie geboren worden zu sein.“ drohte Lorenz. Lydia lächelte hinterhältig.