Die Luft im Container wurde immer dünner. Ben und Semir hatten Schwierigkeiten. „Wir müssen raus…hust…..“ kam leise von Semir. Ben nickte nur. Doch es gab keine Möglichkeit. Hier war kein Hilfsmittel was ihnen wirklich half. Sie spürten die Hitze des Feuers. „Es ist…nicht mehr weit weg…“ stöhnte Semir und hielt die Hand an die Wand des Containers. Doch auch er spürte die die Kräfte nachließen. „Ben…?“ fragte er, doch er bekam keine Antwort. Die Luft im Container wurde immer schlimmer. Der Rauch drang durch jede Ritze. Semir hustete und suchte nach seinem jungen Kollegen. „Ben…?“ wiederholte er. Er hörte ein leises Stöhnen und ging in die Richtung. Dann stieß er gegen ihn. „Ben…. Nicht aufgeben…hust…hust…die…die finden uns…hust… hust…“ sagte er und hob sein T-shirtkragen so, dass er es als Filter vor Mund und Nase hatte. Es brachte gar nichts. Ben hustete sich die Seele aus dem Leib. „Semir…hust…hust….hust… die….hust…finden…. uns erst….wenn…hust…hust…hust…hust…“ kam heraus. Semir ließ sich langsam neben ihm sinken. Bisher hatte er die Hoffnung, aber er musste Ben Recht geben. Der Bauernhof lag soweit außerhalb, dass es vermutlich nicht einmal auffiel, wenn er brannte. Semir schloss die Augen. Er bekam schwer Luft. Von Ben kam nichts mehr. Er schien das Bewusstsein verloren zu haben. Auch Semir driftete langsam ab.
Wolfgang und Maurice kamen in Holland an. Sie machten ihre Beute zu Geld und teilten. Anschließend trennten sich die Wege. Aber beide waren froh, denn nun lag ein Leben ohne Sorgen vor ihnen. Maurice hatte den größten Teil zur Seite geschafft, ohne dass Wolfgang etwas mitbekam. Für ihn waren die 500.000 € genug und er setzte sich nach Australien ab. Dort wollte er eine Farm für Kängurus errichten, was Maurice nur belächelte. Er selbst wollte nach Hawaii und es sich dort einfach nur gut gehen zu lassen. Er sah wie Wolfgang am Flughafen eincheckte und eine Stunde später in die Luft ging. „Mach es gut mein Freund“ sagte er leise zu sich selbst und ging zu seinem Schalter um ebenfalls abzufliegen. Alles war ohne Probleme. Er kam schnell durch den Zoll und war zufrieden als die Maschine abhob. Als er vom Fenster auf die Stadt sah, lachte er leise und sagte sich selbst, dass er hier nie wieder herkommen würde. Zufrieden schloss er die Augen und genoss den langen Flug.
Anna sah zu wie die Feuerwehrmänner das Feuer erfolgreich bekämpften. Plötzlich gab es einen Knall. Anna drehte sich erschrocken zu dem Haupthaus um. Es fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Der Einsatzleiter der Feuerwehr zuckte mit den Schultern. „Völlig zerstört“, sagte er nur. „Wann können wir rein?“ wollte Anna wissen. Der Mann sah sie ziemlich sonderbar an. So als zweifle er an ihrem Verstand. „Sie wollen da rein?“ fragte er. Anna nickte. „Ich vermute dass in diesem Feuer, zwei meiner Kollegen umgekommen sind…“ sagte sie mit leiser Stimme. Der Mann nickte. „Hören Sie…. Ich weiß wie schwer so ein Verlust ist, aber dort werden Sie vermutlich einige Tage nicht reingehen können. Die Feuerinspektoren müssen jetzt erst einmal Spuren suchen, warum das Feuer ausgebrochen ist. Ich vermute dass es Brandstifter waren….“ erklärte der Mann. Anna sah ihn an. „Es war Brandstiftung und ich gehe jetzt rein, wenn Sie mich aufhalten wollen, sollten Sie vorsichtig sein.“ drohte sie und stapfte los. Doch bevor sie das Haus erreicht hatte, kam einer der Feuerwehrleute angerannt. „Da ist ein Container! Ich habe Husten gehört!“ schrie er aufgeregt. Nun kam auch der Einsatzleiter dazu und schon rannten einige Leute hinter dem jungen Mann her. Zwei weitere Feuerwehrmänner waren gerade dabei den Container zu öffnen. Die Türen sprangen auseinander und der Rauch zog aus dem keinen Raum. Am Boden sah man zwei Männer liegen. Anna stand einige Augenblicke da und sah nur rein. Sie regte sich nicht. Zwei Notärzte schoben sie zur Seite und fingen an die beiden Männer dort im Container zu behandeln. Als sie die Beiden auf die Tragen legten und hinaustrugen sah Anna sie mit tränenerfüllten Augen an. „Sind sie….?“ fragte sie vorsichtig.