Doris sah zufrieden auf den schlafenden Mann. „Nun gehörst du mir…“ sagte sie leise und zog den großen Mantel aus. Sie ordnete die Schwesterntracht und löste anschließend die Bremsen von dem Bett. Dann schob sie es über die Station. Doch wie sollte sie ihn in ihrem Wagen bringen. Er war schwer und sie war nicht sehr kräftig. Doch sie musste ihn hier von der Station weg bringen. Doris überlegte… wo fiel ein Krankenbett nicht auf? Dann bekam sie einen Lichtblitz. Die Station die geschlossen war, im alten Kliniktrakt, der im nächsten Jahr umgebaut werden sollte. Ja sicher… da würde er nicht bemerkt und sie konnte ihn versorgen ohne das es auffiel. Der Plan war genial. Da sie heute bis elf allein Dienst machte, konnte sie sich die Medikamente, die Tom benötigte zusammenpacken und auch die notwendigen Geräte und Verbandsmitteln rüber bringen. Sie sah auf die Uhr. Es war gerade acht… genügend Zeit also….Sie schob Tom über den Krankenhausflur und brachte ihn auf die geschlossene Station, die nur durch den Fahrstuhl und nur vom Pflegepersonal zu betreten war. Dies geschah zur Sicherheit der Patienten, damit sich dort keiner hin verirrte. Nun kam es Doris zu Gute. Dort konnte sie diesen Mann davon überzeugen, dass sie die einzig richtige Frau für ihn war. Ob Tom die gleichen Gefühle hegte war ihr egal. Sie würde ihn schon irgendwie überreden können.
Nachdem sie Tom nach oben gebracht hatte und den Tropf wieder angeschlossen war gab sie ihm eine Rückenmarkamnesie. Sie wusste genau, dass diese Spritze sehr lange anhalten würde. Lange genug bis sie wieder zurück war. „Ich liebe dich…“ flüsterte sie dem schlafenden Mann ins Ohr und verließ den Raum. Jetzt hieß es erst einmal dafür zu sorgen, dass die Kollegen von Tom Kranich auf eine falsche Spur zu bringen. Im Zimmer von Tom bereitete sie nun ihr Schauspiel vor. Doris nahm das Messer mit dem Blut von Frank Bogener. Sie hatte ihm auch Blut abgenommen, um es realistisch aussehen zu lassen. Sie legte eine Blutspur über den Gang und verwüstete das Zimmer. Überall schmierte sie das Blut hin. Damit es für jeden nachvollziehbar war, beschmierte sie auch die Griffe des Bettes mit dem Blut von Bogener. Als sie fertig war schaute sie zufrieden auf ihr Werk. Nun musste sie nur noch den Verdacht von sich auf Bogener lenken. Und auch da hatte sie an alles gedacht. Sie fügte sich mit dem Messer eine Wunde zu. Nicht tief, aber schmerzhaft. Anschließend stieß sich mehrmals dem Kopf an die Wand, bis eine leichte Beule zu sehen war. Dann wartete sie eine halbe Stunde bis sie den diensthabenden Arzt anrief und mitteilte, dass einer ihrer Patienten entführt worden sei. Nur wenig später gab es einen großen Auflauf auf der Station.