Anna sah Andrea an. „Wir haben nichts. Die Bande ist verschwunden. Sie ist seit dem Verschwinden von Semir und Tom nicht mehr in Aktion getreten. Wenn es wirklich André ist, der die Beiden entführt hat, dann müssen wir uns vielleicht keine Sorgen machen. Allerdings.... ist das Umfeld nicht gerade das, was wir den Beiden wünschen. Haben wir schon was von den Kollegen aus Holland und vom Zoll?“ fragte sie. Andrea schüttelte den Kopf. „Die Kollegen in Holland sagen, es ist ihnen nichts bekannt. Der Zoll hat auch nichts. Es hat kein Transport mehr statt gefunden. Was wenn André sich nicht erinnert? Was wenn es gar nicht André war? Ich meine... Semir könnte sich ja auch täuschen...“ gab sie zu bedenken. Anna nickte. „Ja sicher kann er das. Aber ich habe mir diese Aufnahme auch angesehen. Auch wenn ich Andre von Gang her nicht identifizieren konnte, so stimmte die Statur und die Größe tatsächlich überein. Ich weiß was Sie nun argumentieren. Das trifft vermutlich auf die Hälfe der auf der Erde lebenden Männer zu. Das weiß ich selbst....“ stöhnte Anna. Andrea schloss die Augen. „Das einzige was wir machen können ist warten. Warten und Hoffen das sie sich melden, oder bis wir sie finden...“ sagte sie leise. Wie sie sie dann fanden war zwar nicht ausgesprochen aber Anna wusste genau was Andrea meinte.
Manuel wurde von Pierre gerufen. „Was gibt es?“ fragte er freundlich als Pierre ihn begrüßte. „Manuel mein Freund... ich habe eine besondere Aufgabe für dich. Du darfst Dani aber nichts erzählen. Sie ist derzeit etwas durch den Wind, weil ich eine Möglichkeit gefunden habe meine Vergangenheit kennen zu lernen...“ holte Pierre aus. Manuel tat unwissend. „Was genau willst du von mir?“ harkte er nach. „Du sollst diesen Kranich nach Deutschland zurück bringen. Setzt ihn vor einem Krankenhaus ab, damit er sich dort weiter behandeln lassen kann.“ Bat Pierre ihn. Manuel sah ihn überrascht an. „Du willst Kranich gehen lassen? Was ist mit diesem Gerkhan?“ wollte er wissen. „Nun er bleibt hier und erzählt mir aus meinem früheren Leben. Er behauptet mich zu kennen und ich glaube ihm sogar. Etwas an ihm erinnert mich. Aber es sind Bruchstücke. Ich denke wenn ich mich mit ihm unterhalte, dann werde ich herausfinden, was oder wer ich bin bzw. war.“ erklärte Pierre und spielte versonnen mit dem Kugelschreiber. „Wann soll ich Kranich wegbringen?“ fragte Manuel. „Morgen. Bis dahin bleiben sie unten und werden versorgt.“ befahl Pierre. Manuel nickte und verschwand. Er musste Dani von dem Plan erzählen. Sie müssen heute Nacht zuschlagen....
„Morgen schon? Wir müssen schnell handeln.. Also gut... ich werde Pierre etwas ins Essen mischen und er wird schlafen. Sobald er schläft werden wir Tom Kranich raus holen und diesem Gerkhan drohen, sobald er Pierre etwas erzählt, wird Kranich sterben. Da ich Pierre sehr gut kenne wird er vermutlich versuchen, die Wahrheit aus Gerkhan heraus zu prügeln. Du kennst ihn auch... Pierre ist nicht sanftmütig. Wenn der zuschlägt dann richtig. Und wenn Gerkhan will das Kranich überlebt, wird er vermutlich lieber sterben, als etwas zu verraten...“ lachte Dani. Manuel nickte. „Du bist ein richtiges Biest...“lobte er sie. „Nein...ich bin kein Biest. Ich bin berechnend. Wenn Pierre Gerkhan tötet und wir Kranich beseitigen, dann sind wir gleich alle Probleme los. Pierre wird weiterhin mit uns zusammenarbeiten und uns führen. Du wirst sehen, er wird seine Vergangenheit irgendwann nicht mehr wissen wollen.“ lächelte Dani ihn hinterhältig an. Manuel nickte. „Ich weiß warum dich Pierre liebt.“ Meinte er zum Schluss. „Ruf mich an, sobald es soweit ist...“ sagte er. Dani versprach es und ging zu Pierre.
Der Abend war schnell da und Dani versorgte Pierre, der wieder einmal von Kopfschmerzen gequält wurde. „Du solltest nicht so viel über diesen Gerkhan nachdenken. Wer weiß vielleicht will er dich ja nur überführen. Ich wette dass du schon immer Pierre gewesen bist....“ sagte sie bestimmt. „Nein... Marc hat mir gesagt, dass er mich gefunden hat und dass er mir den Namen gegeben hatte, weil er zu mir passte. Dani....dieser Gerkhan kennt mich und ich kenne ihn. Ich weiß nur nicht woher. Aber er hat versprochen es mir zu sagen. Er wird es mir sagen.“ Kam von ihm. Dani sah ihn traurig an. „Was wird aus uns, wenn du dein Gedächtnis wieder hast?“ wollte sie wissen. Pierre lachte leise. „Warum sollte sich etwas für uns ändern? Wir lieben uns und gehören schon so lange zusammen.“ sagte er und küsste sie. „Versprichst du mir das?“ harkte sie nach. Pierre nickte. „Ja ich verspreche es dir... würdest du mir ein Glas Wasser holen, damit ich meine Pillen schlucken kann?“ bat er sie. Dani nickte und ging in die Küche. Sie füllte ein Glas mit Wasser und zog anschließend ein kleines Fläschchen aus der Tasche. Sie zählte ein paar Tropfen ab die sie ins das Glas fallen ließ und brachte es zu Pierre der es mit den Tabletten nahm. Nur eine halbe Stunde später lag er friedlich schlafend im Bett. Dani verließ das Zimmer um ihren Plan in die Tat umzusetzen.