Für die fleißigen Feeder: Hier noch einen letzten teil für heute...
Semir rannte um sein Leben. Er versuchte Luft in die Lungen zu pumpen. Es ging nicht. Der Wagen hatte ihn nun schon dreimal überholt, doch der Mann darin machte keine Anstalten auszusteigen. Semir konnte nicht mehr. Seine Lungen taten weh. Er hatte mittlerweile festgestellt, dass es kein Entkommen gab. Der Wagen war immer schneller und das alles hier von seiner angeblich geglückten Flucht war geplant. Er sah ein, dass er in eine Falle geraten war. Der Fahrer belauerte ihn. Er stand Semir genau gegenüber und schien nur darauf zu warten, dass er weiter rannte, doch er wollte nicht mehr, konnte nicht mehr. Semir kniete sich einfach hin und nahm die Hände in den Nacken. Er gab auf. Er sah wie der Mann sein Handy nahm und telefonierte. Vermutlich mit Kalvus, denn nur kurz drauf stieg der Mann aus und richtete die Waffe auf Semir. Dieser schloss die Augen. Sollte er doch abdrücken. Alles war besser als wieder in Kalvus Haus zu sein, doch der Mann hatte gar nicht vor Semir zu erschießen. Er warf ihm eine Kette mit Handfesseln zu. „Festmachen!“ befahl er. Semir tat was befohlen. Der Mann, der sich als der Foltermeister von Kalvus zeigte, zerrte an der Kette und zog Semir bis zum Wagen. Semir wollte einsteigen ohne sich zu wehren, doch der Mann rammte ihn die Faust in den Magen und stieß ihn zu Boden. Semir blieb liegen und sah ihn an. „Du läufst!“ lachte er und machte die Kette an der Stoßstange fest. Semir verstand erst nicht, was der Mann von ihm wollte. Als er dann einstieg und den Wagen startete, anfuhr und er durch den Ruck über den Boden gezogen wurde, ahnte er was passieren sollte. Er versuchte aufzustehen, doch jedes Mal, wenn er es geschafft hatte, fuhr der Wagen so ruckelnd an, dass er wieder stürzte. Der Wagen schien absichtlich Gas zu geben. Semir wurde ein Stück hinterher gezerrt und schürfte sich dabei die Haut ab. Dann bekam Semir die Chance aufzustehen. Der Wagen verminderte sein Tempo und zerrte Semir erbarmungslos hinter sich her. Keine Chance sich zu lösen, sich zu wehren. Einfach nur einen Fuß vor dem Anderen. So ging es weiter zurück zu Kalvus Haus. Nach einiger Zeit gab Semir auf. Er knickte ein und ging zu Boden. Der Fahrer bemerkte es sicherlich, doch er fuhr einfach weiter und zog Semir über den steinigen Boden.
Ben hatte eine Hundertschaft zur Unterstützung bekommen. Doch er musste vom Büro aus koordinieren. Kalvus sollte nicht vorher wissen, dass man wusste wo er sich befand. Denn dann war Semirs Leben keinen Pfifferling wert. Außerdem könnte es durchaus sein, das Semir sich noch einmal meldete und dann musste Ben vor Ort sein. Er schickte die Truppen in verschiedene Gebiete, die in Frage kommen konnten, doch jedes Mal bekam er die Nachricht „negativ“. Ben ließ sich resigniert auf seinen Stuhl sinken. „Wo zum Teufel soll ich denn noch suchen….“ stöhnte er. Susanne sah ihn an. „Ben… gib nicht auf. Du wirst ihn finden. Und du wirst ihn befreien. Kalvus ist ein Teufel. Er geht über Leichen und Semir wird sicher seine ganze Wut zu spüren bekommen. Vielleicht ist es doch besser, wenn wir die Tochter zu ihm geben. Und zum Austausch Semir verlangen.“ Schlug Susanne vor. Ben sah sie müde an. „Vielleicht hast du Recht. Aber dazu muss der Mistkerl sich erst einmal melden. Und so lange er das nicht tut, kannst du dir sicher ausmalen, was er mit Semir macht. Vielleicht ist er sogar schon…dem Tod näher, als dem Leben…“ kam leise von Ben. Susanne ging zu ihm und nahm ihn in den Arm. „Hey… du wirst ihn finden. Dieser Mistkerl hat es verdient zu sterben. Er unterdrückt alle und tötet… dieser Mann hat es verdient zu sterben. Verstehst du? Und ich bin mir ganz sicher, dass Semirs Hoffnung allein auf dich beruht. Er vertraut dir…. Enttäusche ihn nicht. Auch Andrea hofft, dass du ihn findest…“ redete Susanne auf ihn ein. Ben sah sie an. „Aber wo soll ich ihn den finden?“ fragte er hoffnungslos. „Du wirst ihn finden, glaub daran. Du wirst es schaffen, Ben…“ beschwor Susanne ihn.