Hartmut fuhr um vier zur Chemiefabrik und wollte Sandra abholen. Er parkte direkt vor der Einfahrt, wo sie schon stand. Er stieg aus und ging zu ihr. „Hallo!“, sagte er und drückte ihr einen Kuss auf den Mund. Sie nahm ihn in den Arm und hielt ihn fest. „Und was machen wir heute?“ fragte sie neckisch, als er sich von ihr löste. „Nun, heute stelle ich dir zwei gute Freunde vor“, sagte er mit einem breiten Lächeln. Sandra legte ihren Kopf schräg: „Na dann… Und wo?“ „Bei mir in der Werkstatt. Die Jungs müssen arbeiten und da dachte ich,… wir könnten,… ich meine,… also nur wenn du willst“, stammelte Hartmut. Sandra lachte auf: „Hartmut, irgendwann bringe ich dir bei, Sätze zu beenden.“ Sie stiegen in den Wagen und Hartmut lenkte seine Lucy auf die Autobahn. Nur kurze Zeit später kamen sie an der KTU an. Er fuhr mit ihr zu einem Seiteneingang, da er verhindern wollte, dass sie am Haupttor das große Schild las, auf dem hingewiesen wurde, dass hier das Labor für „Kriminal-technische Untersuchungen“ war. Hartmut hielt ihr die Tür auf und deutete eine leichte Verbeugung an. „Du bist ein echter Gentleman!“ lobte ihn Sandra, während sie an ihm vorbeischlüpfe. „Sandra komm…, die Jungs haben sicher wenig Zeit.“ Verlegen schaute sich Hartmut um. Doch Gott sei Dank waren die anderen Kollegen so sehr mit ihren Arbeiten beschäftigt, so dass sie ihn erst nicht bemerkten. Erleichtert atmete er auf. „Ja, ist ja schon gut…“, grinste Sandra und gemeinsam gingen sie ins Laboratorium.
In der Zeit, wo sie auf Hartmut warteten, langweilte sich Semir und spielte mit einigen Geräten im Labor herum. Eines der hauchdünnen Röhrchen fiel zu Boden und zersprang in tausend kleine Stücke. Erschrocken sah er sich um. Tom sah ihn tadelnd an: „Mensch, pass doch auf!“ Semir sah zu Boden, wo die Scherben lagen und schob diese, sich verlegen umblickend, mit dem Fuß unter den Tisch. „Was denn? Hab doch gar nichts gemacht…“, tat er scheinheilig und versuchte möglichst unschuldig zu gucken. Tom schüttelte nur missbilligend den Kopf. „Jungs? Wo seid ihr denn?“, hörten sie Hartmut in diesem Augenblick rufen. Ihm entgegen gehend antworteten sie: „Hier, Hartmut!“ „Ah…, sehr gut!“ Hartmut kam mit Sandra um die Ecke. Mit leuchtenden Augen zeigte er auf seine Freundin: „Jungs, das hier ist Sandra.“ Sich nur schwer von ihrem Anblick losreißend, deutete er auf Tom und Semir: „Sandra, das sind Semir Gerkhan und Tom Kranich.“ Semir reichte Sandra die Hand. „Hallo…, freut mich Sie kennen zu lernen“, sagte er freundlich. Sie nickte: „Danke, ganz meinerseits.“ Tom tat es Semir nach. „Sind Sie auch für die Technik hier?“, fragte Sandra interessiert und schaute die beiden an. Semir schüttelte den Kopf. „Nein… Wir sorgen eher für die Arbeit“, antwortete er zweideutig und grinste Hartmut an. „Ähm…, ja genau... Ohne Tom und Semir hätte ich jedenfalls wesendlich weniger zu tun“, meinte er nur ausweichend. Sandra hatte mal erwähnt, dass sie, seit ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kamen, alles, was mit Polizei zusammenhing hasste. Bisher konnte Hartmut sie nicht überzeugen, dass es auch gute Polizisten gab, so hielt er es für besser, Semir und Tom nur als gute Freunde vorzustellen. Die Beiden waren eingeweiht und verrieten zunächst nichts. Sandra sah sich interessiert in der Werkstatt um. „Hey,… du hast ja hier ein sehr gut ausgestattetes Labor.“
Plötzlich riss sie die Augen auf und deutete auf ein Mikroskop: „Wow…! Das ist ja ein VK-9700! Das ist das neueste auf dem Markt…! Dieses Mikroskop ist der absolute Wahnsinn!“ rief sie aus und ging direkt zum Pult. Sie schaute hindurch. „Es hat eine 18.000fache Vergrößerung sowie 3D-Messungen mit einer Auflösung von 0,001µm!“ stieß sie begeistert aus. Hartmut lächelte freudig, als er ihre Begeisterung spürte. „Ja…, die Auflösung ist wirklich extrem. Die räumliche Analyse ist für mich das Größte und hat mir schon so oft geholfen. Und besonders die 3D-Darstellungen sind genial. Das Gerät ist mit meinem PC gekoppelt und ich kann die Daten direkt einlesen lassen. Die Darstellungen sind so real, dass man glaubt, die winzigsten Bakterien anfassen zu können. Sieh mal…, hier kannst du sogar das Bild wie eine Projektion an die Wand werfen.“ Hartmut demonstrierte es ihr und Sandra ging zu dem Bild, was an der Wand erschien. „Fantastisch! Dieses Prisma,… die Farben,… das ist echt super…! Mensch, wenn ich so etwas in meinem Labor hätte, dann wären die Analysen viel einfacher und nicht so anstrengend für die Augen.“ Sandra strahlte. Während sich Hartmut und Sandra voller Begeisterung über das Mikroskop unterhielten, warf Semir Tom einen genervten Blick zu, der genau zeigte, was er dachte: ‚Oje,… noch so eine Laborratte!’ Nachdem Sandra sich alles angesehen hatte, wandte sie sich an Hartmut. „Gehen wir jetzt Eis essen, wie du es mir versprochen hast?“, fragte sie mit einem reizenden Augenaufschlag. „Tja…, Jungs wie ihr seht… Ich muss schon wieder los!“, seufzte Hartmut glücklich und drehte sich um. Er verließ mit Sandra die KTU und ließ Tom und Semir einfach stehen.
FEEDS!!!!!