Beiträge von Elvira

    Auch wenn es eigentlich ziemlich egal ist ,was Tom Kette darstellt, habe ich gestern beim Dreh den Tom mal gefragt. Der Anhänger ist ein Indianerkopf ohne jegliche Bedeutung. "Ein einfacher Modeschmuck, damit der Hals nicht nackt ist..." so Tom zu mir...

    Ich denke damit ist das Rätselraten um den Anhänger von ihm gelöst.

    Hartmut schaute De Clerc angstvoll an. “Was ist mit Semir?”, wollte er wissen. De Clerc lachte leise. „Ich gebe ungern alle meine Trümpfe aus der Hand. Sieh mal... Du bist eigentlich schon genug für Sandra. Ich tausche dich gegen Sandra ein und dein Freund Gerkhan wird unser Garant für die Flucht sein. Wir werden ihn dann laufen lassen, bevor wir die Grenze überschritten haben. Du verstehst doch sicher, dass ich so verfahren muss. Immerhin kann es ja auch sein, das Sandra mit ein paar von Deinen Kollegen kommt und dann versucht uns rein zu legen. Gerkhan ist Pfand dafür, dass ihnen das nicht gelingt. Verstehst du das?“, lächelte er böse und Hartmut nickte stumm. „Fein... Dann wirst du es jetzt deinen Freunden bei der Polizei mitteilen. Wenn sie einen Trick versuchen, dann ist es vorbei“, warnte er Hartmut und hielt ihm ein Handy hin. Hartmut nahm das Handy entgegen, wählte Sandra an um zum einen ihre Stimme zu hören und zum anderen um de Clerc keinen Grund zu liefern, dass er denkt Hartmut würde falsch spielen. Nach einem kurzen tröstenden und sanften Wortwechsel forderte er mit Tom zu sprechen. „Tom..., er hat Semir an einem anderen Ort gebracht. Er ist Garant für die Flucht, so de Clerc. Sandra soll ihm die Papiere überbringen, am Rastplatz wo Semir auch war … und…“ mehr sagte Hartmut nicht und senkte das Handy.

    „Hartmut!! Wo ist er? Was hat dieser Mistkerl vor?“ hörte er Tom brüllen. De Clerc lachte leise und nahm selbst das Handy ans Ohr. „Hör mir genau zu, Kranich. Ich bin etwas sauer auf Gerkhan. Glaubte der Junge doch mir Paroli bieten zu können. Du wirst doch verstehen, dass ich das nicht zulassen kann oder?“ gab er bekannt. „Wenn Sie…“ hörte Hartmut noch, dann war das Gespräch zu Ende. De Clerc hatte einfach die Verbindung getrennt. Hartmut schüttelte den Kopf. Er fühlte sich etwas betrogen… war doch sein Plan so gut durchdacht gewesen. Doch er hatte wohl nicht mit der Hinterhältigkeit von de Clerc gerechnet. Wie sollte er nun Semir helfen? „Wo haben Sie ihn hingebracht?“, fragte Hartmut beiläufig und versuchte seine Enttäuschung nicht durchklingen zu lassen. De Clerc lachte verhalten und machte eine wegwerfende Handbewegung. „In ein sicheres Versteck“, gab er nur bekannt. Hartmut sah ihn an. „Wissen Sie, ich halte Sie nicht für dumm… Aber glauben Sie denn, man wird Sie so einfach gehen lassen?“, wollte er wissen. „Warum denn nicht? Ich habe die besseren Karten!“, meinte de Clerc siegessicher. „Und nun halt die Klappe. Du darfst gehen, wenn Sandra hier ist. Wir werden dann verschwinden und niemand wird etwas unternehmen. Tut mir echt Leid, dass du dir eine andere Braut suchen musst“, lachte de Clerc und gab David, einem jungen Mann die Anweisung auf Hartmut aufzupassen.. Dann fuhr er weg. Hartmut blickte ihm verloren nach. David, der bei ihm war, schien kein Wort deutsch zu können, denn egal was Hartmut ihn fragte, er antwortete nicht. Letztendlich gab er auf…

    Hotte lenkte den Wagen geschickt auf das Gelände des alten Wasserwerkes. Ben wählte Semir an und dieser meldete sich. „Verdammt… die hören doch den Klingelton…Ben… ich bin im hinteren Gebäude. Ich weiß nicht, aber ich glaube, ich habe sie abgehängt…Hol mich raus…bitte…“ hörte er Semir flehen. „Keine Angst… wir sind schon unterwegs. Kannst du dich irgendwie verstecken? Ich meine… es gibt doch sicher eine Möglichkeit wo sie dich nicht finden…“ versuchte er Semir aufzumuntern. „Ja sicher…. Ich habe mich in dem hohlen Pfeiler versteckt. Ich höre sie schon…“ gab Semir leise durch.

    „Er muss hier irgendwo sein. Ich hab doch gesehen, dass er hier reingelaufen ist. Okay… wir trennen uns. Aber sei vorsichtig… der Kerl ist gefährlich…! ermahnte Wolfgang seinen Partner. Heiko nickte. „du auch…“ gab er zurück. Sie gingen in verschiedene Richtungen. Heiko kam am dem Teil des Gebäudes an und hörte ein Handy klingeln. Sofort nahm er sein Funk. „Er ist hier…. ich höre es…“ gab er sofort durch. „Warte bis ich da bin. Keine Alleingänge!“ kam von Wolfgang. Heiko hielt sich daran. Einige Minuten später war Wolfgang auch da. „Wo hast du was gehört?“ wollte er sofort wissen und richtete seine Waffe in den großen Raum. „Ich weiß nicht genau… hier hinten an diesem Pfeiler… Ein Handy hat geklingelt…“ erzählte Heiko. Wolfgang nickte. „Gut… du links… ich rechts…“ befahl er und ging langsam vorwärts. „Kommen Sie raus, Gerkhan! Sie haben keine Chance!“ brüllte Wolfgang in den leeren Raum. ES hallte laut zurück. Doch von dem Mörder war nichts zu sehen. „Hier spricht die Polizei! Gerkhan… es hat keinen Sinn! Sie kommen hier nicht raus!“ rief Wolfgang unermüdlich weiter.

    Semir drückte sich fest an die Wand. Er spürte die Angst in sich. Angst dass Ben es nicht schaffte ihm zu helfen. Angst von den Kollegen, die nur ihren Job taten, erwischt zu werden. „…Kommen Sie raus, Gerkhan!“ hörte er den eifrigen Kollegen rufen. Du kannst mich mal, dachte er nur und verhielt sich still. Er hatte sein Handy lautlos gestellt. Ben… bitte beeile dich… flehte er in Gedanken. „Hier spricht die Polizei! Gerkhan es hat keinen Sinn! Sie kommen hier nicht raus.“ Hörte er den Kollegen erneut. Semir lachte leise. Das weiß ich doch selbst. Verschwinde einfach und geh Einbrecher jagen…, dachte er bei sich.

    „Mensch…. Wo willst du denn hier suchen, Ben?“ fragte Hotte als er das Gelände endlich erreicht hatte. „Alter Pfeiler… im hinteren Gebäude. Ich steige hier schon aus und gehe schon mal hin. Lenkt ihr die Kollegen irgendwie ab.“ befahl Ben. Hotte sah Dieter an. „Du kannst doch unmöglich allein da hinein humpeln. Das ist viel zu gefährlich.“ Ermahnte Dieter ihn. „Ja und wie willst du die Kollegen bitte da raus locken? Hast du die Kavallerie bemerkt, die hier überall verteilt sind?“ fragte Ben bevor er ausgestiegen war. „Lass mich nur machen…“ lachte Dieter und griff zum Funk. „Hier Cobra19…. Haben den flüchtigen Täter Gerkhan vor uns. Er flieht gerade in Richtung Wald hinter dem alten Wasserwerk. Können Verfolgung nicht aufnehmen, da uns der Reifen zerschossen wurden! Ich wiederhole….!“ gab Dieter durch. Ben schüttelte grinsend den Kopf. Nur wenig später kamen die Kollegen tatsächlich aus dem Gebäude und rannten zum Wald. „Gut, das waren die da drinnen. Was ist mit denen hier draußen?“ wollte Ben wissen.

    Semir blickte Hartmut vorwurfsvoll an. „Ganz tolle Idee, Hartmut! Jetzt wird der Typ Sandra umbringen. Schließlich wird Sandra alles tun, um dich zu retten“, fluchte er leise. „Ja sicher… Aber sie ist bei Tom! Und der wird alles in Bewegung setzen, um diesen Mistkerlen das Licht auszublasen“, gab Hartmut mit fester Überzeugung von sich. Dann grollte er: „De Clerc sollte direkt erschossen werden. Die Franzosen werden uns sicher dankbar sein.“ De Clerc hatte sie nun in einem Kastenwagen eingeschlossen und sie fuhren. Wohin es ging, wusste Semir nicht. Er konnte sich eh kaum bewegen, weil De Clerc ihn an der Verstrebung festgebunden hatte. Hartmut saß nicht weit von ihm und der verteidigte nun seine Idee: „Ja, was sollte ich denn tun? Dabei zusehen, wie dich der Typ da in den Kofferraum legt? Das geht nicht! So können Tom und Frau Engelhardt doch wenigstens etwas unternehmen. Die werden ja bestimmt nicht allein auftauchen.“ „Natürlich nicht!“, fauchte Semir zurück. „Aber du vergisst etwas Entscheidendes… De Clerc hat uns als Geiseln und damit dürfte das SEK ziemlich machtlos sein. Genauso wie die Chefin und Tom. Die werden Sandra fordern und ich denke nicht, dass die uns dann laufen lassen.“

    „Was? Wieso denn nicht?“, kam es naiv von Hartmut. Semir schloss die Augen und seufzte ergeben. In verständlicher Form versuchte er dem Techniker zu erklären, wie Verbrecher normalerweise mit Zeugen umgingen. Hartmut hatte keine Erfahrung mit solchen Situationen und verstand vermutlich nicht einmal, dass es Menschen gab, die so handelten wie de Clerc und Konsorten. „Hey… ich bin nicht dumm. Weißt du nicht als damals Nathalie…“ fing Hartmut an und stockte dann. Er sah Semir erschrocken an. „Du meinst… die werden uns umbringen? Aber… das geht doch nicht… ich meine…. Ich will doch heiraten….“ kam von ihm weiter erschrocken. In seiner Panik merkte er gar nicht was für einen Unsinn er da von sich gab. Der Wagen ruckelte und kam zum Stehen. Semir zuckte unmerklich zusammen. „Wir sind scheinbar am Ziel“, sagte er und fühlte sich ziemlich unwohl. De Clerc hatte ihn ja bereits gewarnt, sich nicht weiterhin gegen ihn zu stellen. ‚Was nun wohl kommt?’, fragte er sich in Gedanken. Die Türen wurden aufgezogen. Mark und Jacques holten Hartmut raus. Sie gingen nicht gerade sanft mit ihm um. Doch Semir schwieg. Stattdessen versuchte er in der draußen vorherrschenden Dunkelheit zu erkennen, wo sie überhaupt waren. Bis auf ein paar Lichter in weiter Ferne und das ihm wohlbekannte Rauschen der Autobahn in der Nähe, konnte er nichts erkennen. Nichts, aber auch gar nichts gab ihm einen Hinweis, wo er sich befand. Dann wurden die Türen wieder verschlossen und erneut umschloss ihn die völlige Dunkelheit. Was sollte das? Was hatte de Clerc vor? Der Wagen ruckte mit einem Mal nach vorn und fuhr an. Die Fahrt ging weiter. Semir ahnte schon, warum man sie trennte… Sie wollten damit einfach nur erreichen, dass einer von ihnen bei einer Aktion der Kollegen als Druckmittel zur Verfügung stand.

    „Nein! Warten Sie…!“, rief Hartmut. De Clerc wandte sich mit einem bösen Blick ihm zu. „Willst du da rein?“, fragte er höhnisch. „Nein… natürlich nicht. Aber ich habe eine Lösung für Ihr Problem…“, kam es von Hartmut als würde er sich mit de Clerc über eine ganz normale Sache unterhalten. De Clerc schien irritiert zu sein. „Was?“, fragte er verwundert. „Nun ja…, ich meine, Sie wollten doch die Unterlagen, die Semir im Wagen hatte. Die haben Sie ja jetzt. Und Sie wollen Sandra… die Sie aber sicher nicht auf diese Art bekommen werden. Also, ich meine, wenn Sie es aus wissenschaftlicher Sicht betrachten, ist die Idee, Sandra mit mir und Semir unter Druck zu setzten, mit absolut negativem Ergebnis gesegnet. Ich meine wir, oder eher ich könnte Sandra dazu bringen her zu kommen. Dann können Sie mit ihr reden. Sie könnten ihr Schweigen erkaufen und dann könnten wir alle nach Hause fahren… und…“ Mit jedem Satz wurde Hartmut leiser. „Nun ja…, ist nur so ein Vorschlag“, schob er murmelnd hinterher. Doch es reichte um de Clerc zu verunsichern. Er sah zu Semir und deutete mit dem Daumen über seine Schulter zu Hartmut. „Redet der immer so einen Schwachsinn?“, fragte er ihn erstaunt.

    Tom schaute Sandra besorgt an. „Was wollte er?“, fragte er. Sandra erklärte, was de Clerc von ihr verlangte. Tom dachte kurz nach. „Also gut…, wir gehen darauf ein“, sagte er entschlossen und bemerkte im selben Augenblick Sandras erschrockene Miene. Sofort beruhigte er sie: „Nur keine Angst! Wir werden dich nicht in Gefahr bringen. Ich werde mit meiner Chefin sprechen und sie über alles informieren. Wir werden mit dem SEK dort hinfahren, wo auch immer de Clerc dich treffen will. Du wirst auf jeden Fall eine Schutzweste tragen und ein Funksender, den du bei dir tragen wirst, wird uns jedes Wort übertragen. De Clerc kommt nicht mehr davon… Versprochen!“ Auf Sandras Miene zeigten sich neben leiser Zuversicht noch ganz viele Zweifel. Eindringlich erinnerte Tom sie: „Wir müssen Hartmut und Semir aus den Fängen de Clercs holen.“ Sandra deutete mit einem leichten Nicken an, das sie verstand. Nach einigen Sekunden wollte Tom wissen: „Hat er gesagt, ob die Beiden beim Treffpunkt sein werden?“ Sandra schüttelte traurig den Kopf. „Ich weiß nicht… Er sagte nur, dass er beide umbringen wird, wenn ich nicht komme.“ Sandras Augen füllten sich erneut mit Tränen und liefen anschließend an ihren Wangen hinunter. Leise schluchzend flüsterte sie: „Ich will nicht mehr weglaufen… Ich kann einfach nicht mehr.“ Tom fühlte sich hilflos. Um es zu verbergen, rief er Anna an und erklärte ihr die Situation. Anna versprach sofort zu ihm zu kommen und zu helfen. Nur wenig später traf sie mit Alexander Hoffmann vom SEK ein und sie besprachen den Einsatz.

    so jetzt hab ich mir mal das überarbeitete angesehen. Sorry Jullchen.... aber es ist nichts. Eine Inhaltsangabe... mehr ist da nicht. Der Teil reißt mich nicht wirklich mit. ich will dir nicht weh tun, aber du solltest dir wirklich überlegen, ob du in diesen Stil weiterschreibst. Nicht jeder kann Storys schreiben.

    Leider muss ich dir sagen, dass das was du hier gemacht hast, nicht gut ist. Es sind viele Fehler drin. Zum Beispiel fehlen Worte, ohne die der Satz kaum Sinn ergibt. Es sind Abläufe, die irgendwie komisch dargestellt werden.... Wenn du sie wirklich schreiben willst, dann solltest du sie komplett überarbeiten, betalesen lassen oder aber in die Tonne kloppen.

    Ich weiß es klingt hart, aber ich sage dir offen und Ehrlich so wie ich es immer mache, meine Meinung zu der Story. Du hast mich ja via ICQ gefragt was ich davon halte.... bitte sei mir nicht böse....

    Elvira

    Semir atmete heftig und hob die Hände. Was sollte nun passieren? „Hören Sie… Sie machen einen Fehler…“ stieß er aus. „Ja sicher… das sagen Alle! Los an die Wand und Beine auseinander!!“ befahl der junge Polizist. Semir tat als würde er den Befehl ausführen. Doch bevor er in der Schräglage war, aus der er ohne Hilfe nicht wieder herauskommen würde, wirbelte er herum und hieb dem jungen Kollegen die Faust ins Gesicht. Dieser war so überrascht, dass er gar nicht reagieren konnte. Semir legte nach und nur wenige Augenblicke später lag auch der Zweite Polizist am Boden. Nur kurz durchatmen und dann weiter. Es schienen keine weiteren Kollegen da zu sein. Semir nahm den Weg über die Treppen runter. Tatsächlich waren keine weiteren Polizisten da, dafür stand der Wagen der Kollegen vor der Tür. Der Schlüssel steckte. Semir überlegte nicht lange und stieg ein.


    Kim legte erschrocken den Hörer auf und sah Ben an. „Semir hat einen jungen Mann erschossen.“ Sagte sie tonlos. „NEIN! Niemals!!! Wo soll das denn gewesen sein?“ fragte er sofort. „In der Römergasse 48.“ erklärte Kim. „Fahren Sie mich hin! Ich will es nicht glauben…kann es nicht glauben…“ kam von Ben. „Die Kollegen wurden von Semir niedergeschlagen. Er hat die Flucht mit dem Streifenwagen fortgesetzt. Die Kollegen haben außerdem eine Waffe gefunden. Der Mann wurde mit Semirs Waffe erschossen. Bei der Waffe die gefunden wurde, stellte sich heraus, dass damit auf Andrea geschossen wurde.“ gab Kim bekannt. „Glauben Sie denn, das Semir auf Andrea schießt? Das kann doch wohl nicht wahr sein. Chefin sehen Sie denn nicht was hier passiert? Die wollen Semir als unglaubwürdig hinstellen. Wer würde ihm denn jetzt noch glauben?“ stellte Ben fest. Kim sah ihn an. „Es tut mir Leid, aber… Semir ist zur Fahndung ausgeschrieben. Wir können nichts für ihn tun.“ Gab sie leise von sich. Ben stand nur auf den Krücken da und sah sie an. „Sie glauben das Semir… schuldig ist?“ fragte er erstaunt. „Derzeit kann ich nichts anderes tun. finden Sie ihn vor den Kollegen. Herzberger und Bonrath werden Sie fahren. Helfen Sie Ihrem Kollegen…“ befahl Kim. Ben verstand.

    Semir zerrte und drehte seine Arme eine Weile. Doch die Erkenntnis dass er nichts machen konnte, ließen ihn stoppen. Es tat weh. Er gab es nach einer Weile auf um Pause zu machen. Doch seine Ruhe währte nicht lange denn schon bekam er einen Tritt von Hartmut in die Rippen. „Arrrhggg! Hartmut STOPP!“, stieß Semir schmerzhaft aus, weil Hartmut, seit de Clerc verschwunden war, ständig am Reißen und Zerren an seinen Fesseln war. Dabei drehte und wendete er sich auf dem Sitz und trat Semir dauernd mit seinen Füßen. „Sorry! Aber ich dachte wirklich, dass ich wenigstens diese Dinger damit abreißen kann... Ich meine, wir müssen nur fest daran zerren und dann werden die Halterungen sicher lose und können herausgenommen werden“, entschuldigte sich Hartmut stammelnd. „Schon gut…“, murrte Semir und fügte anklagend hinterher: „An sich eine gute Idee… Es ist nur, dass du mir die ganze Zeit in die Seite trittst und dies somit nicht gerade förderlich für meine Gesundheit ist.“ Murmelnd entschuldigte sich Hartmut und machte sich nun etwas vorsichtiger ans Werk. Nach einer Stunde jubelte Hartmut plötzlich verhalten auf: „Ich hab einen Erfolg…! Die Handgriffe auf meiner Seite lösen sie sich etwas.“ „Sehr schön“, meinte Semir leise und sah nachdenklich nach draußen. „Es wird schon dunkel. Tom und Sandra sind sicher schon ziemlich nervös.“ „Ich sage dir, wenn dieser de Clerc meine Sandra irgendwie anpackt, dann werde ich mit ihm Schlitten fahren. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, gab Hartmut wütend von sich und riss erneut an den Fesseln. Dann war er tatsächlich frei. „Endlich!!“, stieß er zufrieden aus und öffnete die Tür. „Warte, ich komme gleich zu dir, Semir!“, meinte er eifrig und stieg aus. Semir sah ihn grinsend an. „Ja, weglaufen kann ich ja auch nicht…“ Hartmut lief um den Wagen und öffnete auf Semirs Seite die Tür. „So…, nun hauen wir ab und…ähm… wohin?“, wollte Hartmut wissen, unterbrach seine Handlung und sah sich suchend in alle Richtungen um. Semir verdrehte die Augen und sah ihn gequält lächelnd an. „Mach mich erst einmal frei und dann sehen wir weiter. Ich sitze immer noch auf der Bombe!“, erinnerte er den schon wieder drei Schritte weiter denkenden Hartmut. „Oh…, klar!“, haspelte Hartmut und riss an dem Griff. Nur kurz darauf war auch Semir frei. „So und nun weg hier“, meinte Semir und wollte gerade aussteigen, als er hinter Hartmut eine Bewegung sah. Bevor er seinen Freund warnen konnte, schlug die Person, die aus dem Dunkel aufgetauchte, den Kriminaltechniker nieder.

    „Wolltet ihr uns schon verlassen? Also wirklich ...“, tadelte de Clerc Semir, der sich um Hartmut kümmerte. „Ich finde das gar nicht gut... Da muss ich mir wohl etwas Anderes ausdenken. Aber ich finde da schon etwas. André! Pass auf, das unser rothaarige Freund keine Probleme macht!“, befahl er und winkte seinen Mann herbei. Er sah Semir mit lodernden Augen an. „Hast du ihn dazu überredet?“, fragte er wütend, doch Semir antwortete nicht. „Nun gut..., ist nicht zu ändern. Nur habe ich jetzt ein Problem… Die Griffe sind kaputt und woran soll ich dich nun binden? Wie soll ich verhindern, dass du noch einmal so etwas machst? Hast du einen Tipp für mich?“, stellte er höhnisch die Fragen. Semir schüttelte stumm den Kopf. Grob packte de Clerc Semir am Kragen, zerrte ihn mit sich mit und stieß ihn anschließend an das Heck des Wagens. „Wie wäre es mit dem Kofferraum? Hast zwar etwas wenig Luft darin, aber das ist doch egal“, grinste er ihn kalt an und fügte sarkastisch hinterher: „Aber keine Angst…! Bis zum großen Knall reicht es!“ Semir sagte nichts. Sein besorgter Blick ging zu Hartmut, der gerade wieder zu sich kam. „Bist du okay, Hartmut?“, fragte er laut. De Clerc schlug ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. „Schnauze!“, faucht er ihn an. Semir schwieg, während er sich mit den immer noch gefesselten Händen die schmerzende Wange rieb. De Clerc öffnete die Haube des Kofferraums und sah ihn an. „Rein!“, forderte er Semir scharf auf und machte eine unmissverständliche Geste.

    Während Ben sich gegen den Willen seines Vaters entließ saß Semir in seinem Wohnzimmer. Er war in Gedanken versunken und hielt das Stofftier von Aida in den Händen. Er knetete es und hielt es sich an die Wange. Wer zum Teufel wollte ihn fertig machen und warum? Semir schloss die Augen und atmete tief ein und aus. Doch er sollte nicht zur Ruhe kommen. Ein Stein flog in das Fenster. Semir schrak zusammen und sah das Stück Papier in dem der Stein gewickelt war. Er nahm ihn und zog den Zettel runter. „Das war nur der Anfang! Freu dich auf die nächsten Tage!“ stand dort. Sofort rannte er zum Fenster und versuchte etwas zu erkennen, doch niemand war zu sehen. Semir ging zurück zum Sofa und ließ sich fallen. Er hasste diese feige Art. Warum konnte sein Gegner sich nicht zeigen? Warum wollte er ihn, Ben, Andrea und sogar Aida verletzten? Was zum Teufel ging in seinem Kopf vor. Was kommt als nächstes? Fragen über Fragen gingen ihm durch den Kopf. Dann klingelte es. Mit schleppenden Schritten ging er zur Tür und öffnete. „Ja?“ fragte er und sah den Mann an, der vor ihm stand. „Sie sind Gerkhan?“ fragte der Mann. Semir bejahte. „Ich habe hier eine Eilsendung!“ gab der Mann von sich und hielt Semir ein Päckchen hin. Semir nahm es, unterschrieb und ging mit dem Päckchen ins Wohnzimmer zurück. Es war kein Absender drauf.

    Ben ließ sich von seinem Vater zunächst zur PAST fahren. Er wollte mit Kim darüber reden, dass Semir eindeutig unschuldig sei. „Chefin! Ich kenne Semir… er hat bisher nie getrunken, wenn er fahren musste. Er ist….“ Verteidigte er seinen Partner. „Ben… ich weiß es ist schwer zu verstehen. Aber das Semir suspendiert ist, war der Amtsweg. Ich muss mich an die Dienstvorschriften halten.“ Gebot Kim sofort. Ben nickte. „Ja aber er ist und davon bin ich überzeugt, unschuldig.“ versuchte Ben erneut. Kim nickte. „Ja ich weiß…. Das Auto mit dem Semir unterwegs war, wurde manipuliert. Das hat Hartmut schon herausgefunden, aber was den Alkoholgenuss angeht… es klingt ziemlich sonderbar, aber das Kaugummi, von dem Semir gegessen haben will, enthielt keinen Alkohol. Nicht einen Tropfen. Warum kein Alkohol im Blut nachzuweisen war, ist mir ein Rätsel. Semir scheint getrunken zu haben.“ Erklärte Kim weiter. Ben schüttelte ungläubig den Kopf. „Semir trinkt nicht! Ich kenne ihn. Gibt es denn keine Zeugen, die etwas gesehen haben? Ich meine… es war doch Tag und…“ suchte Ben nach Wegen und Möglichkeiten. Kim schüttelte den Kopf. „Die haben leider nur gesehen, das Semir den Wagen rammte. Ben… fahren Sie zu ihm und versuchen Sie ihn etwas aufzumuntern. Er kann Freunde jetzt gebrauchen. Ich werde weiterhin alle Hebel in Bewegung setzen um seine Unschuld zu beweisen.“ Versprach die Chefin. „Lassen Sie Semir und mich das machen.“ bot Ben an. Kim lachte leise. „Ben… Sie laufen immer noch Krücken? Wie wollen Sie denn Autofahren?“ fragte sie. „Semir kann doch fahren!“ kam von Ben. „Nein der Führerschein wurde eingezogen.“ meinte Kim nur.

    Tom blickte unruhig zu Sandra. „Semir ist überfällig. Er geht nicht ans Handy und nicht an den Funk. Verdammt…! Ich hab doch geahnt dass es nicht gut geht“, fluchte er leise. Sandra senkte traurig den Kopf und sagte leise: „Damit haben sie uns beide in der Hand.“ Nach einem kurzen Überlegen atmete sie tief durch, hob langsam den Kopf und meinte entschlossen: „Okay… ich will nicht, dass wegen mir andere leiden müssen. Ich gehe zu de Clerc und dann kann er mit mir machen was er will. Soll er doch seinen Willen bekommen. Ich möchte nur nicht, das Hartmut und Semir wegen mir sterben.“ Tom sah sie verständnisvoll an. „Ich verstehe sehr gut, dass du das nicht willst. Aber meinst du, Semir und ich hätten nicht etwas dagegen, wenn sich Hartmuts zukünftige Frau in Gefahr begibt?“ Entschieden schüttelte er mit dem Kopf: „Nein…, wir werden gemeinsam de Clerc das Handwerk legen. Dieser Typ sollte für alles, was er den Mitmenschen angetan hat, in den Knast gehen. Nur Du kannst uns helfen, denn er hat sehr große Angst vor deiner Aussage.“ Sandra wusste, dass Tom Recht hatte, aber Druck, der damit auf ihr lastete, war enorm. Sie spürte sich hilflos und allein…, besonders jetzt wo sie ihren über alles geliebten Hartmut in den Klauen dieses Verbrechers wusste. Tränen der Angst und der Verzweiflung stiegen ihr in die Augen und sie senkte erneut den Kopf. Tom, der ihrer Miene ansah, was sie dachte, legte seine Finger unter ihr Kinn und hob es sanft hoch. „Hey…, wir schaffen das!“, zwinkerte ihr ermutigend zu. Dann fragte er inständig: „Willst du denn immer weglaufen? Immer Angst haben, dass er dich findet…? Willst Du ständig über Deine Schultern schauen? Schauen, ob Du nicht schon wieder verfolgt wirst…? Willst Du wirklich für diesen Schurken auf eine gemeinsame Zukunft mit Hartmut verzichten? Auf Dein Glück?“ „Nein…, ich will endlich meine Ruhe haben!“, schüttelte Sandra schluchzend den Kopf. Plötzlich klingelte ihr Handy und sie zuckte erschrocken zusammen. Mit tränengefüllten Augen sah sie auf das Display. „Das ist de Clerc…, ich kenne seine Nummer“, hauchte sie mit bebender Stimme und wischte sich fahrig die Tränen aus den Augen. Tröstend legte Tom eine Hand auf ihren Arm und drückte ihn kurz. „Okay… beruhige dich und melde dich.“

    „Ja…?“, hörte de Clerc Sandras zittrige Stimme. „Hallo, mein Schätzchen…“, schnurrte er schleimig. Mit einem zufriedenen Grinsen hörte er Sandra erschrocken nach Luft schnappen. Dann wurde sein Gesicht hart: „Pass auf, ich mag dich, das weißt du. Ich habe dich aufwachsen sehen und dich geliebt. Du tust mir so Unrecht, wenn du vor Gericht aussagst. Und deshalb schlage ich dir vor, dass du zu mir kommst. Dafür lasse ich deine beiden Freunde am leben.“ Er machte eine kurze Pause, bevor er mit drohendem Ton sagte: „Ich erzähle dir mal was hier gerade abgeht. Also dein Bullenfreund und dein zukünftiger Mann sitzen im Wagen von dem Bullen und zwar gefesselt. Vor ihnen auf dem Armaturenbrett steht eine Bombe. Beide sind sehr nervös und haben Angst. Und weißt Du warum…? Die Uhr läuft nämlich!“ Sandra schluckte hörbar. „Woher wissen Sie… das ich und Hartmut…“ fragte sie stotternd. Clerc lachte boshaft auf. Nachdem er sich beruhigt hatte, fuhr er mit kalter Stimme fort: „ Er hat es mir erzählt. Und es gibt nur eine Möglichkeit die Uhr anzuhalten. Du musst dich mir ausliefern! Wenn nicht, dann lernen die Beiden fliegen. Du hast jetzt noch… genau vier Stunden Zeit, dich zu entscheiden“, zischte de Clerc gefährlich leise. „Was willst du noch, de Clerc? Du hast mir doch schon meine Familie genommen? Warum kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen? Du hast die Unterlagen… Verschwinde doch endlich aus meinem Leben!“, hörte er Sandra hysterisch weinen. „Aber Kleines…“, de Clercs Stimme klang belehrend, „Solange du reden kannst, da muss ich doch Angst haben, dass du das, was du weißt gegen mich verwendest. Da muss ich in meiner Position sehr aufpassen, weißt du…“ „OK“, gab Sandra klein bei. „Wo willst Du mich treffen?“ „Na also…, geht doch!“, grinste der Gesprächspartner durchs Telefon. „Ich melde mich zu gegebener Zeit bei Dir und sage Dir wohin Du kommen sollst.“ Dann war die Verbindung unterbrochen…

    Semir und Hartmut sahen wie de Clerc abfuhr. Semir zerrte sofort an den Handfesseln, allerdings vergebens. Die Handschellen saßen fest. „Das ist ja mal wieder typisch. Wieso müssen die immer gleich Ernst machen?!“, fluchte er laut. Hartmut sah ihn an. „Semir? Was machen wir denn jetzt? Wenn der Sprengsatz in die Luft fliegt, dann bleibt von uns nichts mehr übrig. Nicht einmal Staubpartikel werden die finden. Nichts was uns identifizieren könnte… oder was sie begraben könnten“, erklärte er sachlich, als sei er gerade bei einer Untersuchung. Semir sah ihn ironisch an. „Könntest du vielleicht mal aufhören, mir so was zu erzählen? Ich suche nämlich nach einem Ausweg aus dieser Falle. Und das, was du gerade sagst, fördert das nicht unbedingt“, meinte er leicht wütend. Hartmut blickte ihn betrübt an. „Entschuldigung…, Ich wollte dir nur die Wahrheit sagen“, sagte er leise. Er zerrte nun ebenfalls an den Handfesseln. Nach einiger Zeit drehte er die Hände sonderbar und sah sich die Verbindungen des Handgriffes an. „Also, ich würde sagen, dass wir nur… warte…. Wenn ich hier…nee, geht nicht...“, erklärte er jedes Tun von sich. Semir schloss ergeben die Augen. „Hartmut! Ich will nicht hören was nicht geht, ich will ´ne Lösung!“, stieß er aus.

    De Clerc saß nicht weit von dem Wagen weg. Er schaute zu André und erkundigte sich: „Und was meinst du? Werden wir Sandra dazu bekommen, ihre Aussage nicht zu machen?“ Sein Handlanger zog die Mundwinkel nach unten und zuckte fragend mit den Schultern. „Keine Ahnung“, meinte er nur. De Clerc legte seinen Zeigefinger an die Lippen und überlegte. „Vielleicht sollten wir den Beiden da vorne doch noch etwas Zeit einräumen. Ich nehme doch sehr stark an, dass dieser Gerkhan und unser Hartmut nützlicher sind, wenn sie leben“, dachte er laut nach. André lächelte gemein: „Boss…, was hast du mit ihnen vor? Willst du sie süchtig machen?“ Nachdem de Clerc nachdenklich den Kopf hin und her gewiegt hatte, gab André bestätigend zu: „Sandra würde alles für den Rotschopf machen. Und wenn ich die Bullen richtig einschätze, dann werden die auch alles für diesen Gerkhan machen.“ De Clerc nickte. „Ganz genau. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass ich den Bullen gefügig machen kann. Einen Bullen, der abhängig ist und alles für den nächsten Schuss tun würde, kann man immer gebrauchen. Wie in Frankreich… Da sind einige von denen in meiner Gewalt. Sie bekommen von mir den Stoff und ich die Informationen“, lachte de Clerc gemein. André konnte dem nur zustimmen, auch wenn ihm der Stoff immer zu schade war, um ihn an die Bullen zu verschenken. Er gab seine Bedenken an de Clerc weiter. Dieser machte eine wegwerfende Geste. „Im Grunde hast du schon Recht. Aber wenn ich bedenke, wie oft ich meine Drogengeschäfte schon ungestört durchziehen konnte, sind die paar Tütchen nur Peanuts!“ Gehässig lachte er leise auf. Dann griff er zum Handy und seine Augen blitzten gefährlich auf: „Also gut…, ich rufe jetzt Sandra an und werde ihr die Situation erklären.“

    „Sie können aufgeben, de Clerc!“, meinte Semir mit fester Stimme. Sein Fahrgast lachte nur. „Ach, wissen Sie, Gerkhan..., ich denke, ich werde auch hier gewinnen… So wie ich es immer tue… Niemand wird mir es streitig machen.“ Ein weiterer Wagen bog auf den Hof und kam neben dem ihren zum Stehen. „Ah,... da ist ja unser gemeinsamer Freund“, stellte er fest. „So, und nun fest anschließen! Sonst mache ich es.“ Ohne weiteren Widerstand zuckte Semir mit den Schultern und machte, was der Mann von ihm verlangte. Mit einem metallischen Klicken schnappten die Handschellen zu und Semir war in dem Fahrzeug gefangen. Er blickte zu dem anderen Auto. Die Tür hinter dem Beifahrer wurde geöffnet. Dann sah er endlich, wie Hartmut von einem zweiten Mann auf Semirs Wagen zugestoßen wurde. Die Beifahrertür wurde aufgerissen und Hartmut musste auf dem Sitz Platz nehmen. „Hey,... bist du in Ordnung?“, fragte Semir besorgt, als er Hartmuts blasse Nasenspitze sah. Der Typ, der ihn hergebracht hatte, machte ihn mit einem zweiten Paar Handschellen ebenfalls am Haltgriff fest.

    De Clerc lächelte Semir hinterhältig an. „So,... und nun werde ich eure Höllenfahrt beenden.“ Voller bösen Vorahnungen sah Semir ihn an. Er vermutete was de Clerc vorhatte und ihm gefiel der Gedanke überhaupt nicht! Auch Hartmut wusste nun Bescheid und sein Gesicht wurde noch blasser. „Aber Sie sagten doch, dass ich gehen darf...“, kam zaghaft von ihm. „Sicher darfst du gehen. Ich sagte dir ja auch, dass du ein sorgenfreies Leben führen wirst. Dort wo du hingehst, kannst du das auch. Denn dort gibt es keine Sorgen“, kicherte der Mann gehässig. De Clerc hob ein braunes Bündel hoch. Unwillkürlich schnappte Hartmut nach Luft, als er erkannte, dass es sich dabei um Dynamitstangen handelte, die mit allerlei bunten Drähten miteinander verbunden waren. „Das hier ist TNT“, bestätigte in diesem Augenblick de Clerc seine Vermutung. „Es reicht aus, um euch beiden das Leben auszublasen. Aber ich bin nicht so... ihr dürft euch noch voneinander verabschieden. Euch bleiben genau 24 Stunden. Bis dahin haben wir sicher Sandra überzeugt, nicht gegen uns auszusagen.“ De Clercs gemeines Lachen, schmerzte in ihren Ohren. Er reichte das Bündel an Jacques weiter und Semir sah, wie er den Sprengstoff an der Motorhaube anbrachte. De Clerc legte eine Digitalanzeige auf das Armaturenbrett, legte einen Schalter um und im selben Moment begannen die Sekunden rückwärts zu laufen. Mit einem schadenfrohen Glucksen deutete er auf die Uhr. „Damit könnt ihr sehen, wann ihr eure letzte Fahrt antretet. Wie sagt ihr so schön? ‚Einen guten Flug’!“, rief er gehässig und knallte die Türen zu.

    Kim sah ihr Handy an, als das Gespräch endete... „Semir?“ fragte sie zu Sicherheit nach. „Hier spricht Polizeimeister Berger....Wer sind Sie?“ kam eine Frage ziemlich forsch. „Kim Krüger.... Oberkommissarin. Ich bin die Leiterin der Autobahnpolizei und die Vorgesetzte von Herrn Gerkhan. Was bitte ist vorgefallen?“ wollte Kim wissen. „Herr Gerkhan hat im alkoholisiertem Zustand einen Unfall verursacht. Einer der Beteiligten ist tot. Wir werden ihn auf die Wache 3 in Köln Waidmark bringen. Sie sollten ihm schon mal einen Anwalt besorgen.“ Meinte Berger nur und beendete das Gespräch. Kim schüttelte den Kopf. Sofort nahm sie ihre Jacke und verließ ihr Büro. „Susanne! Ich muss nach Köln zur Polizei! Halten Sie mich auf dem Laufenden, wenn etwas passieren sollte!“ befahl sie und verschwand.

    „Hören Sie... ich habe nichts getrunken! Ich bin im Dienst und...“ versuchte Semir sich zu erklären. Doch er hätte sich selbst auch nicht geglaubt. „Wie oft trinken Sie im Dienst?“ fragte der Beamte, der scheinbar kein Wort von dem was Semir sagte hören wollte. „Ich.... trinke .... nicht. Hören Sie.... lassen Sie uns einen Bluttest machen. Sie werden nichts finden. Ich bin bereit mich der Prozedur zu unterziehen...“ erklärte Semir. Berger nickte. „Das ist der nächste Schritt.“ verkündete er und wies einem anderen Beamten an, Semir in die Arrestzelle zu bringen, bis der Arzt vor Ort war. Doch scheinbar hatte Berger sehr viel Freude daran, einen Kollegen einzusperren. Geschlagene drei Stunden musste Semir ausharren, bis sich die Tür wieder öffnete. „Na endlich!“ stieß er aus. „Semir....“ hörte er die Chefin sagen. Semir sah sie an. „Chefin... ich habe nichts getan.... das ist alles dieser Mistkerl, der Ben bereits verletzt hat, auf meine Familie geschossen hat, sie bedroht.... er will mich fertig machen. Und wie es aussieht, schafft er es auch.“ schloss Semir leise. Kim schüttelte den Kopf. Der Arzt kam herein und nahm Blut ab. Nur wenige Minuten später stand das Ergebnis fest. 0,00 ‰

    „Aber ich verstehe das nicht... der Blastest hat eindeutig 1,2‰ ergeben...“ stammelte Berger. Der Arzt nickte. „Der Atem könnte Alkohol enthalten, aber das Blut nicht. Damit ist es eindeutig, das Herr Gerkhan den Unfall nicht unter Alkoholeinfluss verursacht hat.“ gab der Arzt seine Entscheidung bekannt. Semir sah Kim an. „Semir... wir sollten gehen. Der Wagen wird von Hartmut untersucht. Ich wette wir finden die üblichen Manipulationen wie auch bei dem Wagen von Ben.“ entschied sie. „Es tut mir Leid, Herr Gerkhan... aber... ich meine der Test...“ entschuldigte Berger sich. Semir lächelte. „Schon gut... ich hätte vermutlich genauso gehandelt. Nichts für ungut..“ Er reichte dem eifrigen Beamten die Hand und verließ mit Kim das Revier. Im Auto sah Semir Kim an. „Wenn mein Atem soviel Alkohol hatte, dann kann es nur an dem Kaugummi liegen.“ Sagte er leise. „Wie bitte?“ wollte Kim wissen. „Nun ja... ich habe ein Kaugummi gegessen. Ich hab mich noch über den Geschmack gewundert, aber es lenkte mich ab. Die Flaschen auf dem Rücksitz hab ich gar nicht gesehen. Ich trinke doch nie...zumindest nicht wenn ich mit dem Auto unterwegs bin.... Was ist mit Andrea und Aida?“ wechselte Semir plötzlich das Thema. „Ich weiß wo sie sind und das muss Ihnen reichen. Wenn Sie Kontakt zu ihnen bekommen, dann ist es wie ein Wegweise zu Ihrem Feind, der Sie ja auf den Kicker hat. Semir.... wenn Sie wirklich ein Kaugummi gegessen haben, was den Alkoholrausch verursacht hat, dann werden wir es sicher herausfinden. Waren noch mehr Kaugummis dort?“ wollte Kim wissen. Semir nickte. „Ja.... vier oder fünf... ich weiß es nicht.“ gab Semir zu. „Staatsanwältin Schrankmann wird Sie vorläufig vom Dienst suspendieren. Zumindest solange der Tod des Autofahrer aufgeklärt wird. Der Führerschein wird eingezogen.“ ließ Kim verlauten. „aber Chefin! Ich habe doch gar nichts getan. Der Bluttest hat doch gesagt, dass ich keinen Alkohol in mir hatte. Der Unfall ist passiert, weil ich nicht bremsen konnte....der Wagen....“ verteidigte Semir sich. Kim sah ihn nur fragend an.

    Semir wartete bereits eine geschlagene Stunde. Immer wieder blickte er sich um und versuchte etwas Verdächtiges zu bemerken. Doch die meisten Reisenden, die den Parkplatz aufsuchten, gingen nur schnell auf das Toilettenhäuschen oder vertraten sich für ein paar Minuten die Beine. Niemand näherte sich seinem Wagen oder versuchte irgendwie Kontakt mit ihm aufzunehmen. Semir kontrollierte gerade das Handy, um zu überprüfen, das er auch wirklich Empfang hatte, als plötzlich die Tür hinter ihm aufgerissen wurde. Er zuckte zusammen und wollte sich erschrocken nach hinten drehen, um zu sehen, wer da eingestiegen war. Doch eine barsche Stimme hielt ihn davon ab: „Na,... nicht so neugierig! Halt Deine Augen weiterhin nach vorn gerichtet und lass die Hände auf dem Lenkrad.“ Langsam nickte Semir. „Ganz ruhig!“, sagte er und er tat, was die Stimme von ihm verlangte. „Wirf jetzt den Motor an. Wir machen eine Spazierfahrt!“ Wie, um diesem Befehl mehr Nachdruck zu verleihen, spürte er, dass ihm ein kalter Waffenlauf ins Genick gedrückt wurde. „Hey, vorsichtig mit dem Ding… das könnte losgehen!“, versuchte Semir die Situation mit einem Scherz aufzulockern. „Fahr und quatsch nicht!“, kam es von hinten und der Druck in seinem Genick verstärkte sich. Semir schluckte schwer, startete den Wagen und fuhr los. „Wohin?“, wollte er ruhig wissen. „Erst mal auf die Autobahn... Ach, und wag es nicht, das Funkgerät anzufassen!“, warnte ihn der Mann und bohrte den Lauf noch tiefer in seinen Nacken. Semir hielt unbewusst die Luft an. „Schon klar“, antwortete er ergeben. Die Fahrt ging knappe dreißig Minuten über die Autobahn. Dann forderte ihn der Mann auf, die Straße an der nächsten Ausfahrt zu verlassen. Semir tat, was sein unbekannter Fahrgast wollte und folgte seinen weiteren Anweisungen. Nachdem sie eine Zeit lang durch verschiedene kleinere Ortschaften und über einsame Landstraßen gefahren waren, deutete der Mann hinter Semir mit seiner Hand nach vorn aus dem Fenster raus. „So,... die nächste Straße fährst du links!“ Auch das tat Semir und sie landeten auf einem verlassenen Bauernhof. Niemand war zu sehen und es kam auch keiner aus dem Gebäude. An der Sache war etwas faul, das spürte Semir sofort und seine Alarmglocken schrillten. „Wo ist Hartmut?“, fragte Semir besorgt. „Nur keine Panik. Er kommt gleich. Jetzt nimm deine Handschellen und mach dich am Haltegriff fest!“, forderte der Mann ihn auf. Semir schüttelte energisch mit dem Kopf. „Das werde ich nicht tun. Wo ist Hartmut? Die Unterlagen liegen neben mir und wir hatten vereinbart, Ware gegen Ware!“ Der Mann lachte dreckig. „Du gefällst mir! Hast du nicht Lust, für mich zu arbeiten?“

    Tom sah Sandra ernst an. „Was weißt du noch über de Clerc? Ich meine, weißt du wo er vielleicht seinen Unterschlupf hier in Deutschland hat. In Köln? In Düsseldorf? Irgendwo… wo wir ansetzen können?“, fragte er, weil er das Gefühl hatte, das Sandra doch mehr wusste, als sie zugab. „Nun ja..., er ist der Drogenboss Nr. 1 in Frankreich. Er hat etliche Bordelle, die er sehr erfolgreich führt. Sicher sind auch einige Erpressungen drin. Aber bisher konnte ihm niemand etwas nachweisen, weil er seine Leute auch im Polizeiapparat sitzen hat. Und zwar ganz oben. Er ist vor sieben Jahren von Frankreich aus nach Deutschland gegangen, also ich meine, mit der Geschäftsidee und wollte hier wohl das gleiche aufziehen. Und so lange sich niemand in seinen Weg stellt, wird er sicher weitermachen, wie bisher“, meinte sie und in der Stimme war etwas Niedergeschlagenheit zu hören. Tom lächelte sie an. „Nun ja,... wir werden es auf jeden Fall versuchen, ihm Einhalt zu gebieten. Wie wäre es, wenn wir uns kurzschließen. Wir werden unserem netten Freund de Clerc eine Falle stellen. Ich denke nämlich auch nicht, das de Clerc dich einfach in Ruhe lässt. Sicher hat der noch eine Schweinerei vor. Er wird irgendwie verhindern wollen, dass du morgen vor der Staatsanwaltschaft aussagst. Die Unterlagen hat er bereits,… auch wenn es nur Kopien sind. Aber ich befürchte, er hat noch etwas in petto.“ Sandra nickte betrübt. „Und wenn er Semir auch in seine Gewalt nimmt, dann hat er zwei Geiseln. Damit hat er dich, genau wie mich, in der Hand.“ Tom ließ ein lockeres Lachen hören. „Da würde ich mich nun nicht drauf verlassen.“

    So für heute Abend noch ein großes STück....

    „Lassen Sie mich wirklich gehen, wenn Sie die Unterlagen haben?“, fragte er zögerlich. „Natürlich“, lächelte der Mann wohlwollend, doch seine Augen blieben kalt. „Dann darfst du mit Sandra ein schönes Leben genießen. Ihr bekommt sogar noch ein Geschenk von uns. Damit ist ein sorgenfreies Leben möglich.“ Hartmut schaute den Mann misstrauisch an. Er ahnte, dass sein Gegenüber de Clerc war. „Sie halten mich für dumm, was?“ Er konnte sich einen ironischen Ton nicht unterdrücken. „Sie würden sich doch nicht der Gefahr aussetzen, dass Sandra gegen Sie aussagt. Sie haben ihre Eltern ermordet und...“ Augenblicklich verstummte er, als der Mann ihn warnend ansah. „Halt dich zurück, mein Junge...“, zischte er gefährlich. „Es sollte ihr eigentlich genügen, dass du in unserer Gewalt bist. Sie wird tun, was ich verlange. Das ist sie mir schuldig.“ Hartmut blickte ihn verwirrt an und fragte: „Wieso?“ Jetzt war es der Mann, der irritiert war: „Was,… wieso?“ „Wieso ist sie ihnen das schuldig?“, wollte Hartmut hartnäckig wissen. „Sie haben doch die Familie fast ausgelöscht... Sie schulden ihr etwas und nicht umgekehrt.“ Hartmut fühlte Wut in sich aufsteigen. Der Mann sah ihn verwundert an. Vermutlich war er überrascht, dass Hartmut ihn scheinbar kannte. „Ach,… hat sie das erzählt?“ erstaunt hob der Mann seine Augenbrauen. „Dass ich ihre Familie umgebracht habe? Ich glaube, ich muss dir mal die Wahrheit über deine schöne Freundin erzählen.“ Er nahm Hartmut am Arm und brachte ihn in einen ungemütlichen Kellerraum. „Weißt du…. deine Freundin hat mir Unterlagen gestohlen. Nicht um mich zu vernichten… nein. Sie will mich erpressen. Diese Unterlagen belasten auch sie. Sie hat Angst, dass ich sie verrate und dass sie dann ins Gefängnis geht. So…. hier wirst du erst einmal bleiben. Ich muss noch eben ein Telefonat erledigen. Nicht weglaufen…“ lachte de Clerc und stieß Hartmut zu Boden. Hartmut blieb zunächst liegen doch als de Clerc die Tür schloss stand er auf und horchte. De Clerc schien tatsächlich zu telefonieren.

    Semir fuhr auf der A4. Nach nur zehn Minuten Fahrt klingelte das Handy. „Ja?“, meldete er sich. „Sehr schön. Ich sehe, du hast die Kollegen zu Hause gelassen!“, hörte er die Stimme sagen. „Ja sicher... Wohin soll ich die Unterlagen bringen?“, fragte Semir und versuchte so gleichgültig wie möglich zu klingen. „Nur nicht so schnell“, bremste ihn die Stimme am anderen Ende. „Wir beide werden uns gleich sehen. Du wirst dich auf den Rastplatz bei KM 405,8 stellen und dort auf mich warten. Kein Funkspruch! Kein Telefonat! Ist das klar?“ „Ja, ist klar. Wo ist Hartmut?“, erkundigte sich Semir. „Nur keine Sorge. Wenn ich die Unterlagen geprüft habe, bringe ich dich zu ihm. Ich werde bei dir mitfahren. So bin ich sicher, dass du niemanden informieren kannst. Du stehst unter Beobachtung, denk daran.“ Ein Knacken war in der Leitung zu hören und das Gespräch war beendet. Semir sah in den Rückspiegel, doch keiner der Wagen fiel ihm auf. Es hätte jeder sein können, der hinter ihm fuhr. Seufzend reihte sich Semir in die rechte Fahrbahn ein, verließ die Autobahn und fuhr auf den Rastplatz.

    Tom drückte Sandras Hand, schaute sie optimistisch an und versuchte sie zu beruhigen: „Nur keine Sorge,.... Semir schafft das schon. Er wird Hartmut zurück bringen und dann kann die Hochzeit stattfinden.“ Ein Lächeln, das seine Augen strahlen ließ, stimmte Sandra etwas zuversichtlicher und sie nickte. „Ja sicher...“ Nur Augenblicke später verfinsterte sich ihre Miene erneut. „Aber ich habe Angst... Angst davor, das de Clerc mir auch Hartmut nimmt. Er hat doch schon alle getötet.“ Für einen Moment schwieg sie und hing traurig ihren Gedanken nach. Doch plötzlich stand sie abrupt auf und machte einige Schritte umher. Schließlich blieb sie stehen, warf den Kopf in den Nacken und seufzte voller Kummer: „Warum kann er mich nicht einfach in Ruhe lassen? Ich will damit abschließen.“ Sie senkte ihren Kopf und starrte auf den Teppich. Mehr zu sich selbst sagte sie sorgenvoll: „Mich würde es nicht einmal wundern, wenn er Hartmut Lügengeschichten über mich erzählt.“ Tom horchte auf. „Was für Geschichten sollte er denn erzählen?“, wollte er wissen. Sandra drehte sich zu ihm um. „Nun ja,... er könnte erzählen, dass ich ihm geholfen habe, meine Eltern umzubringen. Es wäre auch denkbar, das er mir nun die Schuld an ihrem Tod zuschiebt.“ Tom breitete hilflos die Hände aus und deutete ihr damit an, dass er nicht wusste, was sie meinte. Sandra setzte sich wieder zu ihm aufs Sofa. „Wissen Sie,...“ „Du…, wir waren beim Du“, erinnerte sie Tom mit einem Augenzwinkern. Unwillkürlich musste Sandra für einen flüchtigen Moment leise lächeln, dann wurde sie wieder ernst und fuhr mit brechender Stimme fort: „Am letzten Abend vor ihrem Tod sollte ich meinen Eltern ein Geschenk mitbringen. De Clerc hatte es besorgt... Pralinen... Es war sogar die Lieblingssorte meiner Eltern. Ich habe sie ihnen gebracht… Dabei hätte ich eigentlich ahnen müssen, dass sie vergiftet sind oder es eher waren. Meine Eltern haben sie gegessen… und am nächsten Morgen sind sie mit dem Auto gefahren. Der Unfall war also vorprogrammiert.“ „Wie kommst du denn darauf, das die Pralinen vergiftet waren?“, wollte Tom direkt wissen. Sandra sah ihn lächelnd an. „Ich bin vom Fach, schon vergessen? Nein…, das ist bei der Obduktion herausgekommen. Ihre Augen waren gelblich unterlegt und der Arzt sagte mir damals, dass das ein Anzeichen einer Vergiftung sei. Und da sind mir nur die Pralinen eingefallen. Meine Eltern haben sie alle gegessen…“, erklärte sie mit zitternder Stimme. „Und nun glaubst du, de Clerc erzählt es Hartmut anders? Damit er sich rein waschen kann?“, mutmaßte Tom. Sandra nickte traurig. „Ja,... das denke ich.“

    Hey mal was anderes… Semir und Ben als Schatzsucher…. Auch noch nicht gehabt. Tja woher sollte Ben denn auch wissen, wie Bücher behandelt werden müssen. Er hat doch gar keine… lol…. und Bier…. über ein Buch… warum nicht.

    Die Jungs die sich da die Akrobatik verschrien haben, absolute Klasse… Sehr sportlich muss ich schon sagen. Wie war das? „Studiengebühr?“ auch eine tolle Anmache und wie schnell die Mädels ihre Quittungen hervorholten.

    Erst dachte ich ja, das die junge Frau also die Exfreundin von Ben irgendwas Falsches im Schilde führte, aber das war dann ja wohl falsch gedacht. Und das Semir gebildet ist… whow… hätte ich nicht gedacht. Na und so ganz hat Ben die Trennung wohl auch nicht überstanden. Die Eifersucht war ja doch sehr sichtbar.  Als Sebastian auftauchte konnte man doch sehr stark spüren wie es ihm passte, dass Katrin sich an ihn schmiegte.

    Sie kamen nicht weiter, ihre Überlegungen fortzusetzen, denn in diesem Augenblick klingelte Sandras Handy. Ängstlich sah sie Tom und Semir mit großen Augen an. Mit einem ermutigenden Nicken forderten sie Sandra auf, das Gespräch anzunehmen. „Ja?“ meldete sie sich zaghaft. „Du weißt, wen wir haben?“, fragte eine männliche Stimme. Furchtsam umklammerte Sandra mit beiden Händen ihr Handy. „Ja…, bitte, tun Sie ihm nichts… Ich mache was Sie wollen!“, flehte sie. Die Stimme lachte leise: „Na, das nenne ich schon mal einen guten Anfang… Gib mir den Bullen, der bei dir steht. Der Freund, der uns zeigte, wo du bist!“, forderte der Anrufer. Sandra sah Semir an und hielt ihm das Handy hin. „Er will mit dir reden.“ Dieser nickte und nahm das Handy. „Ja?“, meldete sich Semir entschlossen. „Du weißt doch sicher, dass du sehr viel Glück gehabt hast, als du geflohen bist, oder?“ höhnte der Mann am Telefon. „Ja sicher….was wollen Sie?“ fragte Semir nach. Du wirst die Unterlagen an dich nehmen und dich dann in dein Auto setzen. Fahre zunächst auf die A4 in Richtung Köln. Und halte dich an die Geschwindigkeit! Wenn wir sicher sind, das du allein bist, erhältst du die nächste Nachricht.“ Der Anrufer legte auf und Semir sah Tom an. „Tse,... die spinnen doch!“, murmelte er und erzählte Tom, was gefordert war. Tom dachte einige Sekunden nach. Dann entschied er: „Okay,... du fährst los. Ich bleibe so lange bei Sandra und gebe auf sie Acht… Ach, und Semir... Pass auf dich auf, ja?“ Schmunzelnd nahm Semir den Umschlag an sich und meinte flapsig: „Ist ein Klacks für mich.“ Danach sah er Sandra an. „Nur keine Sorge,... ich bringe ihn dir zurück“, sagte er und zwinkerte ihr zuversichtlich zu. Dann verschwand er.

    Hartmut saß in einem kleinen, fensterlosen Raum auf einem wackeligen Bett. Die fremden Männer hatten ihn nicht gefesselt und das Licht angelassen. Kaum hatten sie ihn allein gelassenen, hatte er jeden Zentimeter des Zimmers untersucht und erfolglos nach einem Fluchtweg gesucht. Er hatte sich das Hirn zermatert und nach passablen Lösungen gesucht, wie er sich aus dieser misslichen Lage befreien konnte. Doch er war zu keinem vernünftigen Ergebnis gekommen. Wie lange er hier schon gefangen war, konnte er nicht sagen. Seine Uhr sagte ihm, dass es erst ein paar Stunden waren. Doch vom Gefühl her waren es für ihn Tage… Wochen… Unruhig stand er auf und wanderte hin und her. Wieder und wieder fuhr er sich mit seinen Händen durch die Haare, so dass diese nach einer Weile struppig nach allen Seiten abstanden. Er machte sich große Sorgen um Sandra. Wie es ihr wohl gerade ging? Bestimmt hatte sie gerade schreckliche Angst. Ob Tom und Semir bei ihr waren und ihr beistanden? Hartmut war sich sicher, dass dem so war. Er kannte die beiden gut genug. Sie würden zu ihrem Wort stehen und seiner Freundin helfen… Plötzlich erklangen Schritte vor der Tür. Jemand machte sich an dem Schloss zu schaffen und ein Schlüssel wurde umgedreht. Hastig setzte sich Hartmut zurück aufs Bett. Die Tür schwang auf und ein Mann, den er vorher noch nicht gesehen hatte, trat ins Zimmer. Er kam auf ihn zu, packte ihn grob am Arm und zog ihn hoch. „Spiel hier nicht den Helden oder gar den wilden Mann, klar?“, sagte er mit einer Stimme, die keinen Widerstand duldete. Hartmut schluckte heftig und nickte eingeschüchtert.